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Das Buch Melechim Bet

DAS ZWEITE BUCH KÖNIGE

1. Kapitel

1,1 Es fielen aber die Moabiter ab von Israel, als Ahab tot war.

1,2 Und Ahasja fiel durch das Gitter in seinem Obergemach in Samaria und wurde krank. Und er sandte Boten und sprach zu ihnen: Geht hin und befragt Baal-Sebub, Haschem von Ekron, ob ich von dieser Krankheit genesen werde.

1,3 Aber der Malach Haschem'S redete mit Eliyah, dem Tischbiter: Auf und geh den Boten des Königs von Samaria entgegen und sprich zu ihnen: Ist denn nun kein Haschem in Israel, daß ihr hingeht, zu befragen Baal-Sebub, Aelohim von Ekron?

1,4 Darum spricht Haschem: Du sollst nicht mehr von dem Bett herunterkommen, auf das du dich gelegt hast, sondern sollst des Todes sterben. Und Eliyah ging.

1,5 Und als die Boten zum König zurückkamen, sprach er zu ihnen: Warum kommt ihr zurück?

1,6 Sie sprachen zu ihm: Es kam ein Mann herauf uns entgegen und sprach zu uns: Geht wieder hin zu dem König, der euch gesandt hat, und sprecht zu ihm: So spricht Haschem: Ist denn kein Haschem in Israel, daß du hinsendest, zu befragen Baal-Sebub, Aelohim von Ekron? Darum sollst du nicht mehr herunterkommen von dem Bett, auf das du dich gelegt hast, sondern sollst des Todes sterben.

1,7 Er sprach zu ihnen: Von welcher Art war denn der Mann, der euch begegnete und das zu euch sagte?

1,8 Sie sprachen zu ihm: Er hatte langes Haar und einen Ledergurt um seine Lenden. Er aber sprach: Es ist Eliyah, der Tischbiter.

1,9 Und der König sandte zu Eliyah einen Hauptmann über fünfzig samt seinen fünfzig Mann. Und als der zu ihm hinaufkam, siehe, da saß er oben auf dem Berge. Er aber sprach zu ihm: Du Mann Haschem'S, der König sagt: Du sollst herabkommen!

1,10 Eliyah antwortete dem Hauptmann über fünfzig: Bin ich ein Mann Haschem'S, so falle Feuer vom Himmel und fresse dich und deine fünfzig Mann. Da fiel Feuer vom Himmel und fraß ihn und seine fünfzig Mann.

1,11 Und der König sandte wiederum einen andern Hauptmann über fünfzig zu ihm samt seinen fünfzig Mann. Der kam zu ihm hinauf und sprach zu ihm: Du Mann Haschem'S, so spricht der König: Komm eilends herab!

1,12 Eliyah antwortete: Bin ich ein Mann Haschem'S, so falle Feuer vom Himmel und fresse dich und deine fünfzig Mann. Da fiel das Feuer Haschem'S vom Himmel und fraß ihn und seine fünfzig Mann.

1,13 Da sandte der König wiederum den dritten Hauptmann über fünfzig samt seinen fünfzig Mann. Als der zu ihm hinaufkam, beugte er seine Knie vor Eliyah und flehte ihn an und sprach zu ihm: Du Mann Haschem'S, laß mein Leben und das Leben deiner Knechte, dieser fünfzig, vor dir etwas gelten!

1,14 Siehe, Feuer ist vom Himmel gefallen und hat die ersten zwei Hauptleute über fünfzig mit ihren fünfzig Mann gefressen; nun aber laß mein Leben etwas gelten vor dir.

1,15 Da sprach der Malach des Haschem'S zu Eliyah: Geh mit ihm hinab und fürchte dich nicht vor ihm! Und er machte sich auf und ging mit ihm hinab zum König.

1,16 Und er sprach zu ihm: So spricht Haschem: Weil du Boten hingesandt hast und hast befragen lassen Baal-Sebub, Aelohim von Ekron, als wäre kein Haschem in Israel, dessen Wort man erfragen könnte, so sollst du von dem Bett nicht mehr herunterkommen, auf das du dich gelegt hast, sondern sollst des Todes sterben.

1,17 So starb Ahasja nach dem Wort des Haschem'S, das Eliyah geredet hatte. Und Joram wurde König an seiner Statt im zweiten Jahr Jorams, des Sohnes Joschafats, des Königs von Juda; denn Ahasja hatte keinen Sohn.

1,18 Was aber mehr von Ahasja zu sagen ist, was er getan hat, siehe, das steht geschrieben in der Chronik der Könige von Israel.

2. Kapitel

2,1 Als aber Haschem Eliyah im Wetter gen Himmel holen wollte, gingen Eliyah und Elisa von Gilgal weg.

2,2 Und Eliyah sprach zu Elisa: Bleibe du hier, denn Haschem hat mich nach Bethel gesandt. Elisa aber sprach: So wahr Haschem lebt und du lebst: ich verlasse dich nicht. Und als sie hinab nach Bethel kamen,

2,3 gingen die Prophetenjünger, die in Bethel waren, heraus zu Elisa und sprachen zu ihm: Weißt du auch, daß Haschem heute deinen Herrn von dir hinwegnehmen wird? Er aber sprach: Auch ich weiß es wohl; schweigt nur still.

2,4 Und Eliyah sprach zu ihm: Elisa, bleib du hier, denn Haschem hat mich nach Jericho gesandt. Er aber sprach: So wahr Haschem lebt und du lebst: ich verlasse dich nicht. Und als sie nach Jericho kamen,

2,5 traten die Prophetenjünger, die in Jericho waren, zu Elisa und sprachen zu ihm: Weißt du auch, daß Haschem heute deinen Herrn von dir hinwegnehmen wird? Er aber sprach: Auch ich weiß es wohl; schweigt nur still.

2,6 Und Eliyah sprach zu ihm: Bleib du hier, denn Haschem hat mich an den Jordan gesandt. Er aber sprach: So wahr Haschem lebt und du lebst: ich verlasse dich nicht. Und es gingen die beiden miteinander.

2,7 Und fünfzig von den Prophetenjüngern gingen hin und standen von ferne; aber die beiden standen am Jordan.

2,8 Da nahm Eliyah seinen Mantel und wickelte ihn zusammen und schlug ins Wasser; das teilte sich nach beiden Seiten, so daß die beiden auf trockenem Boden hinübergingen.

2,9 Und als sie hinüberkamen, sprach Eliyah zu Elisa: Bitte, was ich dir tun soll, ehe ich von dir genommen werde. Elisa sprach: Daß mir zwei Anteile von deinem Geiste zufallen.

2,10 Er sprach: Du hast Schweres erbeten. Doch wenn du mich sehen wirst, wie ich von dir genommen werde, so wird's geschehen; wenn nicht, so wird's nicht sein.

2,11 Und als sie miteinander gingen und redeten, siehe, da kam ein feuriger Wagen mit feurigen Rossen, die schieden die beiden voneinander. Und Eliyah fuhr im Wetter gen Himmel.

2,12 Elisa aber sah es und schrie: Mein Vater, mein Vater, du Wagen Israels und sein Gespann! und sah ihn nicht mehr. Da faßte er seine Kleider, zerriß sie in zwei Stücke

2,13 und hob den Mantel auf, der Eliyah entfallen war, und kehrte um und trat wieder an das Ufer des Jordans.

2,14 Und er nahm den Mantel, der Eliyah entfallen war, und schlug ins Wasser und sprach: Wo ist nun Haschem, Eliyahs? und schlug ins Wasser. Da teilte es sich nach beiden Seiten, und Elisa ging hindurch.

2,15 Und als das die Prophetenjünger sahen, die gegenüber bei Jericho waren, sprachen sie: Der Geist Eliyahs ruht auf Elisa, und sie gingen ihm entgegen und fielen vor ihm nieder zur Erde

2,16 und sprachen zu ihm: Siehe, es sind unter deinen Knechten fünfzig starke Männer, die laß gehen und deinen Herrn suchen. Vielleicht hat ihn der Geist des Haschem'S genommen und auf irgendeinen Berg oder in irgendein Tal geworfen. Er aber sprach: Laßt sie nicht gehen!

2,17 Aber sie nötigten ihn, bis er nachgab und sprach: Laßt sie hingehen! Und sie sandten hin fünfzig Männer, und diese suchten Eliyah drei Tage; aber sie fanden ihn nicht.

2,18 Und sie kamen zu Elisa zurück, als er noch in Jericho war, und er sprach zu ihnen: Sagte ich euch nicht, ihr solltet nicht hingehen? Elisa macht eine Quelle gesund und straft die spottenden Knaben

2,19 Und die Männer der Stadt sprachen zu Elisa: Siehe, es ist gut wohnen in dieser Stadt, wie mein Herr sieht; aber es ist böses Wasser, und es macht unfruchtbar.

2,20 Er sprach: Bringt mir her eine neue Schale und tut Salz hinein! Und sie brachten's ihm.

2,21 Da ging er hinaus zu der Wasserquelle und warf das Salz hinein und sprach: So spricht Haschem: Ich habe dies Wasser gesund gemacht; es soll hinfort weder Tod noch Unfruchtbarkeit von ihm kommen.

2,22 So wurde das Wasser gesund bis auf diesen Tag nach dem Wort Elisas, das er sprach.

2,23 Und er ging hinauf nach Bethel. Und als er den Weg hinanging, kamen kleine Knaben zur Stadt heraus und verspotteten ihn und sprachen zu ihm: Kahlkopf, komm herauf! Kahlkopf, komm herauf!

2,24 Und er wandte sich um, und als er sie sah, verfluchte er sie im Namen Haschem'S. Da kamen zwei Bären aus dem Walde und zerrissen zweiundvierzig von den Kindern.

2,25 Von da ging er auf den Berg Karmel und kehrte von da nach Samaria zurück.

3. Kapitel

3,1 aJoram, der Sohn Ahabs, wurde König über Israel zu Samaria im achtzehnten Jahr Joschafats, des Königs von Juda, und regierte zwölf Jahre.

3,2 Und er tat, was Haschem mißfiel, doch nicht wie sein Vater und seine Mutter. Denn er entfernte das Steinmal Baals, das sein Vater hatte machen lassen;

3,3 aber er blieb hangen an den Sünden Jerobeams, des Sohnes Nebats, der Israel sündigen machte, und ließ nicht ab davon.

3,4 Mescha aber, der König der Moabiter, besaß viele Schafe und hatte dem König von Israel Wolle zu entrichten von hunderttausend Lämmern und von hunderttausend Widdern.

3,5 Als aber Ahab tot war, fiel der König der Moabiter ab vom König von Israel.

3,6 Und alsbald zog der König Joram aus von Samaria und bot ganz Israel auf

3,7 und sandte hin zu Joschafat, dem König von Juda, und ließ ihm sagen: Der König der Moabiter ist von mir abgefallen; komm mit mir, um gegen die Moabiter zu kämpfen! Er sprach: Ich will kommen; ich bin wie du, und mein Volk wie dein Volk, und meine Rosse wie deine Rosse.

3,8 Und Joram sprach: Welchen Weg wollen wir hinaufziehen? Joschafat sprach: Den Weg durch die Wüste Edom.

3,9 So zogen hin der König von Israel, der König von Juda und der König von Edom. Und als sie sieben Tagereisen weit gezogen waren, hatte das Heer und das Vieh, das bei ihnen war, kein Wasser.

3,10 Da sprach der König von Israel: O weh! Haschem hat diese drei Könige hergerufen, um sie in die Hände der Moabiter zu geben!

3,11 Joschafat aber sprach: Ist kein Prophet des Haschem'S hier, damit wir Haschem durch ihn befragen? Da antwortete einer unter den Männern des Königs von Israel und sprach: Hier ist Elisa, der Sohn Schafats, der Eliyah Wasser auf die Hände goß.

3,12 Joschafatsprach: des Haschem'S Wort ist bei ihm. So zogen zu ihm hinab der König von Israel und Joschafat und der König von Edom.

3,13 Elisa aber sprach zum König von Israel: Was habe ich mit dir zu schaffen? Geh hin zu den Propheten deines Vaters und zu den Propheten deiner Mutter! Der König von Israel sprach zu ihm: Nicht doch! Denn Haschem hat diese drei Könige hergerufen, um sie in die Hände der Moabiter zu geben.

3,14 Elisa sprach: So wahr Haschem lebt, vor dem ich stehe: wenn ich nicht Joschafat, den König von Juda, ehrte, ich wollte dich nicht ansehen noch achten.

3,15 So bringt mir nun einen Spielmann! Und als der Spielmann auf den Saiten spielte, kam die Hand des Haschem'S auf Elisa,

3,16 und er sprach: So spricht Haschem: Macht hier und da Gruben in diesem Tal.

3,17 Denn so spricht Haschem: Ihr werdet weder Wind noch Regen sehen; dennoch soll das Tal voll Wasser werden, daß ihr und euer Heer und euer Vieh trinken könnt.

3,18 Und das ist noch ein Geringes vor Haschem; er wird auch die Moabiter in eure Hände geben,

3,19 so daß ihr wüste machen werdet alle festen Städte und alle auserwählten Städte und fällen alle guten Bäume und verstopfen alle Wasserbrunnen und alle guten Äcker mit Steinen verderben.

3,20 Aber am nächsten Morgen, zur Zeit, da man Speisopfer opfert, siehe, da kam Wasser von Edom her und füllte das Land mit Wasser.

3,21 Als aber alle Moabiter hörten, daß die Könige heraufzogen, um gegen sie zu kämpfen, riefen sie alle auf, die zur Rüstung alt genug und darüber waren, und stellten sich an der Grenze auf.

3,22 Und als sie sich früh am Morgen aufmachten und die Sonne aufging über dem Gewässer, schien den Moabitern das Gewässer in der Ferne rot zu sein wie Blut.

3,23 Und sie sprachen: Das ist Blut! Die Könige haben sich mit dem Schwert umgebracht, und einer wird den andern erschlagen haben. Ha, Moab, mach dich nun auf zur Beute!

3,24 Aber als sie zum Lager Israels kamen, machte sich Israel auf und schlug die Moabiter, und sie flohen vor ihnen. Aber Israel jagte ihnen nach und schlug Moab.

3,25 Die Städte zerstörten sie, und jeder warf einen Stein auf alle guten Äcker, und sie machten sie voll davon und verstopften alle Wasserbrunnen und fällten alle guten Bäume, bis nur Kir-Heres übrigblieb. Aber die Schleuderer umringten die Stadt und schossen auf sie.

3,26 Als aber der König der Moabiter sah, daß ihm der Kampf zu stark war, nahm er siebenhundert Mann mit sich, die das Schwert führten, um beim König von Edom durchzubrechen; aber sie konnten's nicht.

3,27 Da nahm er seinen erstgeborenen Sohn, der an seiner Statt König werden sollte, und opferte ihn zum Brandopfer auf der Mauer. Da kam ein großer Zorn über Israel, so daß sie von ihm abzogen und in ihr Land zurückkehrten.

4. Kapitel

4,1 Und es schrie eine Frau unter den Frauen der Prophetenjünger zu Elisa und sprach: Dein Knecht, mein Mann, ist gestorben; und du weißt ja, daß dein Knecht Haschem fürchtete. Nun kommt der Schuldherr und will meine beiden Kinder nehmen zu leibeigenen Knechten.

4,2 Elisa sprach zu ihr: Was soll ich dir tun? Sage mir, was hast du im Hause? Sie sprach: Deine Magd hat nichts im Hause als einen Ölkrug.

4,3 Er sprach: Geh hin und erbitte draußen von allen deinen Nachbarinnen leere Gefäße, aber nicht zu wenig, 4,4 und geh ins Haus und schließ die Tür zu hinter dir und deinen Söhnen und gieß in alle Gefäße; und wenn du sie gefüllt hast, so stelle sie beiseite.

4,5 Sie ging hin und tat so und schloß die Tür zu hinter sich und ihren Söhnen; diese brachten ihr die Gefäße herbei, und sie goß ein.

4,6 Und als die Gefäße voll waren, sprach sie zu ihrem Sohn: Reiche mir noch ein Gefäß her! Er sprach zu ihr: Es ist kein Gefäß mehr hier. Da stand das Öl.

4,7 Und sie ging hin und sagte es dem Mann Haschem'S an. Er sprach: Geh hin, verkaufe das Öl und bezahle deinen Schuldherrn; du aber und deine Söhne, nährt euch von dem übrigen. Elisa verheißt der Schunemiterin einen Sohn und erweckt das tote Kind

4,8 Und es begab sich eines Tages, daß Elisa nach Schunem ging. Dort war eine reiche Frau; die nötigte ihn, daß er bei ihr aß. Und sooft er dort durchkam, kehrte er bei ihr ein und aß bei ihr.

4,9 Und sie sprach zu ihrem Mann: Siehe, ich merke, daß dieser Mann Haschem'S erhaben ist, der immer hier durchkommt.

4,10 Laß uns ihm eine kleine Kammer oben machen und Bett, Tisch, Stuhl und Leuchter hinstellen, damit er dort einkehren kann, wenn er zu uns kommt.

4,11 Und es begab sich eines Tages, daß Elisa dort einkehrte und sich oben in die Kammer legte und darin schlief.

4,12 Danach sprach er zu seinem Diener Gehasi: Ruf die Schunemiterin! Und als Gehasi sie rief, trat sie vor ihn.

4,13 Elisa aber hatte zu Gehasi gesprochen: Sage ihr: Siehe, du hast uns all diesen Dienst getan; was soll ich dir tun? Brauchst du Fürsprache beim König oder beim Feldhauptmann? Sie sprach: Ich wohne sicher unter meinen Leuten.

4,14 Elisa sprach: Was soll ich dir dann tun? Gehasi sprach: Ach, sie hat keinen Sohn, und ihr Mann ist alt.

4,15 Er sprach: Ruf sie her! Und als er sie rief, trat sie in die Tür.

4,16 Und er sprach: Um diese Zeit übers Jahr sollst du einen Sohn herzen. Sie sprach: Ach nicht, mein Herr, du Mann Haschem'S! Täusche deine Magd nicht!

4,17 Und die Frau ward schwanger und gebar einen Sohn um dieselbe Zeit übers Jahr, wie ihr Elisa zugesagt hatte.

4,18 Als aber das Kind groß wurde, begab es sich, daß es hinaus zu seinem Vater zu den Schnittern ging

4,19 und sprach zu seinem Vater: O mein Kopf, mein Kopf! Er sprach zu einem Knecht: Bringe ihn zu seiner Mutter!

4,20 Und der nahm ihn und brachte ihn hinein zu seiner Mutter, und sie setzte ihn auf ihren Schoß bis zum Mittag; da starb er.

4,21 Und sie ging hinauf und legte ihn aufs Bett des Mannes Haschem, schloß zu und ging hinaus

4,22 und rief ihren Mann und sprach: Schicke mir einen der Knechte und eine Eselin; ich will eilends zu dem Mann Haschem'S und bald zurückkommen.

4,23 Er sprach: Warum willst du zu ihm? Ist doch heute weder Neumond noch Sabbat. Sie sprach: Laß es gut sein!

4,24 Und sie sattelte die Eselin und sprach zum Knecht: Treib an und halte mich nicht auf beim Reiten, bis ich dir's sage!

4,25 So zog sie hin und kam zu dem Mann Haschem'S auf den Berg Karmel. Als aber der Mann Haschem'S sie kommen sah, sprach er zu seinem Diener Gehasi: Siehe, die Schunemiterin ist da!

4,26 So lauf ihr nun entgegen und frage sie, ob es ihr, ihrem Mann und ihrem Sohn gut gehe. Sie sprach: Gut!

4,27 Als sie aber zu dem Mann Haschem'S auf den Berg kam, umfing sie seine Füße; Gehasi aber trat herzu, um sie wegzustoßen. Aber der Mann Haschem'S sprach: Laß sie, denn ihre Seele ist betrübt, und Haschem hat mir's verborgen und nicht kundgetan!

4,28 Sie sprach: Wann hab ich einen Sohn erbeten von meinem Herrn? Sagte ich nicht, du solltest mich nicht täuschen?

4,29 Er sprach zu Gehasi: Gürte deine Lenden und nimm meinen Stab in deine Hand und geh hin, und wenn dir jemand begegnet, so grüße ihn nicht, und grüßt dich jemand, so danke ihm nicht, und lege meinen Stab auf des Knaben Antlitz.

4,30 Aber die Mutter des Knaben sprach: So wahr Haschem lebt und so wahr du lebst: ich lasse nicht von dir! Da machte er sich auf und ging ihr nach.

4,31 Gehasi aber ging vor ihnen hin und legte den Stab dem Knaben aufs Antlitz: da war aber keine Stimme und kein Empfinden. Und er ging zurück Elisa entgegen und sagte ihm: Der Knabe ist nicht aufgewacht.

4,32 Und als Elisa ins Haus kam, siehe, da lag der Knabe tot auf seinem Bett.

4,33 Und er ging hinein und schloß die Tür hinter sich zu und betete zu Haschem

4,34 und stieg aufs Bett und legte sich auf das Kind und legte seinen Mund auf des Kindes Mund und seine Augen auf dessen Augen und seine Hände auf dessen Hände und breitete sich so über ihn; da wurde des Kindes Leib warm.

4,35 Er aber stand wieder auf und ging im Haus einmal hierhin und dahin und stieg wieder aufs Bett und breitete sich über ihn. Da nieste der Knabe siebenmal; danach tat der Knabe seine Augen auf.

4,36 Und Elisa rief Gehasi und sprach: Ruf die Schunemiterin! Und als er sie rief, kam sie hinein zu ihm. Er sprach: Da, nimm hin deinen Sohn!

4,37 Da kam sie und fiel nieder zu seinen Füßen und neigte sich zur Erde und nahm ihren Sohn und ging hinaus. Elisa macht schädliche Speise gesund und speist viele mit zwanzig Broten

4,38 Als aber Elisa wieder nach Gilgal kam, war Hungersnot im Lande. Und als die Prophetenjünger vor ihm saßen, sprach er zu seinem Diener: Setze einen großen Topf auf und koche ein Gemüse für die Prophetenjünger!

4,39 Da ging einer aufs Feld, um Kraut zu sammeln, und fand ein Rankengewächs und pflückte sein Kleid voll mit wilden Gurken. Und als er kam, schnitt er's in den Topf zum Gemüse - sie kannten's aber nicht -

4,40 und legte es den Männern zum Essen vor. Als sie nun von dem Gemüse aßen, schrien sie und sprachen: O Mann Haschem'S, der Tod im Topf! Denn sie konnten's nicht essen.

4,41 Er aber sprach: Bringt Mehl her! Und er tat's in den Topf und sprach: Lege es den Leuten vor, daß sie essen! Da war nichts Böses mehr in dem Topf.

4,42 Es kam aber ein Mann von Baal- Schalischa und brachte dem Mann Haschem'S Erstlingsbrot, nämlich zwanzig Gerstenbrote, und neues Getreide in seinem Kleid. Er aber sprach: Gib's den Leuten, daß sie essen!

4,43 Sein Diener sprach: Wie soll ich davon hundert Mann geben? Er sprach: Gib den Leuten, daß sie essen! Denn so spricht Haschem: Man wird essen, und es wird noch übrigbleiben.

4,44 Und er legte es ihnen vor, daß sie aßen; und es blieb noch übrig nach dem Wort des Haschem'S.

5. Kapitel

5,1 Naaman, der Feldhauptmann des Königs von Aram, war ein trefflicher Mann vor seinem Herrn und wert gehalten; denn durch ihn gab Haschem den Aramäern Sieg. Und er war ein gewaltiger Mann, jedoch aussätzig.

5,2 Aber die Kriegsleute der Aramäer waren ausgezogen und hatten ein junges Mädchen weggeführt aus dem Lande Israel; die war im Dienst der Frau Naamans.

5,3 Die sprach zu ihrer Herrin: Ach, daß mein Herr wäre bei dem Propheten in Samaria! Der könnte ihn von seinem Aussatz befreien.

5,4 Da ging Naaman hinein zu seinem Herrn und sagte es ihm an und sprach: So und so hat das Mädchen aus dem Lande Israel geredet.

5,5 Der König von Aram sprach: So zieh hin, ich will dem König von Israel einen Brief schreiben. Und er zog hin und nahm mit sich zehn Zentner Silber und sechstausend Goldgulden und zehn Feierkleider

5,6 und brachte den Brief dem König von Israel; der lautete: Wenn dieser Brief zu dir kommt, siehe, so wisse, ich habe meinen Knecht Naaman zu dir gesandt, damit du ihn von seinem Aussatz befreist.

5,7 Und als der König von Israel den Brief las, zerriß er seine Kleider und sprach: Bin ich denn Haschem, daß ich töten und lebendig machen könnte, daß er zu mir schickt, ich solle den Mann von seinem Aussatz befreien? Merkt und seht, wie er Streit mit mir sucht!

5,8 Als Elisa, der Mann Haschem'S, hörte, daß der König von Israel seine Kleider zerrissen hatte, sandte er zu ihm und ließ ihm sagen: Warum hast du deine Kleider zerrissen? Laß ihn zu mir kommen, damit er innewerde, daß ein Prophet in Israel ist.

5,9 So kam Naaman mit Rossen und Wagen und hielt vor der Tür am Hause Elisas.

5,10 Da sandte Elisa einen Boten zu ihm und ließ ihm sagen: Geh hin und wasche dich siebenmal im Jordan, so wird dir dein Fleisch wieder gesund und du wirst rein werden.

5,11 Da wurde Naaman zornig und zog weg und sprach: Ich meinte, er selbst sollte zu mir herauskommen und hertreten und den Namen des Haschem'S, anrufen und seine Hand hin zum Mikdash erheben und mich so von dem Aussatz befreien.

5,12 Sind nicht die Flüsse von Damaskus, Abana und Parpar, besser als alle Wasser in Israel, so daß ich mich in ihnen waschen und rein werden könnte? Und er wandte sich und zog weg im Zorn.

5,13 Da machten sich seine Diener an ihn heran, redeten mit ihm und sprachen: Lieber Vater, wenn dir der Prophet etwas Großes geboten hätte, hättest du es nicht getan? Wieviel mehr, wenn er zu dir sagt: Wasche dich, so wirst du rein!

5,14 Da stieg er ab und tauchte unter im Jordan siebenmal, wie der Mann Haschem'S geboten hatte. Und sein Fleisch wurde wieder gesund wie das Fleisch eines jungen Knaben, und er wurde rein.

5,15 Und er kehrte zurück zu dem Mann Haschem'S mit allen seinen Leuten. Und als er hinkam, trat er vor ihn und sprach: Siehe, nun weiß ich, daß kein Haschem ist in allen Landen, außer in Israel; so nimm nun eine Segensgabe von deinem Knecht.

5,16 Elisa aber sprach: So wahr Haschem lebt, vor dem ich stehe: ich nehme es nicht. Und er nötigte ihn, daß er es nehme; aber er wollte nicht.

5,17 Da sprach Naaman: Wenn nicht, so könnte doch deinem Knecht gegeben werden von dieser Erde eine Last, soviel zwei Maultiere tragen! Denn dein Knecht will nicht mehr andern Göttern opfern und Brandopfer darbringen, sondern allein Haschem.

5,18 Nur darin wolle Haschem deinem Knecht gnädig sein: wenn mein König in den Tempel Rimmons geht, um dort anzubeten, und er sich auf meinen Arm lehnt und ich auch anbete im Tempel Rimmons, dann möge Haschem deinem Knecht vergeben.

5,19 Er sprach zu ihm: Zieh hin mit Frieden! Und als er von ihm eine Strecke Weges fortgezogen war,

5,20 sagte sich Gehasi, der Diener Elisas, des Mannes Haschem: Siehe, mein Herr hat diesen Aramäer Naaman verschont, daß er nichts von ihm genommen hat, was er gebracht hat. So wahr Haschem lebt: ich will ihm nachlaufen und mir etwas von ihm geben lassen.

5,21 So jagte Gehasi dem Naaman nach. Und als Naaman sah, daß er ihm nachlief, stieg er vom Wagen, ging ihm entgegen und sprach: Geht's gut?

5,22 Er sprach: Ja. Aber mein Herr hat mich gesandt und läßt dir sagen: Siehe, jetzt sind zu mir gekommen vom Gebirge Ephraim zwei von den Prophetenjüngern. Gib ihnen doch einen Zentner Silber und zwei Feierkleider!

5,23 Naaman sprach: Nimm zwei Zentner! Und er nötigte ihn und band zwei Zentner Silber in zwei Beutel und zwei Feierkleider und gab's seinen beiden Dienern; die trugen's vor ihm her.

5,24 Und als Gehasi an den Hügel kam, nahm er's von ihren Händen und legte es beiseite im Hause und ließ die Männer gehen.

5,25 Und als sie weggegangen waren, trat er vor seinen Herrn. Und Elisa sprach zu ihm: Woher, Gehasi? Er sprach: Dein Knecht ist weder hierhin noch dorthin gegangen.

5,26 Er aber sprach zu ihm: Bin ich nicht im Geist mit dir gegangen, als der Mann sich umwandte von seinem Wagen dir entgegen? Wohlan, du hast nun das Silber und die Kleider genommen und wirst dir schaffen Ölgärten, Weinberge, Schafe, Rinder, Knechte und Mägde.

5,27 Aber der Aussatz Naamans wird dir anhangen und deinen Nachkommen allezeit. Da ging Gehasi von ihm hinaus, aussätzig wie Schnee.

6. Kapitel

6,1 Die Prophetenjünger sprachen zu Elisa: Siehe, der Raum, wo wir vor dir wohnen, ist uns zu eng.

6,2 Laß uns an den Jordan gehen, und jeder von uns soll dort einen Stamm holen, damit wir uns eine Stätte bauen, wo wir wohnen können. Er sprach: Geht hin!

6,3 Und einer sprach: Geh doch mit deinen Knechten! Er sprach: Ich will mitgehen.

6,4 Und er ging mit ihnen. Und als sie an den Jordan kamen, hieben sie Bäume um.

6,5 Und als einer einen Stamm fällte, fiel ihm das Eisen ins Wasser. Und er schrie: O weh, mein Herr! Und dazu ist's noch entliehen!

6,6 Aber der Mann Haschem'S sprach: Wo ist's hingefallen? Und als er ihm die Stelle zeigte, schnitt er einen Stock ab und stieß dahin. Da schwamm das Eisen.

6,7 Und er sprach: Heb's auf! Da streckte er seine Hand aus und nahm es. Die Aramäer werden mit Blindheit geschlagen

6,8 Und der König von Aram führte Krieg mit Israel und beriet sich mit seinen Obersten und sprach: Wir wollen da und da einen Hinterhalt legen.

6,9 Aber der Mann Haschem'S sandte zum König von Israel und ließ ihm sagen: Hüte dich, daß du nicht an diesem Ort vorüberziehst, denn die Aramäer lauern dort.

6,10 So sandte denn der König von Israel hin an den Ort, den ihm der Mann Haschem'S gesagt und vor dem er ihn gewarnt hatte, und war dort auf der Hut; und tat das nicht nur einmal oder zweimal.

6,11 Da wurde das Herz des Königs von Aram voller Unmut darüber, und er rief seine Obersten und sprach zu ihnen: Wollt ihr mir denn nicht sagen, wer von den Unsern es mit dem König von Israel hält?

6,12 Da sprach einer seiner Obersten: Nicht doch, mein Herr und König, sondern Elisa, der Prophet in Israel, sagt alles dem König von Israel, auch was du in der Kammer redest, wo dein Lager ist.

6,13 Er sprach: So geht hin und seht, wo er ist, damit ich hinsende und ihn holen lasse. Und sie sagten es ihm an und sprachen: Siehe, er ist in Dotan.

6,14 Da sandte er hin Rosse und Wagen und ein großes Heer. Und als sie bei Nacht hinkamen, umstellten sie die Stadt.

6,15 Und der Diener des Mannes Haschem stand früh auf und trat heraus, und siehe, da lag ein Heer um die Stadt mit Rossen und Wagen. Da sprach sein Diener zu ihm: O weh, mein Herr! Was sollen wir nun tun?

6,16 Er sprach: Fürchte dich nicht, denn derer sind mehr, die bei uns sind, als derer, die bei ihnen sind!

6,17 Und Elisa betete und sprach: Haschem, öffne ihm die Augen, daß er sehe! Da öffnete Haschem dem Diener die Augen, und er sah, und siehe, da war der Berg voll feuriger Rosse und Wagen um Elisa her.

6,18 Und als die Aramäer zu ihm herabkamen, betete Elisa und sprach: Haschem, schlage dies Volk mit Blindheit! Und er schlug sie mit Blindheit nach dem Wort Elisas.

6,19 Und Elisa sprach zu ihnen: Dies ist nicht der Weg und nicht die Stadt. Folgt mir nach! Ich will euch führen zu dem Mann, den ihr sucht. Und er führte sie nach Samaria.

6,20 Und als sie nach Samaria kamen, sprach Elisa: Haschem, öffne diesen die Augen, daß sie sehen! Und Haschem öffnete ihnen die Augen, und sie sahen, und siehe, da waren sie mitten in Samaria.

6,21 Und als der König von Israel sie sah, sprach er zu Elisa: Mein Vater, soll ich sie töten?

6,22 Er sprach: Du sollst sie nicht töten. Erschlägst du denn die, die du mit Schwert und Bogen gefangen hast? Setze ihnen Brot und Wasser vor, daß sie essen und trinken, und laß sie zu ihrem Herrn ziehen!

6,23 Da wurde ein großes Mahl bereitet. Und als sie gegessen und getrunken hatten, ließ er sie gehen, daß sie zu ihrem Herrn zogen. Seitdem kamen streifende Rotten der Aramäer nicht mehr ins Land Israel.

6,24 Danach begab es sich, daß Ben-Hadad, der König von Aram, sein ganzes Heer versammelte und heraufzog und Samaria belagerte.

6,25 Und es war eine große Hungersnot in Samaria. Sie aber belagerten die Stadt, bis ein Eselskopf achtzig Silberstücke und eine Handvoll Taubenmist* fünf Silberstücke galt. *Wahrscheinlich Bezeichnung für minderwertige Speisen.

6,26 Und als der König von Israel auf der Mauer einherging, schrie ihn eine Frau an und sprach: Hilf mir, mein Herr und König!

6,27 Er sprach: Hilft dir Haschem nicht, woher soll ich dir helfen? Von der Tenne oder von der Kelter?

6,28 Und der König sprach zu ihr: Was ist dir? Sie sprach: Diese Frau da sprach zu mir: Gib deinen Sohn her, daß wir ihn heute essen; morgen wollen wir meinen Sohn essen.

6,29 So haben wir meinen Sohn gekocht und gegessen. Und ich sprach zu ihr am nächsten Tage: Gib deinen Sohn her und laß uns ihn essen! Aber sie hat ihren Sohn versteckt.

6,30 Als der König die Worte der Frau hörte, zerriß er seine Kleider, während er auf der Mauer ging. Da sah alles Volk, daß er darunter ein härenes Tuch um seinen Leib geschlungen hatte.

6,31 Und er sprach: Haschem tue mir dies und das, wenn das Haupt Elisas, des Sohnes Schafats, heute auf ihm bleiben wird!

6,32 Elisa aber saß in seinem Hause, und die Ältesten saßen bei ihm. Und der König sandte einen Mann vor sich her. Aber ehe der Bote zu ihm kam, sprach Elisa zu den Ältesten: Habt ihr gesehen, wie dieser Mörder hergesandt hat, daß er mir das Haupt abschlage? Seht zu, wenn der Bote eintritt, daß ihr die Tür zuschließt und ihn gegen die Tür stoßt. Siehe, ich höre schon das Geräusch der Tritte seines Herrn hinter ihm her.

6,33 Als er noch so mit ihnen redete, siehe, da kam schon der König zu ihm hinab und sprach: Siehe, dies Übel kommt von Haschem! Was soll ich noch von Haschem erwarten?

7. Kapitel

7,1 Elisa aber sprach: Hört des Haschem'S Wort! So spricht Haschem: Morgen um diese Zeit wird ein Maß feinstes Mehl ein Silberstück gelten und zwei Maß Gerste ein Silberstück im Tor von Samaria.

7,2 Da antwortete der Ritter, auf dessen Arm sich der König lehnte, dem Mann Haschem'S und sprach: Und wenn Haschem Fenster am Himmel machte, wie könnte das geschehen? Er sprach: Siehe, mit deinen Augen wirst du es sehen, doch du wirst nicht davon essen!

7,3 Und es waren vier aussätzige Männer vor dem Tor, und einer sprach zum andern: Was sollen wir hier bleiben, bis wir sterben?

7,4 Wenn wir auch in die Stadt gehen wollten, so ist Hungersnot in der Stadt, und wir müßten doch dort sterben. Bleiben wir aber hier, so müssen wir auch sterben. So laßt uns nun hingehen und zu dem Heer der Aramäer laufen. Lassen sie uns leben, so leben wir, töten sie uns, so sind wir tot.

7,5 Und sie machten sich in der Dämmerung auf, um zum Heer der Aramäer zu kommen. Und als sie vorn an das Lager kamen, siehe, da war niemand mehr da.

7,6 Denn der Herr hatte die Aramäer hören lassen ein Getümmel von Rossen, Wagen und großer Heeresmacht, so daß sie untereinander sprachen: Siehe, der König von Israel hat sich gegen uns verbündet mit den Königen der Hetiter und den Königen der Ägypter, daß sie über uns kommen sollen.

7,7 Und sie machten sich auf und flohen in der Dämmerung und ließen ihre Zelte, Rosse und Esel im Lager, wie es stand, und flohen, um ihr Leben zu retten.

7,8 Als nun die Aussätzigen vorn an das Lager kamen, gingen sie in eins der Zelte, aßen und tranken und nahmen Silber, Gold und Kleider und gingen hin und verbargen's und kamen wieder und gingen in ein anderes Zelt und nahmen daraus und gingen hin und verbargen's.

7,9 Aber einer sprach zum andern: Laßt uns so nicht tun; dieser Tag ist ein Tag guter Botschaft. Wenn wir das verschweigen und warten, bis es lichter Morgen wird, so wird uns Schuld treffen. So laßt uns nun hingehen und es dem Hause des Königs ansagen.

7,10 Und als sie kamen, riefen sie die Torhüter der Stadt und sagten's ihnen an und sprachen: Wir sind zum Lager der Aramäer gekommen, und siehe, da ist niemand mehr und keine Menschenstimme, sondern Rosse und Esel angebunden und die Zelte, wie sie dastehen.

7,11 Da riefen es die Torhüter aus, und man sagte es drinnen im Hause des Königs an.

7,12 Und der König stand auf, als es noch dunkel war, und sprach zu seinen Obersten: Laßt euch sagen, wie es die Aramäer mit uns machen. Sie wissen, daß wir Hunger leiden, und sind aus dem Lager gegangen, um sich im Felde zu verbergen, und denken: Wenn sie aus der Stadt gehen, wollen wir sie lebendig ergreifen und in die Stadt eindringen.

7,13 Da antwortete einer seiner Obersten: Man nehme fünf Rosse von denen, die noch in der Stadt übriggeblieben sind - ihnen wird es ja doch gehen wie der ganzen Menge, die hier noch übriggeblieben oder schon dahin ist. Die laßt uns senden, um nachzusehen.

7,14 Da nahmen sie zwei Wagen mit Rossen, und der König sandte sie dem Heer der Aramäer nach und sprach: Zieht hin und seht nach!

7,15 Und als sie ihnen nachzogen bis an den Jordan, siehe, da lag der Weg voll von Kleidern und Geräten, die die Aramäer in der Eile weggeworfen hatten. Und als die Boten zurückkamen und es dem König ansagten,

7,16 ging das Volk hinaus und plünderte das Lager der Aramäer. Und es galt ein Maß feinstes Mehl ein Silberstück und zwei Maß Gerste auch ein Silberstück nach dem Wort des Haschem'S.

7,17 Aber der König bestellte den Ritter, auf dessen Arm er sich lehnte, in das Tor. Und das Volk zertrat ihn im Tor, so daß er starb, wie der Mann Haschem'S gesagt hatte, als der König zu ihm hinabkam.

7,18 Und es geschah, wie der Mann Haschem'S dem König gesagt hatte, als er sprach: Morgen um diese Zeit werden zwei Maß Gerste ein Silberstück gelten und ein Maß feinstes Mehl ein Silberstück im Tor von Samaria.

7,19 Und der Ritter hatte dem Mann Haschem'S geantwortet: Und siehe, wenn Haschem Fenster am Himmel machte, wie könnte das geschehen? Elisa aber hatte gesprochen: Siehe, mit deinen Augen wirst du es sehen, doch du wirst nicht davon essen!

7,20 Und genau so erging es ihm; denn das Volk zertrat ihn im Tor, so daß er starb.

8. Kapitel

8,1 Elisa redete mit der Frau, deren Sohn er lebendig gemacht hatte, und sprach: Mach dich auf und zieh fort mit deinem Hause und wohne in der Fremde, wo du kannst; denn Haschem wird eine Hungersnot rufen, die wird ins Land kommen sieben Jahre lang.

8,2 Die Frau machte sich auf und tat, wie der Mann Haschem'S sagte, und zog hin mit ihrem Hause und wohnte im Land der Philister sieben Jahre.

8,3 Als aber die sieben Jahre um waren, kam die Frau aus dem Land der Philister zurück. Und sie ging hin, den König anzurufen wegen ihres Hauses und ihres Ackers.

8,4 Der König aber redete mit Gehasi, dem Diener des Mannes Haschem, und sprach: Erzähle mir alle großen Taten, die Elisa getan hat!

8,5 Und während er dem König erzählte, daß er einen Toten lebendig gemacht hätte, siehe, da kam eben die Frau dazu, deren Sohn er lebendig gemacht hatte, und rief den König an wegen ihres Hauses und ihres Ackers. Da sprach Gehasi: Mein Herr und König, dies ist die Frau, und dies ist ihr Sohn, den Elisa lebendig gemacht hat.

8,6 Und der König fragte die Frau, und sie erzählte es ihm. Da gab ihr der König einen Kämmerer mit und sprach: Verschaffe ihr alles wieder, was ihr gehört, dazu allen Ertrag des Ackers seit der Zeit, da sie das Land verlassen hat, bis jetzt! Ben-Hadads Tod. Hasaël wird König von Aram

8,7 Und Elisa kam nach Damaskus. Da lag Ben-Hadad, der König von Aram, krank, und man sagte ihm: Der Mann Haschem'S ist hierher gekommen.

8,8 Da sprach der König zu Hasaël: Nimm Geschenke mit dir und geh dem Mann Haschem'S entgegen und befrage Haschem durch ihn, ob ich von dieser Krankheit genesen könne.

8,9 Hasaël ging ihm entgegen und nahm Geschenke mit sich und allerlei kostbare Dinge von Damaskus, eine Last für vierzig Kamele. Und als er hinkam, trat er vor Elisa und sprach: Dein Sohn Ben-Hadad, der König von Aram, hat mich zu dir gesandt und läßt dir sagen: Kann ich von dieser Krankheit genesen?

8,10 Elisa sprach zu ihm: Geh hin und sage ihm: Du wirst genesen! - Aber Haschem hat mir gezeigt, daß er des Todes sterben wird.

8,11 Und der Mann Haschem'S schaute starr und lange vor sich hin und weinte.

8,12 Da sprach Hasaël: Warum weint mein Herr? Er sprach: Ich weiß, was du den Israeliten antun wirst: du wirst ihre festen Städte mit Feuer verbrennen und ihre junge Mannschaft mit dem Schwert erschlagen und ihre jungen Kinder töten und ihre schwangern Frauen aufschlitzen.

8,13 Hasaël sprach: Was ist dein Knecht, der Hund, daß er so große Dinge tun sollte? Elisa sprach: Haschem hat mir gezeigt, daß du König über Aram sein wirst.

8,14 Und er ging weg von Elisa und kam zu seinem Herrn. Der sprach zu ihm: Was sagte dir Elisa? Er sprach: Er sagte mir: Du wirst genesen.

8,15 Am andern Tage aber nahm er die Decke und tauchte sie in Wasser und breitete sie über des Königs Angesicht. Da starb er, und Hasaël wurde König an seiner Statt.

8,16 Im fünften Jahr Jorams, des Sohnes Ahabs, des Königs von Israel, wurde - Joschafat war noch König von Juda - aJoram, der Sohn Joschafats, König von Juda.

8,17 Zweiunddreißig Jahre alt war er, als er König wurde, und er regierte acht Jahre zu Jerusalem

8,18 und wandelte auf dem Wege der Könige von Israel, wie das Haus Ahab tat; denn Ahabs Tochter war seine Frau. Und er tat, was Haschem mißfiel.

8,19 Aber Haschem wollte Juda nicht verderben um seines Knechtes Dawid willen, wie er ihm zugesagt hatte, ihm eine Leuchte zu geben und seinen Söhnen immerdar.

8,20 Zu seiner Zeit fielen die Edomiter von Juda ab und setzten einen König über sich.

8,21 Da zog Joram nach Zaïr und alle Wagen mit ihm, und er machte sich des Nachts auf und schlug die Edomiter, die ihn umringt hatten, dazu die Obersten über die Wagen, so daß das Volk in seine Wohnungen floh.

8,22 Doch blieben die Edomiter abtrünnig von Juda bis auf diesen Tag. Auch fiel zur selben Zeit Libna ab.

8,23 Was aber mehr von Joram zu sagen ist und alles, was er getan hat, siehe, das steht geschrieben in der Chronik der Könige von Juda.

8,24 Und Joram legte sich zu seinen Vätern und wurde begraben bei seinen Vätern in der Stadt Dawids. Und sein Sohn Ahasja wurde König an seiner Statt.

8,25 Im zwölften Jahr Jorams, des Sohnes Ahabs, des Königs von Israel, wurde Ahasja, der Sohn Jorams, König von Juda.

8,26 Zweiundzwanzig Jahre alt war Ahasja, als er König wurde; und er regierte ein Jahr zu Jerusalem. Seine Mutter hieß aAtalja, eine Tochter Omris, des Königs von Israel.

8,27 Und er wandelte auf dem Wege des Hauses Ahab und tat, was Haschem mißfiel, wie das Haus Ahab; denn er war verwandt mit dem Hause Ahab.

8,28 Und er zog mit Joram, dem Sohn Ahabs, in den Kampf um Ramot in Gilead gegen Hasaël, den König von Aram; aber die Aramäer verwundeten Joram.

8,29 Da kehrte der König Joram zurück, um sich in Jesreel von den Wunden befreien zu lassen, die ihm die Aramäer bei Rama geschlagen hatten, als er mit Hasaël, dem König von Aram, kämpfte. Und Ahasja, der Sohn Jorams, der König von Juda, kam hinab, um in Jesreel Joram, den Sohn Ahabs, zu besuchen; denn er lag krank.

9. Kapitel

9,1 Aber der Prophet Elisa rief einen der Prophetenjünger und sprach zu ihm: Gürte deine Lenden und nimm diesen Krug mit Öl mit dir und geh hin nach Ramot in Gilead.

9,2 Und wenn du dahin kommst, wirst du dort Jehu sehen, den Sohn Joschafats, des Sohnes Nimschis. Und geh hinein und laß ihn aufstehen unter seinen Gefährten und führe ihn in die innerste Kammer

9,3 und nimm den Krug mit Öl und gieß es auf sein Haupt und sprich: So sagt Haschem: Ich habe dich zum König über Israel gesalbt! - und dann sollst du die Tür auftun und fliehen und nicht zögern.

9,4 Und der Prophetenjünger ging hin nach Ramot in Gilead.

9,5 Und als er hinkam, siehe, da saßen die Hauptleute des Heeres beisammen. Und er sprach: Ich habe dir, Hauptmann, etwas zu sagen. Jehu sprach: Wem von uns allen? Er sprach: Dir, Hauptmann!

9,6 Da stand er auf und ging hinein. Er aber goß das Öl auf sein Haupt und sagte zu ihm: So spricht Haschem, der ERLÖSER Israels: Ich habe dich zum König gesalbt über Israel, das Volk des Haschem'S.

9,7 Und du sollst das Haus Ahabs, deines Herrn, schlagen, daß ich das Blut meiner Knechte, der Propheten, und das Blut aller Knechte des Haschem'S räche, das die Hand Isebels vergossen hat,

9,8 so daß das ganze Haus Ahab umkomme. Und ich will von Ahab ausrotten, was männlich ist, bis auf den letzten Mann in Israel,

9,9 und will das Haus Ahab machen wie das Haus Jerobeams, des Sohnes Nebats, und wie das Haus Baschas, des Sohnes Ahijas.

9,10 Und die Hunde sollen Isebel fressen auf dem Acker in Jesreel, und niemand soll sie begraben. Und er tat die Tür auf und floh.

9,11 Und als Jehu herausging zu den Leuten seines Herrn, sprach man zu ihm: Steht es gut? Warum ist dieser Rasende zu dir gekommen? Er sprach zu ihnen: Ihr kennt doch den Mann und sein Geschwätz.

9,12 Sie sprachen: Das ist nicht wahr; sage es uns an! Er sprach: So und so hat er mit mir geredet und gesagt: So spricht Haschem: Ich habe dich zum König über Israel gesalbt.

9,13 Da nahm jeder eilends sein Kleid und legte es vor ihn hin auf die hohen Stufen, und sie bliesen die Posaune und riefen: Jehu ist König geworden!

9,14 So machte Jehu, der Sohn Joschafats, des Sohnes Nimschis, gegen Joram eine Verschwörung. Joram aber hatte mit ganz Israel vor Ramot in Gilead gelegen wider Hasaël, den König von Aram.

9,15 Und der König Joram war zurückgekommen, um sich in Jesreel befreien zu lassen von den Wunden, die ihm die Aramäer geschlagen hatten, als er mit Hasaël kämpfte, dem König von Aram. Und Jehu sprach: Wenn ihr wollt, dann soll niemand aus der Stadt entrinnen, daß er hingehen und es in Jesreel ansagen könne.

9,16 Und er stieg auf seinen Wagen und fuhr nach Jesreel, denn Joram lag dort. Und Ahasja, der König von Juda, war hinabgezogen, um Joram zu besuchen.

9,17 Aber der Wächter, der auf dem Turm in Jesreel stand, sah die Staubwolke, als Jehu herankam, und sprach: Ich sehe eine Staubwolke. Da sprach Joram: Nimm einen Reiter, den sende ihnen entgegen und laß ihn fragen: Ist's Friede?

9,18 Und der Reiter ritt hin ihm entgegen und sprach: So sagt der König: Ist's Friede? Jehu sprach: Was geht dich der Friede an? Wende um, folge mir! Der Wächter verkündete und sprach: Der Bote ist bei ihnen angekommen und kommt nicht zurück.

9,19 Da sandte Joram einen zweiten Reiter. Als der zu ihnen kam, sprach er: So spricht der König: Ist's Friede? Jehu sprach: Was geht dich der Friede an? Wende um, folge mir!

9,20 Das verkündete der Wächter und sprach: Er ist bei ihnen angekommen und kommt nicht zurück. Und es ist ein Jagen wie das Jagen Jehus, des Sohnes Nimschis; denn er jagt, wie wenn er unsinnig wäre.

9,21 Da sprach Joram: Spannt an! Und man spannte seinen Wagen an. Und sie zogen aus, Joram, der König von Israel, und Ahasja, der König von Juda, jeder auf seinem Wagen, um Jehu entgegenzufahren; und sie trafen ihn auf dem Acker Nabots, des Jesreeliters.

9,22 Und als Joram Jehu sah, sprach er: Jehu, ist's Friede? Er aber sprach: Was, Friede? Deiner Mutter Isebel Abgötterei und ihre viele Zauberei haben noch kein Ende!

9,23 Da wandte Joram um und floh und sprach zu Ahasja: Verräterei, Ahasja!

9,24 Aber Jehu faßte den Bogen und schoß Joram zwischen die Arme, daß der Pfeil durch sein Herz fuhr und Joram in seinem Wagen zusammenbrach.

9,25 Und Jehu sprach zu seinem Ritter Bidkar: Nimm und wirf ihn auf den Acker Nabots, des Jesreeliters! Denn ich denke daran, wie du mit mir auf einem Wagen seinem Vater Ahab nachfuhrst, als Haschem diese Last auf ihn legte:

9,26 Fürwahr, ich will dir das Blut Nabots und seiner Kinder, das ich gestern gesehen habe, vergelten auf diesem Acker! - So nimm ihn nun und wirf ihn auf den Acker nach dem Wort des Haschem'S.

9,27 Als das Ahasja, der König von Juda, sah, floh er auf Bet-Gan zu. Jehu aber jagte ihm nach und ließ auch ihn töten auf dem Wagen, und sie schossen auf ihn auf der Höhe von Gur, die bei Jibleam liegt. Und er floh nach Megiddo und starb dort.

9,28 Und seine Männer brachten ihn nach Jerusalem und begruben ihn in seinem Grabe bei seinen Vätern in der Stadt Dawids.

9,29 Ahasja aber war König geworden über Juda im elften Jahr Jorams, des Sohnes Ahabs.

9,30 Und als Jehu nach Jesreel kam und Isebel das erfuhr, schminkte sie ihr Angesicht und schmückte ihr Haupt und schaute zum Fenster hinaus.

9,31 Und als Jehu unter das Tor kam, sprach sie: Geht's gut, du Simri, der seinen Herrn erschlug?

9,32 Und er hob sein Angesicht auf zum Fenster und sprach: Wer hält's hier mit mir? Da sahen zwei oder drei Kämmerer zu ihm heraus.

9,33 Er sprach: Stürzt sie hinab! Und sie stürzten Isebel hinab, so daß die Wand und die Rosse mit ihrem Blut besprengt wurden; und sie wurde zertreten.

9,34 Und als er hineinkam und gegessen und getrunken hatte, sprach er: Seht doch nach der Verfluchten und begrabt sie; denn sie ist eines Königs Tochter!

9,35 Als sie aber hingingen, um sie zu begraben, fanden sie nichts von ihr als den Schädel und die Füße und ihre Hände.

9,36 Und sie kamen zurück und sagten's Jehu an. Er aber sprach: Das ist's, was Haschem geredet hat durch seinen Knecht Eliyah, den Tischbiter, als er sprach: Auf dem Acker von Jesreel sollen die Hunde das Fleisch Isebels fressen,

9,37 und der Leichnam Isebels soll wie Mist auf dem Felde sein im Gefilde von Jesreel, daß man nicht sagen könne: Das ist Isebel.

10. Kapitel

10,1 Ahab aber hatte siebzig Söhne in Samaria. Und Jehu schrieb Briefe und sandte sie nach Samaria, zu den Obersten der Stadt, zu den Ältesten und Vormündern der Söhne Ahabs; die lauteten:

10,2 Wenn dieser Brief zu euch kommt, bei denen eures Herrn Söhne sind und Wagen, Rosse, feste Städte und Rüstung,

10,3 so seht, welcher der beste und geschickteste sei unter den Söhnen eures Herrn, und setzt ihn auf seines Vaters Thron und kämpft für eures Herrn Haus.

10,4 Sie aber fürchteten sich gar sehr und sprachen: Siehe, zwei Könige konnten ihm nicht widerstehen; wie könnten wir ihm dann widerstehen?

10,5 Und der Hofmeister und der Stadtvogt und die Ältesten und Vormünder sandten hin zu Jehu und ließen ihm sagen: Wir sind deine Knechte. Wir wollen alles tun, was du uns sagst; wir wollen niemand zum König machen. Tu, was dir gefällt.

10,6 Da schrieb er einen zweiten Brief an sie, der lautete: Wenn ihr zu mir haltet und meiner Stimme gehorcht, so nehmt die Köpfe der Söhne eures Herrn und bringt sie zu mir morgen um diese Zeit nach Jesreel. Es waren aber siebzig Söhne des Königs, und die Großen der Stadt erzogen sie.

10,7 Als nun der Brief zu ihnen kam, nahmen sie des Königs Söhne und töteten die siebzig und legten ihre Köpfe in Körbe und schickten sie zu Jehu nach Jesreel.

10,8 Und als der Bote kam und ihm sagte: Sie haben die Köpfe der Söhne des Königs gebracht, sprach er: Legt sie in zwei Haufen vor das Tor bis morgen.

10,9 Und am Morgen, als er ausging, trat er hin und sprach zu allem Volk: Ihr seid ohne Schuld. Siehe, ich habe gegen meinen Herrn eine Verschwörung gemacht und ihn getötet. Wer aber hat denn diese alle erschlagen?

10,10 So erkennt denn, daß kein Wort Haschem'S auf die Erde gefallen ist, das Haschem geredet hat gegen das Haus Ahab. Haschem hat getan, wie er geredet hat durch seinen Knecht Eliyah.

10,11 So erschlug Jehu alle Übriggebliebenen vom Hause Ahab in Jesreel, alle seine Großen, seine Verwandten und seine Priester, bis nicht ein einziger übrigblieb.

10,12 Und Jehu machte sich auf und zog auf Samaria zu. Aber als er unterwegs nach Bet-Eked der Hirten kam,

10,13 da traf Jehu die Brüder Ahasjas, des Königs von Juda, und sprach: Wer seid ihr? Sie sprachen: Wir sind Brüder Ahasjas und ziehen hin, um die Söhne des Königs und die Söhne der Königinmutter zu grüßen.

10,14 Er aber sprach: Ergreift sie lebendig! Und sie ergriffen sie lebendig und töteten sie bei dem Brunnen von Bet-Eked, zweiundvierzig Mann, und er ließ nicht einen einzigen von ihnen übrig. Jehu rottet den Baalsdienst aus. Sein Tod

10,15 Und als er von dort weiterzog, traf er aJonadab, den Sohn Rechabs, der ihm begegnete. Und er grüßte ihn und sprach zu ihm: Ist dein Herz aufrichtig gegen mich wie mein Herz gegen dein Herz? Jonadab sprach: Ja. Da sprach Jehu: Wenn es so ist, dann gib mir deine Hand! Und Jonadab gab ihm seine Hand. Und Jehu ließ ihn zu sich auf den Wagen steigen

10,16 und sprach: Komm mit mir und sieh meinen Eifer für Haschem! Und er ließ ihn mit sich fahren auf seinem Wagen.

10,17 Und als er nach Samaria kam, erschlug er alles, was übrig war von Ahab in Samaria, bis er sein Haus vertilgt hatte nach dem Wort Haschem'S, das er zu Eliyah geredet hatte.

10,18 Und Jehu versammelte alles Volk und ließ ihnen sagen: aAhab hat Baal wenig gedient; Jehu will ihm besser dienen.

10,19 So laßt nun zu mir rufen alle Propheten Baals, die in seinem Dienst stehen, und alle seine Priester, daß man niemand vermisse; denn ich habe ein großes Opfer dem Baal zu bringen. Wen man vermissen wird, der soll nicht am Leben bleiben. Aber Jehu tat dies mit Hinterlist, um die Diener Baals umzubringen.

10,20 Und Jehu sprach: Feiert dem Baal ein Fest! Und sie ließen es ausrufen.

10,21 Auch sandte Jehu umher in ganz Israel und ließ alle Diener Baals kommen, daß niemand übrig war, der nicht gekommen wäre. Und sie gingen in das Haus Baals, so daß das Haus Baals voll wurde an allen Enden.

10,22 Da sprach er zu denen, die über die Kleiderkammer gesetzt waren: Bringt allen Dienern Baals Feierkleider heraus! Und sie brachten die Kleider heraus.

10,23 Und Jehu ging in das Haus Baals mit Jonadab, dem Sohn Rechabs, und sprach zu den Dienern Baals: Forschet und seht zu, daß hier nicht jemand unter euch sei von den Knechten Haschem'S, sondern allein Baals Diener.

10,24 Und sie kamen hinein, um Schlachtopfer und Brandopfer darzubringen. Jehu aber stellte außen achtzig Mann auf und sprach: Wenn einer der Männer entrinnt, die ich in eure Hände gebe, so soll euer Leben für sein Leben sein!

10,25 Als er nun die Brandopfer vollendet hatte, sprach Jehu zu der Leibwache und den Rittern: Geht hinein und erschlagt jedermann; laßt niemand entkommen! Und sie schlugen sie mit der Schärfe des Schwerts. Und die Leibwache und die Ritter warfen die Leichname hinaus und drangen in das Innere des Hauses Baals

10,26 und brachten hinaus die Bilder der Aschera aus dem Hause Baals und verbrannten sie

10,27 und zerbrachen die Steinmale Baals samt dem Hause Baals und machten Stätten des Unrats daraus bis auf diesen Tag.

10,28 So vertilgte Jehu den Baal aus Israel;

10,29 aber von den Sünden Jerobeams, des Sohnes Nebats, der Israel sündigen machte, ließ Jehu nicht ab, von den goldenen Kälbern in Bethel und in Dan.

10,30 Und Haschem sprach zu Jehu: Weil du willig gewesen bist, zu tun, was mir gefallen hat, und am Hause Ahab alles getan hast, was in meinem Herzen war, sollen dir auf dem Thron Israels sitzen deine Söhne bis ins vierte Glied.

10,31 Aber doch hielt Jehu nicht das Gesetz Haschem'S, des ERLÖSER'S Israels, daß er darin wandelte von ganzem Herzen; denn er ließ nicht ab von den Sünden Jerobeams, der Israel sündigen gemacht hatte.

10,32 Zur selben Zeit fing Haschem an, Stücke von Israel abzutrennen; denn Hasaël schlug sie im ganzen Gebiet Israels

10,33 vom Jordan gegen der Sonne Aufgang, das ganze Land Gilead, die Gaditer, Rubeniter und Manassiter, von Aroër an, das am Arnon liegt, Gilead und Baschan.

10,34 Was aber mehr von Jehu zu sagen ist und alles, was er getan hat, und alle seine tapferen Taten, siehe, das steht geschrieben in der Chronik der Könige von Israel.

10,35 Und Jehu legte sich zu seinen Vätern, und sie begruben ihn zu Samaria. Und sein Sohn aJoahas wurde König an seiner Statt.

10,36 Die Zeit aber, die Jehu über Israel regiert hat zu Samaria, sind achtundzwanzig Jahre.

 

 
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