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Das Buch Shmuel Alef

DAS ERSTE BUCH SAMUEL

11. Kapitel

11,1 Es zog aber herauf Nahasch, der Ammoniter, und belagerte Jabesch in Gilead. Und alle Männer von Jabesch sprachen zu Nahasch: Schließ einen Bund mit uns, so wollen wir dir untertan sein.

11,2 Aber Nahasch, der Ammoniter, antwortete ihnen: Das soll der Bund sein, den ich mit euch schließen will, daß ich euch allen das rechte Auge aussteche und bringe damit Schmach über ganz Yisrael.

11,3 Da sprachen zu ihm die Ältesten von Jabesch: Gib uns sieben Tage, daß wir Boten in das ganze Gebiet Yisraels senden; ist dann niemand da, der uns rette, so wollen wir zu dir hinausgehen.

11,4 Da kamen die Boten nach Gibea Shauls und sagten diese Worte vor den Ohren des Volks. Da erhob das ganze Volk seine Stimme und weinte.

11,5 Und siehe, da kam Shaul vom Felde hinter den Rindern her und fragte: Was ist mit dem Volk, daß es weint? Da berichteten sie ihm die Worte der Männer von Jabesch.

11,6 Da geriet Haschem über Shaul, als er diese Worte hörte, und sein Zorn entbrannte sehr.

11,7 Und er nahm ein Paar Rinder und zerstückte sie und sandte davon in das ganze Gebiet Yisraels durch die Boten und ließ sagen: Wer nicht mit Shaul und Shmuel auszieht, mit dessen Rindern soll man ebenso tun. Da fiel der Schrecken Haschem's auf das Volk, so daß sie auszogen wie ein Mann.

11,8 Und er musterte sie bei Besek, und die von Yisrael waren dreihunderttausend Mann und die Männer Judas dreißigtausend.

11,9 Und er sagte den Boten, die gekommen waren: So sagt den Männern von Jabesch in Gilead: Morgen soll euch Hilfe werden, wenn die Sonne beginnt, heiß zu scheinen. Als die Boten heimkamen und das den Männern von Jabesch verkündeten, wurden diese froh.

11,10 Und die Männer von Jabesch ließen den Ammonitern sagen: Morgen wollen wir zu euch hinausgehen, daß ihr mit uns alles tut, was euch gefällt.

11,11 Aber am andern Morgen teilte Shaul das Volk in drei Heerhaufen, und sie kamen ins Lager um die Zeit der Morgenwache und schlugen die Ammoniter, bis der Tag heiß wurde; die aber übrigblieben, wurden zerstreut, so daß von ihnen nicht zwei beieinander blieben.

11,12 Da sprach das Volk zu Shmuel : Wer sind die, die gesagt haben: Sollte Shaul über uns herrschen? Gebt sie her, die Männer, daß wir sie töten.

11,13 Shaul aber sprach: Es soll an diesem Tage niemand sterben; denn Haschem hat heute Rettung gegeben in Yisrael.

11,14 Shmuel sprach zum Volk: Kommt, laßt uns nach Gilgal gehen und dort das Königtum erneuern.

11,15 Da ging das ganze Volk nach Gilgal, und sie machten Shaul dort zum König vor Haschem in Gilgal und opferten Dankopfer vor Haschem . Shaul aber und alle Männer Yisraels freuten sich dort gar sehr.

12. Kapitel

12,1 Da sprach Shmuel zu ganz Yisrael: Siehe, ich habe eurer Stimme gehorcht in allem, was ihr mir gesagt habt, und habe einen König über euch gesetzt.

12,2 Siehe, nun wird euer König vor euch herziehen; ich aber bin alt und grau geworden, und meine Söhne sind bei euch. Ich bin vor euch hergegangen von meiner Jugend an bis auf diesen Tag.

12,3 Hier stehe ich. Nun tretet gegen mich auf vor Haschem und seinem Gesalbten! Wessen Rind oder Esel hab ich genommen, wem hab ich Gewalt oder Unrecht getan? Aus wessen Hand hab ich ein Geschenk angenommen, um mir damit die Augen blenden zu lassen? Ich will's euch zurückgeben.

12,4 Sie sprachen: Du hast uns weder Gewalt noch Unrecht getan und von niemand etwas genommen.

12,5 Er sprach zu ihnen: Haschem ist euch gegenüber Zeuge und heute auch sein Gesalbter, daß ihr nichts in meiner Hand gefunden habt. Sie sprachen: Ja, Zeuge sollen sie sein.

12,6 Und Shmuel sprach zum Volk: Haschem ist's, der Moshe und Aaron eingesetzt und eure Väter aus Mitzrayim geführt hat.

12,7 So tretet nun her, daß ich mit euch rechte vor Haschem wegen aller Wohltaten Haschem's, die er an euch und euren Vätern getan hat.

12,8 Als Yaaqov nach Mitzrayim gekommen war, schrien eure Väter zu Haschem, und Haschem sandte Moshe und Aaron, um eure Väter aus Mitzrayim zu führen und sie in diesem Land wohnen zu lassen.

12,9 Aber als sie Haschem vergaßen, verkaufte er sie in die Hand Siseras, des Feldhauptmanns von Hazor, und in die Hand der Philister und in die Hand des Königs von Moab; die kämpften gegen sie.

12,10 Und sie schrien zum Haschem und sprachen: Wir haben gesündigt, daß wir Haschem verlassen und den Baalen und den Astarten gedient haben; nun aber errette uns aus der Hand unserer Feinde, so wollen wir dir dienen.

12,11 Da sandte Haschem Jerubbaal, Barak, Jeftah und Shmuel und errettete euch aus der Hand eurer Feinde ringsum und ließ euch sicher wohnen.

12,12 Als ihr aber saht, daß Nahasch, der König der Ammoniter, gegen euch zog, spracht ihr zu mir: Nein, sondern ein König soll über uns herrschen, obwohl doch Haschem, euer König ist.

12,13 Nun, da ist euer König, den ihr erwählt und erbeten habt; denn siehe, Haschem hat einen König über euch gesetzt.

12,14 Möchtet ihr doch Haschem fürchten und ihm dienen und seiner Stimme gehorchen und dem Munde Haschem's nicht ungehorsam sein, und möchtet ihr und euer König, der über euch herrscht, Haschem, folgen!

12,15 Werdet ihr aber der Stimme Haschem's nicht gehorchen, sondern seinem Munde ungehorsam sein, so wird die Hand Haschem's gegen euch sein wie gegen eure Väter.

12,16 So tretet nun herzu und seht, was Haschem Großes vor euren Augen tun wird.

12,17 Ist nicht jetzt die Weizenernte? Ich will aber Haschem anrufen, daß er soll donnern und regnen lassen, damit ihr innewerdet und seht, daß ihr getan habt, was Haschem mißfiel, als ihr euch einen König erbeten habt.

12,18 Und als Shmuel Haschem anrief, ließ Haschem donnern und regnen an demselben Tage. Da fürchtete das ganze Volk Haschem und Shmuel gar sehr

12,19 und sprach zu Shmuel : Bitte für deine Knechte Haschem, daß wir nicht sterben; denn zu allen unsern Sünden haben wir noch das Unrecht getan, daß wir uns einen König erbeten haben.

12,20 Shmuel aber sprach zum Volk: Fürchtet euch nicht! Ihr habt zwar all das Unrecht getan, doch weicht nicht vom Haschem ab, sondern dienet Haschem von ganzem Herzen

12,21 und folgt nicht den nichtigen Götzen nach; denn sie nützen nicht und können nicht erretten, weil sie nichtig sind.

12,22 Haschem verstößt sein Volk nicht um seines großen Namens willen; denn es hat Haschem gefallen, euch zu seinem Volk zu machen.

12,23 Es sei aber auch ferne von mir, mich an Haschem dadurch zu versündigen, daß ich davon abließe, für euch zu beten und euch zu lehren den guten und richtigen Weg!

12,24 Nur fürchtet Haschem und dienet ihm treu von ganzem Herzen; denn seht doch, wie große Dinge er an euch getan hat.

12,25 Werdet ihr aber Unrecht tun, so werdet ihr und euer König verloren sein.

13. Kapitel

13,1 Shaul war. . . Jahre alt, als er König wurde, und zwei Jahre* regierte er über Yisrael. *Die Angabe über das Alter Shauls ist ausgefallen; für die Regierungszeit Shauls finden sich verschiedene 13,21.

13,2 Er erwählte sich dreitausend Mann aus Yisrael. Zweitausend waren mit Shaul in Michmas und auf dem Gebirge von Bethel und eintausend mit Yonathan zu Gibea in Benjamin. Das übrige Volk aber entließ er, einen jeden in sein Zelt.

13,3 Da erschlug aYonathan die Wache der Philister, die in Gibea war; und die Philister hörten, daß die Hebräer abgefallen waren. Shaul aber hatte die Posaune blasen lassen im ganzen Land.

13,4 Und ganz Yisrael hörte: Shaul hat die Wache der Philister erschlagen, und Yisrael hat sich in Verruf gebracht bei den Philistern. Und alles Volk wurde zusammengerufen, um Shaul nach Gilgal zu folgen.

13,5 Da sammelten sich die Philister zum Kampf mit Yisrael, dreitausend Wagen, sechstausend Gespanne und Fußvolk, so viel wie Sand am Ufer des Meeres, und zogen herauf und lagerten sich bei Michmas, östlich von Bet-Awen.

13,6 Als aber die Männer Yisraels sahen, daß das Volk in Gefahr und Bedrängnis war, verkrochen sie sich in die Höhlen und Klüfte und Felsen und Gewölbe und Gruben.

13,7 Es gingen aber auch Hebräer durch die Furten des Jordans ins Land Gad und Gilead. Shaul aber war noch in Gilgal; und alles Volk, das ihm folgte, war voll Angst.

13,8 Da wartete er sieben Tage bis zu der Zeit, die von Shmuel bestimmt war. Und als Shmuel nicht nach Gilgal kam, begann das Volk von Shaul wegzulaufen.

13,9 Da sprach er: Bringt mir her das Brandopfer und die Dankopfer. Und er brachte das Brandopfer dar.

13,10 Als er aber das Brandopfer vollendet hatte, siehe, da kam Shmuel . Da ging Shaul ihm entgegen, um ihm den Segensgruß zu entbieten.

13,11 Shmuel aber sprach: Was hast du getan? Shaul antwortete: Ich sah, daß das Volk von mir wegzulaufen begann, und du kamst nicht zur bestimmten Zeit, während doch die Philister sich schon in Michmas versammelt hatten.

13,12 Da dachte ich: Nun werden die Philister zu mir herabkommen nach Gilgal, und ich habe die Gnade Haschem's noch nicht gesucht; da wagte ich's und opferte Brandopfer.

13,13 Shmuel aber sprach zu Shaul: Du hast töricht gehandelt und nicht gehalten das Gebot Haschem's, das er dir geboten hat. Er hätte dein Königtum bestätigt über Yisrael für und für.

13,14 Aber nun wird dein Königtum nicht bestehen. Haschem hat sich einen Mann gesucht nach seinem Herzen, und Haschem hat ihn bestellt zum Fürsten über sein Volk; denn du hast das Gebot Haschem's nicht gehalten.

13,15 Und Shmuel machte sich auf und ging von Gilgal hinauf und zog seines Weges. Die Übrigen vom Volk aber zogen hinter Shaul her dem Kriegsvolk entgegen von Gilgal hinauf nach Gibea in Benjamin. Und Shaul musterte das Volk, das bei ihm war, etwa sechshundert Mann.

13,16 Und Shaul und sein Sohn Yonathan und das Volk, das bei ihnen war, blieben in Gibea in Benjamin. Die Philister aber hatten sich gelagert bei Michmas.

13,17 Da zogen aus dem Lager der Philister drei Heerhaufen, das Land zu verheeren. Einer wandte sich in Richtung auf Ofra ins Gebiet von Schual;

13,18 der andere wandte sich in Richtung auf Bet-Horon; der dritte wandte sich in Richtung auf das Gebiet, das nach dem Tal Zeboïm der Wüste zu gelegen ist.

13,19 Es war aber kein Schmied im ganzen Lande Yisrael zu finden; denn die Philister dachten, die Hebräer könnten sich Schwert und Spieß machen.

13,20 Und ganz Yisrael mußte hinabziehen zu den Philistern, wenn jemand eine Pflugschar, Hacke, Beil oder Sense zu schärfen hatte.

13,21 Das Schärfen aber geschah für ein Zweidrittellot Silber bei Pflugscharen, Hacken, Gabeln, Beilen und um die Stacheln gerade zu machen.

13,22 Als nun der Tag des Kampfes kam, wurde kein Schwert noch Spieß gefunden in der Hand des ganzen Volks, das mit Shaul und Yonathan war; nur Shaul und sein Sohn hatten Waffen.

13,23 Aber eine Wache der Philister zog heran gegen den engen Weg von Michmas.

14. Kapitel

14,1 Es begab sich eines Tages, daß Yonathan, der Sohn Shauls, zu seinem Waffenträger sprach: Komm, laß uns hinübergehen zu der Wache der Philister, die da drüben ist. Aber seinem Vater sagte er nichts.

14,2 Shaul aber saß am Rande des Gebietes von Gibea unter dem Granatapfelbaum, der in Migron steht; und die Leute bei ihm waren etwa sechshundert Mann.

14,3 Und Ahija, der Sohn Ahitubs, des Bruders Ikabods, des Sohnes des Pinhas, des Sohnes Elis, des Cohen Haschem's zu Silo, trug den Cohen schurz. Das Volk wußte aber nicht, daß Yonathan weggegangen war.

14,4 Es waren aber an dem engen Wege, wo Yonathan hinüberzugehen suchte zu der Wache der Philister, zwei Felsklippen, die eine diesseits, die andere jenseits; die eine hieß Bozez, die andere Senne.

14,5 Die eine Felsklippe stand im Norden gegenüber Michmas und die andere im Süden gegenüber Geba.

14,6 Und Yonathan sprach zu seinem Waffenträger: Komm, laß uns hinübergehen zu der Wache dieser Unbeschnittenen! Vielleicht wird Haschem etwas für uns tun, denn es ist Haschem nicht schwer, durch viel oder wenig zu helfen.

14,7 Da antwortete ihm sein Waffenträger: Tu alles, was in deinem Herzen ist; geh nur hin! Siehe, ich bin mit dir, wie dein Herz will.

14,8 Yonathan sprach: Wohlan, wir gehen zu den Männern hinüber und zeigen uns ihnen.

14,9 Werden sie dann zu uns sagen: Steht still, bis wir zu euch herankommen!, so wollen wir an unserm Ort stehenbleiben und nicht zu ihnen hinaufgehen.

14,10 Werden sie aber sagen: Kommt zu uns herauf!, so wollen wir zu ihnen hinaufsteigen; dann hat sie Haschem in unsere Hände gegeben. Das soll uns zum Zeichen sein.

14,11 Als sie sich nun beide der Wache der Philister zeigten, sprachen die Philister: Siehe, die Hebräer sind aus den Löchern hervorgekommen, in die sie sich verkrochen hatten.

14,12 Und die Männer der Wache riefen Yonathan und seinem Waffenträger zu und sprachen: Kommt herauf zu uns, so wollen wir's euch schon lehren! Da sprach Yonathan zu seinem Waffenträger: Steig mir nach! Haschem hat sie in die Hände Yisraels gegeben.

14,13 Und Yonathan kletterte mit Händen und Füßen hinauf und sein Waffenträger ihm nach. Da fielen sie zu Boden vor Yonathan, und sein Waffenträger hinter ihm tötete sie.

14,14 So traf der erste Schlag, den Yonathan und sein Waffenträger taten, ungefähr zwanzig Mann etwa auf einer halben Hufe Acker, die ein Joch Rinder pflügt.

14,15 Und es entstand ein Schrecken im Lager und auf dem freien Felde; und das ganze Kriegsvolk, die Wache und die streifenden Rotten erschraken; und die Erde erbebte. Und so geschah eine große Furcht vor Haschem.

14,16 Und die Wächter Shauls zu Gibea in Benjamin sahen, wie das Getümmel der Philister hin und her wogte.

14,17 Da sprach Shaul zu dem Volk, das bei ihm war: Zählt und seht, wer von uns weggegangen ist! Und als sie zählten, siehe, da waren Yonathan und sein Waffenträger nicht da.

14,18 Da sprach Shaul zu Ahija: Bringe den Efod herbei! Denn er trug den Efod in jener Zeit vor Yisrael.

14,19 Und als Shaul noch mit dem Cohen redete, wurde das Getümmel im Lager der Philister immer größer. Und Shaul sprach zum Cohen : Laß es sein!

14,20 Und Shaul und das ganze Volk, das bei ihm war, sammelten sich und kamen zum Kampfplatz. Und siehe, da ging eines jeden Schwert gegen den andern, und es war ein sehr großes Getümmel.

14,21 Auch die Hebräer, die vorher bei den Philistern gewesen und mit ihnen ins Feld gezogen waren, gingen über zu denen von Yisrael, die mit Shaul und Yonathan waren.

14,22 Und als alle Männer von Yisrael, die sich auf dem Gebirge Ephraim verkrochen hatten, hörten, daß die Philister flohen, jagten sie hinter ihnen her im Kampf.

14,23 So half Haschem Yisrael an diesem Tage. Und der Kampf breitete sich aus bis Bet- Awen.

14,24 Und als die Männer Yisraels in Bedrängnis kamen an jenem Tage, belegte Shaul das Volk mit seinem Fluch und schwor: Verflucht sei jedermann, der etwas ißt bis zum Abend, bis ich mich an meinen Feinden räche! Da aß das ganze Volk nichts.

14,25 Es waren aber Honigwaben auf dem Felde,

14,26 und als das Volk hinkam zu den Waben, siehe, da floß der Honig. Aber niemand nahm davon etwas mit der Hand in seinen Mund; denn das Volk fürchtete den Schwur.

14,27 Yonathan aber hatte nicht gehört, daß sein Vater das Volk mit einem Schwur belegt hatte. Und er streckte seinen Stab aus, den er in seiner Hand hatte, und tauchte die Spitze in den Honigseim und führte seine Hand zum Munde; da strahlten seine Augen.

14,28 Da hob einer aus dem Volk an und sprach: Dein Vater hat das Volk mit einem Fluch belegt und geschworen: Verflucht sei jedermann, der heute etwas ißt! So ist das Volk nun matt geworden.

14,29 Da sprach Yonathan: Mein Vater bringt das Land ins Unglück; seht, wie strahlend sind meine Augen geworden, weil ich ein wenig von diesem Honig gekostet habe.

14,30 Fürwahr, hätte doch das Volk heute gegessen von der Beute seiner Feinde, die es gemacht hat! Wäre dann die Niederlage der Philister nicht noch größer geworden?

14,31 Sie schlugen aber die Philister an jenem Tage von Michmas bis nach Ajalon. Und das Volk wurde sehr matt.

14,32 Und das Volk fiel über die Beute her, und sie nahmen Schafe und Rinder und Kälber und schlachteten sie, daß das Blut auf die Erde floß, und aßen das Fleisch über dem Blut.

14,33 Da sagte man Shaul: Siehe, das Volk versündigt sich am Haschem; denn es ißt das Fleisch über dem Blut. Er sprach: Ihr habt gefrevelt; wälzt her zu mir einen großen Stein.

14,34 Und Shaul sprach weiter: Zerstreut euch unter das Volk und sagt ihnen, daß ein jeder seinen Stier und sein Schaf zu mir bringen soll, und schlachtet's hier und esset, damit ihr euch nicht an Haschem versündigt mit dem Essen über dem Blut. Da brachte alles Volk, ein jeder, was er hatte, noch in der Nacht herzu, und sie schlachteten es dort.

14,35 Und Shaul baute Haschem einen Altar. Das war der erste Altar, den er Haschem baute.

14,36 Und Shaul sprach: Laßt uns noch in der Nacht hinabziehen den Philistern nach und sie berauben, bis es lichter Morgen wird, und laßt niemand von ihnen übrig. Sie antworteten: Tu alles, was dir gefällt! Aber der Cohen sprach: So laßt uns erst hierher vor Haschem treten.

14,37 Und Shaul befragte Haschem: Soll ich hinabziehen den Philistern nach? Willst du sie in Yisraels Hände geben? Aber er antwortete ihm an diesem Tage nicht.

14,38 Da sprach Shaul: Laßt herzutreten alle Obersten des Volks und forschet und seht, an wem heute die Schuld liegt.

14,39 Denn so wahr Haschem lebt, der Retter Yisraels: auch wenn sie bei meinem Sohn Yonathan wäre, so soll er sterben! Aber niemand aus dem ganzen Volk antwortete ihm.

14,40 Und er sprach zu ganz Yisrael: Tretet ihr auf die eine Seite, ich und mein Sohn Yonathan wollen auf die andere Seite treten. Das Volk sprach zu Shaul: Tu, was dir gefällt.

14,41 Und Shaul sprach zum Haschem: Haschem Yisraels, warum hast du deinem Knecht heute nicht geantwortet? Liegt die Schuld bei mir oder bei meinem Sohn Yonathan, Haschem, Yisraels, so gib das Los «Licht»; liegt die Schuld aber an deinem Volk Yisrael, so gib das Los «Recht». Da fiel das Los auf Yonathan und Shaul, aber das Volk ging frei aus.

14,42 Shaul sprach: Werft das Los über mich und meinen Sohn Yonathan! Da fiel das Los auf Yonathan.

14,43 Und Shaul sprach zu Yonathan: Sage mir, was hast du getan? Yonathan sagte es ihm und sprach: Ich habe ein wenig Honig gekostet mit der Spitze des Stabes, den ich in meiner Hand hatte; siehe, ich bin bereit zu sterben.

14,44 Da sprach Shaul: Haschem tue mir dies und das; Yonathan, du mußt des Todes sterben!

14,45 Aber das Volk sprach zu Shaul: Sollte Yonathan sterben, der Großes in Yisrael vollbracht hat? Das sei ferne! So wahr Haschem lebt: es soll kein Haar von seinem Haupt auf die Erde fallen, denn Haschem hat heute durch ihn geholfen. Und so löste das Volk Yonathan aus, so daß er nicht sterben mußte.

14,46 Aber Shaul ließ von den Philistern ab und zog hinauf, und die Philister zogen in ihr Land.

14,47 Als Shaul die Königsherrschaft über Yisrael erlangt hatte, kämpfte er gegen alle seine Feinde ringsumher: gegen die Moabiter, die Ammoniter, die Edomiter, gegen die Könige Zobas und gegen die Philister. Und wo er sich hinwandte, da gewann er den Sieg.

14,48 Und er vollbrachte tapfere Taten und schlug die Amalekiter und errettete Yisrael aus der Hand aller, die es ausplünderten.

14,49 Shauls Söhne waren: Yonathan, Jischwi, Malkischua. Und seine zwei Töchter hießen: die erstgeborene Merab und die jüngere Michal.

14,50 Und Shauls Frau hieß Ahinoam und war eine Tochter des Ahimaaz. Und sein Feldhauptmann hieß Abner, ein Sohn Ners, der Shauls Oheim war.

14,51 Kisch, Shauls Vater, und Ner, Abners Vater, waren Söhne Abïls.

14,52 Es war aber der Krieg gegen die Philister schwer, solange Shaul lebte. Und wo Shaul einen tapferen und rüstigen Mann sah, den nahm er in seinen Dienst.

15. Kapitel

15,1 Shmuel sprach zu Shaul: Haschem hat mich gesandt, daß ich dich zum König salben sollte über sein Volk Yisrael; so höre nun auf die Worte Haschem's !

15,2 So spricht Haschem: Ich habe bedacht, was Amalek Yisrael angetan und wie es ihm den Weg verlegt hat, als Yisrael aus Mitzrayim zog.

15,3 So zieh nun hin und schlag Amalek und vollstrecke den Bann an ihm und an allem, was es hat; verschone sie nicht, sondern töte Mann und Frau, Kinder und Säuglinge, Rinder und Schafe, Kamele und Esel.

15,4 Da bot Shaul das Volk auf, und er musterte sie zu Telem: zweihunderttausend Mann Fußvolk und zehntausend Mann aus Juda.

15,5 Und als Shaul zu der Stadt der Amalekiter kam, legte er einen Hinterhalt im Tal.

15,6 Und Shaul ließ den Kenitern sagen: Geht, weicht und zieht weg von den Amalekitern, daß ich euch nicht mit ihnen aufreibe; denn ihr tatet Barmherzigkeit an allen Yisraeliten, als sie aus Mitzrayim zogen. Da zogen die Keniter fort von den Amalekitern.

15,7 Da schlug Shaul die Amalekiter von Hawila bis nach Schur, das vor Mitzrayim liegt,

15,8 und nahm Agag, den König von Amalek, lebendig gefangen, und an allem Volk vollstreckte er den Bann mit der Schärfe des Schwerts.

15,9 Aber Shaul und das Volk verschonten Agag und die besten Schafe und Rinder und das Mastvieh und die Lämmer und alles, was von Wert war, und sie wollten den Bann daran nicht vollstrecken; was aber nichts taugte und gering war, daran vollstreckten sie den Bann.

15,10 Da geschah Haschem's Wort zu Shmuel :

15,11 Es reut mich, daß ich Shaul zum König gemacht habe; denn er hat sich von mir abgewandt und meine Befehle nicht erfüllt. Darüber wurde Shmuel zornig und schrie zu Haschem die ganze Nacht.

15,12 Und Shmuel machte sich früh auf, um Shaul am Morgen zu begegnen. Und ihm wurde angesagt, daß Shaul nach Karmel gekommen sei und sich ein Siegeszeichen aufgerichtet habe und weitergezogen und nach Gilgal hinabgekommen sei.

15,13 Als nun Shmuel zu Shaul kam, sprach Shaul zu ihm: Gesegnet seist du vom Haschem! Ich habe Haschem's Wort erfüllt.

15,14 Shmuel antwortete: Und was ist das für ein Blöken von Schafen, das zu meinen Ohren kommt, und ein Brüllen von Rindern, das ich höre?

15,15 Shaul sprach: Von den Amalekitern hat man sie gebracht; denn das Volk verschonte die besten Schafe und Rinder, um sie zu opfern Haschem; an dem andern haben wir den Bann vollstreckt.

15,16 Shmuel aber antwortete Shaul: Halt ein, ich will dir sagen, was Haschem mit mir diese Nacht geredet hat. Er sprach: Sag an!

15,17 Shmuel sprach: Ist's nicht so: Obschon du vor dir selbst gering warst, so bist du doch das Haupt der Stämme Yisraels; denn Haschem hat dich zum König über Yisrael gesalbt.

15,18 Und Haschem sandte dich auf den Weg und sprach: Zieh hin und vollstrecke den Bann an den Frevlern, den Amalekitern, und kämpfe mit ihnen, bis du sie vertilgt hast!

15,19 Warum hast du der Stimme Haschem's nicht gehorcht, sondern hast dich an die Beute gemacht und getan, was Haschem mißfiel?

15,20 Shaul antwortete Shmuel : Ich habe doch der Stimme Haschem's gehorcht und bin den Weg gezogen, den mich Haschem sandte, und habe Agag, den König von Amalek, hergebracht und an den Amalekitern den Bann vollstreckt.

15,21 Aber das Volk hat von der Beute genommen Schafe und Rinder, das Beste vom Gebannten, um es Haschem, zu opfern in Gilgal.

15,22 Shmuel aber sprach: Meinst du, daß Haschem Gefallen habe am Brandopfer und Schlachtopfer gleichwie am Gehorsam gegen die Stimme Haschem's ? Siehe, Gehorsam ist besser als Opfer und Aufmerken besser als das Fett von Widdern.

15,23 Denn Ungehorsam ist Sünde wie Zauberei, und Widerstreben ist wie Abgötterei und Götzendienst. Weil du Haschem's Wort verworfen hast, hat er dich auch verworfen, daß du nicht mehr König seist.

15,24 Da sprach Shaul zu Shmuel : Ich habe gesündigt, daß ich Haschem's Befehl und deine Worte übertreten habe; denn ich fürchtete das Volk und gehorchte seiner Stimme.

15,25 Und nun, vergib mir die Sünde und kehre mit mir um, daß ich Haschem anbete.

15,26 Shmuel sprach zu Shaul: Ich will nicht mit dir umkehren; denn du hast Haschem's Wort verworfen, und Haschem hat dich auch verworfen, daß du nicht mehr König über Yisrael seist.

15,27 Und als sich Shmuel umwandte, um wegzugehen, ergriff ihn Shaul bei einem Zipfel seines Rocks; aber der riß ab.

15,28 Da sprach Shmuel zu ihm: Haschem hat das Königtum Yisraels heute von dir gerissen und einem andern gegeben, der besser ist als du.

15,29 Auch lügt der nicht, der Yisraels Ruhm ist, und es gereut ihn nicht; denn er ist nicht ein Mensch, daß ihn etwas gereuen könnte.

15,30 Shaul aber sprach: Ich habe gesündigt; aber ehre mich doch jetzt vor den Ältesten meines Volks und vor Yisrael und kehre mit mir um, daß ich Haschem, anbete.

15,31 Da kehrte Shmuel um und folgte Shaul, und Shaul betete Haschem an.

15,32 Und Shmuel sprach: Bringt Agag, den König von Amalek, zu mir! Und Agag ging hin zu ihm zitternd und sprach: Fürwahr, bitter ist der Tod!

15,33 Shmuel aber sprach: Wie dein Schwert Frauen ihrer Kinder beraubt hat, so soll auch deine Mutter der Kinder beraubt sein unter den Frauen. Und Shmuel hieb den Agag in Stücke vor Haschem in Gilgal.

15,34 Und Shmuel ging hin nach Rama; Shaul aber zog hinauf in sein Haus zu Gibea Shauls.

15,35 Und Shmuel sah Shaul fortan nicht mehr bis an den Tag seines Todes. Aber doch trug Shmuel Leid um Shaul, weil es Haschem gereut hatte, daß er Shaul zum König über Yisrael gemacht hatte.

16. Kapitel

16,1 Und Haschem sprach zu Shmuel : Wie lange trägst du Leid um Shaul, den ich verworfen habe, daß er nicht mehr König sei über Yisrael? Fülle dein Horn mit Öl und geh hin: ich will dich senden zu dem Bethlehemiter Isai; denn unter seinen Söhnen hab ich mir einen zum König ersehen.

16,2 Shmuel aber sprach: Wie kann ich hingehen? Shaul wird's erfahren und mich töten. Haschem sprach: Nimm eine junge Kuh mit dir und sprich: Ich bin gekommen, Haschem zu opfern.

16,3 Und du sollst Isai zum Opfer laden. Da will ich dich wissen lassen, was du tun sollst, daß du mir den salbest, den ich dir nennen werde.

16,4 Shmuel tat, wie ihm Haschem gesagt hatte, und kam nach Bethlehem. Da entsetzten sich die Ältesten der Stadt und gingen ihm entgegen und sprachen: Bedeutet dein Kommen Erlösung?

16,5 Er sprach: Ja, es bedeutet Erlösung! Ich bin gekommen, Haschem zu opfern; reinigt euch und kommt mit mir zum Opfer. Und er segnete den Isai und seine Söhne und lud sie zum Opfer.

16,6 Als sie nun kamen, sah er den Eliab an und dachte: Fürwahr, da steht vor Haschem sein Gesalbter.

16,7 Aber Haschem sprach zu Shmuel : Sieh nicht an sein Aussehen und seinen hohen Wuchs; ich habe ihn verworfen. Denn nicht sieht Haschem auf das, worauf ein Mensch sieht. Ein Mensch sieht, was vor Augen ist; Haschem aber sieht das Herz an.

16,8 Da rief Isai den Abinadab und ließ ihn an Shmuel vorübergehen. Und er sprach: Auch diesen hat Haschem nicht erwählt.

16,9 Da ließ Isai vorübergehen Schamma. Er aber sprach: Auch diesen hat Haschem nicht erwählt.

16,10 So ließ Isai seine sieben Söhne an Shmuel vorübergehen; aber Shmuel sprach zu Isai: Haschem hat keinen von ihnen erwählt.

16,11 Und Shmuel sprach zu Isai: Sind das die Knaben alle? Er aber sprach: Es ist noch übrig der jüngste; siehe, er hütet die Schafe. Da sprach Shmuel zu Isai: Sende hin und laß ihn holen; denn wir werden uns nicht niedersetzen, bis er hierherkommt.

16,12 Da sandte er hin und ließ ihn holen. Und er war bräunlich, mit schönen Augen und von guter Gestalt. Und Haschem sprach: Auf, salbe ihn, denn der ist's.

16,13 Da nahm Shmuel sein Ölhorn und salbte ihn mitten unter seinen Brüdern. Und der Ruach Haschem's geriet über David von dem Tag an und weiterhin. Shmuel aber machte sich auf und ging nach Rama.

16,14 Da wich Haschem von Shaul, und es ängstigte ihn.

16,15 Da sprachen die Großen Shauls zu ihm: Siehe, ein böser Ruach Haschem'S ängstigt dich.

16,16 Unser Herr befehle nun seinen Knechten, die vor ihm stehen, daß sie einen Mann suchen, der auf der Harfe gut spielen kann, damit er mit seiner Hand darauf spiele, wenn der böse Ruach Haschem's über dich kommt, und es besser mit dir werde.

16,17 Da sprach Shaul zu seinen Leuten: Seht euch um nach einem Mann, der des Saitenspiels kundig ist, und bringt ihn zu mir.

16,18 Da antwortete einer der jungen Männer und sprach: Ich habe gesehen einen Sohn Isais, des Bethlehemiters, der ist des Saitenspiels kundig, ein tapferer Mann und tüchtig zum Kampf, verständig in seinen Reden und schön gestaltet, und Haschem ist mit ihm.

16,19 Da sandte Shaul Boten zu Isai und ließ ihm sagen: Sende zu mir deinen Sohn David, der bei den Schafen ist.

16,20 Da nahm Isai einen Esel und Brot und einen Schlauch Wein und ein Ziegenböcklein und sandte es Shaul durch seinen Sohn David.

16,21 So kam David zu Shaul und diente vor ihm. Und Shaul gewann ihn sehr lieb, und er wurde sein Waffenträger.

16,22 Und Shaul sandte zu Isai und ließ ihm sagen: Laß David mir dienen, denn er hat Gnade gefunden vor meinen Augen.

16,23 Sooft nun der böse Ruach von Haschem über Shaul kam, nahm David die Harfe und spielte darauf mit seiner Hand. So wurde es Shaul leichter, und es ward besser mit ihm, und der böse Ruach wich von ihm.

17. Kapitel

17,1 Die Philister sammelten ihre Heere zum Kampf und kamen zusammen bei Socho in Juda und lagerten sich zwischen Socho und Aseka bei Efes- Dammim.

17,2 Und Shaul und die Männer Yisraels kamen zusammen und lagerten sich im Eichgrund und rüsteten sich zum Kampf gegen die Philister.

17,3 Und die Philister standen auf einem Berge jenseits und die Yisraeliten auf einem Berge diesseits, so daß das Tal zwischen ihnen war.

17,4 D trat aus den Reihen der Philister ein Riese* heraus mit Namen Goliat aus Gat, sechs Ellen und eine Handbreit groß. *Wörtlich: Vorkämpfer zwischen den Fronten.

17,5 Der hatte einen ehernen Helm auf seinem Haupt und einen Schuppenpanzer an, und das Gewicht seines Panzers war fünftausend Lot Erz,

17,6 und hatte eherne Schienen an seinen Beinen und einen ehernen Wurfspieß auf seiner Schulter.

17,7 Und der Schaft seines Spießes war wie ein Weberbaum, und die eiserne Spitze seines Spießes wog sechshundert Lot, und sein Schildträger ging vor ihm her.

17,8 Und er stellte sich hin und rief dem Heer Yisraels zu: Was seid ihr ausgezogen, euch zum Kampf zu rüsten? Bin ich nicht ein Philister und ihr Shauls Knechte? Erwählt einen unter euch, der zu mir herabkommen soll.

17,9 Vermag er gegen mich zu kämpfen und erschlägt er mich, so wollen wir eure Knechte sein; vermag ich aber über ihn zu siegen und erschlage ich ihn, so sollt ihr unsere Knechte sein und uns dienen.

17,10 Und der Philister sprach: Ich habe heute dem Heere Yisraels hohngesprochen, als ich sagte: Gebt mir einen Mann und laßt uns miteinander kämpfen.

17,11 Als Shaul und ganz Yisrael diese Rede des Philisters hörten, entsetzten sie sich und fürchteten sich sehr.

17,12 David aber war der Sohn jenes Efratiters aus Bethlehem in Juda, der Isai hieß. Der hatte acht Söhne und war zu Shauls Zeiten schon zu alt, um unter die Kriegsleute zu gehen.

17,13 Aber die drei ältesten Söhne Isais waren mit Shaul in den Krieg gezogen, und sie hießen: Eliab, der erstgeborene, Abinadab, der zweite, und Schamma, der dritte.

17,14 Und David war der jüngste; die drei ältesten aber waren Shaul gefolgt.

17,15 Und David ging ab und zu von Shaul hinweg nach Bethlehem, um die Schafe seines Vaters zu hüten.

17,16 Aber der Philister kam heraus frühmorgens und abends und stellte sich hin, vierzig Tage lang.

17,17 Isai aber sprach zu seinem Sohn David: Nimm für deine Brüder diesen Scheffel geröstete Körner und diese zehn Brote und bringe sie eilends ins Lager zu deinen Brüdern;

17,18 und diese zehn frischen Käse bringe dem Hauptmann und sieh nach deinen Brüdern, ob's ihnen gut geht, und bringe auch ein Unterpfand von ihnen mit.

17,19 Shaul und sie und alle Männer Yisraels sind im Eichgrund und kämpfen gegen die Philister.

17,20 Da machte sich David früh am Morgen auf und überließ die Schafe einem Hüter, lud auf und ging hin, wie ihm Isai geboten hatte, und kam zum Lager. Das Heer aber war ausgezogen und hatte sich aufgestellt zum Kampf, und sie erhoben das Kriegsgeschrei.

17,21 Und Yisrael und die Philister hatten sich aufgestellt, Schlachtreihe gegen Schlachtreihe.

17,22 Da ließ David sein Gepäck, das er trug, bei der Wache des Trosses und lief zu dem Heer, kam hin und fragte seine Brüder, ob's ihnen gut gehe.

17,23 Und als er noch mit ihnen redete, siehe, da kam herauf der Riese mit Namen Goliat, der Philister von Gat, von dem Heer der Philister und redete dieselben Worte, und David hörte es.

17,24 Und wer von Yisrael den Mann sah, floh vor ihm und fürchtete sich sehr.

17,25 Und die Männer von Yisrael sprachen: Habt ihr den Mann heraufkommen sehen? Er kommt herauf, um Yisrael hohnzusprechen. Wer ihn erschlägt, den will der König sehr reich machen und ihm seine Tochter geben und will ihm seines Vaters Haus freimachen von Lasten in Yisrael.

17,26 Da sprach David zu den Männern, die bei ihm standen: Was wird man dem geben, der diesen Philister erschlägt und die Schande von Yisrael abwendet? Denn wer ist dieser unbeschnittene Philister, der das Heer des lebendigen YAH ASELOHIM verhöhnt?

17,27 Da sagte ihm das Volk wie vorher: Das und das wird man dem geben, der ihn erschlägt.

17,28 Und als Eliab, sein ältester Bruder, ihn reden hörte mit den Männern, wurde er zornig über David und sprach: Warum bist du hergekommen? Und wem hast du die wenigen Schafe dort in der Wüste überlassen? Ich kenne deine Vermessenheit wohl und deines Herzens Bosheit. Du bist nur gekommen, um dem Kampf zuzusehen.

17,29 David antwortete: Was hab ich denn getan? Ich habe doch nur gefragt!

17,30 Und er wandte sich von ihm zu einem andern und sprach, wie er vorher gesagt hatte. Da antwortete ihm das Volk wie das erstemal.

17,31 Und als sie die Worte hörten, die David sagte, brachten sie es vor Shaul, und er ließ ihn holen.

17,32 Und David sprach zu Shaul: Seinetwegen lasse keiner den Mut sinken; dein Knecht wird hingehen und mit diesem Philister kämpfen.

17,33 Shaul aber sprach zu David: Du kannst nicht hingehen, um mit diesem Philister zu kämpfen; denn du bist zu jung dazu, dieser aber ist ein Kriegsmann von Jugend auf.

17,34 David aber sprach zu Shaul: Dein Knecht hütete die Schafe seines Vaters; und kam dann ein Löwe oder ein Bär und trug ein Schaf weg von der Herde,

17,35 so lief ich ihm nach, schlug auf ihn ein und errettete es aus seinem Maul. Wenn er aber auf mich losging, ergriff ich ihn bei seinem Bart und schlug ihn tot.

17,36 So hat dein Knecht den Löwen und den Bären erschlagen, und diesem unbeschnittenen Philister soll es ergehen wieeinem von ihnen; denn er hat das Heer des lebendigen Haschem's verhöhnt.

17,37 Und David sprach: Haschem , der mich von dem Löwen und Bären errettet hat, der wird mich auch erretten von diesem Philister. Und Shaul sprach zu David: Geh hin, Haschem sei mit dir!

17,38 Und Shaul legte David seine Rüstung an und setzte ihm einen ehernen Helm auf sein Haupt und legte ihm einen Panzer an.

17,39 Und David gürtete Shauls Schwert über seine Rüstung und mühte sich vergeblich, damit zu gehen; denn er hatte es noch nie versucht. Da sprach David zu Shaul: Ich kann so nicht gehen, denn ich bin's nicht gewohnt; und er legte es ab

17,40 und nahm seinen Stab in die Hand und wählte fünf glatte Steine aus dem Bach und tat sie in die Hirtentasche, die ihm als Köcher diente, und nahm die Schleuder in die Hand und ging dem Philister entgegen.

17,41 Der Philister aber kam immer näher an David heran, und sein Schildträger ging vor ihm her.

17,42 Als nun der Philister aufsah und David anschaute, verachtete er ihn; denn er war noch jung, und er war bräunlich und schön.

17,43 Und der Philister sprach zu David: Bin ich denn ein Hund, daß du mit Stecken zu mir kommst? Und der Philister fluchte dem David bei seinem Haschem

17,44 und sprach zu David: Komm her zu mir, ich will dein Fleisch den Vögeln unter dem Himmel geben und den Tieren auf dem Felde.

17,45 David aber sprach zu dem Philister: Du kommst zu mir mit Schwert, Lanze und Spieß, ich aber komme zu dir im Namen Haschem's, des Heeres Yisraels, den du verhöhnt hast.

17,46 Heute wird dich Haschem in meine Hand geben, daß ich dich erschlage und dir den Kopf abhaue und gebe deinen Leichnam und die Leichname des Heeres der Philister heute den Vögeln unter dem Himmel und dem Wild auf der Erde, damit alle Welt innewerde, daß Yisrael einen AELOHIM hat,

17,47 und damit diese ganze Gemeinde innewerde, daß Haschem nicht durch Schwert oder Spieß hilft; denn der Krieg ist Haschem , und er wird euch in unsere Hände geben.

17,48 Als sich nun der Philister aufmachte und daherging und sich David nahte, lief David eilends von der Schlachtreihe dem Philister entgegen.

17,49 Und David tat seine Hand in die Hirtentasche und nahm einen Stein daraus und schleuderte ihn und traf den Philister an die Stirn, daß der Stein in seine Stirn fuhr und er zur Erde fiel auf sein Angesicht.

17,50 So überwand David den Philister mit Schleuder und Stein und traf und tötete ihn. David aber hatte kein Schwert in seiner Hand.

17,51 Da lief er hin und trat zu dem Philister und nahm dessen Schwert und zog es aus der Scheide und tötete ihn vollends und hieb ihm den Kopf damit ab. Als aber die Philister sahen, daß ihr Stärkster tot war, flohen sie.

17,52 Und die Männer Yisraels und Judas machten sich auf, erhoben das Kampfgeschrei und jagten den Philistern nach, bis nach Gat und bis an die Tore Ekrons. Und die Philister blieben erschlagen liegen auf dem Wege von Schaarajim bis nach Gat und Ekron.

17,53 Und die Yisraeliten kehrten um von der Verfolgung der Philister und plünderten ihr Lager.

17,54 David aber nahm des Philisters Haupt und brachte es nach Jerusalem, seine Waffen aber legte er in sein Zelt.

17,55 Als Shaul aber David dem Philister entgegengehen sah, sprach er zu Abner, seinem Feldhauptmann: Wessen Sohn ist der Junge? Abner sprach: Bei deinem Leben, König: ich weiß es nicht.

17,56 Der König sprach: So frage danach, wessen Sohn der junge Mann ist.

17,57 Als nun David zurückkam vom Sieg über den Philister, nahm ihn Abner und brachte ihn vor Shaul, und er hatte des Philisters Haupt in seiner Hand.

17,58 Und Shaul sprach zu ihm: Wessen Sohn bist du, mein Junge? David sprach: Ich bin ein Sohn deines Knechts Isai, des Bethlehemiters.

18. Kapitel

18,1 Als David aufgehört hatte, mit Shaul zu reden, verband sich das Herz Yonathans mit dem Herzen Davids, und Yonathan gewann ihn lieb wie sein eigenes Herz.

18,2 Und Shaul nahm ihn an diesem Tage zu sich und ließ ihn nicht wieder in seines Vaters Haus zurückkehren.

18,3 Und Yonathan schloß mit David einen Bund, denn er hatte ihn lieb wie sein eigenes Herz.

18,4 Und Yonathan zog seinen Rock aus, den er anhatte, und gab ihn David, dazu seine Rüstung, sein Schwert, seinen Bogen und seinen Gurt.

18,5 Und David zog in den Kampf und richtete alles recht aus, wohin Shaul ihn auch sandte. Und Shaul setzte ihn über die Kriegsleute, und es gefiel allem Volk gut und auch den Großen Shauls.

18,6 Es begab sich aber, als David zurückkam vom Sieg über die Philister, daß die Frauen aus allen Städten Yisraels herausgingen mit Gesang und Reigen dem König Shaul entgegen unter Jauchzen, mit Pauken und mit Zimbeln.

18,7 Und die Frauen sangen im Reigen und sprachen: Shaul hat tausend erschlagen, aber David zehntausend.

18,8 Da ergrimmte Shaul sehr, und das Wort mißfiel ihm, und er sprach: Sie haben David zehntausend gegeben und mir tausend; ihm wird noch das Königtum zufallen.

18,9 Und Shaul sah David scheel an von dem Tage an und hinfort.

18,10 Am andern Tage kam der böse Ruach von Haschem über Shaul, und er geriet in Raserei in seinem Hause; David aber spielte auf den Saiten mit seiner Hand, wie er täglich zu tun pflegte. Und Shaul hatte einen Spieß in der Hand

18,11 und zückte den Spieß und dachte: Ich will David an die Wand spießen. David aber wich ihm zweimal aus.

18,12 Und Shaul fürchtete sich vor David; denn Haschem war mit ihm, aber von Shaul war er gewichen.

18,13 Da entfernte ihn Shaul aus seiner Nähe und setzte ihn zum Obersten über tausend Mann. Und David zog aus und ein vor dem Kriegsvolk

18,14 und richtete all sein Tun recht aus, und Haschem war mit ihm.

18,15 Als nun Shaul sah, daß David alles so gut gelang, graute es ihm vor David.

18,16 Aber ganz Yisrael und Juda hatte David lieb, denn er zog aus und ein vor ihnen her.

18,17 Und Shaul sprach zu David: Siehe, meine älteste Tochter Merab will ich dir zur Frau geben; sei nur ein tapferer Mann und führe Haschem's Kriege. Denn Shaul dachte: Meine Hand soll nicht gegen ihn sein, sondern die Hand der Philister.

18,18 David aber antwortete Shaul: Wer bin ich? Und was ist meine Sippe, das Geschlecht meines Vaters, in Yisrael, daß ich des Königs Schwiegersohn werden soll?

18,19 Als aber die Zeit kam, daß Merab, die Tochter Shauls, David gegeben werden sollte, wurde sie dem Adrïl von Mehola zur Frau gegeben.

18,20 Aber Michal, Shauls Tochter, hatte David lieb. Als das Shaul angesagt wurde, war es ihm recht.

18,21 Und Shaul sagte sich: Ich will sie ihm geben, damit sie ihm zum Fallstrick wird und die Hände der Philister gegen ihn sind. Und Shaul sprach zu David: Heute in zwei Jahren kannst du mein Schwiegersohn werden.

18,22 Und Shaul gebot seinen Großen: Redet mit David heimlich und sprecht: Siehe, der König hat Gefallen an dir, und alle seine Großen lieben dich; so werde nun des Königs Schwiegersohn.

18,23 Und die Großen Shauls sagten diese Worte vor den Ohren Davids. David aber sprach: Dünkt euch das ein Geringes, des Königs Schwiegersohn zu werden? Ich bin nur ein armer, geringer Mann.

18,24 Und die Großen Shauls sagten es ihm weiter und sprachen: Diese Worte hat David gesagt.

18,25 Shaul sprach: So sagt zu David: Der König begehrt keinen andern Brautpreis als hundert Vorhäute von Philistern, um an den Feinden des Königs Vergeltung zu üben. Aber Shaul trachtete danach, David umzubringen durch die Hände der Philister.

18,26 Da sagten seine Großen David diese Worte, und es dünkte David gut, des Königs Schwiegersohn zu werden.

18,27 Und die Zeit war noch nicht um, da machte sich David auf und zog hin mit seinen Männern und erschlug unter den Philistern zweihundert Mann. Und David brachte ihre Vorhäute dem König in voller Zahl, um des Königs Schwiegersohn zu werden. Da gab ihm Shaul seine Tochter Michal zur Frau.

18,28 Als aber Shaul sah und merkte, daß Haschem mit David war und daß seine Tochter Michal ihn liebhatte,

18,29 da fürchtete sich Shaul noch mehr vor David und wurde sein Feind sein Leben lang.

18,30 Und sooft die Fürsten der Philister in den Kampf zogen, richtete David mehr gegen sie aus als alle Großen Shauls, wenn sie auszogen, so daß sein Name hoch gepriesen wurde.

19. Kapitel

19,1 Shaul aber redete mit seinem Sohn Yonathan und mit allen seinen Großen davon, daß er David töten wolle. Aber Yonathan, Shauls Sohn, hatte David sehr lieb

19,2 und sagte es ihm weiter und sprach: Mein Vater Shaul trachtet danach, dich zu töten. Nun, so hüte dich morgen früh und verstecke dich und bleibe verborgen.

19,3 Ich aber will hinausgehen und mich neben meinen Vater stellen auf dem Felde, wo du bist, und über dich mit meinem Vater sprechen; und was ich erfahre, will ich dir kundtun.

19,4 Und Yonathan redete das Beste von David mit seinem Vater Shaul und sprach zu ihm: Es versündige sich der König nicht an seinem Knechte David, denn er hat sich nicht an dir versündigt, und sein Tun ist dir sehr nützlich.

19,5 Er hat sein Leben gewagt und den Philister erschlagen, und Haschem hat Großes für ganz Yisrael vollbracht. Das hast du gesehen und dich darüber gefreut. Warum willst du dich denn an unschuldigem Blut versündigen, daß du David ohne Grund tötest?

19,6 Da hörte Shaul auf die Stimme Yonathans und schwor: So wahr Haschem lebt: er soll nicht sterben!

19,7 Da rief Yonathan David und sagte ihm alle diese Worte und brachte ihn zu Shaul; und David diente ihm wie früher.

19,8 Es erhob sich aber wieder ein Kampf, und David zog aus und kämpfte gegen die Philister und schlug sie so hart, daß sie vor ihm flohen.

19,9 Aber der böse Ruach vom Haschem kam über Shaul, und Shaul saß in seinem Hause und hatte seinen Spieß in der Hand. David aber spielte mit der Hand auf den Saiten.

19,10 Und Shaul trachtete danach, David mit dem Spieß an die Wand zu spießen. Er aber wich aus vor Shaul, und der Spieß fuhr in die Wand. David aber floh und entrann. In jener Nacht aber

19,11 sandte Shaul Boten zu Davids Haus, ihn zu bewachen, um ihn am Morgen zu töten. Doch Michal, Davids Frau, sagte es ihrem Mann und sprach: Wirst du nicht diese Nacht dein Leben retten, so mußt du morgen sterben.

19,12 Da ließ ihn Michal durchs Fenster hinab, daß er floh und entrinnen konnte.

19,13 Dann nahm Michal das Götzenbild und legte es aufs Bett und ein Geflecht von Ziegenhaaren zu seinen Häupten und deckte ein Kleid darauf.

19,14 Da sandte Shaul Boten, um David zu holen. Sie aber sprach: Er ist krank.

19,15 Shaul sandte abermals Boten, nach David zu sehen, und sprach: Bringt ihn her zu mir samt dem Bett, daß er getötet werde!

19,16 Als nun die Boten kamen, siehe, da lag das Götzenbild im Bett und das Geflecht von Ziegenhaaren zu seinen Häupten.

19,17 Da sprach Shaul zu Michal: Warum hast du mich betrogen und meinen Feind entrinnen lassen? Michal antwortete Shaul: Er sagte zu mir: Laß mich gehen, oder ich töte dich!

19,18 David aber floh und konnte entrinnen und kam zu Shmuel nach Rama und sagte ihm alles, was ihm Shaul angetan hatte. Und er ging mit Shmuel , und sie blieben zu Najot.

19,19 Und es wurde Shaul angesagt: Siehe, David ist zu Najot in Rama.

19,20 Da sandte Shaul Boten, um David zu holen. Und sie sahen die Schar der Propheten in Verzückung und Shmuel an ihrer Spitze. Da kam der Ruach Haschem's auf die Boten Shauls, so daß auch sie in Verzückung gerieten.

19,21 Als das Shaul angesagt wurde, sandte er andere Boten; die gerieten auch in Verzückung. Da sandte er die dritten Boten; die gerieten auch in Verzückung.

19,22 Da ging er selbst nach Rama. Und als er zum großen Brunnen kam, der in Sechu ist, fragte er: Wo sind Shmuel und David? Da wurde ihm gesagt: Siehe, zu Najot in Rama.

19,23 Und er machte sich von dort auf nach Najot in Rama. Und der Ruach Haschem's kam auch über ihn, und er ging einher in Verzückung, bis er nach Najot in Rama kam.

19,24 Da zog auch er seine Kleider aus und war in Verzückung vor Shmuel und fiel hin und lag nackt den ganzen Tag und die ganze Nacht. Daher sagt man: Ist Shaul auch unter den Propheten?

20. Kapitel

20,1 David aber floh von Najot in Rama und kam und redete vor Yonathan: Was hab ich getan? Was ist meine Schuld? Was hab ich gesündigt vor deinem Vater, daß er mir nach dem Leben trachtet?

20,2 Er aber sprach zu ihm: Das sei ferne; du sollst nicht sterben. Siehe, mein Vater tut nichts, weder Großes noch Kleines, ohne es mir kundzutun. Warum sollte denn mein Vater dies vor mir verbergen? Es ist nicht so.

20,3 Da antwortete David und schwor: Dein Vater weiß sehr wohl, daß ich Gnade vor deinen Augen gefunden habe; darum dachte er: Yonathan soll das nicht wissen, es könnte ihn bekümmern. Wahrlich, so wahr Haschem lebt und so wahr du lebst: es ist nur ein Schritt zwischen mir und dem Tode!

20,4 Yonathan sprach zu David: Ich will für dich tun, was dein Herz begehrt.

20,5 David sprach zu Yonathan: Siehe, morgen ist Neumond; da sollte ich mit dem König zu Tisch sitzen; aber laß mich, daß ich mich auf dem Felde verberge bis zum Abend des dritten Tages.

20,6 Wird dein Vater nach mir fragen, so sprich: David bat mich, daß er nach Bethlehem, seiner Stadt, gehen dürfe; denn dort ist das jährliche Opferfest für das ganze Geschlecht.

20,7 Wird er sagen: Es ist recht, so steht es gut um deinen Knecht; wird er aber ergrimmen, so wirst du merken, daß Böses bei ihm beschlossen ist.

20,8 So tu nun Barmherzigkeit an deinem Knecht, denn du hast mit deinem Knecht einen Bund geschlossen. Liegt aber eine Schuld auf mir, so töte du mich; warum willst du mich zu deinem Vater bringen?

20,9 Yonathan sprach: Das sei ferne von dir, daß ich es dir nicht sagen sollte, wenn ich merke, daß bei meinem Vater beschlossen ist, Böses über dich zu bringen.

20,10 David aber sprach zu Yonathan: Wer wird mir's sagen, wenn dir dein Vater etwas Hartes antwortet?

20,11 Yonathan sprach zu David: Komm, laß uns hinaus aufs Feld gehen! Und sie gingen beide hinaus aufs Feld.

20,12 Und Yonathan sprach zu David: Bei Haschem Yisraels: wenn ich meinen Vater ausforsche morgen und am dritten Tage, daß es gut steht mit David, und wenn ich dann nicht hinsende zu dir und es dir nicht kundtue,

20,13 so tue Haschem dem Yonathan dies und das. Wenn aber mein Vater Böses gegen dich sinnt, so will ich es dir auch kundtun und dich ziehen lassen, daß du mit Frieden weggehen kannst. Und Haschem sei mit dir, wie er mit meinem Vater gewesen ist.

20,14 Du aber wollest die Barmherzigkeit Haschem's an mir tun, solange ich lebe, und wenn ich sterbe,

20,15 so nimm die Barmherzigkeit niemals fort von meinem Hause. Und wenn Haschem die Feinde Davids ausrotten wird, Mann für Mann, aus dem Lande,

20,16 so möge der Name Yonathans nicht aus gelöscht werden neben dem Hause Davids! Vielmehr möge Haschem Rache nehmen nur an den Feinden Davids!

20,17 Und Yonathan ließ nun auch David schwören bei seiner Liebe zu ihm; denn er hatte ihn so lieb wie sein eigenes Herz.

20,18 Und Yonathan sprach zu ihm: Morgen ist Neumond; da wird man dich vermissen, wenn dein Platz leer bleibt.

20,19 Am dritten Tage wirst du erst recht vermißt werden. Du aber komm an den Ort, wo du dich verborgen hattest am Tage jener Tat, und setze dich dort neben den Steinhaufen.

20,20 So will ich nach seiner Seite drei Pfeile schießen, als ob ich nach dem Ziele schösse.

20,21 Und ich will den Knaben hinschicken: Geh, suche die Pfeile! Werde ich zum Knaben sagen: Siehe, die Pfeile liegen herwärts von dir, hole sie!, so komm; denn es steht gut um dich und hat keine Gefahr, so wahr Haschem lebt.

20,22 Sage ich aber zum Knaben: Siehe, die Pfeile liegen hinwärts von dir!, so geh hin; denn Haschem befiehlt dir fortzugehen.

20,23 Für das Wort aber, das du und ich miteinander geredet haben: siehe, dafür steht Haschem zwischen mir und dir ewiglich.

20,24 David verbarg sich auf dem Felde. Und als der Neumond kam, setzte sich der König zu Tisch, um zu essen.

20,25 Und der König saß an seinem Platz, wie er gewohnt war, an der Wand, und Yonathan saß gegenüber; Abner aber setzte sich an die Seite Shauls. Davids Platz aber war leer.

20,26 Und Shaul sagte an diesem Tage nichts; denn er dachte: Es ist ihm etwas widerfahren, so daß er nicht rein ist.

20,27 Am andern Tage aber nach dem Neumond, als Davids Platz leer blieb, sprach Shaul zu seinem Sohn Yonathan: Warum ist der Sohn Isais nicht zu Tisch gekommen, weder gestern noch heute?

20,28 Yonathan antwortete Shaul: Er bat mich sehr, daß er nach Bethlehem gehen dürfe,

20,29 und sprach: Laß mich hingehen, denn unser Geschlecht hat zu opfern in der Stadt, und mein Bruder hat mir's selbst geboten. Hab ich nun Gnade vor deinen Augen gefunden, so laß mich hingehen und meine Brüder sehen. Darum ist er nicht zum Tisch des Königs gekommen.

20,30 Da entbrannte der Zorn Shauls über Yonathan, und er sprach zu ihm: Du Sohn einer ehrlosen Mutter! Ich weiß sehr wohl, daß du den Sohn Isais erkoren hast, dir und deiner Mutter, die dich geboren hat, zur Schande!

20,31 Denn solange der Sohn Isais lebt auf Erden, wirst du und auch dein Königtum nicht bestehen. So sende nun hin und laß ihn herholen zu mir, denn er ist ein Kind des Todes.

20,32 Yonathan antwortete seinem Vater Shaul und sprach zu ihm: Warum soll er sterben? Was hat er getan?

20,33 Da zückte Shaul den Spieß nach ihm, um ihn zu durchbohren. Da merkte Yonathan, daß es bei seinem Vater fest beschlossen war, David zu töten,

20,34 und stand vom Tisch auf in grimmigem Zorn und aß am zweiten Tage nach dem Neumond nichts; denn er war bekümmert um David, und daß ihm sein Vater solchen Schimpf antat.

20,35 Am Morgen ging Yonathan hinaus aufs Feld, wohin er David bestellt hatte, und ein Knabe mit ihm.

20,36 Und er sprach zu dem Knaben: Lauf und suche mir die Pfeile, die ich schieße! Und als der Knabe lief, schoß er einen Pfeil über ihn hin.

20,37 Und als der Knabe an den Ort kam, wohin Yonathan den Pfeil geschossen hatte, rief ihm Yonathan nach und sprach: Der Pfeil liegt hinwärts von dir.

20,38 Und Yonathan rief abermals dem Knaben nach: Rasch, eile und halte dich nicht auf! Da las der Knabe Yonathans Pfeil auf und brachte ihn zu seinem Herrn.

20,39 Der Knabe aber merkte nichts; nur Yonathan und David wußten um die Sache.

20,40 Da gab Yonathan seine Waffen dem Knaben, den er bei sich hatte, und sprach zu ihm: Geh und trage sie in die Stadt.

20,41 Und als der Knabe weggegangen war, stand David auf hinter dem Steinhaufen und fiel auf sein Antlitz zur Erde und beugte sich dreimal nieder, und sie küßten einander und weinten miteinander, David aber am allermeisten.

20,42 Und Yonathan sprach zu David: Geh hin mit Frieden! Für das, was wir beide geschworen haben im Namen Haschem's, dafür stehe Haschem zwischen mir und dir, zwischen meinen Nachkommen und deinen Nachkommen in Ewigkeit.

 

 
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