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Das Buch Shmuel Alef

DAS ERSTE BUCH SAMUEL

1. Kapitel

1,1 Es war ein Mann von Ramatajim- Zofim, vom Gebirge Ephraim, der hieß Elkana, ein Sohn Jerohams,des Sohnes Elihus, des Sohnes Tohus, des Sohnes Zufs, ein Ephraimiter.

1,2 Und er hatte zwei Frauen; die eine hieß Hanna, die andere Peninna. Peninna aber hatte Kinder, und Hanna hatte keine Kinder.

1,3 Dieser Mann ging jährlich hinauf von seiner Stadt, um anzubeten und Haschem zu opfern in Silo. Dort aber waren Hofni und Pinhas, die beiden Söhne Elis, Cohen Haschem's .

1,4 Wenn nun der Tag kam, daß Elkana opferte, gab er seiner Frau Peninna und allen ihren Söhnen und Töchtern Stücke vom Opferfleisch.

1,5 Aber Hanna gab er ein Stück traurig; denn er hatte Hanna lieb, obgleich Haschem ihren Leib verschlossen hatte.

1,6 Und ihre Widersacherin kränkte und reizte sie sehr, weil Haschem ihren Leib verschlossen hatte.

1,7 So ging es alle Jahre; wenn sie hinaufzog zum Haus Haschem , kränkte jene sie. Dann weinte Hanna und aß nichts.

1,8 Elkana aber, ihr Mann, sprach zu ihr: Hanna, warum weinst du, und warum issest du nichts? Und warum ist dein Herz so traurig? Bin ich dir nicht mehr wert als zehn Söhne?

1,9 Da stand Hanna auf, nachdem sie in Silo gegessen und getrunken hatten. Eli aber, der Cohen , saß auf einem Stuhl am Türpfosten des Tempels Haschem .

1,10 Und sie war von Herzen betrübt und betete zum Haschem und weinte sehr

1,11 und gelobte ein Gelübde und sprach: Haschem, wirst du das Elend deiner Magd ansehen und an mich gedenken und deiner Magd nicht vergessen und wirst du deiner Magd einen Sohn geben, so will ich ihn Haschem geben sein Leben lang, und es soll kein Schermesser auf sein Haupt kommen.

1,12 Und als sie lange betete vor Haschem , achtete Eli auf ihren Mund;

1,13 denn Hanna redete in ihrem Herzen, nur ihre Lippen bewegten sich, ihre Stimme aber hörte man nicht. Da meinte Eli, sie wäre betrunken,

1,14 und sprach zu ihr: Wie lange willst du betrunken sein? Gib den Wein von dir, den du getrunken hast!

1,15 Hanna aber antwortete und sprach: Nein, mein Herr! Ich bin ein betrübtes Weib; Wein und starkes Getränk hab ich nicht getrunken, sondern mein Herz vor Haschem ausgeschüttet.

1,16 Du wollest deine Magd nicht für ein zuchtloses Weib halten, denn ich hab aus meinem großen Kummer und Herzeleid so lange geredet.

1,17 Eli antwortete und sprach: Geh hin mit Frieden; Haschem Israels wird dir die Bitte erfüllen, die du an ihn gerichtet hast.

1,18 Sie sprach: Laß deine Magd Gnade finden vor deinen Augen. Da ging die Frau ihres Weges und aß und sah nicht mehr so traurig drein.

1,19 Und am andern Morgen machten sie sich früh auf. Und als sie angebetet hatten vor Haschem , kehrten sie wieder um und kamen heim nach Rama. Und Elkana erkannte Hanna, seine Frau, und Haschem gedachte an sie.

1,20 Und Hanna ward schwanger; und als die Tage um waren, gebar sie einen Sohn und nannte ihn Shmuel ; denn, so sprach sie, ich hab ihn von Haschem erbeten.

1,21 Und als der Mann Elkana hinaufzog mit seinem ganzen Hause, um das jährliche Opfer Haschem zu opfern und sein Gelübde zu erfüllen,

1,22 zog Hanna nicht mit hinauf, sondern sprach zu ihrem Mann: Wenn der Knabe entwöhnt ist, will ich ihn bringen, daß er vor Haschem erscheine und dort für immer bleibe.

1,23 Ihr Mann Elkana sprach zu ihr: So tu, wie dir's gefällt! Bleib, bis du ihn entwöhnt hast; Haschem aber bestätige, was er geredet hat. So blieb die Frau und stillte ihren Sohn, bis sie ihn entwöhnt hatte.

1,24 Nachdem sie ihn entwöhnt hatte, nahm sie ihn mit sich hinauf nach Silo, dazu einen dreijährigen Stier, einen Scheffel Mehl und einen Krug Wein und brachte ihn in das Haus Haschem's. Der Knabe war aber noch jung.

1,25 Und sie schlachteten den Stier und brachten den Knaben zu Eli.

1,26 Und sie sprach: Ach, mein Herr, so wahr du lebst, mein Herr: ich bin die Frau, die hier bei dir stand, um zum Haschem zu beten.

1,27 Um diesen Knaben bat ich. Nun hat Haschem mir die Bitte erfüllt, die ich an ihn gerichtet hatte.

1,28 Darum gebe ich ihn Haschem wieder sein Leben lang, weil er vom Haschem erbeten ist. Und sie beteten dort Haschem an.

2. Kapitel

2,1 Und Hanna betete und sprach: Mein Herz ist fröhlich in Haschem , mein Haupt ist erhöht in Haschem. Mein Mund hat sich weit aufgetan wider meine Feinde, denn ich freue mich deines Heils.

2,2 Es ist niemand wie Haschem , außer dir ist keiner, und ist kein Fels, wie unser Haschem ist.

2,3 Laßt euer großes Rühmen und Trotzen, freches Reden gehe nicht aus eurem Munde; denn Haschem, merkt es, und von ihm werden Taten gewogen.

2,4 Der Bogen der Starken ist zerbrochen, und die Schwachen sind umgürtet mit Stärke.

2,5 Die da satt waren, müssen um Brot dienen,und die Hunger litten, hungert nicht mehr. Die Unfruchtbare hat sieben geboren, und die viele Kinder hatte, welkt dahin.

2,6 Haschem tötet und macht lebendig, führt hinab zu den Toten und wieder herauf.

2,7 Haschem macht arm und macht reich; er erniedrigt und erhöht.

2,8 Er hebt auf den Dürftigen aus dem Staub und erhöht den Armen aus der Asche, daß er ihn setze unter die Fürsten und den Thron der Ehre erben lasse. Denn der Welt Grundfesten sind Haschem's, und er hat die Erde darauf gesetzt.

2,9 Er wird behüten die Füße seiner Frommen,aber die Gottlosen sollen zunichte werden in Finsternis; denn viel Macht hilft doch niemand.

2,10 Die mit Haschem hadern, sollen zugrunde gehen. Der Höchste im Himmel wird sie zerschmettern, Haschem wird richten der Welt Enden. Er wird Macht geben seinem Könige und erhöhen das Haupt seines Gesalbten.

2,11 Und Elkana ging heim nach Rama in sein Haus; der Knabe aber war Haschem's Diener vor dem Cohen Eli.

2,12 Aber die Söhne Elis waren ruchlose Männer; die fragten nichts nach Haschem

2,13 noch danach, was dem Cohen zustände vom Volk. Wenn jemand ein Opfer bringen wollte, so kam des Cohen s Diener, wenn das Fleisch kochte, und hatte eine Gabel mit drei Zacken in seiner Hand

2,14 und stieß in den Tiegel oder Kessel oder Pfanne oder Topf, und was er mit der Gabel hervorzog, das nahm der Cohen für sich. So taten sie allen in Israel, die dorthin kamen nach Silo.

2,15 Desgleichen, ehe sie das Fett in Rauch aufgehen ließen, kam des Cohen s Diener und sprach zu dem, der das Opfer brachte: Gib mir Fleisch für den Cohen zum Braten, denn er will nicht gekochtes Fleisch von dir nehmen, sondern rohes.

2,16 Wenn dann jemand zu ihm sagte: Laß erst das Fett in Rauch aufgehen und nimm dann, was dein Herz begehrt, so sprach er zu ihm: Du sollst mir's jetzt geben; wenn nicht, so nehme ich's mit Gewalt.

2,17 So war die Sünde der Männer sehr groß vor Haschem ; denn sie verachteten das Opfer Haschem's.

2,18 Shmuel aber war ein Diener vor Haschem , und der Knabe war umgürtet mit einem leinenen Cohen schurz.

2,19 Dazu machte ihm seine Mutter ein kleines Oberkleid und brachte es ihm Jahr für Jahr, wenn sie mit ihrem Mann hinaufging, um das jährliche Opfer darzubringen.

2,20 Und Eli segnete Elkana und seine Frau und sprach: Haschem gebe dir Kinder von dieser Frau anstelle des Erbetenen, den sie vomHaschem erbeten hat. Und sie gingen zurück an ihren Ort.

2,21 Und Haschem suchte Hanna heim, daß sie schwanger ward, und sie gebar noch drei Söhne und zwei Töchter. Aber der Knabe Shmuel wuchs auf bei Haschem .

2,22 Eli aber war sehr alt geworden. Wenn er nun alles erfuhr, was seine Söhne ganz Israel antaten und daß sie bei den Frauen schliefen, die vor der Tür der Stiftshütte dienten,

2,23 sprach er zu ihnen: Warum tut ihr solche bösen Dinge, von denen ich höre im ganzen Volk?

2,24 Nicht doch, meine Söhne! Das ist kein gutes Gerücht, von dem ich reden höre in Haschem's Volk.

2,25 Wenn jemand gegen einen Menschen sündigt, so kann es Haschem entscheiden. Wenn aber jemand gegen Haschem sündigt, wer soll es dann für ihn entscheiden? Aber sie gehorchten der Stimme ihres Vaters nicht; denn Haschem war willens, sie zu töten.

2,26 Aber der Knabe Shmuel nahm immer mehr zu an Alter und Gunst bei Haschem und bei den Menschen.

2,27 Es kam aber ein Mann Haschem's zu Eli und sprach zu ihm: So spricht Haschem : Ich habe mich offenbart dem Hause deines Vaters, als die Israeliten noch in Ägypten dem Hause des Pharao gehörten,

2,28 und hab's mir erwählt aus allen Stämmen Israels zum Cohen tum, um auf meinem Altar zu opfern und Räucherwerk zu verbrennen und den Cohen schurz vor mir zu tragen, und ich habe dem Hause deines Vaters alle Feueropfer Israels gegeben.

2,29 Warum tretet ihr denn mit Füßen meine Schlachtopfer und Speisopfer, die ich für meine Wohnung geboten habe? Und du ehrst deine Söhne mehr als mich, daß ihr euch mästet von dem Besten aller Opfer meines Volkes Israel.

2,30 Darum spricht Haschem: Ich hatte gesagt, dein Haus und deines Vaters Haus sollten immerdar vor mir einhergehen. Aber nun spricht Haschem : Das sei ferne von mir! Sondern wer mich ehrt, den will ich auch ehren; wer aber mich verachtet, der soll wieder verachtet werden.

2,31 Siehe, es wird die Zeit kommen, daß ich deinen Arm und den Arm des Hauses deines Vaters abhauen will, daß es keinen Alten geben wird in deinem Hause

2,32 und daß du deinen Widersacher im Miqdash sehen wirst bei allem Guten, das Israel geschehen wird, und es wird niemand alt werden in deines Vaters Hause immerdar.

2,33 Doch nicht einen jeden will ich dir von meinem Altar ausrotten, daß nicht deine Augen verschmachten und deine Seele sich gräme. Aber der größte Teil deines Hauses soll sterben, wenn sie Männer geworden sind.

2,34 Und das soll dir ein Zeichen sein, das über deine beiden Söhne, Hofni und Pinhas, kommen wird; an einem Tag werden sie beide sterben.

2,35 Ich aber will mir einen treuen Cohen erwecken, der wird tun, wie es meinem Herzen und meiner Seele gefällt. Dem will ich ein beständiges Haus bauen, daß er vor meinem Gesalbten immerdar einhergehe.

2,36 Und wer übrig ist von deinem Hause, der wird kommen und vor jenem niederfallen um ein Silberstück oder eine Scheibe Brot und wird sagen: Laß mich doch Anteil haben am Cohen amt, daß ich einen Bissen Brot zu essen habe.

3. Kapitel

3,1 Und zu der Zeit, als der Knabe Shmuel Haschem diente unter Eli, war Haschem Wort selten, und es gab kaum noch Offenbarung.

3,2 Und es begab sich zur selben Zeit, daß Eli lag an seinem Ort, und seine Augen hatten angefangen, schwach zu werden, so daß er nicht mehr sehen konnte.

3,3 Die Lampe Haschem's war noch nicht verloschen. Und Shmuel hatte sich gelegt im Miqdash Haschem's, wo die Lade war.

3,4 Und Haschem rief Shmuel . Er aber antwortete: Siehe, hier bin ich!

3,5 und lief zu Eli und sprach: Siehe, hier bin ich! Du hast mich gerufen. Er aber sprach: Ich habe nicht gerufen; geh wieder hin und lege dich schlafen. Und er ging hin und legte sich schlafen.

3,6 Haschem rief abermals: Shmuel ! Und Shmuel stand auf und ging zu Eli und sprach: Siehe, hier bin ich! Du hast mich gerufen. Er aber sprach: Ich habe nicht gerufen, mein Sohn; geh wieder hin und lege dich schlafen.

3,7 Aber Shmuel hatte Haschem noch nicht erkannt, und Haschem's Wort war ihm noch nicht offenbart.

3,8 Und Haschem rief Shmuel wieder, zum drittenmal. Und er stand auf und ging zu Eli und sprach: Siehe, hier bin ich! Du hast mich gerufen. Da merkte Eli, daß Haschem den Knaben rief,

3,9 und sprach zu ihm: Geh wieder hin und lege dich schlafen; und wenn du gerufen wirst, so sprich: Rede, Haschem, denn dein Knecht hört. Shmuel ging hin und legte sich an seinen Ort.

3,10 Da kam Haschem und trat herzu und rief wie vorher: Shmuel , Shmuel ! Und Shmuel sprach: Rede, denn dein Knecht hört.

3,11 Und Haschem sprach zu Shmuel : Siehe, ich werde etwas tun in Israel, wovonjedem, der es hören wird, beide Ohren gellen werden.

3,12 An dem Tage will ich über Eli kommen lassen, was ich gegen sein Haus geredet habe; ich will es anfangen und vollenden.

3,13 Denn ich hab's ihm angesagt, daß ich sein Haus für immer richten will um der Schuld willen, daß er wußte, wie sich seine Söhne schändlich verhielten, und ihnen nicht gewehrt hat.

3,14 Darum habe ich dem Hause Eli geschworen, daß die Schuld des Hauses Eli nicht gesühnt werden solle, weder mit Schlachtopfern noch mit Speisopfern immerdar.

3,15 Und Shmuel lag bis an den Morgen und tat dann die Türen auf am Hause Haschem's. Shmuel aber fürchtete sich, Eli anzusagen, was ihm offenbart worden war.

3,16 Da rief ihn Eli und sprach: Shmuel , mein Sohn! Er antwortete: Siehe, hier bin ich!

3,17 Er sprach: Was war das für ein Wort, das er dir gesagt hat? Verschweige mir nichts. Haschem tue dir dies und das, wenn du mir etwas verschweigst von all den Worten, die er dir gesagt hat.

3,18 Da sagte ihm Shmuel alles und verschwieg ihm nichts. Er aber sprach: Es ist der AELOHIM; er tue, was ihm wohlgefällt.

3,19 Shmuel aber wuchs heran, und Haschem war mit ihm und ließ keines von allen seinen Worten zur Erde fallen.

3,20 Und ganz Israel von Dan bis Beerscheba erkannte, daß Shmuel damit betraut war, Prophet Haschem's zu sein.

3,21 Und Haschem erschien weiter zu Silo, denn Haschem offenbarte sich Shmuel zu Silo durch sein Wort. *Und Shmuel s Wort erging an ganz Israel. *Abweichende Verszählung statt 3,21 : 4,1.

4. Kapitel

4,1 Und es begab sich zu der Zeit, daß die Philister sich sammelten zum Kampf gegen Israel. Israel aber zog aus, den Philistern entgegen, in den Kampf und lagerte sich bei Eben-Eser. Die Philister aber hatten sich gelagert bei aAfek

4,2 und stellten sich Israel gegenüber auf. Und der Kampf breitete sich aus, und Israel wurde von den Philistern geschlagen. Sie erschlugen in der Feldschlacht etwa viertausend Mann.

4,3 Und als das Volk ins Lager kam, sprachen die Ältesten Israels: Warum hat uns Haschem heute vor den Philistern geschlagen? Laßt uns die Lade des Bundes Haschem's zu uns holen von Silo und laßt sie mit uns ziehen, damit er uns errette aus der Hand unserer Feinde.

4,4 Da sandte das Volk nach Silo und ließ von dort holen die Lade des Bundes Haschem's, der über den Cherubim thront. Es waren aber die beiden Söhne Elis bei der Lade des Bundes Haschem's, Hofni und Pinhas.

4,5 Und als die Lade des Bundes des Haschem's in das Lager kam, jauchzte ganz Israel mit gewaltigem Jauchzen, so daß die Erde erdröhnte.

4,6 Als aber die Philister das Jauchzen hörten, sprachen sie: Was ist das für ein gewaltiges Jauchzen im Lager der Hebräer? Und als sie erfuhren, daß die Lade Haschem's ins Lager gekommen sei,

4,7 fürchteten sie sich und sprachen: Haschem ist ins Lager gekommen, und riefen: Wehe uns, denn solches ist bisher noch nicht geschehen!

4,8 Wehe uns! Wer will uns erretten aus der Hand dieser mächtigen Götter? Das sind die Götter, die Ägyptenschlugen mit allerlei Plage in der Wüste.

4,9 So seid nun stark und seid Männer, ihr Philister, damit ihr nicht dienen müßt den Hebräern, wie sie euch gedient haben! Seid Männer und kämpft!

4,10 Da zogen die Philister in den Kampf, und Israel wurde geschlagen, und ein jeder floh in sein Zelt. Und die Niederlage war sehr groß, und es fielen aus Israel dreißigtausend Mann Fußvolk.

4,11 Und die Lade Haschem's wurde weggenommen, und die beiden Söhne Elis, Hofni und Pinhas, kamen um.

4,12 Da lief einer von Benjamin aus dem Heerlager und kam am selben Tage nach Silo und hatte seine Kleider zerrissen und Erde auf sein Haupt gestreut.

4,13 Und siehe, als er hinkam, saß Eli auf seinem Stuhl und gab acht nach der Straße hin; denn sein Herz bangte um die Lade Haschem's. Und als der Mann in die Stadt kam, tat er's kund, und die ganze Stadt schrie auf.

4,14 Und als Eli das laute Schreien hörte, fragte er: Was ist das für ein großer Lärm? Da kam der Mann eilends und sagte es Eli.

4,15 Eli aber war achtundneunzig Jahre alt, und seine Augen waren so schwach, daß er nicht mehr sehen konnte.

4,16 Der Mann aber sprach zu Eli: Ich komme vom Heerlager und bin heute aus der Schlacht geflohen. Er aber sprach: Wie ist's gegangen, mein Sohn?

4,17 Da antwortete der Bote: Israel ist geflohen vor den Philistern, und das Volk ist hart geschlagen, und deine beiden Söhne, Hofni und Pinhas, sind tot; und die Lade Haschem's ist weggenommen.

4,18 Als er aber von der Lade Haschem's sprach, fiel Eli rücklings vom Stuhl an der Tür und brach seinen Hals und starb, denn er war alt und ein schwerer Mann. Er richtete aber Israel vierzig Jahre.

4,19 Seine Schwiegertochter aber, des Pinhas Frau, war schwanger und sollte bald gebären. Als sie davon hörte, daß die Lade Haschem's weggenommen und ihr Schwiegervater und ihr Mann tot waren, kauerte sie sichnieder und gebar; denn ihre Wehen überfielen sie.

4,20 Und als sie im Sterben lag, sprachen die Frauen, die um sie standen: Fürchte dich nicht, du hast einen Sohn geboren! Aber sie antwortete nicht und nahm's auch nicht mehr zu Herzen.

4,21 Und sie nannte den Knaben Ikabod, das ist «Die Herrlichkeit ist hinweg aus Israel!» - weil die Lade Haschem's weggenommen war, und wegen ihres Schwiegervaters und ihres Mannes.

4,22 Darum sprach sie: Die Herrlichkeit ist hinweg aus Israel; denn die Lade Haschem's ist weggenommen.

5. Kapitel

5,1 Die Philister aber hatten die Lade Haschem's weggenommen und brachten sie von Eben-Eser nach aAschdod.

5,2 Dann nahmen sie die Lade Haschem's und brachten sie in das Haus Dagons und stellten sie neben Dagon.

5,3 Und als die Leute von Aschdod am andern Morgen sich früh aufmachten und in das Haus Dagons kamen, sahen sie Dagon auf seinem Antlitz liegen auf der Erde vor der Lade Haschem's . Und sie nahmen Dagon und stellten ihn wieder an seinen Ort.

5,4 Aber als sie am andern Morgen sich wieder früh aufmachten, fanden sie Dagon abermals auf seinem Antlitz auf der Erde vor der Lade Haschem's liegen, aber sein Haupt und seine beiden Hände abgeschlagen auf der Schwelle, so daß der Rumpf allein dalag.

5,5 Darum treten die Cohen Dagons und alle, die in Dagons Haus gehen, nicht auf die Schwelle Dagons in Aschdod bis auf diesen Tag.

5,6 Aber die Hand Haschem's lag schwer auf den Leuten von Aschdod, und er brachte Verderben über sie und schlug sie mit bösen Beulen, Aschdod und sein Gebiet.

5,7 Als aber die Leute von Aschdod sahen, daß es so zuging, sprachen sie: Laßt die Lade Haschem's Israels nicht bei uns bleiben; denn seine Hand liegt zu hart auf uns und unserm Gott Dagon.

5,8 Und sie sandten hin und versammelten alle Fürsten der Philister zu sich und sprachen: Was sollen wir mit der Lade Haschem's Israels machen? Da antworteten sie: Laßt die Lade Haschem's Israels nach Gat tragen. Und sie trugen die Lade Haschem's Israels dorthin.

5,9 Als sie aber die Lade dahin getragen hatten, entstand in der Stadt ein sehr großer Schrecken durch die Hand Haschem's; denn er schlug die Leute in der Stadt, klein und groß, so daß an ihnen Beulen ausbrachen.

5,10 Da sandten sie die Lade Haschem's nach Ekron. Als aber die Lade Haschem's nach Ekron kam, schrien die Leute von Ekron: Sie haben die Lade Haschem's Israels hergetragen zu mir, damit sie mich töte und mein Volk!

5,11 Da sandten sie hin und versammelten alle Fürsten der Philister und sprachen: Sendet die Lade Haschem's Israels zurück an ihren Ort, damit sie mich und mein Volk nicht töte. Denn es kam ein tödlicher Schrecken über die ganze Stadt; die Hand Haschem's lag schwer auf ihr.

5,12 Und die Leute, die nicht starben, wurden geschlagen mit Beulen, und das Geschrei der Stadt stieg auf gen Himmel.

6. Kapitel

6,1 So war die Lade Haschem's sieben Monate im Lande der Philister.

6,2 Und die Philister beriefen ihre Cohen und Wahrsager und sprachen: Was sollen wir mit der Lade Haschem's machen? Laßt uns wissen, wie wir sie an ihren Ort senden sollen!

6,3 Sie sprachen: Wollt ihr die Lade Haschem's Israels zurücksenden, so sendet sie nicht ohne eine Gabe, sondern gebt ihm eine Sühnegabe; so werdet ihr gesund werden, und es wird euch kundwerden, warum seine Hand nicht von euch abläßt.

6,4 Sie aber sprachen: Was ist die Sühnegabe, die wir ihm geben sollen? Sie antworteten: Fünf goldene Beulen und fünf goldene Mäuse nach der Zahl der fünf Fürsten der Philister, denn es ist ein und dieselbe Plage gewesen über euch alle und über eure Fürsten.

6,5 So macht nun Abbilder eurer Beulen und eurer Mäuse, die euer Land zugrunde gerichtet haben, daß ihr Haschem Israels die Ehre gebt. Vielleicht wird seine Hand leichter werden über euch und über euren Gott und über euer Land.

6,6 Warum verstockt ihr euer Herz, wie die Mitzrites und der Pharao ihr Herz verstockten? Ist's nicht so: als Haschem seine Macht an ihnen bewies, ließen sie sie ziehen, so daß sie gehen konnten?

6,7 So laßt nun einen neuen Wagen machen und nehmt zwei säugende Kühe, auf die noch kein Joch gekommen ist; spannt sie an den Wagen und laßt ihre Kälber daheimbleiben.

6,8 Aber die Lade des Haschem's nehmt und stellt sie auf den Wagen, und die Dinge aus Gold, die ihr ihm zur Sühnegabe gebt, tut in ein Kästlein daneben. So sendet sie hin und laßt sie gehen.

6,9 Und seht zu: Geht sie den Weg hinauf in ihr Land auf Bet-Schemesch zu, so hat Er uns dies große Übel angetan; wenn nicht, so wissen wir, daß nicht seine Hand uns getroffen hat, sondern es uns zufällig widerfahren ist.

6,10 So taten die Leute und nahmen zwei säugende Kühe und spannten sie an einen Wagen und behielten ihre Kälber daheim

6,11 und stellten die Lade Haschem's auf den Wagen, dazu das Kästlein mit den goldenen Mäusen und mit den Abbildern ihrer Beulen.

6,12 Und die Kühe gingen geradeswegs auf Bet-Schemesch zu, immer auf derselben Straße, und brüllten immerfort und wichen weder zur Rechten noch zur Linken; und die Fürsten der Philister gingen ihnen nach bis zum Gebiet von Bet- Schemesch.

6,13 Die Leute von Bet-Schemesch aber schnitten eben den Weizen im Grund, und als sie ihre Augen aufhoben, sahen sie die Lade und freuten sich, sie zu sehen.

6,14 Der Wagen aber kam auf den Acker Yohushuas von Bet-Schemesch und stand dort still. Und dort lag ein großer Stein. Da spalteten sie das Holz des Wagens und opferten die Kühe Haschem zum Brandopfer.

6,15 Die Leviten aber hoben die Lade Haschem's herab samt dem Kästlein, das daneben stand und worin die Dinge aus Gold waren, und stellten sie auf den großen Stein. Und die Leute von Bet- Schemesch opferten Haschem am selben Tage Brandopfer und Schlachtopfer.

6,16 Als aber die fünf Fürsten der Philister das gesehen hatten, zogen sie am selben Tage wieder nach Ekron.

6,17 Dies sind die goldenen Beulen, die die Philister Haschem als Sühnegabe erstatteten: für Aschdod eine, für Gaza eine, für Aschkelon eine, für Gat eine und für Ekron eine;

6,18 und goldene Mäuse nach der Zahl aller Städte der Philister unter den fünf Fürsten, der festen Städte und der Dörfer. Und Zeuge ist der große Stein, auf den sie die Lade Haschem's gestellt hatten. Er liegt bis auf diesen Tag auf dem Acker Yohushuas von Bet-Schemesch.

6,19 Aber die Söhne Jechonjas freuten sich nicht mit den Leuten von Bet-Schemesch, daß sie die Lade Haschem's sahen. Und Haschem schlug unter ihnen siebzig Mann. Da trug das Volk Leid, daß er das Volk so hart geschlagen hatte.

6,20 Und die Leute von Bet-Schemesch sprachen: Wer kann bestehen vor Haschem? Und zu wem soll er von uns wegziehen?

6,21 Und sie sandten Boten zu den Bürgern von Kirjat-Jearim und ließen ihnen sagen: Die Philister haben die Lade Haschem's zurückgebracht; kommt herab und holt sie zu euch hinauf.

7. Kapitel

7,1 Da kamen die Leute von Kirjat-Jearim und holten die Lade Haschem's herauf und brachten sie ins Haus Abinadabs auf dem Hügel, und seinen Sohn Eleasar weihten sie, daß er über die Lade Haschem's wache.

7,2 Aber von dem Tage an, da die Lade Haschem's zu Kirjat-Jearim blieb, verging eine lange Zeit; es wurden zwanzig Jahre. Dann wandte sich das ganze Haus Israel zum Haschem.

7,3 Shmuel aber sprach zum ganzen Hause Israel: Wenn ihr euch von ganzem Herzen zu Haschem bekehren wollt, so tut von euch die fremden Götter und die Astarten und richtet euer Herz zu Haschem und dient ihm allein, so wird er euch erretten aus der Hand der Philister.

7,4 Da taten die Israeliten von sich die Baale und Astarten und dienten Haschem allein.

7,5 Shmuel aber sprach: Versammelt ganz Israel in Mizpa, daß ich für euch zum Haschem bete.

7,6 Und sie kamen zusammen in Mizpa und schöpften Wasser und gossen es aus vor Haschem und fasteten an demselben Tage und sprachen dort: Wir haben an Haschem gesündigt. So richtete Shmuel die Israeliten zu Mizpa.

7,7 Als aber die Philister hörten, daß die Israeliten zusammengekommen waren in Mizpa, zogen die Fürsten der Philister hinauf gegen Israel. Und die Israeliten hörten es und fürchteten sich vor den Philistern.

7,8 Und sie sprachen zu Shmuel : Laß nicht ab, für uns zu schreien zu Haschem , unserm AELOHIM, daß er uns helfe aus der Hand der Philister.

7,9 Shmuel nahm ein Milchlamm und opferte Haschem ein Brandopfer - als Ganzopfer - und schrie zum Haschem für Israel, und Haschem erhörte ihn.

7,10 Und während Shmuel das Brandopfer opferte, kamen die Philister heran zum Kampf gegen Israel. Aber Haschem ließ donnern mit großem Schall über die Philister am selben Tage und schreckte sie, daß sie vor Israel geschlagen wurden.

7,11 Da zogen die Männer Israels aus von Mizpa und jagten den Philistern nach und schlugen sie bis unterhalb von Bet-Kar.

7,12 Da nahm Shmuel einen Stein und stellte ihn auf zwischen Mizpa und Schen und nannte ihn «Eben-Eser»* und sprach: Bis hierher hat uns Haschem geholfen. *d. . Stein der Hilfe.

7,13 So wurden die Philister gedemütigt und kamen nicht mehr in das Gebiet Israels. Und die Hand Haschem's lag schwer auf den Philistern, solange Shmuel lebte.

7,14 Auch eroberte Israel die Städte zurück, die die Philister ihnen genommen hatten, von Ekron bis Gat samt ihrem Gebiet; die errettete Israel aus der Hand der Philister. Und Israel hatte Frieden mit den Amoritern.

7,15 Shmuel aber richtete Israel sein Leben lang

7,16 und zog Jahr für Jahr umher und kam nach Bethel und Gilgal und Mizpa. Und wenn er Israel an allen diesen Orten gerichtet hatte,

7,17 kam er wieder nach Rama - denn da war sein Haus -, und dort richtete er Israel. Auch baute er dort Haschem einen Altar.

8. Kapitel

8,1 Als aber Shmuel alt geworden war, setzte er seine Söhne als Richter über Israel ein.

8,2 Sein erstgeborener Sohn hieß Joel und der andere Abija, und sie waren Richter zu Beerscheba.

8,3 Aber seine Söhne wandelten nicht in seinen Wegen, sondern suchten ihren Vorteil und nahmen Geschenke und beugten das Recht.

8,4 Da versammelten sich alle Ältesten Israels und kamen nach Rama zu Shmuel

8,5 und sprachen zu ihm: Siehe, du bist alt geworden, und deine Söhne wandeln nicht in deinen Wegen. So setze nun einen König über uns, der uns richte, wie ihn alle Heiden haben.

8,6 Das mißfiel Shmuel , daß sie sagten: Gib uns einen König, der uns richte. Und Shmuel betete zum Haschem.

8,7 Haschem aber sprach zu Shmuel : Gehorche der Stimme des Volks in allem, was sie zu dir gesagt haben; denn sie haben nicht dich, sondern mich verworfen, daß ich nicht mehr König über sie sein soll.

8,8 Sie tun dir, wie sie immer getan haben von dem Tage an, da ich sie aus Ägypten führte, bis auf diesen Tag, daß sie mich verlassen und andern Göttern gedient haben.

8,9 So gehorche nun ihrer Stimme. Doch warne sie und verkünde ihnen das Recht des Königs, der über sie herrschen wird.

8,10 Und Shmuel sagte alle Worte Haschem's dem Volk, das von ihm einen König forderte,

8,11 und sprach: Das wird des Königs Recht sein, der über euch herrschen wird: Eure Söhne wird er nehmen für seinen Wagen und seine Gespanne, und daß sie vor seinem Wagen her laufen,

8,12 und zu Hauptleuten über tausend und über fünfzig, und daß sie ihm seinen Acker bearbeiten und seine Ernte einsammeln, und daß sie seine Kriegswaffen machen und was zu seinen Wagen gehört.

8,13 Eure Töchter aber wird er nehmen, daß sie Salben bereiten, kochen und backen.

8,14 Eure besten Äcker und Weinberge und Ölgärten wird er nehmen und seinen Großen geben.

8,15 Dazu von euren Kornfeldern und Weinbergen wird er den Zehnten nehmen und seinen Kämmerern und Großen geben.

8,16 Und eure Knechte und Mägde und eure besten Rinder und eure Esel wird er nehmen und in seinen Dienst stellen.

8,17 Von euren Herden wird er den Zehnten nehmen, und ihr müßt seine Knechte sein.

8,18 Wenn ihr dann schreien werdet zu der Zeit über euren König, den ihr euch erwählt habt, so wird euch Haschem zu derselben Zeit nicht erhören.

8,19 Aber das Volk weigerte sich, auf die Stimme Shmuel s zu hören, und sie sprachen: Nein, sondern ein König soll über uns sein,

8,20 daß wir auch seien wie alle Heiden, daß uns unser König richte und vor uns her ausziehe und unsere Kriege führe!

8,21 Und als Shmuel alle Worte des Volks gehört hatte, sagte er sie vor den Ohren Haschem's.

8,22 Haschem aber sprach zu Shmuel : Gehorche ihrer Stimme und mache ihnen einen König. Und Shmuel sprach zu den Männern Israels: Geht hin, ein jeder in seine Stadt.

9. Kapitel

9,1 Es war ein Mann von Benjamin, mit Namen Kisch, ein Sohn Abïls, des Sohnes Zerors, des Sohnes Bechorats, des Sohnes Afiachs, des Sohnes eines Benjaminiters, ein angesehener Mann.

9,2 Der hatte einen Sohn mit Namen Shaul; der war ein junger, schöner Mann, und es war niemand unter den Israeliten so schön wie er, eines Hauptes länger als alles Volk.

9,3 Es hatte aber Kisch, der Vater Shauls, die Eselinnen verloren. Und er sprach zu seinem Sohn Shaul: Nimm einen der Knechte mit dir, mach dich auf, geh hin und suche die Eselinnen.

9,4 Und sie gingen durch das Gebirge Ephraim und durch das Gebiet von Schalischa und fanden sie nicht; sie gingen durch das Gebiet von Schaalim, und sie waren nicht da; sie gingen durchs Gebiet von Benjamin und fanden sie nicht.

9,5 Als sie aber ins Gebiet von Zuf kamen, sprach Shaul zu dem Knecht, der bei ihm war: Komm, laß uns wieder heimgehen; mein Vater könnte sich sonst statt um die Eselinnen um uns sorgen.

9,6 Der aber sprach: Siehe, es ist ein berühmter Mann Haschem's in dieser Stadt; alles, was er sagt, das trifft ein. Nun laß uns dahin gehen; vielleicht sagt er uns unsern Weg, den wir gehen sollen.

9,7 Shaul aber sprach zu seinem Knecht: Wenn wir schon hingehen, was bringen wir dem Mann? Denn das Brot in unserm Sack ist verzehrt, und wir haben keine Gabe, die wir dem Mann Haschem's bringen könnten. Was haben wir sonst?

9,8 Der Knecht antwortete Shaul abermals und sprach: Siehe, ich hab einen Viertel- Silbertaler bei mir; den wollen wir dem Mann Haschem's geben, daß er uns unsern Weg sage.

9,9 Shaul sprach zu seinem Knecht: Du hast recht geredet; komm, laß uns gehen! Und als sie hingingen nach der Stadt, wo der Mann Haschem's war,

9,10 und den Aufgang zur Stadt hinaufstiegen, trafen sie Mädchen, die herausgingen, um Wasser zu schöpfen. Zu ihnen sprachen sie: Ist der Seher hier? -

9,11 Vorzeiten sagte man in Israel, wenn man ging, Haschem zu befragen: Kommt, laßt uns zu dem Seher gehen! Denn die man jetzt Propheten nennt, die nannte man vorzeiten Seher. -

9,12 Sie antworteten ihnen: Ja, er war gerade vor dir da; eile, denn er ist heute in die Stadt gekommen, weil das Volk heute ein Opferfest hat auf der Höhe.

9,13 Wenn ihr in die Stadt kommt, so werdet ihr ihn finden, ehe er hinaufgeht auf die Höhe, um zu essen. Denn das Volk wird nicht essen, bis er kommt; er segnet erst das Opfer, danach essen die, die geladen sind. Darum geht hinauf, denn jetzt werdet ihr ihn treffen.

9,14 Und als sie hinauf zur Stadt kamen und in die Stadt eintraten, siehe, da kam Shmuel heraus ihnen entgegen und wollte auf die Höhe gehen.

9,15 Aber Haschem hatte Shmuel das Ohr aufgetan einen Tag, bevor Shaul kam, und gesagt:

9,16 Morgen um diese Zeit will ich einen Mann zu dir senden aus dem Lande Benjamin, den sollst du zum Fürsten salben über mein Volk Israel, daß er mein Volk errette aus der Philister Hand. Denn ich habe das Elend meines Volks angesehen, und sein Schreien ist vor mich gekommen.

9,17 Als nun Shmuel Shaul sah, tat ihm Haschem kund: Siehe, das ist der Mann, von dem ich dir gesagt habe, daß er über mein Volk herrschen soll.

9,18 Da trat Shaul auf Shmuel zu im Tor und sprach: Sage mir, wo ist hier das Haus des Sehers?

9,19 Shmuel antwortete Shaul: Ich bin der Seher. Geh vor mir hinauf auf die Höhe, denn ihr sollt heute mit mir essen; morgen früh will ich dir das Geleit geben, und auf alles, was du auf dem Herzen hast, will ich dir Antwort geben. 9,20 Und um die Eselinnen, die du vor drei Tagen verloren hast, sorge dich jetzt nicht; sie sind gefunden. Wem gehört denn alles, was wertvoll ist in Israel? Gehört es nicht dir und dem ganzen Hause deines Vaters?

9,21 Shaul antwortete: Bin ich nicht ein Benjaminiter und aus einem der kleinsten Stämme Israels, und ist nicht mein Geschlecht das geringste unter allen Geschlechtern des Stammes Benjamin? Warum sagst du mir solches?

9,22 Shmuel aber nahm Shaul und seinen Knecht und führte sie in die Halle und setzte sie obenan unter die Geladenen; und das waren etwa dreißig Mann.

9,23 Und Shmuel sprach zu dem Koch: Gib das Stück her, das ich dir gab und dabei befahl, du solltest es bei dir zurückbehalten.

9,24 Da trug der Koch eine Keule auf und den Fettschwanz. Und er legte sie Shaul vor und sprach: Siehe, hier ist das Übriggebliebene, lege es vor dich hin und iß; denn als ich das Volk einlud, ist es für dich aufbewahrt worden für diese Stunde. So aß Shaul an jenem Tage mit Shmuel .

9,25 Und als sie hinabgegangen waren von der Höhe der Stadt, machten sie Shaul ein Lager auf dem Dach,

9,26 und er legte sich schlafen. Und als die Morgenröte aufging, rief Shmuel zum Dach hinauf und sprach zu Shaul: Steh auf, daß ich dich geleite! Und Shaul stand auf, und die beiden gingen miteinander hinaus, er und Shmuel .

9,27 Und als sie hinabkamen an das Ende der Stadt, sprach Shmuel zu Shaul: Sage dem Knecht, daß er uns vorangehe - und er ging voran -, du aber steh jetzt still, daß ich dir kundtue, was Haschem gesagt hat.

10. Kapitel

10,1 Da nahm Shmuel den Krug mit Öl und goß es auf sein Haupt und küßte ihn und sprach: Siehe, Haschem hat dich zum Fürsten über sein Erbteil gesalbt.

10,2 Wenn du jetzt von mir gehst, so wirst du zwei Männer finden bei dem Grabe Rahels an der Grenze Benjamins bei Zelzach; die werden zu dir sagen: Die Eselinnen sind gefunden, die du zu suchen ausgezogen bist; aber siehe, dein Vater hat die Esel nicht mehr im Sinn und sorgt sich um euch und spricht: Was soll ich wegen meines Sohnes tun?

10,3 Und wenn du von da weiter gehst, wirst du zur Eiche Tabor kommen; dort werden dich drei Männer treffen, die hinaufgehen zu Haschem nach Bethel. Einer trägt drei Böcklein, der andere drei Brote, der dritte einen Krug mit Wein.

10,4 Und sie werden dich freundlich grüßen und dir zwei Brote geben. Die sollst du von ihren Händen annehmen.

10,5 Danach wirst du nach Gibea kommen, wo die Wache der Philister ist; und wenn du dort in die Stadt kommst, wird dir eine Schar von Propheten begegnen, die von der Höhe herabkommen, und vor ihnen her Harfe und Pauke und Flöte und Zither, und sie werden in Verzückung sein.

10,6 Und der Geist Haschem's wird über dich kommen, daß du mit ihnen in Verzückung gerätst; da wirst du umgewandelt und ein anderer Mensch werden.

10,7 Wenn bei dir nun diese Zeichen eintreffen, so tu, was dir vor die Hände kommt; denn Haschem ist mit dir.

10,8 Du sollst aber vor mir hinabgehen nach Gilgal; siehe, da will ich zu dir hinabkommen, um Brandopfer und Dankopfer zu opfern. Sieben Tage sollst du warten, bis ich zu dir komme und dir kundtue, was du tun sollst.

10,9 Und als Shaul sich wandte, um von Shmuel wegzugehen, gab ihm Haschem ein anderes Herz, und alle diese Zeichen trafen ein an demselben Tag.

10,10 Und als sie nach Gibea kamen, siehe, da kam ihm eine Prophetenschar entgegen, und der Geist Haschem's geriet über ihn, daß er mit ihnen in Verzückung geriet.

10,11 Als sie sahen, daß er mit den Propheten in Verzückung war, sprachen alle, die ihn früher gekannt hatten, untereinander: Was ist mit dem Sohn des Kisch geschehen? Ist Shaul auch unter den Propheten?

10,12 Und einer von dort sprach: Wer ist denn schon ihr Vater? Daher ist das Sprichwort gekommen: Ist Shaul auch unter den Propheten?

10,13 Und als seine Verzückung aufgehört hatte, kam er nach Gibea.

10,14 Es sprach aber Shauls Oheim zu ihm und zu seinem Knecht: Wo seid ihr hingegangen? Er antwortete: Die Eselinnen zu suchen; und als wir sahen, daß sie nicht da waren, gingen wir zu Shmuel .

10,15 Da sprach der Oheim Shauls: Sage mir, was sagte euch Shmuel ?

10,16 Shaul antwortete seinem Oheim: Er sagte uns, daß die Eselinnen gefunden seien. Aber was Shmuel von dem Königtum gesagt hatte, sagte er ihm nicht.

10,17 Shmuel aber rief das Volk zusammen zum Haschem nach Mizpa

10,18 und sprach zu den Israeliten: So sagt der Haschem Israels: Ich habe Israel aus Mitzrayim geführt und euch aus der Hand der Mitzrites errettet und aus der Hand aller Königreiche, die euch bedrängten.

10,19 Ihr aber habt heute euren Haschem verworfen, der euch aus aller eurer Not und Bedrängnis geholfen hat, und habt gesprochen: Nein, setze vielmehr einen König über uns! Wohlan, so tretet nun vor den Haschem nach euren Stämmen und Tausendschaften!

10,20 Als nun Shmuel alle Stämme Israels herantreten ließ, fiel das Los auf den Stamm Benjamin.

10,21 Und als er den Stamm Benjamin herantreten ließ mit seinen Geschlechtern, fiel das Los auf das Geschlecht Matri, und als er das Geschlecht Matri herantreten ließ, Mann für Mann, fiel das Los auf Shaul, den Sohn des Kisch. Und sie suchten ihn, aber sie fanden ihn nicht.

10,22 Da befragten sie abermals Haschem: Ist denn der Mann überhaupt hergekommen? Haschem antwortete: Siehe, er hat sich bei dem Troß versteckt.

10,23 Da liefen sie hin und holten ihn von dort. Und als er unter das Volk trat, war er eines Hauptes länger als alles Volk.

10,24 Und Shmuel sprach zu allem Volk: Da seht ihr, wen Haschem erwählt hat; ihm ist keiner gleich im ganzen Volk. Da jauchzte das ganze Volk und sprach: Es lebe der König!

10,25 Shmuel aber tat dem Volk das Recht des Königtums kund und schrieb's in ein Buch und legte es vor Haschem nieder. Und Shmuel entließ das ganze Volk, einen jeden in sein Haus.

10,26 Auch Shaul ging heim nach Gibea, und mit ihm gingen die vom Heer, denen Haschem das Herz gerührt hatte.

10,27 Aber einige ruchlose Leute sprachen: Was soll der uns helfen? Und sie verachteten ihn und brachten ihm kein Geschenk. Aber er tat, als hörte er's nicht.

 

 
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