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Das Buch Shmuel Bet

DAS ZWEITE BUCH SAMUEL

1. Kapitel

1,1 Nach dem Tode Shauls, als Dawid aus der Schlacht mit den Amalekitern zurückgekommen und zwei Tage in Ziklag geblieben war,

1,2 siehe, da kam am dritten Tage ein Mann aus dem Heer von Shaul mit zerrissenen Kleidern und mit Erde auf seinem Haupt. Und als er zu Dawid kam, fiel er nieder zur Erde und huldigte ihm.

1,3 Dawid aber sprach zu ihm: Wo kommst du her? Er sprach zu ihm: Aus dem Heer Israels bin ich entronnen.

1,4 Dawid sprach zu ihm: Sage mir, wie steht es? Er sprach: Das Volk ist geflohen aus der Schlacht, und es sind viele vom Volk gefallen; dazu ist auch Shaul tot und sein Sohn Yonathan.

1,5 Dawid sprach zu dem jungen Mann, der ihm das sagte: Woher weißt du, daß Shaul und sein Sohn Yonathan tot sind?

1,6 Der junge Mann, der ihm das sagte, sprach: Ich kam von ungefähr aufs Gebirge Gilboa, und siehe, Shaul lehnte sich auf seinen Spieß, und die Wagen mit ihren Kämpfern waren hart an ihm.

1,7 Und er wandte sich um und sah mich und rief mich. Und ich sprach: Hier bin ich.

1,8 Und er sprach zu mir: Wer bist du? Ich sprach zu ihm: Ich bin ein Amalekiter.

1,9 Und er sprach zu mir: Tritt her zu mir und töte mich; denn mir wird schwarz vor den Augen, aber mein Leben ist noch ganz in mir.

1,10 Da trat ich zu ihm und tötete ihn, denn ich wußte, daß er nicht leben könnte nach seinem Fall; und ich nahm die Krone von seinem Haupt und das Armgeschmeide von seinem Arm und habe es hergebracht zu dir, meinem Herrn.

1,11 Da faßte Dawid seine Kleider und zerriß sie, und ebenso taten alle Männer, die bei ihm waren,

1,12 und sie hielten Totenklage und weinten und fasteten bis zum Abend um Shaul und seinen Sohn Yonathan und um das Volk Haschem's und um das Haus Israel, weil sie durchs Schwert gefallen waren.

1,13 Und Dawid sprach zu dem jungen Mann, der es ihm angesagt hatte: Wo bist du her? Er sprach: Ich bin der Sohn eines Fremdlings, eines Amalekiters.

1,14 Dawid sprach zu ihm: Wie, du hast dich nicht gefürchtet, deine Hand zu erheben gegen den Gesalbten Haschem's, um ihn zu töten!

1,15 Und Dawid rief einen seiner Leute und sprach: Komm her und schlag ihn nieder! Und er schlug ihn nieder, daß er starb.

1,16 Und Dawid sprach zu ihm: Dein Blut komme auf dein Haupt; denn dein Mund hat gegen dich selbst geredet, als du sagtest: Ich habe den Gesalbten Haschem's getötet.

1,17 Und Dawid sang dies Klagelied über Shaul und Yonathan, seinen Sohn,

1,18 und befahl, man solle die Leute von Yahuda das Bogenlied lehren. Siehe, es steht geschrieben im Buch des Redlichen:

1,19 Die Edelsten in Israel sind auf deinen Höhen erschlagen. Wie sind die Helden gefallen!

1,20 Sagt's nicht an in Gat, verkündet's nicht auf den Gassen in Aschkelon, daß sich nicht freuen die Töchter der Philister, daß nicht frohlocken die Töchter der Unbeschnittenen.

1,21 Ihr Berge von Gilboa, es soll weder tauen noch regnen auf euch, ihr trügerischen Gefilde; denn daselbst ist der Helden Schild verworfen, der Schild Shauls, als sei er nicht gesalbt mit Öl.

1,22 Der Bogen Yonathans hat nie gefehlt, und das Schwert Shauls ist nie leer zurückgekommen von dem Blut der Erschlagenen und vom Mark der Helden.

1,23 Shaul und Yonathan, geliebt und einander zugetan, im Leben und im Tod nicht geschieden; schneller waren sie als die Adler und stärker als die Löwen.

1,24 Ihr Töchter Israel, weinet über Shaul, der euch kleidete mit kostbarem Purpur und euch schmückte mit goldenen Kleinoden an euren Kleidern.

1,25 Wie sind die Helden gefallen im Streit! Yonathan ist auf deinen Höhen erschlagen!

1,26 Es ist mir leid um dich, mein Bruder Yonathan, ich habe große Freude und Wonne an dir gehabt; deine Liebe ist mir wundersamer gewesen, als Frauenliebe ist.

1,27 Wie sind die Helden gefallen und die Streitbaren umgekommen.

2. Kapitel

2,1 Bald danach befragte Dawid Haschem und sprach: Soll ich hinauf in eine der Städte Yahudas ziehen? Und Haschem sprach zu ihm: Zieh hinauf! Dawid sprach: Wohin? Er sprach: Nach Hebron.

2,2 So zog Dawid dorthin mit seinen beiden Frauen, Ahinoam, der Yesreeliterin, und mit Abigajil, der Frau Nabals, des Karmeliters.

2,3 Auch die Männer, die bei ihm waren, führte Dawid hinauf, einen jeden mit seinem Hause, und sie wohnten in den Städten von Hebron.

2,4 Und die Männer Yahudas kamen und salbten dort Dawid zum König über das Haus Yahuda. Und als Dawid angesagt wurde, daß die Männer von Yabesch in Gilead Shaul begraben hatten,

2,5 sandte er Boten zu ihnen und ließ ihnen sagen: Gesegnet seid ihr vom Haschem, weil ihr solche Barmherzigkeit an Shaul, eurem Herrn, getan und ihn begraben habt.

2,6 So tue nun Haschem an euch Barmherzigkeit und Treue, und auch ich will euch Gutes tun, weil ihr das getan habt.

2,7 Seid nun getrosten Mutes und wackere Männer; denn Shaul, euer Herr, ist tot, und mich hat das Haus Yahuda über sich zum König gesalbt.

2,8 Abner aber, der Sohn Ners, der Shauls Feldhauptmann war, nahm Isch-Boschet, Shauls Sohn, und führte ihn nach Mahanajim

2,9 und machte ihn zum König über Gilead, Asser, Yesreel, Ephraim, Benjamin und über ganz Israel.

2,10 Und Isch-Boschet, Shauls Sohn, war vierzig Jahre alt, als er König wurde über Israel, und regierte zwei Jahre. Doch das Haus Yahuda hielt es mit Dawid.

2,11 Die Zeit aber, die Dawid König war zu Hebron über das Haus Yahuda, war sieben Jahre und sechs Monate.

2,12 Und Abner, der Sohn Ners, zog aus mit den Männern Isch-Boschets, des Sohnes Shauls, von Mahanajim nach Gibeon,

2,13 und Yoab, der Sohn der Zeruja, zog aus mit den Männern Dawids. Und sie stießen aufeinander am Teich von Gibeon und lagerten sich, die einen auf dieser Seite des Teiches, die andern auf jener.

2,14 Und Abner sprach zu Yoab: Laß die jungen Männer sich aufmachen zum Kampfspiel vor uns! Yoab sprach: Es sei!

2,15 Da machten sich auf und gingen hin zwölf an der Zahl aus Benjamin auf der Seite Isch-Boschets, des Sohnes Shauls, und zwölf von den Männern Dawids.

2,16 Und ein jeder ergriff den andern bei dem Kopf und stieß ihm sein Schwert in die Seite, und sie fielen miteinander. Daher wird der Ort «Helkat-Hazzurim»* genannt; er liegt bei Gibeon. *d. . «Feld der Felsen», vermutlich verschrieben aus «Feld der Seiten».

2,17 Und es erhob sich ein sehr harter Kampf an diesem Tage. Abner aber und die Männer von Israel wurden geschlagen von den Männern Dawids.

2,18 Es waren aber die drei Söhne der Zeruja dabei, Yoab, Abischai und Asaël. Asaël aber war schnellfüßig wie ein Reh auf dem Felde

2,19 und jagte Abner nach und wich nicht von ihm weder zur Rechten noch zur Linken.

2,20 Da wandte sich Abner um und sprach: Bist du es, Asaël? Er sprach: Ja.

2,21 Abner sprach zu ihm: Wende dich zur Rechten oder zur Linken und mach dich an einen der Männer heran und nimm ihm seine Waffen. Aber Asaël wollte nicht von ihm ablassen.

2,22 Da sprach Abner noch einmal zu Asaël: Laß ab von mir! Warum willst du, daß ich dich zu Boden schlage? Wie dürfte ich dann mein Antlitz aufheben vor deinem Bruder Yoab?

2,23 Aber er weigerte sich, von ihm abzulassen. Da stieß ihn Abner mit dem Schaft des Spießes in den Leib, so daß der Spieß hinten herauskam; und er fiel hin und starb an eben der Stelle. Und wer an die Stelle kam, wo Asaël tot lag, der blieb stehen.

2,24 Aber Yoab und Abischai jagten Abner nach, bis die Sonne unterging. Und als sie auf den Hügel Amma kamen, der vor Giach liegt auf dem Wege zur Steppe von Geba,

2,25 versammelten sich die Benjaminiter um Abner und bildeten eine Schar und traten oben auf den Hügel.

2,26 Und Abner rief Yoab zu und sprach: Soll denn das Schwert ohne Ende fressen? Weißt du nicht, daß daraus am Ende nur Jammer kommen wird? Wie lange willst du dem Volk nicht sagen, daß es ablassen soll von seinen Brüdern?

2,27 Yoab sprach: So wahr Haschem lebt: wenn du das eher gesagt hättest, so hätte schon heute morgen jeder im Volk von seinem Bruder abgelassen.

2,28 Und Yoab ließ die Posaune blasen, und das ganze Volk stand still und jagte Israel nicht mehr nach und kämpfte auch nicht weiter.

2,29 Abner aber und seine Männer gingen die ganze Nacht durchs Jordantal und gingen über den Jordan und zogen durchs ganze Bitron, bis sie nach Mahanajim kamen.

2,30 Yoab aber wandte sich von Abner ab und sammelte das ganze Volk, und es fehlten von den Männern Dawids neunzehn Mann und Asaël.

2,31 Aber die Männer Dawids hatten von Benjamin und den Männern Abners dreihundertundsechzig Mann erschlagen.

2,32 Und sie hoben Asaël auf und begruben ihn in seines Vaters Grab in Bethlehem. Und Yoab und seine Männer zogen weiter die ganze Nacht, bis ihnen das Tageslicht anbrach in Hebron.

3. Kapitel

3,1 Und es war ein langer Kampf zwischen dem Hause Shauls und dem Hause Dawids. Dawid aber nahm immer mehr zu an Macht, und das Haus Shauls nahm immer mehr ab.

3,2 Und es wurden Dawid Söhne geboren zu Hebron. Sein erstgeborener Sohn war Amnon, von Ahinoam, der Yesreeliterin;

3,3 der zweite: Kilab, von Abigajil, der Frau des Karmeliters Nabal; der dritte: Absalom, der Sohn der Maacha, der Tochter Talmais, des Königs von Geschur;

3,4 der vierte: Adonija, der Sohn der Haggit; der fünfte: Schefatja, der Sohn der Abital;

3,5 der sechste: Yitream, von Egla, der Frau Dawids. Diese wurden Dawid geboren zu Hebron.

3,6 Solange der Kampf währte zwischen dem Hause Shauls und dem Hause Dawids, stärkte Abner das Haus Shauls.

3,7 Und Shaul hatte eine Nebenfrau, die hieß Rizpa, eine Tochter Ajjas. Und Isch- Boschet sprach zu Abner: Warum bist du zu meines Vaters Nebenfrau eingegangen?

3,8 Da wurde Abner sehr zornig über die Worte Isch-Boschets und sprach: Bin ich denn ein Hundskopf aus Yahuda? Heute erweise ich mich freundlich dem Hause Shauls, deines Vaters, und seinen Brüdern und Freunden und habe dich nicht in Dawids Hände gegeben, und du rechnest mir heute eine Schuld an wegen eines Weibes?

3,9 Haschem tue Abner dies und das, wenn ich nicht tue, wie Haschem dem Dawid geschworen hat,

3,10 daß das Königtum vom Hause Shauls genommen und der Thron Dawids aufgerichtet werde über Israel und Yahuda von Dan bis Beerscheba!

3,11 Da konnte er Abner kein Wort mehr antworten, so fürchtete er sich vor ihm.

3,12 Und Abner sandte Boten für sich zu Dawid und ließ ihm sagen: Wem gehört das Land? Schließe du einen Bund mit mir; siehe, meine Hand soll mit dir sein, daß ich dir ganz Israel zuführe.

3,13 Dawid sprach: Gut, ich will einen Bund mit dir schließen. Aber eins fordere ich von dir: Du sollst mein Angesicht nicht sehen, es sei denn, du bringst Michal, Shauls Tochter, zu mir, wenn du kommst, mein Angesicht zu sehen.

3,14 Auch sandte Dawid Boten zu Isch- Boschet, dem Sohn Shauls, und ließ ihm sagen: Gib mir meine Frau Michal, die ich mir gewonnen habe mit hundert Vorhäuten der Philister.

3,15 Isch-Boschet sandte hin und ließ sie wegnehmen ihrem Mann Paltïl, dem Sohn des Lajisch.

3,16 Und ihr Mann ging mit ihr und weinte hinter ihr her bis Bahurim. Da sprach Abner zu ihm: Kehre um und geh heim! Und er kehrte um.

3,17 Und Abner besprach sich mit den Ältesten in Israel und sprach: Ihr habt schon längst danach verlangt, daß Dawid König über euch sei.

3,18 So tut's nun, denn Haschem hat von Dawid gesagt: Durch die Hand meines Knechtes Dawid will ich mein Volk Israel erretten aus der Hand der Philister und aller seiner Feinde.

3,19 Das tat Abner auch Benjamin kund und ging dann hin, um auch Dawid in Hebron alles kundzutun, was Israel und das ganze Haus Benjamin für gut hielten.

3,20 Als nun Abner nach Hebron zu Dawid kam und mit ihm zwanzig Mann, machte ihnen Dawid ein Mahl.

3,21 Und Abner sprach zu Dawid: Ich will mich aufmachen und hingehen, um ganz Israel zu meinem Herrn, dem König, zu sammeln, damit sie einen Bund mit dir schließen, auf daß du König seist, wie es dein Herz begehrt. Dann entließ Dawid den Abner, so daß er hinging mit Frieden.

3,22 Und siehe, die Männer Dawids und Yoab kamen von einem Streifzug zurück und brachten eine große Beute mit. Abner aber war nicht mehr bei Dawid in Hebron, sondern er hatte ihn entlassen, so daß er mit Frieden weggegangen war.

3,23 Als aber Yoab und das ganze Heer mit ihm kam, wurde ihm angesagt, daß Abner, der Sohn Ners, zum König gekommen sei, und der habe ihn entlassen, so daß er mit Frieden weggegangen war.

3,24 Da ging Yoab zum König hinein und sprach: Was hast du getan? Siehe, Abner ist zu dir gekommen; warum hast du ihn fortgelassen, daß er weggegangen ist?

3,25 Kennst du Abner, den Sohn Ners, nicht? Er ist gekommen, dich zu überlisten, daß er erkunde dein Kommen und Gehen und alles erfahre, was du tust.

3,26 Und als Yoab von Dawid wegging, sandte er Abner Boten nach, um ihn zurückzuholen von Bor-Sira; aber Dawid wußte nichts davon.

3,27 Als nun Abner nach Hebron zurückkam, führte ihn Yoab im Tor beiseite, um heimlich mit ihm zu reden, und stach ihn dort in den Leib, daß er starb, um des Blutes seines Bruders Asaël willen.

3,28 Als Dawid das hernach erfuhr, sprach er: Ich und mein Königtum sind unschuldig vor Haschem ewiglich an dem Blut Abners, des Sohnes Ners;

3,29 es falle aber auf den Kopf Yoabs und auf das ganze Haus seines Vaters, und es soll nicht aufhören im Hause Yoabs, daß einer Eiterfluß und Aussatz habe oder am Stabe gehe oder durchs Schwert falle oder an Brot Mangel habe!

3,30 Yoab und sein Bruder Abischai hatten Abner nach dem Leben getrachtet, weil er ihren Bruder Asaël im Kampf bei Gibeon getötet hatte.

3,31 Dawid aber sprach zu Yoab und allem Volk, das bei ihm war: Zerreißt eure Kleider und gürtet euch den Sack um und haltet die Totenklage um Abner! Und der König folgte der Bahre.

3,32 Und als sie Abner begruben in Hebron, erhob der König seine Stimme und weinte bei dem Grabe Abners, und auch alles Volk weinte.

3,33 Und der König klagte um Abner und sprach: Mußte Abner sterben, wie ein Torahloser stirbt?

3,34 Deine Hände waren nicht gebunden, deine Füße waren nicht in Ketten gelegt. Und doch bist du gefallen, wie man vor Ruchlosen fällt. Da beweinte ihn alles Volk noch mehr.

3,35 Als nun alles Volk kam, während es noch Tag war, um Dawid zum Essen zu nötigen, schwor Dawid und sprach: Haschem tue mir dies und das, wenn ich Brot oder sonst etwas zu mir nehme, ehe die Sonne untergeht!

3,36 Und alles Volk nahm es wahr, und es gefiel ihnen gut, wie alles, was der König tat, dem ganzen Volke wohlgefiel.

3,37 Und alles Volk und ganz Israel merkten an diesem Tage, daß es nicht vom König ausgegangen war, daß Abner, der Sohn Ners, getötet wurde.

3,38 Und der König sprach zu seinen Männern: Wißt ihr nicht, daß an diesem Tag ein Fürst und Großer gefallen ist in Israel?

3,39 Ich aber bin heute noch schwach, obwohl ich zum König gesalbt bin. Aber diese Männer, die Söhne der Zeruja, sind härter als ich. Haschem vergelte dem, der Böses tut, nach seiner Bosheit.

4. Kapitel

4,1 Als aber der Sohn Shauls hörte, daß Abner in Hebron umgekommen war, entfiel ihm der Mut, und ganz Israel erschrak.

4,2 Es hatte aber der Sohn Shauls zwei Männer als Hauptleute der Streifscharen; der eine hieß Baana, der andere Rechab, Söhne Rimmons von Beerot aus dem Stamm Benjamin. Denn Beerot wurde auch zu Benjamin gerechnet;

4,3 dann aber flohen die Beerotiter nach Gittajim und wohnten dort gastweise bis auf den heutigen Tag.

4,4 Auch hatte Yonathan, der Sohn Shauls, einen Sohn, der war lahm an beiden Füßen; er war nämlich fünf Jahre alt, als die Kunde von Shaul und Yonathan aus Jesreel kam, und seine Amme hatte ihn aufgehoben und war geflohen, und während sie eilends floh, fiel er hin und war fortan lahm. Er hieß Mefi-Boschet.

4,5 So gingen nun Rechab und Baana, die Söhne Rimmons von Beerot, hin und kamen zum Hause Isch-Boschets, als der Tag am heißesten war; und er schlief auf seinem Lager am Mittag.

4,6 Und die Pförtnerin des Hauses hatte Weizen gereinigt und war fest eingeschlafen. Da schlichen sich Rechab und sein Bruder Baana hinein

4,7 und kamen ins Haus. Da lag er auf seinem Bett in seiner Schlafkammer. Und sie stachen ihn tot und hieben ihm den Kopf ab und nahmen seinen Kopf und gingen durch das Jordantal die ganze Nacht

4,8 und brachten das Haupt Isch-Boschets zu Dawid nach Hebron und sprachen zum König: Siehe, da ist das Haupt Isch- Boschets, des Sohnes Shauls, deines Feindes, der dir nach dem Leben getrachtet hat. Haschem hat heute meinen Herrn, den König, gerächt an Shaul und an seinem Geschlecht.

4,9 Da antwortete ihnen Dawid: So wahr Haschem lebt, der mich aus aller Bedrängnis erlöst hat:

4,10 ich habe den, der mir verkündete: Shaul ist tot, und meinte, er sei ein guter Bote, ergriffen und getötet in Ziklag, dem ich doch Lohn für eine gute Botschaft hätte geben sollen.

4,11 Und diese gottlosen Leute haben einen gerechten Mann in seinem Hause auf seinem Lager getötet - sollte ich sein Blut nicht fordern von euren Händen und euch von der Erde vertilgen?

4,12 Und Dawid gebot seinen Leuten; die schlugen sie nieder und hieben ihnen Hände und Füße ab und hängten sie auf am Teich bei Hebron. Aber das Haupt Isch-Boschets nahmen sie und begruben es in Abners Grab in Hebron.

5. Kapitel

5,1 Und es kamen alle Stämme Israels zu Dawid nach Hebron und sprachen: Siehe, wir sind von deinem Gebein und deinem Fleisch.

5,2 Schon früher, als Shaul über uns König war, führtest du Israel ins Feld und wieder heim. Dazu hat Haschem dir gesagt: Du sollst mein Volk Israel weiden und sollst Fürst sein über Israel.

5,3 Und es kamen alle Ältesten in Israel zum König nach Hebron. Und der König Dawid schloß mit ihnen einen Bund in Hebron vor Haschem, und sie salbten Dawid zum König über Israel.

5,4 Dreißig Jahre war Dawid alt, als er König wurde, und regierte vierzig Jahre.

5,5 Zu Hebron regierte er sieben Jahre und sechs Monate über Yahuda, und zu Jerusalem regierte er dreiunddreißig Jahre über ganz Israel und Yahuda.

5,6 Und der König zog mit seinen Männern vor Jerusalem gegen die Yebusiter, die im Lande wohnten. Sie aber sprachen zu Dawid: Du wirst nicht hier hereinkommen, sondern Blinde und Lahme werden dich abwehren. Damit meinten sie, daß Dawid nicht dort hineinkommen könnte.

5,7 Dawid aber eroberte die Burg Zion; das ist Dawids Stadt.

5,8 Da sprach Dawid an diesem Tage: Wer die Jebusiter schlägt und durch den Schacht hinaufsteigt und die Lahmen und Blinden erschlägt, die Dawid verhaßt sind, der soll Hauptmann und Oberster sein. Da stieg Yoab, der Sohn der Zeruja, zuerst hinauf und wurde Hauptmann. * Daher spricht man: Laß keinen Blinden und Lahmen ins Haus! *Der Text von «der soll Hauptmann» ab wurde aus 1. Chr 11,6 eingesetzt.

5,9 So wohnte Dawid auf der Burg und nannte sie «Stadt Dawids». Und Dawid baute ringsumher, vom Millo an nach innen zu.

5,10 Und Dawids Macht nahm immer mehr zu, und Haschem war mit ihm.

5,11 Und Hiram, der König von Tyrus, sandte Boten zu Dawid mit Zedernholz, dazu Zimmerleute und Steinmetzen, daß sie Dawid ein Haus bauten.

5,12 Und Dawid erkannte, daß Haschem ihn zum König über Israel bestätigt und sein Königtum erhöht hatte um seines Volkes Israel willen.

5,13 Und Dawid nahm noch mehr Frauen und Nebenfrauen in Jerusalem, nachdem er von Hebron gekommen war, und es wurden ihm noch mehr Söhne und Töchter geboren.

5,14 Dies sind die Namen der Söhne, die ihm zu Jerusalem geboren sind: Schammua, Schobab, Nathan, Salomo,

5,15 Yibhar, Elischua, Nefeg, Yafia,

5,16 Elischama, Eljada, Elifelet.

5,17 Als die Philister hörten, daß man Dawid zum König über Israel gesalbt hatte, zogen sie alle herauf, um sich Dawids zu bemächtigen. Sobald das Dawid erfuhr, zog er hinab nach der Bergfeste.

5,18 Aber die Philister kamen und breiteten sich aus in der Ebene Refaïm.

5,19 Und Dawid befragte Haschem und sprach: Soll ich hinaufziehen gegen die Philister? Wirst du sie in meine Hand geben? Haschem sprach zu Dawid: Zieh hinauf, ich werde die Philister in deine Hand geben.

5,20 Und Dawid kam nach Baal-Perazim und schlug sie dort und sprach: Haschem hat meine Feinde vor mir durchbrochen, wie Wasserfluten durchbrechen. Daher nannte man den Ort «Baal-Perazim»*.

5,21 Und sie ließen ihre Götzenbilder dort zurück; Dawid aber und seine Männer nahmen sie mit.

5,22 Die Philister aber zogen abermals herauf und breiteten sich aus in der Ebene Refaïm.

5,23 Und Dawid befragte Haschem; der sprach: Du sollst nicht hinaufziehen ihnen entgegen, sondern komm von hinten über sie, daß du sie angreifst vom Bakawalde her.

5,24 Und wenn du hörst, wie das Rauschen in den Wipfeln der Bakabäume einhergeht, so eile; denn dann ist Haschem ausgezogen vor dir her, zu schlagen das Heer der Philister.

5,25 Dawid tat, wie Haschem ihm geboten hatte, und schlug die Philister von Gibeon an bis hin nach Geser.

6. Kapitel

6,1 Und Dawid sammelte abermals die ganze junge Mannschaft in Israel, dreißigtausend Mann,

6,2 und machte sich auf und zog mit dem ganzen Volk, das bei ihm war, nach Baala in Yahuda, um die Lade Haschem von dort heraufzuholen; diese ist genannt nach dem Namen Haschem's Zebaoth, der über den Cherubim thront.

6,3 Und sie setzten die Lade Haschem auf einen neuen Wagen und holten sie aus dem Hause Abinadabs, der auf dem Hügel wohnte. Usa aber und Achjo, die Söhne Abinadabs, führten den neuen Wagen.

6,4 Und als sie ihn mit der Lade Haschem aus dem Hause Abinadabs führten, der auf dem Hügel wohnte, und Achjo vor der Lade herging,

6,5 tanzten Dawid und ganz Israel vor Haschem her mit aller Macht im Reigen, mit Liedern, mit Harfen und Psaltern und Pauken und Schellen und Zimbeln.

6,6 Und als sie zur Tenne Nachons kamen, griff Usa zu und hielt die Lade Haschem's fest, denn die Rinder glitten aus.

6,7 Da entbrannte Haschem's Zorn über Usa, und Haschem schlug ihn dort, weil er seine Hand nach der Lade ausgestreckt hatte, so daß er dort starb bei der Lade Haschem's.

6,8 Da ergrimmte Dawid, daß Haschem den Usa so wegriß, und man nannte die Stätte «Perez-Usa»* bis auf diesen Tag. *d. . «Wegreißen Usas».

6,9 Und Dawid fürchtete sich vor Haschem an diesem Tage und sprach: Wie soll die Lade Haschem's zu mir kommen?

6,10 Und er wollte sie nicht zu sich bringen lassen in die Stadt Dawids, sondern ließ sie bringen ins Haus Obed-Edoms, des Gatiters.

6,11 So blieb die Lade Haschem's drei Monate im Hause Obed-Edoms, des Gatiters, und Haschem segnete ihn und sein ganzes Haus.

6,12 Und es wurde dem König Dawid angesagt, daß Haschem das Haus Obed- Edoms segnete und alles, was er hatte, um der Lade Haschem's willen. Da ging er hin und holte die Lade Haschem's aus dem Hause Obed-Edoms herauf in die Stadt Dawids mit Freuden.

6,13 Und als die Träger mit der Lade sechs Schritte gegangen waren, opferte man einen Stier und ein fettes Kalb.

6,14 Und Dawid tanzte mit aller Macht vor Haschem her und war umgürtet mit einem leinenen Priesterschurz.

6,15 Und Dawid mit dem ganzen Hause Israel führte die Lade Haschem's herauf mit Jauchzen und Posaunenschall.

6,16 Und als die Lade Haschem's in die Stadt Dawids kam, guckte Michal, die Tochter Shauls, durchs Fenster und sah den König Dawid springen und tanzen vor Haschem und verachtete ihn in ihrem Herzen.

6,17 Als sie die Lade hineinbrachten, stellten sie sie an ihren Platz mitten in dem Zelt, das Dawid für sie aufgeschlagen hatte. Und Dawid opferte Brandopfer und Dankopfer vor Haschem.

6,18 Und als Dawid die Brandopfer und Dankopfer beendet hatte, segnete er das Volk in dem Namen Haschem's,

6,19 und er ließ austeilen allem Volk, der ganzen Menge Israels, Mann und Frau, einem jeden einen Brotkuchen, ein Stück Fleisch und einen Rosinenkuchen. Danach kehrte alles Volk heim, ein jeder in sein Haus.

6,20 Als aber Dawid heimkam, seinem Haus den Segensgruß zu bringen, ging Michal, die Tochter Shauls, heraus ihm entgegen und sprach: Wie herrlich ist heute der König von Israel gewesen, als er sich vor den Mägden seiner Männer entblößt hat, wie sich die losen Leute entblößen!

6,21 Dawid aber sprach zu Michal: Ich will vor Haschem tanzen, der mich erwählt hat vor deinem Vater und vor seinem ganzen Hause, um mich zum Fürsten zu bestellen über das Volk Haschem's, über Israel,

6,22 und ich will noch geringer werden als jetzt und will niedrig sein in meinen Augen; aber bei den Mägden, von denen du geredet hast, will ich zu Ehren kommen.

6,23 Aber Michal, Shauls Tochter, hatte kein Kind bis an den Tag ihres Todes.

7. Kapitel

7,1 Als nun der König in seinem Hause saß und Haschem ihm Ruhe gegeben hatte vor allen seinen Feinden umher,

7,2 sprach er zu dem Propheten Nathan: Sieh doch, ich wohne in einem Zedernhause, und die Lade Haschem's wohnt unter Zeltdecken.

7,3 Nathan sprach zu dem König: Wohlan, alles, was in deinem Herzen ist, das tu, denn Haschem ist mit dir.

7,4 In der Nacht aber kam das Wort Haschem's zu Nathan:

7,5 Geh hin und sage zu meinem Knecht Dawid: So spricht Haschem: Solltest du mir ein Haus bauen, daß ich darin wohne?

7,6 Habe ich doch in keinem Hause gewohnt seit dem Tag, da ich die Israeliten aus mitzrayim führte, bis auf diesen Tag, sondern ich bin umhergezogen in einem Zelt als Wohnung.

7,7 Habe ich die ganze Zeit, als ich mit den Israeliten umherzog, je geredet zu einem der Richter Israels, denen ich befohlen hatte, mein Volk Israel zu weiden, und gesagt: Warum baut ihr mir nicht ein Zedernhaus?

7,8 Darum sollst du nun so zu meinem Knechte Dawid sagen: So spricht Haschem: Ich habe dich genommen von den Schafhürden, damit du Fürst über mein Volk Israel sein sollst,

7,9 und bin mit dir gewesen, wo du hingegangen bist, und habe alle deine Feinde vor dir ausgerottet; und ich will dir einen großen Namen machen gleich dem Namen der Großen auf Erden.

7,10 Und ich will meinem Volk Israel eine Stätte geben und will es pflanzen, daß es dort wohne und sich nicht mehr ängstigen müsse und die Kinder der Bosheit es nicht mehr bedrängen. Und wie vormals,

7,11 seit der Zeit, da ich Richter über mein Volk Israel bestellt habe, will ich dir Ruhe geben vor allen deinen Feinden. Und Haschem verkündigt dir, daß Er dir ein Haus bauen will.

7,12 Wenn nun deine Zeit um ist und du dich zu deinen Vätern schlafen legst, will ich dir einen Nachkommen erwecken, der von deinem Leibe kommen wird; dem will ich sein Königtum bestätigen.

7,13 Der soll meinem Namen ein Haus bauen, und ich will seinen Königsthron bestätigen ewiglich.

7,14 Ich will sein Vater sein, und er soll mein Sohn sein. Wenn er sündigt, will ich ihn mit Menschenruten und mit menschlichen Schlägen strafen;

7,15 aber meine Gnade soll nicht von ihm weichen, wie ich sie habe weichen lassen von Shaul, den ich vor dir weggenommen habe.

7,16 Aber dein Haus und dein Königtum sollen beständig sein in Ewigkeit vor mir, und dein Thron soll ewiglich bestehen.

7,17 Als Nathan alle diese Worte und dies Gesicht Dawid gesagt hatte,

7,18 kam der König Dawid und setzte sich vor Haschem nieder und sprach: Wer bin ich, Haschem, und was ist mein Haus, daß du mich bis hierher gebracht hast?

7,19 Aber nun hast du das noch für zu wenig gehalten, Haschem, und hast dem Hause deines Knechtes sogar für die ferne Zukunft Zusagen gegeben, und das nach Menschenweise, Haschem!

7,20 Und was soll Dawid noch mehr reden mit dir? Du kennst ja deinen Knecht, Haschem!

7,21 Um deines Wortes willen und nach deinem Herzen hast du alle diese großen Dinge getan, um sie deinem Knecht kundzutun.

7,22 Darum bist du groß, Haschem! Denn es ist keiner wie du, und ist kein Haschem außer dir nach allem, was wir mit unsern Ohren gehört haben.

7,23 Und wo ist ein Volk auf Erden wie dein Volk Israel, um dessentwillen Haschem hingegangen ist, es zu erlösen, daß es sein Volk sei, und ihm einen Namen zu machen und so große und furchtbare Dinge zu tun, damit du Völker und ihre Götter vertriebest vor deinem Volk, das du dir aus mitzrayim erlöst hast?

7,24 Und du hast dir dein Volk Israel zubereitet, dir zum Volk für ewig, und du, bist ihr Haschem geworden.

7,25 So bekräftige nun, Haschem, das Wort in Ewigkeit, das du über deinen Knecht und über sein Haus geredet hast, und tu, wie du geredet hast!

7,26 So wird dein Name groß werden in Ewigkeit, daß man sagen wird: Haschem ist König über Israel, und das Haus deines Knechtes Dawid wird bestehen vor dir.

7,27 Denn du, Haschem , hast das Ohr deines Knechts geöffnet und gesagt: Ich will dir ein Haus bauen. Darum hat dein Knecht sich ein Herz gefaßt, daß er dies Gebet zu dir gebetet hat.

7,28 Nun, Haschem, deine Worte sind Wahrheit. Du hast all dies Gute deinem Knecht zugesagt.

7,29 So fange nun an, zu segnen das Haus deines Knechts, damit es ewiglich vor dir sei; denn du, Haschem, hast's geredet, und mit deinem Segen wird deines Knechtes Haus gesegnet sein ewiglich.

8. Kapitel

8,1 Und es begab sich danach, daß Dawid die Philister schlug und sie unterwarf und daß er den Dienstzaum den Philistern aus der Hand nahm.

8,2 Er schlug auch die Moabiter und ließ sie sich auf den Boden legen und maß sie mit der Meßschnur ab; und er maß zwei Schnurlängen ab, so viele tötete er, und eine volle Schnurlänge, so viele ließ er am Leben. So wurden die Moabiter Dawid untertan, daß sie ihm Abgaben bringen mußten.

8,3 Dawid schlug auch Hadad-Eser, den Sohn Rehobs, den König von Zoba, als er hinzog, um seine Macht wieder aufzurichten am Euphratstrom.

8,4 Und Dawid nahm von ihnen gefangen 1700 Gespanne und 20 Tausend Mann Fußvolk und lähmte alle Pferde und behielt hundert übrig.

8,5 Es kamen aber die Aramäer von Damaskus, um Hadad-Eser, dem König von Zoba, zu helfen. Und Dawid schlug von den Aramäern 22 Tausend Mann.

8,6 Und er setzte Statthalter ein im Aramäerreich von Damaskus. So wurde Aram Dawid untertan, daß sie ihm Abgaben bringen mußten; denn Haschem half Dawid, wo er auch hinzog.

8,7 Und Dawid nahm die goldenen Schilde, die Hadad-Esers Männer gehabt hatten, und brachte sie nach Yahrushalayim.

8,8 Und von Tebach und Berotai, den Städten Hadad-Esers, nahm der König Dawid sehr viel Kupfer.

8,9 Als aber Toï, der König von Hamat, hörte, daß Dawid die ganze Streitmacht Hadad-Esers geschlagen hatte,

8,10 sandte er seinen Sohn Joram zum König Dawid, ihm Frieden und Segen zu wünschen, weil er gegen Hadad-Eser gekämpft und ihn geschlagen hatte - denn Toï führte Krieg mit Hadad-Eser -, und Joram brachte mit sich silberne, goldene und kupferne Kleinode.

8,11 Auch diese segnete der König Dawid Haschem samt dem Silber und Gold, das er gesegnet hatte von allen Heiden, die er unterworfen hatte,

8,12 von Edom, von Moab, von den Ammonitern, von den Philistern, von Amalek und von dem, was er erbeutet hatte von Hadad-Eser, dem Sohn Rehobs, dem König von Zoba.

8,13 So machte sich Dawid einen Namen. Als er zurückkam vom Sieg über die Aramäer, schlug er die Edomiter im Salztal, 18 Tausend Mann,

8,14 und setzte in ganz Edom Statthalter ein, und ganz Edom wurde Dawid untertan; denn Haschem half Dawid; wo er auch hinzog.

8,15 So war Dawid König über ganz Israel, und er schaffte Recht und Gerechtigkeit seinem ganzen Volk.

8,16 aYoab, der Sohn der Zeruja, war über das Heer gesetzt; Yoschafat aber, der Sohn Ahiluds, war Kanzler;

8,17 Zadok, der Sohn Ahitubs, und Ahimelech, der Sohn Abjatars, waren Priester; Seraja war Schreiber;

8,18 Benaja, der Sohn Jojadas, war über die Kreter und Pleter gesetzt; auch die Söhne Dawids sind Priester gewesen.

9. Kapitel

9,1 Und Dawid sprach: Ist noch jemand übriggeblieben von dem Hause Shauls, damit ich Barmherzigkeit an ihm tue um Yonathans willen?

9,2 Es war aber ein Knecht vom Hause Shauls, der hieß Ziba; den riefen sie zu Dawid. Und der König sprach zu ihm: Bist du Ziba? Er sprach: Ja, dein Knecht ist es.

9,3 Der König sprach: Ist da noch jemand vom Hause Shauls, damit ich Haschem Barmherzigkeit an ihm tue? Ziba sprach zum König: Es ist noch ein Sohn Yonathans da, lahm an den Füßen.

9,4 Der König sprach zu ihm: Wo ist er? Ziba sprach zum König: Siehe, er ist in Lo-Dabar im Hause Machirs, des Sohnes Ammïls.

9,5 Da sandte der König Dawid hin und ließ ihn holen von Lo-Dabar aus dem Hause Machirs, des Sohnes Ammïls.

9,6 Als nun Mefi-Boschet, der Sohn Yonathans, des Sohnes Shauls, zu Dawid kam, fiel er auf sein Angesicht und huldigte ihm. Dawid aber sprach: Mefi-Boschet! Er sprach: Hier bin ich, dein Knecht.

9,7 Dawid sprach zu ihm: Fürchte dich nicht, denn ich will Barmherzigkeit an dir tun um deines Vaters Yonathan willen und will dir den ganzen Besitz deines Vaters Shaul zurückgeben; du aber sollst täglich an meinem Tisch essen.

9,8 Er aber fiel nieder und sprach: Wer bin ich, dein Knecht, daß du dich wendest zu einem toten Hunde, wie ich es bin?

9,9 Da rief der König den Ziba, den Knecht Shauls, und sprach zu ihm: Alles, was Shaul gehört hat und seinem ganzen Hause, hab ich dem Sohn deines Herrn gegeben.

9,10 So bearbeite ihm nun seinen Acker, du und deine Söhne und deine Knechte, und bring die Ernte ein, damit es das Brot sei des Sohnes deines Herrn und er sich davon nähre; aber Mefi-Boschet, der Sohn deines Herrn, soll täglich an meinem Tisch essen. Ziba aber hatte fünfzehn Söhne und zwanzig Knechte.

9,11 Und Ziba sprach zum König: Ganz so, wie mein Herr, der König, seinem Knechte geboten hat, wird dein Knecht tun. Und Mefi-Boschet, sprach Dawid, esse an meinem Tische wie einer der Königssöhne.

9,12 Und Mefi-Boschet hatte einen kleinen Sohn, der hieß Micha. Und alle, die im Hause Zibas wohnten, dienten Mefi-Boschet.

9,13 Mefi-Boschet aber wohnte hinfort in Jerusalem, denn er aß täglich an des Königs Tisch. Und er war lahm an seinen beiden Füßen.

10. Kapitel

10,1 Und es begab sich danach, daß der König der Ammoniter starb, und sein Sohn Hanun wurde König an seiner Statt.

10,2 Da sprach Dawid: Ich will Hanun, dem Sohn des Nahasch, Freundschaft erweisen, wie sein Vater mir Freundschaft erwiesen hat. Und er sandte hin und ließ ihn durch seine Gesandten über seinen Vater trösten. Als nun die Gesandten Dawids ins Land der Ammoniter kamen,

10,3 sprachen die Obersten der Ammoniter zu ihrem Herrn Hanun: Meinst du, daß Dawid deinen Vater vor deinen Augen ehren wolle, wenn er Tröster zu dir gesandt hat? Meinst du nicht, daß er dazu seine Boten zu dir gesandt hat, damit er die Stadt erforsche und erkunde und zerstöre?

10,4 Da nahm Hanun die Gesandten Dawids und ließ ihnen den Bart halb abscheren und die Kleider halb abschneiden bis unter den Gürtel und ließ sie gehen.

10,5 Als das Dawid angesagt wurde, sandte er ihnen Boten entgegen; denn die Männer waren sehr geschändet. Und der König ließ ihnen sagen: Bleibt in Jericho, bis euer Bart gewachsen ist; dann kommt zurück.

10,6 Als aber die Ammoniter sahen, daß sie sich bei Dawid in Verruf gebracht hatten, sandten sie hin und warben an die Aramäer von Bet-Rehob und die Aramäer von Zoba, 20 Tausend Mann Fußvolk, und von dem König von Maacha tausend Mann und von Tob zwölftausend Mann.

10,7 Als das Dawid hörte, sandte er Yoab mit dem ganzen Heer der Kriegsleute.

10,8 Und die Ammoniter zogen aus und stellten sich auf zum Kampf vor dem Eingang des Tores. Die Aramäer aber von Zoba, von Rehob, von Tob und von Maacha standen für sich auf freiem Feld.

10,9 Als Yoab nun sah, daß der Angriff gegen ihn gerichtet war von vorn und von hinten, wählte er aus der ganzen jungen Mannschaft in Israel einen Teil aus und stellte sich den Aramäern entgegen.

10,10 Und das übrige Kriegsvolk tat er unter die Hand seines Bruders Abischai, daß er sie gegen die Ammoniter aufstelle,

10,11 und sprach: Werden mir die Aramäer überlegen sein, so komm mir zu Hilfe; werden aber die Ammoniter dir überlegen sein, so will ich dir zu Hilfe kommen.

10,12 Sei ganz getrost, damit wir die Stärkeren bleiben für unser Volk und die Städte unseres Haschem. Haschem aber tue, was ihm gefällt.

10,13 Und Yoab rückte an mit dem Volk, das bei ihm war, um gegen die Aramäer zu kämpfen, und sie flohen vor ihm.

10,14 Und als die Ammoniter sahen, daß die Aramäer flohen, flohen sie auch vor Abischai in die Stadt hinein. Da ließ Yoab ab von den Ammonitern und kam nach Jerusalem.

10,15 Und als die Aramäer sahen, daß sie von Israel geschlagen waren, sammelten sie sich.

10,16 Und Hadad-Eser sandte hin und ließ die Aramäer jenseits des Stromes in den Kampf ziehen, und sie kamen nach Helam, und Schobach, der Feldhauptmann Hadad-Esers, an ihrer Spitze.

10,17 Als das Dawid angesagt wurde, sammelte er ganz Israel und zog über den Jordan und kam nach Helam. Und die Aramäer stellten sich gegen Dawid auf, um mit ihm zu kämpfen.

10,18 Aber die Aramäer flohen vor Israel, und Dawid vernichtete von den Aramäern siebenhundert Wagen und vierzigtausend Mann; und Schobach, den Feldhauptmann, erschlug er, daß er dort starb.

10,19 Als aber alle Könige, die unter Hadad- Eser waren, sahen, daß sie von Israel geschlagen waren, machten sie Frieden mit Israel und wurden ihm untertan. Und die Aramäer fürchteten sich, den Ammonitern hinfort zu helfen.

 

 
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