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Das Buch Der Makkabäer 2

11. Kapitel

11,1 Der Reichsverweser Lysias, des Königs Vormund und Verwandter, war über diese Ereignisse sehr verärgert.

11,2 Er zog daher in kürzester Zeit an die achtzigtausend Mann zusammen, dazu seine ganze Reiterei, und marschierte gegen die Juden. Er hatte vor, aus der Stadt Jerusalem eine griechische Siedlung zu machen,

11,3 das Miqdash ebenso wie die heidnischen Kultstätten zu besteuern und das Amt des Hohenpriesters jedes Jahr für Geld auszuschreiben.

11,4 Doch rechnete er überhaupt nicht mit der Macht Haschem's, sondern stützte seine Überlegungen allein auf die Zehntausende von Fußtruppen, die Tausende von Reitern und seine achtzig Elefanten.

11,5 Er drang in Judäa ein, rückte vor die Festung Bet-Zur, die hundertfünfzig Stadien von Jerusalem entfernt liegt, und bestürmte sie.

11,6 Als die Leute des Makkabäers von der Belagerung der Festung erfuhren, flehten sie mit dem ganzen Volk unter Klagen und Weinen Haschem an, er möge doch einen guten Engel schicken, um Israel zu retten.

11,7 Der Makkabäer griff als erster nach den Waffen und hielt eine anfeuernde Rede an die anderen: Sie sollten, zusammen mit ihm, die Gefahr auf sich nehmen und ihren Brüdern zu Hilfe eilen. Geschlossen und voll Kampfesmut brachen sie auf.

11,8 Sie waren noch in der Nähe von Jerusalem, da erschien ihnen ein Reiter und zog in einem weißen Gewand und einer blinkenden goldenen Waffenrüstung vor ihnen her.

11,9 Gemeinsam priesen sie den barmherzigen Haschem, und ihr Mut wurde so groß, daß sie bereit gewesen wären, nicht nur Menschen, sondern auch die wildesten Tiere und eiserne Mauern zusammenzuschlagen.

11,10 Sie rückten mit ihrem himmlischen Bundesgenossen, zum Kampf bereit, vor, denn der Herr hatte Erbarmen mit ihnen.

11,11 Sie stürzten sich wie Löwen auf die Feinde und erschlugen elftausend von ihnen, dazu sechzehnhundert Reiter. Alle übrigen jagten sie in die Flucht,

11,12 die meisten davon waren verwundet und konnten nur das nackte Leben retten. Auch Lysias selbst konnte sich nur durch eine schimpfliche Flucht retten.

11,13 Da Lysias jedoch nicht ohne Verstand war und über die erlittene Niederlage nachdachte, begriff er, daß die Hebräer unbesiegbar waren, weil der starke Haschem auf ihrer Seite kämpfte.

11,14 Darum schickte er Unterhändler, die auf einen Friedensvertrag drängen und jeder annehmbaren Bedingung zustimmen sollten, er ließ sagen, er wolle auch dem König sehr zureden, mit ihnen Freundschaft zu schließen.

11,15 Der Makkabäer ging auf alle Vorschläge des Lysias ein, ohne indes seinen Vorteil zu vernachlässigen. Alle Forderungen, die er für die Juden stellte und dem Lysias schriftlich vorlegte, nahm der König an.

11,16 Lysias schrieb an die Juden einen Brief, der folgenden Inhalt hatte: Lysias grüßt das jüdische Volk.

11,17 Eure Abgesandten Johanan und Abschalom haben euer Antwortschreiben vorgelegt, das unten beigefügt ist, und mich gebeten, die darin geäußerten Forderungen zu genehmigen.

11,18 Was in die Zuständigkeit des Königs fällt, habe ich ihm dargelegt, er ist auf jede annehmbare Bedingung eingegangen.

11,19 Wenn ihr weiterhin die Politik der Regierung wohlwollend aufnehmt, werde ich mich bemühen, euch Vorteile zu verschaffen.

11,20 Was die Einzelheiten betrifft, habe ich euren und meinen Unterhändlern aufgetragen, mit euch zu verhandeln.

11,21 Lebt wohl! Im Jahr 148, am Vierundzwanzigsten des Monats Dioskorus.

11,22 Im Brief des Königs stand dies: König Antiochus grüßt seinen Bruder Lysias.

11,23 Nachdem unser Vater zu den Göttern hinübergegangen ist, wollen wir, daß die Untertanen des Reichs ungestört ihren Beschäftigungen nachgehen können.

11,24 Andererseits haben wir erfahren, daß die Juden mit der von meinem Vater gewünschten Übernahme griechischer Sitten nicht einverstanden sind, es vielmehr vorziehen, auf ihre eigene Art zu leben, und verlangen, daß man ihnen wieder gestattet, ihren Gewohnheiten zu folgen.

11,25 Wir beschließen darum, daß auch dieses Volk ungestört bleibt, und verfügen, daß man ihnen ihr Miqdash zurückgibt, und daß sie ihr Leben so einrichten können, wie es schon zur Zeit ihrer Vorfahren Brauch war.

11,26 Du wirst nun am besten zu ihnen Gesandte schicken und ihnen die Hand zum Frieden reichen, damit sie die Grundlinien unserer Politik erkennen, Vertrauen fassen und ihre Angelegenheiten zu ihrer Zufriedenheit regeln können.

11,27 Der Brief des Königs an das Volk lautete so: König Antiochus grüßt den Rat und alle übrigen Juden.

11,28 Wir hoffen, daß es euch gut geht, auch wir erfreuen uns guter Gesundheit.

11,29 Menelaus hat uns wissen lassen, daß ihr nach Hause zu eurer Arbeit zurückkehren wollt.

11,30 Jedem also, der bis zum dreißigsten Tag des Monats Xanthikus heimkehrt, wird Friede angeboten mit der Zusicherung,

11,31 daß die Juden ihre gewohnten Speisevorschriften und Gesetze befolgen dürfen, keiner von ihnen darf dabei irgendwie belangt werden für Vergehen, die er in Unkenntnis der Verhältnisse begangen hat.

11,32 Ich habe Menelaus zu eurer Beruhigung zu euch geschickt.

11,33 Lebt wohl! Im Jahr 148, am Fünfzehnten des Monats Xanthikus.

11,34 Auch die Römer schickten ihnen einen Brief, er hatte folgenden Inhalt: Die römischen Gesandten Quintus Memmius und Titus Manius grüßen das jüdische Volk.

11,35 Auch wir sind einverstanden mit den Bedingungen, die Lysias, der Verwandte des Königs, mit euch ausgehandelt hat.

11,36 Laßt uns die Vorschläge, die er dem König unterbreiten will, zukommen, sobald ihr sie geprüft habt, damit wir eure Sache vortragen können, wie es für euch am günstigsten ist, wir sind nämlich auf dem Weg nach Antiochia.

11,37 Teilt uns deswegen auch umgehend durch Boten eure Meinung darüber mit.

11,38 Lebt wohl! Im Jahr 148, am Fünfzehnten des Monats Xanthikus.

12. Kapitel

12,1 Nach dem Abschluß der Verträge kehrte Lysias zum König zurück. Die Juden begannen, wieder ihre Felder zu bestellen.

12,2 Die Befehlshaber in jener Gegend aber, Timotheus, Apollonius, der Sohn des Gennäus, ferner Hieronymus, Demophon und auch Nikanor, der Statthalter von Zypern, ließen die Juden nicht in Ruhe und Frieden leben.

12,3 Die Einwohner von Jafo begingen folgendes entsetzliche Verbrechen: Sie luden die Juden, die unter ihnen wohnten, ein, mit ihren Frauen und Kindern in Schiffe, die sie zur Verfügung stellten, einzusteigen. Sie taten, als ob sie nichts Böses gegen sie im Schild führten,

12,4 sondern aufgrund eines öffentlichen Beschlusses der Stadt handelten. Die Juden nahmen das Angebot an, da sie den Frieden wollten und keinen bösen Verdacht hegten. Aber als sie auf dem offenen Meer waren, wurden die Boote versenkt, mindestens zweihundert Menschen ertranken.

12,5 Als Judas von der schrecklichen Tat gegen die Angehörigen seines Volkes erfuhr, gab er sie seinen Männern bekannt,

12,6 rief Haschem, den gerechten Richter, an und überfiel die Mörder, die sich mit dem Blut seiner Brüder befleckt hatten. In der Nacht zündete er den Hafen an, verbrannte die Schiffe und stach alle nieder, die sich dorthin geflüchtet hatten.

12,7 Die Stadt selbst hatte ihre Tore verrammelt. So mußte er abziehen, aber er nahm sich vor, wiederzukommen, und die ganze Stadt Jafo zu vernichten.

12,8 Als er erfuhr, daß die Bürger von Jamnia mit den Juden, die bei ihnen lebten, dasselbe tun wollten,

12,9 überfiel er auch die Leute von Jamnia bei Nacht und steckte den Hafen samt der Flotte in Brand. Der Feuerschein war zweihundertvierzig Stadien weit bis nach Jerusalem zu sehen.

12,10 Von dort zogen sie weiter gegen Timotheus. Sie waren gerade neun Stadien weit marschiert, da griffen fünftausend Araber mit fünfhundert Reitern Judas an.

12,11 Nach hitzigem Kampf gewannen die Männer des Judas die Oberhand, denn Haschem half ihnen. Die bedrängten Nomaden baten Judas um Frieden, versprachen, ihm und seinen Leuten Vieh zu liefern und ihnen auch sonst gute Dienste zu erweisen.

12,12 Da Judas der Ansicht war, ihre Hilfe könne ihnen tatsächlich bei vielen Gelegenheiten von Nutzen sein, war er damit einverstanden, mit ihnen Frieden zu schließen. Die Araber verpflichteten sich durch Handschlag und zogen sich zu ihren Zelten zurück.

12,13 Judas griff auch eine Stadt namens Kaspin an, sie war ringsum mit Wällen und Mauern befestigt. Ihre Bevölkerung setzte sich aus Menschen verschiedenster Völker zusammen.

12,14 Weil sie sich auf ihre hohen Mauern und auf ihre Vorräte verließen, wurden sie immer unverschämter gegen die Leute des Judas, beschimpften sie, lästerten Haschem und schrien unflätige Worte.

12,15 Die Männer des Judas riefen Haschem an, der Jericho zur Zeit Josuas ohne Rammböcke und Belagerungsmaschinen zu Boden geschmettert hatte. Dann stürmten sie mit dem Mut von Löwen gegen die Mauern an,

12,16 und weil Haschem es so wollte, konnten sie die Stadt einnehmen. Sie richteten in ihr ein unbeschreibliches Blutbad an, so daß ein zwei Stadien breiter See, der neben der Stadt lag, von dem Blut, das in ihn geflossen war, angefüllt zu sein schien.

12,17 Dann marschierten sie siebenhundertfünfzig Stadien weiter, bis sie zum Charax kamen, wo die sogenannten Tubianer-Juden wohnten.

12,18 Timotheus trafen sie dort nicht an, denn er war, ohne etwas unternommen zu haben, von dort abgezogen. Aber er hatte in einem stark befestigten Ort eine Garnison zurückgelassen.

12,19 Dositheus und Sosipater, zwei Offiziere aus dem Stab des Makkabäers, rückten aus und töteten die über zehntausend Mann starke Besatzung, die Timotheus in der Festung zurückgelassen hatte.

12,20 Dann teilte der Makkabäer sein Heer in mehrere Gruppen auf, übertrug jeweils einem seiner Offiziere den Befehl über eine Gruppe und zog in Eilmärschen gegen Timotheus, der über hundertzwanzigtausend Mann an Fußtruppen und zweitausendfünfhundert Reiter verfügte.

12,21 Als Timotheus vom Anmarsch des Judas erfuhr, schickte er Frauen, Kinder und den übrigen Troß in eine Stadt namens Karnajim voraus. Diesen Ort konnte man kaum belagern, da er wegen zahlreicher Engpässe fast unzugänglich war.

12,22 Kaum zeigte sich die erste Abteilung des Judas, da gerieten die Feinde in Furcht und Schrecken, denn der, der alles überschaut, ließ eine Erscheinung sichtbar werden. Sie rannten in wilder Flucht davon, jeder in eine andere Richtung. Dabei fügten sie vielfach einander selbst Schaden zu, ja, sie durchbohrten sich gegenseitig mit den Spitzen ihrer Schwerter.

12,23 Doch Judas setzte ihnen stürmisch nach und erschlug von den Verruchten gegen dreißigtausend Mann.

12,24 Timotheus selbst fiel den Leuten des Dositheus und des Sosipater in die Hände. Er flehte mit schönen, doch falschen Worten, ihn unbehelligt freizulassen, die Eltern und Brüder sehr vieler Juden seien in der Gewalt seiner Leute, und es könne sein, daß man auf sie keine Rücksicht nehme.

12,25 Mit vielen Worten brachte er sie dazu, seinen Versprechungen, er werde diese Menschen unversehrt zurückgeben, zu glauben. Um die Brüder zu retten, ließen sie ihn laufen.

12,26 Darauf zog Judas gegen Karnajim und das Miqdash der Atargatis und erschlug fünfundzwanzigtausend Menschen.

12,27 Als sie geschlagen und vernichtet waren, rückte Judas vor das stark befestigte Efron, dessen große Einwohnerschaft sich aus vielen Völkern zusammensetzte. Junge und kräftige Männer standen vor den Mauern und wehrten sich tapfer. In der Stadt selbst war eine große Anzahl von Wurfmaschinen mit Geschossen aufgestellt.

12,28 Da riefen die Juden zu Haschem, der den Ansturm der Feinde mit Macht zermalmt, sie brachten die Stadt in ihre Gewalt und töteten in ihr etwa fünfundzwanzigtausend Menschen.

12,29 Dann brachen sie auf und zogen in Eilmärschen von dort nach Skythopolis, das sechshundert Stadien von Jerusalem entfernt liegt.

12,30 Die Juden, die dort wohnten, stellten jedoch den Einwohnern von Skythopolis das Zeugnis aus, sie seien freundlich zu ihnen und hätten ihnen in der bösen Zeit ihr Mitgefühl bewiesen.

12,31 Da bedankten sie sich und forderten sie auf, auch in Zukunft dem jüdischen Volk wohlgesinnt zu bleiben. Darauf begaben sie sich nach Jerusalem, da das Wochenfest unmittelbar bevorstand.

12,32 Nach dem sogenannten Pfingstfest zogen sie in Eilmärschen gegen Gorgias, den Befehlshaber der Idumäer.

12,33 Er rückte mit dreitausend Fußsoldaten und vierhundert Reitern aus.

12,34 Als sie zum Kampf antraten, fielen einige von den Juden.

12,35 Dositheus, ein Reiter von den Leuten Bakenors, ein sehr starker Mann, packte Gorgias fest am Mantel und zog mit allen Kräften an ihm. Aber als er den Verfluchten lebendig gefangennehmen wollte, preschte ein thrakischer Reiter heran und schlug ihm den Arm ab. Gorgias konnte sich nach Marescha flüchten.

12,36 Die Leute Esris kämpften weiter bis zur Erschöpfung. Da rief Judas zu Haschem, er solle als ihr Bundesgenosse und Bahnbrecher im Kampf erscheinen.

12,37 In der Sprache seiner Väter erhob er das Kriegsgeschrei und stimmte Preislieder an, drang unversehens auf die Leute des Gorgias ein und schlug sie in die Flucht.

12,38 Daraufhin führte Judas das Heer in die Stadt Adullam. Als der siebte Tag der Woche anbrach, reinigten sie sich, wie es bei ihnen Brauch war, und begingen dort den Shabbat.

12,39 Am nächsten Tag kamen die Leute des Judas, um die Leichen der Gefallenen zu überführen - es war inzwischen höchste Zeit geworden - und sie inmitten ihrer Angehörigen in den Familiengräbern zu bestatten.

12,40 Da entdeckten sie, daß alle Toten unter ihren Kleidern Amulette der Götter von Jamnia trugen, obwohl das den Juden vom Gesetz her verboten ist. Da wurde allen klar, daß die Männer deswegen gefallen waren,

12,41 und sie priesen nun alle das Wirken Haschem's, des gerechten Richters, der das Verborgene ans Licht bringt.

12,42 Anschließend hielten sie einen Bittdienst für Haschem ab und beteten, daß die begangene Sünde wieder völlig ausgelöscht werde. Der edle Judas aber ermahnte die Leute, sich von Sünden rein zu halten, sie hätten ja mit eigenen Augen gesehen, welche Folgen das Vergehen der Gefallenen gehabt habe.

12,43 Er veranstaltete eine Sammlung, an der sich alle beteiligten, und schickte etwa zweitausend Silberdrachmen nach Jerusalem, damit man dort ein Sündopfer darbringe. Damit handelte er sehr schön und edel, denn er dachte an die Auferstehung.

12,44 Hätte er nicht erwartet, daß die Gefallenen auferstehen werden, wäre es nämlich überflüssig und sinnlos gewesen, für die Toten zu beten.

12,45 Auch hielt er sich den herrlichen Lohn vor Augen, der für die hinterlegt ist, die in Frömmigkeit sterben. Ein gesegneter und frommer Gedanke! Darum ließ er die Toten entsühnen, damit sie von der Sünde befreit werden.

13. Kapitel

13,1 Im Jahr 149 erfuhren die Leute des Judas, daß Antiochus Eupator mit einem großen Heer gegen Judäa marschierte.

13,2 Er wurde begleitet von dem Reichsverweser Lysias, seinem Vormund. Jeder führte ein Heer von hundertzehntausend griechischen Fußsoldaten, fünftausendreihundert Reitern, zweiundzwanzig Elefanten und dreihundert Sichelwagen.

13,3 Ihnen schloß sich auch Menelaus an, er redete heuchlerisch auf den König ein, nicht um das Vaterland zu retten, sondern weil er glaubte, er habe Aussicht, wieder in sein Amt (als Hoherpriester) eingesetzt zu werden.

13,4 Der höchste König über allen Königen aber ließ Antiochus zornig werden auf den Verruchten, und als Lysias andeutete, dieser sei an allem Unglück schuld, befahl er, ihn nach Beröa zu schaffen und dort umzubringen. So ist es Brauch in jener Gegend.

13,5 Es gibt dort nämlich einen fünfzig Ellen hohen Turm, der mit glühender Asche gefüllt ist. In ihm ist eine drehbare Maschine angebracht, die sich nach allen Seiten schräg zur Asche neigt.

13,6 Wer des Tempelraubes schuldig ist oder ein anderes schweres Verbrechen begangen hat, den stoßen dort alle in den Tod.

13,7 Auf diese Weise fand der Gesetzesbrecher Menelaus den Tod. Nicht einmal Erde zum Begräbnis wurde ihm zuteil.

13,8 Damit geschah ihm nur recht, denn er hatte viele Verbrechen gegen den Altar begangen, dessen Feuer und Asche geweiht sind. Nun fand er in Asche den Tod.

13,9 Der König aber hatte das Herz eines Barbaren, er begann, den Juden noch weit Schlimmeres in Aussicht zu stellen als das, was zur Zeit seines Vaters geschehen war.

13,10 Judas hörte davon und ließ dem Volk bekanntgeben, man solle Tag und Nacht zu Haschem beten. Wenn je zu einer Zeit, dann müsse er ihnen jetzt helfen. Man wolle ihnen das Gesetz, das Vaterland und den geweihten Tempel rauben.

13,11 Gerade erst habe das Volk ein wenig aufatmen können, Haschem möge doch nicht zulassen, daß sie den ruchlosen Heiden in die Hände fielen.

13,12 Drei Tage lang lagen sie ohne Unterbrechung auf den Knien und flehten unter Tränen und Fasten gemeinsam den barmherzigen Haschem an. Judas sprach ihnen Mut zu, dann gab er ihnen den Befehl, sich bereitzuhalten.

13,13 Auf einer geheimen Sitzung der Ältesten ließ er den Beschluß fassen, man solle, bevor der König in Judäa eindringen und die Stadt in seine Gewalt bringen könne, ausrücken und die Sache mit Haschem's Hilfe entscheiden.

13,14 Er stellte den Ausgang dem Schöpfer der Welt anheim und feuerte seine Männer an, bis zum Tod tapfer für Gesetze, Miqdash , Stadt, Vaterland und Verfassung zu kämpfen. Dann schlug er bei Modeïn ein Lager auf.

13,15 Er gab seinen Truppen als Losung die Worte: Haschem's Sieg. Mit den besten seiner jungen Krieger, die er eigens ausgewählt hatte, überfiel er nachts das Zelt des Königs, erschlug etwa zweitausend Mann und erstach den Leitelefanten des Königs mitsamt seinem Treiber.

13,16 Als sie schließlich das ganze Lager in Furcht und Verwirrung gebracht hatten, zogen sie sich siegreich wieder zurück.

13,17 Bei Tagesanbruch war alles vorbei, der Herr hatte ihnen mit seiner schützenden Macht beigestanden.

13,18 Nachdem der König diese Kostprobe jüdischer Tapferkeit erhalten hatte, versuchte er, das Land mit Hilfe von List zu besetzen.

13,19 Er rückte gegen die starke jüdische Festung Bet-Zur vor, wurde aber zurückgeschlagen, dann stieß er wieder vor und wurde wieder geschlagen.

13,20 Judas ließ die Besatzung mit allem versorgen, was sie brauchte.

13,21 Ein jüdischer Soldat namens Rhodokus aber verriet den Feinden die militärischen Geheimnisse. Er wurde verhört, festgenommen und eingekerkert.

13,22 Dann verhandelte der König zum zweitenmal mit der Besatzung von Bet-Zur, schloß mit ihnen einen Vertrag und zog ab. Dabei stieß er auf das Heer des Judas und erlitt eine Schlappe.

13,23 Da erfuhr er, daß Philippus in Antiochia abgefallen sei, er hatte ihn dort zurückgelassen, um die Regierungsgeschäfte zu führen. Der König war sehr niedergeschlagen. Er sprach freundlich mit den Juden, gab ihnen nach, sicherte ihnen eidlich die Erfüllung aller gerechten Ansprüche zu, versöhnte sich mit ihnen und brachte ein Opfer dar, ehrte den Tempel und bewies dem Ort sein Wohlwollen.

13,24 Für den Makkabäer gab er einen Empfang. Als Befehlshaber über das ganze Gebiet Ptolemaïs bis zu den Gerrenern ließ er den Hegemonides zurück

13,25 und begab sich dann nach Ptolemaïs. Die Einwohner dieser Stadt waren nämlich über die Verträge sehr verärgert, sie hatten sich heftig beschwert und wollten die Abmachungen rückgängig machen.

13,26 Lysias trat auf die Rednerbühne, gab Rechenschaft, so gut er konnte, überredete, beschwichtigte, stimmte die Leute um und brach dann nach Antiochia auf. So verliefen der Anmarsch und der Abzug des Königs.

14. Kapitel

14,1 Drei Jahre später erfuhren die Leute des Judas, daß Demetrius, der Sohn des Seleukus, mit starken Truppen und einer Flotte im Hafen von Tripolis gelandet sei.

14,2 Antiochus und dessen Vormund Lysias habe er aus dem Weg räumen lassen und das Land in seine Gewalt gebracht.

14,3 Damals lebte ein Mensch namens Alkimus, er war früher einmal Hoherpriester gewesen, hatte sich aber schon vor der Zeit der Religionsvermischung freiwillig unrein gemacht. Wie er wohl wußte, hatte er sich dadurch in eine ausweglose Lage gebracht, so daß er nie wieder an den geweihten Altar treten konnte.

14,4 Darum kam er um das Jahr 151 zu König Demetrius und überreichte ihm einen goldenen Kranz mit einem Palmzweig, dazu Ölzweige, wie sie am Miqdash gebräuchlich sind. An diesem Tag unternahm er weiter nichts.

14,5 Als aber Demetrius ihn vor seinen Rat rufen ließ und ihn fragte, wie die Stimmung unter den Juden sei und welche Pläne sie hätten, ergriff er die Gelegenheit, um sie für sein eigenes wahnwitziges Vorhaben zu nutzen. Er antwortete:

14,6 Es gibt unter den Juden Leute, die sich Hasidäer nennen, sie stehen unter der Führung des Makkabäers Judas. Sie hetzen zu Krieg und Aufruhr und lassen das Reich nicht zur Ruhe kommen.

14,7 Dadurch wurde mir meine ehrenvolle Stellung geraubt, die mir aufgrund meiner Abstammung zukommt, nämlich das Amt des Hohenpriesters. Nun bin ich hierher gekommen,

14,8 einmal weil ich der königlichen Sache aufrichtig ergeben bin, dann aber auch aus Sorge für meine Mitbürger. Denn der Unverstand der eben genannten Leute hat unser ganzes Volk in nicht geringes Elend gestürzt.

14,9 Wenn du, mein König, dir einen genauen Überblick über die Lage verschafft hast, dann sorge für das Land und für unser bedrängtes Volk, du bist ja gegen jedermann freundlich und wohlgesinnt.

14,10 Solange aber Judas noch lebt, kann es im Reich keinen Frieden geben.

14,11 Kaum hatte er das vorgebracht, da hetzten die anderen Vertrauten des Königs, die den Bestrebungen des Judas feindlich gegenüberstanden, Demetrius noch mehr auf.

14,12 Dieser berief sofort Nikanor, dem er das Kommando über die Elefanten gegeben hatte, und setzte ihn zum Befehlshaber über Judäa ein. Er schickte ihn weg

14,13 mit dem schriftlichen Auftrag, Judas zu beseitigen, seine Anhänger zu zerstreuen, Alkimus aber als Hohenpriester über den allerhöchsten Tempel einzusetzen.

14,14 Dem Nikanor schlossen sich in Scharen die Heiden an, die vor Judas aus Judäa geflohen waren, denn sie glaubten, das Unglück und Mißgeschick der Juden werde ihnen Glück bringen.

14,15 Als die Juden vom Anmarsch Nikanors erfuhren und hörten, daß zusammen mit ihm die Heiden anrückten, streuten sie sich Erde auf das Haupt und flehten Haschem an, der sein Volk für ewige Zeiten geschaffen hat und sich immer vor aller Welt sichtbar seines Erbteils annimmt.

14,16 Auf Beschluß ihres Anführers brachen sie sofort auf und trafen bei dem Dorf Dessau auf die Feinde.

14,17 Simeon, der Bruder des Judas, war zwar schon mit Nikanor zusammengestoßen und hatte sich langsam zurückziehen müssen, weil sein Gegner ihn völlig unvermutet überrascht hatte.

14,18 Aber Nikanor kam zu Ohren, wie tapfer die Männer des Judas seien und wie mutig sie für ihr Vaterland kämpften, darum wich er der Entscheidung in offener Schlacht aus.

14,19 Er schickte statt dessen Posidonius, Theodotus und Mattatias, um Friedensverhandlungen aufzunehmen.

14,20 Nach langen Überlegungen legte der Anführer den Leuten seine Ansicht dar. Es zeigte sich, daß man einer Meinung war, und so billigte man die Verträge.

14,21 Man verabredete einen Termin, um sich unter Ausschluß der Öffentlichkeit an einem bestimmten Ort zu treffen. Von jeder Seite fuhr ein Wagen vor, und man stellte Stühle auf.

14,22 Auf Anordnung des Judas hielten sich Bewaffnete in günstiger Stellung bereit, damit die Feinde nicht heimtückisch überraschend einen Anschlag verüben konnten. Doch die Unterredung verlief ohne Zwischenfälle.

14,23 Nikanor hielt sich in Jerusalem auf, ohne irgendwelchen Anstoß zu erregen, er entließ die Anhänger, die ihm massenweise zugeströmt waren.

14,24 Auch hatte er Judas ständig um sich und war ihm herzlich zugetan.

14,25 Er redete ihm zu, er solle heiraten und eine Familie gründen. So heiratete Judas, und es ging ihm gut, und er freute sich seines Lebens.

14,26 Dem Alkimus blieb nicht verborgen, daß die beiden einander wohlgesinnt waren. Er verschaffte sich die abgeschlossenen Verträge, begab sich zu Demetrius und hinterbrachte ihm, Nikanor handle dem Staatswohl zuwider: Er habe Judas, den Feind seines Reiches, zum Nachfolger bestimmt.

14,27 Der König war sehr aufgebracht und gereizt durch die Verleumdungen dieses Schurken. Er schrieb an Nikanor, daß er die Verträge für untragbar halte, und befahl ihm, den Makkabäer auf der Stelle gefesselt nach Antiochia zu schaffen.

14,28 Nikanor geriet beim Empfang dieser Nachricht in große Bestürzung. Es war ihm sehr zuwider, die Vereinbarungen zu brechen, denn Judas hatte ja kein Unrecht getan.

14,29 Da er sich aber dem König nicht widersetzen konnte, wartete er auf eine günstige Gelegenheit, um seinen Auftrag mit Hilfe einer List ausführen zu können.

14,30 Doch der Makkabäer merkte, daß Nikanor ihm gegenüber immer abweisender wurde und daß seine gewohnte Freundlichkeit sich abkühlte. Er wußte, daß diese Schroffheit nichts Gutes bedeuten könne. Darum rief er eine Anzahl von seinen Leuten zusammen und versteckte sich mit ihnen vor Nikanor.

14,31 Als Nikanor dahinter kam, daß ihn der Mann geschickt überlistet hatte, begab er sich zum allerhöchsten, geweihten Tempel, gerade als die Priester die vorgeschriebenen Opfer darbrachten, und befahl ihnen, Judas auszuliefern.

14,32 Als diese unter Eid versicherten, sie wüßten nicht, wo sich der Gesuchte zur Zeit aufhalte,

14,33 erhob er die rechte Hand gegen den Tempel und schwor: Wenn ihr mir Judas nicht gefesselt herausgebt, werde ich dieses Haus Haschem's dem Erdboden gleichmachen, den Brandopferaltar niederreißen und an seiner Stelle dem Dionysos einen herrlichen Tempel errichten.

14,34 Nach diesen Worten ging er weg. Die Priester erhoben ihre Hände zum Himmel und riefen zu dem, der immer unser Volk beschützt. Sie beteten:

14,35 Haschem, du bist auf nichts angewiesen, dennoch hat es dir gefallen, einen Tempel bauen zu lassen, in dem du unter uns wohnst.

14,36 Nun, Haschem, von dem alle Würdigung ausgeht, bewahre dieses Haus, das vor kurzem erst entsühnt wurde, unbefleckt in Ewigkeit.

14,37 Unter den Ältesten der Stadt Jerusalem gab es einen Mann namens Rasi. Er war seinen Mitbürgern freundlich zugetan, stand in hohem Ansehen und hieß wegen seiner Güte Vater der Juden. Dieser Mann wurde bei Nikanor angezeigt.

14,38 Er hatte sich nämlich schon vor der Zeit der Religionsvermischung offen für das Judentum entschieden und sich dafür bis zum äußersten mit Leib und Leben eingesetzt.

14,39 Nikanor beschloß, seine Abneigung gegen die Juden sichtbar zu bekunden, und schickte über fünfhundert Soldaten aus, um ihn verhaften zu lassen.

14,40 Er glaubte nämlich, durch seine Festnahme den Juden einen schweren Schlag zu versetzen.

14,41 Schon waren die Truppen dabei, den Turm zu besetzen, sie versuchten, sich den Eingang durch das Hoftor mit Gewalt zu erzwingen, und riefen nach Feuer, um die Türen in Brand zu setzen. Rasi war von allen Seiten umzingelt. Da stürzte er sich in das Schwert,

14,42 denn er wollte lieber in Ehren sterben als den Verruchten in die Hände fallen und eine schimpfliche Behandlung erfahren, die seiner edlen Herkunft unwürdig war.

14,43 In der Hast aber hatte er sich nicht sofort tödlich getroffen, die Männer stürmten bereits durch die Türen herein. Da lief er mutig hinauf auf die Mauer und stürzte sich entschlossen auf die Menge hinab.

14,44 Weil diese sofort zurückwich, entstand ein freier Raum, und er fiel mitten auf den leeren Platz.

14,45 Doch er lebte immer noch, in höchster Erregung erhob er sich, während das Blut in Strömen aus seinen schrecklichen Wunden schoß, durchbrach im Laufschritt die Menge und stellte sich auf einen steil abfallenden Felsen.

14,46 Fast schon verblutet, riß er sich die Eingeweide aus dem Leib, packte sie mit beiden Händen und schleuderte sie auf die Leute hinunter, dabei rief er Haschem über Leben und Tod an, er möge sie ihm wiedergeben. So starb er.

15. Kapitel

15,1 Nikanor erfuhr, daß Judas sich mit seinen Männern in der Gegend von Samaria aufhielt, da beschloß er, sie ohne jede Gefahr am Ruhetag anzugreifen.

15,2 Aber die Juden, die gezwungen waren, ihn zu begleiten, sagten: Bring sie doch nicht um, als seist du ein wildes Tier oder ein Barbar. Halte den Tag in Ehren, der von dem, der die ganze Welt überblickt, in besonderer Weise mit Würdigkeit ausgezeichnet wurde.

15,3 Der dreimal Verfluchte fragte, ob es im Himmel wirklich einen Herrscher gebe, der befohlen habe, den Shabbat zu begehen.

15,4 Sie bekannten: Der lebendige Herr selbst, der Herrscher im Himmel, hat angeordnet, den Shabbat zu halten.

15,5 Da erwiderte er: Und ich bin der Herrscher auf der Erde, ich befehle, die Waffen zu ergreifen und zu tun, was das Staatswohl verlangt. Dennoch gelang es ihm nicht, seinen verbrecherischen Plan auszuführen.

15,6 Nikanor, der in seinem Stolz seinen Kopf hoch trug, hatte beschlossen, öffentlich ein Denkmal seines Sieges über die Männer des Judas zu errichten.

15,7 Der Makkabäer aber hörte nicht auf, sein Vertrauen und all seine Hoffnung auf die Hilfe Haschem`s zu setzen.

15,8 Er ermahnte seine Männer, sich vor den anrückenden Heiden nicht zu fürchten. Sie sollten daran denken, wie der Himmel ihnen in der Vergangenheit geholfen habe, auch jetzt dürften sie vom Allherrscher den Sieg erwarten.

15,9 Mit Worten aus dem Gesetz und aus den Propheten flößte er ihnen Mut ein, erinnerte sie auch an die Kämpfe, die sie schon bestanden hatten, und stärkte so ihren Kampfesmut.

15,10 Nachdem er ihre Begeisterung geweckt hatte, spornte er sie noch weiter an, indem er sie daran erinnerte, wie die Heiden die Verträge nicht gehalten und ihre Schwüre gebrochen hatten.

15,11 So wappnete er jeden von ihnen, nicht mit der Sicherheit, die Schild und Lanze verleihen, sondern mit dem Mut, den rechte Worte entfachen. Auch erzählte er ihnen einen überaus glaubwürdigen Traum, der alle sehr erfreute.

15,12 Er hatte folgendes gesehen: Ihm war der frühere Hohepriester Onias erschienen, ein edler und gerechter Mann, bescheiden im Umgang, von gütigem Wesen und besonnen im Reden, von Kindheit an in allem aufs Gute bedacht, dieser breitete seine Hände aus und betete für das ganze jüdische Volk.

15,13 In gleicher Haltung erschien dann ein Mann mit grauem Haar, von herrlicher Gestalt, der Glanz einer wunderbaren, überwältigenden Hoheit ging von ihm aus.

15,14 Onias begann zu reden und sagte: Das ist der Freund seiner Brüder, der viel für das Volk und die gelobte Stadt betet, Jeremia, der Prophet Haschem's.

15,15 Dann streckte Jeremia die rechte Hand aus und übergab ihm ein goldenes Schwert, dabei sagte er:

15,16 Nimm das gesegnete Schwert, das Haschem dir schenkt. Mit ihm wirst du die Feinde schlagen.

15,17 Die Worte des Judas gaben ihnen Zuversicht, denn sie waren sehr schön und hatten die Kraft, zur Tapferkeit anzuspornen und die Jugend mit männlichem Mut zu erfüllen. Man beschloß, kein Lager zu beziehen, sondern kühn anzugreifen und mit allem Mut im Kampf Mann gegen Mann die Entscheidung herbeizuführen, denn die Stadt, die Religion und das Miqdash seien in Gefahr.

15,18 Sie fürchteten weniger um Frauen und Kinder, um Brüder und Verwandte, als um die Würdigkeit des Tempels.

15,19 Die in der Stadt Zurückgebliebenen waren hauptsächlich in Angst wegen des Angriffs draußen auf offenem Feld.

15,20 Alle warteten, daß die Entscheidung falle. Schon hatten die Feinde sich vereinigt, und ihr Heer rückte geordnet vor, die Elefanten wurden aufgestellt, wo es am günstigsten war, die Reiterei verteilte sich auf die Flügel.

15,21 Der Makkabäer sah, wie die Massen der Feinde dastanden, die verschiedenen Waffengattungen, die zur Wildheit gereizten Tiere. Da erhob er seine Hände zum Himmel und rief zu Haschem, der Wunder vollbringt. Denn er wußte, daß es nicht auf die Waffen ankommt, sondern daß denen der Sieg zufällt, die Haschem für würdig erachtet.

15,22 Dabei sprach er dieses Gebet: Unser Herrscher, du hast zu Hiskija, dem König von Juda, deinen Malach gesandt, und er erschlug im Heer Sanheribs hundertfünfundachtzigtausend Mann.

15,23 Herrscher im Himmel, sende auch jetzt einen guten Engel vor uns her, damit er Furcht und Schrecken verbreitet.

15,24 Vor deinem gewaltigen Arm sollen alle erschrecken, die lästernd gegen dein gesegnetes Volk heranziehen. So sprach er.

15,25 Die Truppen Nikanors rückten mit Trompetengeschmetter und Kampfliedern vor.

15,26 Die Leute des Judas dagegen griffen die Feinde unter Beten und Flehen an.

15,27 Mit den Händen kämpften sie, im Herzen beteten sie zu Haschem. Mindestens fünfunddreißigtausend Mann streckten sie zu Boden, hocherfreut, daß Haschem sich so sichtbar offenbarte.

15,28 Schon war der Kampf beendet, und sie wollten voller Freude aufbrechen, da entdeckten sie Nikanor, der in seiner Rüstung erschlagen dalag.

15,29 Es gab ein großes Geschrei und Getümmel, und sie priesen Haschem in der Sprache ihrer Väter.

15,30 Judas, der immer mit Leib und Seele für seine Mitbürger gestritten hatte, der von Jugend an seinen Landsleuten herzlich zugetan war, gab den Befehl, ihm den Kopf und eine Hand mitsamt dem Arm abzuschlagen und nach Jerusalem zu bringen.

15,31 Sobald er dort angekommen war, rief er seine Landsleute zusammen und befahl den Priestern, sich vor dem Altar aufzustellen, auch schickte er Boten zu der Besatzung der Burg.

15,32 Dann zeigte er den Kopf des Verbrechers Nikanor und die Hand des Lästerers, die dieser prahlend gegen das geweihte Haus des Allherrschers ausgestreckt hatte.

15,33 Die Zunge des ruchlosen Nikanor ließ er herausschneiden, zerstückeln und den Vögeln zum Fraß vorwerfen, den Arm ließ er vor dem Tempel aufhängen als Zeichen des bestraften Wahnsinns.

15,34 Alle priesen Haschem im Himmel, der seine Macht so sichtbar gezeigt hatte, und riefen: Gepriesen sei der, der seinen Ort vor der Entweihung bewahrt hat.

15,35 Den Kopf Nikanors hängte Judas an die Burg als ein für alle sichtbares und offenkundiges Zeichen der Hilfe Haschem's.

15,36 In einer öffentlichen Abstimmung beschlossen alle einstimmig, diesen Tag nicht ohne Feier vergehen zu lassen, sondern ihm einen besonderen Rang zu verleihen, es ist der dreizehnte Tag des zwölften Monats, der auf aramäisch Adar heißt, der Tag vor dem Mordechai-Tag.

15,37 Das waren die Ereignisse, die mit Nikanor zusammenhingen. Seit jener Zeit blieb die Stadt im Besitz der Hebräer. Darum höre ich hier mit der Erzählung auf.

15,38 Ist sie gut und geschickt erzählt, habe ich mein Ziel erreicht, ist sie aber schlecht oder mittelmäßig - ich habe mein Bestes getan.

15,39 Es ist gleich ungesund, unvermischten Wein oder pures Wasser zu trinken. Wein mit Wasser vermischt hingegen schmeckt vorzüglich. Ähnlich hängt es auch vom Aufbau der Erzählung ab, ob sie den Geist des Lesers erfreut, dem dieses Buch in die Hände kommt. Damit will ich schließen. Nachricht erhalten, da begab er sich sofort nach Ptolemaïs. Er erteilte Jonatan schriftlich den Befehl, die Belagerung abzubrechen und sofort zu einer Unterredung zu ihm nach Ptolemaïs zu kommen.

 

 
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