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Das Buch Devarim (Worte)

DAS FÜNFTE BUCH MOSE (Deuteronomium)

21. Kapitel

21,1 Wenn man einen Erschlagenen findet in dem Lande, das dir HASHEM geben wird, es einzunehmen, und er liegt auf freiem Felde und man weiß nicht, wer ihn erschlagen hat,

21,2 so sollen deine Ältesten und Richter hinausgehen und den Weg abmessen von dem Erschlagenen bis zu den umliegenden Städten.

21,3 Welche Stadt am nächsten liegt, deren Älteste sollen eine junge Kuh nehmen, mit der man noch nicht gearbeitet und die noch nicht am Joch gezogen hat,

21,4 und sollen sie hinabführen in einen Talgrund, der weder bearbeitet noch besät ist, und dort im Talgrund ihr das Genick brechen.

21,5 Und die Priester, die Leviten, sollen herzutreten, denn HASHEM hat sie erwählt, daß sie ihm dienen und in seinem Namen segnen, und nach ihrem Urteil sollen alle Sachen und alle Schäden gerichtet werden.

21,6 Und alle Ältesten der Stadt, die dem Erschlagenen am nächsten liegt, sollen ihre Hände waschen über der jungen Kuh, der im Talgrund das Genick gebrochen ist.

21,7 Und sie sollen anheben und sagen: Unsere Hände haben dies Blut nicht vergossen, und unsere Augen haben's nicht gesehen.

21,8 Entsühne dein Volk Israel, das du, HASHEM erlöst hast; lege nicht das unschuldig vergossene Blut auf dein Volk Israel! So wird für sie die Blutschuld gesühnt sein.

21,9 So sollst du das unschuldig vergossene Blut aus deiner Mitte wegtun, damit du handelst, wie es recht ist vor den Augen HASHEM's.

21,10 Wenn du in einen Krieg ziehst gegen deine Feinde und HASHEM gibt sie dir in deine Hände, daß du Gefangene von ihnen wegführst,

21,11 und siehst unter den Gefangenen ein schönes Mädchen und gewinnst sie lieb, daß du sie zur Frau nimmst,

21,12 so führe sie in dein Haus und laß sie ihr Haar abscheren und ihre Nägel beschneiden

21,13 und die Kleider ablegen, in denen sie gefangen genommen wurde, und laß sie in deinem Hause sein und einen Monat lang ihren Vater und ihre Mutter beweinen. Danach geh zu ihr und nimm sie zur Ehe und laß sie deine Frau sein.

21,14 Wenn du aber kein Gefallen mehr an ihr hast, so sollst du sie gehen lassen, wohin sie will; du sollst sie aber nicht um Geld verkaufen oder als Sklavin behandeln, weil du zu ihr eingegangen bist. Vom Recht des Erstgeborenen

21,15 Wenn jemand zwei Frauen hat, eine, die er liebhat, und eine, die er nicht liebhat, und beide ihm Kinder gebären, die Frau, die er liebhat, und die ungeliebte, und der Erstgeborene ist von der ungeliebten Frau

21,16 und die Zeit kommt, daß er seinen Söhnen das Erbe austeile, so kann er nicht den Sohn der Frau, die er liebhat, zum erstgeborenen Sohn machen vor dem erstgeborenen Sohn der ungeliebten;

21,17 sondern er soll den Sohn der ungeliebten Frau als den ersten Sohn anerkennen und ihm zwei Teile geben von allem, was vorhanden ist; denn dieser ist der Erstling seiner Kraft, und sein ist das Recht der Erstgeburt. Todesstrafe für ungeratene Söhne

21,18 Wenn jemand einen widerspenstigen und ungehorsamen Sohn hat, der der Stimme seines Vaters und seiner Mutter nicht gehorcht und auch, wenn sie ihn züchtigen, ihnen nicht gehorchen will,

21,19 so sollen ihn Vater und Mutter ergreifen und zu den Ältesten der Stadt führen und zu dem Tor des Ortes

21,20 und zu den Ältesten der Stadt sagen: Dieser unser Sohn ist widerspenstig und ungehorsam und gehorcht unserer Stimme nicht und ist ein Prasser und Trunkenbold.

21,21 So sollen ihn steinigen alle Leute seiner Stadt, daß er sterbe, und du sollst so das Böse aus deiner Mitte wegtun, daß ganz Israel aufhorche und sich fürchte.

21,22 Wenn jemand eine Sünde getan hat, die des Todes würdig ist, und wird getötet und man hängt ihn an ein Holz,

21,23 so soll sein Leichnam nicht über Nacht an dem Holz bleiben, sondern du sollst ihn am selben Tage begraben - denn ein Aufgehängter ist verflucht bei HASHEM -, auf daß du dein Land nicht unrein machst, das dir HASHEM zum Erbe gibt.

22. Kapitel

22,1 Wenn du deines Bruders Rind oder Schaf irregehen siehst, so sollst du dich ihrer annehmen und sie wieder zu deinem Bruder führen.

22,2 Wenn aber dein Bruder nicht nahe bei dir wohnt und du kennst ihn nicht, so sollst du sie in dein Haus nehmen, daß sie bei dir bleiben, bis sie dein Bruder sucht, und sollst sie ihm dann wiedergeben.

22,3 So sollst du tun mit seinem Esel, mit seinem Kleid und mit allem Verlorenen, das dein Bruder verliert und du findest; du darfst dich dem nicht entziehen.

22,4 Wenn du deines Bruders Esel oder Rind unterwegs fallen siehst, so sollst du dich ihrer annehmen und ihnen aufhelfen.

22,5 Eine Frau soll nicht Männersachen tragen, und ein Mann soll nicht Frauenkleider anziehen; denn wer das tut, der ist HASHEM, ein Greuel.

22,6 Wenn du unterwegs ein Vogelnest findest auf einem Baum oder auf der Erde mit Jungen oder mit Eiern und die Mutter sitzt auf den Jungen oder auf den Eiern, so sollst du nicht die Mutter mit den Jungen nehmen,

22,7 sondern du darfst die Jungen nehmen, aber die Mutter sollst du fliegen lassen, auf daß dir's wohlgehe und du lange lebest.

22,8 Wenn du ein neues Haus baust, so mache ein Geländer ringsum auf deinem Dache, damit du nicht Blutschuld auf dein Haus ladest, wenn jemand herabfällt.

22,9 Du sollst deinen Weinberg nicht mit Zweierlei bepflanzen, damit dem Miqdash nicht das Ganze verfalle: der Same, den du gesät hast, und der Ertrag des Weinbergs.

22,10 Du sollst nicht ackern zugleich mit einem Rind und einem Esel.

22,11 Du sollst nicht anziehen ein Kleid, das aus Wolle und Leinen zugleich gemacht ist.

22,12 Du sollst dir Quasten machen an den vier Zipfeln deines Mantels, mit dem du dich bedeckst. Gesetze zum Schutz der Verleumdeten und Vergewaltigten

22,13 Wenn jemand ein Mädchen zur Frau nimmt und wird ihrer überdrüssig, nachdem er zu ihr gegangen ist,

22,14 und legt ihr etwas Schändliches zur Last und bringt ein böses Gerücht über sie auf und spricht: Dies Mädchen hab ich geheiratet, und als ich zu ihr ging, fand ich sie nicht als Jungfrau,

22,15 so sollen Vater und Mutter des Mädchens die Zeichen ihrer Jungfräulichkeit nehmen und vor die Ältesten der Stadt im Tor bringen.

22,16 Und der Vater des Mädchens soll zu den Ältesten sagen: Ich habe diesem Mann meine Tochter zur Frau gegeben; nun ist er ihrer überdrüssig geworden

22,17 und legt ihr Schändliches zur Last und spricht: Ich habe deine Tochter nicht als Jungfrau gefunden. Hier aber sind die Zeichen der Jungfräulichkeit meiner Tochter. Und sie sollen die Decke vor den Ältesten der Stadt ausbreiten.

22,18 Und die Ältesten der Stadt sollen den Mann nehmen und züchtigen

22,19 und ihm eine Buße von hundert Silberstücken auferlegen und sie dem Vater des Mädchens geben, weil er über eine Jungfrau in Israel ein böses Gerücht aufgebracht hat. Und er soll sie als Frau behalten und darf sie sein Leben lang nicht entlassen.

22,20 Ist's aber die Wahrheit, daß das Mädchen nicht mehr Jungfrau war,

22,21 so soll man sie heraus vor die Tür des Hauses ihres Vaters führen, und die Leute der Stadt sollen sie zu Tode steinigen, weil sie eine Schandtat in Israel begangen und in ihres Vaters Hause Hurerei getrieben hat; so sollst du das Böse aus deiner Mitte wegtun.

22,22 Wenn jemand dabei ergriffen wird, daß er einer Frau beiwohnt, die einen Ehemann hat, so sollen sie beide sterben, der Mann und die Frau, der er beigewohnt hat; so sollst du das Böse aus Israel wegtun.

22,23 Wenn eine Jungfrau verlobt ist und ein Mann trifft sie innerhalb der Stadt und wohnt ihr bei,

22,24 so sollt ihr sie alle beide zum Stadttor hinausführen und sollt sie beide steinigen, daß sie sterben, die Jungfrau, weil sie nicht geschrien hat, obwohl sie doch in der Stadt war, den Mann, weil er seines Nächsten Braut geschändet hat; so sollst du das Böse aus deiner Mitte wegtun.

22,25 Wenn aber jemand ein verlobtes Mädchen auf freiem Felde trifft und ergreift sie und wohnt ihr bei, so soll der Mann allein sterben, der ihr beigewohnt hat,

22,26 aber dem Mädchen sollst du nichts tun, denn sie hat keine Sünde getan, die des Todes wert ist; sondern dies ist so, wie wenn jemand sich gegen seinen Nächsten erhöbe und ihn totschlüge.

22,27 Denn er fand sie auf freiem Felde, und das verlobte Mädchen schrie, und niemand war da, der ihr half.

22,28 Wenn jemand eine Jungfrau trifft, die nicht verlobt ist, und ergreift sie und wohnt ihr bei und wird dabei betroffen,

22,29 so soll, der ihr beigewohnt hat, ihrem Vater fünfzig Silberstücke geben und soll sie zur Frau haben, weil er ihr Gewalt angetan hat; er darf sie nicht entlassen sein Leben lang.

23. Kapitel

23,1 Niemand soll seines Vaters Frau nehmen und aufdecken seines Vaters Decke. 23,2 Kein Entmannter oder Verschnittener soll in die Gemeinde HASHEM's kommen. 23,3 Es soll auch kein Mischling in die Gemeinde HASHEM's kommen; auch seine Nachkommenschaft bis ins zehnte Glied soll nicht in die Gemeinde HASHEM's kommen. 23,4 Die Ammoniter und Moabiter sollen nicht in die Gemeinde HASHEM's kommen, auch nicht ihre Nachkommen bis ins zehnte Glied; sie sollen nie hineinkommen, 23,5 weil sie euch nicht entgegenkamen mit Brot und Wasser auf dem Wege, als ihr aus Mitzrayim zogt, vielmehr gegen euch den Bileam dingten, den Sohn Beors aus Petor in Mesopotamien, daß er dich verfluchen sollte. 23,6 Aber HASHEM wollte Bileam nicht hören und wandelte dir den Fluch in Segen um, weil dich HASHEM liebhatte. 23,7 Du sollst nie ihren Frieden noch ihr Bestes suchen dein Leben lang. 23,8 Den Edomiter sollst du nicht verabscheuen; er ist dein Bruder. Den Mitzrite sollst du auch nicht verabscheuen; denn du bist ein Fremdling in seinem Lande gewesen. 23,9 Die Kinder, die sie im dritten Glied zeugen, dürfen in die Gemeinde HASHEM's kommen. Reinhaltung des Kriegslagers 23,10 Wenn du ausziehst gegen deine Feinde und ein Lager aufschlägst, so hüte dich vor allem Bösen. 23,11 Wenn jemand unter dir ist, der nicht rein ist, weil ihm des Nachts etwas widerfahren ist, der soll hinaus vor das Lager gehen und nicht wieder hineinkommen, 23,12 bis er vor dem Abend sich mit Wasser gewaschen hat; und wenn die Sonne untergegangen ist, soll er wieder ins Lager gehen. 23,13 Und du sollst draußen vor dem Lager einen Platz haben, wohin du zur Notdurft hinausgehst. 23,14 Und du sollst eine Schaufel haben, und wenn du dich draußen setzen willst, sollst du damit graben; und wenn du gesessen hast, sollst du zuscharren, was von dir gegangen ist. 23,15 Denn HASHEM zieht mit dir inmitten deines Lagers, um dich zu erretten und deine Feinde vor dir dahinzugeben. Darum soll dein Lager gesegnet sein, daß nichts Schändliches unter dir gesehen werde und er sich von dir wende. 23,16 Du sollst den Knecht nicht seinem Herrn ausliefern, der von ihm zu dir geflüchtet ist. 23,17 Er soll bei dir bleiben an dem Ort, den er erwählt, in einer deiner Städte, wo es ihm gefällt. Du sollst ihn nicht bedrücken. 23,18 Es soll keine Tempeldirne sein unter den Töchtern Israels und kein Tempelhurer unter den Söhnen Israel. 23,19 Du sollst keinen Hurenlohn noch Hundegeld in das Haus HASHEM's bringen aus irgendeinem Gelübde; denn das ist HASHEM beides ein Greuel. 23,20 Du sollst von deinem Bruder nicht Zinsen nehmen, weder für Geld noch für Speise noch für alles, wofür man Zinsen nehmen kann. 23,21 Von dem Ausländer darfst du Zinsen nehmen, aber nicht von deinem Bruder, auf daß dich HASHEM segne in allem, was du unternimmst in dem Lande, dahin du kommst, es einzunehmen. 23,22 Wenn du HASHEM ein Gelübde tust, so sollst du nicht zögern, es zu erfüllen; denn HASHEM wird's von dir fordern, und es wird Schuld auf dich fallen. 23,23 Wenn du das Geloben unterläßt, so wird keine Schuld auf dich fallen. 23,24 Aber was über deine Lippen gegangen ist, sollst du halten und danach tun, wie du HASHEM, freiwillig gelobt und mit deinem Mund geredet hast. 23,25 Wenn du in deines Nächsten Weinberg gehst, so darfst du Trauben essen nach deinem Wunsch, bis du satt bist, aber du sollst nichts in dein Gefäß tun. 23,26 Wenn du in das Kornfeld deines Nächsten gehst, so darfst du mit der Hand Ähren abrupfen, aber mit der Sichel sollst du nicht dreinfahren.

24. Kapitel

24,1 Wenn jemand eine Frau zur Ehe nimmt und sie nicht Gnade findet vor seinen Augen, weil er etwas Schändliches an ihr gefunden hat, und er einen Scheidebrief schreibt und ihr in die Hand gibt und sie aus seinem Hause entläßt 24,2 und wenn sie dann aus seinem Hause gegangen ist und hingeht und wird eines andern Frau 24,3 und dieser andere Mann ihrer auch überdrüssig wird und einen Scheidebrief schreibt und ihr in die Hand gibt und sie aus seinem Hause entläßt oder wenn dieser andere Mann stirbt, der sie sich zur Frau genommen hatte, 24,4 so kann sie ihr erster Mann, der sie entließ, nicht wieder zur Frau nehmen, nachdem sie unrein geworden ist - denn solches ist ein Greuel vor HASHEM -, damit du nicht Sünde über das Land bringst, das dir HASHEM zum Erbe gegeben hat. 24,5 Wenn jemand sich kurz vorher eine Frau genommen hat, soll er nicht mit dem Heer ausziehen, und man soll ihm nichts auferlegen. Er soll frei in seinem Hause sein ein Jahr lang, daß er fröhlich sei mit seiner Frau, die er genommen hat. Das Recht der Schwachen und Armen 24,6 Du sollst nicht zum Pfande nehmen den unteren und oberen Mühlstein; denn damit hättest du das Leben zum Pfand genommen. 24,7 Wenn jemand ergriffen wird, der von seinen Brüdern, den Israeliten, einen Menschen raubt und ihn gewalttätig behandelt oder ihn verkauft: solch ein Dieb soll sterben, daß du das Böse aus deiner Mitte wegtust. 24,8 Hüte dich beim Auftreten von aAussatz, daß du alles genau hältst und tust, was dich die levitischen Priester lehren; wie ich ihnen geboten habe, so sollt ihr's halten und danach tun. 24,9 Bedenke, was HASHEM mit Mirjam tat auf dem Wege, als ihr aus Mitzrayim zogt. 24,10 Wenn du deinem Nächsten irgend etwas borgst, so sollst du nicht in sein Haus gehen und ihm ein Pfand nehmen, 24,11 sondern du sollst draußen stehen, und er, dem du borgst, soll sein Pfand zu dir herausbringen. 24,12 Ist er aber bedürftig, so sollst du dich nicht schlafen legen mit seinem Pfand, 24,13 sondern sollst ihm sein Pfand wiedergeben, wenn die Sonne untergeht, daß er in seinem Mantel schlafe und dich segne. So wird das deine Gerechtigkeit sein vor HASHEM. 24,14 Dem Tagelöhner, der bedürftig und arm ist, sollst du seinen Lohn nicht vorenthalten, er sei von deinen Brüdern oder den Fremdlingen, die in deinem Land und in deinen Städten sind, 24,15 sondern du sollst ihm seinen Lohn am selben Tage geben, daß die Sonne nicht darüber untergehe - denn er ist bedürftig und verlangt danach -, damit er nicht wider dich HASHEM anrufe und es dir zur Sünde werde. 24,16 Die Väter sollen nicht für die Kinder noch die Kinder für die Väter sterben, sondern ein jeder soll für seine Sünde sterben. 24,17 Du sollst das Recht des Fremdlings und der Waise nicht beugen und sollst der Witwe nicht das Kleid zum Pfand nehmen. 24,18 Denn du sollst daran denken, daß du Knecht in Mitzrayim gewesen bist und HASHEM dich von dort erlöst hat. Darum gebiete ich dir, daß du solches tust. 24,19 Wenn du auf deinem Acker geerntet und eine Garbe vergessen hast auf dem Acker, so sollst du nicht umkehren, sie zu holen, sondern sie soll dem Fremdling, der Waise und der Witwe zufallen, auf daß dich HASHEM segne in allen Werken deiner Hände. 24,20 Wenn du deine Ölbäume geschüttelt hast, so sollst du nicht nachschütteln; es soll dem Fremdling, der Waise und der Witwe zufallen. 24,21 Wenn du deinen Weinberg abgelesen hast, so sollst du nicht nachlesen; es soll dem Fremdling, der Waise und der Witwe zufallen. 24,22 Denn du sollst daran denken, daß du Knecht in Mitzrayimland gewesen bist. Darum gebiete ich dir, daß du solches tust.

25. Kapitel

25,1 Wenn eine Streitsache zwischen Männern ist und sie vor Gericht kommen und man sie richtet, so soll man den, der im Recht ist, gerecht sprechen und den Schuldigen schuldig sprechen. 25,2 Und wenn der Schuldige Schläge verdient hat, soll ihn der Richter hinlegen lassen, und man soll ihm vor dem Richter eine Anzahl Schläge geben nach dem Maß seiner Schuld. 25,3 Wenn man ihm vierzig Schläge gegeben hat, soll man nicht weiter schlagen, damit, wenn man mehr Schläge gibt, er nicht zuviel geschlagen werde und dein Bruder entehrt werde in deinen Augen. 25,4 Du sollst dem Ochsen, der da drischt, nicht das Maul verbinden. 25,5 Wenn Brüder beieinander wohnen und einer stirbt ohne Söhne, so soll seine Witwe nicht die Frau eines Mannes aus einer andern Sippe werden, sondern ihr Schwager soll zu ihr gehen und sie zur Frau nehmen und mit ihr die Schwagerehe schließen. 25,6 Und der erste Sohn, den sie gebiert, soll gelten als der Sohn seines verstorbenen Bruders, damit dessen Name nicht ausgetilgt werde aus Israel. 25,7 Gefällt es aber dem Mann nicht, seine Schwägerin zu nehmen, so soll sie, seine Schwägerin, hingehen ins Tor vor die Ältesten und sagen: Mein Schwager weigert sich, seinem Bruder seinen Namen zu erhalten in Israel, und will mich nicht ehelichen. 25,8 Dann sollen ihn die Ältesten der Stadt zu sich rufen und mit ihm reden. Wenn er aber darauf besteht und spricht: Es gefällt mir nicht, sie zu nehmen -, 25,9 so soll seine Schwägerin zu ihm treten vor den Ältesten und ihm den Schuh vom Fuß ziehen und ihm ins Gesicht speien und soll antworten und sprechen: So soll man tun einem jeden Mann, der seines Bruders Haus nicht bauen will! 25,10 Und sein Name soll in Israel heißen «des Barfüßers Haus». 25,11 Wenn zwei Männer gegeneinander handgreiflich werden und des einen Frau läuft hinzu, um ihren Mann zu erretten von der Hand dessen, der ihn schlägt, und sie streckt ihre Hand aus und ergreift ihn bei seiner Scham, 25,12 so sollst du ihr die Hand abhauen, und dein Auge soll sie nicht schonen. 25,13 Du sollst nicht zweierlei Gewicht, groß und klein, in deinem Beutel haben, 25,14 und in deinem Hause soll nicht zweierlei Maß, groß und klein, sein. 25,15 Du sollst ein volles und rechtes Gewicht und ein volles und rechtes Maß haben, auf daß dein Leben lange währe in dem Lande, das dir HASHEM geben wird. 25,16 Denn wer das tut, der ist HASHEM ein Greuel, ein jeder, der übeltut. Amaleks Schuld darf nicht vergessen werden 25,17 Denke daran, was dir die Amalekiter taten auf dem Wege, als ihr aus Mitzrayim zogt: 25,18 wie sie dich unterwegs angriffen und deine Nachzügler erschlugen, alle die Schwachen, die hinter dir zurückgeblieben waren, als du müde und matt warst, und wie sie HASHEM nicht fürchteten. 25,19 Wenn nun HASHEM dich vor allen deinen Feinden ringsumher zur Ruhe bringt im Lande, das dir HASHEM zum Erbe gibt, es einzunehmen, so sollst du die Erinnerung an die Amalekiter austilgen unter dem Himmel. Das vergiß nicht!

26. Kapitel

26,1 Wenn du in das Land kommst, das dir HASHEM zum Erbe geben wird, und es einnimmst und darin wohnst, 26,2 so sollst du nehmen die Erstlinge aller Feldfrüchte, die du von deinem Lande einbringst, das HASHEM dir gibt, und sollst sie in einen Korb legen und hingehen an die Stätte, die HASHEM erwählen wird, daß sein Name daselbst wohne, 26,3 und sollst zu dem Priester kommen, der zu der Zeit sein wird, und zu ihm sagen: Ich bekenne heute HASHEM, daß ich gekommen bin in das Land, das HASHEM wie er unsern Vätern geschworen hat, uns geben wollte. 26,4 Und der Priester soll den Korb aus deiner Hand nehmen und ihn vor dem Altar HASHEM's niedersetzen. 26,5 Dann sollst du anheben und sagen vor HASHEM: Mein Vater war ein Aramäer, dem Umkommen nahe, und zog hinab nach Mitzrayim und war dort ein Fremdling mit wenig Leuten und wurde dort ein großes, starkes und zahlreiches Volk. 26,6 Aber die Mitzrite behandelten uns schlecht und bedrückten uns und legten uns einen harten Dienst auf. 26,7 Da schrien wir zu HASHEM zum HASHEM unserer Väter. Und HASHEM erhörte unser Schreien und sah unser Elend, unsere Angst und Not 26,8 und führte uns aus Mitzrayim mit mächtiger Hand und ausgerecktem Arm und mit großem Schrecken, durch Zeichen und Wunder, 26,9 und brachte uns an diese Stätte und gab uns dies Land, darin Milch und Honig fließt. 26,10 Nun bringe ich die Erstlinge der Früchte des Landes, das du, HASHEM mir gegeben hast. - Und du sollst sie niederlegen vor HASHEM, und anbeten vor HASHEM, 26,11 und sollst fröhlich sein über alles Gut, das HASHEM dir und deinem Hause gegeben hat, du und der Levit und der Fremdling, der bei dir lebt. 26,12 Wenn du den Zehnten deines ganzen Ertrages zusammengebracht hast im dritten Jahr, das ist das Zehnten-Jahr, so sollst du ihn dem Leviten, dem Fremdling, der Waise und der Witwe geben, daß sie in deiner Stadt essen und satt werden. 26,13 Und du sollst sprechen vor HASHEM: Ich hab aus meinem Hause gebracht, was dein ist, und hab's gegeben den Leviten, den Fremdlingen, den Waisen und den Witwen ganz nach deinem Gebot, das du mir geboten hast. Ich habe deine Gebote nicht übertreten noch vergessen. 26,14 Ich habe nichts davon gegessen, als ich in Trauer war; ich habe nichts davon weggebracht, als ich unrein war; ich habe nichts davon gegeben als Gabe für die Toten. Ich bin der Stimme HASHEM's gehorsam gewesen und habe alles getan, wie du es mir geboten hast. 26,15 Sieh nun herab von deiner Wohnung, vom Himmel, und segne dein Volk Israel und das Land, das du uns gegeben hast, wie du unsern Vätern geschworen hast, ein Land, darin Milch und Honig fließt. Die Bundeszusagen 26,16 Heute gebietet dir HASHEM daß du tust nach allen diesen Geboten und Rechten, daß du sie hältst und danach tust von ganzem Herzen und von ganzer Seele. 26,17 Du hast dir heute vom HASHEM sagen lassen, daß er dein Schöpfer sein wolle und daß du sollest in allen seinen Wegen wandeln und halten seine Gesetze, Gebote und Rechte und seiner Stimme gehorchen. 26,18 Und HASHEM hat dich heute sagen lassen, daß du sein eigenes Volk sein wollest, wie er dir zugesagt hat, und alle seine Gebote halten wollest 26,19 und daß er dich zum höchsten über alle Völker machen werde, die er geschaffen hat, und du gerühmt, gepriesen und geehrt werdest, damit du HASHEM, ein auserwähltes Volk seist, wie er zugesagt hat.

27. Kapitel

27,1 Und Moshe samt den Ältesten Israels gebot dem Volk und sprach: Haltet alle Gebote, die ich euch heute gebiete. 27,2 Und zu der Zeit, wenn ihr über den Jordan geht in das Land, das dir HASHEM geben wird, sollst du große Steine aufrichten und sie mit Kalk tünchen 27,3 und darauf schreiben alle Worte dieses Gesetzes. Das sollst du tun, wenn du hinübergehst, auf daß du kommest in das Land, das HASHEM dir geben wird, ein Land, darin Milch und Honig fließt, wie HASHEM, der HASHEM deiner Väter, dir zugesagt hat. 27,4 Wenn ihr nun über den Jordan geht, so sollt ihr, wie ich euch heute gebiete, diese Steine auf dem Berge Ebal aufrichten und mit Kalk tünchen. 27,5 Und dort sollst du HASHEM, einen Altar bauen aus Steinen, die kein Eisen berührt hat. 27,6 Von unbehauenen Steinen sollst du diesen Altar HASHEM's, bauen und Brandopfer darauf opfern, 27,7 und Dankopfer darbringen und dort essen und fröhlich sein vor HASHEM. 27,8 Und du sollst auf die Steine alle Worte dieses Gesetzes schreiben, klar und deutlich. 27,9 Und Moshe und die levitischen Priester redeten mit ganz Israel und sprachen: Merke auf und höre, Israel! Am heutigen Tage bist du ein Volk HASHEM's, geworden, 27,10 daß du der Stimme HASHEM's, gehorsam seist und tust nach seinen Geboten und Rechten, die ich dir heute gebiete. 27,11 Und Moshe gebot dem Volk an diesem Tage und sprach: 27,12 Diese sollen stehen auf dem Berge Garizim, um das Volk zu segnen, wenn ihr über den Jordan gegangen seid: Simeon, Levi, Juda, Issachar, Josef und Benjamin. 27,13 Und diese sollen stehen auf dem Berge Ebal, um zu verfluchen: Ruben, Gad, Asser, Sebulon, Dan und Naftali. 27,14 Und die Leviten sollen anheben und zu allen Männern Israels mit lauter Stimme sagen: 27,15 Verflucht sei, wer einen Götzen oder ein gegossenes Bild macht, einen Greuel für HASHEM ein Werk von den Händen der Werkmeister, und es heimlich aufstellt! Und alles Volk soll antworten und sagen: Amen. - 27,16 Verflucht sei, wer seinen Vater oder seine Mutter verunehrt! Und alles Volk soll sagen: Amen. - 27,17 Verflucht sei, wer seines Nächsten Grenze verrückt! Und alles Volk soll sagen: Amen. - 27,18 Verflucht sei, wer einen Blinden irreführt auf dem Wege! Und alles Volk soll sagen: Amen. - 27,19 Verflucht sei, wer das Recht des Fremdlings, der Waise und der Witwe beugt! Und alles Volk soll sagen: Amen. - 27,20 Verflucht sei, wer bei der Frau seines Vaters liegt, denn er hat die Decke seines Vaters aufgedeckt! Und alles Volk soll sagen: Amen. - 27,21 Verflucht sei, wer bei irgendeinem Tier liegt! Und alles Volk soll sagen: Amen. - 27,22 Verflucht sei, wer bei seiner Schwester liegt, die seines Vaters oder seiner Mutter Tochter ist! Und alles Volk soll sagen: Amen. - 27,23 Verflucht sei, wer bei seiner Schwiegermutter liegt! Und alles Volk soll sagen: Amen. - 27,24 Verflucht sei, wer seinen Nächsten heimlich erschlägt! Und alles Volk soll sagen: Amen. - 27,25 Verflucht sei, wer Geschenke nimmt, daß er unschuldiges Blut vergieße! Und alles Volk soll sagen: Amen. - 27,26 Verflucht sei, wer nicht alle Worte dieses Gesetzes erfüllt, daß er danach tue! Und alles Volk soll sagen: Am

28. Kapitel

28,1 Wenn du nun der Stimme HASHEM's gehorchen wirst, daß du hältst und tust alle seine Gebote, die ich dir heute gebiete, so wird dich HASHEM zum höchsten über alle Völker auf Erden machen, 28,2 und weil du der Stimme HASHEM's gehorsam gewesen bist, werden über dich kommen und dir zuteil werden alle diese Segnungen: 28,3 Gesegnet wirst du sein in der Stadt, gesegnet wirst du sein auf dem Acker. 28,4 Gesegnet wird sein die Frucht deines Leibes, der Ertrag deines Ackers und die Jungtiere deines Viehs, deiner Rinder und deiner Schafe. 28,5 Gesegnet wird sein dein Korb und dein Backtrog. 28,6 Gesegnet wirst du sein bei deinem Eingang und gesegnet bei deinem Ausgang. 28,7 Und HASHEM wird deine Feinde, die sich gegen dich erheben, vor dir schlagen. Auf einem Weg sollen sie ausziehen wider dich und auf sieben Wegen vor dir fliehen. 28,8 HASHEM wird gebieten dem Segen, daß er mit dir sei in dem, was du besitzt, und in allem, was du unternimmst, und wird dich segnen in dem Land, das dir HASHEM gegeben hat. 28,9 HASHEM wird dich zum geweihten Volk für sich erheben, wie er dir geschworen hat, weil du die Gebote HASHEM's, hältst und in seinen Wegen wandelst. 28,10 Und alle Völker auf Erden werden sehen, daß über dir der Name HASHEM genannt ist, und werden sich vor dir fürchten. 28,11 Und HASHEM wird machen, daß du Überfluß an Gutem haben wirst, an Frucht deines Leibes, an Jungtieren deines Viehs, an Ertrag deines Ackers, in dem Lande, das HASHEM deinen Vätern geschworen hat, dir zu geben. 28,12 Und HASHEM wird dir seinen guten Schatz auftun, den Himmel, daß er deinem Land Regen gebe zur rechten Zeit und daß er segne alle Werke deiner Hände. Und du wirst vielen Völkern leihen, aber von niemand borgen. 28,13 Und HASHEM wird dich zum Kopf machen und nicht zum Schwanz, und du wirst immer aufwärts steigen und nicht heruntersinken, weil du gehorsam bist den Geboten HASHEM's, die ich dir heute gebiete zu halten und zu tun, 28,14 und nicht abweichst von all den Worten, die ich euch heute gebiete, weder zur Rechten noch zur Linken, und nicht andern Göttern nachwandelst, um ihnen zu dienen. 28,15 Wenn du aber nicht gehorchen wirst der Stimme HASHEM's, und wirst nicht halten und tun alle seine Gebote und Rechte, die ich dir heute gebiete, so werden alle diese Flüche über dich kommen und dich treffen: 28,16 Verflucht wirst du sein in der Stadt, verflucht wirst du sein auf dem Acker. 28,17 Verflucht wird sein dein Korb und dein Backtrog. 28,18 Verflucht wird sein die Frucht deines Leibes, der Ertrag deines Ackers, das Jungvieh deiner Rinder und Schafe. 28,19 Verflucht wirst du sein bei deinem Eingang und verflucht bei deinem Ausgang. 28,20 HASHEM wird unter dich senden Unfrieden, Unruhe und Unglück in allem, was du unternimmst, bis du vertilgt bist und bald untergegangen bist um deines bösen Treibens willen, weil du mich verlassen hast. 28,21 HASHEM wird dir die Pest anhängen, bis er dich vertilgt hat in dem Lande, in das du kommst, es einzunehmen. 28,22 HASHEM wird dich schlagen mit Auszehrung, Entzündung und hitzigem Fieber, Getreidebrand und Dürre; die werden dich verfolgen, bis du umkommst. 28,23 Der Himmel, der über deinem Haupt ist, wird ehern werden und die Erde unter dir eisern. 28,24 Statt des Regens für dein Land wird HASHEM Staub und Asche vom Himmel auf dich geben, bis du vertilgt bist. 28,25 HASHEM wird dich vor deinen Feinden schlagen. Auf einem Weg wirst du wider sie ausziehen, und auf sieben Wegen wirst du vor ihnen fliehen und wirst zum Entsetzen werden für alle Reiche auf Erden. 28,26 Deine Leichname werden zum Fraß werden allen Vögeln des Himmels und allen Tieren des Landes, und niemand wird sie verscheuchen. 28,27 HASHEM wird dich schlagen mit ägyptischem Geschwür, mit Pocken, mit Grind und Krätze, daß du nicht gesund werden kannst. 28,28 HASHEM wird dich schlagen mit Wahnsinn, Blindheit und Verwirrung des Geistes. 28,29 Und du wirst tappen am Mittag, wie ein Blinder tappt im Dunkeln, und wirst auf deinem Wege kein Glück haben und wirst Gewalt und Unrecht leiden müssen dein Leben lang, und niemand wird dir helfen. 28,30 Mit einem Mädchen wirst du dich verloben; aber ein anderer wird es sich nehmen. Ein Haus wirst du bauen; aber du wirst nicht darin wohnen. Einen Weinberg wirst du pflanzen; aber du wirst seine Früchte nicht genießen. 28,31 Dein Rind wird vor deinen Augen geschlachtet werden; aber du wirst nicht davon essen. Dein Esel wird vor deinem Angesicht mit Gewalt genommen und dir nicht wiedergegeben werden. Dein Schaf wird deinen Feinden gegeben werden, und niemand wird dir helfen. 28,32 Deine Söhne und deine Töchter werden einem andern Volk gegeben werden, daß deine Augen zusehen müssen und täglich vor Verlangen nach ihnen vergehen, und in deinen Händen wird keine Kraft sein. 28,33 Den Ertrag deines Ackers und alle deine Arbeit wird ein Volk verzehren, das du nicht kennst, und du wirst geplagt und geschunden werden dein Leben lang 28,34 und wirst wahnsinnig werden bei dem, was deine Augen sehen müssen. 28,35 HASHEM wird dich schlagen mit bösen Geschwüren an den Knien und Waden, daß du nicht gesund werden kannst, von den Fußsohlen bis zum Scheitel. 28,36 HASHEM wird dich und deinen König, den du über dich gesetzt hast, unter ein Volk treiben, das du nicht kennst noch deine Väter, und du wirst dort andern Göttern dienen: Holz und Steinen. 28,37 Und du wirst zum Entsetzen, zum Sprichwort und zum Spott werden unter allen Völkern, zu denen HASHEM dich treibt. 28,38 Du wirst viel Samen auf das Feld säen, aber wenig einsammeln; denn die Heuschrecken werden's abfressen. 28,39 Weinberge wirst du pflanzen und bauen, aber weder Wein trinken noch Trauben lesen; denn die Würmer werden's verzehren. 28,40 Ölbäume wirst du haben in deinem ganzen Gebiet, aber du wirst dich nicht salben mit Öl; denn dein Ölbaum wird seine Frucht abwerfen. 28,41 Söhne und Töchter wirst zu zeugen und doch nicht behalten; denn sie werden gefangen weggeführt werden. 28,42 Alle Bäume und Früchte deines Landes wird das Ungeziefer fressen. 28,43 Der Fremdling, der bei dir ist, wird immer höher über dich emporsteigen; du aber wirst immer tiefer heruntersinken. 28,44 Er wird dir leihen, du aber wirst ihm nicht leihen können; er wird der Kopf sein, und du wirst der Schwanz sein. 28,45 Alle diese Flüche werden über dich kommen und dich verfolgen und treffen, bis du vertilgt bist, weil du der Stimme HASHEM's nicht gehorcht und seine Gebote und Rechte nicht gehalten hast, die er dir geboten hat. 28,46 Und diese Flüche werden Zeichen und Wunder sein an dir und an deinen Nachkommen immerdar, 28,47 weil du HASHEM nicht gedient hast mit Freude und Lust deines Herzens, obwohl du Überfluß hattest an allem. 28,48 Und du wirst deinem Feinde, die HASHEM gegen dich schicken wird, dienen in Hunger und Durst, in Blöße und allerlei Mangel, und er wird ein eisernes Joch auf deinen Hals legen, bis er dich vertilgt hat. 28,49 HASHEM wird ein Volk über dich schicken von ferne, vom Ende der Erde, wie ein aAdler fliegt, ein Volk, dessen Sprache du nicht verstehst, 28,50 ein freches Volk, das nicht Rücksicht nimmt auf die Alten und die Jungen nicht schont. 28,51 Es wird verzehren die Jungtiere deines Viehs und den Ertrag deines Ackers, bis du vertilgt bist, und wird dir nichts übriglassen vom Korn, Wein und Öl und vom Jungvieh deiner Rinder und Schafe, bis es dich umgebracht hat. 28,52 Es wird dich ängstigen in allen deinen Städten, bis es niedergeworfen hat deine hohen und festen Mauern, auf die du dich verläßt, in deinem ganzen Lande; und du wirst geängstigt werden in allen deinen Städten, in deinem ganzen Lande, das dir HASHEM gegeben hat. 28,53 Du wirst die Frucht deines Leibes, das Fleisch deiner Söhne und deiner Töchter, die dir HASHEM gegeben hat, essen in der Angst und Not, mit der dich dein Feind bedrängen wird. 28,54 Ein Mann unter euch, der zuvor verwöhnt und in Üppigkeit gelebt hat, wird seinem Bruder und der Frau in seinen Armen und dem Sohn, der noch übrig ist von seinen Söhnen, nichts gönnen 28,55 von dem Fleisch seiner Söhne, das er ißt, weil ihm nichts übrig geblieben ist von allem Gut in der Angst und Not, mit der dich dein Feind bedrängen wird in allen deinen Städten. 28,56 Eine Frau unter euch, die zuvor so verwöhnt und in Üppigkeit gelebt hat, daß sie nicht einmal versucht hat, ihre Fußsohle auf die Erde zu setzen, vor Verwöhnung und Wohlleben, die wird dem Mann in ihren Armen und ihrem Sohn und ihrer Tochter nicht gönnen 28,57 die Nachgeburt, die von ihr ausgegangen ist, und ihr Kind, das sie geboren hat; denn sie wird beides vor Mangel an allem heimlich essen in der Angst und Not, mit der dich dein Feind bedrängen wird in deinen Städten. 28,58 Wenn du nicht darauf hältst, daß du alle Worte dieses Gesetzes tust, die in diesem Buch geschrieben sind, und nicht fürchtest diesen herrlichen und gelobten Namen, HASHEM's 28,59 so wird HASHEM schrecklich mit dir umgehen und dich und deine Nachkommen schlagen mit großen und anhaltenden Plagen, mit bösen und anhaltenden Krankheiten. 28,60 Und er wird auch alle Seuchen Mitzrayims über dich bringen, vor denen du dich fürchtest, und sie werden dich nicht loslassen; 28,61 dazu wird HASHEM alle Krankheiten und alle Plagen, die nicht geschrieben sind in dem Buch dieses Gesetzes, über dich kommen lassen, bis du vertilgt bist. 28,62 Und nur wenige werden übrigbleiben von euch, die ihr zuvor zahlreich gewesen seid wie die Sterne am Himmel, weil du nicht gehorcht hast der Stimme HASHEM's. 28,63 Und wie sich HASHEM zuvor freute, euch Gutes zu tun und euch zu mehren, so wird er sich nun freuen, euch umzubringen und zu vertilgen, und ihr werdet herausgerissen werden aus dem Lande, in das du jetzt ziehst, es einzunehmen. 28,64 Denn HASHEM wird dich zerstreuen unter alle Völker von einem Ende der Erde bis ans andere, und du wirst dort andern Göttern dienen, die du nicht kennst noch deine Väter: Holz und Steinen. 28,65 Dazu wirst du unter jenen Völkern keine Ruhe haben, und deine Füße werden keine Ruhestatt finden. Denn HASHEM wird dir dort ein bebendes Herz geben und erlöschende Augen und eine verzagende Seele, 28,66 und dein Leben wird immerdar in Gefahr schweben; Nacht und Tag wirst du dich fürchten und deines Lebens nicht sicher sein. 28,67 Morgens wirst du sagen: Ach daß es Abend wäre! und abends wirst du sagen: Ach daß es Morgen wäre! vor Furcht deines Herzens, die dich schrecken wird, und vor dem, was du mit deinen Augen sehen wirst. 28,68 Und HASHEM wird dich mit Schiffen wieder nach Mitzrayim führen, auf dem Wege, von dem ich dir gesagt habe: Du sollst ihn nicht mehr sehen. Und ihr werdet dort euren Feinden als Knechte und Mägde verkauft werden, aber es wird kein Käufer dasein. 28,69 Dies sind die Worte des Bundes HASHEM's, die er dem Moshe geboten hat, mit Israel zu schließen im Lande Moab, neben dem Bund, den er mit ihnen geschlossen hatte am Horeb.

29. Kapitel

29,1 Und Moshe berief ganz Israel und sprach zu ihnen: Ihr habt alles gesehen, was HASHEM vor euren Augen in Mitzrayim dem Pharao und allen seinen Großen und seinem ganzen Lande getan hat, 29,2 die gewaltigen Proben seiner Macht, die deine Augen gesehen haben, die großen Zeichen und Wunder. 29,3 Und HASHEM hat euch bis auf diesen heutigen Tag noch nicht ein Herz gegeben, das verständig wäre, Augen, die da sähen, und Ohren, die da hörten. 29,4 Er hat euch vierzig Jahre in der Wüste wandern lassen. Eure Kleider sind euch nicht zerrissen, auch deine Schuhe nicht an deinen Füßen; 29,5 ihr habt kein Brot gegessen und keinen Wein getrunken und kein starkes Getränk, auf daß ihr erkennen solltet, daß ich HASHEM bin. 29,6 Und als ihr kamt an diesen Ort, zogen aus der König Sihon von Heschbon und der König Og von Baschan uns entgegen, mit uns zu kämpfen. Und wir haben sie geschlagena 29,7 und ihr Land eingenommen und zum Erbteil gegeben den Rubenitern und Gaditern und dem halben Stamm Manasse. 29,8 So haltet nun die Worte dieses Bundes und tut danach, auf daß ihr glücklich ausrichten könnt all euer Tun. 29,9 Ihr steht heute alle vor HASHEM, die Häupter eurer Stämme, eure Ältesten, eure Amtleute, jeder Mann in Israel, 29,10 eure Kinder, eure Frauen, dein Fremdling, der in deinem Lager ist, dein Holzhauer und dein Wasserschöpfer, 29,11 damit du tretest in den Bund HASHEM's, und unter den Eid HASHEM's dir heute auflegt, 29,12 daß er dich heute zum Volk für sich erhebe und er dein Schöpfer sei, wie er dir zugesagt hat und wie er deinen Vätern Abraham, Isaak und Jakob geschworen hat. 29,13 Denn ich schließe diesen Bund und diesen Eid nicht mit euch allein, 29,14 sondern mit euch, die ihr heute hier seid und mit uns steht vor HASHEM, wie auch mit denen, die heute nicht mit uns sind. 29,15 Denn ihr wißt, wie wir in Mitzrayimland gewohnt haben und mitten durch die Völker gezogen sind, durch deren Land ihr zogt. 29,16 Ihr saht ihre Greuel und ihre Götzen, die bei ihnen waren, Holz und Stein, Silber und Gold. 29,17 Laßt ja nicht einen Mann oder eine Frau, ein Geschlecht oder einen Stamm unter euch sein, dessen Herz sich heute abwendet von HASHEM, daß jemand hingehe und diene den Göttern dieser Völker. Laßt unter euch nicht eine Wurzel aufwachsen, die da Gift und Wermut hervorbringt. 29,18 Laßt niemand, der die Worte dieses Fluches hört, sich dennoch in seinem Herzen segnen und sprechen: Mir wird es wohlgehen, auch wenn ich wandle nach meinem verstockten Herzen -, damit nicht fortgerafft werde das wasserreiche mit dem dürren Land! 29,19 Einem solchen Mann wird HASHEM nicht gnädig sein, sondern sein Zorn und Eifer wird entbrennen gegen ihn, und es werden sich auf ihn legen alle Flüche, die in diesem Buch geschrieben sind, und seinen Namen wird HASHEM austilgen unter dem Himmel 29,20 und wird ihn zum Unglück absondern aus allen Stämmen Israels nach allen Flüchen des Bundes, der in dem Buch dieses Gesetzes geschrieben ist. 29,21 Dann werden sagen künftige Geschlechter, eure Kinder, die nach euch aufkommen, und die Fremden, die aus fernen Landen kommen, wenn sie die Plagen dieses Landes sehen und die Krankheiten, mit denen HASHEM es beladen hat 29,22 - all ihr Land hat er mit Schwefel und Salz verbrannt, daß es weder besät werden kann noch etwas wächst noch Kraut darin aufgeht, gleichwie Sodom und Gomorra, Adma und Zebojim zerstört sind, die HASHEM in seinem Zorn und Grimm zerstört hat -, 29,23 ja, alle Völker werden sagen: Warum hat HASHEM an diesem Lande so gehandelt? Was ist das für ein großer, grimmiger Zorn? 29,24 Dann wird man sagen: Darum, weil sie den Bund HASHEM's, den HASHEM ihrer Väter, verlassen haben, den er mit ihnen schloß, als er sie aus Mitzrayimland führte, 29,25 und sind hingegangen und haben andern Göttern gedient und sie angebetet, Götter, die sie nicht kennen und die er ihnen nicht zugewiesen hat, 29,26 darum ist HASHEM's Zorn entbrannt gegen dies Land, daß er über sie hat kommen lassen alle Flüche, die in diesem Buch geschrieben stehen. 29,27 Und HASHEM hat sie aus ihrem Lande gestoßen in großem Zorn, Grimm und ohne Erbarmen und hat sie in ein anderes Land geworfen, so wie es heute ist. 29,28 Was verborgen ist, ist HASHEM's; was aber offenbart ist, das gilt uns und unsern Kindern ewiglich, daß wir tun sollen alle Worte dieses Gesetzes.

30. Kapitel

30,1 Wenn nun dies alles über dich kommt, es sei der Segen oder der Fluch, die ich dir vorgelegt habe, und du es zu Herzen nimmst, wenn du unter den Heiden bist, unter die dich HASHEM verstoßen hat, 30,2 und du dich bekehrst zu HASHEM, daß du seiner Stimme gehorchst, du und deine Kinder, von ganzem Herzen und von ganzer Seele in allem, was ich dir heute gebiete, 30,3 so wird HASHEM deine Gefangenschaft wenden und sich deiner erbarmen und wird dich wieder sammeln aus allen Völkern, unter die dich HASHEM verstreut hat. 30,4 Wenn du bis ans Ende des Himmels verstoßen wärst, so wird dich doch HASHEM von dort sammeln und dich von dort holena 30,5 und wird dich in das Land bringen, das deine Väter besessen haben, und du wirst es einnehmen, und er wird dir Gutes tun und dich zahlreicher machen, als deine Väter waren. 30,6 Und HASHEM wird dein Herz beschneiden und das Herz deiner Nachkommen, damit du HASHEM liebst von ganzem Herzen und von ganzer Seele, auf daß du am Leben bleibst. 30,7 Aber alle diese Flüche wird HASHEM auf deine Feinde legen und auf die, die dich hassen und verfolgen. 30,8 Du aber wirst umkehren und der Stimme HASHEM's gehorchen, daß du tust alle seine Gebote, die ich dir heute gebiete. 30,9 Und HASHEM wird dir Glück geben zu allen Werken deiner Hände, zu der Frucht deines Leibes, zu den Jungtieren deines Viehs, zum Ertrag deines Ackers, daß dir's zugute komme. Denn HASHEM wird sich wieder über dich freuen, dir zugut, wie er sich über deine Väter gefreut hat, 30,10 weil du der Stimme HASHEM's, gehorchst und hältst seine Gebote und Rechte, die geschrieben stehen im Buch dieses Gesetzes, wenn du dich bekehrst zu HASHEM, von ganzem Herzen und von ganzer Seele. 30,11 Denn das Gebot, das ich dir heute gebiete, ist dir nicht zu hoch und nicht zu fern. 30,12 Es ist nicht im Himmel, daß du sagen müßtest: Wer will für uns in den Himmel fahren und es uns holen, daß wir's hören und tun? 30,13 Es ist auch nicht jenseits des Meeres, daß du sagen müßtest: Wer will für uns über das Meer fahren und es uns holen, daß wir's hören und tun? 30,14 Denn es ist das Wort ganz nahe bei dir, in deinem Munde und in deinem Herzen, daß du es tust. 30,15 Siehe, ich habe dir heute vorgelegt das Leben und das Gute, den Tod und das Böse. 30,16 Wenn du gehorchst den Geboten HASHEM's, die ich dir heute gebiete, daß du HASHEM liebst und wandelst in seinen Wegen und seine Gebote, Gesetze und Rechte hältst, so wirst du leben und dich mehren, und HASHEM wird dich segnen in dem Lande, in das du ziehst, es einzunehmen. 30,17 Wendet sich aber dein Herz und du gehorchst nicht, sondern läßt dich verführen, daß du andere Götter anbetest und ihnen dienst, 30,18 so verkünde ich euch heute, daß ihr umkommen und nicht lange in dem Lande bleiben werdet, in das du über den Jordan ziehst, es einzunehmen. 30,19 Ich nehme Himmel und Erde heute über euch zu Zeugen: Ich habe euch Leben und Tod, Segen und Fluch vorgelegt, damit du das Leben erwählst und am Leben bleibst, du und deine Nachkommen, 30,20 indem ihr HASHEM liebt und seiner Stimme gehorcht und ihm anhanget. Denn das bedeutet für dich, daß du lebst und alt wirst und wohnen bleibst in dem Lande, das HASHEM deinen Vätern Abraham, Isaak und Jakob geschworen hat, ihnen zu geben.

 
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