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Das Buch Melechim Alef

DAS ERSTE BUCH KÖNIGE

12. Kapitel

12,1 Und Rehabeam zog nach Sichem, denn ganz Israel war nach Sichem gekommen, um ihn zum König zu machen.

12,2 Und Jerobeam, der Sohn Nebats, hörte das, als er noch in Ägypten war, wohin er vor dem König Salomo geflohen war, und kehrte aus Ägypten zurück.

12,3 Und sie sandten hin und ließen ihn rufen. Und Jerobeam und die ganze Gemeinde Israel kamen und redeten mit Rehabeam und sprachen:

12,4 Dein Vater hat unser Joch zu hart gemacht. Mache du nun den harten Dienst und das schwere Joch leichter, das er uns aufgelegt hat, so wollen wir dir untertan sein.

12,5 Er aber sprach zu ihnen: Geht hin bis zum dritten Tag, dann kommt wieder zu mir. Und das Volk ging hin.

12,6 Und der König Rehabeam hielt einen Rat mit den Ältesten, die vor seinem Vater Salomo gestanden hatten, als er noch lebte, und sprach: Wie ratet ihr, daß wir diesem Volk Antwort geben?

12,7 Sie sprachen zu ihm: Wirst du heute diesem Volk einen Dienst tun und ihnen zu Willen sein und sie erhören und ihnen gute Worte geben, so werden sie dir untertan sein dein Leben lang.

12,8 Aber er kehrte sich nicht an den Rat der Ältesten, den sie ihm gegeben hatten, und hielt einen Rat mit den Jüngeren, die mit ihm aufgewachsen waren und vor ihm standen.

12,9 Und er sprach zu ihnen: Was ratet ihr, daß wir antworten diesem Volk, das zu mir gesagt hat: Mache das Joch leichter, das dein Vater auf uns gelegt hat?

12,10 Und die Jüngeren, die mit ihm aufgewachsen waren, sprachen zu ihm: Du sollst zu dem Volk, das zu dir sagt: «Dein Vater hat unser Joch zu schwer gemacht; mache du es uns leichter», so sagen: Mein kleiner Finger soll dicker sein als meines Vaters Lenden.

12,11 Nun, mein Vater hat auf euch ein schweres Joch gelegt, ich aber will's euch noch schwerer machen. Mein Vater hat euch mit Peitschen gezüchtigt, ich will euch mit Skorpionen züchtigen.

12,12 Als nun Jerobeam und das ganze Volk zu Rehabeam kamen am dritten Tage, wie der König gesagt hatte: Kommt wieder zu mir am dritten Tage,

12,13 da gab der König dem Volk eine harte Antwort und kehrte sich nicht an den Rat, den ihm die Ältesten gegeben hatten,

12,14 und redete mit ihnen nach dem Rat der Jüngeren und sprach: Mein Vater hat euer Joch schwer gemacht, ich aber will's euch noch schwerer machen. Mein Vater hat euch mit Peitschen gezüchtigt, ich aber will euch mit Skorpionen züchtigen.

12,15 So hörte der König nicht auf das Volk; denn so war es bestimmt von Haschem, damit er sein Wort wahr machte, das er durch aAhija von Silo geredet hatte zu Jerobeam, dem Sohn Nebats.

12,16 Als aber ganz Israel sah, daß der König sie nicht hören wollte, gab das Volk dem König Antwort und sprach: Was haben wir für Teil an David oder Erbe am Sohn Isais? Auf zu deinen Hütten, Israel! So sorge nun du für dein Haus, David! - Da ging Israel heim,

12,17 so daß Rehabeam nur über die Israeliten regierte, die in den Städten Judas wohnten.

12,18 Und als der König Rehabeam den Fronvogt Adoram hinsandte, warf ihn ganz Israel mit Steinen zu Tode. Aber der König Rehabeam stieg eilends auf einen Wagen und floh nach Jerusalem.

12,19 Also fiel Israel ab vom Hause David bis auf diesen Tag.

12,20 Als nun ganz Israel hörte, daß Jerobeam zurückgekommen war, sandten sie hin und ließen ihn rufen zu der Gemeinde und machten ihn zum König über ganz Israel; niemand folgte dem Hause David als der Stamm Juda allein.

12,21 Und als Rehabeam nach Jerusalem kam, sammelte er das ganze Haus Juda und den Stamm Benjamin, hundertachtzigtausend streitbare Männer, um gegen das Haus Israel zu kämpfen, und das Königtum an Rehabeam, den Sohn Salomos, zurückzubringen.

12,22 Es kam aber Haschem Wort zu Schemaja, dem Mann Haschem's:

12,23 Sage Rehabeam, dem Sohn Salomos, dem König von Juda, und dem ganzen Hause Juda und Benjamin und dem übrigen Volk und sprich:

12,24 So spricht Haschem: Ihr sollt nicht hinaufziehen und gegen eure Brüder, die von Israel, kämpfen. Jedermann gehe wieder heim, denn das alles ist von mir geschehen. Und sie gehorchten dem Wort Haschem's, kehrten um und gingen heim, wie Haschem gesagt hatte.

12,25 Jerobeam aber baute Sichem auf dem Gebirge Ephraim aus und wohnte darin und zog von da fort und baute Pnuël aus.

12,26 Und Jerobeam dachte in seinem Herzen: Das Königtum wird nun wieder an das Haus David fallen.

12,27 Wenn dies Volk hinaufgeht, um Opfer darzubringen im Hause Haschem's zu Jerusalem, so wird sich das Herz dieses Volks wenden zu ihrem Herrn Rehabeam, dem König von Juda, und sie werden mich umbringen und wieder Rehabeam, dem König von Juda, zufallen.

12,28 Und der König hielt einen Rat und machte zwei goldene Kälber und sprach zum Volk: Es ist zu viel für euch, daß ihr hinauf nachJerusalem geht; siehe, da ist dein Haschem Israel, der dich aus Mitzrayim geführt hat.

12,29 Und er stellte eins in Bethel auf, und das andere tat er nach Dan.

12,30 Und das geriet zur Sünde, denn das Volk ging hin vor das eine in Bethel und vor das andre in Dan.

12,31 Er baute auch ein HöhenMikdash und machte Priester aus allerlei Leuten, die nicht von den Söhnen Levi waren.

12,32 Und er machte ein Fest am fünfzehnten Tag des achten Monats wie das Fest in Juda und opferte auf dem Altar. So tat er in Bethel, daß er den Kälbern opferte, die er gemacht hatte, und bestellte in Bethel Priester für die Höhen, die er gemacht hatte.

12,33 Einst opferte Jerobeam auf dem Altar, den er gemacht hatte in Bethel, am fünfzehnten Tage im achten Monat, den er sich in seinem Herzen ausgedacht hatte, und machte den Israeliten ein Fest und stieg auf den Altar, um zu opfern.

13. Kapitel

13,1 Und siehe, ein Mann Haschem's's kam von Juda auf das Wort Haschem's hin nach Bethel, während Jerobeam noch auf dem Altar stand und opferte.

13,2 Und er rief gegen den Altar auf das Wort Haschem's hin und sprach: Altar, Altar! So spricht Haschem: Siehe, es wird ein Sohn dem Hause David geboren werden, mit Namen Josia; der wird auf dir schlachten die Priester der Höhen, die auf dir opfern, und wird Menschengebein auf dir verbrennen.

13,3 Und er gab an dem Tag ein Wunderzeichen und sprach: Das ist das Zeichen dafür, daß Haschem geredet hat: Siehe, der Altar wird bersten und die Asche verschüttet werden, die darauf ist.

13,4 Als aber der König das Wort von dem Mann Haschem's hörte, der gegen den Altar in Bethel rief, streckte er seine Hand aus auf dem Altar und sprach: Greift ihn! Und seine Hand verdorrte, die er gegen ihn ausgestreckt hatte, und er konnte sie nicht wieder an sich ziehen.

13,5 Und der Altar barst, und die Asche wurde verschüttet vom Altar nach dem Wunderzeichen, das der Mann Haschem's gegeben hatte auf das Wort Haschem's hin.

13,6 Und der König hob an und sprach zu dem Mann Haschem's: Flehe doch Haschem, an und bitte für mich, daß ich meine Hand wieder an mich ziehen kann. Da flehte der Mann Haschem's an, und der König konnte seine Hand wieder an sich ziehen, und sie wurde, wie sie vorher war.

13,7 Und der König redete mit dem Mann Haschem's: Komm mit mir heim und labe dich; ich will dir ein Geschenk geben.

13,8 Aber der Mann Haschem's sprach zum König: Wenn du mir auch die Hälfte deiner Habe geben wolltest, so käme ich doch nicht mit dir; denn ich will an diesem Ort kein Brot essen noch Wasser trinken.

13,9 Denn das ist mir geboten durch Haschem's Wort: Du sollst kein Brot essen und kein Wasser trinken und nicht den Weg zurückgehen, den du gekommen bist.

13,10 Und er ging einen andern Weg und nicht wieder den Weg, den er nach Bethel gekommen war.

13,11 Es wohnte aber ein alter Prophet in Bethel; zu dem kamen seine Söhne und erzählten ihm alles, was der Mann Haschem's getan hatte an diesem Tag in Bethel, und die Worte, die er zum König geredet hatte.

13,12 Und ihr Vater sprach zu ihnen: Wo ist der Weg, den er gezogen ist? Und seine Söhne zeigten ihm den Weg, den der Mann Haschem's gezogen war, der von Juda gekommen war.

13,13 Er aber sprach zu seinen Söhnen: Sattelt mir den Esel! Und als sie ihm den Esel gesattelt hatten, ritt er auf ihm

13,14 und zog dem Mann Haschem's nach und fand ihn unter einer Eiche sitzen und sprach zu ihm: Bist du der Mann Haschem's, der von Juda gekommen ist? Er sprach: Ja.

13,15 Er sprach zu ihm: Komm mit mir heim und iß Brot mit mir!

13,16 Er aber sprach: Ich kann nicht mit dir umkehren und mit dir kommen; ich will auch nicht Brot essen noch Wasser trinken mit dir an diesem Ort.

13,17 Denn es ist zu mir geredet worden durch das Wort Haschem's: Du sollst dort weder Brot essen noch Wasser trinken; du sollst nicht den Weg zurückgehen, den du gekommen bist.

13,18 Er sprach zu ihm: Ich bin auch ein Prophet wie du, und ein Malach hat zu mir geredet auf das Wort Haschem's hin: Führe ihn wieder mit dir heim, daß er Brot esse und Wasser trinke. Er belog ihn aber.

13,19 Und er führte ihn wieder zurück, daß er Brot aß und Wasser trank in seinem Hause.

13,20 Und als sie zu Tisch saßen, kam das Wort Haschem's zum Propheten, der ihn zurückgeführt hatte.

13,21 Und er rief dem Mann Haschem's zu, der von Juda gekommen war: So spricht Haschem: Weil du dem Mund Haschem's ungehorsam gewesen bist und nicht gehalten hast das Gebot, das dir Haschem, geboten hat,

13,22 und umgekehrt bist, Brot gegessen hast und Wasser getrunken an dem Ort, von dem er dir sagte: Du sollst weder Brot essen noch Wasser trinken -, so soll dein Leichnam nicht in deiner Väter Grab kommen.

13,23 Und nachdem er gegessen und getrunken hatte, sattelte man für ihn den Esel des Propheten, der ihn zurückgeführt hatte.

13,24 Und als er seines Weges zog, fand ihn ein Löwe auf dem Wege und tötete ihn. Und sein Leichnam blieb auf dem Wege liegen, und der Esel stand neben ihm, und der Löwe stand neben dem Leichnam.

13,25 Und als Leute vorübergingen, sahen sie den Leichnam auf dem Wege liegen und den Löwen bei dem Leichnam stehen und kamen und sagten es in der Stadt, in der der alte Prophet wohnte.

13,26 Als das der Prophet hörte, der ihn zurückgeführt hatte, sprach er: Es ist der Mann Haschem's, der dem Mund Haschem's ungehorsam gewesen ist. Darum hat ihn Haschem dem Löwen gegeben; der hat ihn zerrissen und getötet nach dem Wort, das ihm Haschem gesagt hat.

13,27 Und er sprach zu seinen Söhnen: Sattelt mir den Esel! Und als sie ihn gesattelt hatten,

13,28 zog er hin und fand den Leichnam auf dem Wege liegen und den Esel und den Löwen neben dem Leichnam stehen. Der Löwe hatte nichts gefressen vom Leichnam und den Esel nicht zerrissen.

13,29 Da hob der Prophet den Leichnam des Mannes Haschem auf und legte ihn auf den Esel und brachte ihn zurück und kam in seine Stadt, um die Totenklage zu halten und ihn zu begraben.

13,30 Und er legte den Leichnam in sein eigenes Grab, und sie hielten ihm die Totenklage: Ach, Bruder!

13,31 Und als sie ihn begraben hatten, sprach er zu seinen Söhnen: Wenn ich sterbe, so begrabt mich in dem Grabe, in dem der Mann Haschem's begraben ist, und legt mein Gebein neben sein Gebein.

13,32 Denn es wird sich erfüllen, was er gerufen hat gegen den Altar in Bethel auf das Wort Haschem's hin und gegen alle Opferstätten auf den Höhen, die in den Städten Samariens sind.

13,33 Aber nach diesem Geschehnis kehrte Jerobeam nicht um von seinem bösen Wege, sondern bestellte wieder Priester für die Höhen aus allem Volk. Wer da wollte, dessen Hand füllte er, und der wurde Priester für die Höhen.

13,34 Und dies geriet zur Sünde dem Hause Jerobeams, so daß es zugrunde gerichtet und von der Erde vertilgt wurde.

14. Kapitel

14,1 Zu der Zeit war Abija, der Sohn Jerobeams, krank.

14,2 Und Jerobeam sprach zu seiner Frau: Mache dich auf und verkleide dich, damit niemand merkt, daß du Jerobeams Frau bist, und geh hin nach Silo. Siehe, dort ist der Prophet Ahija, der mir zugesagt hat, daß ich König sein sollte über dies Volk.

14,3 Und nimm mit dir zehn Brote, Kuchen und einen Krug mit Honig und geh zu ihm, damit er dir sagt, wie es dem Knaben ergehen wird.

14,4 Und Jerobeams Frau tat das und machte sich auf und ging hin nach Silo und kam ins Haus Ahijas.Ahija aber konnte nicht sehen, denn seine Augen standen starr vor Alter.

14,5 Aber Haschem sprach zu Ahija: Siehe, Jerobeams Frau kommt, um dich wegen ihres Sohnes zu befragen; denn er ist krank. So rede nun mit ihr so und so. Als sie nun hineinkam, stellte sie sich fremd.

14,6 Als aber Ahija das Geräusch ihrer Tritte hörte, wie sie zur Tür hereinkam, sprach er: Komm herein, du Frau Jerobeams! Warum stellst du dich so fremd? Ich bin zu dir gesandt als ein harter Bote.

14,7 Geh hin und sage Jerobeam: So spricht Haschem, derHaschem Israels: Ich habe dich erhoben aus dem Volk und zum Fürsten über mein Volk Israel gesetzt

14,8 und habe das Königtum von Davids Hause gerissen und dir gegeben. Du aber bist nicht gewesen wie mein Knecht David, der meine Gebote hielt und mir von ganzem Herzen nachwandelte, daß er nur tat, was mir wohlgefiel.

14,9 Du hast mehr Böses getan als alle, die vor dir gewesen sind, bist hingegangen und hast dir andre Götter gemacht und gegossene Bilder, um mich zum Zorn zu reizen, und hast mir den Rücken gekehrt.

14,10 Darum siehe, ich will Unheil über das Haus Jerobeam bringen und ausrotten von Jerobeam alles, was männlich ist, bis auf den letzten Mann in Israel und will die Nachkommen des Hauses Jerobeam ausfegen, wie man Unrat ausfegt, bis es ganz mit ihm aus ist.

14,11 Wer von Jerobeam stirbt in der Stadt, den sollen die Hunde fressen; wer aber auf dem Felde stirbt, den sollen die Vögel des Himmels fressen; denn Haschem hat's geredet.

14,12 So mache dich nun auf und geh heim; und wenn dein Fuß die Stadt betritt, wird das Kind sterben.

14,13 Und es wird ihm ganz Israel die Totenklage halten, und sie werden ihn begraben; denn dieser allein von Jerobeam wird zu Grabe kommen, weil Haschem, der Haschem Israels, etwas Gutes an ihm gefunden hat im Hause Jerobeam.

14,14 Haschem aber wird sich einen König über Israel erwecken, der wird das Haus Jerobeam ausrotten - wie es heute ist.

14,15 Und Haschem wird Israel schlagen, daß es schwankt, wie das Rohr im Wasser bewegt wird, und wird Israel ausreißen aus diesem guten Lande, das er ihren Vätern gegeben hat, und wird sie zerstreuen jenseits des Euphrat, weil sie sich Ascherabilder gemacht haben, Haschem zu erzürnen.

14,16 Und er wird Israel dahingeben um der Sünden Jerobeams willen, der da gesündigt hat und Israel sündigen gemacht hat.

14,17 Und Jerobeams Frau machte sich auf, ging heim und kam nach Tirza. Und als sie auf die Schwelle des Hauses kam, starb der Knabe.

14,18 Und sie begruben ihn, und ganz Israel hielt ihm die Totenklage nach dem Wort Haschem's, das er geredet hatte durch seinen Knecht Ahija, den Propheten.

14,19 Was mehr von Jerobeam zu sagen ist, wie er Krieg geführt und regiert hat, siehe, das steht geschrieben in der Chronik der Könige von Israel.

14,20 Die Zeit aber, die Jerobeam regierte, sind zweiundzwanzig Jahre. Und er legte sich zu seinen Vätern, und sein Sohn Nadab wurde König an seiner Statt.

14,21 Und Rehabeam, der Sohn Salomos, wurde König in Juda. Einundvierzig Jahre alt war Rehabeam, als er König wurde; und er regierte siebzehn Jahre zu Jerusalem, in der Stadt, die Haschem erwählt hatte aus allen Stämmen Israels, damit er dort seinem Namen eine Stätte bereite. Seine Mutter hieß Naama, eine Ammoniterin.

14,22 Und Juda tat, was Haschem mißfiel; und sie reizten ihn mehr, als alles ihn reizte,was ihre Väter getan hatten mit ihren Sünden, die sie taten.

14,23 Denn auch sie machten sich Höhen, Steinmale und Ascherabilder auf allen hohen Hügeln und unter allen grünen Bäumen.

14,24 Es waren auch Tempelhurer im Lande; und sie taten alle die Greuel der Heiden, die Haschem vor Israel vertrieben hatte.

14,25 Aber im fünften Jahr des Königs Rehabeam zog Schischak, der König von Ägypten, herauf gegen Jerusalem

14,26 und nahm die Schätze aus dem Hause Haschem's und aus dem Hause des Königs, alles, was zu nehmen war, und nahm alle goldenen Schilde, die Salomo hatte machen lassen.

14,27 An ihre Statt ließ der König Rehabeam kupferne Schilde machen und gab sie in die Hand der Obersten der Leibwache, die das Tor hüteten am Hause des Königs.

14,28 Und sooft der König in das Haus Haschem's ging, trug die Leibwache die Schilde und brachte sie wieder in die Wachstube zurück.

14,29 Was aber mehr von Rehabeam zu sagen ist und alles, was er getan hat, siehe, das steht geschrieben in der Chronik der Könige von Juda.

14,30 Es war aber Krieg zwischen Rehabeam und Jerobeam ihr Leben lang.

14,31 Und Rehabeam legte sich zu seinen Vätern und wurde begraben bei seinen Vätern in der Stadt Davids. Und seine Mutter hieß Naama, eine Ammoniterin. Und sein Sohn Abija wurde König an seiner Statt.

15. Kapitel

15,1 Im achtzehnten Jahr des Königs Jerobeam, des Sohnes Nebats, wurde Abija König über Juda

15,2 und regierte drei Jahre zu Jerusalem. Seine Mutter hieß Maacha, eine Tochter Abischaloms.

15,3 Und er wandelte in allen Sünden seines Vaters, die dieser vor ihm getan hatte, und sein Herz war nicht ungeteilt bei Haschem, wie das Herz seines Vaters David.

15,4 Denn um Davids willen gab Haschem, ihm eine Leuchte zu Jerusalem, daß er seinen Sohn nach ihm erweckte und Jerusalem erhielt,

15,5 weil David getan hatte, was Haschem wohlgefiel, und nicht gewichen war von allem, was er ihm gebot, sein Leben lang, außer in der Sache mit Uria, dem Hetiter.

15,6 Es war aber Krieg zwischen Rehabeam und Jerobeam ihr Leben lang.

15,7 Was aber mehr von Abija zu sagen ist und alles, was er getan hat, siehe, das steht geschrieben in der Chronik der Könige von Juda. Es war aber Krieg zwischen Abija und Jerobeam.

15,8 Und Abija legte sich zu seinen Vätern, und sie begruben ihn in der Stadt Davids. Und sein Sohn Asa wurde König an seiner Statt.

15,9 Im zwanzigsten Jahr Jerobeams, des Königs von Israel, wurde Asa König über Juda

15,10 und regierte einundvierzig Jahre zu Jerusalem. Seine Mutter hieß Maacha, eine Tochter Abischaloms.

15,11 Und Asa tat, was Haschem wohlgefiel, wie sein Vater David.

15,12 Er tat die Tempelhurer aus dem Lande und entfernte alle Götzenbilder, die seine Väter gemacht hatten.

15,13 Dazu setzte er auch seine Mutter Maacha ab, daß sie nicht mehr Herrin war, weil sie ein Greuelbild der Aschera gemacht hatte. Und Asa zerschlug ihr Greuelbild und verbrannte es am Bach Kidron.

15,14 Aber die Höhen entfernten sie nicht; jedoch das Herz Asas war ungeteilt bei Haschem sein Leben lang.

15,15 Und das Silber und Gold und die Geräte, die sein Vater gesegnet hatte, und was von ihm selbst gesegnet war, brachte er zum Hause Haschem's.

15,16 Und es war Krieg zwischen Asa und Bascha, dem König von Israel, ihr Leben lang.

15,17 Bascha aber, der König von Israel, zog herauf gegen Juda und baute Rama aus, damit niemand aus- und einziehen sollte bei Asa, dem König von Juda.

15,18 Da nahm Asa alles Silber und Gold, das noch übrig war im Schatz des Hauses Haschem's und im Schatz des Hauses des Königs, und gab's in die Hände seiner Räte und sandte sie zu Ben-Hadad, dem Sohn Tabrimmons, des Sohnes Hesjons, dem König von Aram, der zu Damaskus herrschte, und ließ ihm sagen:

15,19 Es ist ein Bund zwischen mir und dir und zwischen meinem Vater und deinem Vater; darum schicke ich dir ein Geschenk, Silber und Gold, daß du den Bund mit Bascha, dem König von Israel, aufgibst, damit er von mir abzieht.

15,20 Ben-Hadad hörte auf die Bitte des Königs Asa und sandte seine Obersten gegen die Städte Israels und schlug Ijon und Dan und Abel-Bet-Maacha, das ganze Kinneret samt dem ganzen Lande Naftali.

15,21 Als das Bascha hörte, ließ er davon ab, Rama auszubauen, und zog wieder nach Tirza.

15,22 Der König Asa aber bot ganz Juda auf, niemand ausgenommen, und sie nahmen die Steine und das Holz von Rama weg, womit Bascha gebaut hatte; und der König Asa baute damit Geba in Benjamin und Mizpa aus.

15,23 Was aber mehr von Asa zu sagen ist und alle seine tapferen Taten und alles, was er getan hat, und die Städte, die er ausgebaut hat, siehe, das steht geschrieben in der Chronik der Könige von Juda. Nur war er in seinem Alter an seinen Füßen krank.

15,24 Und Asa legte sich zu seinen Vätern und wurde begraben bei seinen Vätern in der Stadt Davids, seines Vaters. Und sein Sohn aJoschafat wurde König an seiner Statt.

15,25 Nadab aber, der Sohn Jerobeams, wurde König über Israel im zweiten Jahr Asas, des Königs von Juda, und regierte über Israel zwei Jahre

15,26 und tat, was Haschem mißfiel, und wandelte in dem Wege seines Vaters und in seiner Sünde, womit dieser Israel sündigen gemacht hatte.

15,27 Aber Bascha, der Sohn Ahijas, aus dem Stamme Issachar, machte eine Verschwörung gegen ihn und erschlug ihn zu Gibbeton, das den Philistern gehörte. Denn Nadab und ganz Israel belagerten Gibbeton.

15,28 So tötete ihn Bascha im dritten Jahr Asas, des Königs von Juda, und wurde König an seiner Statt.

15,29 Als er nun König war, erschlug er das ganze Haus Jerobeam; er ließ auch nicht einen übrig vom Hause Jerobeam, bis er es ganz vertilgt hatte nach dem Wort Haschem's, das er geredet hatte durch seinen Knecht Ahija von Silo,

15,30 um der Sünden Jerobeams willen, die er tat und womit er Israel sündigen machte und Haschem, zum Zorn reizte.

15,31 Was aber mehr von Nadab zu sagen ist und alles, was er getan hat, siehe, das steht geschrieben in der Chronik der Könige von Israel.

15,32 Und es war Krieg zwischen Asa und Bascha, dem König von Israel, ihr Leben lang.

15,33 Im dritten Jahr Asas, des Königs von Juda, wurde Bascha, der Sohn Ahijas, König über ganz Israel und regierte zu Tirza vierundzwanzig Jahre.

15,34 Und er tat, was Haschem mißfiel, und wandelte in dem Wege Jerobeams und in seiner Sünde, womit er Israel sündigen gemacht hatte.

16. Kapitel

16,1 Es kam aber das Wort Haschem's zu Jehu, dem Sohn Hananis, gegen Bascha:

16,2 Weil ich dich aus dem Staub erhoben habe und zum Fürsten gemacht über mein Volk Israel und du doch wandelst in dem Wege Jerobeams und mein Volk Israel sündigen machst, daß sie mich erzürnen durch ihre Sünde,

16,3 siehe, so will ich ausrotten Bascha und sein Haus und will dein Haus machen wie das Haus Jerobeams, des Sohnes Nebats:

16,4 Wer vom Hause Baschas stirbt in der Stadt, den sollen die Hunde fressen; und wer von ihm stirbt auf dem Felde, den sollen die Vögel des Himmels fressen.

16,5 Was aber mehr von Bascha zu sagen ist und was er getan hat und seine tapferen Taten, siehe, das steht geschrieben in der Chronik der Könige von Israel.

16,6 Und Bascha legte sich zu seinen Vätern und wurde begraben zu Tirza. Und sein Sohn Ela wurde König an seiner Statt. -

16,7 Auch war das Wort Haschem's durch den Propheten Jehu, den Sohn Hananis, über Bascha gekommen und über sein Haus wegen all des Unrechts, das er vor Haschem tat, ihn zu erzürnen durch die Werke seiner Hände, daß es ihm ergehen sollte wie dem Hause Jerobeam, und weil er dieses ausgetilgt hatte.

16,8 Im sechsundzwanzigsten Jahr Asas, des Königs von Juda, wurde Ela, der Sohn Baschas, König über Israel und regierte zu Tirza zwei Jahre.

16,9 Aber sein Knecht Simri, der Oberste über die Hälfte der Kriegswagen, machte eine Verschwörung gegen ihn. Er aber war in Tirza, trank und wurde trunken im Hause Arzas, des Hofmeisters in Tirza.

16,10 Und Simri kam hinein und schlug ihn tot im siebenundzwanzigsten Jahr Asas, des Königs von Juda, und wurde König an seiner Statt.

16,11 Und als er König war und auf seinem Thron saß, erschlug er das ganze Haus Bascha und ließ nichts übrig, was männlich war, dazu seine Verwandten und seine Freunde.

16,12 So vertilgte Simri das ganze Haus Bascha nach dem Wort Haschem's, das er über Bascha geredet hatte durch den Propheten Jehu,

16,13 um all der Sünden willen Baschas und seines Sohnes Ela, die sie taten und durch die sie Israel sündigen machten, Haschem, Haschem Israels, zu erzürnen durch ihre Abgötterei. -

16,14 Was aber mehr von Ela zu sagen ist und alles, was er getan hat, siehe, das steht geschrieben in der Chronik der Könige von Israel.

16,15 Im siebenundzwanzigsten Jahr Asas, des Königs von Juda, wurde Simri König und regierte sieben Tage zu Tirza. Und das Volk lag vor Gibbeton, das den Philistern gehörte.

16,16 Als aber das Volk im Lager sagen hörte, daß Simri eine Verschwörung gemacht und auch den König erschlagen hätte, da machte ganz Israel am selben Tag im Lager Omri, den Feldhauptmann, zum König über Israel.

16,17 Und Omri zog herauf und ganz Israel mit ihm von Gibbeton, und sie belagerten Tirza.

16,18 Als aber Simri sah, daß die Stadt eingenommen werden würde, ging er in den Burgturm im Hause des Königs und verbrannte sich mit dem Hause des Königs und starb

16,19 um seiner Sünden willen, die er getan hatte, dadurch daß er tat, was Haschem mißfiel, und wandelte in dem Wege Jerobeams und in seiner Sünde, die er tat, daß er Israel sündigen machte. -

16,20 Was aber mehr von Simri zu sagen ist und wie er eine Verschwörung machte, siehe, das steht geschrieben in der Chronik der Könige von Israel.

16,21 Damals teilte sich das Volk Israel in zwei Teile. Eine Hälfte hing Tibni an, dem Sohn Ginats, und machte ihn zum König, die andere Hälfte aber hing Omri an.

16,22 Aber das Volk, das Omri anhing, wurde stärker als das Volk, das Tibni anhing, dem Sohn Ginats. Und Tibni starb; da wurde Omri König.

16,23 Im einunddreißigsten Jahr Asas, des Königs von Juda, wurde Omri König über Israel und regierte zwölf Jahre, und davon zu Tirza sechs Jahre.

16,24 Er kaufte den Berg Samaria von Schemer für zwei Zentner Silber und baute auf dem Berg eine Stadt und nannte sie Samaria nach dem Namen Schemers, dem der Berg gehört hatte.

16,25 Und Omri tat, was Haschem mißfiel, und trieb es ärger als alle, die vor ihm gewesen waren,

16,26 und wandelte in allen Wegen Jerobeams, des Sohnes Nebats, und in seiner Sünde, durch die dieser Israel sündigen machte, daß sie Haschem, Haschem Israels, erzürnten durch ihre Abgötterei.

16,27 Was aber mehr von Omri zu sagen ist und alles, was er getan hat, und seine tapferen Taten, siehe, das steht geschrieben in der Chronik der Könige von Israel.

16,28 Und Omri legte sich zu seinen Vätern und wurde begraben zu Samaria. Und sein Sohn Ahab wurde König an seiner Statt.

16,29 Im achtunddreißigsten Jahr Asas, des Königs von Juda, wurde Ahab, der Sohn Omris, König über Israel und regierte über Israel zu Samaria zweiundzwanzig Jahre

16,30 und tat, was Haschem mißfiel, mehr als alle, die vor ihm gewesen waren.

16,31 Es war noch das Geringste, daß er wandelte in der Sünde Jerobeams, des Sohnes Nebats; er nahm sogar Isebel, die Tochter Etbaals, des Königs der Sidonier, zur Frau und ging hin und diente Baal und betete ihn an

16,32 und richtete ihm einen Altar auf im Tempel Baals, den er ihm zu Samaria baute,

16,33 und machte ein Bild der Aschera, so daß Ahab mehr tat, Haschem, zu erzürnen, als alle Könige von Israel, die vor ihm gewesen waren.

16,34 Zur selben Zeit baute Hïl von Bethel Jericho wieder auf. Es kostete ihn seinen erstgeborenen Sohn Abiram, als er den Grund legte, und seinen jüngsten Sohn Segub, als er die Tore einsetzte, nach dem Wort Haschem's, das er geredet hatte durch Josua, den Sohn Nuns.

17. Kapitel

17,1 Und es sprach Eliyah, der Tischbiter, aus Tischbe in Gilead zu Ahab: So wahr Haschem, der Haschem Israels, lebt, vor dem ich stehe: es soll diese Jahre weder Tau noch Regen kommen, ich sage es denn.

17,2 Da kam das Wort Haschem's zu ihm:

17,3 Geh weg von hier und wende dich nach Osten und verbirg dich am Bach Krit, der zum Jordan fließt.

17,4 Und du sollst aus dem Bach trinken, und ich habe den Raben geboten, daß sie dich dort versorgen sollen.

17,5 Er aber ging hin und tat nach dem Wort Haschem's und setzte sich nieder am Bach Krit, der zum Jordan fließt.

17,6 Und die Raben brachten ihm Brot und Fleisch des Morgens und des Abends, und er trank aus dem Bach.

17,7 Und es geschah nach einiger Zeit, daß der Bach vertrocknete; denn es war kein Regen im Lande.

17,8 Da kam das Wort Haschem's zu ihm:

17,9 Mach dich auf und geh nach Zarpat, das bei Sidon liegt, und bleibe dort; denn ich habe dort einer Witwe geboten, dich zu versorgen.

17,10 Und er machte sich auf und ging nach Zarpat. Und als er an das Tor der Stadt kam, siehe, da war eine Witwe, die las Holz auf. Und er rief ihr zu und sprach: Hole mir ein wenig Wasser im Gefäß, daß ich trinke!

17,11 Und als sie hinging zu holen, rief er ihr nach und sprach: Bringe mir auch einen Bissen Brot mit!

17,12 Sie sprach: So wahr Haschem, dein Haschem, lebt: ich habe nichts Gebackenes, nur eine Handvoll Mehl im Topf und ein wenig Öl im Krug. Und siehe, ich hab ein Scheit Holz oder zwei aufgelesen und gehe heim und will mir und meinem Sohn zurichten, daß wir essen - und sterben.

17,13 Eliyah sprach zu ihr: Fürchte dich nicht! Geh hin und mach's, wie du gesagt hast. Doch mache zuerst mir etwas Gebackenes davon und bringe mir's heraus; dir aber und deinem Sohn sollst du danach auch etwas backen.

17,14 Denn so spricht Haschem: Das Mehl im Topf soll nicht verzehrt werden, und dem Ölkrug soll nichts mangeln bis auf den Tag, an dem Haschem regnen lassen wird auf Erden.

17,15 Sie ging hin und tat, wie Eliyah gesagt hatte. Und er aß und sie auch und ihr Sohn Tag um Tag.

17,16 Das Mehl im Topf wurde nicht verzehrt, und dem Ölkrug mangelte nichts nach dem Wort Haschem's, das er durch Eliyah geredet hatte.

17,17 Und nach diesen Geschichten wurde der Sohn seiner Hauswirtin krank, und seine Krankheit wurde so schwer, daß kein Odem mehr in ihm blieb.

17,18 Und sie sprach zu Eliyah: Was hab ich mit dir zu schaffen, du Mann Haschem's? Du bist zu mir gekommen, daß meiner Sünde gedacht und mein Sohn getötet würde.

17,19 Er sprach zu ihr: Gib mir deinen Sohn! Und er nahm ihn von ihrem Schoß und ging hinauf ins Obergemach, wo er wohnte, und legte ihn auf sein Bett

17,20 und rief Haschem an und sprach: Haschem, tust du sogar der Witwe, bei der ich ein Gast bin, so Böses an, daß du ihren Sohn tötest?

17,21 Und er legte sich auf das Kind dreimal und rief Haschem an und sprach: Haschem, laß sein Leben in dies Kind zurückkehren!

17,22 Und Haschem erhörte die Stimme Eliyahs, und das Leben kehrte in das Kind zurück, und es wurde wieder lebendig.

17,23 Und Eliyah nahm das Kind und brachte es hinab vom Obergemach ins Haus und gab es seiner Mutter und sprach: Sieh da, dein Sohn lebt!

17,24 Und die Frau sprach zu Eliyah: Nun erkenne ich, daß du ein Mann Haschem's bist, und SEIN Wort in deinem Munde ist Wahrheit.

18. Kapitel

18,1 Nach einer langen Zeit kam das Wort Haschem's zu Eliyah, im dritten Jahr: Geh hin und zeige dich Ahab, denn ich will regnen lassen auf die Erde.

18,2 Und Eliyah ging hin, um sich Ahab zu zeigen. Es war aber eine große Hungersnot in Samaria.

18,3 Und Ahab rief Obadja, seinen Hofmeister - Obadja aber fürchtete Haschem sehr;

18,4 denn als Isebel die Propheten Haschem's ausrottete, nahm Obadja hundert Propheten und versteckte sie in Höhlen, hier fünfzig und da fünfzig, und versorgte sie mit Brot und Wasser -;

18,5 und Ahab sprach zu Obadja: Wohlan, wir wollen durchs Land ziehen zu allen Wasserquellen und Bächen, ob wir Gras finden und die Rosse und Maultiere erhalten könnten, damit nicht alles Vieh umkommt.

18,6 Und sie teilten sich ins Land, daß sie es durchzogen. Ahab zog allein auf dem einen Weg und Obadja auch allein auf dem andern Weg.

18,7 Als nun Obadja auf dem Wege war, siehe, da begegnete ihm Eliyah. Und als er ihn erkannte, fiel er auf sein Antlitz und sprach: Bist du es nicht, Eliyah, mein Herr?

18,8 Er sprach: Ja! Geh hin und sage deinem Herrn: Siehe, Eliyah ist da!

18,9 Obadja aber sprach: Was hab ich gesündigt, daß du deinen Knecht in die Hände Ahabs geben willst, daß er mich tötet?

18,10 So wahr Haschem, dein Haschem, lebt: es gibt kein Volk noch Königreich, wohin mein Herr nicht gesandt hat, dich zu suchen. Und wenn sie sprachen: Er ist nicht hier, nahm er einen Eid von dem Königreich und Volk, daß man dich nicht gefunden hätte.

18,11 Und nun sprichst du: Geh hin, sage deinem Herrn: Siehe, Eliyah ist da!

18,12 Wenn ich nun hinginge von dir, so könnte dich der Geist Haschem's entführen, und ich wüßte nicht wohin; und wenn ich dann käme und sagte es Ahab an und er fände dich nicht, so tötete er mich. Und doch fürchtet dein Knecht Haschem von seiner Jugend auf.

18,13 Ist's meinem Herrn Eliyah nicht angesagt, was ich getan habe, als Isebel die Propheten Haschem's tötete? Daß ich von den Propheten Haschem's hundert versteckte, hier fünfzig und da fünfzig, in Höhlen und versorgte sie mit Brot und Wasser?

18,14 Und nun sprichst du: Geh hin, sage deinem Herrn: Eliyah ist da! Dann wird er mich töten.

18,15 Eliyah sprach: So wahr Haschem lebt, vor dem ich stehe: ich will mich ihm heute zeigen.

18,16 Da ging Obadja hin Ahab entgegen und sagte es ihm an. Und Ahab ging hin Eliyah entgegen.

18,17 Und als Ahab Eliyah sah, sprach Ahab zu ihm: Bist du nun da, der Israel ins Unglück stürzt?

18,18 Er aber sprach: Nicht ich stürze Israel ins Unglück, sondern du und deines Vaters Haus dadurch, daß ihr Haschem's Gebote verlassen habt und wandelt den Baalen nach.

18,19 Wohlan, so sende nun hin und versammle zu mir ganz Israel auf den Berg Karmel und die vierhundertundfünfzig Propheten Baals, auch die vierhundert Propheten der Aschera, die vom Tisch Isebels essen.

18,20 So sandte Ahab hin zu ganz Israel und versammelte die Propheten auf den Berg Karmel.

18,21 Da trat Eliyah zu allem Volk und sprach: Wie lange hinket ihr auf beiden Seiten? Ist Haschem euer Haschem, so wandelt ihm nach, ist's aber Baal, so wandelt ihm nach. Und das Volk antwortete ihm nichts.

18,22 Da sprach Eliyah zum Volk: Ich bin allein übriggeblieben als Prophet Haschem's, aber die Propheten Baals sind vierhundertundfünfzig Mann.

18,23 So gebt uns nun zwei junge Stiere und laßt sie wählen einen Stier und ihn zerstücken und aufs Holz legen, aber kein Feuer daran legen; dann will ich den andern Stier nehmen und aufs Holz legen und auch kein Feuer daran legen.

18,24 Und ruft ihr den Namen eures Gottes an, aber ich will den Namen Haschem's anrufen. Welcher Haschem nun mit Feuer antworten wird, der ist wahrhaftig Haschem. Und das ganze Volk antwortete und sprach: Das ist recht.

18,25 Und Eliyah sprach zu den Propheten Baals: Wählt ihr einen Stier und richtet zuerst zu, denn ihr seid viele, und ruft den Namen eures Haschem an, aber legt kein Feuer daran.

18,26 Und sie nahmen den Stier, den man ihnen gab, und richteten zu und riefen den Namen Baals an vom Morgen bis zum Mittag und sprachen: Baal, erhöre uns! Aber es war da keine Stimme noch Antwort. Und sie hinkten um den Altar, den sie gemacht hatten.

18,27 Als es nun Mittag wurde, verspottete sie Eliyah und sprach: Ruft laut! Denn er ist ja ein Haschem; er ist in Gedanken oder hat zu schaffen oder ist über Land oder schläft vielleicht, daß er aufwache.

18,28 Und sie riefen laut und ritzten sich mit Messern und Spießen nach ihrer Weise, bis ihr Blut herabfloß.

18,29 Als aber der Mittag vergangen war, waren sie in Verzückung bis um die Zeit, zu der man das Speisopfer darbringt; aber da war keine Stimme noch Antwort noch einer, der aufmerkte.

18,30 Da sprach Eliyah zu allem Volk: Kommt her zu mir! Und als alles Volk zu ihm trat, baute er den Altar Haschem's wieder auf, der zerbrochen war,

18,31 und nahm zwölf Steine nach der Zahl der Stämme der Söhne Jakobs - zu dem das Wort Haschem's ergangen war: Du sollst Israel heißen -

18,32 und baute von den Steinen einen Altar im Namen Haschem's und machte um den Altar her einen Graben, so breit wie für zwei Kornmaß Aussaat,

18,33 und richtete das Holz zu und zerstückte den Stier und legte ihn aufs Holz.

18,34 Und Eliyah sprach: Holt vier Eimer voll Wasser und gießt es auf das Brandopfer und aufs Holz! Und er sprach: Tut's noch einmal! Und sie taten's noch einmal. Und er sprach: Tut's zum drittenmal! Und sie taten's zum drittenmal.

18,35 Und das Wasser lief um den Altar her, und der Graben wurde auch voll Wasser.

18,36 Und als es Zeit war, das Speisopfer zu opfern, trat der Prophet Eliyah herzu und sprach: Haschem, Haschem Abrahams, Isaaks und Israels, laß heute kundwerden, daß du Haschem in Israel bist und ich dein Knecht und daß ich das alles nach deinem Wort getan habe!

18,37 Erhöre mich, Haschem, erhöre mich, damit dies Volk erkennt, daß du, Haschem, Haschem bist und ihr Herz wieder zu dir kehrst!

18,38 Da fiel das Feuer Haschem's herab und fraß Brandopfer, Holz, Steine und Erde und leckte das Wasser auf im Graben.

18,39 Als das alles Volk sah, fielen sie auf ihr Angesicht und sprachen: Haschem ist Haschem, Haschem ist Haschem!

18,40 Eliyah aber sprach zu ihnen: Greift die Propheten Baals, daß keiner von ihnen entrinne! Und sie ergriffen sie. Und Eliyah führte sie hinab an den Bach Kischon und tötete sie daselbst.

18,41 Und Eliyah sprach zu Ahab: Zieh hinauf, iß und trink; denn es rauscht, als wollte es sehr regnen.

18,42 Und als Ahab hinaufzog, um zu essen und zu trinken, ging Eliyah auf den Gipfel des Karmel und bückte sich zur Erde und hielt sein Haupt zwischen seine Knie

18,43 und sprach zu seinem Diener: Geh hinauf und schaue zum Meer! Er ging hinauf und schaute und sprach: Es ist nichts da. Eliyah sprach: Geh wieder hin, und der Diener ging wieder hin, siebenmal.

18,44 Und beim siebentenmal sprach er: Siehe, es steigt eine kleineWolke auf aus dem Meer wie eines Mannes Hand. Eliyah sprach: Geh hin und sage Ahab: Spann an und fahre hinab, damit dich der Regen nicht aufhält!

18,45 Und ehe man sich's versah, wurde der Himmel schwarz von Wolken und Wind, und es kam ein großer Regen. Ahab aber fuhr hinab nach Jesreel.

18,46 Und die Hand Haschem's kam über Eliyah, und er gürtete seine Lenden und lief vor Ahab hin, bis er kam nach Yisrael.

19. Kapitel

19,1 Und Ahab sagte Isebel alles, was Eliyah getan hatte und wie er alle Propheten Baals mit dem Schwert umgebracht hatte.

19,2 Da sandte Isebel einen Boten zu Eliyah und ließ ihm sagen: Die Götter sollen mir dies und das tun, wenn ich nicht morgen um diese Zeit dir tue, wie du diesen getan hast!

19,3 Da fürchtete er sich, machte sich auf und lief um sein Leben und kam nach Beerscheba in Juda und ließ seinen Diener dort.

19,4 Er aber ging hin in die Wüste eine Tagereise weit und kam und setzte sich unter einen Wacholder und wünschte sich zu sterben und sprach: Es ist genug, so nimm nun, Haschem, meine Seele; ich bin nicht besser als meine Väter.

19,5 Und er legte sich hin und schlief unter dem Wacholder. Und siehe, ein Malach rührte ihn an und sprach zu ihm: Steh auf und iß!

19,6 Und er sah sich um, und siehe, zu seinen Häupten lag ein geröstetes Brot und ein Krug mit Wasser. Und als er gegessen und getrunken hatte, legte er sich wieder schlafen.

19,7 Und der Malach Haschem's kam zum zweitenmal wieder und rührte ihn an und sprach: Steh auf und iß! Denn du hast einen weiten Weg vor dir.

19,8 Und er stand auf und aß und trank und ging durch die Kraft der Speise vierzig Tage und vierzig Nächte bis zum Berg Haschem's, dem Horeb.

19,9 Und er kam dort in eine Höhle und blieb dort über Nacht. Und siehe, das Wort Haschem's kam zu ihm: Was machst du hier, Eliyah?

19,10 Er sprach: Ich habe geeifert für Haschem; denn Israel hat deinen Bund verlassen und deine Altäre zerbrochen und deine Propheten mit dem Schwert getötet, und ich bin allein übriggeblieben, und sie trachten danach, daß sie mir mein Leben nehmen.

19,11 Haschem sprach: Geh heraus und tritt hin auf den Berg vor MIR! Und siehe, ich werde vorübergehen. Und ein großer, starker Wind, der die Berge zerriß und die Felsen zerbrach, kam vor Haschem her; aber Haschem war nicht im Winde. Nach dem Wind aber kam ein Erdbeben; aber Haschem war nicht im Erdbeben.

19,12 Und nach dem Erdbeben kam ein Feuer; aber Haschem war nicht im Feuer. Und nach dem Feuer kam ein stilles, sanftes Sausen.

19,13 Als das Eliyah hörte, verhüllte er sein Antlitz mit seinem Mantel und ging hinaus und trat in den Eingang der Höhle. Und siehe, da kam eine Stimme zu ihm und sprach: Was hast du hier zu tun, Eliyah?

19,14 Er sprach: Ich habe für Haschem, geeifert; denn Israel hat deinen Bund verlassen, deine Altäre zerbrochen, deine Propheten mit dem Schwert getötet, und ich bin allein übriggeblieben, und sie trachten danach, daß sie mir das Leben nehmen.

19,15 Aber Haschem sprach zu ihm: Geh wieder deines Weges durch die Wüste nach Damaskus und geh hinein und salbe Hasaël zum König über Aram

19,16 und aJehu, den Sohn Nimschis, zum König über Israel und Elisa, den Sohn Schafats, von Abel-Mehola zum Propheten an deiner Statt.

19,17 Und es soll geschehen: Wer dem Schwert Hasaëls entrinnt, den soll Jehu töten, und wer dem Schwert Jehus entrinnt, den soll Elisa töten.

19,18 Und ich will übriglassen siebentausend in Israel, alle Knie, die sich nicht gebeugt haben vor Baal, und jeden Mund, der ihn nicht geküßt hat.

19,19 Und Eliyah ging von dort weg und fand Elisa, den Sohn Schafats, als er pflügte mit zwölf Jochen vor sich her, und er war selbst bei dem zwölften. Und Eliyah ging zu ihm und warf seinen Mantel über ihn.

19,20 Und er verließ die Rinder und lief Eliyah nach und sprach: Laß mich meinen Vater und meine Mutter küssen, dann will ich dir nachfolgen. Er sprach zu ihm: Wohlan, kehre um! Bedenke, was ich dir getan habe!

19,21 Und Elisa wandte sich von ihm weg und nahm ein Joch Rinder und opferte es und mit den Jochen der Rinder kochte er das Fleisch und gab's den Leuten, daß sie aßen. Und er machte sich auf und folgte Eliyah nach und diente ihm.

20. Kapitel

20,1 Und Ben-Hadad, der König von Aram, versammelte seine ganze Streitmacht, und es waren zweiunddreißig Könige mit ihm und Roß und Wagen. Und er zog herauf und belagerte Samaria und kämpfte gegen die Stadt

20,2 und sandte Boten zu Ahab, dem König von Israel, in die Stadt und ließ ihm sagen:

20,3 So spricht Ben-Hadad: Dein Silber und dein Gold ist mein, und deine Frauen und deine besten Söhne sind auch mein.

20,4 Der König von Israel antwortete und sprach: Mein Herr und König, wie du geredet hast! Ich bin dein und alles, was ich habe.

20,5 Aber die Boten kamen zurück und sprachen: So spricht Ben-Hadad: Ich habe zu dir gesandt und sagen lassen: Dein Silber und dein Gold, deine Frauen und deine Söhne sollst du mir geben.

20,6 Doch will ich morgen um diese Zeit meine Leute zu dir senden, daß sie dein Haus und die Häuser deiner Untertanen durchsuchen, und was ihnen gefällt, sollen sie nehmen und wegtragen.

20,7 Da rief der König von Israel alle Ältesten des Landes zu sich und sprach: Merkt doch und seht, wie böse er's meint! Er hat zu mir gesandt um meine Frauen und Söhne, Silber und Gold, und ich hab ihm nichts verweigert.

20,8 Da sprachen zu ihm alle Ältesten und alles Volk: Du sollst nicht gehorchen und nicht einwilligen.

20,9 Und Ahab sprach zu den Boten Ben- Hadads: Sagt meinem Herrn, dem König: Alles, was du zuerst deinem Knecht entboten hast, will ich tun; aber dies kann ich nicht tun. Und die Boten gingen hin und sagten ihm das wieder.

20,10 Da sandte Ben-Hadad zu ihm und ließ ihm sagen: Die Götter sollen mir dies und das tun, wenn der Staub Samarias genug sein sollte, die Hände der Leute zu füllen, die mit mir ziehen!

20,11 Aber der König von Israel antwortete: Sagt ihm: Wer den Harnisch anlegt, soll sich nicht rühmen wie der, der ihn abgelegt hat.

20,12 Als das Ben-Hadad hörte, der gerade mit den Königen in den Zelten trank, sprach er zu seinen Leuten: Greift an! Und sie griffen die Stadt an.

20,13 Und siehe, ein Prophet trat zu Ahab, dem König von Israel, und sprach: So spricht Haschem: Siehstdu diese große Menge? Wahrlich, ich will sie heute in deine Hand geben, daß du wissen sollst: Ich bin Haschem.

20,14 Ahab sprach: Durch wen soll's geschehen? Er sprach: So spricht Haschem: Durch die Leute der Landvögte. Ahab sprach: Wer soll die Schlacht beginnen? Er sprach: Du.

20,15 Da zählte Ahab die Leute der Landvögte, und es waren zweihundertzweiunddreißig; und nach ihnen zählte er das ganze Volk Israel, und es waren siebentausend Mann.

20,16 Und sie zogen aus am Mittag. Ben- Hadad aber trank und war trunken im Zeltlager samt den zweiunddreißig Königen, die ihm zu Hilfe gekommen waren.

20,17 Und die Leute der Landvögte zogen zuerst aus. Ben-Hadad aber hatte Leute ausgesandt; die brachten ihm Botschaft und sprachen: Es ziehen Männer aus Samaria heran.

20,18 Er sprach: Greift sie lebendig, ob sie nun zum Frieden oder zum Kampf ausgezogen sind!

20,19 Als aber die Leute der Landvögte aus der Stadt herausgezogen waren und das Heer ihnen nach,

20,20 erschlug jeder den, der vor ihn kam. Und die Aramäer flohen, und Israel jagte ihnen nach. Aber Ben-Hadad, der König von Aram, entrann auf einem Roß, und Gespanne mit ihm.

20,21 Und der König von Israel zog aus und schlug Roß und Wagen. So schlug er die Aramäer in einer großen Schlacht.

20,22 Da trat der Prophet zum König von Israel und sprach zu ihm: Wohlan, rüste dich und merke auf und sieh zu, was du tust! Denn der König von Aram wird gegen dich heraufziehen, wenn das Jahr um ist.

20,23 Aber die Großen des Königs von Aram sprachen zu ihm: Ihre Götter sind Berggötter, darum haben sie uns überwunden. Aber wenn wir mit ihnen in der Ebene kämpfen könnten - was gilt's, wir wollten sie überwinden!

20,24 Tu nun das: Setze die Könige alle ab und setze Statthalter an ihre Stelle

20,25 und schaffe dir ein Heer, wie das Heer war, das du verloren hast, und ebensoviele Rosse und Wagen wie zuvor, und laß uns gegen sie kämpfen in der Ebene - was gilt's, wir werden sie überwinden! Er gehorchte ihrer Stimme und tat das.

20,26 Als nun das Jahr um war, bot Ben-Hadad die Aramäer auf und zog herauf nach Afek, um gegen Israel zu kämpfen.

20,27 Und Israel wurde auch aufgeboten, versorgte sich und zog hin ihnen entgegen und lagerte sich ihnen gegenüber wie zwei kleine Herden Ziegen. Von den Aramäern aber war das Land voll.

20,28 Und es trat der Mann Haschem's herzu und sprach zum König von Israel: So spricht Haschem: Weil dieAramäer gesagt haben, Haschem sei der Haschem der Berge und nicht der Haschem der Täler, so habe ich diese große Menge in deine Hand gegeben, damit ihr erkennt: Ich bin Haschem.

20,29 Und sie lagen einander gegenüber sieben Tage. Am siebenten Tage zogen sie in den Kampf, und Israel schlug von den Aramäern hunderttausend Mann Fußvolk an einem Tag.

20,30 Und die übrigen flohen nach Afek in die Stadt, und die Mauer fiel auf die Übriggebliebenen, siebenundzwanzigtausend Mann. Und auch Ben-Hadad floh in die Stadt und verkroch sich von einer Kammer in die andere.

20,31 Da sprachen seine Großen zu ihm: Siehe, wir haben gehört, daß die Könige des Hauses Israel barmherzige Könige sind. So laßt uns Säcke um unsere Lenden tun und Stricke um unsere Köpfe und zum König von Israel hinausgehen; vielleicht läßt er dich am Leben.

20,32 Und sie gürteten Säcke um ihre Lenden und Stricke um ihre Köpfe und kamen zum König von Israel und sprachen: Dein Knecht Ben-Hadad läßt dir sagen: Laß mich doch am Leben! Er aber sprach: Lebt er noch? Er ist mein Bruder!

20,33 Und die Männer nahmen es als ein gutes Zeichen und sprachen: Ja, Ben- Hadad ist dein Bruder. Er sprach: Geht und bringt ihn! Da ging Ben-Hadad zu ihm heraus. Und Ahab ließ ihn auf den Wagen steigen.

20,34 Und Ben-Hadad sprach zu ihm: Die Städte, die mein Vater deinem Vater genommen hat, will ich dir zurückgeben, und mache du dir Märkte in Damaskus, wie mein Vater in Samaria getan hat. Und Ahab sprach: Ich will dich auf diesen Bund hin ziehen lassen. Da schloß er mit ihm den Bund und ließ ihn ziehen.

20,35 Da sprach ein Mann von den Prophetenjüngern zu seinem Nächsten auf Haschem's Gebot: Schlage mich! Er aber weigerte sich, ihn zu schlagen.

20,36 Da sprach er zu ihm: Weil du der Stimme Haschem's nicht gehorcht hast, siehe, so wird dich ein Löwe schlagen, wenn du von mir gehst. Und als er von ihm ging, fand ihn ein Löwe und schlug ihn.

20,37 Und der Prophet fand einen andern Mann und sprach: Schlage mich! Und der Mann schlug ihn wund.

20,38 Da ging der Prophet hin, trat an den Weg, den der König zog, und verhüllte sein Angesicht mit einer Binde.

20,39 Und als der König vorüberzog, rief er den König an und sprach: Dein Knecht war ausgezogen in die Schlacht. Und siehe, ein Mann trat zu mir und brachte mir einen und sprach: Bewache diesen Mann; wenn man ihn vermissen wird, so soll dein Leben für sein Leben einstehen, oder du sollst einen Zentner Silber zahlen.

20,40 Und als dein Knecht hier und da zu tun hatte, war der Mann nicht mehr da. Der König von Israel sprach zu ihm: Das ist dein Urteil; du hast's selbst gefällt.

20,41 Da tat er eilends die Binde von seinem Angesicht, und der König von Israel erkannte, daß er einer der Propheten war.

20,42 Und er sprach zu ihm: So spricht Haschem: Weil du den Mann, auf dem mein Bann lag, von dir gelassen hast, so soll dein Leben für sein Leben einstehen und dein Volk für sein Volk.

20,43 Aber der König von Israel zog heim, voller Unmut und zornig, und kam nach Samaria.

21. Kapitel

21,1 Nach diesen Geschichten begab es sich: Nabot, ein Jesreeliter, hatte einen Weinberg in Jesreel, bei dem Palast Ahabs, des Königs von Samaria.

21,2 Und Ahab redete mit Nabot und sprach: Gib mir deinen Weinberg; ich will mir einen Kohlgarten daraus machen, weil er so nahe an meinem Hause liegt. Ich will dir einen besseren Weinberg dafür geben, oder, wenn dir's gefällt, will ich dir Silber dafür geben, soviel er wert ist.

21,3 Aber Nabot sprach zu Ahab: Das lasse Haschem fern von mir sein, daß ich dir meiner Väter Erbe geben sollte!

21,4 Da kam Ahab heim voller Unmut und zornig um des Wortes willen, das Nabot, der Jesreeliter, zu ihm gesagt hatte: Ich will dir meiner Väter Erbe nicht geben. Und er legte sich auf sein Bett und wandte sein Antlitz ab und aß nicht.

21,5 Da kam seine Frau Isebel zu ihm hinein und redete mit ihm: Was ist's, daß dein Geist so voller Unmut ist und daß du nicht issest?

21,6 Er sprach zu ihr: Ich habe mit Nabot, dem Jesreeliter, geredet und gesagt: Gib mir deinen Weinberg für Geld, oder, wenn es dir lieber ist, will ich dir einen andern dafür geben. Er aber sprach: Ich will dir meinen Weinberg nicht geben.

21,7 Da sprach seine Frau Isebel zu ihm: Du bist doch König über Israel! Steh auf und iß und sei guten Mutes! Ich werde dir den Weinberg Nabots, des Jesreeliters, verschaffen.

21,8 Und sie schrieb Briefe unter Ahabs Namen und versiegelte sie mit seinem Siegel und sandte sie zu den Ältesten und Oberen, die mit Nabot in seiner Stadt wohnten.

21,9 Und schrieb in den Briefen: Laßt ein Fasten ausrufen und setzt Nabot obenan im Volk,

21,10 und stellt ihm zwei ruchlose Männer gegenüber, die da zeugen und sprechen: Du hast Haschem und den König gelästert! Und führt ihn hinaus und steinigt ihn, daß er stirbt.

21,11 Und die Ältesten und Oberen, die mit ihm in seiner Stadt wohnten, taten, wie ihnen Isebel entboten hatte, wie sie in den Briefen geschrieben hatte, die sie zu ihnen sandte,

21,12 und sie ließen ein Fasten ausrufen und ließen Nabot obenan im Volk sitzen.

21,13 Da kamen die zwei ruchlosen Männer und stellten sich ihm gegenüber und verklagten Nabot vor dem Volk und sprachen: Nabot hat Haschem und den König gelästert! Da führten sie ihn vor die Stadt hinaus und steinigten ihn, daß er starb.

21,14 Und sie sandten zu Isebel und ließen ihr sagen: Nabot ist gesteinigt und tot.

21,15 Als aber Isebel hörte, daß Nabot gesteinigt und tot war, sprach sie zu Ahab: Steh auf und nimm in Besitz den Weinberg Nabots, des Jesreeliters, der sich geweigert hat, ihn dir für Geld zu geben; denn Nabot lebt nicht mehr, sondern ist tot.

21,16 Als Ahab hörte, daß Nabot tot war, stand er auf, um hinabzugehen zum Weinberge Nabots, des Jesreeliters, und ihn in Besitz zu nehmen.

21,17 Aber das Wort Haschem's kam zu Eliyah, dem Tischbiter:

21,18 Mach dich auf und geh hinab Ahab, dem König von Israel zu Samaria, entgegen - siehe, er ist im Weinberge Nabots, wohin er hinabgegangen ist, um ihn in Besitz zu nehmen -

21,19 und rede mit ihm und sprich: So spricht Haschem: Du hast gemordet, dazu auch fremdes Erbe geraubt! An der Stätte, wo Hunde das Blut Nabots geleckt haben, sollen Hunde auch dein Blut lecken.

21,20 Und Ahab sprach zu Eliyah: Hast du mich gefunden, mein Feind? Er aber sprach: Ja, ich habe dich gefunden, weil du dich verkauft hast, Unrecht zu tun vor Haschem.

21,21 Siehe, ich will Unheil über dich bringen und dich vertilgen samt deinen Nachkommen und will von Ahab ausrotten, was männlich ist, bis auf den letzten Mann in Israel

21,22 und will dein Haus machen wie das Haus Jerobeams, des Sohnes Nebats, und wie das Haus Baschas, des Sohnes Ahijas, um des Zornes willen, daß du mich erzürnt und Israel sündigen gemacht hast.

21,23 Und auch über Isebel hat Haschem geredet und gesprochen: Die Hunde sollen Isebel fressen an der Mauer Jesreels.

21,24 Wer von Ahab stirbt in der Stadt, den sollen die Hunde fressen, und wer auf dem Felde stirbt, den sollen die Vögel unter dem Himmel fressen.

21,25 Es war niemand, der sich so verkauft hätte, Unrecht zu tun vor Haschem wie Ahab, den seine Frau Isebel verführte.

21,26 Und er versündigte sich dadurch über die Maßen, daß er den Götzen nachwandelte, ganz wie die Amoriter getan hatten, die Haschem vor Israel vertrieben hatte.

21,27 Als aber Ahab diese Worte hörte, zerriß er seine Kleider und legte ein härenes Tuch um seinen Leib und fastete und schlief darin und ging bedrückt einher.

21,28 Und das Wort Haschem's kam zu Eliyah, dem Tischbiter:

21,29 Hast du nicht gesehen, wie sich Ahab vor mir gedemütigt hat? Weil er sich nun vor mir gedemütigt hat, will ich das Unheil nicht kommen lassen zu seinen Lebzeiten, aber zu seines Sohnes Lebzeiten will ich das Unheil über sein Haus bringen.

22. Kapitel

22,1 Und es vergingen drei Jahre, daß kein Krieg war zwischen den Aramäern und Israel.

22,2 Im dritten Jahr aber zog aJoschafat, der König von Juda, hinab zum König von Israel.

22,3 Und der König von Israel sprach zu seinen Großen: Wisset ihr nicht, daß Ramot in Gilead unser ist, und wir sitzen still und nehmen es nicht dem König von Aram ab?

22,4 Und er sprach zu Joschafat: Willst du mit mir ziehen in den Kampf gegen Ramot in Gilead? Joschafat sprach zum König von Israel: Ich will sein wie du, und mein Volk wiedein Volk, und meine Rosse wie deine Rosse.

22,5 Und Joschafat sprach zum König von Israel: Frage doch zuerst nach dem Wort Haschem's!

22,6 Da versammelte der König von Israel Propheten, etwa vierhundert Mann, und sprach zu ihnen: Soll ich gegen Ramot in Gilead in den Kampf ziehen, oder soll ich's lassen? Sie sprachen: Zieh hinauf! Der Herr wird's in die Hand des Königs geben.

22,7 Joschafat aber sprach: Ist hier kein Prophet Haschem's mehr, daß wir durch ihn den Herrn befragen?

22,8 Der König von Israel sprach zu Joschafat: Es ist noch einer hier, Micha, der Sohn Jimlas, durch den man Haschem befragen kann. Aber ich bin ihm gram; denn er weissagt mir nichts Gutes, sondern nur Böses. Joschafat sprach: Der König rede so nicht!a

22,9 Da rief der König von Israel einen Kämmerer und sprach: Bringe eilends her Micha, den Sohn Jimlas!

22,10 Der König von Israel aber und Joschafat, der König von Juda, saßen jeder auf seinem Thron in ihren königlichen Kleidern auf dem Platz vor dem Tor Samarias, und alle Propheten fingen an, vor ihnen zu weissagen.

22,11 Und Zedekia, der Sohn Kenaanas, hatte sich eiserne Hörner gemacht und sprach: So spricht Haschem: Hiermit wirst du die Aramäer niederstoßen, bis du sie vernichtest.

22,12 Und alle Propheten weissagten ebenso und sprachen: Zieh hin gegen Ramot in Gilead; es wird dir gelingen! Haschem wird's indie Hand des Königs geben.

22,13 Und der Bote, der hingegangen war, um Micha zu rufen, sprach zu ihm: Siehe, die Worte der Propheten sind einmütig gut für den König; so laß nun auch dein Wort wie ihr Wort sein und rede Gutes.

22,14 Micha sprach: So wahr Haschem lebt: ich will reden, was Haschem mir sagen wird.

22,15 Und als er zum König kam, sprach der König zu ihm: Micha, sollen wir gegen Ramot in Gilead in den Kampf ziehen, oder sollen wir's lassen? Er sprach zu ihm: Ja, zieh hinauf, es soll dir gelingen! Haschem wird's in die Hand des Königs geben.

22,16 Der König entgegnete ihm: Wie oft soll ich dich beschwören, daß du mir im Namen Haschem's nichts als die Wahrheit sagst!

22,17 Micha sprach: Ich sah ganz Israel zerstreut auf den Bergen wie Schafe, die keinen Hirten haben. Haschem aber sprach: Diese haben keinen Herrn; ein jeder kehre wieder heim mit Frieden.

22,18 Da sprach der König von Israel zu Joschafat: Hab ich dir nicht gesagt, daß er mir nichts Gutes weissagt, sondern nur Böses?

22,19 Micha sprach: Darum höre nun das Wort Haschem's! Ich sah Haschem sitzen auf seinem Thron und das ganze himmlische Heer neben ihm stehen zu seiner Rechten und Linken.

22,20 Und Haschem sprach: Wer will Ahab betören, daß er hinaufzieht und vor Ramot in Gilead fällt? Und einer sagte dies, der andere das.

22,21 Da trat ein Geist vor und stellte sich vor Haschem und sprach: Ich will ihn betören. Haschem sprach zu ihm: Womit?

22,22 Er sprach: Ich will ausgehen und will ein Lügengeist sein im Munde aller seiner Propheten. Er sprach: Du sollst ihn betören und sollst es ausrichten; geh aus und tu das!

22,23 Nun siehe, Haschem hat einen Lügengeist gegeben in den Mund aller deiner Propheten; und Haschem hat Unheil gegen dich geredet.

22,24 Da trat herzu Zedekia, der Sohn Kenaanas, und schlug Micha auf die Backe und sprach: Wie? Ist der Geist Haschem's von mir gewichen, daß er mit dir redet?

22,25 Micha sprach: Wahrlich, an dem Tage wirst du's sehen, wenn du von einer Kammer in die andere gehst, um dich zu verkriechen.

22,26 Der König von Israel sprach: Nimm Micha und bring ihn zu Amon, dem Stadthauptmann, und zu Joasch, dem Sohn des Königs,

22,27 und sprich: So spricht der König: Diesen werft in den Kerker und speist ihn nur kärglich mit Brot und Wasser, bis ich mit Frieden wiederkomme.

22,28 Micha sprach: Kommst du mit Frieden wieder, so hat Haschem nicht durch mich geredet. Und er sprach: Höret, alle Völker!

22,29 So zogen der König von Israel und Joschafat, der König von Juda, hinauf gegen Ramot in Gilead.

22,30 Und der König von Israel sprach zu Joschafat: Ich will mich verkleiden und in den Kampf ziehen, du aber behalte deine königlichen Kleider an. Und der König von Israel verkleidete sich und zog in den Kampf.

22,31 Aber der König von Aram gebot den Obersten über seine Wagen - es waren zweiunddreißig - und sprach: Ihr sollt nicht kämpfen gegen Geringe und Hohe, sondern allein gegen den König von Israel.

22,32 Und als die Obersten der Wagen Joschafat sahen, meinten sie, er wäre der König von Israel, und wandten sich gegen ihn zum Kampf, aber Joschafat schrie.

22,33 Als aber die Obersten der Wagen merkten, daß er nicht der König von Israel war, wandten sie sich von ihm ab.

22,34 Ein Mann aber spannte den Bogen in aller Einfalt und schoß den König von Israel zwischen Panzer und Wehrgehänge. Da sprach er zu seinem Wagenlenker: Wende um und führe mich aus dem Kampf, denn ich bin verwundet!

22,35 Aber der Kampf nahm immer mehr zu an demselben Tage, und der König blieb im Wagen stehen gegenüber den Aramäern bis zum Abend, und das Blut floß von der Wunde mitten in den Wagen. Und er starb am Abend.

22,36 Und man ließ ausrufen im Heer, als die Sonne unterging: Ein jeder gehe in seine Stadt und in sein Land;

22,37 denn der König ist tot! Und sie gingen nach Samaria und begruben den König in Samaria.

22,38 Und als sie den Wagen wuschen bei dem Teich Samarias, leckten die Hunde sein Blut - und die Huren wuschen sich darin - nach dem Wort Haschem's, das er geredet hatte.

22,39 Was mehr von Ahab zu sagen ist und alles, was er getan hat, und das Elfenbeinhaus, das er baute, und alle Städte, die er ausgebaut hat, siehe, das steht geschrieben in der Chronik der Könige von Israel.

22,40 Also legte sich Ahab zu seinen Vätern und sein Sohn Ahasja wurde König an seiner Statt.

22,41 Und aJoschafat, der Sohn Asas, wurde König über Juda im vierten Jahr Ahabs, des Königs von Israel,

22,42 und war fünfunddreißig Jahre alt, als er König wurde; und er regierte fünfundzwanzig Jahre zu Jerusalem. Seine Mutter hieß Asuba, eine Tochter Schilhis.

22,43 Und er wandelte in allen Wegen seines Vaters Asa und wich nicht davon ab und tat, was Haschem wohlgefiel.

22,44 Doch entfernte er nicht die Höhen, und das Volk opferte und räucherte noch auf den Höhen.

22,45 Und er hatte Frieden mit dem König von Israel.

22,46 Was aber mehr von Joschafat zu sagen ist und seine tapferen Taten, die er getan hat, und wie er Kriege geführt hat, siehe, das steht geschrieben in der Chronik der Könige von Juda.

22,47 Auch tat er aus dem Lande, was noch übrig war an Tempelhurern, die zur Zeit seines Vaters Asa übriggeblieben waren.

22,48 Und es war kein König in Edom; ein Statthalter war im Lande.

22,49 Und Joschafat hatte Tarsisschiffe machen lassen, die nach Ofir fahren sollten, um Gold zu holen. Aber sie fuhren nicht, denn sie zerschellten bei Ezjon- Geber.

22,50 Damals sprach Ahasja, der Sohn Ahabs, zu Joschafat: Laß meine Leute mit deinen Leuten auf den Schiffen fahren! Joschafat aber wollte nicht.

22,51 Und Joschafat legte sich zu seinen Vätern und wurde begraben bei seinen Vätern in der Stadt Davids, seines Vaters. Und sein Sohn Joram wurde König an seiner Statt.

22,52 Ahasja, der Sohn Ahabs, wurde König über Israel zu Samaria im siebzehnten Jahr Joschafats, des Königs von Juda, und regierte über Israel zwei Jahre.

22,53 Und er tat, was Haschem mißfiel, und wandelte in den Wegen seines Vaters und seiner Mutter und in dem Wege aJerobeams, des Sohnes Nebats, der Israel sündigen machte,

22,54 und diente dem Baal und betete ihn an und erzürnte Haschem, Israels, wie sein Vater tat.

 

 
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