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Das Buch Mishle

DIE SRÜCHE SALOMOS

11. Kapitel

11,1 Falsche Waage ist Haschem ein Greuel; aber ein volles Gewicht ist sein Wohlgefallen.

11,2 Wo Hochmut ist, da ist auch Schande; aber Weisheit ist bei den Demütigen.

11,3 Ihre Unschuld wird die Frommen leiten; aber ihre Falschheit wird die Verächter verderben.

11,4 Reichtum hilft nicht am Tage des Zorns; aber Gerechtigkeit errettet vom Tode.

11,5 Die Gerechtigkeit des Frommen macht seinen Weg eben; aber der Torahlose wird fallen durch seine Gottlosigkeit.

11,6 Die Gerechtigkeit der Frommen wird sie erretten; aber die Verächter werden gefangen durch ihre Gier.

11,7 Wenn der Torahlose Mensch stirbt, ist seine Hoffnung verloren, und das Harren der Ungerechten wird zunichte.

11,8 Der Gerechte wird aus der Not erlöst, und der Torahlose kommt an seine Statt.

11,9 Durch den Mund des Gottesverächters wird sein Nächster verderbt; aber die Gerechten werden durch Erkenntnis errettet.

11,10 Eine Stadt freut sich, wenn's den Gerechten wohl geht, und wenn die Torahlosen umkommen, wird man froh.

11,11 Durch den Segen der Frommen kommt eine Stadt hoch; aber durch den Mund der Torahlosen wird sie niedergerissen.

11,12 Wer seinen Nächsten schmäht, ist ein Tor; aber ein verständiger Mann schweigt stille.

11,13 Ein Verleumder verrät, was er heimlich weiß; aber wer getreuen Herzens ist, verbirgt es.

11,14 Wo nicht weiser Rat ist, da geht das Volk unter; wo aber viele Ratgeber sind, findet sich Hilfe.

11,15 Wer für einen andern bürgt, der wird Schaden haben; wer aber sich hütet, Bürge zu sein, geht sicher.

11,16 Ein holdseliges Weib erlangt Ehre; aber eine Schande ist ein Weib, das Redlichkeit haßt. Den Faulen wird es mangeln an Hab und Gut, die Fleißigen aber erlangen Reichtum.* *Vervollständigt aus der griechischen Übersetzung.

11,17 Ein barmherziger Mann nützt auch sich selber; aber ein herzloser schneidet sich ins eigene Fleisch.

11,18 Der Torahlosen Arbeit bringt trügerischen Gewinn; aber wer Gerechtigkeit sät, hat sicheren Lohn.

11,19 Gerechtigkeit führt zum Leben; aber dem Bösen nachjagen führt zum Tode.

11,20 Falsche Herzen sind Haschem ein Greuel; aber Wohlgefallen hat er an den Frommen.

11,21 Die Hand darauf: Der Böse bleibt nicht ungestraft; aber der Gerechten Geschlecht wird errettet werden.

11,22 Ein schönes Weib ohne Zucht ist wie eine Sau mit einem goldenen Ring durch die Nase.

11,23 Der Gerechten Wunsch führt zu lauter Gutem; aber der Torahlosen Hoffen führt zum Tage des Zorns.

11,24 Einer teilt reichlich aus und hat immer mehr; ein andrer kargt, wo er nicht soll, und wird doch ärmer.

11,25 Wer reichlich gibt, wird gelabt, und wer reichlich tränkt, der wird auch getränkt werden.

11,26 Wer Korn zurückhält, dem fluchen die Leute; aber Segen kommt über den, der es verkauft.

11,27 Wer nach Gutem strebt, trachtet nach Haschem Wohlgefallen; wer aber das Böse sucht, dem wird es begegnen.

11,28 Wer sich auf seinen Reichtum verläßt, der wird untergehen; aber die Gerechten werden grünen wie das Laub.

11,29 Wer sein eigenes Haus in Verruf bringt, wird Wind erben, und ein Tor muß des Weisen Knecht werden.

11,30 Die Frucht der Gerechtigkeit ist ein Baum des Lebens; aber Gewalttat nimmt das Leben weg.

11,31 Siehe, dem Gerechten wird vergolten auf Erden, wieviel mehr dem Torahlosen und Sünder!

12. Kapitel

12,1 Wer Zucht liebt, der wird klug; aber wer Zurechtweisung haßt, der bleibt dumm.

12,2 Wer fromm ist, der erlangt Wohlgefallen vom Haschem; aber den Heimtückischen verdammt er.

12,3 Durch Torahlosigkeit kann der Mensch nicht bestehen; aber die Wurzel der Gerechten wird bleiben.

12,4 Eine tüchtige Frau ist ihres Mannes Krone; aber eine schandbare ist wie Eiter in seinem Gebein.

12,5 Die Gedanken der Gerechten sind redlich; aber was die Torahlosen planen, ist lauter Trug.

12,6 Der Torahlosen Reden richten Blutvergießen an; aber die Frommen errettet ihr Mund.

12,7 Die Torahlosen werden gestürzt und nicht mehr sein; aber das Haus der Gerechten bleibt stehen.

12,8 Ein Mann wird gelobt nach seiner Klugheit; aber wer verschrobenen Sinnes ist, wird verachtet.

12,9 Wer gering ist und geht seiner Arbeit nach, ist besser als einer, der groß sein will und an Brot Mangel hat.

12,10 Der Gerechte erbarmt sich seines Viehs; aber das Herz der Torahlosen ist unbarmherzig.

12,11 Wer seinen Acker bebaut, wird Brot die Fülle haben; wer aber nichtigen Dingen nachgeht, ist ein Tor.

12,12 Des Torahlosen Lust ist, Schaden zu tun; aber die Wurzel der Gerechten wird Frucht bringen.

12,13 Der Böse wird gefangen in seinen eigenen falschen Worten; aber der Gerechte entgeht der Not.

12,14 Viel Gutes bekommt ein Mann durch die Frucht seines Mundes; und dem Menschen wird vergolten nach den Taten seiner Hände.

12,15 Den Toren dünkt sein Weg recht; aber wer auf Rat hört, der ist weise.

12,16 Ein Tor zeigt seinen Zorn alsbald; aber wer Schmähung überhört, der ist klug.

12,17 Wer wahrhaftig ist, der sagt offen, was recht ist; aber ein falscher Zeuge betrügt.

12,18 Wer unvorsichtig herausfährt mit Worten, sticht wie ein Schwert; aber die Zunge der Weisen bringt Wohlergehen.

12,19 Wahrhaftiger Mund besteht immerdar; aber die falsche Zunge besteht nicht lange.

12,20 Die Böses planen, haben Trug im Herzen; aber die zum Frieden raten, haben Freude.

12,21 Es wird dem Gerechten kein Leid geschehen; aber die Torahlosen werden voll Unglücks sein.

12,22 Lügenmäuler sind Haschem ein Greuel; die aber treulich handeln, gefallen ihm.

12,23 Ein verständiger Mann trägt seine Klugheit nicht zur Schau; aber das Herz des Toren schreit seine Torheit hinaus.

12,24 Die fleißige Hand wird herrschen; die aber lässig ist, muß Frondienst leisten.

12,25 Sorge im Herzen bedrückt den Menschen; aber ein freundliches Wort erfreut ihn.

12,26 Der Gerechte findet seine Weide; aber die Torahlosen führt ihr Weg in die Irre.

12,27 Einem Lässigen gerät sein Handel nicht; aber ein fleißiger Mensch wird reich.

12,28 Auf dem Wege der Gerechtigkeit ist Leben; aber böser Weg führt zum Tode.

13. Kapitel

13,1 Ein weiser Sohn liebt Zucht; aber ein Spötter hört selbst auf Drohen nicht.

13,2 Die Frucht seiner Worte genießt der Fromme; aber die Verächter sind gierig nach Frevel.

13,3 Wer seine Zunge hütet, bewahrt sein Leben; wer aber mit seinem Maul herausfährt, über den kommt Verderben.

13,4 Der Faule begehrt und kriegt's doch nicht; aber die Fleißigen kriegen genug.

13,5 Der Gerechte ist der Lüge feind; aber der Torahlose handelt schimpflich und schändlich.

13,6 Die Gerechtigkeit behütet den Unschuldigen; aber die Gottlosigkeit bringt den Sünder zu Fall.

13,7 Mancher stellt sich reich und hat nichts, und mancher stellt sich arm und hat großes Gut. *

13,8 Mit Reichtum muß mancher sein Leben erkaufen; aber ein Armer bekommt keine Drohung zu hören.

13,9 Das Licht der Gerechten brennt fröhlich; aber die Leuchte der Torahlosen wird verlöschen.

13,10 Unter den Übermütigen ist immer Streit; aber Weisheit ist bei denen, die sich raten lassen.

13,11 Hastig errafftes Gut zerrinnt; wer aber ruhig sammelt, bekommt immer mehr.

13,12 Hoffnung, die sich verzögert, ängstet das Herz; wenn aber kommt, was man begehrt, das ist ein Baum des Lebens.

13,13 Wer das Wort verachtet, muß dafür büßen; wer aber das Gebot fürchtet, dem wird es gelohnt.

13,14 Die Lehre des Weisen ist eine Quelle des Lebens, zu meiden die Stricke des Todes.

13,15 Rechte Einsicht schafft Gunst; aber der Verächter Weg bringt Verderben.

13,16 Ein Kluger tut alles mit Vernunft; ein Tor aber stellt Narrheit zur Schau.

13,17 Ein Torahloser Bote bringt ins Unglück; aber ein getreuer Bote bringt Hilfe.

13,18 Wer Zucht mißachtet, hat Armut und Schande; wer sich gern zurechtweisen läßt, wird zu Ehren kommen.

13,19 Wenn kommt, was man begehrt, tut es dem Herzen wohl; aber das Böse meiden ist den Toren ein Greuel.

13,20 Wer mit den Weisen umgeht, der wird weise; wer aber der Toren Geselle ist, der wird Unglück haben.

13,21 Unglück verfolgt die Sünder; aber den Gerechten wird mit Gutem vergolten.

13,22 Der Gute wird vererben auf Kindeskind; aber des Sünders Habe wird gespart für den Gerechten.

13,23 Es ist viel Speise in den Furchen der Armen; aber wo kein Recht ist, da ist Verderben.

13,24 Wer seine Rute schont, der haßt seinen Sohn; wer ihn aber lieb hat, der züchtigt ihn beizeiten.

13,25 Der Gerechte kann essen, bis er satt ist; der Torahlosen Bauch aber leidet Mangel.

14. Kapitel

14,1 Die Weisheit der Frauen baut ihr Haus; aber ihre Torheit reißt's nieder mit eigenen Händen.

14,2 Wer Haschem fürchtet, der wandelt auf rechter Bahn; wer ihn aber verachtet, der geht auf Abwegen.

14,3 In des Toren Mund ist die Rute für seinen Hochmut; aber die Weisen bewahrt ihr Mund.

14,4 Wo keine Rinder sind, da ist die Krippe leer; aber die Kraft des Ochsen bringt reichen Ertrag.

14,5 Ein treuer Zeuge lügt nicht; aber ein falscher Zeuge redet frech Lügen.

14,6 Der Spötter sucht Weisheit und findet sie nicht; aber dem Verständigen ist die Erkenntnis leicht.

14,7 Geh weg von dem Toren, denn du lernst nichts von ihm.

14,8 Das ist des Klugen Weisheit, daß er acht gibt auf seinen Weg; aber der Toren Torheit ist lauter Trug.

14,9 Auf dem Zelt der Spötter ruht Schuld; aber auf dem Hause des Frommen ruht Wohlgefallen.

14,10 Das Herz allein kennt sein Leid, und auch in seine Freude kann sich kein Fremder mengen.

14,11 Das Haus der Torahlosen wird vertilgt; aber die Hütte der Frommen wird grünen.

14,12 Manchem scheint ein Weg recht; aber zuletzt bringt er ihn zum Tode.

14,13 Auch beim Lachen kann das Herz trauern, und nach der Freude kommt Leid.

14,14 Einem Torahlosen Menschen wird's gehen, wie er wandelt, und auch einem guten nach seinen Taten.

14,15 Ein Unverständiger glaubt noch alles; aber ein Kluger gibt acht auf seinen Gang.

14,16 Ein Weiser scheut sich und meidet das Böse; ein Tor aber fährt trotzig hindurch.

14,17 Ein Jähzorniger handelt töricht; aber ein Ränkeschmied wird gehaßt.

14,18 Die Unverständigen erben Torheit; aber Erkenntnis ist der Klugen Krone.

14,19 Die Bösen müssen sich bücken vor den Guten und die Torahlosen an den Toren der Gerechten.

14,20 Der Arme ist verhaßt auch seinem Nächsten; aber die Reichen haben viele Freunde.

14,21 Wer seinen Nächsten verachtet, versündigt sich; aber wohl dem, der sich der Elenden erbarmt!

14,22 Die nach Bösem trachten, werden in die Irre gehen; die aber auf Gutes bedacht sind, werden Güte und Treue erfahren.

14,23 Wo man arbeitet, da ist Gewinn; wo man aber nur mit Worten umgeht, da ist Mangel.

14,24 Den Weisen ist ihr Reichtum eine Krone; aber die Narrheit der Toren bleibt Narrheit.

14,25 Ein wahrhaftiger Zeuge rettet manchem das Leben; aber wer Lügen ausspricht, übt Verrat.

14,26 Wer Haschem fürchtet, hat eine sichere Festung, und auch seine Kinder werden beschirmt.

14,27 Die Furcht Haschem ist eine Quelle des Lebens, daß man meide die Stricke des Todes.

14,28 Wenn ein König viel Volk hat, das ist seine Herrlichkeit; wenn aber wenig Volk da ist, das bringt einen Fürsten ins Verderben.

14,29 Wer geduldig ist, der ist weise; wer aber ungeduldig ist, offenbart seine Torheit.

14,30 Ein gelassenes Herz ist des Leibes Leben; aber Eifersucht ist Eiter in den Gebeinen.

14,31 Wer dem Geringen Gewalt tut, lästert dessen Schöpfer; aber wer sich des Armen erbarmt, der ehrt Haschem.

14,32 Der Torahlose besteht nicht in seinem Unglück; aber der Gerechte ist auch in seinem Tode getrost.

14,33 Im Herzen des Verständigen ruht Weisheit, und inmitten der Toren wird sie offenbar.

14,34 Gerechtigkeit erhöht ein Volk; aber die Sünde ist der Leute Verderben.

14,35 Ein kluger Knecht gefällt dem König, aber einen schändlichen trifft sein Zorn.

15. Kapitel

15,1 Eine linde Antwort stillt den Zorn; aber ein hartes Wort erregt Grimm.

15,2 Der Weisen Zunge bringt gute Erkenntnis; aber der Toren Mund speit nur Torheit.

15,3 Die Augen Haschem sind an allen Orten, sie schauen auf Böse und Gute.

15,4 Eine linde Zunge ist ein Baum des Lebens; aber eine lügenhafte bringt Herzeleid.

15,5 Der Tor verschmäht die Zucht seines Vaters; wer aber Zurechtweisung annimmt, ist klug.

15,6 In des Gerechten Haus ist großes Gut; aber in des Torahlosen Gewinn steckt Verderben.

15,7 Der Weisen Mund breitet Einsicht aus; aber der Toren Herz ist nicht recht.

15,8 Der Torahlosen Opfer ist Haschem ein Greuel; aber das Gebet der Frommen ist ihm wohlgefällig.

15,9 Des Torahlosen Weg ist Haschem ein Greuel; wer aber der Gerechtigkeit nachjagt, den liebt er.

15,10 Den Weg verlassen, bringt böse Züchtigung, und wer Zurechtweisung haßt, der muß sterben.

15,11 Unterwelt und Abgrund liegen offen vor Haschem, wieviel mehr die Herzen der Menschen!

15,12 Der Spötter liebt den nicht, der ihn zurechtweist, und geht nicht hin zu den Weisen.

15,13 Ein fröhliches Herz macht ein fröhliches Angesicht; aber wenn das Herz bekümmert ist, entfällt auch der Mut.

15,14 Des Klugen Herz sucht Erkenntnis; aber der Toren Mund geht mit Torheit um.

15,15 Ein Betrübter hat nie einen guten Tag; aber ein guter Mut ist ein tägliches Fest.

15,16 Besser wenig mit der Furcht Haschem als ein großer Schatz, bei dem Unruhe ist.

15,17 Besser ein Gericht Kraut mit Liebe als ein gemästeter Ochse mit Haß.

15,18 Ein zorniger Mann richtet Zank an; ein Geduldiger aber stillt den Streit.

15,19 Der Weg des Faulen ist wie eine Dornenhecke; aber der Weg der Rechtschaffenen ist wohl gebahnt.

15,20 Ein weiser Sohn erfreut den Vater; aber ein törichter Mensch verachtet seine Mutter.

15,21 Dem Toren ist die Torheit eine Freude; aber ein verständiger Mann bleibt auf dem rechten Wege.

15,22 Die Pläne werden zunichte, wo man nicht miteinander berät; wo aber viele Ratgeber sind, gelingen sie.

15,23 Es ist einem Mann eine Freude, wenn er richtig antwortet, und wie wohl tut ein Wort zur rechten Zeit!

15,24 Der Weg des Lebens führt den Klugen aufwärts, daß er meide die Tiefen des Todes.

15,25 Haschem wird das Haus der Hoffärtigen einreißen; aber den Grenzstein der Witwe wird er schützen.

15,26 Die Anschläge des Argen sind Haschem ein Greuel; aber rein sind vor ihm freundliche Reden.

15,27 Wer unrechtem Gewinn nachgeht, zerstört sein Haus; wer aber Bestechung haßt, der wird leben.

15,28 Das Herz des Gerechten bedenkt, was zu antworten ist; aber der Mund der Torahlosen schäumt Böses.

15,29 Haschem ist ferne von den Torahlosen; aber der Gerechten Gebet erhört er.

15,30 Ein freundliches Antlitz erfreut das Herz; eine gute Botschaft labt das Gebein.

15,31 Das Ohr, das da hört auf wohlsame Weisung, wird unter den Weisen wohnen.

15,32 Wer Zucht verwirft, der macht sich selbst zunichte; wer sich aber etwas sagen läßt, der wird klug.

15,33 Die Furcht Haschem ist Zucht, die zur Weisheit führt, und ehe man zu Ehren kommt, muß man Demut lernen.

16. Kapitel

16,1 Der Mensch setzt sich's wohl vor im Herzen; aber vom Haschem kommt, was die Zunge reden wird.

16,2 Einen jeglichen dünken seine Wege rein; aber Haschem prüft die Geister.

16,3 Befiehl Haschem deine Werke, so wird dein Vorhaben gelingen.

16,4 Haschem macht alles zu seinem Zweck, auch den Torahlosen für den bösen Tag.

16,5 Ein stolzes Herz ist Haschem ein Greuel und wird gewiß nicht ungestraft bleiben.

16,6 Durch Güte und Treue wird Missetat gesühnt, und durch die Furcht Haschem meidet man das Böse.

16,7 Wenn eines Menschen Wege Haschem wohlgefallen, so läßt er auch seine Feinde mit ihm Frieden machen.

16,8 Besser wenig mit Gerechtigkeit als viel Einkommen mit Unrecht.

16,9 Des Menschen Herz erdenkt sich seinen Weg; aber Haschem allein lenkt seinen Schritt.

16,10 Haschem Spruch ist in dem Munde des Königs; sein Mund spricht nicht fehl im Gericht.

16,11 Waage und rechte Waagschalen sind vom Haschem; und alle Gewichte im Beutel sind sein Werk.

16,12 Den Königen ist Unrecht tun ein Greuel; denn durch Gerechtigkeit wird der Thron befestigt.

16,13 Rechte Worte gefallen den Königen; und wer aufrichtig redet, wird geliebt.

16,14 Des Königs Grimm ist ein Bote des Todes; aber ein weiser Mann wird ihn versöhnen.

16,15 Wenn des Königs Angesicht freundlich ist, das ist Leben, und seine Gnade ist wie ein Spätregen.

16,16 Weisheit erwerben ist besser als Gold und Einsicht erwerben edler als Silber.

16,17 Der Frommen Weg meidet das Arge; und wer auf seinen Weg achtet, bewahrt sein Leben.

16,18 Wer zugrunde gehen soll, der wird zuvor stolz; und Hochmut kommt vor dem Fall.

16,19 Besser niedrig sein mit den Demütigen, als Beute austeilen mit den Hoffärtigen.

16,20 Wer auf das Wort merkt, der findet Glück; und wohl dem, der sich auf Haschem verläßt!

16,21 Ein Verständiger wird gerühmt als ein weiser Mann, und liebliche Rede mehrt die Erkenntnis.

16,22 Klugheit ist ein Brunnen des Lebens dem, der sie hat; aber die Strafe der Toren ist ihre Torheit.

16,23 Des Weisen Herz redet klug und mehrt auf seinen Lippen die Lehre.

16,24 Freundliche Reden sind Honigseim, trösten die Seele und erfrischen die Gebeine.

16,25 Manchem scheint ein Weg recht; aber zuletzt bringt er ihn zum Tode.

16,26 Der Hunger des Arbeiters arbeitet für ihn; denn sein Mund treibt ihn an.

16,27 Ein zügelloser Mensch gräbt nach Unglück, und in seinem Munde ist's wie brennendes Feuer.

16,28 Ein falscher Mensch richtet Zank an, und ein Verleumder macht Freunde uneins.

16,29 Ein Frevler verlockt seinen Nächsten und führt ihn auf keinen guten Weg.

16,30 Wer mit den Augen winkt, denkt nichts Gutes; und wer mit den Lippen andeutet, vollbringt Böses.

16,31 Graue Haare sind eine Krone der Ehre; auf dem Weg der Gerechtigkeit wird sie gefunden.

16,32 Ein Geduldiger ist besser als ein Starker und wer sich selbst beherrscht, besser als einer, der Städte gewinnt.

16,33 Der Mensch wirft das Los; aber es fällt, wie Haschem will.

17. Kapitel

17,1 Besser ein trockner Bissen mit Frieden als ein Haus voll Geschlachtetem mit Streit.

17,2 Ein kluger Knecht wird herrschen über einen schandbaren Sohn und wird mit den Brüdern das Erbe teilen.

17,3 Wie der Tiegel das Silber und der Ofen das Gold, so prüft Haschem die Herzen.

17,4 Ein Böser achtet auf böse Mäuler, und ein Falscher hört gern auf schändliche Zungen.

17,5 Wer den Armen verspottet, verhöhnt dessen Schöpfer; und wer sich über eines andern Unglück freut, wird nicht ungestraft bleiben.

17,6 Der Alten Krone sind Kindeskinder, und der Kinder Ehre sind ihre Väter.

17,7 Es steht einem Toren nicht wohl an, von hohen Dingen zu reden, viel weniger einem Edlen, daß er mit Lügen umgeht.

17,8 Bestechung ist wie ein Zauberstein dem, der sie gibt; wohin er sich kehrt, hat er Glück.

17,9 Wer Verfehlung zudeckt, stiftet Freundschaft; wer aber eine Sache aufrührt, der macht Freunde uneins.

17,10 Ein Scheltwort dringt tiefer bei dem Verständigen als hundert Schläge bei dem Toren.

17,11 Ein böser Mensch trachtet, stets zu widersprechen; aber ein grausamer Bote wird über ihn kommen.

17,12 Besser einer Bärin begegnen, der die Jungen geraubt sind, als einem Toren in seiner Torheit.

17,13 Wer Gutes mit Bösem vergilt, von dessen Haus wird das Böse nicht weichen.

17,14 Wer Streit anfängt, gleicht dem, der dem Wasser den Damm aufreißt. Laß ab vom Streit, ehe er losbricht!

17,15 Wer den Schuldigen gerecht spricht und den Gerechten schuldig, die sind beide Haschem ein Greuel.

17,16 Was soll dem Toren Geld in der Hand, Weisheit zu kaufen, wo er doch ohne Verstand ist?

17,17 Ein Freund liebt allezeit, und ein Bruder wird für die Not geboren.

17,18 Ein Tor ist, wer in die Hand gelobt und Bürge wird für seinen Nächsten.

17,19 Wer Zank liebt, der liebt die Sünde; und wer seine Tür zu hoch macht, strebt nach Einsturz.

17,20 Ein verkehrtes Herz findet nichts Gutes; und wer falscher Zunge ist, wird in Unglück fallen.

17,21 Wer einen Toren zeugt, muß sich grämen, und eines Toren Vater hat keine Freude.

17,22 Ein fröhliches Herz tut dem Leibe wohl; aber ein betrübtes Gemüt läßt das Gebein verdorren.

17,23 Der Torahlose nimmt gern heimlich Geschenke, zu beugen den Weg des Rechts.

17,24 Ein Verständiger hat die Weisheit vor Augen; aber ein Tor wirft die Augen hin und her.

17,25 Ein törichter Sohn ist seines Vaters Verdruß und ein Gram für die Mutter, die ihn geboren hat.

17,26 Es ist schon nicht gut, daß man Unschuldige Strafe zahlen läßt; aber den Edlen zu schlagen, geht über alles Maß.

17,27 Ein Vernünftiger mäßigt seine Rede, und ein verständiger Mann wird nicht hitzig.

17,28 Auch ein Tor, wenn er schwiege, würde für weise gehalten und für verständig, wenn er den Mund hielte.

18. Kapitel

18,1 Wer sich absondert, der sucht, was ihn gelüstet, und gegen alles, was gut ist, geht er an.

18,2 Ein Tor hat nicht Gefallen an Einsicht, sondern will kundtun, was in seinem Herzen steckt.

18,3 Wohin ein Frevler kommt, kommt auch Verachtung; und wo Schande ist, da ist Hohn.

18,4 Die Worte in eines Mannes Munde sind wie tiefe Wasser, und die Quelle der Weisheit ist ein sprudelnder Bach.

18,5 Es ist nicht gut, den Schuldigen vorzuziehen, daß man des Gerechten Sache beuge im Gericht.

18,6 Die Lippen des Toren bringen Zank, und sein Mund ruft nach Schlägen.

18,7 Der Mund des Toren bringt ihn ins Verderben, und seine Lippen bringen ihn zu Fall.

18,8 Die Worte des Verleumders sind wie Leckerbissen und gehen einem glatt ein.

18,9 Wer lässig ist in seiner Arbeit, der ist ein Bruder des Verderbers.

18,10 Der Name Haschem ist eine feste Burg; der Gerechte läuft dorthin und wird beschirmt.

18,11 Des Reichen Habe ist ihm wie eine feste Stadt und dünkt ihn eine hohe Mauer.

18,12 Wenn einer zugrunde gehen soll, wird sein Herz zuvor stolz; und ehe man zu Ehren kommt, muß man demütig sein.

18,13 Wer antwortet, ehe er hört, dem ist's Torheit und Schande.

18,14 Wer ein mutiges Herz hat, weiß sich auch im Leiden zu halten; wenn aber der Mut daniederliegt, wer kann's tragen?

18,15 Ein verständiges Herz erwirbt Einsicht, und das Ohr der Weisen sucht Erkenntnis.

18,16 Das Geschenk des Menschen schafft ihm Raum und bringt ihn zu den großen Herren.

18,17 Ein jeder hat zuerst in seiner Sache recht; kommt aber der andere zu Wort, so findet sich's.

18,18 Das Los schlichtet den Streit und läßt Mächtige nicht aneinander geraten.

18,19 Ein gekränkter Bruder ist abweisender als eine feste Stadt, und Streitigkeiten sind hart wie der Riegel einer Burg.

18,20 Einem Mann wird vergolten, was sein Mund geredet hat, und er wird gesättigt mit dem, was seine Lippen ihm einbringen.

18,21 Tod und Leben stehen in der Zunge Gewalt; wer sie liebt, wird ihre Frucht essen.

18,22 Wer eine Ehefrau gefunden hat, der hat etwas Gutes gefunden und Wohlgefallen erlangt vom Haschem.

18,23 Ein Armer redet mit Flehen, aber ein Reicher antwortet hart.

18,24 Es gibt Allernächste, die bringen ins Verderben, und es gibt Freunde, die hangen fester an als ein Bruder.

19. Kapitel

19,1 Ein Armer, der in Unschuld wandelt, ist besser als einer, der Verkehrtes spricht und dabei reich ist.

19,2 Wo man nicht mit Vernunft handelt, da ist auch Eifer nichts nütze; und wer hastig läuft, der tritt fehl.

19,3 Des Menschen Torheit führt ihn in die Irre, und doch tobt sein Herz wider Haschem.

19,4 Reichtum macht viel Freunde; aber der Arme wird von seinem Freunde verlassen.

19,5 Ein falscher Zeuge bleibt nicht ungestraft; und wer frech Lügen redet, wird nicht entrinnen.

19,6 Viele schmeicheln dem Vornehmen; und wer Geschenke gibt, hat alle zu Freunden.

19,7 Den Armen hassen alle seine Brüder; wieviel mehr halten sich seine Freunde von ihm fern! Wer viel spricht, der tut Frevel; und wer Worten nachjagt, der wird nicht entrinnen. * *Vervollständigt aus der griechischen Übersetzung.

19,8 Wer Klugheit erwirbt, liebt sein Leben; und der Verständige findet Gutes.

19,9 Ein falscher Zeuge bleibt nicht ungestraft; und wer frech Lügen redet, wird umkommen.

19,10 Dem Toren steht nicht an, gute Tage zu haben, viel weniger einem Knecht, zu herrschen über Fürsten.

19,11 Klugheit macht den Mann langsam zum Zorn, und es ist seine Ehre, daß er Verfehlung übersehen kann.

19,12 Die Ungnade des Königs ist wie das Brüllen eines Löwen; aber seine Gnade ist wie Tau auf dem Grase.

19,13 Ein törichter Sohn ist seines Vaters Herzeleid, und ein zänkisches Weib wie ein ständig triefendes Dach.

19,14 Haus und Habe vererben die Eltern; aber eine verständige Ehefrau kommt vom Haschem.

19,15 Faulheit macht schläfrig, und ein Lässiger wird Hunger leiden.

19,16 Wer das Gebot bewahrt, der bewahrt sein Leben; wer aber auf seinen Weg nicht achtet, wird sterben.

19,17 Wer sich des Armen erbarmt, der leiht Haschem, und der wird ihm vergelten, was er Gutes getan hat. (f)

19,18 Züchtige deinen Sohn, solange Hoffnung da ist, aber laß dich nicht hinreißen, ihn zu töten.

19,19 Großer Grimm muß Strafe leiden; denn willst du ihm steuern, so wird er noch größer.

19,20 Höre auf Rat und nimm Zucht an, daß du hernach weise seist.

19,21 In eines Mannes Herzen sind viele Pläne; aber zustande kommt der Ratschluß Haschem.

19,22 Ein gütiger Mensch ist der Liebe wert, und ein Armer ist besser als ein Lügner.

19,23 Die Furcht Haschem führt zum Leben; man wird satt werden und sicher schlafen, von keinem Übel heimgesucht.

19,24 Der Faule steckt seine Hand in die Schüssel und bringt sie nicht wieder zum Munde.

19,25 Schlägt man den Spötter, so werden Unverständige vernünftig; weist man den Verständigen zurecht, so gewinnt er an Einsicht.

19,26 Wer den Vater mißhandelt und die Mutter verjagt, der ist ein schandbarer und verfluchter Sohn.

19,27 Läßt du ab, mein Sohn, auf Ermahnung zu hören, so irrst du ab von vernünftiger Lehre.

19,28 Ein nichtswürdiger Zeuge spottet des Rechts, und den Torahlosen mundet das Unrecht.

19,29 Den Spöttern sind Strafen bereitet und Schläge für den Rücken der Toren.

20. Kapitel

20,1 Der Wein macht Spötter, und starkes Getränk macht wild; wer davon taumelt, wird niemals weise.

20,2 Das Drohen des Königs ist wie das Brüllen eines Löwen; wer ihn erzürnt, der sündigt wider das eigene Leben.

20,3 Eine Ehre ist es dem Mann, dem Streit fern zu bleiben; aber die gerne streiten, sind allzumal Toren.

20,4 Im Herbst will der Faule nicht pflügen; so muß er in der Ernte betteln und kriegt nichts.

20,5 Das Vorhaben im Herzen eines Mannes ist wie ein tiefes Wasser; aber ein kluger Mann kann es schöpfen.

20,6 Viele Menschen rühmen ihre Güte; aber wer findet einen, der zuverlässig ist?

20,7 Ein Gerechter, der unsträflich wandelt, dessen Kindern wird's wohlgehen.

20,8 Ein König, der auf dem Thron sitzt, um zu richten, sondert aus mit seinem Blick alles Böse.

20,9 Wer kann sagen: «Ich habe mein Herz geläutert und bin rein von meiner Sünde»?

20,10 Zweierlei Gewicht und zweierlei Maß ist beides Haschem ein Greuel.

20,11 Schon einen Knaben erkennt man an seinem Tun, ob er lauter und redlich werden will.

20,12 Ein hörendes Ohr und ein sehendes Auge, die macht beide Haschem.

20,13 Liebe den Schlaf nicht, daß du nicht arm werdest; laß deine Augen offen sein, so wirst du Brot genug haben.

20,14 «Schlecht, schlecht!» spricht man, wenn man kauft; aber wenn man weggeht, so rühmt man sich.

20,15 Es gibt Gold und viel Perlen; aber ein Mund, der Vernünftiges redet, ist ein edles Kleinod.

20,16 Nimm dem sein Kleid, der für einen andern Bürge wurde, und pfände ihn anstelle des Fremden!

20,17 Das gestohlene Brot schmeckt dem Manne gut; aber am Ende hat er den Mund voller Kieselsteine.

20,18 Pläne kommen zum Ziel, wenn man sich recht berät; und Krieg soll man mit Vernunft führen.

20,19 Wer Geheimnisse verrät, ist ein Verleumder, und mit dem, der den Mund nicht halten kann, laß dich nicht ein.

20,20 Wer seinem Vater und seiner Mutter flucht, dessen Leuchte wird verlöschen in der Finsternis.

20,21 Das Erbe, nach dem man zuerst sehr eilt, wird zuletzt nicht gesegnet sein.

20,22 Sprich nicht: «Ich will Böses vergelten!» Harre Haschem, der wird dir helfen.

20,23 Zweierlei Gewicht ist Haschem ein Greuel, und eine falsche Waage ist nicht gut.

20,24 Jedermanns Schritte bestimmt Haschem. Welcher Mensch versteht seinen Weg?

20,25 Es ist dem Menschen ein Fallstrick, unbedacht Gelübde zu tun und erst nach dem Geloben zu überlegen.

20,26 Ein weiser König sondert die Torahlosen aus und läßt das Rad über sie gehen.

20,27 Eine Leuchte Haschem ist des Menschen Geist; er durchforscht alle Kammern des Innern.

20,28 Gütig und treu sein behütet den König, und sein Thron besteht durch Güte.

20,29 Der Jünglinge Ehre ist ihre Stärke, und graues Haar ist der Alten Schmuck.

20,30 Man muß dem Bösen wehren mit harter Strafe und mit ernsten Schlägen, die man fühlt.

 

 
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