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Kap.31
Das Buch Shmuel Alef

DAS ERSTE BUCH SAMUEL

21. Kapitel

21,1 Und David machte sich auf und ging seines Weges; Jonatan aber ging in die Stadt.

21,2 Und als David nach Nob kam zum Cohen Ahimelech, entsetzte sich Ahimelech, als er David entgegenging, und sprach zu ihm: Warum kommst du allein und ist kein Mann mit dir?

21,3 David sprach zu dem Cohen Ahimelech: Der König hat mir eine Sache befohlen und sprach zu mir: Niemand darf auch nur das Geringste von der Sache wissen, in der ich dich gesandt habe und die ich dir befohlen habe. Darum hab ich meine Leute an den und den Ort beschieden.

21,4 Hast du nun etwas bei der Hand, etwa fünf Brote, oder was sonst vorhanden ist, das gib mir in meine Hand.

21,5 Der Cohen antwortete David: Ich habe kein gewöhnliches Brot bei der Hand, sondern nur vollkommenes Brot; nur müssen die Leute sich der Frauen enthalten haben.

21,6 David antwortete dem Cohen : Sicher, Frauen waren uns schon etliche Tage verwehrt. Als ich auszog, war der Leib der Leute nicht unrein, obgleich es nur um ein gewöhnliches Vorhaben ging; um wieviel mehr werden sie heute am Leibe rein sein.

21,7 Da gab ihm der Cohen von dem vollkommenen Brot, weil kein anderes da war als die Schaubrote, die man vor Haschem nur hinwegnimmt, um frisches Brot aufzulegen an dem Tage, an dem man das andere wegnimmt.

21,8 Es war aber am selben Tage ein Mann von den Großen Shauls dort eingeschlossen vor Haschem mit Namen Doëg, ein Edomiter, der über die Hirten Shauls gesetzt war.

21,9 Und David sprach zu Ahimelech: Ist nicht hier bei dir ein Spieß oder ein Schwert? Ich habe mein Schwert und meine Waffen nicht mit mir genommen, denn die Sache des Königs war eilig.

21,10 Der Cohen sprach: Das Schwert des Philisters Goliat, den du im Eichgrund erschlagen hast, das ist hier, in einen Mantel gewickelt, hinter dem Efod. Willst du das, so nimm es, denn es ist kein anderes hier als dies. David sprach: Seinesgleichen gibt es nicht; gib mir's!

21,11 Und David machte sich auf und floh an jenem Tage vor Shaul und kam zu Achisch, dem König von Gat.

21,12 Aber die Großen des Achisch sprachen zu ihm: Ist das nicht David, der König des Landes, von dem sie im Reigen sangen: Shaul schlug tausend, David aber zehntausend?

21,13 Und David nahm sich die Worte zu Herzen und fürchtete sich sehr vor Achisch, dem König von Gat.

21,14 Und er stellte sich wahnsinnig vor ihren Augen und tobte unter ihren Händen und rannte gegen die Pforte des Tores und ließ seinen Speichel in seinen Bart fließen.

21,15 Da sprach Achisch zu seinen Großen: Ihr seht ja, daß der Mann wahnsinnig ist; warum habt ihr ihn zu mir gebracht?

21,16 Hab ich zu wenig Wahnsinnige, daß ihr diesen herbrachtet, bei mir zu toben? Sollte der in mein Haus kommen?

22. Kapitel

22,1 David ging von da hinweg und rettete sich in die Höhle Adullam. Als das seine Brüder hörten und das ganze Haus seines Vaters, kamen sie zu ihm dahin.

22,2 Und es sammelten sich bei ihm allerlei Männer, die in Not und Schulden und verbitterten Herzens waren, und er wurde ihr Oberster; und es waren bei ihm etwa vierhundert Mann.

22,3 Und David ging von da nach Mizpe ins Land der Moabiter und sprach zum König von Moab: Laß meinen Vater und meine Mutter bei euch bleiben, bis ich erfahre, was Haschem mit mir tun wird.

22,4 Und er brachte sie vor den König von Moab, und sie blieben bei ihm, solange David auf der Bergfeste war.

22,5 Aber der Prophet Gad sprach zu David: Bleib nicht auf der Bergfeste, sondern geh hin ins Land Juda. Da ging David weg und kam nach Jaar-Heret.

22,6 Und es kam vor Shaul, daß David und die Männer, die bei ihm waren, von sich reden machten. Und Shaul saß zu Gibea unter dem Tamariskenbaum auf der Höhe, den Spieß in der Hand, und alle seine Großen standen um ihn.

22,7 Da sprach Shaul zu seinen Großen, die um ihn standen: Hört, ihr Benjaminiter! Wird der Sohn Isais euch allen auch Äcker und Weinberge geben und euch alle zu Obersten über tausend und über hundert machen,

22,8 daß ihr euch alle verschworen habt gegen mich und daß niemand da ist, der es mir zu Ohren brächte, daß mein Sohn sich mit dem Sohn Isais verbunden hat? Ist niemand unter euch, der sich um mich gegrämt und der es mir zu Ohren gebracht hätte, daß mein Sohn meinen Knecht gegen mich aufgereizt hat, daß er mir nachstellt, wie es jetzt am Tage ist?

22,9 Da antwortete Doëg, der Edomiter, der unter den Großen Shauls stand, und sprach: Ich sah den Sohn Isais, wie er nach Nob kam zu Ahimelech, dem Sohn Ahitubs.

22,10 Der befragte Haschem für ihn und gab ihm Wegzehrung und das Schwert des Philisters Goliat.

22,11 Da sandte der König hin und ließ rufen den Cohen Ahimelech, den Sohn Ahitubs, und das ganze Haus seines Vaters, die Cohen , die zu Nob waren. Und sie kamen alle zum König.

22,12 Und Shaul sprach: Höre, du Sohn Ahitubs! Er sprach: Hier bin ich, mein Herr.

22,13 Und Shaul sprach zu ihm: Warum habt ihr euch verschworen gegen mich, du und der Sohn Isais, daß du ihm Brot und ein Schwert gegeben und Haschem für ihn befragt hast, damit er sich gegen mich empöre und mir nachstelle, wie es jetzt am Tage ist?

22,14 Ahimelech antwortete dem König und sprach: Wer ist unter allen deinen Knechten so treu wie David, dazu des Königs Schwiegersohn und der Oberste deiner Leibwache und geehrt in deinem Hause?

22,15 Hab ich denn heute erst angefangen, Haschem für ihn zu befragen? Das sei ferne von mir! Der König lege solches seinem Knecht nicht zur Last noch meines Vaters ganzem Hause; denn dein Knecht hat von alledem nichts gewußt, weder Kleines noch Großes.

22,16 Aber der König sprach: Ahimelech, du mußt des Todes sterben, du und deines Vaters ganzes Haus!

22,17 Und der König sprach zu seiner Leibwache, die um ihn stand: Tretet heran und tötet die Cohen Haschem's; denn ihre Hand ist mit David, und obwohl sie wußten, daß er auf der Flucht war, haben sie mir's nicht zu Ohren gebracht! Aber die Männer des Königs wollten ihre Hände nicht an die Cohen Haschem's legen, sie zu erschlagen.

22,18 Da sprach der König zu Doëg: Tritt du heran und erschlage die Cohen ! Doëg, der Edomiter, trat heran und erschlug die Cohen , daß an diesem Tage starben fünfundachtzig Männer, die den leinenen Cohen schurz trugen.

22,19 Auch Nob, die Stadt der Cohen , schlug er mit der Schärfe des Schwerts, Mann und Frau, Kinder und Säuglinge, Rinder und Esel und Schafe, mit der Schärfe des Schwerts.

22,20 Es entrann aber ein Sohn Ahimelechs, des Sohnes Ahitubs, der hieß aAbjatar, und floh zu David

22,21 und verkündete ihm, daß Shaul die Cohen Haschem's getötet habe.

22,22 David aber sprach zu Abjatar: Ich wußte es schon an dem Tage, als der Edomiter Doëg dort war, daß er's Shaul verraten werde. Ich bin schuldig am Leben aller aus deines Vaters Haus.

22,23 Bleibe bei mir und fürchte dich nicht. Denn der, der mir nach dem Leben trachtet, der trachtet auch dir nach dem Leben; du bist bei mir in Sicherheit.

23. Kapitel

23,1 Und es wurde David angesagt: Siehe, die Philister kämpfen gegen Keiëla und berauben die Tennen.

23,2 Da befragte David Haschem und sprach: Soll ich hinziehen und diese Philister schlagen? Und Haschem sprach zu David: Zieh hin, du wirst die Philister schlagen und Keïla erretten!

23,3 Aber die Männer bei David sprachen zu ihm: Siehe, wir fürchten uns schon hier in Juda und wollen nun hinziehen nach Keïla gegen das Heer der Philister?

23,4 Da befragte David wieder Haschem, und Haschem antwortete ihm:Auf, zieh hin nach Keïla , denn ich will die Philister in deine Hände geben!

23,5 So zog David mit seinen Männern nach Keïla und kämpfte gegen die Philister und trieb ihnen ihr Vieh weg und schlug sie hart. So errettete David die Leute von Keiëla.

23,6 Als aber Abjatar, der Sohn Ahimelechs, zu David geflohen war, zog er mit herab nach Keïla und brachte den Efod mit.

23,7 Da wurde Shaul angesagt, daß David nach Keïla gekommen sei, und Shaul dachte: Haschem hat ihn in meine Hände gegeben, denn er ist eingeschlossen, nun er in eine Stadt mit Toren und Riegeln gekommen ist.

23,8 Und Shaul ließ das ganze Kriegsvolk aufrufen, zum Kampf hinabzuziehen nach Keïla, damit sie David und seine Männer belagerten.

23,9 Als aber David merkte, daß Shaul Böses gegen ihn im Sinne hatte, sprach er zu dem Cohen Abjatar: Bringe den Efod her!

23,10 Und David sprach: Haschem, Haschem Israels, dein Knecht hat gehört, daß Shaul danach trachtet, nach Keïla zu ziehen, um die Stadt zu verderben um meinetwillen.

23,11 Werden mich die Bürger von Keïla übergeben in seine Hände? Und wird Shaul herabkommen, wie dein Knecht gehört hat? Das verkünde, Haschem, Haschem Israels, deinem Knecht! Und Haschem sprach: Er wird herabkommen.

23,12 David fragte weiter: Werden die Bürger von Keïla mich und meine Männer übergeben in die Hände Shauls? Haschem sprach: Ja.

23,13 Da machte sich David auf samt seinen Männern, etwa sechshundert, und sie zogen fort von Keïla und streiften da und dort umher. Als nun Shaul angesagt wurde, daß David aus Keiëla entronnen war, stand er ab von seinem Zuge. David in der Wüste Sif

23,14 David aber blieb in der Wüste, auf den Bergfesten; und zwar blieb er im Gebirge, in der Wüste Sif. Und Shaul suchte ihn die ganze Zeit; aber Haschem gab ihn nicht in seine Hände.

23,15 Und als David sah, daß Shaul ausgezogen war, um ihm nach dem Leben zu trachten, blieb er in der Wüste Sif in Horescha.

23,16 Da machte sich Jonatan, Shauls Sohn, auf und ging hin zu David nach Horescha und stärkte sein Vertrauen auf Haschem

23,17 und sprach zu ihm: Fürchte dich nicht! Shauls, meines Vaters, Hand wird dich nicht erreichen, und du wirst König werden über Israel, und ich werde der Zweite nach dir sein; auch mein Vater weiß das sehr wohl.

23,18 Und sie schlossen beide einen Bund miteinander vor Haschem . David blieb in Horescha, aber Jonatan zog wieder heim.

23,19 Aber die Sifiter zogen zu Shaul hinauf nach Gibea und sprachen: David hält sich bei uns verborgen auf den Bergfesten in Horescha in Gibea-Hachila, das südlich liegt von Jeschimon.

23,20 Ist's nun, König, deines Herzens Verlangen hinabzukommen, so komm; wir wollen ihn in des Königs Hände übergeben.

23,21 Da sprach Shaul: Gesegnet seid ihr vom Haschem, daß ihr euch meiner erbarmt habt!

23,22 So geht nun und gebt weiter acht, daß ihr wißt und seht, an welchem Ort sein Fuß weilt und wer ihn dort gesehen hat; denn man hat mir gesagt, daß er sehr listig ist.

23,23 Beobachtet und erkundet jeden versteckten Ort, wo er sich verkriecht, und kommt wieder zu mir, wenn ihr's gewiß seid, so will ich mit euch ziehen. Ist er im Lande, so will ich ihn aufspüren unter allen Tausendschaften Judas.

23,24 Da machten sie sich auf und gingen vor Shaul her nach Sif. David aber und seine Männer waren in der Wüste Maon, in der Steppe südlich von Jeschimon.

23,25 Als nun Shaul hinzog mit seinen Männern, David zu suchen, wurde es David angesagt. Und er ging zu dem Felsen hinab, der in der Wüste Maon ist. Als das Shaul hörte, jagte er David nach in die Wüste Maon.

23,26 Und Shaul ging auf der einen Seite eines Berges, David mit seinen Männern auf der andern Seite des Berges. David aber eilte, Shaul zu entgehen, während Shaul samt seinen Männern David und seine Männer umstellte, um sie zu fangen.

23,27 Aber es kam ein Bote zu Shaul und sprach: Komm eilends, denn die Philister sind ins Land eingefallen.

23,28 Da ließ Shaul davon ab, David nachzujagen, und zog hin, den Philistern entgegen. Daher nennt man den Ort Sela-Machlekot*. *d. . vermutlich «Trennungsfelsen».

24. Kapitel

24,1 Und David zog von dort hinauf und blieb in den Bergfesten bei En- Gedi.

24,2 Als nun Shaul zurückkam von der Verfolgung der Philister, wurde ihm gesagt: Siehe, David ist in der Wüste En-Gedi.

24,3 Und Shaul nahm dreitausend auserlesene Männer aus ganz Israel und zog hin, David samt seinen Männern zu suchen, in Richtung auf die Steinbockfelsen.

24,4 Und als er kam zu den Schafhürden am Wege, war dort eine Höhle, und Shaul ging hinein, um seine Füße zu decken. David aber und seine Männer saßen hinten in der Höhle.

24,5 Da sprachen die Männer Davids zu ihm: Siehe, das ist der Tag, von dem Haschem zu dir gesagt hat: Siehe, ich will deinen Feind in deine Hände geben, daß du mit ihm tust, was dir gefällt. Und David stand auf und schnitt leise einen Zipfel vom Rock Shauls.

24,6 Aber danach schlug ihm sein Herz, daß er den Zipfel vom Rock Shauls abgeschnitten hatte,

24,7 und er sprach zu seinen Männern: Das lasse Haschem ferne von mir sein, daß ich das tun sollte und meine Hand legen an meinen Herrn, den Gesalbten Haschem's ; denn er ist der Gesalbte Haschem's .

24,8 Und David wies seine Männer von sich mit harten Worten und ließ sie sich nicht an Shaul vergreifen. Als aber Shaul sich aufmachte aus der Höhle und seines Weges ging,

24,9 machte sich auch David auf ihm nach und ging aus der Höhle und rief Shaul nach und sprach: Mein Herr und König! Shaul sah sich um. Und David neigte sein Antlitz zur Erde und fiel nieder.

24,10 Und David sprach zu Shaul: Warum hörst du auf das Geschwätz der Menschen, die da sagen: David sucht dein Unglück?

24,11 Siehe, heute haben deine Augen gesehen, daß dich Haschem in meine Hand gegeben hat in der Höhle, und man hat mir gesagt, daß ich dich töten sollte. Aber ich habe dich verschont; denn ich dachte: Ich will meine Hand nicht an meinen Herrn legen; denn er ist der Gesalbte Haschem's.

24,12 Mein Vater, sieh doch hier den Zipfel deines Rocks in meiner Hand! Daß ich den Zipfel von deinem Rock schnitt und dich nicht tötete, daran erkenne und sieh, daß meine Hände rein sind von Bosheit und Empörung. Ich habe mich nicht an dir versündigt; aber du jagst mir nach, um mir das Leben zu nehmen.

24,13 Haschem wird Richter sein zwischen mir und dir und mich an dir rächen, aber meine Hand soll dich nicht anrühren;

24,14 wie man sagt nach dem alten Sprichwort: Von Bösen kommt Böses; aber meine Hand soll dich nicht anrühren.

24,15 Wem zieht der König von Israel nach? Wem jagst du nach? Einem toten Hund, einem einzelnen Floh!

24,16 Haschem sei Richter und richte zwischen mir und dir und sehe darein und führe meine Sache, daß er mir Recht schaffe wider dich!

24,17 Als nun David diese Worte zu Shaul geredet hatte, sprach Shaul: Ist das nicht deine Stimme, mein Sohn David? Und Shaul erhob seine Stimme und weinte

24,18 und sprach zu David: Du bist gerechter als ich, du hast mir Gutes erwiesen; ich aber habe dir Böses erwiesen.

24,19 Und du hast mir heute gezeigt, wie du Gutes an mir getan hast, als mich Haschem in deine Hände gegeben hatte und du mich doch nicht getötet hast.

24,20 Wo ist jemand, der seinen Feind findet und läßt ihn mit Frieden seinen Weg gehen? Haschem vergelte dir Gutes für das, was du heute an mir getan hast!

24,21 Nun siehe, ich weiß, daß du König werden wirst und das Königtum über Israel durch deine Hand Bestand haben wird.

24,22 So schwöre mir nun bei Haschem , daß du mein Geschlecht nach mir nicht ausrotten und meinen Namen nicht austilgen wirst aus meines Vaters Hause.

24,23 Und David schwor es Shaul. Da zog Shaul heim. David aber mit seinen Männern zog hinauf auf die Bergfeste.

25. Kapitel

25,1 Und Shmuel starb, und ganz Israel versammelte sich und hielt ihm die Totenklage. Und sie begruben ihn in seinem Hause zu Rama. David und Abigajil David aber machte sich auf und zog hinab in die Wüste Maon.

25,2 Und es war ein Mann in Maon, der hatte seine Tätigkeit in Karmel, und der Mann hatte sehr großes Vermögen und besaß dreitausend Schafe und tausend Ziegen. Und es begab sich, daß er eben seine Schafe schor in Karmel.

25,3 Der Mann hieß Nabal, seine Frau aber hieß Abigajil. Und sie war eine Frau von Verstand und schön von Angesicht, der Mann aber war roh und boshaft in seinem Tun und war einer von Kaleb.

25,4 Als nun David in der Wüste hörte, daß Nabal seine Schafe schor,

25,5 sandte er zehn seiner Leute aus und sprach zu ihnen: Geht hinauf nach Karmel, und wenn ihr zu Nabal kommt, so grüßt ihn freundlich in meinem Namen

25,6 und sprecht zu meinem Bruder: Friede sei mit dir und deinem Hause und mit allem, was du hast!

25,7 Ich habe gehört, daß du Schafschur hast. Nun, deine Hirten sind mit uns zusammen gewesen; wir haben ihnen nichts zuleide getan, und sie haben nichts vermißt, solange sie in Karmel gewesen sind.

25,8 Frage deine Leute danach, die werden's dir sagen. Und laß meine Leute Gnade finden vor deinen Augen, denn wir sind an einem Festtag gekommen. Gib deinen Knechten und deinem Sohn David, was du zur Hand hast.

25,9 Und als die Leute Davids hingekommen waren und in Davids Namen alle diese Worte mit Nabal geredet hatten und ruhig warteten,

25,10 antwortete Nabal den Knechten Davids: Wer ist David? Und wer ist der Sohn Isais! Es gibt jetzt viele Knechte, die ihren Herren davongelaufen sind.

25,11 Sollte ich mein Brot und mein Wasser nehmen und mein Fleisch, das ich für meine Scherer geschlachtet habe, und Leuten geben, von denen ich nicht weiß, wo sie her sind?

25,12 Da wandten sich die Leute Davids um und gingen ihres Weges. Und als sie zu ihm zurückkamen, sagten sie ihm das alles.

25,13 Da sprach David zu seinen Männern: Gürte sich ein jeder sein Schwert um! Und jeder gürtete sich sein Schwert um, und auch David gürtete sich sein Schwert um, und etwa vierhundert Mann zogen ihm nach, aber zweihundert blieben bei dem Troß.

25,14 Aber der Abigajil, Nabals Frau, sagte es einer von den Leuten und sprach: Siehe, David hat Boten gesandt aus der Wüste, unsern Herrn zu grüßen, er aber hat sie angeschrien.

25,15 Aber die Männer sind uns doch sehr nützlich gewesen und haben uns nichts zuleide getan, und wir haben nichts vermißt, solange wir mit ihnen umherzogen, wenn wir auf dem Felde waren,

25,16 sondern sie sind wie Mauern um uns gewesen Tag und Nacht, solange wir die Schafe in ihrer Nähe gehütet haben.

25,17 So bedenke nun und sieh zu, was du tust; denn es ist gewiß ein Unrecht beschlossen über unsern Herrn und über sein ganzes Haus. Er aber ist ein zügelloser Mensch, dem niemand etwas zu sagen wagt.

25,18 Da eilte Abigajil und nahm zweihundert Brote und zwei Krüge Wein und fünf zubereitete Schafe und fünf Maß Röstkorn und hundert Rosinenkuchen und zweihundert Feigenkuchen und lud alles auf Esel

25,19 und sprach zu ihren Leuten: Geht vor mir her; siehe, ich will sogleich hinter euch her kommen. Und sie sagte ihrem Mann Nabal nichts davon.

25,20 Und als sie auf dem Esel ritt und hinabzog im Schutz des Berges, siehe, da kam David mit seinen Männern ihr entgegen, so daß sie auf sie stieß.

25,21 David aber hatte gedacht: Nun hab ich alles umsonst behütet, was der da in der Wüste hat, so daß nichts vermißt wurde von allem, was er hat; und er vergilt mir Gutes mit Bösem!

25,22 Haschem tue David dies und noch mehr, wenn ich ihm bis zum lichten Morgen einen übriglasse, der männlich ist, von allem, was er hat.

25,23 Als nun Abigajil David sah, stieg sie eilends vom Esel und fiel vor David nieder und beugte sich zur Erde

25,24 und fiel ihm zu Füßen und sprach: Ach, mein Herr, auf mich allein falle die Schuld! Laß deine Magd reden vor deinen Ohren und höre die Worte deiner Magd!

25,25 Mein Herr errege sich nicht über Nabal, diesen zügellosen Menschen; denn wie sein Name, so ist er: er heißt «Tor», und Torheit ist bei ihm. Ich aber, deine Magd, habe die Leute meines Herrn nicht gesehen, die du gesandt hast.

25,26 Nun aber, mein Herr, so wahr Haschem lebt und so wahr du selbst lebst: Haschem hat dich davor bewahrt, in Blutschuld zu geraten und dir mit eigener Hand zu helfen. So sollen deine Feinde und alle, die meinem Herrn übel wollen, wie Nabal werden!

25,27 Hier ist die Segensgabe, die deine Magd meinem Herrn gebracht hat; das soll den Leuten gegeben werden, die meinem Herrn folgen.

25,28 Vergib deiner Magd die Anmaßung! Haschem wird meinem Herrn ein beständiges Haus bauen, denn du führst Haschem's Kriege. Es möge nichts Böses an dir gefunden werden dein Leben lang.

25,29 Und wenn sich ein Mensch erheben wird, dich zu verfolgen und dir nach dem Leben zu trachten, so soll das Leben meines Herrn eingebunden sein im Bündlein der Lebendigen bei Haschem, aber das Leben deiner Feinde soll er fortschleudern mit der Schleuder.

25,30 Wenn dann Haschem meinem Herrn all das Gute tun wird, was er dir zugesagt hat, und dich zum Fürsten bestellt hat über Israel,

25,31 so wird das Herz meines Herrn frei sein von dem Anstoß und Ärgernis, daß du unschuldiges Blut vergossen und dir selber geholfen habest. Und wenn Haschem meinem Herrn wohltun wird, so wollest du an deine Magd denken.

25,32 Da sprach David zu Abigajil: Gelobt sei Haschem , der Haschem Israels, der dich heute mir entgegengesandt hat,

25,33 und gesegnet sei deine Klugheit, und gesegnet seist du, daß du mich heute davon zurückgehalten hast, in Blutschuld zu geraten und mir mit eigener Hand zu helfen.

25,34 Wahrlich, so wahr Haschem , Haschem Israels, lebt, der mich davor bewahrt hat, übel an dir zu tun: wärest du nicht eilends mir begegnet, so wäre dem Nabal bis zum lichten Morgen nicht einer, der männlich ist, übriggeblieben.

25,35 Also nahm David aus ihrer Hand, was sie ihm gebracht hatte, und sprach zu ihr: Zieh mit Frieden hinauf in dein Haus; sieh, ich habe auf deine Stimme gehört und dein Antlitz wieder erhoben.

25,36 Als aber Abigajil zu Nabal kam, siehe, da hatte er ein Mahl zubereitet in seinem Hause wie eines Königs Mahl, und sein Herz war guter Dinge, und er war sehr betrunken. Sie aber sagte ihm nichts, weder wenig noch viel, bis an den lichten Morgen.

25,37 Als es aber Morgen geworden und die Betrunkenheit von Nabal gewichen war, sagte ihm seine Frau alles. Da erstarb sein Herz in seinem Leibe, und er ward wie ein Stein.

25,38 Und nach zehn Tagen schlug Haschem den Nabal, daß er starb.

25,39 Als David hörte, daß Nabal tot war, sprach er: Gelobt sei Haschem , der meine Schmach gerächt hat an Nabal und seinen Knecht abgehalten hat von einer bösen Tat! Haschem hat dem Nabal seine böse Tat auf seinen Kopf vergolten. Und David sandte hin und ließ Abigajil sagen, daß er sie zur Frau nehmen wolle.

25,40 Und als die Knechte Davids zu Abigajil nach Karmel kamen, redeten sie mit ihr und sprachen: David hat uns zu dir gesandt, daß er dich zur Frau nehme.

25,41 Sie stand auf und fiel nieder auf ihr Angesicht zur Erde und sprach: Siehe, deine Magd ist bereit, den Knechten meines Herrn zu dienen und ihre Füße zu waschen.

25,42 Und aAbigajil machte sich eilends auf und setzte sich auf einen Esel, und ihre fünf Mägde gingen hinter ihr her. Und sie zog den Boten Davids nach und wurde seine Frau.

25,43 Auch hatte David Ahinoam von Jesreel zur Frau genommen; sie wurden beide seine Frauen.

25,44 Shaul aber hatte seine Tochter Michal, Davids Frau, Palti, dem Sohn des Lajisch aus Gallim, gegeben.

26. Kapitel

26,1 Die Leute von Sif aber kamen zu Shaul nach Gibea und sprachen: David hält sich verborgen auf dem Hügel Hachila, der Jeschimon gegenüber liegt.

26,2 Da machte sich Shaul auf und zog hinab zur Wüste Sif und mit ihm dreitausend auserlesene Männer aus Israel, um David in der Wüste Sif zu suchen.

26,3 Und Shaul lagerte sich auf dem Hügel Hachila, der Jeschimon gegenüber liegt am Wege. David aber hielt sich in der Wüste auf. Und als er merkte, daß Shaul ihm nachkam in die Wüste,

26,4 sandte er Kundschafter aus und erfuhr, daß Shaul gewiß gekommen sei.

26,5 Und David machte sich auf und kam an den Ort, wo Shaul sein Lager hielt, und sah die Stätte, wo Shaul lag mit seinem Feldhauptmann aAbner, dem Sohn Ners. Shaul aber lag im innersten Lagerring und das Kriegsvolk um ihn her.

26,6 Da hob David an und sprach zu Ahimelech, dem Hetiter, und zu Abischai, dem Sohn der Zeruja, dem Bruder Joabs: Wer will mit mir hinab zu Shaul ins Lager? Abischai sprach: Ich will mit dir hinab.

26,7 So kam David mit Abischai in der Nacht zum Lager. Und siehe, Shaul lag und schlief im innersten Lagerring, und sein Spieß steckte in der Erde zu seinen Häupten. Abner aber und das Volk lagen um ihn her.

26,8 Da sprach Abischai zu David: Haschem hat deinen Feind heute in deine Hand gegeben; so will ich ihn nun mit seinem Speer an den Boden spießen mit einem Mal, daß es keines zweiten mehr bedarf.

26,9 David aber sprach zu Abischai: Tu ihm nichts zuleide; denn wer könnte die Hand an den Gesalbten Haschem legen und ungestraft bleiben?

26,10 Weiter sprach David: So wahr Haschem lebt: Haschem wird ihn schlagen, wenn seine Zeit kommt, daß er sterbe, oder er wird in den Krieg ziehen und umkommen.

26,11 Von mir lasse Haschem fern sein, daß ich meine Hand sollte an den Gesalbten Haschem's legen. Nimm nun den Spieß zu seinen Häupten und den Wasserkrug und laß uns gehen.

26,12 So nahm David den Spieß und den Wasserkrug zu Häupten Shauls, und sie gingen weg, und es war niemand, der es sah oder merkte oder der erwachte, sondern sie schliefen alle; denn es war ein tiefer Schlaf vom Haschem auf sie gefallen.

26,13 Als nun David auf die andere Seite hinübergekommen war, stellte er sich auf den Gipfel des Berges von ferne, so daß ein weiter Raum zwischen ihnen war.

26,14 Und David rief zum Kriegsvolk und zu Abner, dem Sohn Ners, und sprach: Antwortest du nicht, Abner? Und Abner antwortete: Wer bist du, daß du so schreist zum König hin?

26,15 Und David sprach zu Abner: Bist du nicht ein Mann? Und wer ist dir gleich in Israel? Warum hast du denn deinen Herrn, den König, nicht bewacht? Denn es ist einer vom Volk hineingekommen, deinen Herrn, den König, umzubringen.

26,16 Das war nicht recht, was du getan hast. So wahr Haschem lebt: ihr seid Kinder des Todes, weil ihr euren Herrn, den Gesalbten Haschem's, nicht bewacht habt! Nun sieh doch nach, wo der Spieß des Königs ist und der Wasserkrug, der zu seinen Häupten war.

26,17 Da erkannte Shaul die Stimme Davids und sprach: Ist das nicht deine Stimme, mein Sohn David? David sprach: Es ist meine Stimme, mein Herr und König.

26,18 Und sprach weiter: Warum verfolgt denn mein Herr seinen Knecht? Was hab ich getan? Und was ist Böses in meiner Hand?

26,19 So höre doch nun mein Herr, der König, die Worte seines Knechts: Reizt dich Haschem gegen mich, so lasse man ihn ein Speisopfer riechen; tun's aber Menschen, so seien sie verflucht vor Haschem , weil sie mich heute verstoßen und nicht an dem Erbteil Haschem teilhaben lassen und sprechen: Geh hin, diene andern Göttern!

26,20 So fließe nun mein Blut nicht auf die Erde fern vom Angesicht Haschem's! Denn der König von Israel ist ja ausgezogen, zu suchen einen einzelnen Floh, wie man ein Rebhuhn jagt auf den Bergen.

26,21 Und Shaul sprach: Ich habe gesündigt; komm wieder, mein Sohn David, ich will dir hinfort nichts Böses mehr tun, weil mein Leben heute in deinen Augen teuer gewesen ist. Siehe, ich habe töricht und sehr unrecht getan.

26,22 David antwortete: Siehe, hier ist der Spieß des Königs; es komme einer von den jungen Leuten herüber und hole ihn.

26,23 Haschem aber wird einem jeden seine Gerechtigkeit und Treue vergelten. Denn Haschem hat dich heute in meine Hand gegeben, ich aber wollte meine Hand nicht an den Gesalbten Haschem legen.

26,24 Und siehe, wie heute dein Leben in meinen Augen wert geachtet gewesen ist, so werde mein Leben wert geachtet in den Augen Haschem's, und er errette mich aus aller Not!

26,25 Shaul sprach zu David: Gesegnet seist du, mein Sohn David; du wirst's ausführen und vollenden. Und David zog seine Straße; Shaul aber kehrte zurück an seinen Ort.

27. Kapitel

27,1 David aber dachte in seinem Herzen: Ich werde doch eines Tages Shaul in die Hände fallen; es gibt nichts Besseres für mich, als daß ich entrinne ins Philisterland. Dann wird Shaul davon ablassen, mich fernerhin zu suchen im ganzen Gebiet Israels, und ich werde seinen Händen entrinnen.

27,2 Und David machte sich auf und zog hin mit den sechshundert Mann, die bei ihm waren, zu aAchisch, dem Sohn Maochs, dem König von Gat.

27,3 Und David blieb bei Achisch in Gat mit seinen Männern, ein jeder mit seinem Hause; David auch mit seinen beiden Frauen, Ahinoam, der Jesreeliterin, und Abigajil, Nabals Frau, der Karmeliterin.

27,4 Und als Shaul angesagt wurde, daß David nach Gat geflohen sei, suchte er ihn nicht mehr.

27,5 Und David sprach zu Achisch: Hab ich Gnade vor deinen Augen gefunden, so mag man mir einen Wohnort geben in einer der Städte auf dem Lande, daß ich darin wohne; warum soll dein Knecht in der Königsstadt bei dir wohnen?

27,6 Da gab ihm Achisch an diesem Tage Ziklag. Daher gehört Ziklag den Königen von Juda bis auf diesen Tag.

27,7 Die Zeit aber, die David im Philisterlande wohnte, war ein Jahr und vier Monate.

27,8 David zog hinauf mit seinen Männern und fiel ins Land der Geschuriter und Girsiter und Amalekiter ein; denn diese waren von alters her die Bewohner des Landes bis hin nach Schur und Ägyptenland.

27,9 Und sooft David in das Land einfiel, ließ er weder Mann noch Frau leben und nahm mit Schafe, Rinder, Esel, Kamele und Kleider und kehrte wieder zurück. Kam er dann zu Achisch

27,10 und Achisch sprach: Wo seid ihr heute eingefallen?, so sprach David: In das Südland Judas, oder: In das Südland der Jerachmeeliter, oder: In das Südland der Keniter.

27,11 David aber ließ weder Mann noch Frau lebend nach Gat kommen; denn er dachte: Sie könnten uns verraten. So tat David, und das war seine Art, solange er im Philisterland wohnte.

27,12 Und Achisch glaubte David; denn er dachte: Er hat sich in Verruf gebracht bei seinem Volk Israel; darum wird er für immer mein Knecht sein.

28. Kapitel

28,1 Und es begab sich zu der Zeit, daß die Philister ihr Heer sammelten, um in den Kampf zu ziehen gegen Israel. Und Achisch sprach zu David: Du sollst wissen, daß du und deine Männer mit mir ausziehen sollen im Heer.

28,2 David sprach zu Achisch: Wohlan, du sollst erfahren, was dein Knecht tun wird. Achisch sprach zu David: So will ich dich zu meinem Leibwächter setzen für die ganze Zeit. Shaul bei der Totenbeschwörerin in En-Dor

28,3 Shmuel aber war gestorben, und ganz Israel hatte ihm die Totenklage gehalten und ihn begraben in seiner Stadt Rama. Und Shaul hatte die Geisterbeschwörer und Zeichendeuter aus dem Lande vertrieben.

28,4 Als nun die Philister sich versammelten und herankamen und sich lagerten bei Schunem, versammelte Shaul auch ganz Israel, und sie lagerten sich auf dem Gebirge Gilboa.

28,5 Als aber Shaul das Heer der Philister sah, fürchtete er sich, und sein Herz verzagte sehr.

28,6 Und er befragte Haschem; aber Haschem antwortete ihm nicht, weder durch Träume noch durch das Los «Licht» noch durch Propheten.

28,7 Da sprach Shaul zu seinen Getreuen: Sucht mir ein Weib, das Tote beschwören kann, daß ich zu ihr gehe und sie befrage. Seine Männer sprachen zu ihm: Siehe, in En-Dor ist ein Weib, das kann Tote beschwören.

28,8 Und Shaul machte sich unkenntlich und zog andere Kleider an und ging hin und zwei Männer mit ihm, und sie kamen bei Nacht zu dem Weibe. Und Shaul sprach: Wahrsage mir, weil du Geister beschwören kannst, und hole mir herauf, wen ich dir nenne.

28,9 Das Weib sprach zu ihm: Siehe, du weißt doch selbst, was Shaul getan hat, wie er die Geisterbeschwörer und Zeichendeuter ausgerottet hat im Lande; warum willst du mir denn eine Falle stellen, daß ich getötet werde?

28,10 Shaul aber schwor ihr bei dem Haschem und sprach: So wahr Haschem lebt: es soll dich in dieser Sache keine Schuld treffen.

28,11 Da sprach das Weib: Wen soll ich dir denn heraufholen? Er sprach: Hol mir Shmuel herauf!

28,12 Als nun das Weib merkte, daß es um Shmuel ging, schrie sie laut und sprach zu Shaul: Warum hast du mich betrogen? Du bist Shaul.

28,13 Und der König sprach zu ihr: Fürchte dich nicht! Was siehst du? Das Weib sprach zu Shaul: Ich sehe einen Geist heraufsteigen aus der Erde.

28,14 Er sprach: Wie ist er gestaltet? Sie sprach: Es kommt ein alter Mann herauf und ist bekleidet mit einem Cohen rock. Da erkannte Shaul, daß es Shmuel war, und neigte sich mit seinem Antlitz zur Erde und fiel nieder.

28,15 Shmuel aber sprach zu Shaul: Warum hast du meine Ruhe gestört, daß du mich heraufsteigen lässest? Shaul sprach: Ich bin in großer Bedrängnis, die Philister kämpfen gegen mich, und Haschem ist von mir gewichen und antwortet mir nicht, weder durch Propheten noch durch Träume; darum hab ich dich rufen lassen, daß du mir kundtust, was ich tun soll.

28,16 Shmuel sprach: Warum willst du mich befragen, da doch Haschem von dir gewichen und dein Feind geworden ist?

28,17 Haschem hat dir getan, wie er durch mich geredet hat, und hat das Königtum aus deiner Hand gerissen und David, deinem Nächsten, gegeben.

28,18 Weil du der Stimme Haschem nicht gehorcht und seinen grimmigen Zorn nicht an aAmalek vollstreckt hast, darum hat Haschem dir das jetzt getan.

28,19 Dazu wird Haschem mit dir auch Israel in die Hände der Philister geben. Morgen wirst du mit deinen Söhnen bei mir sein. Auch wird Haschem das Heer Israels in die Hände der Philister geben.

28,20 Da stürzte Shaul zur Erde, so lang er war, und geriet in große Furcht über die Worte Shmuel s. Auch war keine Kraft mehr in ihm; denn er hatte nichts gegessen den ganzen Tag und die ganze Nacht.

28,21 Und das Weib trat zu Shaul und sah, daß er sehr erschrocken war, und sprach zu ihm: Siehe, deine Magd hat deiner Stimme gehorcht, und ich habe mein Leben aufs Spiel gesetzt, als ich die Worte hörte, die du zu mir gesagt hast.

28,22 So gehorche du nun auch der Stimme deiner Magd! Ich will dir einen Bissen Brot vorsetzen, daß du issest und zu Kräften kommst und deine Straße gehen kannst.

28,23 Er aber weigerte sich und sprach: Ich will nicht essen. Da nötigten ihn seine Männer und das Weib, bis er auf sie hörte. Und er stand auf von der Erde und setzte sich aufs Bett.

28,24 Das Weib aber hatte im Haus ein gemästetes Kalb; das schlachtete sie eilends und nahm Mehl und knetete es und backte ungesäuertes Brot

28,25 und setzte es Shaul und seinen Männern vor. Und als sie gegessen hatten, standen sie auf und gingen fort noch in der Nacht.

29. Kapitel

29,1 Die Philister aber versammelten ihr ganzes Heer bei aAfek, und Israel lagerte sich an der Quelle bei Jesreel.

29,2 Und die Fürsten der Philister zogen daher mit ihren Hundertschaften und Tausendschaften. David aber und seine Männer zogen hinterher mit Achisch.

29,3 Da sprachen die Obersten der Philister: Was sollen diese Hebräer? Achisch sprach zu ihnen: Das ist David, der Knecht Shauls, des Königs von Israel, der nun bei mir gewesen ist Jahr und Tag; ich habe nichts an ihm gefunden seit der Zeit, da er abgefallen ist, bis heute.

29,4 Aber die Obersten der Philister wurden zornig auf ihn und sprachen zu ihm: Schick den Mann zurück! Er soll an den Ort zurückkehren, den du ihm angewiesen hast, damit er nicht mit uns hinziehe zum Kampf und unser Widersacher werde im Kampf. Denn womit könnte er seinem Herrn einen größeren Gefallen tun als mit den Köpfen unserer Männer?

29,5 Ist das denn nicht derselbe David, von dem sie sangen im Reigen: Shaul hat tausend geschlagen, David aber zehntausend?

29,6 Da rief Achisch David und sprach zu ihm: So wahr Haschem lebt: ich halte dich für redlich, und daß du mit mir aus- und einzögest im Heer, gefiele mir gut, denn ich habe nichts Arges an dir gespürt seit der Zeit, da du zu mir gekommen bist, bis heute; aber du gefällst den Fürsten nicht.

29,7 So kehre nun um und zieh hin mit Frieden, damit du nicht tust, was den Fürsten der Philister nicht gefällt.

29,8 David aber sprach zu Achisch: Was hab ich getan, und was hast du gespürt an deinem Knecht seit der Zeit, da ich dir gedient habe, bis heute, daß ich nicht mitziehen darf und kämpfen gegen die Feinde meines Herrn, des Königs?

29,9 Achisch antwortete David: Ich weiß es wohl; denn du bist mir lieb wie ein Engel Haschem's. Aber die Obersten der Philister haben gesagt: Laß ihn nicht mit uns hinaufziehen in den Kampf!

29,10 So mach dich nun früh am Morgen auf mit den Knechten deines Herrn, die mit dir gekommen sind; macht euch früh am Morgen auf und zieht weg, sobald es Tag ist.

29,11 Da machten sich David und seine Männer früh am Morgen auf, um wegzuziehen und ins Philisterland zurückzukehren. Die Philister aber zogen hinauf nach Jesreel.

30. Kapitel

30,1 Als nun David mit seinen Männern am dritten Tage nach Ziklag kam, waren die Amalekiter eingefallen ins Südland und in Ziklag und hatten Ziklag eingenommen und mit Feuer verbrannt

30,2 und hatten die Frauen und alles, was in der Stadt war, klein und groß, gefangengenommen. Sie hatten aber niemand getötet, sondern sie weggeführt und waren abgezogen.

30,3 Als nun David mit seinen Männern zur Stadt kam und sah, daß sie mit Feuer verbrannt war und ihre Frauen, Söhne und Töchter gefangen waren,

30,4 erhoben David und die Leute, die bei ihm waren, ihre Stimme und weinten, bis sie nicht mehr weinen konnten.

30,5 Auch die beiden Frauen Davids waren gefangengenommen worden: Ahinoam, die Jesreeliterin, und Abigajil, Nabals, des Karmeliters, Frau.

30,6 Und David geriet in große Bedrängnis, weil die Leute ihn steinigen wollten; denn die Seele des ganzen Volks war erbittert, ein jeder wegen seiner Söhne und Töchter. David aber stärkte sich in Haschem , seinem Haschem,

30,7 und sprach zu dem Cohen Abjatar, dem Sohn Ahimelechs: Bringe mir den Efod her! Und als Abjatar den Efod zu David gebracht hatte,

30,8 befragte David Haschem und sprach: Soll ich dieser Schar nachjagen, und werde ich sie einholen? Er sprach: Jage ihr nach! Du wirst sie einholen und die Gefangenen befreien.

30,9 Da zog David hin mit den sechshundert Mann, die bei ihm waren. Und als sie an den Bach Besor kamen, blieben etliche zurück.

30,10 David aber und vierhundert Mann jagten der Schar nach; die zweihundert Mann aber, die zurückblieben, waren zu müde, um über den Bach Besor zu gehen.

30,11 Und sie fanden einen Ägypter auf dem Felde; den führten sie zu David und gaben ihm Brot zu essen und Wasser zu trinken

30,12 und gaben ihm ein Stück Feigenkuchen und zwei Rosinenkuchen. Und als er gegessen hatte, kam er wieder zu sich; denn er hatte in drei Tagen und drei Nächten nichts gegessen und kein Wasser getrunken.

30,13 David sprach zu ihm: Zu wem gehörst du? Und woher bist du? Er sprach: Ich bin ein junger Mitzrite, eines Amalekiters Knecht, und mein Herr hat mich zurückgelassen; denn ich wurde vor drei Tagen krank.

30,14 Wir sind eingefallen in das Südland der Kreter und in Juda und in das Südland Kalebs und haben Ziklag mit Feuer verbrannt.

30,15 David sprach zu ihm: Willst du mich hinführen zu dieser Schar? Er sprach: Schwöre mir bei Haschem, daß du mich nicht töten noch in meines Herrn Hand übergeben wirst, so will ich dich hinführen zu dieser Schar.

30,16 Und er führte ihn hin. Und siehe, sie hatten sich ausgebreitet über das ganze Land, aßen und tranken und feierten ein Fest wegen all der großen Beute, die sie mitgenommen hatten aus dem Philisterland und aus Juda.

30,17 Und David schlug sie vom Morgen bis zum Abend des nächsten Tages, so daß keiner von ihnen entrann außer vierhundert jungen Männern; die stiegen auf die Kamele und flohen.

30,18 So gewann David alles zurück, was die Amalekiter genommen hatten, auch seine beiden Frauen,

30,19 und es fehlte nichts, weder klein noch groß, weder Söhne noch Töchter noch Beute noch alles, was sie sich genommen hatten; David brachte es alles zurück

30,20 und nahm die Schafe und Rinder, und sie trieben das Vieh vor David her und sprachen: Das ist Davids Beute.

30,21 Und als David zu den zweihundert Männern kam, die zu müde gewesen waren, um David zu folgen, und am Bach Besor geblieben waren, gingen sie David entgegen und den Leuten, die mit ihm waren. Und David trat zu ihnen und grüßte sie freundlich.

30,22 Da sprachen böse und arglistige Leute unter den Männern, die mit David gezogen waren: Weil sie nicht mit uns gezogen sind, soll man ihnen nichts geben von der Beute, die wir zurückgewonnen haben; sondern jeder nehme nur seine Frau und seine Kinder mit sich und gehe seines Weges.

30,23 Da sprach David: Ihr sollt nicht so tun, meine Brüder, mit dem, was uns Haschem gegeben hat; er hat uns behütet und diese Schar, die über uns gekommen war, in unsere Hände gegeben.

30,24 Wer sollte in dieser Sache auf euch hören? Wie der Anteil derjenigen, die in den Kampf gezogen sind, so soll auch der Anteil derjenigen sein, die beim Troß geblieben sind; jeder soll den gleichen Anteil haben.

30,25 Und so blieb es weiterhin von diesem Tag an; und er machte es zu Satzung und Recht für Israel bis auf diesen Tag.

30,26 Und als David nach Ziklag kam, sandte er von der Beute den Ältesten in Juda, seinen Freunden, und ließ sagen: Da habt ihr eine Segensgabe aus der Beute der Feinde Haschem's, -

30,27 nämlich denen zu Betul, denen zu Rama im Südland, denen zu Jattir, 30,28 denen zu Aroër, denen zu Sifmot, denen zu Eschtemoa,

30,29 denen zu Karmel, denen in den Städten der aJerachmeeliter, denen in den Städten der Keniter, 30,30 denen zu Horma, denen zu Bor-Aschan, denen zu Atach,

30,31 denen zu Hebron und allen Orten, wo David mit seinen Männern aus- und eingegangen war.

31. Kapitel

31,1 Die Philister aber kämpften gegen Israel, und die Männer Israels flohen vor den Philistern und blieben erschlagen liegen auf dem Gebirge Gilboa.

31,2 Und die Philister waren hinter Shaul und seinen Söhnen her und erschlugen Jonatan und Abinadab und Malkischua, die Söhne Shauls.

31,3 Und der Kampf tobte heftig um Shaul, und die Bogenschützen fanden ihn, und er wurde schwer verwundet von den Schützen.

31,4 Da sprach Shaul zu seinem Waffenträger: Zieh dein Schwert und erstich mich damit, daß nicht diese Unbeschnittenen kommen und mich erstechen und treiben ihren Spott mit mir. Aber sein Waffenträger wollte nicht, denn er fürchtete sich sehr. Da nahm Shaul das Schwert und stürzte sich hinein.

31,5 Als nun sein Waffenträger sah, daß Shaul tot war, stürzte auch er sich in sein Schwert und starb mit ihm.

31,6 So starben Shaul und seine drei Söhne und sein Waffenträger und alle seine Männer miteinander an diesem Tage.

31,7 Als aber die Männer Israels, die jenseits der Ebene und gegen den Jordan hin wohnten, sahen, daß die Männer Israels geflohen und Shaul und seine Söhne tot waren, verließen sie die Städte und flohen auch. Da kamen die Philister und wohnten darin.

31,8 Am andern Tage kamen die Philister, um die Erschlagenen auszuplündern, und fanden Shaul und seine drei Söhne, wie sie gefallen auf dem Gebirge Gilboa lagen.

31,9 Da hieben sie ihm sein Haupt ab und nahmen ihm seine Rüstung ab und sandten sie im Philisterland umher, um es zu verkünden im Hause ihrer Götzen und unter dem Volk.

31,10 Und sie legten seine Rüstung in das Haus der Astarte, aber seinen Leichnam hängten sie auf an der Mauer von Bet- Schean.

31,11 Als die Leute von aJabesch in Gilead hörten, was die Philister Shaul angetan hatten,

31,12 machten sich alle streitbaren Männer auf und gingen die ganze Nacht hindurch und nahmen die Leichname Shauls und seiner Söhne von der Mauer zu Bet-Schean und brachten sie nach Jabesch und salbten sie dort.

31,13 Und sie nahmen ihre Gebeine und begruben sie unter dem Tamariskenbaum bei Jabesch und fasteten sieben Tage.

 

 
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