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Das Buch Yahchezkel

DAS BUCH EZEKIEL

11. Kapitel

11,1 Und der Geist hob mich empor und brachte mich zum Tor am Hause Haschem, das gegen Osten liegt. Und siehe, im Eingang des Tores waren fünfundzwanzig Männer, und ich sah unter ihnen die Obersten im Volk Yaasanyja, den Sohn Asurs, und Pelatyja, den Sohn Benayas.

11,2 Und er sprach zu mir: Menschenkind, das sind die Männer, die Unglück planen und schädlichen Rat geben in dieser Stadt;

11,3 denn sie sprechen: «Sind nicht vor kurzem die Häuser wieder aufgebaut worden? Die Stadt ist der Topf, wir sind das Fleisch.»

11,4 Darum sollst du, Menschenkind, gegen sie weissagen.

11,5 Und der Geist HaschemS fiel auf mich, und er sprach zu mir: Sage: So spricht Haschem: So habt ihr geredet, ihr vom Hause Israel; und eures Geistes Gedanken kenne ich wohl.

11,6 Ihr habt viele erschlagen in dieser Stadt, und ihre Gassen liegen voll Toter.

11,7 Darum spricht Haschem: Die ihr in der Stadt getötet habt, die sind das Fleisch, und sie ist der Topf; aber ihr müßt hinaus.

11,8 Das Schwert, das ihr fürchtet, das will ich über euch kommen lassen.

11,9 Ich will euch aus der Stadt hinaustreiben und Fremden in die Hand geben und will Gericht über euch halten.

11,10 Ihr sollt durchs Schwert fallen; an der Grenze Israels will ich euch richten; und ihr sollt erfahren, daß ich Haschem bin.

11,11 Die Stadt aber soll für euch nicht der Topf sein noch ihr das Fleisch darin, sondern an der Grenze Israels will ich euch richten.

11,12 Und ihr sollt erfahren, daß ich Haschem bin; denn ihr seid nach meinen Geboten nicht gewandelt und habt meine Ordnungen nicht gehalten, sondern habt gelebt nach den Ordnungen der Heiden, die um euch her sind. -

11,13 Und als ich noch so weissagte, starb Pelatya, der Sohn Benayas. Da fiel ich auf mein Angesicht und schrie mit lauter Stimme und sprach: Ach, Haschem, willst du dem Rest Israels ganz und gar ein Ende machen?

11,14 Da geschah HaschemS Wort zu mir:

11,15 Du Menschenkind, die Leute, die noch in Yahrushalayim wohnen, sagen von deinen Brüdern und Verwandten und dem ganzen Haus Israel: Sie sind ferne vom Haschem, aber uns ist das Land zum Eigentum gegeben.

11,16 Darum sage: So spricht Haschem: Ja, ich habe sie fern weg unter die Heiden vertrieben und in die Länder zerstreut und bin ihnen nur wenig zur Rettung geworden in den Ländern, in die sie gekommen sind.

11,17 Darum sage: So spricht Haschem: Ich will euch zusammenbringen aus den Völkern und will euch sammeln aus den Ländern, in die ihr zerstreut seid, und will euch das ganze Land Kanaan (vom Euphrat bis zum Nil) geben.

11,18 Dorthin sollen sie kommen und alle seine Götzen und Greuel daraus wegtun.

11,19 Und ich will ihnen ein anderes Herz geben und einen neuen Geist in sie geben und will das steinerne Herz wegnehmen aus ihrem Leibe und ihnen ein fleischernes Herz geben,

11,20 damit sie in meinen Geboten wandeln und meine Ordnungen halten und danach tun. Und sie sollen mein Volk sein, und ich will ihr Haschem sein.

11,21 Denen aber, die mit ihrem Herzen ihren Götzen und ihren Greueln nachwandeln, will ich ihr Tun auf ihren Kopf kommen lassen, spricht Haschem.

11,22 Da schwangen die Cherubim ihre Flügel, und die Räder gingen mit, und die Herrlichkeit HaschemS Israels war oben über ihnen.

11,23 Und die Herrlichkeit HaschemS erhob sich aus der Stadt und stellte sich auf den Berg, der im Osten vor der Stadt liegt.

11,24 Und der Geist hob mich empor und brachte mich nach Chaldäa zu den Weggeführten in einem Gesicht durch HaschemS. Und das Gesicht, das ich geschaut hatte, verschwand vor mir.

11,25 Und ich sagte den Weggeführten alle Worte HaschemS, die er mir in Gesichten gezeigt hatte.

12. Kapitel

12,1 Und HaschemS Wort geschah zu mir:

12,2 Du Menschenkind, du wohnst in einem Haus des Widerspruchs; sie haben wohl Augen, daß sie sehen könnten, und wollen nicht sehen, und Ohren, daß sie hören könnten, und wollen nicht hören; denn sie sind ein Haus des Widerspruchs.

12,3 Du aber, Menschenkind, pack dir Sachen wie für die Verbannung und zieh am hellen Tage fort vor ihren Augen. Von deinem Ort sollst du ziehen an einen andern Ort vor ihren Augen. Vielleicht merken sie es, denn sie sind ein Haus des Widerspruchs.

12,4 Du sollst deine Sachen am hellen Tage vor ihren Augen herausschaffen wie Gepäck für die Verbannung und am Abend hinausziehen vor ihren Augen, wie man zur Verbannung auszieht,

12,5 und du sollst dir vor ihren Augen ein Loch durch die Wand brechen und da hinausziehen,

12,6 und du sollst deine Schulter vor ihren Augen beladen und hinausziehen, wenn es dunkel wird! Dein Angesicht sollst du verhüllen, damit du das Land nicht siehst. Denn ich habe dich für das Haus Israel zum Wahrzeichen gesetzt.

12,7 Und ich tat, wie mir befohlen war, und trug mein Gepäck hinaus wie Gepäck für die Verbannung am hellen Tage, und am Abend brach ich mit der Hand ein Loch durch die Wand. Und als es dunkel wurde, belud ich meine Schulter und zog hinaus vor ihren Augen.

12,8 Und frühmorgens geschah HaschemS Wort zu mir:

12,9 Du Menschenkind, hat das Haus Israel, das Haus des Widerspruchs, nicht zu dir gesagt: Was machst du da?

12,10 Sage zu ihnen: So spricht Haschem: Diese Last trifft den Fürsten zu Yahrushalayim und das ganze Haus Israel, das dort wohnt.

12,11 Sprich: Ich bin euer Wahrzeichen; wie ich getan habe, so wird ihnen geschehen: fortziehen müssen sie und gefangen weggeführt werden.

12,12 Ihr Fürst wird seine Habe auf die Schulter laden, wenn es dunkel wird, und ein Loch durch die Wand brechen und da hinausziehen; sein Angesicht wird er verhüllen, daß er nicht mit seinen Augen das Land sehe.

12,13 Und ich will mein Netz über ihn werfen, daß er in meinem Garn gefangen werde, und will ihn nach Babel bringen in der Chaldäer Land, das er jedoch nicht sehen wird, und dort soll er sterben.

12,14 Und alle, die um ihn her sind, seine Helfer und seinen ganzen Anhang, will ich in alle Winde zerstreuen und das Schwert ziehen hinter ihnen her.

12,15 Dann sollen sie erfahren, daß ich Haschem bin, wenn ich sie unter die Heiden verstoße und in die Länder zerstreue.

12,16 Aber ich will von ihnen einige wenige übriglassen vor dem Schwert, dem Hunger und der Pest. Die sollen von all ihren Greueltaten erzählen unter den Heiden, zu denen sie kommen werden; und sie sollen erfahren, daß ich Haschem bin.

12,17 Und HaschemS Wort geschah zu mir:

12,18 Du Menschenkind, du sollst dein Brot essen mit Beben und dein Wasser trinken mit Zittern und Sorgen.

12,19 Und sage zum Volk des Landes: So spricht Haschem der zu den Einwohnern Yahrushalayims über das Land Israels: Sie müssen ihr Brot essen mit Sorgen und ihr Wasser trinken mit Schaudern; denn ihr Land soll wüst werden und leer von allem, was darin ist, um des Frevels willen all seiner Bewohner.

12,20 Und die Städte, die bewohnt sind, sollen verwüstet werden und das Land öde; und ihr werdet erfahren, daß ich Haschem bin.

12,21 Und HaschemS Wort geschah zu mir:

12,22 Du Menschenkind, was habt ihr da für ein Gerede im Lande Israels? Ihr sagt: «Es dauert so lange, und es wird nichts aus der Weissagung.»

12,23 Darum sage zu ihnen: So spricht Haschem: Ich will diesem Gerede ein Ende machen, daß man es nicht mehr im Munde führen soll in Israel. Sage vielmehr zu ihnen: Die Zeit ist nahe, und alles kommt, was geweissagt ist.

12,24 Denn es soll hinfort keine trügenden Gesichte und keine falsche Offenbarung mehr geben im Hause Israel.

12,25 Denn ich bin Haschem. Was ich rede, das soll geschehen und sich nicht lange hinausziehen, sondern in eurer Zeit, du Haus des Widerspruchs, rede ich ein Wort und tue es auch.

12,26 Und HaschemS Wort geschah zu mir:

12,27 Du Menschenkind, siehe, das Haus Israel spricht: Mit den Gesichten, die dieser schaut, dauert's noch lange, und er weissagt auf Zeiten, die noch ferne sind.

12,28 Darum sage ihnen: So spricht Haschem: Was ich rede, soll sich nicht lange hinausziehen, sondern es soll geschehen.

13. Kapitel

13,1 Und HaschemS Wort geschah zu mir:

13,2 Du Menschenkind, weissage gegen die Propheten Israels und sprich zu denen, die aus eigenem Antrieb heraus weissagen «Höret HaschemS Wort!»:

13,3 So spricht Haschem: Weh den törichten Propheten, die ihrem eigenen Geist folgen und haben doch keine Gesichte!

13,4 Oh Israel, deine Propheten sind wie die Füchse in den Trümmern!

13,5 Sie sind nicht in die Bresche getreten und haben sich nicht zur Mauer gemacht um das Haus Israel, damit es fest steht im Kampf am Tage HaschemS.

13,6 Ihre Gesichte sind nichtig, und ihr Wahrsagen ist Lüge. Sie sprechen: «Haschem hat's gesagt», und doch hat sie Haschem nicht gesandt, und sie warten darauf, daß er ihr Wort erfüllt.

13,7 Ist's nicht vielmehr so: Eure Gesichte sind nichtig, und euer Wahrsagen ist lauter Lüge? Und ihr sprecht doch: «Haschem hat's geredet», wo ich doch nichts geredet habe.

13,8 Darum spricht Haschem: Weil ihr Trug redet und Lügen wahrsagt, siehe, darum will ich an euch, spricht Haschem.

13,9 Und meine Hand soll über die Propheten kommen, die Trug reden und Lügen wahrsagen. Sie sollen in der Gemeinschaft meines Volks nicht bleiben und in das Buch des Hauses Israel nicht eingeschrieben werden und ins Land Israels nicht kommen - und ihr sollt erfahren, daß ich Haschem bin.

13,10 Weil sie mein Volk verführen und sagen: «Friede!», wo doch kein Friede ist, und weil sie, wenn das Volk sich eine Wand baut, sie mit Kalk übertünchen,

13,11 so sprich zu den Tünchern, die mit Kalk tünchen: «Die Wand wird einfallen!» Denn es wird ein Platzregen kommen und Hagel wie Steine fallen und ein Wirbelwind losbrechen.

13,12 Siehe, da wird die Wand einfallen. Was gilt's? Dann wird man zu euch sagen: Wo ist nun der Anstrich, den ihr darüber getüncht habt?

13,13 Darum spricht Haschem: Ich will einen Wirbelwind losbrechen lassen in meinem Grimm und einen Platzregen in meinem Zorn und Hagel wie Steine in vernichtendem Grimm.

13,14 So will ich die Wand niederreißen, die ihr mit Kalk übertüncht habt, und will sie zu Boden stoßen, daß man ihren Grund sehen soll. Wenn sie fällt, sollt ihr auch darin umkommen. Und ihr sollt erfahren, daß ich Haschem bin.

13,15 Und ich will meinen ganzen Grimm an der Wand auslassen und an denen, die sie mit Kalk übertüncht haben, und will zu euch sagen: Hier ist weder Wand noch Tüncher -

13,16 das sind die Propheten Israels, die Yahrushalayim wahrsagen und predigen «Friede!», wo doch kein Friede ist, spricht Haschem.

13,17 Und du, Menschenkind, richte dein Angesicht gegen die Töchter deines Volks, die aus eigenem Antrieb als Prophetinnen auftreten, und weissage gegen sie

13,18 und sprich: So spricht Haschem: Weh euch, die ihr Binden näht für alle Handgelenke und Hüllen für die Köpfe der Jungen und Alten, um Seelen damit zu fangen! Wollt ihr Seelen fangen in meinem Volk und Seelen für euch am Leben erhalten?

13,19 Ihr entweiht mich bei meinem Volk für eine Handvoll Gerste und einen Bissen Brot, dadurch daß ihr Seelen tötet, die nicht sterben sollten, und Seelen am Leben erhaltet, die nicht leben sollten, durch euer Lügen unter meinem Volk, das so gern Lügen hört.

13,20 Darum spricht Haschem: Siehe, ich will über eure Binden kommen, mit denen ihr die Seelen fangt, und will sie von euren Armen reißen und die Seelen, die ihr gefangen habt, befreien.

13,21 Und ich will eure Hüllen wegreißen und mein Volk aus eurer Hand erretten, daß ihr sie nicht mehr fangen könnt. Und ihr sollt erfahren, daß ich Haschem bin.

13,22 Weil ihr das Herz der Gerechten betrübt habt, die ich nicht betrübt habe, und die Hände der Menschen die meinen Namen YAH leugnen gestärkt habt, damit sie sich von ihrem bösen Wandel nicht bekehren, um ihr Leben zu retten:

13,23 darum sollt ihr nicht mehr Trug predigen und wahrsagen, sondern ich will mein Volk aus euren Händen erretten, und ihr sollt erfahren, daß ich Haschem bin.

14. Kapitel

14,1 Und es kamen einige von den Ältesten Israels zu mir und setzten sich vor mir nieder.

14,2 Da geschah HaschemS Wort zu mir:

14,3 Du Menschenkind, diese Leute hängen mit ihrem Herzen an ihren Elohim (Götzen-Baal) und haben mit Freuden vor Augen, was sie schuldig werden läßt - sollte ich mich wirklich von ihnen befragen lassen?

14,4 Darum rede mit ihnen und sage zu ihnen: So spricht Haschem: Jedem vom Hause Israel, der mit seinem Herzen an seinen Elohim (Götzen-Baal-Jesus) hängt und mit Freuden vor Augen hat, was ihn schuldig werden läßt, und dann zum Propheten kommt, dem will ich, Haschem, antworten, wie er's verdient hat mit seinen vielen Elohims (Götzen-Baal-Jesus),

14,5 damit ich so dem Hause Israels ans Herz greife, weil sie von mir gewichen sind mit all ihren Götzen.

14,6 Darum sollst du zum Hause Israel sagen: So spricht Haschem: Kehrt um und wendet euch ab von euren Götzen und wendet euer Angesicht von allen euren Greueln.

14,7 Denn jedem vom Hause Israel oder von den Fremdlingen in Israel, der von mir weicht und mit seinem Herzen an seinen Götzen hängt und mit Freuden vor Augen hat, was ihn schuldig werden läßt, und der dann zum Propheten kommt, um durch ihn mich zu befragen, dem will ich, Haschem, selbst antworten.

14,8 Ich will mein Angesicht gegen ihn richten und ihn zum Zeichen und Sprichwort machen und will ihn aus meinem Volk ausrotten. So sollt ihr erfahren, daß ich Haschem bin.

14,9 Wenn aber ein Prophet sich betören läßt, etwas zu verkünden, so habe ich, Haschem, diesen Propheten betört und will meine Hand gegen ihn ausstrecken und ihn aus meinem Volk Israel ausrotten.

14,10 So sollen sie beide ihre Schuld tragen: wie die Schuld des Befragenden, so soll auch die Schuld des Propheten sein,

14,11 damit das Haus Israel nicht mehr von mir abirrt und sich nicht mehr unrein macht durch alle seine Übertretungen; sondern sie sollen mein Volk sein, und ich will ihr Haschem sein.

14,12 Und HaschemS Wort geschah zu mir:

14,13 Du Menschenkind, wenn ein Land an mir sündigt und Treubruch begeht und wenn ich meine Hand dagegen ausstrecke und den Vorrat an Brot ihm wegnehme und Hungersnot ins Land schicke, um Menschen und Vieh darin auszurotten,

14,14 und wenn dann diese drei Männer im Lande wären, Noah, Daniel und Hiob, so würden sie durch ihre Gerechtigkeit allein ihr Leben retten, spricht Haschem.

14,15 Und wenn ich wilde Tiere ins Land bringen würde, die Leute ausrotteten und das Land zur Einöde machten, so daß niemand mehr hindurchziehen könnte vor wilden Tieren,

14,16 und diese drei Männer wären auch darin - so wahr ich lebe, spricht Haschem: sie würden weder Söhne noch Töchter retten, sondern allein sich selbst, und das Land müßte öde werden.

14,17 Oder wenn ich das Schwert kommen ließe über dies Land und sprechen würde: Schwert, fahre durchs Land! und würde Menschen und Vieh ausrotten,

14,18 und diese 3 Männer wären darin - so wahr ich lebe, spricht Haschem: sie würden weder Söhne noch Töchter retten, sondern sie allein würden errettet werden.

14,19 Oder wenn ich die Pest in dies Land schicken und meinen Grimm darüber ausschütten würde mit Blutvergießen, um Menschen und Vieh darin auszurotten,

14,20 und Noah, Daniel und Hiob wären darin - so wahr ich lebe, spricht Haschem: sie würden durch ihre Gerechtigkeit weder Söhne noch Töchter retten, sondern allein ihr eigenes Leben.

14,21 Denn so spricht Haschem: Wenn ich meine vier schweren Strafen, Schwert, Hunger, wilde Tiere und Pest, über Yahrushalayim schicken werde, um darin auszurotten Menschen und Vieh,

14,22 siehe, so sollen einige übrigbleiben und davonkommen, die Söhne und Töchter herausbringen werden. Die sollen zu euch kommen, und ihr werdet ihren Wandel und ihre Taten sehen und euch trösten über das Unglück, das ich über Yahrushalayim habe kommen lassen, und über all das andre, das ich über die Stadt habe kommen lassen.

14,23 Sie werden euer Trost sein, wenn ihr sehen werdet ihren Wandel und ihre Taten, und ihr werdet erfahren, daß ich nicht ohne Grund getan habe, was ich an Yahrushalayim getan habe, spricht Haschem.

15. Kapitel

15,1 Und HaschemS Wort geschah zu mir:

15,2 Du Menschenkind, was hat das Holz des Weinstocks voraus vor andern Holz, das Rebholz, das im Gehölz wächst?

15,3 Nimmt man es denn und macht etwas daraus? Macht man auch nur einen Pflock daraus, an den man etwas hängen kann?

15,4 Siehe, man wirft's ins Feuer, daß es verzehrt wird. Wenn das Feuer seine beiden Enden verzehrt hat und die Mitte versengt ist, wozu sollte es dann noch taugen?

15,5 Siehe, als es noch unversehrt war, konnte man nichts daraus machen; wie viel weniger kann dann noch daraus gemacht werden, wenn es das Feuer verzehrt und versengt hat!

15,6 Darum spricht Haschem: Wie ich das Holz des Weinstocks, das im Gehölz wächst, dem Feuer zu verzehren gebe, so will ich auch die Einwohner Yahrushalayims dahingeben

15,7 und will mein Angesicht gegen sie richten: Sie sind dem Feuer entgangen, aber das Feuer soll sie doch fressen! Und ihr sollt erfahren, daß ich Haschem bin, wenn ich mein Angesicht gegen sie richte

15,8 und das Land zur Wüstenei mache, weil sie die Treue gebrochen haben, spricht Haschem.

16. Kapitel

16,1 Und HaschemS Wort geschah zu mir:

16,2 Du Menschenkind, tu kund der Stadt Yahrushalayim ihre Greuel

16,3 und sprich: So spricht Haschem zu Yahrushalayim: Nach Geschlecht und Geburt bist du aus dem Lande der Kanaaniter, dein Vater war ein Amoriter, deine Mutter eine Hetiterin.

16,4 Bei deiner Geburt war es so. Am Tag, als du geboren wurdest, wurde deine Nabelschnur nicht abgeschnitten; auch hat man dich nicht mit Wasser gebadet, damit du sauber würdest, dich nicht mit Salz abgerieben und nicht in Windeln gewickelt.

16,5 Denn niemand sah mitleidig auf dich und erbarmte sich, daß er etwas von all dem an dir getan hätte, sondern du wurdest aufs Feld geworfen. So verachtet war dein Leben, als du geboren wurdest.

16,6 Ich aber ging an dir vorüber und sah dich in deinem Blut liegen und sprach zu dir, als du so in deinem Blut dalagst: Du sollst leben! Ja, zu dir sprach ich, als du so in deinem Blut dalagst: Du sollst leben

16,7 und heranwachsen; wie ein Gewächs auf dem Felde machte ich dich. Und du wuchsest heran und wurdest groß und schön. Deine Brüste wuchsen, und du bekamst lange Haare; aber du warst noch nackt und bloß.

16,8 Und ich ging an dir vorüber und sah dich an, und siehe, es war die Zeit, um dich zu werben. Da breitete ich meinen Mantel über dich und bedeckte deine Blöße. Und ich schwor dir's und schloß mit dir einen Bund, spricht Haschem, daß du solltest mein sein.

16,9 Und ich badete dich mit Wasser und wusch dich von deinem Blut und salbte dich mit Öl

16,10 und kleidete dich mit bunten Kleidern und zog dir Schuhe von feinem Leder an. Ich gab dir einen Kopfbund aus kostbarer Leinwand und hüllte dich in seidene Schleier

16,11 und schmückte dich mit Kleinoden und legte dir Spangen an deine Arme und eine Kette um deinen Hals

16,12 und gab dir einen Ring an deine Nase und Ohrringe an deine Ohren und eine schöne Krone auf dein Haupt.

16,13 So warst du geschmückt mit Gold und Silber und gekleidet mit kostbarer Leinwand, Seide und bunten Kleidern. Du aßest feinstes Mehl, Honig und Öl und wurdest überaus schön und kamst zu königlichen Ehren.

16,14 Und dein Ruhm erscholl unter den Völkern deiner Schönheit wegen, die vollkommen war durch den Schmuck, den ich dir angelegt hatte, spricht Haschem.

16,15 Aber du verließest dich auf deine Schönheit. Und weil du so gerühmt wurdest, triebst du Hurerei und botest dich jedem an, der vorüberging, und warst ihm zu Willen.

16,16 Du nahmst von deinen Kleidern und machtest dir bunte Opferhöhen daraus und triebst dort deine Hurerei, wie es nie geschehen ist noch geschehen wird.

16,17 Du nahmst auch dein schönes Geschmeide, das ich dir von meinem Gold und Silber gegeben hatte, und machtest dir Götzenbilder daraus und triebst deine Hurerei mit ihnen.

16,18 Und du nahmst deine bunten Kleider und bedecktest sie damit, und mein Öl und Räucherwerk legtest du ihnen vor.

16,19 Meine Speise, die ich dir zu essen gab, feinstes Mehl, Öl und Honig, legtest du ihnen vor zum lieblichen Geruch. Ja, es kam dahin, spricht Haschem,

16,20 daß du deine Söhne und Töchter nahmst, die du mir geboren hattest, und opfertest sie ihnen zum Fraß. War es denn noch nicht genug mit deiner Hurerei,

16,21 daß du meine Kinder schlachtetest und ließest sie für die Götzen verbrennen?

16,22 Und bei all deinen Greueln und deiner Hurerei hast du nie gedacht an die Zeit deiner Jugend, wie du bloß und nackt warst und in deinem Blute lagst.

16,23 Und nach all diesen deinen Übeltaten - oh weh, weh dir! spricht Haschem -

16,24 bautest du dir einen Hurenaltar und machtest dir ein Lager darauf an allen Plätzen.

16,25 An jeder Straßenecke bautest du dein Hurenlager und machtest deine Schönheit zum Abscheu. Du spreiztest deine Beine für alle, die vorübergingen, und triebst viel Hurerei.

16,26 Zuerst triebst du Hurerei mit den Ägyptern, deinen Nachbarn voller Geilheit, und triebst viel Hurerei, um mich zu reizen.

16,27 Ich aber streckte meine Hand aus gegen dich und entzog dir einen Teil meiner Gaben und gab dich preis der Willkür deiner Feinde, der Töchter der Philister, die sich schämten über dein schamloses Treiben.

16,28 Danach triebst du Hurerei mit den Assyrern, weil du nicht satt geworden warst; du triebst mit ihnen Hurerei und wurdest auch hier nicht satt.

16,29 Da triebst du noch mehr Hurerei mit dem Krämerland Chaldäa; doch auch da wurdest du nicht satt.

16,30 Wie fieberte doch dein Herz, spricht Haschem, daß du alle diese Werke einer großen Erzhure tatest:

16,31 daß du deinen Hurenaltar bautest an allen Straßenecken und dir ein Hurenlager machtest auf allen Plätzen! Dazu warst du nicht wie sonst eine Hure; denn du hast ja Geld dafür verschmäht.

16,32 Du Ehebrecherin, die du dir Fremde anstelle deines Mannes nimmst!

16,33 Allen andern Huren gibt man Geld; du aber gibst allen deinen Liebhabern noch Geld dazu und kaufst sie, damit sie von überall her zu dir kommen und mit dir Hurerei treiben.

16,34 So ist es bei dir mit deiner Hurerei umgekehrt wie bei andern Weibern, weil man dir nicht nachläuft und dir nicht Geld gibt, sondern du noch Geld dazugibst; bei dir ist es also umgekehrt.

16,35 Darum, du Hure, höre HaschemS Wort!

16,36 So spricht Haschem: Weil du bei deiner Hurerei deine Scham entblößtest und deine Blöße vor deinen Liebhabern aufdecktest, und wegen all deiner greulichen Götzen und wegen des Blutes deiner Kinder, die du ihnen geopfert hast:

16,37 Darum, siehe, ich will sammeln alle deine Liebhaber, denen du gefallen hast, alle, die du geliebt, samt allen, die du nicht geliebt hast, und will sie gegen dich versammeln von überall her und will ihnen deine Blöße aufdecken, daß sie deine ganze Blöße sehen sollen.

16,38 Und ich will dich richten, wie man Ehebrecherinnen und Mörderinnen richtet; ich lasse Grimm und Eifer über dich kommen.

16,39 Und ich will dich in ihre Hände geben, daß sie deinen Hurenaltar abbrechen und dein Lager einreißen und dir deine Kleider ausziehen und dein schönes Geschmeide dir nehmen und dich nackt und bloß liegen lassen.

16,40 Und sie sollen eine Versammlung gegen dich einberufen und dich steinigen und mit ihren Schwertern zerhauen

16,41 und deine Häuser mit Feuer verbrennen und an dir das Gericht vollstrecken vor den Augen vieler Frauen. So will ich deiner Hurerei ein Ende machen, und auch Geld sollst du nicht mehr dafür geben.

16,42 Dann kommt mein Grimm gegen dich zum Ziel, und mein Eifer läßt von dir ab, so daß ich Ruhe habe und nicht mehr zürnen muß.

16,43 Weil du nicht gedacht hast an die Zeit deiner Jugend, sondern mich mit all dem zum Zorn gereizt hast, darum will ich auch all dein Tun auf deinen Kopf kommen lassen, spricht Haschem. Hast du nicht Unzucht getrieben zu all deinen Greueltaten hinzu?

16,44 Siehe, wer gern in Sprichwörtern redet, wird von dir dies Sprichwort sagen: «Wie die Mutter, so die Tochter.»

16,45 Du bist die Tochter deiner Mutter, die ihren Mann und ihre Kinder von sich stieß, und bist die Schwester deiner Schwestern, die ihre Männer und Kinder von sich stießen. Eure Mutter war eine von den Hetitern und euer Vater ein Amoriter.

16,46 Deine große Schwester ist Samaria mit ihren Töchtern, die dir zur Linken wohnt, und deine kleine Schwester ist Sodom mit ihren Töchtern, die zu deiner Rechten wohnt.

16,47 Es war dir nicht genug, in ihren Wegen zu gehen und nach ihren Greueln zu tun; du hast es noch ärger getrieben als sie in all deinem Tun.

16,48 So wahr ich lebe, spricht Haschem: Sodom, deine Schwester, samt ihren Töchtern hat's nicht so getrieben wie du und deine Töchter.

16,49 Siehe, das war die Schuld deiner Schwester Sodom: Hoffart und alles in Fülle und sichere Ruhe hatte sie mit ihren Töchtern; aber dem Armen und Elenden halfen sie nicht,

16,50 sondern waren stolz und taten Greuel vor mir. Darum habe ich sie auch hinweggetan, wie du gesehen hast.

16,51 So hat auch Samaria nicht die Hälfte deiner Sünden getan, sondern du hast so viel mehr Greuel getan als sie, daß deine Schwester gerecht dasteht gegenüber all den Greueln, die du getan hast.

16,52 So trag du nun auch deine Schande, weil du an die Stelle deiner Schwester getreten bist durch deine Sünden, mit denen du größere Greuel getan hast als sie; sie steht gerechter da als du. So schäme du dich nun auch und trag deine Schande, während deine Schwester gerecht dasteht.

16,53 Ich will aber ihr Geschick wenden, nämlich das Geschick Sodoms und ihrer Töchter und das Geschick Samarias und ihrer Töchter und auch dein Geschick in ihrer Mitte,

16,54 daß du deine Schande tragen mußt und dich über all das schämst, was du getan hast, ihnen zum Trost.

16,55 Und deine Schwestern, Sodom und ihre Töchter, sollen wieder werden, wie sie zuvor gewesen sind, und Samaria und ihre Töchter sollen wieder werden, wie sie zuvor gewesen sind; und auch du und deine Töchter sollen wieder werden, wie ihr zuvor gewesen seid.

16,56 Und doch nahmst du den Namen Sodoms, deiner Schwester, nicht in den Mund zur Zeit deines Hochmuts,

16,57 als deine Blöße noch nicht aufgedeckt war wie zur Zeit, als dich die Töchter Edoms und die Töchter der Philister überall schmähten und dich ringsumher verachteten.

16,58 Deine Schandtat und deine Greuel - die mußt du tragen, spricht Haschem.

16,59 Denn so spricht Haschem: Ich will dir tun, wie du getan hast, als du den Eid verachtet und den Bund gebrochen hast.

16,60 Ich will aber gedenken an meinen Bund, den ich mit dir geschlossen habe zur Zeit deiner Jugend, und will mit dir einen ewigen Bund aufrichten.

16,61 Dann wirst du an deine Wege denken und dich schämen, wenn ich deine großen und kleinen Schwestern nehmen und sie dir zu Töchtern geben werde, aber nicht um deines Bundes willen.

16,62 Und ich will meinen Bund mit dir aufrichten, so daß du erfahren sollst, daß ich Haschem bin,

16,63 damit du daran denkst und dich schämst und vor Scham deinen Mund nicht mehr aufzutun wagst, wenn ich dir alles vergeben werde, was du getan hast, spricht Haschem.

17. Kapitel

17,1 Und HaschemS Wort geschah zu mir:

17,2 Du Menschenkind, lege dem Hause Israel ein Rätsel vor und ein Gleichnis

17,3 und sprich: So spricht Haschem: Ein großer Adler mit großen Flügeln und langen Fittichen und vollen Schwingen, die bunt waren, kam auf den Libanon und nahm hinweg den Wipfel einer Zeder

17,4 und brach die Spitze ab und führte sie ins Krämerland und setzte sie in die Händlerstadt.

17,5 Dann nahm er ein Gewächs des Landes und pflanzte es in gutes Land, wo viel Wasser war, und setzte es am Ufer ein.

17,6 Und es wuchs und wurde ein ausgebreiteter Weinstock mit niedrigem Stamm; denn seine Ranken bogen sich zu ihm, und seine Wurzeln blieben unter ihm; und so wurde es ein Weinstock, der Schößlinge hervortrieb und Zweige.

17,7 Da kam ein anderer großer Adler mit großen Flügeln und starken Schwingen. Und siehe, der Weinstock bog seine Wurzeln zu diesem Adler hin und streckte seine Ranken ihm entgegen; der Adler sollte ihm mehr Wasser geben als das Beet, in das er gepflanzt war.

17,8 Und er war doch auf guten Boden an viel Wasser gepflanzt, so daß er wohl hätte Zweige bringen können, Früchte tragen und ein herrlicher Weinstock werden.

17,9 So sage nun: So spricht Haschem: Sollte der geraten? Wird man nicht seine Wurzeln ausreißen, daß seine Früchte verderben? Und er wird verdorren; alle Blätter, die ihm gewachsen sind, werden verwelken. Ohne große Kraft und ohne viel Volk wird man ihn mit seinen Wurzeln ausreißen.

17,10 Siehe, er ist zwar gepflanzt; aber sollte er geraten? Sobald der Ostwind über ihn kommt, wird er verdorren auf dem Beet, auf dem er gewachsen ist.

17,11 Und HaschemS Wort geschah zu mir:

17,12 Sprich doch zu dem Haus des Widerspruchs: Wißt ihr nicht, was damit gemeint ist? Und sprich: Siehe, es kam der König von Babel nach Yahrushalayim und nahm seinen König und seine Oberen und führte sie weg zu sich nach Babel.

17,13 Und er nahm einen vom königlichen Geschlecht und schloß einen Bund mit ihm und nahm einen Eid von ihm; aber die Gewaltigen im Lande führte er fort,

17,14 damit das Königtum niedrig bliebe und sich nicht erheben könnte, sondern sein Bund gehalten würde und bestünde.

17,15 Aber er fiel von ihm ab und sandte seine Boten nach Mitzrayim, daß man ihm Rosse und viel Kriegsvolk schicken sollte. Sollte es ihm gelingen? Sollte er davonkommen, wenn er das tut? Sollte er, der den Bund bricht, davonkommen?

17,16 So wahr ich lebe, spricht Haschem: an dem Ort des Königs, der ihn als König eingesetzt hat, dessen Eid er verachtet und dessen Bund er gebrochen hat, da soll er sterben, mitten in Babel.

17,17 Auch wird ihm der Pharao nicht beistehen im Kriege mit einem großen Heer und viel Volk, wenn man zum Sturm den Wall aufwerfen und die Bollwerke bauen wird, so daß viele umkommen.

17,18 Denn weil er den Eid verachtet und den Bund gebrochen hat, weil er seine Hand darauf gegeben und doch dies alles getan hat, wird er nicht davonkommen.

17,19 Darum spricht Haschem: So wahr ich lebe, will ich meinen Eid, den er verachtet hat, und meinen Bund, den er gebrochen hat, auf seinen Kopf kommen lassen.

17,20 Ich will mein Netz über ihn werfen, und er soll in meinem Garn gefangen werden, und ich will ihn nach Babel bringen und will dort mit ihm ins Gericht gehen, weil er mir die Treue gebrochen hat.

17,21 Und alle Auserlesenen von seiner ganzen Streitmacht sollen durchs Schwert fallen, und alle, die übriggeblieben sind, sollen in alle Winde zerstreut werden, und ihr sollt erfahren, daß ich, Haschem, es geredet habe.

17,22 So spricht Haschem: Dann will ich selbst von dem Wipfel der Zeder die Spitze wegnehmen und ihr einen Platz geben; ich will oben von ihren Zweigen ein zartes Reis brechen und will's auf einen hohen und erhabenen Berg pflanzen.

17,23 Auf den hohen Berg Israels will ich's pflanzen, daß es Zweige gewinnt und Früchte bringt und ein herrlicher Zedernbaum wird, so daß Vögel aller Art in ihm wohnen und alles, was fliegt, im Schatten seiner Zweige bleiben kann.

17,24 Und alle Bäume auf dem Felde sollen erkennen, daß ich Haschem bin: Ich erniedrige den hohen Baum und erhöhe den niedrigen; ich lasse den grünen Baum verdorren, und den dürren Baum lasse ich grünen. Ich, Haschem, rede es und tue es auch.

18. Kapitel

18,1 Und HaschemS Wort geschah zu mir:

18,2 Was habt ihr unter euch im Lande Israels für ein Sprichwort: «Die Väter haben saure Trauben gegessen, aber den Kindern sind die Zähne davon stumpf geworden»?

18,3 So wahr ich lebe, spricht Haschem: dies Sprichwort soll nicht mehr unter euch umgehen in Israel.

18,4 Denn siehe, alle Menschen gehören mir; die Väter gehören mir so gut wie die Söhne; jeder, der sündigt, soll sterben.

18,5 Wenn nun einer gerecht ist und Recht und Gerechtigkeit übt,

18,6 der von den Höhenopfern nicht ißt und seine Augen nicht aufhebt zu den Götzen des Hauses Israel, der seines Nächsten Weib nicht befleckt und nicht liegt bei einer Frau in ihrer Unreinheit,

18,7 der niemand bedrückt, der dem Schuldner sein Pfand zurückgibt und niemand etwas mit Gewalt nimmt, der mit dem Hungrigen sein Brot teilt und den Nackten kleidet,

18,8 der nicht auf Zinsen gibt und keinen Aufschlag nimmt, der seine Hand von Unrecht zurückhält und rechtes Urteil fällt unter den Leuten,

18,9 der nach meinen Gesetzen lebt und meine Gebote hält, daß er danach tut: das ist ein Gerechter, der soll das Leben behalten, spricht Haschem.

18,10 Wenn er aber einen gewalttätigen Sohn zeugt, der Blut vergießt oder eine dieser Sünden tut,

18,11 während der Vater all das nicht getan hat: wenn er von den Höhenopfern ißt und seines Nächsten Weib befleckt,

18,12 die Armen und Elenden bedrückt, mit Gewalt etwas nimmt, das Pfand nicht zurückgibt, seine Augen zu den Götzen aufhebt und Greuel begeht,

18,13 auf Zinsen gibt und einen Aufschlag nimmt - sollte der am Leben bleiben? Er soll nicht leben, sondern weil er alle diese Greuel getan hat, soll er des Todes sterben; seine Blutschuld komme über ihn.

18,14 Wenn der dann aber einen Sohn zeugt, der alle diese Sünden sieht, die sein Vater tut - wenn er sie sieht und doch nicht so handelt,

18,15 nicht von den Höhenopfern ißt, seine Augen nicht aufhebt zu den Götzen des Hauses Israel, nicht seines Nächsten Weib befleckt,

18,16 niemand bedrückt, kein Pfand fordert, nichts mit Gewalt nimmt, sein Brot mit dem Hungrigen teilt und den Nackten kleidet,

18,17 seine Hand von Unrecht zurückhält, nicht Zinsen noch Aufschlag nimmt, sondern meine Gebote hält und nach meinen Gesetzen lebt: der soll nicht sterben um der Schuld seines Vaters willen, sondern soll am Leben bleiben.

18,18 Aber sein Vater, der Gewalt und Unrecht geübt und unter seinem Volk getan hat, was nicht taugt, siehe, der soll sterben um seiner Schuld willen.

18,19 Doch ihr sagt: «Warum soll denn ein Sohn nicht die Schuld seines Vaters tragen?» Weil der Sohn Recht und Gerechtigkeit geübt und alle meine Gesetze gehalten und danach getan hat, soll er am Leben bleiben.

18,20 Denn nur wer sündigt, der soll sterben. Der Sohn soll nicht tragen die Schuld des Vaters, und der Vater soll nicht tragen die Schuld des Sohnes, sondern die Gerechtigkeit des Gerechten soll ihm allein zugute kommen, und die Ungerechtigkeit des Ungerechten soll auf ihm allein liegen.

18,21 Wenn sich aber der meinen Namen YAH leugnet bekehrt von allen seinen Sünden, die er getan hat, und hält alle meine Gesetze und übt Recht und Gerechtigkeit, so soll er am Leben bleiben und nicht sterben.

18,22 Es soll an alle seine Übertretungen, die er begangen hat, nicht gedacht werden, sondern er soll am Leben bleiben um der Gerechtigkeit willen, die er getan hat.

18,23 Meinst du, daß ich Gefallen habe am Tode der Menschen die meinen Namen  YAH leugnen spricht Haschem, und nicht vielmehr daran, daß er sich bekehrt von seinen Wegen und am Leben bleibt?

18,24 Und wenn sich der Gerechte abkehrt von seiner Gerechtigkeit und tut Unrecht und lebt nach allen Greueln, die der Torahlose tut, sollte der am Leben bleiben? An alle seine Gerechtigkeit, die er getan hat, soll nicht gedacht werden, sondern in seiner Übertretung und Sünde, die er getan hat, soll er sterben.

18,25 Und doch sagt ihr: «Haschem handelt nicht recht.» So höret nun, ihr vom Hause Israel: Handle denn ich unrecht? Ist's nicht vielmehr so, daß ihr unrecht handelt?

18,26 Denn wenn der Gerechte sich abkehrt von seiner Gerechtigkeit und tut Unrecht, so muß er sterben; um seines Unrechts willen, das er getan hat, muß er sterben.

18,27 Wenn sich dagegen der Ungerechte abkehrt von seiner Ungerechtigkeit, die er getan hat, und übt nun Recht und Gerechtigkeit, der wird sein Leben erhalten.

18,28 Denn weil er es gesehen und sich bekehrt hat von allen seinen Übertretungen, die er begangen hat, so soll er leben und nicht sterben.

18,29 Und doch sprechen die vom Hause Israel: «Haschem handelt nicht recht.» Sollte ich unrecht handeln, Haus Israel? Ist es nicht vielmehr so, daß ihr unrecht handelt?

18,30 Darum will ich euch richten, ihr vom Hause Israel, einen jeden nach seinem Weg, spricht Haschem. Kehrt um und kehrt euch ab von allen euren Übertretungen, damit ihr nicht durch sie in Schuld fallt.

18,31 Werft von euch alle eure Übertretungen, die ihr begangen habt, und macht euch ein neues Herz und einen neuen Geist. Denn warum wollt ihr sterben, ihr vom Haus Israel?

18,32 Denn ich habe kein Gefallen am Tod des Sterbenden, spricht Haschem. Darum bekehrt euch zu MIR, so werdet ihr leben.

19. Kapitel

19,1 Und du, stimm ein Klagelied an über die Fürsten Israels

19,2 und sprich: Welch eine Löwin war deine Mutter! Unter Löwen lagerte sie, unter jungen Löwen zog sie ihre Jungen auf.

19,3 Und eins ihrer Jungen zog sie groß, und es wurde ein junger Löwe daraus; der lernte, Tiere zu reißen, ja, Menschen fraß er.

19,4 Da boten sie Völker gegen ihn auf, fingen ihn in ihrer Grube und führten ihn in Ketten nach Mitzrayim.

19,5 Als nun die Mutter sah, daß ihre Hoffnung verloren war, nachdem sie lange gehofft hatte, nahm sie ein andres von ihren Jungen und machte einen jungen Löwen daraus.

19,6 Der lebte unter den Löwen, wurde ein junger Löwe und lernte Tiere zu reißen, ja, Menschen fraß er.

19,7 Er zerstörte ihre Burgen und verwüstete ihre Städte, daß das Land und was darin war vor seinem lauten Brüllen sich entsetzte.

19,8 Da stellten sie Völker aus allen Ländern ringsumher gegen ihn auf und warfen ihr Netz über ihn und fingen ihn in ihrer Grube

19,9 und stießen ihn gefesselt in einen Käfig und führten ihn zum König von Babel; und man brachte ihn in Gewahrsam, damit seine Stimme nicht mehr gehört würde auf den Bergen Israels.

19,10 Deine Mutter war wie ein Weinstock im Weingarten, am Wasser gepflanzt; fruchtbar und voller Ranken war er von dem vielen Wasser;

19,11 seine Ranken wurden so stark, daß sie zu Zeptern taugten; sein Wuchs wurde hoch bis an die Wolken, und man sah, daß er so hoch war und so viele Ranken hatte.

19,12 Aber er wurde im Grimm ausgerissen und zu Boden geworfen. Der Ostwind ließ seine Frucht verdorren, und seine starken Ranken wurden zerbrochen, daß sie verdorrten und verbrannt wurden.

19,13 Nun ist er gepflanzt in eine Wüste, in ein dürres, durstiges Land,

19,14 und ein Feuer ging aus von seinen starken Ranken; das verzehrte seine Frucht. Es blieb an ihm keine starke Ranke mehr für ein Zepter. Das ist ein Klagelied; zum Klagelied ist es geworden.

20. Kapitel

20,1 Und es begab sich im siebenten Jahr am zehnten Tage des fünften Monats, da kamen einige von den Ältesten Israels, Haschem zu befragen, und setzten sich vor mir nieder.

20,2 Da geschah HaschemS Wort zu mir:

20,3 Du Menschenkind, sage den Ältesten Israels und sprich zu ihnen: So spricht Haschem: Seid ihr gekommen, mich zu befragen? So wahr ich lebe: ich will mich nicht von euch befragen lassen, spricht Haschem.

20,4 Willst du sie richten, du Menschenkind? Willst du richten? Zeige ihnen die Greueltaten ihrer Väter

20,5 und sprich zu ihnen: So spricht Haschem: Zu der Zeit, als ich Israel erwählte, erhob ich meine Hand zum Schwur für das Geschlecht des Hauses Yaqob und gab mich ihnen zu erkennen in Mitzrayim. Ja, ich erhob meine Hand für sie und schwor: Ich bin Haschem.

20,6 Ich erhob zur selben Zeit meine Hand zum Schwur, daß ich sie führen würde aus Mitzrayim in ein Land, das ich für sie ausersehen hatte, das von Milch und Honig fließt, ein edles Land vor allen Ländern,

20,7 und sprach zu ihnen: Ein jeder werfe weg die Greuelbilder vor seinen Augen, und macht euch nicht unrein mit den Götzen Mitzrayims; denn ich bin Haschem.

20,8 Sie aber waren mir ungehorsam und wollten mir nicht gehorchen, und keiner von ihnen warf die Greuelbilder vor seinen Augen weg, und sie verließen die Götzen Mitzrayims nicht. Da dachte ich, meinen Grimm über sie auszuschütten und meinen ganzen Zorn an ihnen auszulassen noch in Mitzrayim.

20,9 Aber ich unterließ es um meines Namens willen, damit er nicht entweiht würde vor den Heiden, unter denen sie waren und vor deren Augen ich mich ihnen zu erkennen gegeben hatte, daß ich sie aus Mitzrayim führen wollte.

20,10 Und als ich sie aus Mitzrayim geführt und in die Wüste gebracht hatte,

20,11 gab ich ihnen meine Gebote und lehrte sie meine Gesetze, durch die der Mensch lebt, der sie hält.

20,12 Ich gab ihnen auch meine Shabate zum Zeichen zwischen mir und ihnen, damit sie erkannten, daß ich Haschem bin, der sie segnet.

20,13 Aber das Haus Israel war mir ungehorsam auch in der Wüste, und sie lebten nicht nach meinen Geboten und verachteten meine Gesetze, durch die der Mensch lebt, der sie hält, und sie entweihen meine Shabate sehr. Da gedachte ich, meinen Grimm über sie auszuschütten in der Wüste und sie ganz und gar umzubringen.

20,14 Aber ich unterließ es um meines Namens willen, damit er nicht entweiht würde vor den Heiden, vor deren Augen ich sie herausgeführt hatte.

20,15 Doch ich erhob meine Hand in der Wüste und schwor ihnen, sie nicht in das Land zu bringen, das ich ihnen bestimmt hatte, das von Milch und Honig fließt, ein edles Land vor allen Ländern,

20,16 weil sie meine Gesetze verachtet und nicht nach meinen Geboten gelebt und meine Shabbate enweiht hatten; denn sie folgten den Götzen ihres Herzens nach.

20,17 Aber mein Auge blickte schonend auf sie, daß ich sie nicht vertilgte; ich habe mit ihnen nicht ein Ende gemacht in der Wüste.

20,18 Und ich sprach zu ihren Söhnen in der Wüste: Ihr sollt nicht nach den Geboten eurer Väter leben und ihre Gesetze nicht halten und mit ihren Götzen euch nicht unrein machen;

20,19 denn ich bin Haschem. Nach meinen Geboten sollt ihr leben, und meine Gesetze sollt ihr halten und danach tun;

20,20 und meine Shabate sollt ihr würdigen, daß sie ein Zeichen seien zwischen mir und euch, damit ihr wißt, daß ich, Haschem bin.

20,21 Aber auch die Söhne waren mir ungehorsam, lebten nicht nach meinen Geboten, hielten auch meine Gesetze nicht, daß sie danach taten, durch die der Mensch lebt, der sie hält, und entweiht meine Shabate. Da gedachte ich, meinen Grimm über sie auszuschütten und meinen ganzen Zorn an ihnen auszulassen in der Wüste.

20,22 Ich hielt aber meine Hand zurück und unterließ es um meines Namens willen, damit er nicht entweiht würde vor den Heiden, vor deren Augen ich sie herausgeführt hatte.

20,23 Doch ich erhob meine Hand in der Wüste und schwor ihnen, sie unter die Heiden zu zerstreuen und in die Länder zu versprengen,

20,24 weil sie meine Gebote nicht gehalten und meine Gesetze verachtet und meine Sabbate entweiht hatten und nach den Götzen ihrer Väter sahen.

20,25 Darum gab auch ich ihnen Gebote, die nicht gut waren, und Gesetze, durch die sie kein Leben haben konnten,

20,26 und ließ sie unrein werden durch ihre Opfer, als sie alle Erstgeburt durchs Feuer gehen ließen, damit ich Entsetzen über sie brachte und sie so erkennen mußten, daß ich Haschem bin.

20,27 Darum rede, du Menschenkind, mit dem Hause Israel und sprich zu ihnen: So spricht Haschem: Eure Väter haben mich auch damit gelästert, daß sie mir die Treue gebrochen haben,

20,28 als ich sie in das Land gebracht hatte, über das ich meine Hand erhoben hatte zu dem Schwur, es ihnen zu geben: wo sie irgendeinen hohen Hügel oder dichten Baum sahen, da opferten sie ihre Opfer und dahin brachten sie ihre Gaben mir zum Ärgernis und da legten sie ihre Räucheropfer nieder und da gossen sie ihre Trankopfer aus.

20,29 Ich aber sprach zu ihnen: Was ist das für eine Höhe, auf die ihr geht? Daher heißt sie bis auf diesen Tag «Höhe».

20,30 Darum sprich zum Hause Israel: So spricht Haschem: Macht ihr euch nicht unrein in der Weise eurer Väter und treibt Abgötterei mit ihren Greuelbildern?

20,31 Ihr macht euch unrein mit euren Götzen bis auf den heutigen Tag dadurch, daß ihr eure Gaben opfert und eure Söhne und Töchter durchs Feuer gehen laßt. Und da sollte ich mich von euch, Haus Israel, befragen lassen? So wahr ich lebe, spricht Haschem: ich will mich von euch nicht befragen lassen.

20,32 Dazu soll euch fehlschlagen, was euch in den Sinn kommt, wenn ihr sagt: Wir wollen sein wie die Heiden, wie die Völker in den andern Ländern, und Holz und Stein anbeten.

20,33 So wahr ich lebe, spricht Haschem: ich will über euch herrschen mit starker Hand und ausgestrecktem Arm und mit ausgeschüttetem Grimm

20,34 und will euch aus den Völkern herausführen und aus den Ländern, in die ihr zerstreut worden seid, sammeln mit starker Hand, mit ausgestrecktem Arm und mit ausgeschüttetem Grimm

20,35 und will euch in die Wüste der Völker bringen und dort mit euch ins Gericht gehen von Angesicht zu Angesicht.

20,36 Wie ich mit euren Vätern in der Wüste von Mitzrayim ins Gericht gegangen bin, ebenso will ich auch mit euch ins Gericht gehen.

20,37 Ich will euch unter dem Stabe hindurchgehen lassen und euch genau abzählen

20,38 und will die Abtrünnigen und die, die von mir abfielen, von euch aussondern. Ja, aus dem Lande, in dem ihr jetzt Fremdlinge seid, will ich sie herausführen; aber ins Land Israels sollen sie nicht hineinkommen, damit ihr erkennt: ich bin Haschem!

20,39 Aber ihr vom Hause Israel, so spricht Haschem: Weil ihr mir denn nicht gehorchen wollt, so fahrt hin und dient ein jeder seinem Götzen, aber meinen qadosh Namen YAH laßt hinfort ungeschändet mit euren Opfern und Götzen!

20,40 Auf meinem qodesh Berg, auf dem hohen Berge Israels, da wird mir das ganze Haus Israel dienen, alle, die im Lande sind. Da werde ich sie gnädig annehmen, und da will ich eure Opfer und eure Erstlingsgaben fordern und alle eure qodesh Gaben.

20,41 Ich will euch gnädig annehmen beim lieblichen Geruch der Opfer, wenn ich euch aus den Völkern bringen und aus den Ländern sammeln werde, in die ihr zerstreut worden seid, und ich werde mich an euch als der Retter erweisen vor den Augen der Heiden.

20,42 Und ihr werdet erfahren, daß ich Haschem bin, wenn ich euch ins Land Israels bringe, in das Land, über das ich meine Hand erhob zu dem Schwur, es euren Vätern zu geben.

20,43 Dort werdet ihr gedenken an eure Wege und alle eure Taten, mit denen ihr euch unrein gemacht habt, und werdet vor euch selbst Abscheu haben wegen all der bösen Taten, die ihr getan habt.

20,44 Und ihr werdet erfahren, daß ich Haschem bin, wenn ich so an euch handle zur Ehre meines Namens YAH und nicht nach euren bösen Wegen und verderblichen Taten, du Haus Israel, spricht Haschem.

 

 
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