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Das Buch Yahchezkel

DAS BUCH EZEKIEL

21. Kapitel

21,1 Und Haschem Wort geschah zu mir:

21,2 Du Menschenkind, richte dein Angesicht nach Teman hin und rufe nach Süden und weissage gegen den Wald im Südland

21,3 und sprich zum Wald im Südland: Höre HaschemS Wort! So spricht Haschem: Siehe, ich will in dir ein Feuer anzünden, das soll grüne und dürre Bäume verzehren, daß man seine Flamme nicht wird löschen können, sondern es soll durch sie jedes Angesicht versengt werden vom Südland bis zum Norden hin.

21,4 Und alles Fleisch soll sehen, daß ich, Haschem, es angezündet habe und niemand es löschen kann.

21,5 Ich aber sprach: Ach, Haschem, sie sagen von mir: Redet der nicht immer in Rätseln?

21,6 Und HaschemS Wort geschah zu mir:

21,7 Du Menschenkind, richte dein Angesicht gegen Yahrushalayim und rede gegen die Mikdash und weissage gegen das Land Israels

21,8 und sprich zum Land Israels: So spricht Haschem: ich will mein Schwert aus der Scheide ziehen und will in dir ausrotten Gerechte und Ungerechte.

21,9 Weil ich denn in dir Gerechte und Ungerechte ausrotte, darum soll mein Schwert aus der Scheide fahren über alles Fleisch vom Südland bis zum Norden hin.

21,10 Und alles Fleisch soll erfahren, daß ich, Haschem, mein Schwert aus der Scheide gezogen habe; es soll nicht wieder eingesteckt werden.

21,11 Und du, Menschenkind, sollst seufzen, bis dir die Lenden weh tun, ja, bitterlich sollst du seufzen, daß sie es sehen!

21,12 Und wenn sie zu dir sagen werden: Warum seufzest du?, so sollst du sagen: Um einer Botschaft willen, die kommen wird; vor ihr werden alle Herzen verzagen und alle Hände sinken, allen der Mut entfallen und alle Knie weich werden. Siehe, es kommt und wird geschehen, spricht Haschem.

21,13 Und HaschemS Wort geschah zu mir:

21,14 Du Menschenkind, weissage und sprich: So spricht Haschem: Das Schwert, ja, das Schwert ist geschärft und blank gefegt.

21,15 Es ist geschärft, daß es schlachten soll; es ist gefegt, daß es blinken soll. Wie sollten wir uns da freuen? Mein Sohn, du hast den Stock verachtet und jeden Rat.

21,16 Und er hat ein Schwert zum Fegen gegeben, daß man's ergreifen soll; es ist geschärft und gefegt, daß man's dem Henker in die Hand gebe.

21,17 Schrei und heule, du Menschenkind; denn es geht über mein Volk und über alle Regenten in Israel, die dem Schwert verfallen sind samt meinem Volk. Darum schlag auf deine Lenden;

21,18 denn die Prüfung ist da, und wie sollte es nicht geschehen, da du doch den Stock verachtet hast? spricht Haschem.

21,19 Und du, Menschenkind, weissage und schlag deine Hände zusammen! Denn das Schwert wird zweifach, ja dreifach kommen, ein Schlachtschwert, ein großes Schlachtschwert, das sie umkreisen wird,

21,20 damit die Herzen verzagen und viele fallen sollen; an allen ihren Toren lasse ich das Schwert wüten. Wehe, es ist zum Blitzen gemacht, zum Schlachten geschärft!

21,21 Hau drein zur Rechten und Linken, wohin deine Schneiden gewandt sind!

21,22 Dann will auch ich meine Hände zusammenschlagen und meinen Zorn stillen. Ich, Haschem, habe es gesagt. Das Schwert des Königs von Babel

21,23 Und HaschemS Wort geschah zu mir:

21,24 Du Menschenkind, mach dir zwei Wege, auf denen das Schwert des Königs von Babel kommen kann; sie sollen aber beide von einem Land ausgehen. Und stelle einen Wegweiser an den Anfang eines jeden Weges, der zu einer Stadt weisen soll,

21,25 und mache den einen Weg, damit das Schwert nach Rabba kommen kann, der Stadt der Ammoniter, und den andern nach Yahuda, zu der festen Stadt Yahrushalayim.

21,26 Denn der König von Babel wird an der Wegscheide stehen, am Anfang der beiden Wege, um sich wahrsagen zu lassen: er wirft mit den Pfeilen das Los, befragt seinen Götzen und beschaut die Leber.

21,27 Und das Los in seiner Rechten wird nach Yahrushalayim deuten: da soll er den Mund auftun mit großem Geschrei, die Stimme erheben mit Kriegsgeschrei, Sturmböcke heranführen gegen die Tore, einen Wall aufschütten und ein Bollwerk bauen. -

21,28 Aber ihnen wird diese Wahrsagung trügerisch scheinen; haben sie doch fromme Eide empfangen. Er aber wird sie an ihre Schuld erinnern, daß sie dabei behaftet werden.

21,29 Darum spricht Haschem: Weil ihr an eure Schuld erinnert habt und euer Ungehorsam offenbar geworden ist, so daß man eure Sünden sieht in all euren Taten, ja, weil ihr daran erinnert habt, sollt ihr dabei behaftet werden.

21,30 Und du, Fürst in Israel, du unwürdiger Frevler, dessen Tag kommen wird, wenn die Schuld zum Ende geführt hat, -

21,31 so spricht Haschem: Tu weg den Kopfbund und nimm ab die Krone! Denn nichts bleibt, wie es ist, sondern was hoch ist, soll erniedrigt werden, und was niedrig ist, soll erhöht werden.

21,32 Zu Trümmern, zu Trümmern, zu Trümmern will ich sie machen - aber auch dies wird nicht bleiben -, bis der kommt, der das Recht hat; dem will ich es geben.

21,33 Und du, Menschenkind, weissage und sprich: So spricht Haschem über die Ammoniter und über ihr Schmähen: Du sollst sagen: Das Schwert, das Schwert ist gezückt, daß es schlachten soll; es ist gefegt, daß es töten soll, und soll blinken,

21,34 während du dir trügerische Gesichte schauen und Lügen wahrsagen läßt; das Schwert soll an den Hals unwürdiger Frevler gesetzt werden, deren Tag kommen wird, wenn die Schuld zum Ende geführt hat.

21,35 Stecke es wieder in die Scheide! Ich will dich richten an dem Ort, an dem du geschaffen, und im Land, in dem du geboren bist.

21,36 Und ich will meinen Zorn über dich ausschütten; ich will das Feuer meines Grimms über dich entfachen und will dich rohen Leuten preisgeben, die Verderben schmieden.

21,37 Du sollst dem Feuer zum Fraß werden, und dein Blut soll im Lande vergossen werden, und man wird nicht mehr an dich denken; denn ich, Haschem, habe es geredet.

22. Kapitel

22,1 Und HaschemS Wort geschah zu mir:

22,2 Du Menschenkind, willst du nicht richten die mörderische Stadt? Zeige ihr alle ihre Greueltaten

22,3 und sprich: So spricht Haschem: Oh Stadt, die du das Blut der Deinen vergießt, damit deine Zeit komme, und die du dir Götzen machst, damit du unrein werdest!

22,4 Durch das Blut, das du vergossen hast, wurdest du schuldig, und durch die Götzen, die du dir machtest, hast du dich unrein gemacht. Damit hast du deine Tage herbeigezogen und bewirkt, daß deine Jahre kommen müssen. Darum will ich dich zum Spott unter den Heiden und zum Hohn in allen Ländern machen.

22,5 In der Nähe wie in der Ferne sollen sie über dich spotten; befleckt ist dein Name und groß die Verwirrung.

22,6 Siehe, die Fürsten in Israel, ein jeder in dir pocht auf seine Macht, Blut zu vergießen.

22,7 Vater und Mutter verachten sie, den Fremdlingen tun sie Gewalt und Unrecht an, die Witwen und Waisen bedrücken sie.

22,8 Du verachtest, was mir Lieb ist, und entweihst meine Sabbate.

22,9 Verleumder trachten bei dir danach, Blut zu vergießen. Sie essen von den Höhenopfern und treiben Schandtaten in deiner Mitte.

22,10 Sie decken die Blöße der Väter auf und nötigen Frauen während ihrer Unreinheit.

22,11 Sie treiben Greuel mit der Frau ihres Nächsten; sie entehren ihre eigene Schwiegertochter durch Schandtat; sie tun ihren eigenen Schwestern Gewalt an, den Töchtern ihres Vaters.

22,12 Sie lassen sich bestechen, um Blut zu vergießen. Du nimmst Zinsen und Aufschlag und suchst unrechten Gewinn an deinem Nächsten mit Gewalt - und mich vergißt du! spricht Haschem.

22,13 Siehe, ich schlage meine Hände zusammen über den unrechten Gewinn, den du gemacht hast, und über das Blut, das in deiner Mitte vergossen ist.

22,14 Meinst du aber, dein Herz kann standhalten oder deine Hände werden festbleiben zu der Zeit, wenn ich an dir handle? Ich, Haschem, habe es geredet und will's auch tun

22,15 und will dich zerstreuen unter die Heiden und dich verstoßen in die Länder und will mit deiner Unreinheit ein Ende machen;

22,16 und du wirst bei den Heiden als verflucht gelten. Dann wirst du erfahren, daß ich Haschem bin.

22,17 Und Haschem Wort geschah zu mir:

22,18 Du Menschenkind, das Haus Israel ist mir zu Schlacken geworden; sie alle sind Kupfer, Zinn, Eisen und Blei im Ofen; ja, zu Silberschlacken sind sie geworden.

22,19 Darum spricht Haschem: Weil ihr denn alle Schlacken geworden seid, siehe, so will ich euch alle in Yahrushalayim zusammenbringen.

22,20 Wie man Silber, Kupfer, Eisen, Blei und Zinn im Ofen zusammenbringt, daß man ein Feuer darunter anfacht und es zerschmelzen läßt, so will ich auch euch in meinem Zorn und Grimm zusammenbringen, hineintun und schmelzen.

22,21 Ja, ich will euch sammeln und das Feuer meines Zorns gegen euch anfachen, daß ihr darin zerschmelzen müßt.

22,22 Wie das Silber im Ofen zerschmilzt, so sollt auch ihr darin zerschmelzen und sollt erfahren, daß ich, Haschem, meinen Grimm über euch ausgeschüttet habe. Die Schuld aller Stände im Lande

22,23 Und HaschemS Wort geschah zu mir:

22,24 Du Menschenkind, sprich zu ihnen: Du bist ein Land, das nicht beregnet ist, das nicht benetzt wurde zur Zeit des Zorns,

22,25 dessen Fürsten in seiner Mitte sind wie brüllende Löwen, wenn sie rauben; sie fressen Menschen, reißen Gut und Geld an sich und machen viele zu Witwen im Lande.

22,26 Seine Priester tun meinem Gesetz Gewalt an und entweihen, was mir qadosh ist; sie machen zwischen qadosh und unwürdig keinen Unterschied und lehren nicht, was rein oder unrein ist, und vor meinen Shabaten schließen sie die Augen; so werde ich unter ihnen zerstört.

22,27 Die Oberen in seiner Mitte sind wie reißende Wölfe, Blut zu vergießen und Menschen umzubringen um ihrer Habgier willen.

22,28 Und seine Propheten streichen ihnen mit Tünche darüber, haben Truggesichte und wahrsagen ihnen Lügen; sie sagen: «So spricht Haschem», wo doch Haschem gar nicht geredet hat.

22,29 Das Volk des Landes übt Gewalt; sie rauben drauf los und bedrücken die Armen und Elenden und tun den Fremdlingen Gewalt an gegen alles Recht.

22,30 Ich suchte unter ihnen, ob jemand eine Mauer ziehen und in die Bresche vor mir treten würde für das Land, damit ich's nicht vernichten müßte; aber ich fand keinen.

22,31 Darum schüttete ich meinen Zorn über sie aus, und mit dem Feuer meines Grimmes machte ich ihnen ein Ende und ließ so ihr Treiben auf ihren Kopf kommen, spricht Haschem.

23. Kapitel

23,1 Und HaschemS Wort geschah zu mir:

23,2 Du Menschenkind, es waren zwei Frauen, Töchter einer Mutter.

23,3 Die wurden Huren in Mitzrayim schon in ihrer Jugend; dort ließen sie nach ihren Brüsten greifen und ihren jungen Busen betasten.

23,4 Die große hieß Ohola und ihre Schwester Oholiba. Und ich nahm sie zu Frauen, und sie gebaren mir Söhne und Töchter. Ohola ist Samaria und Oholiba Yahrushalayim.

23,5 Ohola trieb Hurerei hinter meinem Rücken und entbrannte für ihre Liebhaber, für die Assyrer, die zu ihr kamen,

23,6 für die Statthalter und Hauptleute, die mit Purpur gekleidet waren, lauter junge hübsche Leute, die auf Rossen ritten.

23,7 Und sie buhlte mit ihnen, lauter auserlesenen Söhnen Assurs, und bei allen, für die sie entbrannte, machte sie sich auch unrein mit ihren Götzen.

23,8 Dazu ließ sie auch nicht von ihrer Hurerei mit den Ägyptern, die bei ihr gelegen hatten in ihrer Jugend und ihre jungen Brüste betastet und schlimme Hurerei mit ihr getrieben hatten.

23,9 Da übergab ich sie in die Hand ihrer Liebhaber, der Söhne Assurs, für die sie entbrannt war.

23,10 Die deckten ihre Blöße auf und nahmen ihre Söhne und Töchter weg; sie selbst aber töteten sie mit dem Schwert, und sie wurde zum Gespött unter den Frauen. So vollzogen sie das Gericht an ihr.

23,11 Als aber ihre Schwester Oholiba das sah, entbrannte sie noch viel mehr als ihre Schwester und trieb die Hurerei noch schlimmer als sie.

23,12 Sie entbrannte für die Söhne Assurs, Statthalter und Hauptleute, die zu ihr kamen, herrlich gekleidet, lauter junge hübsche Leute, die auf Rossen ritten.

23,13 Da sah ich, daß sie beide auf gleiche Weise unrein geworden waren.

23,14 Aber diese trieb ihre Hurerei noch weiter. Denn sie sah Bilder von Männern an der Wand in roter Farbe, Bilder von Chaldäern,

23,15 um ihre Lenden gegürtet und bunte Turbane auf ihren Köpfen, ein Bild gewaltiger Kämpfer allesamt, wie eben die Söhne Babels sind, deren Vaterland Chaldäa ist.

23,16 Da entbrannte sie für sie, sobald sie die Bilder sah, und schickte Boten zu ihnen nach Chaldäa.

23,17 Und die Söhne Babels kamen zu ihr, um bei ihr zu schlafen, und machten sie unrein mit ihrer Hurerei, und sie machte sich unrein mit ihnen, bis sie ihrer müde wurde.

23,18 Als sie ihre Hurerei so offen trieb und ihre Schande so enthüllte, da wurde ich auch ihrer überdrüssig, wie ich ihrer Schwester müde geworden war.

23,19 Sie aber trieb ihre Hurerei immer schlimmer und dachte an die Zeit ihrer Jugend, als sie in Mitzrayim zur Hure geworden war,

23,20 und entbrannte für ihre Liebhaber, deren Brunst war wie die der Esel und der Hengste.

23,21 Und du sehntest dich nach der Unzucht deiner Jugend, als die Ägypter nach deinen Brüsten griffen und deinen Busen betasteten.

23,22 Darum, Oholiba, so spricht Haschem: Siehe, ich will deine Liebhaber, deren du müde geworden bist, gegen dich aufstehen lassen und will sie von überall her gegen dich zusammenbringen,

23,23 nämlich die Söhne Babels und alle Chaldäer, die von Pekod, Shoa und Koa und alle Assyrer mit ihnen, die schöne junge Mannschaft, lauter Statthalter und Hauptleute, Ritter und Edle, die alle auf Rossen reiten.

23,24 Und sie werden über dich kommen, gerüstet mit Rossen und Wagen und mit viel Kriegsvolk und werden dich ringsum belagern mit großen und kleinen Schilden und Helmen. Denen will ich den Rechtsfall vorlegen, daß sie dich richten sollen nach ihrem Recht.

23,25 Ich will meinen Eifer gegen dich richten, daß sie unbarmherzig an dir handeln sollen. Sie sollen dir Nase und Ohren abschneiden, und was von dir übrigbleibt, soll durchs Schwert fallen. Sie sollen deine Söhne und Töchter wegnehmen und, was von dir übrigbleibt, mit Feuer verbrennen.

23,26 Sie sollen dir deine Kleider ausziehen und deinen Schmuck wegnehmen.

23,27 So will ich deiner Unzucht und deiner Hurerei, die du seit Mitzrayim treibst, ein Ende machen, daß du deine Augen nicht mehr nach ihnen aufheben und an Mitzrayim nicht mehr denken sollst.

23,28 Denn so spricht Haschem: Siehe, ich will dich denen preisgeben, denen du feind geworden und deren du müde bist.

23,29 Die sollen wie Feinde mit dir umgehen und alles nehmen, was du erworben hast, und dich nackt und bloß liegen lassen. Da soll die Schande deiner Hurerei und deine Unzucht und deine Buhlerei aufgedeckt werden.

23,30 Das soll dir angetan werden um deiner Hurerei willen, die du mit den Heiden getrieben, weil du dich mit ihren Götzen unrein gemacht hast.

23,31 Du bist auf dem Wege deiner Schwester gegangen, darum gebe ich dir auch ihren Kelch in die Hand.

23,32 So spricht Haschem: Du mußt den Kelch deiner Schwester trinken, so tief und weit er ist; du sollst zu so großem Spott und Hohn werden, daß es unerträglich sein wird.

23,33 Du mußt dich mit starkem Trank und Jammer volltrinken; denn der Kelch deiner Schwester Samaria ist ein Kelch des Grauens und Entsetzens.

23,34 Den mußt du bis zur Neige austrinken, danach die Scherben ausschlürfen und deine Brüste zerreißen; denn ich habe es geredet, spricht Haschem.

23,35 Darum spricht Haschem: Weil du mich vergessen und mich verworfen hast, so trage nun auch du deine Unzucht und deine Hurerei!

23,36 Und Haschem sprach zu mir: Du Menschenkind, willst du nicht Ohola und Oholiba richten? Zeige ihnen ihre Greueltaten:

23,37 wie sie Ehebruch getrieben und Blut vergossen und die Ehe gebrochen haben mit ihren Götzen; und wie sie ihnen noch dazu ihre Kinder, die sie mir geboren hatten, zum Fraß darbrachten.

23,38 Überdies haben sie mir das angetan: sie haben noch am gleichen Tag mein Tempel unrein gemacht und meine Shabbate entwürdigt.

23,39 Denn als sie ihre Kinder den Götzen geschlachtet hatten, gingen sie noch am gleichen Tag in mein Mikdash, es zu entweihen. Siehe, so haben sie es in meinem Hause getrieben.

23,40 Sie haben sogar Boten geschickt nach Männern, die aus fernen Landen kommen sollten. Und siehe, als sie kamen, da badetest du dich und schminktest dich und schmücktest dich mit Geschmeide ihnen zu Ehren

23,41 und saßest auf einem herrlichen Polster, und ein Tisch war davor hergerichtet; darauf legtest du mein Räucherwerk und mein Öl.

23,42 Und es erhob sich in der Stadt ein großes Freudengeschrei über die Männer, weil solch eine Menge von Menschen herbeigebracht war aus Saba, aus der Wüste, und sie gaben ihnen Geschmeide an ihre Arme und schöne Kronen auf ihre Häupter.

23,43 Ich aber dachte: Sie ist das Ehebrechen gewohnt von alters her, sie kann das Huren nicht lassen.

23,44 Denn man ging zu ihr, wie man zu einer Hure geht; so ging man zu Ohola und Oholiba, den zuchtlosen Weibern.

23,45 Darum werden gerechte Männer sie richten nach dem Recht, das für Ehebrecherinnen und für Mörderinnen gilt; denn sie sind Ehebrecherinnen, und ihre Hände sind voll Blut.

23,46 Denn so spricht Haschem: Man berufe eine Versammlung gegen sie ein und gebe sie als Raub und Beute preis,

23,47 daß die Leute sie steinigen und mit ihren Schwertern erstechen und ihre Söhne und Töchter umbringen und ihre Häuser mit Feuer verbrennen.

23,48 So will ich der Unzucht im Lande ein Ende machen, daß alle Frauen sich warnen lassen und nicht nach solcher Unzucht tun.

23,49 Und man wird die Strafe für eure Unzucht auf euch legen, und ihr sollt tragen, was ihr mit euren Götzen gesündigt habt, und sollt erfahren, daß ich Haschem bin.

24. Kapitel

24,1 Und es geschah das Wort Haschem zu mir im neunten Jahr am zehnten Tage des zehnten Monats:

24,2 Du Menschenkind, schreib dir diesen Tag auf, ja, eben diesen Tag; denn der König von Babel hat sich an eben diesem Tage vor Yahrushalayim gelagert.

24,3 Und gib dem Haus des Widerspruchs ein Gleichnis und sprich zu ihnen: Setze einen Topf auf, setz ihn auf und gieß Wasser hinein!

24,4 Tu Fleisch hinein, lauter gute Stücke, Lenden und Schultern, und fülle ihn mit den besten Knochen.

24,5 Nimm das Beste von der Herde und schichte Holzscheite darunter und laß die Stücke tüchtig sieden und auch die Knochen darin gut kochen.

24,6 Wehe der Stadt voller Blutschuld, die einem Topf gleicht, an dem Rost sitzt und nicht abgehen will! Nimm ein Stück nach dem andern heraus und lose nicht darum, welches zuerst heraus soll.

24,7 Denn das Blut, das sie vergossen hat, ist noch in ihrer Mitte; auf den nackten Felsen und nicht auf die Erde hat sie es verschüttet, so daß man's mit Erde hätte zudecken können.

24,8 Und ich ließ sie darum das Blut auf den nackten Felsen schütten, damit es nicht zugedeckt würde, so daß der Grimm über sie kommt und es gerächt wird.

24,9 Darum spricht Haschem: Wehe, du Stadt voller Blutschuld, auch ich will den Holzstoß groß machen! -

24,10 Trage nur viel Holz her, bring das Feuer zum Lodern, koche das Fleisch gar und gieß die Brühe aus, daß die Knochen anbrennen;

24,11 stelle den Topf leer auf die Glut, damit er heiß wird und sein Erz glüht und seine Unreinheit schmilzt und sein Rost abgeht!

24,12 Aber so sehr der Topf glüht, will doch der starke Rost von ihm im Feuer nicht abgehen. -

24,13 Weil du durch Unzucht dich unrein gemacht hast und nicht rein wurdest von deiner Unreinheit, obwohl ich dich reinigen wollte, darum sollst du hinfort nicht wieder rein werden, bis mein Grimm sich an dir gekühlt hat.

24,14 Ich, Haschem, habe es geredet! Es wird kommen, ich will's tun und nicht säumen. Ich will nicht schonen, und es wird mich nicht reuen; sondern sie sollen dich richten, wie du gelebt und getan hast, spricht Haschem.

24,15 Und HaschemS Wort geschah zu mir:

24,16 Du Menschenkind, siehe, ich will dir deiner Augen Freude nehmen durch einen plötzlichen Tod. Aber du sollst nicht klagen und nicht weinen und keine Träne vergießen.

24,17 Heimlich darfst du seufzen, aber keine Totenklage halten, sondern du sollst deinen Kopfbund anlegen und deine Schuhe anziehen; du sollst deinen Bart nicht verhüllen und nicht das Trauerbrot essen.

24,18 Und als ich am Morgen zum Volk geredet hatte, starb mir am Abend meine Frau. Und ich tat am andern Morgen, wie mir befohlen war.

24,19 Und das Volk sprach zu mir: Willst du uns nicht erklären, was das für uns bedeutet, was du tust?

24,20 Und ich sprach zu ihnen: Haschem hat mit mir geredet und gesagt:

24,21 Sage dem Hause Israel: So spricht Haschem: Siehe, ich will mein Tempel, eure herrliche Zuflucht, die Freude eurer Augen, das Verlangen eures Herzens, entwürdigen, und eure Söhne und Töchter, die ihr dort zurücklassen mußtet, werden durchs Schwert fallen. -

24,22 Da werdet ihr dann tun, wie ich getan habe: euren Bart werdet ihr nicht verhüllen und nicht das Trauerbrot essen,

24,23 sondern werdet euren Kopfbund auf eurem Haupt behalten und eure Schuhe an den Füßen; ihr werdet nicht klagen und nicht weinen, sondern in eurer Schuld vergehen und untereinander seufzen.

24,24 So soll Hesekiel für euch ein Wahrzeichen sein, daß ihr tun werdet, wie er getan hat, wenn es nun kommen wird. Dann werdet ihr erfahren, daß ich Haschem bin.

24,25 Und du, Menschenkind, ist es nicht so? An dem Tage, an dem ich von ihnen nehme ihre Zuflucht und ganze Wonne, die Freude ihrer Augen und das Verlangen ihres Herzens, dazu ihre Söhne und Töchter,

24,26 ja, an jenem Tage wird einer, der entronnen ist, zu dir kommen und dir's kundtun.

24,27 An jenem Tage wird dein Mund aufgetan werden, wenn der kommt, der entronnen ist, so daß du reden kannst und nicht mehr stumm bist; und du wirst für sie ein Wahrzeichen sein, daß sie erfahren, daß ich Haschem bin.

25. Kapitel

25,1 Und HaschemS Wort geschah zu mir:

25,2 Du Menschenkind, richte dein Angesicht gegen die Ammoniter und weissage gegen sie

25,3 und sprich zu den Ammonitern: Hört das Wort HaschemS; So spricht Haschem: Weil ihr über mein Tempel ruft: «Ha! es ist entweiht!» und über das Land Israels: «Es ist verwüstet!» und über das Haus Yahuda: «Es ist weggeführt!»,

25,4 darum siehe, ich will dich den Söhnen des Ostens übergeben, daß sie ihre Zeltdörfer in dir aufschlagen und ihre Wohnungen in dir bauen sollen; sie sollen deine Früchte essen und deine Milch trinken.

25,5 Und ich will Rabba zur Kameltrift machen und das Land der Ammoniter zu Schafhürden, und ihr sollt erfahren, daß ich Haschem bin.

25,6 Denn so spricht Haschem: Weil du in die Hände geklatscht und mit den Füßen gestampft und über das Land Israels von ganzem Herzen so höhnisch dich gefreut hast,

25,7 darum siehe, ich will meine Hand gegen dich ausstrecken und dich den Völkern zur Beute geben und dich aus den Nationen ausrotten und aus den Ländern austilgen und dich vernichten; und du sollst erfahren, daß ich Haschem bin.

25,8 So spricht Haschem: Weil Moab und Seïr sprechen: «Siehe, das Haus Yahuda ist nichts anderes als alle Völker!»,

25,9 siehe, so will ich die Berghänge Moabs bloßlegen, daß es ohne Städte sei in seinem ganzen Gebiet, ohne den Stolz des Landes: Bet-Yeschimot, Baal-Meon und Kiryatayjim,

25,10 und will es den Söhnen des Ostens zum Erbe geben, zum Land der Ammoniter hinzu, so daß man an sie nicht mehr denken wird unter den Völkern.

25,11 Und ich will das Gericht ergehen lassen über Moab, und sie sollen erfahren, daß ich Haschem bin.

25,12 So spricht Haschem: Weil sich Edom am Hause Yahuda gerächt und sich schwer verschuldet hat mit seiner Rache,

25,13 darum spricht Haschem: Ich will meine Hand ausstrecken gegen Edom und will von ihm ausrotten Menschen und Vieh und will es wüst machen von Teman bis nach Dedan, und sie sollen durchs Schwert fallen.

25,14 Und ich will mich an Edom rächen durch mein Volk Israel, und sie sollen mit Edom umgehen nach meinem Zorn und Grimm, daß sie meine Vergeltung erfahren sollen, spricht Haschem.

25,15 So spricht Haschem: Weil die Philister sich gerächt und mit beständigem Hass so höhnisch Rache geübt haben zum Verderben meines Volks,

25,16 darum spricht Haschem: Siehe, ich will meine Hand ausstrecken gegen die Philister und will die Kreter ausrotten und will umbringen, die übriggeblieben sind am Ufer des Meeres,

25,17 und will bittere Rache an ihnen üben und sie mit Grimm strafen, daß sie erfahren sollen, daß ich Haschem bin, wenn ich Vergeltung an ihnen übe.

26. Kapitel

26,1 Und es begab sich im elften Jahr am ersten Tage des ersten Monats, da geschah HaschemS Wort zu mir:

26,2 Du Menschenkind, weil Tyrus spricht über Yahrushalayim: «Ha! die Pforte der Völker ist zerbrochen; nun fällt es mir zu; ich werde jetzt reich werden, weil Yahrushalayim wüst liegt!»,

26,3 darum spricht Haschem: Siehe, ich will an dich, Tyrus, und will viele Völker gegen dich heraufführen, wie das Meer seine Wellen heraufführt.

26,4 Die sollen die Mauern von Tyrus zerstören und seine Türme abbrechen; ja, ich will sogar seine Erde von ihm wegfegen und will einen nackten Fels aus ihm machen,

26,5 einen Platz im Meer, an dem man Fischnetze aufspannt; denn ich habe es geredet, spricht Haschem, und es soll den Völkern zum Raub werden.

26,6 Und seine Tochterstädte auf dem Festland sollen mit dem Schwert geschlagen werden, und sie sollen erfahren, daß ich Haschem bin.

26,7 Denn so spricht Haschem: Siehe, ich will über Tyrus kommen lassen Nebukadnezar, den König von Babel, von Norden her, den König der Könige, mit Rossen, Wagen, Reitern und einem großen Heer.

26,8 Der soll deine Tochterstädte auf dem Festland mit dem Schwert schlagen; aber gegen dich wird er Bollwerke errichten und einen Wall gegen dich aufschütten und ein Schilddach gegen dich erstellen.

26,9 Er wird mit Sturmböcken deine Mauern umstoßen und deine Türme mit seinen Werkzeugen einreißen.

26,10 Von der Menge seiner Pferde wird Staub dich bedecken. Deine Mauern werden erbeben von dem Getümmel seiner Rosse, Wagen und Reiter, wenn er in deine Tore eindringt, wie man eindringt in eine erstürmte Stadt.

26,11 Er wird mit den Hufen seiner Rosse alle deine Gassen zerstampfen. Dein Volk wird er mit dem Schwert erschlagen und deine stolzen Steinmale zu Boden reißen.

26,12 Sie werden deine Schätze rauben und deine Handelsgüter plündern. Deine Mauern werden sie abbrechen und deine schönen Häuser einreißen und werden deine Steine und die Balken und den Schutt ins Meer werfen.

26,13 Und ich will dem Getön deiner Lieder ein Ende machen, und den Klang deiner Harfen soll man nicht mehr hören.

26,14 Und ich will einen nackten Fels aus dir machen, einen Platz, an dem man Fischnetze aufspannt, und du sollst nicht wieder gebaut werden. Denn ich bin Haschem, der dies redet, spricht Haschem.

26,15 So spricht Haschem gegen Tyrus: Was gilt's? Die Inseln werden erbeben, wenn du fallen wirst mit Getöse und deine Verwundeten stöhnen werden und das Schwert morden wird in deiner Mitte.

26,16 Alle Fürsten am Meer werden von ihren Thronen herabsteigen und ihre Oberkleider ablegen und ihre bunten Gewänder ausziehen und werden in Trauerkleidern gehen und auf der Erde sitzen und immer von neuem erzittern und sich entsetzen über dich.

26,17 Sie werden über dich ein Klagelied anstimmen und von dir sagen: Ach, wie bist du zugrunde gegangen, du berühmte Stadt, die du am Meer lagst und so mächtig warst auf dem Meer samt deinen Einwohnern, daß sich das ganze Land vor dir fürchten mußte!

26,18 Nun entsetzen sich die Inseln am Tag deines Falls, und die Inseln im Meer erschrecken über deinen Untergang.

26,19 Denn so spricht Haschem: Ich will dich zu einer verödeten Stadt machen gleich den Städten, in denen niemand wohnt, und will eine große Flut über dich kommen lassen, daß hohe Wogen dich bedecken,

26,20 und will dich hinunterstoßen zu denen, die in die Grube gefahren sind, zu dem Volk der Vorzeit. Ich will dich wohnen lassen in den Tiefen unter der Erde zwischen den Trümmern der Vorzeit bei denen, die in die Grube gefahren sind, daß du keine Wohnung und keine Stätte mehr hast im Lande der Lebendigen;

26,21 ja, tödlichem Schrecken gebe ich dich preis, daß es aus ist mit dir und man dich nie mehr findet, wenn man nach dir sucht, spricht Haschem.

27. Kapitel

27,1 Und HaschemS Wort geschah zu mir:

27,2 Du Menschenkind, stimm ein Klagelied an über Tyrus

27,3 und sprich zu Tyrus: Die du wohnst am Zugang zum Meer und für die Völker mit vielen Inseln Handel treibst! So spricht Haschem: Oh Tyrus, du sprichst: Ich bin die Allerschönste!

27,4 Dein Gebiet liegt mitten im Meer, und deine Bauleute haben dich aufs allerschönste erbaut.

27,5 Sie haben all dein Plankenwerk aus Zypressenholz vom Senir gemacht und die Zedern vom Libanon geholt, um deine Mastbäume daraus zu machen;

27,6 deine Ruder haben sie aus Eichen von Baschan gemacht und deine Wände mit Elfenbein getäfelt, gefaßt in Buchsbaumholz von den Gestaden der Kittäer.

27,7 Dein Segel war beste bunte Leinwand aus Mitzrayim als dein Kennzeichen, und deine Decken waren blauer und roter Purpur von den Gestaden Elischas.

27,8 Die Edlen von Sidon und Arwad waren deine Ruderknechte, und die kundigsten Männer von Tyrus hattest du als deine Steuerleute.

27,9 Die Ältesten von Gebal und seine Kundigsten mußten deine Risse abdichten. Alle Seeschiffe und ihre Schiffsleute fanden sich bei dir ein, um mit deinen Waren Handel zu treiben.

27,10 Perser, Lyder und Libyer waren dein Kriegsvolk; ihre Schilde und Helme hängten sie bei dir auf; sie waren dein Schmuck.

27,11 Die Männer von Arwad waren in deinem Heer rings auf deinen Mauern und waren Wächter auf deinen Türmen. Sie haben ihre Schilde ringsum an deinen Mauern aufgehängt und haben dich so schön gemacht.

27,12 Tarsis hat für dich Handel getrieben mit einer Fülle von Gütern aller Art und Silber, Eisen, Zinn und Blei auf deine Märkte gebracht.

27,13 Jawan, Tubal und Meschech haben mit dir gehandelt und Sklaven und Geräte aus Kupfer als Ware gebracht.

27,14 Die Leute von Togarma haben dir Rosse und Reitpferde und Maulesel auf deine Märkte gebracht.

27,15 Die Leute von Rhodos sind deine Händler gewesen, und viele Inseln haben Handel mit dir getrieben; sie haben mit Elfenbein und Ebenholz gezahlt.

27,16 Die Edomiter haben von dem Vielen gekauft, das du gefertigt hattest, und haben Malachit, Purpur, bunte Stoffe, feine Leinwand, Korallen und Rubine auf deine Märkte gebracht.

27,17 Yahuda und das Land Israel haben mit dir gehandelt und haben Weizen aus Minnit, Feigen, Honig, Öl und Harz als Ware gebracht.

27,18 Damaskus hat von dem Vielen gekauft, das du gefertigt hattest, von der Fülle der Güter aller Art gegen Wein von Helbon und gegen Wolle von Zahar.

27,19 Wedan und Jawan haben von Usal auf deine Märkte geformtes Eisen, Zimt und Kalmus gebracht; die kamen als Ware.

27,20 Dedan hat mit dir gehandelt mit Decken zum Reiten.

27,21 Arabien und alle Fürsten von Kedar haben mit dir Handel getrieben mit Schafen, Widdern und Böcken.

27,22 Die Kaufleute aus Saba und Ragma haben mit dir gehandelt; den besten Balsam und Edelsteine aller Art und Gold haben sie auf deine Märkte gebracht.

27,23 Haran und Kanne und Eden samt den Kaufleuten aus Assur und ganz Medien haben mit dir gehandelt.

27,24 Sie waren deine Händler mit Prachtgewändern, mit Mänteln von Purpur und bunten Stoffen, mit Teppichen von Purpur, mit geflochtenen und gedrehten Tauen im Handel mit dir.

27,25 Tarsisschiffe waren die Käufer deiner Ware. So bist du sehr reich und herrlich geworden mitten im Meer.

27,26 Deine Ruderer haben dich auf die hohe See geführt; aber ein Ostwind wird dich mitten auf dem Meer zerschmettern,

27,27 so daß dein Reichtum, dein Handelsgut, deine Ware, deine Schiffsleute, deine Steuerleute, deine Zimmerleute, deine Händler und alle deine Kriegsleute und alles Volk in dir mitten auf dem Meer umkommen werden am Tag deines Falls.

27,28 Da werden die Gestade erbeben von dem Geschrei deiner Steuerleute.

27,29 Und alle, die das Ruder führen, die Schiffsleute, alle Seefahrer werden von ihren Schiffen herabsteigen, sie werden an Land gehen

27,30 und laut über dich schreien und bitterlich klagen, werden Staub auf ihre Häupter werfen und sich in der Asche wälzen.

27,31 Sie werden sich kahl scheren deinetwegen und Säcke anlegen und von Herzen bitterlich um dich weinen und trauern.

27,32 Es werden auch ihre Kinder ein Klagelied über dich anstimmen und um dich klagen: Ach! Wer ist je auf dem Meer so still geworden wie Tyrus?

27,33 Als du deinen Handel auf dem Meer triebst, da machtest du viele Länder satt, mit der Menge deiner Güter und Waren machtest du reich die Könige auf Erden.

27,34 Nun aber bist du zerschmettert, hinweg vom Meer in die tiefen Wasser gestürzt, daß dein Handelsgut und all dein Volk in dir umgekommen ist.

27,35 Alle, die auf den Inseln wohnen, erschrecken über dich, und ihre Könige entsetzen sich und sehen jämmerlich drein.

27,36 Die Kaufleute unter den Völkern zischen über dich, daß du so plötzlich untergegangen bist und nicht mehr aufkommen kannst.

28. Kapitel

28,1 Und HaschemS Wort geschah zu mir:

28,2 Du Menschenkind, sage dem Fürsten zu Tyrus: So spricht Haschem: Weil sich dein Herz überhebt und spricht: «Ich bin Haschem, ich sitze auf einem Göttersitz mitten im Meer», während du doch ein Mensch und nicht Haschem bist; dennoch überhebt sich dein Herz, als wäre es Haschem Herz,

28,3 siehe, du hältst dich für klüger als Daniel, daß dir nichts verborgen sei,

28,4 und durch deine Klugheit und deinen Verstand habest du dir Macht erworben und Schätze von Gold und Silber gesammelt

28,5 und habest in deiner großen Weisheit durch deinen Handel deine Macht gemehrt; nun bist du so stolz geworden, weil du so mächtig bist;

28,6 darum spricht Haschem: Weil sich dein Herz überhebt, als wäre MEIN Herz,

28,7 darum siehe, ich will Fremde über dich schicken, die Gewalttätigsten unter den Völkern; die sollen ihr Schwert zücken gegen deine schöne Weisheit und sollen deinen Glanz entweihen.

28,8 Sie sollen dich hinunterstoßen in die Grube, daß du den Tod eines Erschlagenen sterbest mitten auf dem Meer.

28,9 Was gilt's, wirst du dann vor deinen Henkern noch sagen: «Ich bin Haschem», während du doch nicht Haschem bist, sondern ein Mensch und in der Hand deiner Henker?

28,10 Du sollst den Tod von Unbeschnittenen sterben durch die Hand von Fremden; denn ich habe es geredet, spricht Haschem.

28,11 Und HaschemS Wort geschah zu mir:

28,12 Du Menschenkind, stimm ein Klagelied an über den König von Tyrus und sprich zu ihm: So spricht Haschem: Du warst das Abbild der Vollkommenheit, voller Weisheit und über die Maßen schön.

28,13 In Eden warst du, im Garten HaschemS, geschmückt mit Edelsteinen jeder Art, mit Sarder, Topas, Diamant, Türkis, Onyx, Jaspis, Saphir, Malachit, Smaragd. Von Gold war die Arbeit deiner Ohrringe und des Perlenschmucks, den du trugst; am Tag, als du geschaffen wurdest, wurden sie bereitet.

28,14 Du warst ein glänzender, schirmender Cherub, und auf den qodesh Berg hatte ich dich gesetzt; ein YAH warst du und wandeltest inmitten der feurigen Steine.

28,15 Du warst ohne Tadel in deinem Tun von dem Tage an, als du geschaffen wurdest, bis an dir Missetat gefunden wurde.

28,16 Durch deinen großen Handel wurdest du voll Frevels und hast dich versündigt. Da verstieß ich dich vom MEINEN Berge und tilgte dich, du schirmender Cherub, hinweg aus der Mitte der feurigen Steine.

28,17 Weil sich dein Herz erhob, daß du so schön warst, und du deine Weisheit verdorben hast in all deinem Glanz, darum habe ich dich zu Boden gestürzt und ein Schauspiel aus dir gemacht vor den Königen.

28,18 Weil du mit deiner großen Missetat durch unrechten Handel dein Mikdash entweiht hast, darum habe ich ein Feuer aus dir hervorbrechen lassen, das dich verzehrte und zu Asche gemacht hat auf der Erde vor aller Augen.

28,19 Alle, die dich kannten unter den Völkern, haben sich über dich entsetzt, daß du so plötzlich untergegangen bist und nicht mehr aufkommen kannst.

28,20 Und HaschemS Wort geschah zu mir:

28,21 Du Menschenkind, richte dein Angesicht gegen Sidon und weissage gegen die Stadt

28,22 und sprich: So spricht Haschem: Siehe, ich will an dich, Sidon, und will meine Herrlichkeit erweisen in deiner Mitte, damit man erfahren soll, daß ich Haschem bin, wenn ich das Gericht über die Stadt ergehen lasse und an ihr zeige, daß ich qadosh bin.

28,23 Und ich will Pest und Blutvergießen in ihre Gassen schicken, und überall sollen in ihr liegen vom Schwert Erschlagene, und sie sollen erfahren, daß ich Haschem bin.

28,24 Und forthin soll für das Haus Israel von all seinen feindseligen Nachbarn ringsum kein Dorn übrig bleiben, es zu stechen, und kein Gestrüpp, ihm wehe zu tun, damit sie erfahren, daß ich Haschem bin.

28,25 So spricht Haschem: Wenn ich das Haus Israel wieder sammle aus den Völkern, unter die sie zerstreut sind, so will ich an ihnen vor den Augen der Heiden zeigen, daß ich erhaben bin. Und sie sollen wohnen in ihrem Lande, das ich meinem Knecht Yaqob gegeben habe,

28,26 und sollen darin sicher wohnen und Häuser bauen und Weinberge pflanzen. Ja, sicher sollen sie wohnen, wenn ich das Gericht ergehen lasse über alle ihre Feinde rings um sie her, und sie sollen erfahren, daß ich, ihr Haschem bin.

29. Kapitel

29,1 Im zehnten Jahr am zwölften Tag des zehnten Monats geschah HaschemS Wort zu mir:

29,2 Du Menschenkind, richte dein Angesicht gegen den Pharao, den König von Mitzrayim, und weissage gegen ihn und gegen ganz Mitzrayim.

29,3 Rede und sprich: So spricht Haschem: Siehe, ich will an dich, Pharao, du König von Mitzrayim, du großer Drache, der du in deinem Strom liegst und sprichst: «Der Strom ist mein, und ich habe ihn mir gemacht.»

29,4 Aber ich will dir einen Haken ins Maul legen und die Fische in deinem Strom an deine Schuppen hängen und will dich aus deinem Strom herausziehen samt allen Fischen in deinem Strom, die an deinen Schuppen hängen.

29,5 Ich will dich und alle Fische aus deinem Strom in die Wüste werfen; du wirst aufs Land fallen und nicht wieder aufgelesen und gesammelt werden, sondern ich gebe dich den Tieren auf dem Land und den Vögeln des Himmels zum Fraß.

29,6 Und alle, die in Mitzrayim wohnen, sollen erfahren, daß ich Haschem bin. Weil du dem Hause Israel ein Rohrstab gewesen bist -

29,7 wenn sie dich mit der Hand anfaßten, so brachst du und stachst sie in die Seite; und wenn sie sich auf dich lehnten, so brachst du entzwei, und alle Hüften wankten,

29,8 darum spricht Haschem: Siehe, ich will das Schwert über dich kommen lassen und Menschen und Vieh in dir ausrotten.

29,9 Und Mitzrayim soll zur Wüste und Öde werden, und sie sollen erfahren, daß ich Haschem bin. Weil du sprichst: «Der Strom ist mein, und ich bin's, der ihn gemacht hat»,

29,10 darum siehe, ich will an dich und an deine Wasserströme und will Mitzrayim zur Wüste und Öde machen von Migdol bis nach Syene und bis an die Grenze von Kusch,

29,11 daß vierzig Jahre lang weder Mensch noch Tier das Land durchziehen oder darin wohnen soll.

29,12 Denn ich will Mitzrayim zur Wüste machen inmitten verwüsteter Länder und ihre Städte in Trümmern liegen lassen inmitten verwüsteter Städte vierzig Jahre lang und will die Ägypter zerstreuen unter die Völker, und in die Länder will ich sie verjagen.

29,13 Denn so spricht Haschem: Wenn die vierzig Jahre um sein werden, will ich die Ägypter wieder sammeln aus den Völkern, unter die sie zerstreut werden sollen,

29,14 und will das Geschick Mitzrayims wenden und sie wieder ins Land Patros bringen, in ihr Vaterland; aber sie sollen dort nur ein kleines Königreich sein.

29,15 Sie sollen kleiner sein als andere Reiche und nicht mehr sich erheben über die Völker, und ich will sie gering machen, daß sie nicht über die Völker herrschen sollen,

29,16 damit sich das Haus Israel nicht mehr auf sie verläßt und sich damit versündigt, wenn es sich an sie hängt; und sie sollen erfahren, daß ich Haschem bin.

29,17 Und es begab sich im siebenundzwanzigsten Jahr am ersten Tag des ersten Monats, da geschah Haschem Wort zu mir:

29,18 Du Menschenkind! Nebukadnezar, der König von Babel, hat sein Heer in hartem Dienst vor Tyrus arbeiten lassen, so daß alle Häupter kahl wurden und alle Schultern wund gerieben waren; und doch ist weder ihm noch seinem Heer all die Arbeit vor Tyrus belohnt worden.

29,19 Darum spricht Haschem: Siehe, ich will Nebukadnezar, dem König von Babel, Mitzrayim geben, daß er all ihr Gut wegnehmen und sie berauben und plündern soll, damit er seinem Heer den Sold gebe.

29,20 Zum Lohn für die Arbeit, die er vor Tyrus getan hat, will ich ihm das Land Mitzrayim geben; denn sie haben für mich gearbeitet, spricht Haschem.

29,21 Zur selben Zeit will ich dem Hause Israel wieder Macht geben und will deinen Mund unter ihnen auftun, damit sie erfahren, daß ich Haschem bin.

30. Kapitel

30,1 Und HaschemS Wort geschah zu mir:

30,2 Du Menschenkind, weissage und sprich: So spricht Haschem: Heulet! Wehe, was für ein Tag!

30,3 Denn der Tag ist nahe, ja, HaschemS Tag ist nahe, ein finsterer Tag; die Zeit der Heiden kommt.

30,4 Und das Schwert soll über Mitzrayim kommen, und Kusch wird erschrecken, wenn die Erschlagenen in Mitzrayim fallen und sein Reichtum weggenommen und seine Grundfesten eingerissen werden.

30,5 Kusch und Put und Lud mit allerlei fremdem Volk und Kub und ihre Verbündeten sollen mit ihnen durchs Schwert fallen.

30,6 So spricht Haschem: Alle, die Mitzrayim stützen, müssen fallen, und seine stolze Macht muß herunter. Von Migdol bis nach Syene sollen sie durchs Schwert fallen, spricht Haschem.

30,7 Und sie sollen inmitten verwüsteter Länder zur Wüste werden und ihre Städte inmitten verwüsteter Städte in Trümmern liegen,

30,8 damit sie erfahren, daß ich Haschem bin, wenn ich Feuer an Mitzrayim lege, so daß alle, die ihnen helfen, zunichte werden.

30,9 Zur selben Zeit werden Boten von mir ausziehen in Schiffen, um Kusch zu schrecken, das jetzt so sicher ist, und es wird ein Schrecken über sie kommen am Tage Mitzrayims; denn siehe, er kommt gewiß.

30,10 So spricht Haschem: Ich will dem Reichtum Mitzrayims ein Ende machen durch Nebukadnezar, den König von Babel.

30,11 Er und sein Volk, die Gewalttätigsten unter den Völkern, werden herangebracht werden, um das Land zu verderben, und werden ihre Schwerter ziehen gegen Mitzrayim, daß das Land überall voll Erschlagener liegt.

30,12 Und ich will die Ströme austrocknen und das Land an böse Leute verkaufen und will das Land und was darin ist durch Fremde verwüsten lassen. Ich, Haschem, habe es geredet.

30,13 So spricht Haschem: Ich will von Memfis die Götzen ausrotten und die Abgötter vertilgen, und Mitzrayim soll keinen Fürsten mehr haben, und ich will Schrecken über Mitzrayim bringen.

30,14 Ich will Patros zur Wüste machen und an Zoan Feuer legen und das Gericht über No ergehen lassen

30,15 und will meinen Grimm ausschütten über Sin, die Festung Mitzrayims, und will den Reichtum von No vernichten.

30,16 Ich will Feuer an Mitzrayim legen, und Sin soll es angst und bange werden, und No soll erobert und Nof täglich geängstigt werden.

30,17 Die junge Mannschaft von On und Pi- Beset soll durchs Schwert fallen und die Frauen gefangen weggeführt werden.

30,18 In Tachpanhes wird sich der Tag verfinstern, wenn ich dort das Zepter Mitzrayims zerbreche und seine stolze Macht ein Ende nimmt. Die Stadt wird mit Wolken bedeckt werden, und ihre Töchter werden gefangen weggeführt werden.

30,19 Und ich will das Gericht über Mitzrayim ergehen lassen, damit sie erfahren, daß ich Haschem bin.

30,20 Und es begab sich im elften Jahr am siebenten Tag des ersten Monats, da geschah HaschemS Wort zu mir:

30,21 Du Menschenkind, ich habe den Arm des Pharao, des Königs von Mitzrayim, zerbrochen, und siehe, er ist nicht verbunden worden, daß er wieder genesen könnte, auch nicht mit Binden umwickelt, daß er wieder stark würde und ein Schwert fassen könnte.

30,22 Darum spricht Haschem: Siehe, ich will an den Pharao, den König von Mitzrayim, und will seine Arme zerbrechen, den gesunden und den zerbrochenen, daß ihm das Schwert aus der Hand fallen muß,

30,23 und will die Ägypter unter die Völker zerstreuen und in die Länder verjagen.

30,24 Aber die Arme des Königs von Babel will ich stärken und ihm mein Schwert in die Hand geben und will die Arme des Pharao zerbrechen, daß er vor ihm stöhnen soll wie ein tödlich Verwundeter.

30,25 Ja, ich will die Arme des Königs von Babel stärken, aber die Arme des Pharao sollen sinken, damit sie erfahren, daß ich Haschem bin, wenn ich mein Schwert dem König von Babel in die Hand gebe, damit er's gegen Mitzrayim zücke,

30,26 und ich die Ägypter unter die Völker zerstreue und in die Länder verjage, damit sie erfahren, daß ich Haschem bin.

 

 
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