Kap.32 :: Kap.33 :: Kap.34 :: Kap.35 :: Kap.36 :: Kap.37 :: Kap.38 :: Kap.39 :: Kap.40
Das Buch Beresheet (Im Anfang)

DAS ERSTE BUCH MOSE (GENESIS)

31. Kapitel

31,1 Und es kamen vor ihn die Reden der Söhne Labans, daß sie sprachen: Yahqob hat alles Gut unseres Vaters an sich gebracht, und nur von unseres Vaters Gut hat er solchen Reichtum zuwege gebracht.

31,2 Yahqob sah an das Angesicht Labans, und siehe, er war gegen ihn nicht mehr wie zuvor.

31,3 HASHEM sprach zu Yahqob: Zieh wieder in deiner Väter Land und zu deiner Verwandtschaft; ich will mit dir sein.

31,4 Da sandte Yahqob hin und ließ rufen Rahel und Leah aufs Feld zu seiner Herde

31,5 und sprach zu ihnen: Ich sehe an eures Vaters Angesicht, daß er gegen mich nicht ist wie zuvor; aber HASHEM meines Vaters ist mit mir gewesen.

31,6 Und ihr wisst, daß ich aus allen meinen Kräften eurem Vater gedient habe.

31,7 Und er hat mich getäuscht und zehnmal meinen Lohn verändert; aber HASHEM hat ihm nicht gestattet, daß er mir Schaden täte.

31,8 Wenn er sprach: Die Bunten sollen dein Lohn sein, so trug die ganze Herde Bunte. Wenn er aber sprach: Die Sprenkligen sollen dein Lohn sein, so trug die ganze Herde Sprenklige.

31,9 So hat HASHEM die Güter eures Vaters ihm entwunden und mir gegeben.

31,10 Denn wenn die Brunstzeit kam, hob ich meine Augen auf und sah im Traum, und siehe, die Böcke, die auf die Herde sprangen, waren sprenklig, gefleckt und bunt.

31,11 Und der Malach-HASHEM sprach zu mir im Traum: Yahqob! Und ich antwortete: Hier bin ich.

31,12 Er aber sprach: Hebe deine Augen auf und sieh! Alle Böcke, die auf die Herde springen, sind sprenklig, gefleckt und bunt; denn ich habe alles gesehen, was Laban dir antut.

31,13 Ich bin HASHEM; der dir zu Bethel erschienen ist, wo du den Stein gesalbt hast, und du hast mir daselbst ein Gelübde getan. Nun mach dich auf und zieh aus diesem Lande und kehre zurück in das Land deiner Verwandtschaft.

31,14 Da antworteten Rahel und Leah und sprachen zu ihm: Wir haben doch kein Teil noch Erbe mehr in unseres Vaters Hause.

31,15 Haben wir ihm doch gegolten wie die Fremden, denn er hat uns verkauft und unseren Kaufpreis verzehrt.

31,16 Fürwahr, der ganze Reichtum, HASHEM unserm Vater entzogen hat, gehört uns und unsern Kindern. Alles nun, was HASHEM dir gesagt hat, das tu!

31,17 Da machte sich Yahqob auf und lud seine Kinder und Frauen auf die Kamele

31,18 und führte weg all sein Vieh und alle seine Habe, die er in Mesopotamien erworben hatte, daß er käme zu Yitzchaq, seinem Vater, ins Land Kanaan.

31,19 Laban aber war gegangen, seine Herde zu scheren. Und Rahel stahl ihres Vaters Hausgötze.

31,20 Und Yahqob täuschte Laban, den Aramäer, damit, daß er ihm nicht ansagte, daß er ziehen wollte.

31,21 So floh er mit allem, was sein war, machte sich auf und fuhr über den Euphrat und richtete seinen Weg nach dem Gebirge Gilead.

31,22 Am dritten Tage wurde Laban angesagt, daß Yahqob geflohen wäre.

31,23 Und er nahm seine Brüder zu sich und jagte ihm nach, sieben Tagereisen weit, und ereilte ihn auf dem Gebirge Gilead.

31,24 Aber HASHEM kam zu Laban, dem Aramäer, im Traum des Nachts und sprach zu ihm: Hüte dich, mit Yahqob anders zu reden als freundlich.

31,25 Und Laban holte Yahqob. Yahqob aber hatte sein Zelt aufgeschlagen auf dem Gebirge, und Laban mit seinen Brüdern schlug sein Zelt auch auf dem Gebirge Gilead auf.

31,26 Da sprach Laban zu Yahqob: Was hast du getan, daß du mich getäuscht hast und hast meine Töchter entführt, als wenn sie im Krieg gefangen wären?

31,27 Warum bist du heimlich geflohen und hast mich hintergangen und hast mir's nicht angesagt, daß ich dich geleitet hätte mit Freuden, mit Liedern, mit Pauken und Harfen?

31,28 Und hast mich nicht einmal lassen meine Enkel und Töchter küssen? Nun, du hast töricht getan.

31,29 Ich hätte wohl so viel Macht, daß ich euch Böses antun könnte; aber eures Vaters HASHEM hat diese Nacht zu mir gesagt: Hüte dich, mit Yahqob anders zu reden als freundlich.

31,30 Und wenn du schon weggezogen bist und sehntest dich so sehr nach deines Vaters Hause, warum hast du mir dann aber meinen Hausgötzen gestohlen?

31,31 Yahqob antwortete und sprach zu Laban: Ich fürchtete mich und dachte, du würdest deine Töchter von mir reißen.

31,32 Bei wem du aber deinen Hausgötzen findest, der sterbe! Hier vor unsern Brüdern suche das Deine bei mir und nimm's hin. Yahqob wusste aber nicht, daß Rahel ihn gestohlen hatte.

31,33 Da ging Laban in die Zelte Yahqob und Leahs und der beiden Mägde und fand nichts. Und ging aus dem Zelte Leahs in das Zelt Rahels.

31,34 Rahel aber hatte den Hausgötzen genommen und unter den Kamelsattel gelegt und sich darauf gesetzt. Laban aber betastete das ganze Zelt und fand nichts.

31,35 Da sprach sie zu ihrem Vater: Mein Herr, zürne nicht, denn ich kann nicht aufstehen vor dir, denn es geht mir nach der Frauen Weise. Daher fand er den Hausgötzen nicht, wie sehr er auch suchte.

31,36 Und Yahqob wurde zornig und schalt Laban und sprach zu ihm: Was hab ich Übles getan oder gesündigt, daß du so hitzig hinter mir her bist?

31,37 Du hast all meinen Hausrat betastet. Was hast du von deinem Hausrat gefunden? Lege das her vor meinen und deinen Brüdern, das sie zwischen uns beiden richten.

31,38 Diese zwanzig Jahre bin ich bei dir gewesen, deine Schafe und Ziegen haben keine Fehlgeburt gehabt; die Widder deiner Herde hab ich nie gegessen;

31,39 was die wilden Tiere zerrissen, brachte ich dir nicht, ich musste es ersetzen; du fordertest es von meiner Hand, es mochte mir des Tages oder des Nachts gestohlen sein.

31,40 Des Tages kam ich um vor Hitze und des Nachts vor Frost, und kein Schlaf kam in meine Augen.

31,41 So habe ich diese zwanzig Jahre in deinem Hause gedient, vierzehn um deine Töchter und sechs um deine Herde, und du hast mir meinen Lohn zehnmal verändert.

31,42 Wenn nicht HASHEM meines Vaters, HASHEM Awrahams und der Schrecken HASHEM Yitzchaqs, auf meiner Seite gewesen wäre, du hättest mich leer ziehen lassen. Aber HASHEM hat mein Elend und meine Mühe angesehen und hat diese Nacht rechtes Urteil gesprochen.

31,43 Laban antwortete und sprach zu Yahqob: Die Töchter sind meine Töchter, und die Kinder sind meine Kinder, und die Herden sind meine Herden, und alles, was du siehst, ist mein. Was kann ich heute für meine Töchter oder ihre Kinder tun, die sie geboren haben?

31,44 So komm nun und lass uns einen Bund schließen, ich und du, der ein Zeuge sei zwischen mir und dir.

31,45 Da nahm Yahqob einen Stein und richtete ihn auf zu einem Steinmal.

31,46 Laban aber sprach zu seinen Brüdern: Leset Steine auf! Und sie nahmen Steine und machten davon einen Haufen und aßen daselbst auf dem Steinhaufen.

31,47 Und Laban nannte ihn Yegar-Sahaduta, Yahqob aber nannte ihn Gal-Ed.

31,48 Da sprach Laban: Der Steinhaufen sei heute Zeuge zwischen mir und dir. Daher nennt man ihn Gal-Ed

31,49 und Mizpa; denn er sprach: HASHEM wache als Späher über mir und dir, wenn wir voneinander gegangen sind,

31,50 daß du meine Töchter nicht bedrückst oder andere Frauen dazu nimmst zu meinen Töchtern. Es ist hier kein Mensch bei uns; siehe aber, HASHEM ist der Zeuge zwischen mir und dir.

31,51 Und Laban sprach weiter zu Yahqob: Siehe, das ist der Haufen, und das ist das Steinmal, das, ich aufgerichtet habe zwischen mir und dir.

31,52 Dieser Steinhaufen sei Zeuge, und das Steinmal sei auch Zeuge, das ich nicht an diesem Haufen vorüberziehe zu dir hin oder du vorüberziehest zu mir hin an diesem Haufen und diesem Mal in böser Absicht!

31,53 Der HASHEM Awrahams und der Hausgötze Nahors sei Richter zwischen uns - der Hausgötze ihres Vaters!

31,54 Yahqob schwor ihm bei dem Schrecken Yitzchaq HASHEM seines Vaters. Und Yahqob opferte auf dem Gebirge und lud seine Brüder zum Essen. Und als sie gegessen hatten, blieben sie auf dem Gebirge über Nacht.

32. Kapitel

32,1 *Am Morgen aber stand Laban früh auf, küsste seine Enkel und Töchter und segnete sie und zog hin und kam wieder an seinen Ort. *Abweichende Verszählung statt 32,1-33: 31,55-32,32.

32,2 Yahqob aber zog seinen Weg. Und es begegneten ihm die himmlischen Boten HASHEM's.

32,3 Und als er sie sah, sprach er: Hier ist HASHEMS Heerlager, und nannte diese Stätte Mahanayim.

32,4 Yahqob aber schickte Boten vor sich her zu seinem Bruder Esaw ins Land Seïr, in das Gebiet von Edom,

32,5 und befahl ihnen und sprach: So sprecht zu Esaw, meinem Herrn: Dein Knecht Yahqob läßt dir sagen: Ich bin bisher bei Laban lange in der Fremde gewesen

32,6 und habe Rinder und Esel, Schafe, Knechte und Mägde, und habe ausgesandt, es dir, meinem Herrn, anzusagen, damit ich Gnade vor deinen Augen fände.

32,7 Die Boten kamen zu Yahqob zurück und sprachen: Wir kamen zu deinem Bruder Esaw, und er zieht dir auch entgegen mit vierhundert Mann.

32,8 Da fürchtete sich Yahqob sehr, und ihm wurde bange. Und er teilte das Volk, das bei ihm war, und die Schafe und die Rinder und die Kamele in zwei Lager

32,9 und sprach: Wenn Esaw über das eine Lager kommt und macht es nieder, so wird das andere entrinnen.

32,10 Weiter sprach Yahqob: HASHEM meines Vaters Awraham und HASHEM meines Vaters Yitzchaq, der du zu mir gesagt hast: Zieh wieder in dein Land und zu deiner Verwandtschaft, ich will dir wohl tun -,

32,11 HASHEM, ich bin zu gering aller Barmherzigkeit und aller Treue, die du an deinem Knechte getan hast; denn ich hatte nicht mehr als diesen Stab, als ich hier über den Jordan ging, und nun sind aus mir zwei Lager geworden.

32,12 Errette mich von der Hand meines Bruders, von der Hand Esaws; denn ich fürchte mich vor ihm, daß er komme und schlage mich, die Mütter samt den Kindern.

32,13 Du hast gesagt: Ich will dir wohl tun und deine Nachkommen machen wie den Sand am Meer, den man der Menge wegen nicht zählen kann.

32,14 Und er blieb die Nacht da und nahm von dem, was er erworben hatte, ein Geschenk für seinen Bruder Esaw:

32,15 zweihundert Ziegen, zwanzig Böcke, zweihundert Schafe, zwanzig Widder

32,16 und dreißig säugende Kamele mit ihren Füllen, vierzig Kühe und zehn junge Stiere, zwanzig Eselinnen und zehn Esel,

32,17 und tat sie unter die Hand seiner Knechte, je eine Herde besonders, und sprach zu ihnen: Geht vor mir her und laßt Raum zwischen einer Herde und der andern.

32,18 Und er gebot dem ersten und sprach: Wenn dir mein Bruder Esaw begegnet und dich fragt: Wem gehörst du an und wo willst du hin und wessen Eigentum ist das, was du vor dir hertreibst? ,

32,19 sollst du sagen: Es gehört deinem Knechte Yahqob, der sendet es als Geschenk seinem Herrn Esaw und zieht hinter uns her.

32,20 Ebenso gebot er auch dem zweiten und dem dritten und allen, die den Herden nachgingen, und sprach: Wie ich euch gesagt habe, so saget zu Esaw, wenn ihr ihm begegnet,

32,21 und saget ja auch: Siehe, dein Knecht Yahqob kommt hinter uns. Denn er dachte: Ich will ihn versöhnen mit dem Geschenk, das vor mir hergeht. Danach will ich ihn sehen; vielleicht wird er mich annehmen.

32,22 So ging das Geschenk vor ihm her; er aber blieb diese Nacht im Lager.

32,23 Und Yahqob stand auf in der Nacht und nahm seine beiden Frauen und die beiden Mägde und seine elf Söhne und zog an die Furt des Yabbok,

32,24 nahm sie und führte sie über das Wasser, so daß hinüberkam, was er hatte,

32,25 und blieb allein zurück. Da rang ein Mann mit ihm, bis die Morgenröte anbrach.

32,26 Und als er sah, daß er ihn nicht über mochte, schlug er ihn auf das Gelenk seiner Hüfte, und das Gelenk der Hüfte Yahqob wurde über dem Ringen mit ihm verrenkt.

32,27 Und er sprach: Lass mich gehen, denn die Morgenröte bricht an. Aber Yahqob antwortete: Ich lasse dich nicht, du segnest mich denn.

32,28 Er sprach: Wie heißest du? Er antwortete: Yahqob.

32,29 Er sprach: Du sollst nicht mehr Yahqob heißen, sondern Israel; denn du hast mit HASHEM und mit Menschen gekämpft und hast gewonnen.

32,30 Und Yahqob fragte ihn und sprach: Sage doch, wie heißest du? Er aber sprach: Warum fragst du, wie ich heiße? Und er segnete ihn daselbst.

32,31 Und Israel nannte die Stätte Pnuël; denn, sprach er, ich habe HASHEM von Angesicht gesehen,* und doch wurde mein Leben gerettet.

32,32 Und als er an Pnuël vorüber kam, ging ihm die Sonne auf; und er hinkte an seiner Hüfte.

32,33 Daher essen die Israeliten nicht das Muskelstück auf dem Gelenk der Hüfte bis auf den heutigen Tag, weil er auf den Muskel am Gelenk der Hüfte Yahqob geschlagen hatte.

33. Kapitel

33,1 Yahqob hob seine Augen auf und sah seinen Bruder Esaw kommen mit vierhundert Mann. Und er verteilte seine Kinder auf Lea und auf Rahel und auf die beiden Leibmägde

33,2 und stellte die Mägde mit ihren Kindern vorne an und Lea mit ihren Kindern dahinter und Rahel mit Yoseph zuletzt.

33,3 Und er ging vor ihnen her und neigte sich siebenmal zur Erde, bis er zu seinem Bruder kam.

33,4 Esaw aber lief ihm entgegen und herzte ihn und fiel ihm um den Hals und küsste ihn, und sie weinten.

33,5 Und Esaw hob seine Augen auf und sah die Frauen mit den Kindern und sprach: Wer sind diese bei dir? Er antwortete: Es sind die Kinder, die HASHEM deinem Knecht beschert hat.

33,6 Und die Mägde traten herzu mit ihren Kindern und neigten sich vor ihm.

33,7 Leah trat auch herzu mit ihren Kindern, und sie neigten sich vor ihm. Danach traten Yoseph und Rahel herzu, und sie neigten sich auch vor ihm.

33,8 Und Esaw sprach: Was willst du mit all den Herden, denen ich begegnet bin? Er antwortete: Daß ich Gnade fände vor meinem Herrn.

33,9 Esaw sprach: Ich habe genug, mein Bruder; behalte, was du hast.

33,10 Yahqob antwortete: Ach nein! Hab ich Gnade gefunden vor dir, so nimm mein Geschenk von meiner Hand; denn ich sah dein Angesicht, als sähe ich HASHEM Angesicht, und du hast mich freundlich angesehen.

33,11 Nimm doch diese Segensgabe von mir an, die ich dir zugebracht habe; denn HASHEM hat sie mir beschert, und ich habe von allem genug. So nötigte er ihn, daß er sie nahm.

33,12 Und Esaw sprach: Lass uns aufbrechen und fortziehen; ich will mit dir ziehen.

33,13 Er aber sprach zu ihm: Mein Herr weiß, daß ich zarte Kinder bei mir habe, dazu säugende Schafe und Kühe; wenn sie auch nur einen Tag übertrieben würden, würde mir die ganze Herde sterben.

33,14 Mein Herr ziehe vor seinem Knechte her. Ich will gemächlich hintennach treiben, wie das Vieh und die Kinder gehen können, bis ich komme zu meinem Herrn nach Seïr.

33,15 Esaw sprach: So will ich doch bei dir lassen etliche von meinen Leuten. Er antwortete: Ist das denn nötig? Lass mich nur Gnade vor meinem Herrn finden.

33,16 So zog Esaw an jenem Tage wiederum seines Weges nach Seïr.

33,17 Yahqob zog nach Sukkot und baute sich ein Haus und machte seinem Vieh Hütten; daher heißt die Stätte Sukkot.

33,18 Danach kam Yahqob wohlbehalten zu der Stadt Sichem, die im Lande Kanaan liegt, nachdem er aus Mesopotamien gekommen war, und lagerte vor der Stadt

33,19 und kaufte das Land, wo er sein Zelt aufgeschlagen hatte, von den Söhnen Hamors, des Vaters Sichems, um hundert Goldstücke

33,20 und errichtete dort einen Altar und nannte ihn HASHEM, HASHEM Israels.

34. Kapitel

34,1 Dina aber, Leahs Tochter, die sie Yahqob geboren hatte, ging aus, die Töchter des Landes zu sehen.

34,2 Als Sichem sie sah, der Sohn des Hiwiters Hamor, der des Landes Herr war, nahm er sie, legte sich zu ihr und tat ihr Gewalt an.

34,3 Und sein Herz hing an ihr, und er hatte das Mädchen lieb und redete freundlich mit ihr.

34,4 Und Sichem sprach zu seinem Vater Hamor: Nimm mir das Mädchen zur Frau.

34,5 Und Yahqob erfuhr, daß seine Tochter Dina geschändet war; und seine Söhne waren mit dem Vieh auf dem Felde, und Yahqob schwieg, bis sie kamen.

34,6 Da ging Hamor, Sichems Vater, hinaus zu Yahqob, um mit ihm zu reden.

34,7 Indessen kamen die Söhne Israels vom Felde. Und als sie es hörten, verdross es die Männer, und sie wurden sehr zornig, daß er eine Schandtat an Yahqob begangen und bei Yahqob Tochter gelegen hatte. Denn solches durfte nicht geschehen.

34,8 Da redete Hamor mit ihnen und sprach: Das Herz meines Sohnes Sichem sehnt sich nach eurer Tochter; gebt sie ihm doch zur Frau.

34,9 Verschwägert euch mit uns; gebt uns eure Töchter und nehmt ihr unsere Töchter

34,10 und wohnt bei uns. Das Land soll euch offen sein; bleibt und treibt Handel und werdet ansässig.

34,11 Und Sichem sprach zu ihrem Vater und zu ihren Brüdern: Laßt mich Gnade bei euch finden; was ihr mir sagt, das will ich geben.

34,12 Fordert nur getrost von mir Brautpreis und Geschenk, ich will's geben, wie ihr's verlangt; gebet mir nur das Mädchen zur Frau.

34,13 Da antworteten Yahqob Söhne dem Sichem und seinem Vater Hamor hinterhältig, weil ihre Schwester Dina geschändet war,

34,14 und sprachen zu ihnen: Wir können das nicht tun, daß wir unsere Schwester einem unbeschnittenen Mann geben; denn das wäre uns eine Schande.

34,15 Doch dann wollen wir euch zu Willen sein, wenn ihr uns gleich werdet und alles, was männlich unter euch ist, beschnitten wird.

34,16 Dann wollen wir unsere Töchter euch geben und eure Töchter uns nehmen und bei euch wohnen und ein Volk sein.

34,17 Wenn ihr aber nicht einwilligen wollt, euch zu beschneiden, so wollen wir unsere Schwester nehmen und davonziehen.

34,18 Die Rede gefiel Hamor und seinem Sohn gut.

34,19 Und der Jüngling zögerte nicht, dies zu tun; denn er hatte großes Gefallen an der Tochter Yahqobs. Und er war mehr angesehen als alle in seines Vaters Hause.

34,20 Da kamen sie nun, Hamor und sein Sohn Sichem, zum Tor ihrer Stadt und redeten mit den Bürgern der Stadt und sprachen:

34,21 Diese Leute sind friedsam bei uns; laßt sie im Lande wohnen und Handel treiben; das Land ist weit genug für sie. Wir wollen uns ihre Töchter zu Frauen nehmen und ihnen unsere Töchter geben.

34,22 Aber nur dann wollen sie uns zu Willen sein, daß sie bei uns wohnen und ein Volk mit uns werden, wenn wir alles, was männlich unter uns ist, beschneiden, gleichwie sie beschnitten sind.

34,23 Ihr Vieh und ihre Güter und alles, was sie haben, wird es nicht unser sein? So wollen wir ihnen nur zu Willen sein, damit sie bei uns wohnen.

34,24 Und sie gehorchten dem Hamor und Sichem, seinem Sohn, alle, die zum Tor seiner Stadt aus- und eingingen, und beschnitten alles, was männlich war, das zu seiner Stadt aus- und einging.

34,25 Aber am dritten Tage, als sie Schmerzen hatten, nahmen die zwei Söhne Yahqobs Simeon und Levi, die Brüder der Dina, ein jeder sein Schwert und überfielen die friedliche Stadt und erschlugen alles, was männlich war,

34,26 und erschlugen auch Hamor und seinen Sohn Sichem mit der Schärfe des Schwerts und nahmen ihre Schwester Dina aus dem Hause Sichems und gingen davon.

34,27 Da kamen die Söhne Yahqobs über die Erschlagenen und plünderten die Stadt, weil man ihre Schwester geschändet hatte,

34,28 und nahmen ihre Schafe, Rinder, Esel und was in der Stadt und auf dem Felde war

34,29 und alle ihre Habe; alle Kinder und Frauen führten sie gefangen hinweg und plünderten alles, was in den Häusern war.

34,30 Aber Yahqob sprach zu Simeon und Levi: Ihr habt mich ins Unglück gestürzt und in Verruf gebracht bei den Bewohnern dieses Landes, den Kanaanitern und Perisitern, und ich habe nur wenige Leute. Wenn sie sich nun gegen mich versammeln, werden sie mich erschlagen. So werde ich vertilgt samt meinem Hause.

34,31 Sie antworteten aber: Durfte er denn an unserer Schwester wie an einer Hure handeln?

35. Kapitel

35,1 Und HASHEM sprach zu Yahqob: Mach dich auf und zieh nach Bethel und wohne daselbst und errichte dort einen Altar für mich, da ich Dir erschien bin, als du flohest vor deinem Bruder Esaw.

35,2 Da sprach Yahqob zu seinem Hause und zu allen, die mit ihm waren: Tut von euch die fremden Götter, die unter euch sind, und reinigt euch und wechselt eure Kleider,

35,3 und laßt uns aufbrechen und nach Bethel ziehen, daß ich dort einen Altar errichte für HASHEM, der mich erhört hat zur Zeit meiner Trübsal und mit mir gewesen ist auf dem Wege, den ich gezogen bin.

35,4 Da gaben sie ihm alle fremden Götter, die in ihren Händen waren, und ihre Ohrringe, und er vergrub sie unter der Eiche, die bei Sichem stand.

35,5 Und sie brachen auf. Und es kam ein Schrecken über die Städte, die um sie her lagen, so daß sie den Söhnen Yahqobs nicht nachjagten.

35,6 So kam Yahqob nach Lus im Lande Kanaan, das nun Bethel heißt, samt all dem Volk, das mit ihm war,

35,7 und er baute dort einen Altar und nannte die Stätte El-Bethel, weil HASHEM sich ihm daselbst offenbart hatte, als er vor seinem Bruder floh.

35,8 Da starb Debora, die Amme der Riwqah, und wurde begraben unterhalb von Bethel unter der Eiche; die wurde genannt die Klageeiche.

35,9 Und HASHEM erschien Yahqob abermals, nachdem er aus Mesopotamien gekommen war, und segnete ihn

35,10 und sprach zu ihm: Du heißt Yahqob; aber du sollst nicht mehr Yahqob heißen, sondern Israel sollst du heißen. Und so nannte er ihn Israel.

35,11 HASHEM sprach zu ihm: Ich bin HASHEM; sei fruchtbar und mehre dich! Ein Volk und eine Menge von Völkern sollen von dir kommen, und Könige sollen von dir abstammen,

35,12 und das Land, das ich Awraham und Yitzchaq gegeben habe, will ich dir geben und will's deinem Geschlecht nach dir geben.

35,13 HASHEM fuhr auf von ihm an der Stätte, da er mit ihm geredet hatte.

35,14 Yahqob aber richtete ein steinernes Mal auf an der Stätte, da er mit ihm geredet hatte, und goss Trankopfer darauf und begoss es mit Öl.

35,15 Und Yahqob nannte die Stätte, da HASHEM mit ihm geredet hatte, Bethel.

35,16 Und sie brachen auf von Bethel. Und als es noch eine Strecke Weges war bis Efrata, da gebar Rahel. Und es kam sie hart an über der Geburt.

35,17 Da ihr aber die Geburt so schwer wurde, sprach die Wehmutter zu ihr: Fürchte dich nicht, denn auch diesmal wirst du einen Sohn haben.

35,18 Als ihr aber das Leben entwich und sie sterben musste, nannte sie ihn Ben-Oni, aber sein Vater nannte ihn Ben-Jamin.

35,19 So starb Rahel und wurde begraben an dem Wege nach Efrata, das nun Bethlehem heißt.

35,20 Yahqob richtete einen Stein auf über ihrem Grab; das ist das Grabmal Rahels bis auf diesen Tag.

35,21 Israel zog weiter und schlug sein Zelt auf jenseits von Migdal-Eder.

35,22 Und es begab sich, als Israel im Lande wohnte, ging Ruben hin und legte sich zu Bilha, seines Vaters Nebenfrau. Und das kam vor Israel. Es hatte aber Israel zwölf Söhne.

35,23 Die Söhne Leahs waren diese: Ruben, der erstgeborene Sohn Israels, Simeon, Levi, Juda, Issachar und Sebulon.

35,24 Die Söhne Rahels waren: Yoseph und Benjamin.

35,25 Die Söhne Bilhahs, Rahels Magd: Dan und Naftali.

35,26 Die Söhne Silpahs, Leas Magd: Gad und Asser. Das sind die Söhne Israels, die ihm geboren sind in Mesopotamien.

35,27 Und Israel kam zu seinem Vater Yitzchaq nach Mamre, nach Kirjat-Arba, das ist Hebron, wo Awraham und Yitzchaq als Fremdlinge gelebt hatten.

35,28 Und Yitzchaq wurde hundertundachtzig Jahre alt,

35,29 verschied und starb und wurde versammelt zu seinen Vätern, alt und lebenssatt. Und seine Söhne Esaw und Israel begruben ihn.

36. Kapitel

36,1 Dies ist das Geschlecht Esaws, der auch Edom heißt:

36,2 Esaw nahm sich Frauen von den Töchtern Kanaans: Ada, die Tochter Elons, des Hetiters, und Oholibama, die Tochter des Ana, des Sohnes Zibons, des Horyters,

36,3 und Basemat, Yishmaels Tochter, Nebayots Schwester.

36,4 Und Ada gebar dem Esaw Elyfas, und Basemat gebar Reguïl.

36,5 Oholibama gebar Yëusch, Yalam und Korach. Das sind Esaws Söhne, die ihm geboren sind im Lande Kanaan.

36,6 Und Esaw nahm seine Frauen, Söhne und Töchter und alle Leute seines Hauses, seine Habe und alles Vieh mit allen Gütern, die er im Lande Kanaan erworben hatte, und zog in das Land Seïr, hinweg von seinem Bruder Israels.

36,7 Denn ihre Habe war zu groß, als daß sie beieinander wohnen konnten; das Land, darin sie Fremdlinge waren, vermochte sie nicht zu ernähren wegen der Menge ihres Viehs.

36,8 Daher wohnte Esaw auf dem Gebirge Seïr. Esaw ist Edom.

36,9 Dies ist das Geschlecht Esaws, von dem die Edomiter herkommen auf dem Gebirge Seïr,

36,10 und so heißen die Söhne Esaws: Elifas, der Sohn Adas, der Frau Esaws; Reguïl, der Sohn Basemats, der Frau Esaws.

36,11 Des Elifas Söhne aber waren diese: Teman, Omar, Zefo, Gatam und Kenas.

36,12 Und Timna war eine Nebenfrau des Elifas, des Sohnes Esaws; die gebar ihm Amalek. Das sind die Söhne von Ada, der Frau Esaws.

36,13 Die Söhne aber Reguïls sind diese: Nahat, Serach, Schamma, Misa. Das sind die Söhne von Basemat, der Frau Esaws.

36,14 Die Söhne aber von Oholibama, der Frau Esaws, der Tochter des Ana, des Sohnes Zibons, die sie dem Esaw gebar, sind diese: Yëusch, Yalam und Korach.

36,15 Dies sind die Stammesfürsten der Söhne Esaws. Die Söhne des Elifas, des ersten Sohnes Esaws: Der Fürst Teman, der Fürst Omar, der Fürst Zefo, der Fürst Kenas,

36,16 der Fürst Korach, der Fürst Gatam, der Fürst Amalek. Das sind die Fürsten von Elifas im Lande Edom und sind Söhne von der Ada.

36,17 Und dies sind die Söhne Reguïls, des Sohnes Esaws: Der Fürst Nahat, der Fürst Serach, der Fürst Schamma, der Fürst Misa. Das sind die Fürsten von Reguël im Lande der Edomiter und sind Söhne von der Basemat, der Frau Esaws.

36,18 Dies sind die Söhne Oholibamas, der Frau Esaws: Der Fürst Yëusch, der Fürst Yalam, der Fürst Korach. Das sind die Fürsten von Oholibama, der Tochter des Ana, der Frau Esaws.

36,19 Das sind Esaws Söhne und ihre Fürsten. Das ist Edom.

36,20 Die Söhne aber von Seïr, dem Horiter, die im Lande wohnten, sind diese: Lotan, Schobal, Zibon, Ana,

36,21 Dischon, Ezer und Dischan. Das sind die Stammesfürsten der Horiter, Söhne des Seïr, im Lande Edom.

36,22 Aber des Lotan Söhne waren diese: Hori und Hemam; und Lotans Schwester hieß Timna.

36,23 Die Söhne von Schobal waren diese: Alwan, Manahat, Ebal, Schefi und Onam.

36,24 Die Söhne von Zibon waren: Ajja und Ana. Das ist der Ana, der in der Steppe die warmen Quellen fand, als er die Esel seines Vaters Zibon hütete.

36,25 Der Sohn Anas aber war: Dischon; und Oholibama war die Tochter Anas. 36,26 Die Söhne Dischons waren: Hemdan, Eschban, Yitran und Keran.

36,27 Die Söhne Ezers waren: Bilhan, Saawan und Akan.

36,28 Die Söhne Dischans waren: Uz und Aran.

36,29 Dies sind die Stammesfürsten der Horiter: Der Fürst Lotan, der Fürst Schobal, der Fürst Zibon, der Fürst Ana,

36,30 der Fürst Dischon, der Fürst Ezer, der Fürst Dischan. Das sind die Fürsten der Horiter nach ihren Stämmen im Lande Seïr.

36,31 Die Könige aber, die im Lande Edom regiert haben, bevor Israel Könige hatte, sind diese:

36,32 Bela war König von Edom, ein Sohn Beors, und seine Stadt hieß Dinhaba.

36,33 Und als Bela starb, wurde König an seiner Statt Jobab, ein Sohn Serachs von Bozra.

36,34 Als Jobab starb, wurde an seiner Statt König Huscham aus dem Lande der Temaniter.

36,35 Als Huscham starb, wurde König an seiner Statt Hadad, ein Sohn Bedads, der die Midianiter schlug auf dem Felde der Moabiter; und seine Stadt hieß Awit.

36,36 Als Hadad starb, regierte Samla von Masreka.

36,37 Als Samla starb, wurde Shaul von Rehobot am Strom König an seiner Statt.

36,38 Als Shaul starb, wurde König an seiner Statt Baal-Hanan, der Sohn Achbors.

36,39 Als Baal-Hanan, Achbors Sohn, starb, wurde König an seiner Statt Hadar; und seine Stadt hieß Pagu, und seine Frau hieß Mehetabel, eine Tochter Matreds, die Me-Sahabs Tochter war. Die Stammesfürsten der Edomiter

36,40 So heißen die Fürsten von Esaw nach ihren Geschlechtern, Orten und Namen: Der Fürst Timna, der Fürst Alwa, der Fürst Jetet,

36,41 der Fürst Oholibama, der Fürst Ela, der Fürst Pinon,

36,42 der Fürst Kenas, der Fürst Teman, der Fürst Mibzar,

36,43 der Fürst Magdïl, der Fürst Iram. Das sind die Fürsten von Edom nach ihren Wohnsitzen in ihrem Erblande. Das ist Esaw, der Stammvater der Edomiter.

37. Kapitel

37,1 Israel aber wohnte im Lande, in dem sein Vater ein Fremdling gewesen war, im Lande Kanaan.

37,2 Und dies ist die Geschichte von Israels Geschlecht: Yoseph war siebzehn Jahre alt und war ein Hirte bei den Schafen mit seinen Brüdern; er war Gehilfe bei den Söhnen Bilhahs und Silpahs, der Frauen seines Vaters, und brachte es vor ihren Vater, wenn etwas Schlechtes über sie geredet wurde.

37,3 Israel aber hatte Yoseph lieber als alle seine Söhne, weil er der Sohn seines Alters war, und machte ihm einen bunten Rock.

37,4 Als nun seine Brüder sahen, daß ihn ihr Vater lieber hatte als alle seine Brüder, wurden sie ihm Feind und konnten ihm kein freundliches Wort sagen.

37,5 Dazu hatte Yoseph einmal einen Traum und sagte seinen Brüdern davon; da wurden sie ihm noch mehr Feind.

37,6 Denn er sprach zu ihnen: Höret doch, was mir geträumt hat.

37,7 Siehe, wir banden Garben auf dem Felde, und meine Garbe richtete sich auf und stand, aber eure Garben stellten sich ringsumher und neigten sich vor meiner Garbe.

37,8 Da sprachen seine Brüder zu ihm: Willst du unser König werden und über uns herrschen? Und sie wurden ihm noch mehr Feind um seines Traumes und seiner Worte willen.

37,9 Und er hatte noch einen zweiten Traum, den erzählte er seinen Brüdern und sprach: Ich habe noch einen Traum gehabt; siehe, die Sonne und der Mond und elf Sterne neigten sich vor mir.

37,10 Und als er das seinem Vater und seinen Brüdern erzählte, schalt ihn sein Vater und sprach zu ihm: Was ist das für ein Traum, den du geträumt hast? Soll ich und deine Mutter und deine Brüder kommen und vor dir niederfallen?

37,11 Und seine Brüder wurden neidisch auf ihn. Aber sein Vater behielt diese Worte.

37,12 Als nun seine Brüder hingegangen waren, um das Vieh ihres Vaters in Sichem zu weiden,

37,13 sprach Israel zu Yoseph: Hüten nicht deine Brüder das Vieh in Sichem? Komm, ich will dich zu ihnen senden. Er aber sprach: Hier bin ich.

37,14 Und er sprach: Geh hin und sieh, ob's gut steht um deine Brüder und um das Vieh, und sage mir dann, wie sich's verhält. Und er sandte ihn aus dem Tal von Hebron, und er kam nach Sichem.

37,15 Da fand ihn ein Mann, wie er umherirrte auf dem Felde; der fragte ihn und sprach:

37,16 Wen suchst du? Er antwortete: Ich suche meine Brüder; sage mir doch, wo sie hüten.

37,17 Der Mann sprach: Sie sind von dannen gezogen; denn ich hörte, daß sie sagten: Laßt uns nach Dotan gehen. Da zog Yoseph seinen Brüdern nach und fand sie in Dotan.

37,18 Als sie ihn nun sahen von ferne, ehe er nahe zu ihnen kam, machten sie einen Anschlag, daß sie ihn töteten,

37,19 und sprachen untereinander: Seht, der Träumer kommt daher!

37,20 So kommt nun und laßt uns ihn töten und in eine Grube werfen und sagen, ein böses Tier habe ihn gefressen; so wird man sehen, was seine Träume sind.

37,21 Als das Ruben hörte, wollte er ihn aus ihren Händen erretten und sprach: Laßt uns ihn nicht töten!

37,22 Und weiter sprach Ruben zu ihnen: Vergießt nicht Blut, sondern werft ihn in die Grube hier in der Wüste und legt die Hand nicht an ihn! Er wollte ihn aber aus ihrer Hand erretten und ihn seinem Vater wiederbringen.

37,23 Als nun Yoseph zu seinen Brüdern kam, zogen sie ihm seinen Rock aus, den bunten Rock, den er anhatte,

37,24 und nahmen ihn und warfen ihn in die Grube; aber die Grube war leer und kein Wasser darin.

37,25 Und sie setzten sich nieder, um zu essen. Indessen hoben sie ihre Augen auf und sahen eine Karawane von Yishmaelitern kommen von Gilead mit ihren Kamelen; die trugen kostbares Harz, Balsam und Myrrhe und zogen hinab nach Ägypten.

37,26 Da sprach Yahuda zu seinen Brüdern: Was hilft's uns, daß wir unsern Bruder töten und sein Blut verbergen?

37,27 Kommt, laßt uns ihn den Yishmaelitern verkaufen, damit sich unsere Hände nicht an ihm vergreifen; denn er ist unser Bruder, unser Fleisch und Blut. Und sie gehorchten ihm.

37,28 Als aber die midianitischen Kaufleute vorüber kamen, zogen sie ihn heraus aus der Grube und verkauften ihn um zwanzig Silberstücke den Yishmaelitern; die brachten ihn nach Ägypten.

37,29 Als nun Ruben wieder zur Grube kam und Yoseph nicht darin fand, zerriss er sein Kleid

37,30 und kam wieder zu seinen Brüdern und sprach: Der Knabe ist nicht da! Wo soll ich hin?

37,31 Da nahmen sie Yosephs Rock und schlachteten einen Ziegenbock und tauchten den Rock ins Blut

37,32 und schickten den bunten Rock hin und ließen ihn ihrem Vater bringen und sagen: Diesen haben wir gefunden; sieh, ob's deines Sohnes Rock sei oder nicht.

37,33 Er erkannte ihn aber und sprach: Es ist meines Sohnes Rock; ein böses Tier hat ihn gefressen, ein reißendes Tier hat Yoseph zerrissen!

37,34 Israel zerriss seine Kleider und legte ein härenes Tuch um seine Lenden und trug Leid um seinen Sohn lange Zeit.

37,35 Und alle seine Söhne und Töchter kamen zu ihm, ihn zu trösten; aber er wollte sich nicht trösten lassen und sprach: Ich werde mit Leid hinunterfahren zu den Toten, zu meinem Sohn. Und sein Vater beweinte ihn.

37,36 Aber die Midianiter verkauften ihn in Mitzrayim (Ägypten) an Potifar, des Pharao Kämmerer und Obersten der Leibwache.

38. Kapitel

38,1 Es begab sich um diese Zeit, daß Yahudah hinab zog von seinen Brüdern und gesellte sich zu einem Mann aus Adullam, der hieß Hira.

38,2 Und Yahudah sah dort die Tochter eines Kanaaniters, der hieß Shua, und nahm sie zur Frau. Und als er zu ihr einging,

38,3 ward sie schwanger und gebar einen Sohn, den nannte er Er.

38,4 Und sie ward abermals schwanger und gebar einen Sohn, den nannte sie Onan.

38,5 Sie gebar abermals einen Sohn, den nannte sie Shela; und sie war in Kesib, als sie ihn gebar.

38,6 Und Yahudah gab seinem ersten Sohn Er eine Frau, die hieß Tamar.

38,7 Aber Er war böse vor HASHEM, darum ließ ihn HASHEM sterben.

38,8 Da sprach Yahudah zu Onan: Geh zu deines Bruders Frau und nimm sie zur Schwagerehe, auf daß du deinem Bruder Nachkommen schaffest.

38,9 Aber da Onan wusste, daß die Kinder nicht sein eigen sein sollten, ließ er's auf die Erde fallen und verderben, wenn er einging zu seines Bruders Frau, auf daß er seinem Bruder nicht Nachkommen schaffe.

38,10 HASHEM missfiel aber, was er tat, und er ließ ihn auch sterben.

38,11 Da sprach Yahudah zu seiner Schwiegertochter Tamar: Bleibe eine Witwe in deines Vaters Hause, bis mein Sohn Shela groß wird. Denn er dachte, vielleicht würde der auch sterben wie seine Brüder. So ging Tamar hin und blieb in ihres Vaters Hause.

38,12 Als nun viele Tage verlaufen waren, starb Yahudah Frau, die Tochter des Shua. Und nachdem Yahudah ausgetrauert hatte, ging er hinauf, seine Schafe zu scheren, nach Timna mit seinem Freunde Hira von Adullam.

38,13 Da wurde der Tamar gesagt: Siehe, dein Schwiegervater geht hinauf nach Timna, seine Schafe zu scheren.

38,14 Da legte sie die Witwenkleider von sich, die sie trug, deckte sich mit einem Schleier und verhüllte sich und setzte sich vor das Tor von Enajim an dem Wege nach Timna; denn sie hatte gesehen, daß Shela groß geworden war, aber sie wurde ihm nicht zur Frau gegeben.

38,15 Als Yahudah sie nun sah, meinte er, es wäre eine Hure, denn sie hatte ihr Angesicht verdeckt.

38,16 Und er machte sich zu ihr am Wege und sprach: Lass mich doch zu dir kommen; denn er wusste nicht, daß es seine Schwiegertochter war. Sie antwortete: Was willst du mir geben, wenn du zu mir kommst?

38,17 Er sprach: Ich will dir einen Ziegenbock von der Herde senden. Sie antwortete: So gib mir ein Pfand, bis du ihn mir sendest.

38,18 Er sprach: Was willst du für ein Pfand, das ich dir geben soll? Sie antwortete: Dein Siegel und deine Schnur und deinen Stab, den du in der Hand hast. Da gab er's ihr und kam zu ihr; und sie ward von ihm schwanger.

38,19 Und sie machte sich auf und ging hinweg und legte den Schleier ab und zog ihre Witwenkleider wieder an.

38,20 Juda aber sandte den Ziegenbock durch seinen Freund von Adullam, damit er das Pfand zurückholte von der Frau. Und er fand sie nicht.

38,21 Da fragte er die Leute des Ortes und sprach: Wo ist die Hure, die zu Enajim am Wege saß? Sie antworteten: Es ist keine Hure da gewesen.

38,22 Und er kam wieder zu Juda und sprach: Ich habe sie nicht gefunden; dazu sagen die Leute des Ortes, es sei keine Hure da gewesen.

38,23 Yahudah sprach: Sie mag's behalten, damit wir nur nicht in Verruf geraten! Siehe, ich habe den Bock gesandt, und du hast sie nicht gefunden.

38,24 Nach drei Monaten wurde Yahudah angesagt: Deine Schwiegertochter Tamar hat Hurerei getrieben; und siehe, sie ist davon schwanger geworden. Yahudah sprach: Führt sie heraus, daß sie verbrannt werde.

38,25 Und als man sie hinausführte, schickte sie zu ihrem Schwiegervater und sprach: Von dem Mann bin ich schwanger, dem dies gehört. Und sie sprach: Erkennst du auch, wem dies Siegel und diese Schnur und dieser Stab gehören?

38,26 Yahudah erkannte es und sprach: Sie ist gerechter als ich; denn ich habe sie meinem Sohn Shela nicht gegeben. Doch wohnte er ihr nicht mehr bei.

38,27 Und als sie gebären sollte, wurden Zwillinge in ihrem Leibe gefunden.

38,28 Und als sie gebar, tat sich eine Hand heraus. Da nahm die Wehmutter einen roten Faden und band ihn darum und sprach: Der ist zuerst herausgekommen.

38,29 Als aber der seine Hand wieder hineinzog, kam sein Bruder heraus, und sie sprach: Warum hast du um deinetwillen solchen Riss gerissen? Und man nannte ihn Perez.

38,30 Danach kam sein Bruder heraus, der den roten Faden um seine Hand hatte.
Und man nannte ihn Serach.

39. Kapitel

39,1 Yoseph wurde hinab nach Mitzrayim geführt, und Potifar, ein ägyptischer Mann, des Pharao Kämmerer und Oberster der Leibwache, kaufte ihn von den Yishmaelitern, die ihn hinab gebracht hatten.

39,2 HASHEM war mit Yoseph, so daß er ein Mann wurde, dem alles glückte. Und er war in seines Herrn, des Ägypters, Hause.

39,3 Und sein Herr sah, daß HASHEM mit ihm war; denn alles, was er tat, das ließ HASHEM in seiner Hand glücken,

39,4 so daß er Gnade fand vor seinem Herrn und sein Diener wurde. Der setzte ihn über sein Haus; und alles, was er hatte, tat er unter seine Hände.

39,5 Und von der Zeit an, da er ihn über sein Haus und alle seine Güter gesetzt hatte, segnete HASHEM des Ägypters Haus um Yosephs willen, und es war lauter Segen HASHEM in allem, was er hatte, zu Hause und auf dem Felde.

39,6 Darum ließ er alles unter Yosephs Händen, was er hatte, und kümmerte sich, da er ihn hatte, um nichts außer um das, was er aß und trank. Und Yoseph war schön an Gestalt und hübsch von Angesicht.

39,7 Und es begab sich danach, daß seines Herrn Frau ihre Augen auf Yoseph warf und sprach: Lege dich zu mir!

39,8 Er weigerte sich aber und sprach zu ihr: Siehe, mein Herr kümmert sich, da er mich hat, um nichts, was im Hause ist, und alles, was er hat, das hat er unter meine Hände getan;

39,9 er ist in diesem Hause nicht größer als ich, und er hat mir nichts vorenthalten außer dir, weil du seine Frau bist. Wie sollte ich denn nun ein solch großes Übel tun und gegen HASHEM sündigen?

39,10 Und sie bedrängte Yoseph mit solchen Worten täglich. Aber er gehorchte ihr nicht, daß er sich zu ihr legte und bei ihr wäre.

39,11 Es begab sich eines Tages, daß Yoseph in das Haus ging, seine Arbeit zu tun, und kein Mensch vom Gesinde des Hauses war dabei.

39,12 Und sie erwischte ihn bei seinem Kleid und sprach: Lege dich zu mir! Aber er ließ das Kleid in ihrer Hand und floh und lief zum Hause hinaus.

39,13 Als sie nun sah, daß er sein Kleid in ihrer Hand ließ und hinaus entfloh,

39,14 rief sie das Gesinde ihres Hauses und sprach zu ihnen: Seht, er hat uns den hebräischen Mann hergebracht, daß der seinen Mutwillen mit uns treibe. Er kam zu mir herein und wollte sich zu mir legen; aber ich rief mit lauter Stimme.

39,15 Und als er hörte, daß ich ein Geschrei machte und rief, da ließ er sein Kleid bei mir und floh und lief hinaus.

39,16 Und sie legte sein Kleid neben sich, bis sein Herr heimkam,

39,17 und sagte zu ihm eben dieselben Worte und sprach: Der hebräische Knecht, den du uns hergebracht hast, kam zu mir herein und wollte seinen Mutwillen mit mir treiben.

39,18 Als ich aber ein Geschrei machte und rief, da ließ er sein Kleid bei mir und floh hinaus.

39,19 Als sein Herr die Worte seiner Frau hörte, die sie ihm sagte und sprach: So hat dein Knecht an mir getan, wurde er sehr zornig.

39,20 Da nahm ihn sein Herr und legte ihn ins Gefängnis, in dem des Königs Gefangene waren. Und er lag allda im Gefängnis.

39,21 Aber HASHEM war mit ihm und neigte die Herzen zu ihm und ließ ihn Gnade finden vor dem Amtmann über das Gefängnis,

39,22 so daß er ihm alle Gefangenen im Gefängnis unter seine Hand gab und alles, was dort geschah, durch ihn geschehen musste.

39,23 Der Amtmann über das Gefängnis kümmerte sich um nichts; denn HASHEM war mit Yoseph, und was er tat, dazu gab HASHEM Mazel (Glück).

40. Kapitel

40,1 Und es begab sich danach, daß sich der Mundschenk des Königs von Mitzrayim und der Bäcker versündigten an ihrem Herrn, dem König von Mitzrayim

40,2 Und der Pharao wurde zornig über seine beiden Kämmerer, gegen den Obersten über die Schenken und gegen den Obersten über die Bäcker,

40,3 und ließ sie setzen in des Amtmanns Haus ins Gefängnis, wo Yoseph gefangen lag.

40,4 Und der Amtmann gab ihnen Yoseph bei, daß er ihnen diente. Und sie saßen etliche Zeit im Gefängnis.

40,5 Und es träumte ihnen beiden, dem Schenken und dem Bäcker des Königs von Ägypten, in einer Nacht einem jeden ein eigener Traum, und eines jeden Traum hatte seine Bedeutung.

40,6 Als nun am Morgen Yoseph zu ihnen hineinkam und sah, daß sie traurig waren,

40,7 fragte er sie und sprach: Warum seid ihr heute so traurig?

40,8 Sie antworteten: Es hat uns geträumt, und wir haben niemand, der es uns auslege. Yoseph sprach: Auslegen gehört HASHEM zu; doch erzählt mir's.

40,9 Da erzählte der oberste Schenk seinen Traum und sprach zu Yoseph: Mir hat geträumt, daß ein Weinstock vor mir wäre,

40,10 der hatte drei Reben, und er grünte, wuchs und blühte, und seine Trauben wurden reif.

40,11 Und ich hatte den Becher des Pharao in meiner Hand und nahm die Beeren und zerdrückte sie in den Becher und gab den Becher dem Pharao in die Hand.

40,12 Yoseph sprach zu ihm: Das ist seine Deutung: Drei Reben sind drei Tage.

40,13 Nach drei Tagen wird der Pharao dein Haupt erheben und dich wieder in dein Amt setzen, daß du ihm den Becher in die Hand gebest wie vormals, als du sein Schenk warst.

40,14 Aber gedenke meiner, wenn dir´s wohl geht, und tu Barmherzigkeit an mir, daß du dem Pharao von mir sagst und mich so aus diesem Hause bringst.

40,15 Denn ich bin aus dem Lande der Hebräer heimlich gestohlen worden; und auch hier hab ich nichts getan, weswegen sie mich hätten ins Gefängnis setzen dürfen.

40,16 Als der oberste Bäcker sah, daß die Deutung gut war, sprach er zu Yoseph: Mir hat auch geträumt, ich trüge drei Körbe mit feinem Backwerk auf meinem Haupt

40,17 und im obersten Korbe allerlei Gebackenes für den Pharao, und die Vögel fraßen aus dem Korbe auf meinem Haupt.

40,18 Yoseph antwortete und sprach: Das ist seine Deutung: Drei Körbe sind drei Tage.

40,19 Und nach drei Tagen wird der Pharao dein Haupt erheben und dich an den Galgen hängen, und die Vögel werden dein Fleisch von dir fressen.

40,20 Und es geschah am dritten Tage, da beging der Pharao seinen Geburtstag. Und er machte ein Festmahl für alle seine Großen und erhob das Haupt des obersten Schenken und das Haupt des obersten Bäckers unter seinen Großen

40,21 und setzte den obersten Schenken wieder in sein Amt, daß er den Becher reiche in des Pharao Hand,

40,22 aber den obersten Bäcker ließ er aufhängen, wie ihnen Yoseph gedeutet hatte.

40,23 Aber der oberste Schenk dachte nicht an Yoseph sondern vergaß ihn.

 

 
  zum Anfang