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Das Buch Der Makkabäer 1

11. Kapitel

11,1 Damals zog der König von Ägypten Truppen zusammen, so zahlreich wie der Sand am Ufer des Meeres, dazu viele Schiffe, denn er wollte mit List die Herrschaft über das Reich Alexanders gewinnen, um es seinem Reich anzugliedern.

11,2 Er rückte in Syrien ein, aber so, als komme er in friedlicher Absicht. Die Einwohner der Städte öffneten ihm die Tore und gingen ihm entgegen. König Alexander hatte es so angeordnet, weil Ptolemäus sein Schwiegervater war.

11,3 Jedesmal, wenn Ptolemäus eine Stadt betreten hatte, ließ er eine Abteilung seiner Truppen als Besatzung dort.

11,4 Als er nach Aschdod zog, zeigte man ihm den niedergebrannten Tempel Dagons und die durch das Feuer verwüstete Stadt und Umgebung von Aschdod. Dazu häufte man an seinem Weg die Leichen der Erschlagenen und Verbrannten aus dem Krieg mit Jonatan auf.

11,5 Man erzählte dem König, was Jonatan getan hatte, um ihn in ein schlechtes Licht zu setzen, aber der König schwieg dazu.

11,6 Jonatan kam dem König in Jafo mit einem glänzenden Gefolge entgegen. Sie begrüßten einander und blieben die Nacht über dort.

11,7 Anschließend begleitete Jonatan den König bis zum Fluß Eleutherus, dann kehrte er nach Jerusalem zurück.

11,8 König Ptolemäus aber brachte alle Küstenstädte bis nach Seleuzia am Meer in seine Gewalt, denn er führte gegen Alexander Böses im Schild.

11,9 Dem König Demetrius ließ er durch Gesandte mitteilen: Wir wollen einen Bund miteinander schließen. Ich will dir meine Tochter geben, die Alexander jetzt zur Frau hat. Du sollst im Reich deines Vaters als König herrschen.

11,10 Ich bereue, daß ich ihm meine Tochter gegeben habe, denn er hat versucht, mich zu ermorden.

11,11 Ptolemäus aber machte Alexander deswegen so schlecht, weil er sein Reich haben wollte.

11,12 Er nahm ihm seine Tochter weg und gab sie Demetrius zur Frau. So brach er mit Alexander, und es wurde überall bekannt, daß sie zu Feinden geworden waren.

11,13 Ptolemäus zog in Antiochia ein und setzte sich die Krone von Asien auf, zwei Kronen trug er nun: die von Ägypten und die von Asien.

11,14 König Alexander war zu dieser Zeit gerade in Zilizien, weil die Bevölkerung jenes Gebietes von ihm abzufallen drohte.

11,15 Sobald er von den Vorfällen hörte, zog er zum Kampf gegen Ptolemäus aus. Dieser rückte ihm mit einem starken Heer entgegen und schlug ihn in die Flucht.

11,16 Alexander floh nach Arabien, weil er glaubte, dort einen Zufluchtsort zu finden, nun stand König Ptolemäus auf der Höhe seiner Macht.

11,17 Der Araber Sabdiël ließ Alexander den Kopf abschlagen und an Ptolemäus schicken.

11,18 Doch drei Tage später starb auch König Ptolemäus. Seine Besatzungstruppen wurden von den Einwohnern der befestigten Städte niedergemacht.

11,19 So kam im Jahr 167 Demetrius an die Herrschaft.

11,20 Zur selben Zeit rief Jonatan die Männer von Judäa zusammen, um die Burg von Jerusalem zu belagern. Sie stellten viele Belagerungsmaschinen gegen sie auf.

11,21 Da gingen einige Verräter, Feinde ihres eigenen Volkes, zum König und berichteten ihm, Jonatan belagere die Burg.

11,22 Als der König das hörte, wurde er sehr wütend. Kaum hatte er die Nachricht erhalten, da begab er sich sofort nach Ptolemaïs. Er erteilte Jonatan schriftlich den Befehl, die Belagerung abzubrechen und sofort zu einer Unterredung zu ihm nach Ptolemaïs zu kommen.

11,23 Als Jonatan die Nachricht erhielt, befahl er, die Belagerung fortzusetzen, dann wählte er sich einige Begleiter aus den Ältesten Israels und den Priestern aus und wagte die Reise.

11,24 Mit Silber, Gold, Gewändern und mit vielen anderen Geschenken fuhr er zum König nach Ptolemaïs. Es gelang ihm, den König umzustimmen.

11,25 Einige Verräter aus dem Volk brachten zwar Beschuldigungen gegen ihn vor,

11,26 aber der König verhielt sich ihm gegenüber wie seine Vorgänger und erwies ihm Ehre in Gegenwart all seiner Freunde.

11,27 Er bestätigte ihn im Hohenpriesteramt und in allen anderen Würden, die man ihm bis dahin übertragen hatte, und verlieh ihm den Titel Freund ersten Ranges.

11,28 Jonatan bat den König, Judäa, die drei Bezirke und Samarien steuerfrei zu machen, und versprach ihm dafür dreihundert Talente zu geben.

11,29 Der König war einverstanden und stellte Jonatan über alle diese Punkte folgende Urkunde aus:

11,30 König Demetrius grüßt seinen Bruder Jonatan und das jüdische Volk.

11,31 Wir haben euretwegen unserem Verwandten Lasthenes einen Brief geschrieben, dessen Abschrift wir auch euch zu eurer Unterrichtung zukommen lassen:

11,32 König Demetrius grüßt Vater Lasthenes.

11,33 Das mit uns befreundete jüdische Volk ist seinen Verpflichtungen uns gegenüber nachgekommen. Darum haben wir beschlossen, ihnen ihre Freundschaft zu vergelten.

11,34 Wir bestätigen ihnen den Besitz von Judäa und den drei Bezirken Efraim, Lod und Ramatajim. Diese sind mit allem, was zu ihnen gehört, von Samarien abgetrennt und zu Judäa geschlagen worden. Für alle, die in Jerusalem opfern, gelte das als Ersatz für die königlichen Steuern, die der König bei ihnen bisher jährlich von den Erträgen der Felder und Bäume erhoben hat.

11,35 Wir überlassen ihnen auch alle unsere anderen Einkünfte, den Zehnten und die Steuern, die uns von jetzt an zustehen, ferner die Abgaben aus den Salzteichen und die Kränze, auf die wir Anspruch haben.

11,36 Nichts davon soll je rückgängig gemacht werden.

11,37 Laßt euch nun eine Abschrift machen, sie soll Jonatan übergeben und auf dem geweihteh Berg an einem Ort, der allen zugänglich ist, aufgestellt werden.

11,38 Als König Demetrius feststellte, daß unter seiner Herrschaft im Land Ruhe herrschte und daß niemand sich ihm widersetzte, schickte er alle seine Soldaten nach Hause, außer den Söldnertruppen, die er bei den Völkern auf den Inseln angeworben hatte. Das nahmen ihm die Soldaten, die schon unter seinen Vorgängern gedient hatten, sehr übel.

11,39 Tryphon, der früher zur Umgebung Alexanders gehört hatte, merkte, wie unzufrieden alle Soldaten über Demetrius waren. Er reiste daher zu dem Araber Jamliku, der Antiochus, den kleinen Sohn Alexanders, aufzog,

11,40 und drängte ihn, ihm den Jungen mitzugeben, damit er seinem Vater als König nachfolgen könne. Er unterrichtete ihn auch über das Vorgehen des Demetrius, und wie dieser sich die Feindschaft seiner Truppen zugezogen hatte. Tryphon blieb längere Zeit dort.

11,41 Jonatan hatte inzwischen König Demetrius gebeten, die Besatzungstruppen aus der Burg von Jerusalem und aus den anderen Festungen abzuziehen, sie verhielten sich nämlich feindlich gegen Israel.

11,42 Demetrius ließ Jonatan sagen: Nicht nur das will ich für dich und dein Volk tun, ich werde dich und dein Volk hoch zu Ehren bringen, sobald ich Gelegenheit dazu habe.

11,43 Im Augenblick wäre es aber gut, wenn du mir Männer schicktest, die mir im Kampf helfen können. Alle meine Truppen sind nämlich von mir abgefallen.

11,44 Jonatan sandte ihm dreitausend kampferfahrene Männer nach Antiochia. Als sie beim König eintrafen, freute er sich sehr über ihre Ankunft.

11,45 Da rotteten sich etwa hundertzwanzigtausend Einwohner mitten in der Stadt zusammen, um den König umzubringen.

11,46 Der König flüchtete sich in den Palast, aber die Einwohner besetzten die Durchgangsstraßen der Stadt und begannen den Kampf.

11,47 Da rief der König die Juden zu Hilfe. Sie fanden sich sofort vollzählig bei ihm ein, schwärmten in die Stadt aus und erschlugen an jenem Tag fast hunderttausend Menschen.

11,48 Sie steckten auch die Stadt in Brand und machten große Beute. So retteten sie den König.

11,49 Als nun die Einwohner bemerkten, daß die Stadt der Willkür der Juden ausgeliefert war, verloren sie jeden Mut, sie schrien zum König und flehten:

11,50 Schließ Frieden mit uns! Wenn nur die Juden aufhören, gegen uns und die Stadt zu kämpfen!

11,51 Sie warfen die Waffen weg und schlossen Frieden. Die Juden aber wurden vom König und von allen seinen Untertanen geehrt. Man sprach von ihnen in seinem ganzen Reich, und sie kehrten mit reicher Beute nach Jerusalem zurück.

11,52 König Demetrius hatte die Macht wieder fest in seiner Hand, und das Land war ruhig unter seiner Herrschaft.

11,53 Da hielt er nichts von dem, was er versprochen hatte. Er brach mit Jonatan und vergalt ihm die erwiesene Freundschaft nicht, sondern setzte ihm hart zu.

11,54 Danach kehrte Tryphon mit dem kleinen Antiochus zurück. Der Knabe trat die Herrschaft an und setzte sich die Krone auf.

11,55 Alle Truppen, die Demetrius davongejagt hatte, schlossen sich ihm an. Sie kämpften gegen Demetrius und schlugen ihn in die Flucht.

11,56 Tryphon erbeutete die Elefanten und nahm Antiochia ein.

11,57 Danach schrieb Antiochus der Jüngere an Jonatan: Ich bestätige dich im Hohenpriesteramt und unterstelle dir die vier Bezirke. Du darfst auch den Titel "Freund des Königs" führen.

11,58 Und er ließ Jonatan goldenes Tafelgerät überbringen und gewährte ihm das Vorrecht, aus goldenen Bechern zu trinken, sich in Purpur zu kleiden und eine goldene Spange zu tragen.

11,59 Jonatans Bruder Simeon machte er zum Befehlshaber über alle Truppen, die zwischen der Tyrischen Steige und der ägyptischen Grenze ihren Standort hatten.

11,60 Darauf brach Jonatan auf, zog durch das Gebiet jenseits des Stroms und wandte sich dann gegen die Städte in der Küstenebene. Alle Truppen in Syrien schlossen sich ihm als Verbündete an. Als er vor Aschkelon erschien, bereiteten ihm die Bürger vor der Stadt einen glänzenden Empfang.

11,61 Von dort zog er nach Gaza. Doch die Einwohner von Gaza schlossen die Tore. Jonatan belagerte die Stadt, brannte die Häuser in der Umgebung nieder und plünderte sie aus.

11,62 Daraufhin baten die Einwohner Gazas Jonatan um Frieden. Er schloß mit ihnen einen Vertrag, nahm die Söhne der führenden Familien als Geiseln und ließ sie nach Jerusalem bringen. Dann zog er durch das Land bis nach Damaskus.

11,63 Dabei erfuhr Jonatan, daß die Feldherren des Demetrius mit einem großen Heer nach Kedesch in Galiläa gezogen seien, um seine Maßnahmen zu durchkreuzen.

11,64 Daher rückte er gegen sie vor. Seinen Bruder Simeon aber hatte er im Land zurückgelassen.

11,65 Simeon schlug sein Lager vor Bet-Zur auf, belagerte die Stadt lange Zeit und schloß sie ein.

11,66 Schließlich baten sie ihn um Frieden. Er ging darauf ein, vertrieb die Feinde von dort, besetzte die Stadt und legte Truppen hinein.

11,67 Jonatan bezog mit seinem Heer ein Lager am See Gennesaret. Morgens brachen sie früh auf und zogen in die Ebene von Hazor.

11,68 Dort stießen sie auf fremde Truppen. Diese hatten einen Teil ihrer Männer in den Bergen als Hinterhalt gegen Jonatan zurückgelassen und griffen ihn nun von vorn an.

11,69 Dann brachen die Truppen, die im Hinterhalt lagen, aus ihrer Stellung hervor und griffen in den Kampf ein.

11,70 Da liefen alle Soldaten Jonatans davon. Keiner blieb zurück, außer den Truppenführern Mattatias, dem Sohn Abschaloms, und Judas, dem Sohn Halfis.

11,71 Jonatan aber zerriß sein Gewand, streute sich Staub auf das Haupt und betete.

11,72 Dann nahm er den Kampf gegen die Feinde auf und schlug sie in die Flucht.

11,73 Als seine Leute, die davongelaufen waren, das sahen, kehrten sie zu ihm zurück und machten sich mit ihm an die Verfolgung, bis sie das Lager der Feinde bei Kedesch erreichten. Dort machten sie halt.

11,74 An jenem Tag fielen von den fremden Truppen etwa dreitausend Mann. Darauf kehrte Jonatan nach Jerusalem zurück.

12. Kapitel

12,1 Als Jonatan sah, daß die Zeit für ihn günstig war, wählte er einige Männer aus und sandte sie nach Rom, um den Freundschaftsvertrag mit den Römern zu bestätigen und zu erneuern.

12,2 Auch nach Sparta und nach anderen Orten schickte er Briefe gleicher Art.

12,3 Die Abgesandten reisten nach Rom, traten vor den Senat und sagten: Uns schicken der Hohepriester Jonatan und das jüdische Volk, um das frühere Freundschaftsbündnis mit den Römern zu erneuern.

12,4 Man gab ihnen Briefe mit an die Behörden der Orte unterwegs mit der Anweisung, sie sicher nach Judäa weiterzuleiten.

12,5 Hier ist eine Abschrift des Briefes, den Jonatan an die Spartaner schrieb:

12,6 Der Hohepriester Jonatan, der Ältestenrat des Volkes, die Priester und das ganze jüdische Volk grüßen ihre Brüder, die Spartaner.

12,7 Schon vor längerer Zeit hat euer König Arëus an den Hohenpriester Onias einen Brief gerichtet, in dem steht, daß ihr unsere Brüder seid, wie aus der Abschrift hervorgeht.

12,8 Onias empfing den Abgesandten ehrenvoll und nahm den Brief entgegen, in dem ausdrücklich vom Freundschaftsbündnis die Rede war.

12,9 So etwas haben wir zwar nicht nötig, denn unser Trost sind die gesegneten Bücher, die wir besitzen.

12,10 Dennoch wollten wir diese Botschaft an euch senden und die brüderliche Gemeinschaft und Freundschaft mit euch erneuern, damit wir euch nicht fremd werden. Viel Zeit ist nämlich verflossen, seit ihr eure Gesandtschaft zu uns geschickt hattet.

12,11 Wir haben seither an allen Festen und an allen Tagen, die dafür vorgesehen sind, bei unseren Opfern und Gebeten ständig an euch gedacht. Denn so gehört es sich, und es entspricht ja auch der Sitte, an die Brüder zu denken.

12,12 Wir freuen uns über euren Ruhm.

12,13 Wir selbst waren in großer Not und sind in viele Kämpfe verwickelt worden, denn die Könige ringsum führten Krieg gegen uns.

12,14 Dennoch wollten wir wegen dieser Kriege weder euch noch den anderen Verbündeten und Freunden zur Last fallen.

12,15 Denn wir haben den Himmel selbst als Helfer und Beistand. Darum sind wir vor unseren Feinden gerettet worden, und unsere Feinde liegen gedemütigt am Boden.

12,16 Jetzt haben wir Numenius, den Sohn des Antiochus, und Antipater, den Sohn Jasons, als Gesandte zu den Römern geschickt, um das alte Freundschaftsbündnis mit ihnen zu erneuern.

12,17 Wir haben ihnen aufgetragen, auf ihrer Reise auch euch zu besuchen, euch Grüße zu bestellen und unseren Brief zu überreichen, in dem wir euch anbieten, die brüderliche Gemeinschaft mit uns zu erneuern.

12,18 Es wäre freundlich von euch, uns darauf Antwort zu geben.

12,19 Und hier ist die Abschrift des Briefes, den die Spartaner an Onias gesandt hatten:

12,20 Arëus, König der Spartaner, grüßt den Hohenpriester Onias.

12,21 In einer Schrift über die Spartaner und Juden fand sich die Nachricht, daß sie Brüder sind und beide von Abraham abstammen.

12,22 Da wir dies erfahren haben, wäre es freundlich von euch, uns zu schreiben, wie es euch geht.

12,23 Wir schreiben euch wieder. Eure Herden und eure Habe gehören uns und unsere euch. Wir geben den Auftrag, daß man euch darüber Auskunft gibt.

12,24 Jonatan erfuhr, daß die Feldherren des Demetrius mit einem noch größeren Heer als zuvor zurückgekehrt waren, um gegen ihn zu kämpfen.

12,25 Er brach von Jerusalem auf und traf in der Gegend von Hamat auf sie. Er wollte ihnen nämlich keine Zeit lassen, in sein Land einzudringen.

12,26 Späher, die er in ihr Lager geschickt hatte, meldeten ihm bei ihrer Rückkehr, daß die Feinde sich zu einem nächtlichen Überfall vorbereitet hatten.

12,27 Bei Sonnenuntergang befahl daher Jonatan seinen Leuten, wach zu bleiben und die ganze Nacht kampfbereit unter Waffen zu stehen. Rings um das Lager stellte er Posten auf.

12,28 Als die Gegner merkten, daß Jonatan mit seinen Leuten kampfbereit war, packte sie Furcht und Schrecken. Sie zündeten in ihrem Lager Wachfeuer an und zogen ab.

12,29 Jonatan und seine Leute bemerkten bis zum Morgen nichts, denn sie sahen die Feuer brennen.

12,30 Jonatan nahm zwar die Verfolgung auf, konnte die Feinde aber nicht mehr einholen, denn sie hatten den Eleutherus bereits überschritten.

12,31 Jonatan wandte sich nun gegen die sabadäischen Araber, schlug sie und plünderte sie aus.

12,32 Dann brach er nach Damaskus auf und zog durch das ganze dazwischen liegende Gebiet.

12,33 Auch Simeon war aufgebrochen. Er marschierte auf Aschkelon und auf die Festungen in jenem Gebiet zu, dann wandte er sich überraschend gegen Jafo und besetzte es.

12,34 Er hatte nämlich gehört, daß die Einwohner vorhatten, die Festung den Leuten des Demetrius zu übergeben. Daher legte er eine Besatzung hinein, um die Stadt zu bewachen.

12,35 Als Jonatan zurückgekehrt war, ließ er die Ältesten des Volkes zusammenkommen und beriet mit ihnen über die Anlage von Festungen in Judäa.

12,36 Auch sollten die Mauern von Jerusalem erhöht werden, ferner sei zwischen der Burg und der Stadt eine hohe Mauer zu errichten, um die Burg völlig von der Stadt abzuschneiden, damit die Besatzung weder etwas kaufen noch verkaufen könne.

12,37 So kam man zum Ausbau der Stadt zusammen. Als ein Teil der Mauer oberhalb des Tales im Osten einstürzte, besserte man sie wieder aus und gab ihr den Namen Kafnata.

12,38 Simeon baute Hadid in der Schefela aus, befestigte es und versah es mit Toren und die Tore mit Querbalken zum Verriegeln.

12,39 Tryphon strebte nach der Herrschaft über Asien und wollte sich selbst die Königskrone aufsetzen, deshalb trachtete er König Antiochus nach dem Leben.

12,40 Doch er fürchtete, daß Jonatan das nicht zulassen und Krieg gegen ihn führen werde. So suchte er nach Mitteln und Wegen, ihn in seine Gewalt zu bekommen und umzubringen. Darum zog er nach Bet-Schean.

12,41 Jonatan rückte ihm mit vierzigtausend kampferprobten Männern nach Bet-Schean entgegen.

12,42 Als Tryphon sah, daß Jonatan ein großes Heer bei sich hatte, fürchtete er sich, etwas gegen ihn zu unternehmen.

12,43 Er bereitete ihm einen glänzenden Empfang, stellte ihn all seinen Freunden vor, machte ihm Geschenke und befahl seinen Freunden und Soldaten: Gehorcht ihm wie mir selbst!

12,44 Dann sagte er zu Jonatan: Warum hast du dieses ganze Heer bemüht? Es droht doch kein Krieg.

12,45 Laß sie nach Hause gehen, wähl dir einige Männer als Begleitung aus, und geh mit mir nach Ptolemaïs! Ich werde dir die Stadt und die übrigen Festungen übergeben und auch alle anderen Truppen und alle Behörden. Nur deswegen bin ich gekommen, dann ziehe ich wieder ab.

12,46 Jonatan vertraute ihm und tat, was Tryphon ihm vorgeschlagen hatte. Er entließ seine Truppen, und sie zogen nach Judäa ab.

12,47 Dreitausend Mann behielt er bei sich, von denen er zweitausend in Galiläa ließ, nur tausend begleiteten ihn.

12,48 Sobald Jonatan Ptolemaïs betreten hatte, schlossen die Einwohner die Tore, nahmen ihn fest und erschlugen alle, die mit ihm gekommen waren, mit dem Schwert.

12,49 Tryphon entsandte außerdem Fußvolk und Reiterei nach Galiläa und in die Große Ebene, um alle Truppen Jonatans niederzumachen.

12,50 Als diese merkten, daß Jonatan mit seinen Begleitern den Feinden in die Hände gefallen und umgekommen war, machten sie einander Mut und marschierten kampfbereit in bester Ordnung weiter.

12,51 Als die Verfolger sahen, daß Jonatans Männer um ihr Leben kämpfen würden, kehrten sie um.

12,52 Die jüdischen Truppen kamen unversehrt in Judäa an. Sie trauerten um Jonatan und seine Begleiter und waren voller Angst, auch ganz Israel war in großer Trauer.

12,53 Alle Völker ringsum versuchten, Israel zu vernichten. Denn sie sagten sich: Sie haben keinen Führer und Helfer mehr. Nun wollen wir gegen sie kämpfen und die Erinnerung an sie austilgen.

13. Kapitel

13,1 Simeon erfuhr, daß Tryphon ein großes Heer zusammengebracht hatte, um in Judäa einzufallen und es zu vernichten.

13,2 Auch merkte er, wie das Volk voller Angst und Furcht war. Darum ging er nach Jerusalem hinauf und rief das Volk zusammen.

13,3 Er sprach ihnen Mut zu und sagte: Ihr wißt selbst, wie ich, meine Brüder und meine Familie sich für unsere Gesetze und für das Miqdash eingesetzt und welche Kämpfe und Gefahren wir dafür auf uns genommen haben.

13,4 Alle meine Brüder sind nun für Israel gestorben, ich allein bin übriggeblieben.

13,5 Ich denke nicht daran, im Augenblick der Not mein Leben zu schonen. Denn ich bin nicht mehr wert als meine Brüder.

13,6 Vielmehr will ich mein Volk, das Miqdash, unsere Frauen und Kinder rächen. Denn alle Völker haben sich zusammengetan, um uns auszurotten, weil sie uns hassen.

13,7 Sobald das Volk seine Worte hörte, faßte es neuen Mut

13,8 und rief laut: Sei du unser Führer anstelle deiner Brüder Judas und Jonatan!

13,9 Nimm unseren Kampf in deine Hand! Alles, was du befiehlst, wollen wir tun.

13,10 Simeon rief alle kampffähigen Männer zusammen, ließ den Bau der Mauern von Jerusalem so schnell wie möglich zu Ende führen und sicherte die Stadt nach allen Seiten.

13,11 Jonatan, den Sohn des Abschalom, schickte er mit einem ansehnlichen Heer nach Jafo. Dieser vertrieb die Einwohner und blieb in der Stadt.

13,12 Tryphon brach mit einem großen Heer von Ptolemaïs auf, um in Judäa einzufallen. Jonatan nahm er als Gefangenen mit sich.

13,13 Simeon schlug sein Lager bei Hadid am Rand der Ebene auf.

13,14 Da erfuhr Tryphon, Simeon habe anstelle seines Bruders Jonatan die Führung übernommen und werde den Kampf gegen ihn fortsetzen. Er schickte zu ihm Unterhändler mit der Botschaft:

13,15 Wir halten deinen Bruder Jonatan nur fest, weil er der königlichen Schatzkammer Geld schuldet für die Ämter, die er innehat.

13,16 Schick uns also hundert Talente Silber und zwei seiner Söhne als Geiseln, damit er nicht von uns abfällt, sobald er wieder frei ist, dann werden wir ihn freilassen.

13,17 Simeon merkte wohl, daß ihr Vorschlag nicht ehrlich gemeint war. Dennoch ließ er das Geld und die Kinder holen, um sich beim Volk nicht verhaßt zu machen.

13,18 Sonst hätte man nämlich gesagt: Jonatan mußte sterben, weil Simeon das Geld und die Kinder für ihn nicht ausgeliefert hat.

13,19 So lieferte er die Kinder und die hundert Talente aus, aber es zeigte sich, daß Tryphon ein Lügner war, denn er ließ Jonatan nicht frei.

13,20 Danach rückte Tryphon heran, um in Judäa einzufallen und es zu verwüsten. Er machte dabei einen Umweg über Adora, aber Simeon trat ihm mit seinem Heer überall entgegen, wo er ins Land eindringen wollte.

13,21 Die Besatzung der Burg von Jerusalem schickte Boten zu Tryphon, die ihn zur Eile drängten und ihn aufforderten, von der Wüste her einen Durchbruch zu versuchen und Nahrungsmittel für sie heranzuschaffen.

13,22 Daraufhin stellte Tryphon die gesamte Reiterei bereit, um durchzubrechen, aber in jener Nacht fiel sehr viel Schnee, und er konnte wegen des Schnees nicht durchkommen. Da zog er ab nach Gilead.

13,23 In der Nähe von Baskama ließ er Jonatan umbringen und begraben.

13,24 Dann zog Tryphon ab und kehrte in sein Land zurück.

13,25 Simeon schickte einige Männer, um die Gebeine seines Bruders Jonatan holen und in Modeïn, der Stadt seiner Väter, bestatten zu lassen.

13,26 Ganz Israel hielt eine große Totenklage für ihn ab und trauerte viele Tage um ihn.

13,27 Simeon ließ ein hohes, weithin sichtbares Denkmal über dem Grab seines Vaters und seiner Brüder errichten. Für die Vorder- und Rückseite verwendete er behauene Steine.

13,28 Auch ließ er sieben Pyramiden bauen, von denen jeweils zwei einander gegenüberstanden: für den Vater, die Mutter und die vier Brüder.

13,29 Um die Pyramiden ließ er eine kunstvolle Anlage errichten, indem er sie mit hohen Säulen umgab. An den Säulen ließ er zum ewigen Gedenken Rüstungen anbringen und neben den Rüstungen Schiffe einmeißeln. Das Denkmal sollte für alle sichtbar sein, die auf dem Meer vorüberfahren.

13,30 Dieses Grabmal, das er in Modeïn errichtete, steht noch heute dort.

13,31 Tryphon ließ den jungen König Antiochus heimtückisch ermorden,

13,32 trat seine Nachfolge an und setzte sich die Krone von Asien auf. Er richtete im Land großes Unglück an.

13,33 Simeon legte in Judäa Festungen an, umgab sie mit hohen Türmen und gewaltigen Mauern, versah sie mit Toren und Riegeln und ließ Proviant in die Festungen bringen.

13,34 Dann wählte Simeon einige Männer aus, die er zu König Demetrius sandte, um einen Steuernachlaß für das Land zu erwirken. Denn Tryphon war nur auf Ausbeutung aus.

13,35 König Demetrius antwortete ihm mit folgendem Brief:

13,36 König Demetrius grüßt Simeon, den Hohenpriester und Freund der Könige, sowie die Ältesten und das jüdische Volk.

13,37 Den goldenen Kranz und den Palmzweig, den ihr gesandt habt, haben wir erhalten. Wir sind bereit, ein für allemal Frieden mit euch zu schließen und die Behörden anzuweisen, euch Nachlaß zu gewähren.

13,38 Alles, was wir euch bestätigt haben, bleibt in Kraft, auch die Festungen, die ihr angelegt habt, dürfen bestehen bleiben.

13,39 Wir vergeben euch alle Nachlässigkeiten und Verfehlungen, die ihr bis auf den heutigen Tag begangen habt, und erlassen euch den Kranz, den ihr noch schuldet. Sollten noch andere Abgaben von Jerusalem erhoben worden sein, sollen sie künftig wegfallen.

13,40 Wenn ihr Leute habt, die geeignet sind, in unserer Leibgarde Dienst zu tun, sollen sie angenommen werden. Zwischen uns soll Friede herrschen.

13,41 Im Jahr 170 wurde das Joch der fremden Völker von Israel genommen.

13,42 Das Volk begann, Urkunden und Verträge mit der Formel einzuleiten: Im Jahr 1 der Regierung Simeons, des Hohenpriesters, Befehlshabers und Führers der Juden.

13,43 Damals zog Simeon nach Geser, schloß die Stadt mit seinen Truppen ein, errichtete einen Belagerungsturm und ließ ihn an die Stadt heranschieben. Man schlug eine Bresche in einen Turm der Stadtmauer und besetzte ihn.

13,44 Dann sprang die Mannschaft des Belagerungsturms in die Stadt hinein. Es entstand ein großes Durcheinander in der Stadt.

13,45 Ihre Bürger stiegen mit Frauen und Kindern auf die Mauern, zerrissen ihre Gewänder, schrien laut und baten Simeon, mit ihnen Frieden zu schließen.

13,46 Sie sagten: Vergilt uns nicht nach unserer Schuld, sondern nach deiner Güte!

13,47 Simeon ließ sich erweichen und stellte den Kampf ein. Er vertrieb sie jedoch aus der Stadt und ließ die Häuser, in denen Götterbilder waren, entsühnen, dann zog er feierlich mit Lobliedern und Preisgesängen in die Stadt ein.

13,48 Er entfernte alles Unreine und siedelte gesetzestreue Männer an. Dann ließ er die Stadt noch stärker befestigen und baute auch für sich ein Haus in der Stadt.

13,49 Die Besatzung der Burg von Jerusalem war von jeder Verbindung mit dem Land abgeschnitten, sie konnten weder etwas kaufen noch etwas verkaufen und hatten fast nichts mehr zu essen, eine beträchtliche Anzahl von ihnen kam durch den Hunger um.

13,50 Da baten sie Simeon um Frieden. Er gewährte ihn, vertrieb sie aber von dort und entsühnte die Burg von jeder Befleckung.

13,51 Am dreiundzwanzigsten Tag des zweiten Monats im Jahr 171 zogen die Israeliten unter der Musik von Harfen, Zimbeln und Zithern mit Hymnen und Gesängen in die Burg ein, sie trugen Palmzweige in den Händen und sangen Freudenlieder. Denn Israel war von einem gefährlichen Feind befreit.

13,52 Simeon setzte fest, daß dieser Tag jährlich feierlich begangen werden solle. Er ließ die zur Burg hin gelegene Seite des Tempelbergs noch stärker befestigen und nahm mit seinem Gefolge Wohnung in der Burg.

13,53 Als Simeon sah, daß sein Sohn Johanan zu einem Mann herangewachsen war, machte er ihn zum Befehlshaber aller Streitkräfte, und Johanan ließ sich in Geser nieder.

14. Kapitel

14,1 Im Jahr 172 zog König Demetrius seine Truppen zusammen und brach nach Medien auf, um Hilfstruppen für den Kampf gegen Tryphon zu gewinnen.

14,2 Als Arsakes, der König von Persien und Medien, erfuhr, daß Demetrius in sein Gebiet eingedrungen war, sandte er einen seiner Feldherren mit dem Auftrag aus, Demetrius lebendig gefangen zu nehmen.

14,3 Der Feldherr machte sich auf den Weg, schlug das Heer des Demetrius, nahm ihn gefangen und brachte ihn zu Arsakes, der ihn ins Gefängnis warf.

14,4 Das Land Judäa hatte Ruhe, solange Simeon lebte. Er sorgte für das Wohl seines Volkes. Sie freuten sich jeden Tag über seine Macht und seinen Ruhm.

14,5 Sein Ruhm wuchs, als er den Hafen von Jafo gewann, so öffnete er einen Weg zu den Inseln.

14,6 Er erweiterte das Gebiet seines Volkes und gewann die Herrschaft über das ganze Land.

14,7 Viele Verbannte führte er wieder zurück. Er eroberte Geser, Bet-Zur und die Burg und vernichtete darin alles, was unrein war. Niemand widersetzte sich ihm.

14,8 Sie bebauten in Frieden ihr Land, der Boden gab seinen Ertrag, die Bäume auf dem Feld ihre Frucht.

14,9 Auf den Plätzen saßen die Alten, alle sprachen über ihr Glück. Die jungen Männer gingen im Schmuck ihrer Waffen umher.

14,10 Er versorgte die Städte mit Nahrung und baute sie zu Festungen aus. Sein Name wurde berühmt bis an das Ende der Welt.

14,11 Er brachte dem Land den Frieden, in Israel herrschte Jubel und Freude.

14,12 Jeder saß unter seinem Weinstock und seinem Feigenbaum, und niemand schreckte sie auf.

14,13 Der Feind verschwand aus dem Land, in jenen Tagen wurden die Könige besiegt.

14,14 Er stärkte alle Schwachen im Land und setzte sich ein für das Gesetz. Alle Verräter und Sünder aber rottete er aus.

14,15 Das Miqdash baute er prachtvoll aus, viele Geräte für den Tempel schaffte er an.

14,16 Als man in Rom - und auch in Sparta - erfuhr, daß Jonatan tot war, war man sehr bestürzt.

14,17 Als man aber hörte, sein Bruder Simeon habe seine Nachfolge als Hoherpriester angetreten und das Land mit seinen Städten sei fest in seiner Hand,

14,18 schrieben sie ihm auf Bronzetafeln einen Brief und boten ihm an, das Freundschaftsbündnis mit ihm zu erneuern, das sie mit seinen Brüdern Judas und Jonatan geschlossen hatten.

14,19 Diese Botschaft wurde vor der Volksversammlung in Jerusalem verlesen.

14,20 Hier ist eine Abschrift des Briefes, den die Spartaner schickten: Die Regierung und die Stadt der Spartaner grüßen den Hohenpriester Simeon, die Ältesten, die Priester und das ganze übrige jüdische Volk, ihre Brüder.

14,21 Die Gesandten, die ihr zu unserem Volk geschickt habt, haben uns von eurem Ruhm und eurem Ansehen berichtet, und wir haben uns über ihren Besuch sehr gefreut.

14,22 Was sie vor dem Rat des Volkes gesagt haben, haben wir, wie folgt, schriftlich festgehalten: Numenius, der Sohn des Antiochus, und Antipater, der Sohn Jasons, sind als Gesandte der Juden zu uns gekommen, um die Freundschaft mit uns zu erneuern.

14,23 Das Volk hat beschlossen, ihnen einen glänzenden Empfang zu bereiten und die Niederschrift ihrer Rede im Staatsarchiv zu hinterlegen, damit das Volk von Sparta sie nicht vergißt. - Eine Abschrift davon schickten sie an den Hohenpriester Simeon.

14,24 Danach sandte Simeon den Numenius mit einem großen goldenen Schild, der tausend Minen wog, nach Rom, um das Bündnis mit den Römern zu bekräftigen.

14,25 Als man im Volk davon erfuhr, sagte man: Wie können wir Simeon und seinen Söhnen danken?

14,26 Denn er, seine Brüder und seine ganze Familie waren uns Halt und Stütze. Er hat den Kampf gegen Israels Feinde geführt und sie vertrieben und mit seinen Brüdern dem Volk die Freiheit errungen. Man fertigte Bronzetafeln an, die man auf dem Berg Zion an Säulen befestigte

14,27 und auf denen folgendes stand: Am achtzehnten Tag des Monats Elul im Jahr 172 - das ist im dritten Jahr der Regierung des großen Hohenpriesters Simeon in Asaramel -

14,28 wurde auf der großen Versammlung der Priester, des Volkes, der Führer des Volkes und der Ältesten des Landes uns folgendes bekanntgegeben:

14,29 Als wiederholt im Land Krieg ausbrach, scheuten Simeon, der Sohn des Mattatias, aus der Familie Jojaribs, und seine Brüder keine Gefahr. Sie stellten sich den Feinden ihres Volkes entgegen, um ihr Miqdash und das Gesetz zu erhalten, und verschafften ihrem Volk großen Ruhm.

14,30 Jonatan führte sein Volk zusammen, er wurde ihr Hoherpriester, bis er mit seinen Vätern vereint wurde.

14,31 Als darauf ihre Feinde den Plan faßten, in das Land einzufallen, um es zu vernichten und ihr Miqdash anzutasten,

14,32 erhob sich Simeon und kämpfte für sein Volk. Aus eigenen Mitteln brachte er viel Geld auf und versorgte die Krieger seines Volkes mit Waffen und Verpflegung.

14,33 Er ließ die Städte Judäas befestigen, besonders Bet-Zur, das an der Grenze von Judäa liegt, er legte eine jüdische Besatzung dorthin, wo zuvor ein Waffenlager der Feinde gewesen war.

14,34 Auch die Städte Jafo am Meer und Geser bei Aschdod ließ er befestigen. Früher wohnten dort die Feinde, er aber siedelte Juden an und ließ ihnen alles zukommen, was sie zu ihrem Unterhalt brauchten.

14,35 Als das Volk sah, wie treu Simeon war und welchen Ruhm er seinem Volk zu verschaffen suchte, machten sie ihn zu ihrem Führer und Hohenpriester zum Dank für all diese Taten, für die Gerechtigkeit und Treue, die er seinem Volk bewies, und für sein Bestreben, auf jede Weise sein Volk zu fördern.

14,36 Es ist ihm zu seiner Zeit gelungen, die Fremden aus dem Land zu vertreiben, vor allem die, die in der Davidstadt in Jerusalem wohnten und sich eine Burg gebaut hatten, aus der sie Ausfälle machten, die Umgebung des Tempels entweihten und Haschem großen Schaden zufügten.

14,37 Er siedelte in der Davidstadt Juden an und ließ sie befestigen, um Land und Stadt zu sichern. Auch ließ er die Mauern von Jerusalem höher machen.

14,38 Demgemäß bestätigte ihn König Demetrius im Hohenpriesteramt.

14,39 Er ernannte ihn zu seinem Freund und zeichnete ihn durch hohe Ehren aus.

14,40 Denn er hatte gehört, daß Rom die Juden Freunde, Verbündete und Brüder genannt und den Gesandten Simeons einen glänzenden Empfang bereitet hatte.

14,41 Darum beschlossen die Juden und ihre Priester, Simeon solle für immer ihr Anführer und Hoherpriester sein, bis ein wahrer Prophet auftrete.

14,42 Auch solle er ihr Befehlshaber sein und für das Miqdash Sorge tragen, durch ihn seien die Beamten zu ernennen für die Arbeiten am Tempel, für das Land, das Heer und die Festungen.

14,43 [Er solle für das Miqdash Sorge tragen.] Alle hätten ihm zu gehorchen. Jede Urkunde im Land müsse in seinem Namen ausgestellt werden. Auch dürfe er sich in Gold und Purpur kleiden.

14,44 Keinem aus dem Volk oder aus der Priesterschaft sei es erlaubt, eine dieser Bestimmungen außer Kraft zu setzen, gegen seine Anordnungen zu verstoßen, ohne seine Erlaubnis im Land eine Versammlung einzuberufen, Purpur zu tragen oder eine goldene Spange anzulegen.

14,45 Jeder, der dem zuwiderhandle oder sich nicht daran halte, mache sich strafbar.

14,46 Das ganze Volk beschloß, diese Verfügungen zugunsten Simeons zu erlassen.

14,47 Simeon nahm an, er willigte ein, Hoherpriester, Befehlshaber und Fürst der Juden und ihrer Priester zu sein und in allem den Vorsitz zu führen.

14,48 Sie ließen diese Urkunde auf Bronzetafeln schreiben und im Vorhof des Tempels für alle sichtbar aufstellen.

14,49 Eine Abschrift davon sei in der Schatzkammer für Simeon und seine Söhne zu hinterlegen.

15. Kapitel

15,1 Antiochus, der Sohn des Königs Demetrius, schickte von den Inseln ein Schreiben an Simeon, den Priester und Fürsten der Juden, und an das ganze Volk.

15,2 Es hatte folgenden Inhalt: König Antiochus grüßt Simeon, den Hohenpriester und Fürsten, und das jüdische Volk.

15,3 Ein paar Verbrecher haben die Herrschaft über das Reich unserer Väter an sich gerissen. Ich will nun das Reich wieder übernehmen und in ihm die alte Ordnung wiederherstellen. Ich habe zahlreiche Streitkräfte angeworben, mehrere Kriegsschiffe ausgerüstet,

15,4 und will mit ihnen landen, um alle zur Rechenschaft zu ziehen, die unser Land verwüstet und so viele Städte in meinem Reich entvölkert haben.

15,5 Ich bestätige dir den Erlaß aller Steuern, auf die die Könige vor mir verzichtet haben, und aller sonstigen Geschenke, die sie dir erlassen haben.

15,6 Hiermit gestatte ich dir, eigene Münzen für dein Land zu prägen.

15,7 Jerusalem und das Miqdash sollen frei sein. Du darfst alle Waffen behalten, die du dir beschafft hast, dazu alle Festungen, die du angelegt hast und die in deiner Hand sind.

15,8 Alle Schulden an die königliche Kasse, auch die künftigen Forderungen der Krone, seien dir von jetzt an für immer erlassen.

15,9 Sobald wir die Herrschaft angetreten haben, werden wir dich, dein Volk und den Tempel mit hohen Ehren auszeichnen, so daß sich euer Ruhm über die ganze Welt verbreitet.

15,10 Im Jahr 174 kam Antiochus in das Land seiner Väter. Alle Truppen schlossen sich ihm an, nur wenige blieben bei Tryphon.

15,11 Antiochus verfolgte ihn, und Tryphon flüchtete nach Dor am Meer.

15,12 Er hatte gemerkt, daß für ihn schlimme Zeiten angebrochen waren, denn seine Truppen hatten ihn verlassen.

1513 Antiochus belagerte Dor mit hundertzwanzigtausend Soldaten und achttausend Reitern.

14 Er schloß die Stadt ein und ließ sie mit den Schiffen vom Meer her angreifen. So setzte er ihr zu Wasser und zu Land hart zu und ließ niemand hinein oder heraus.

15,15 Zu dieser Zeit kam Numenius mit seinen Begleitern aus Rom zurück, er hatte Briefe mit folgendem Inhalt an verschiedene Könige und Länder bei sich:

15,16 Der römische Konsul Luzius grüßt König Ptolemäus.

15,17 Die jüdischen Gesandten sind als Freunde und Verbündete zu uns gekommen, um das alte Freundschaftsbündnis zu erneuern, der Hohepriester Simeon und das jüdische Volk hatten sie geschickt.

15,18 Sie brachten auch einen goldenen Schild im Wert von tausend Minen mit.

15,19 Wir haben nun beschlossen, Könige und Länder schriftlich anzuweisen, nichts gegen die Juden zu unternehmen, gegen sie, ihre Städte und ihr Land keinen Krieg zu führen und ihre Gegner nicht zu unterstützen.

15,20 Auch beschlossen wir, den Schild von ihnen anzunehmen.

15,21 Wenn nun irgendwelche Verbrecher aus ihrem Land zu euch geflohen sind, so liefert sie dem Hohenpriester Simeon aus, damit er sie nach dem jüdischen Gesetz bestrafen kann.

15,22 Im gleichen Sinn schrieb Luzius an die Könige Demetrius, Attalus, Ariarathes und Arsakes

15,23 sowie an alle folgenden Länder: nach Sampsame, Sparta, Delos, Myndos, Sikyon, Karien, Samos, Pamphylien, Lyzien, Halikarnaß, Rhodos, Phaselis, Kos, Side, Arwad, Gortyna, Knidos, Zypern und Zyrene.

1524 Eine Abschrift schickten die Römer an den Hohenpriester Simeon.

15,25 König Antiochus belagerte Dor von der Vorstadt aus. Er ließ seine Truppen ununterbrochen gegen die Stadt anrennen, stellte Belagerungsmaschinen auf und hielt Tryphon eingeschlossen, so daß niemand hinein oder heraus konnte.

15,26 Simeon sandte dem König zu seiner Unterstützung zweitausend ausgesuchte Krieger, dazu Silber und Gold und viel Kriegsausrüstung.

15,27 Aber der König wollte es nicht annehmen, er brach vielmehr mit ihm und machte alles rückgängig, was er vorher mit ihm vertraglich vereinbart hatte.

15,28 Er schickte einen seiner Freunde namens Athenobius als Unterhändler zu ihm und ließ ihm sagen: Ihr habt Jafo, Geser und die Burg von Jerusalem besetzt, Städte meines Königreiches.

15,29 Ihr Gebiet habt ihr verwüstet und großen Schaden im Land angerichtet, und viele Orte in meinem Reich habt ihr an euch gerissen.

15,30 Nun gebt die Städte wieder heraus, die ihr besetzt habt, ebenso entrichtet die Steuern für die Orte außerhalb Judäas, die ihr euch angeeignet habt.

15,31 Andernfalls gebt als Ersatz fünfhundert Talente Silber, weitere fünfhundert Talente für den Schaden, den ihr angerichtet habt, und für die Steuern der Städte. Sonst kommen wir und führen Krieg gegen euch.

15,32 Athenobius, der Freund des Königs, kam nach Jerusalem. Als er die Prachtentfaltung Simeons, den Schrank mit den goldenen und silbernen Geräten und den großen Hofstaat sah, war er sehr erstaunt. Er meldete Simeon die Worte des Königs,

15,33 doch der gab zur Antwort: Wir haben kein fremdes Land besetzt und uns nichts angeeignet, was uns nicht gehörte, sondern wir haben nur das Erbe unserer Väter zurückgeholt, das unsere Feinde zu Unrecht vorübergehend an sich gerissen hatten.

15,34 Wir nutzen nur die Gelegenheit und halten das Erbe unserer Väter fest.

15,35 Was aber Jafo und Geser betrifft, auf die du Anspruch erhebst, so ist zu sagen: Diese Städte haben unserem Volk und Land großen Schaden zugefügt. Wir wollen für sie hundert Talente zahlen. Athenobius gab ihm keine Antwort,

15,36 sondern ging wütend zum König zurück. Er unterrichtete ihn über die Antwort Simeons, über seine Prachtentfaltung und über alles, was er gesehen hatte. Da geriet der König in heftigen Zorn.

15,37 Tryphon entkam auf einem Schiff nach Orthosia.

15,38 Der König ernannte Kendebäus zum Befehlshaber über die Küste und teilte ihm Fußtruppen und Reiterei zu.

15,39 Er gab ihm den Auftrag, an der Grenze Judäas ein Lager aufzuschlagen, den Ort Kidron auszubauen und mit festen Toren zu versehen, um gegen die Juden Krieg zu führen, während er selbst die Verfolgung des Tryphon aufnahm.

15,40 Kendebäus zog nach Jamnia und begann, das jüdische Volk zu reizen, Überfälle auf Judäa zu machen, Juden gefangenzunehmen und zu ermorden.

15,41 Er baute Kidron aus und legte Reiter und Fußtruppen hinein. Diese unternahmen Streifzüge auf den Straßen Judäas, wie ihnen der König befohlen hatte.

16. Kapitel

16,1 Da kam Johanan von Geser herauf und berichtete seinem Vater Simeon von den Unternehmungen des Kendebäus.

16,2 Simeon rief seine beiden ältesten Söhne, Judas und Johanan, zu sich und sagte zu ihnen: Ich, meine Brüder und meine Familie haben von Jugend an bis auf den heutigen Tag die Kriege Israels geführt. Oft gelang es uns, Israel zu retten.

16,3 Nun bin ich alt geworden, ihr aber seid durch des Himmels Gnade herangewachsen. Tretet an meine und meines Bruders Stelle, zieht aus, und kämpft für unser Volk! Der Himmel möge euch helfen.

16,4 Er hob im Land zwanzigtausend besonders kampferprobte Männer aus, dazu Reiter. Sie zogen gegen Kendebäus und blieben über Nacht in Modeïn.

16,5 Früh am nächsten Morgen rückten sie aus in die Ebene. Plötzlich trafen sie auf ein großes Heer, Fußvolk und Reiterei. Es lag aber eine Schlucht zwischen ihnen.

16,6 Johanan machte mit seinen Leuten dem Feind gegenüber halt. Als er merkte, daß sie Angst hatten, die Schlucht zu durchqueren, ging er als erster hinüber. Das sahen seine Männer und folgten ihm auf die andere Seite.

16,7 Dann zog er das Heer auseinander und ließ die Reiterei sich mitten zwischen dem Fußvolk aufstellen, die Reiterei des Feindes war nämlich sehr stark.

16,8 Man stieß in die Trompeten, und Kendebäus wurde samt seinem Heer geschlagen und hatte viele Gefallene zu beklagen. Der Rest floh in die Festung.

16,9 Bei dieser Gelegenheit wurde Judas, der Bruder des Johanan, verwundet. Johanan aber nahm die Verfolgung auf, bis er nach Kidron kam, das Kendebäus ausgebaut hatte.

16,10 Da flohen sie weiter in die Türme bei Aschdod. Johanan ließ die Stadt in Brand stecken, dabei kamen etwa zweitausend Feinde um. Johanan aber kehrte wohlbehalten nach Judäa zurück.

16,11 Ptolemäus, der Sohn Abubs, war Befehlshaber in der Ebene von Jericho. Er besaß viel Silber und Gold,

16,12 denn er war der Schwiegersohn des Hohenpriesters.

16,13 Da wurde er stolz, er wollte die Herrschaft über das Land an sich reißen und plante einen heimtückischen Anschlag, um Simeon und seine Söhne aus dem Weg zu räumen.

16,14 Als Simeon die Städte in jener Gegend besuchte, um dort nach dem Rechten zu sehen, kam er mit seinen Söhnen Judas und Mattatias im elften Monat, das ist der Schebat, des Jahres 177 nach Jericho.

16,15 Der Sohn Abubs hatte eine kleine Festung namens Dok erbaut. Dort nahm er sie voll Hinterlist auf. Er veranstaltete für sie ein großes Gelage, hielt aber im Hintergrund einige Männer versteckt.

16,16 Als Simeon und seine Söhne betrunken waren, sprangen Ptolemäus und seine Leute auf, griffen zu ihren Waffen, drangen zu Simeon in den Speisesaal ein und erschlugen ihn und seine beiden Söhne und einige aus seinem Gefolge.

16,17 So beging Ptolemäus einen gemeinen Verrat und vergalt Gutes mit Bösem.

16,18 Ptolemäus berichtete darüber dem König in einem Brief, und bat ihn, ihm Truppen zu Hilfe zu schicken und ihm das Land und die Städte zu übergeben.

16,19 Auch schickte er einige Männer nach Geser, um Johanan ermorden zu lassen. Die Hauptleute forderte er schriftlich auf, zu ihm zu kommen, er wolle ihnen Silber und Gold und andere Geschenke geben.

16,20 Wieder andere schickte er aus, damit sie Jerusalem und den Tempelberg besetzten.

16,21 Aber jemand lief voraus und meldete Johanan in Geser, sein Vater und seine Brüder seien tot, er sagte: Er hat bereits Leute ausgeschickt, um auch dich umbringen zu lassen.

16,22 Als Johanan das hörte, erschrak er sehr. Die Männer aber, die kamen, um ihn zu ermorden, ließ er ergreifen und niedermachen, denn er wußte, daß sie ihn umbringen wollten.

16,23 Die weitere Geschichte Johanans, die Kriege, die er führte, die Taten, die er vollbrachte, auch wie er die Mauern bauen ließ und was er sonst unternahm -

16,24 all das steht in der Chronik seines Hohenpriestertums geschrieben, von dem Tag an, da er anstelle seines Vaters Hoherpriester wurde.

 

 
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