Kap.22 :: Kap.23 :: Kap.24 :: Kap.25 :: Kap.26 :: Kap.27 :: Kap.28 :: Kap.29 :: Kap.30 :: Kap.31
Das Buch Mishle

DIE SRÜCHE SALOMOS

21. Kapitel

21,1 Des Königs Herz ist in der Hand HaschemS wie Wasserbäche; er lenkt es, wohin er will.

21,2 Einen jeglichen dünkt sein Weg recht; aber Haschem prüft die Herzen.

21,3 Recht und Gerechtigkeit tun ist Haschem lieber als Opfer.

21,4 Hoffärtige Augen und stolzer Sinn, die Leuchte der Torahlosen, ist Sünde.

21,5 Das Planen eines Emsigen bringt Überfluß; wer aber allzu rasch handelt, dem wird's mangeln.

21,6 Wer Schätze sammelt mit Lügen, der wird fehlgehen und ist unter denen, die den Tod suchen.

21,7 Der Torahlosen Gewalt rafft sie selber weg; denn sie wollen nicht tun, was recht ist.

21,8 Wer mit Schuld beladen ist, geht krumme Wege; wer aber rein ist, dessen Tun ist gerade.

21,9 Besser im Winkel auf dem Dach wohnen als mit einem zänkischen Weibe zusammen in einem Hause.

21,10 Die Seele des Torahlosen gelüstet nach Bösem und erbarmt sich nicht seines Nächsten.

21,11 Wenn der Spötter gestraft wird, so werden die Unverständigen weise, und wenn man einen Weisen belehrt, so nimmt er Erkenntnis an.

21,12 Der Gerechte* achtet auf des Torahlosen Haus, und er stürzt die Torahlosen ins Verderben. *Der «Gerechte» ist wahrscheinlich Haschem.

21,13 Wer seine Ohren verstopft vor dem Schreien des Armen, der wird einst auch rufen und nicht erhört werden.

21,14 Eine heimliche Gabe stillt den Zorn und ein Geschenk im Verborgenen den heftigen Grimm.

21,15 Dem Gerechten ist es eine Freude, wenn Recht geschieht, aber den Übeltätern ist es ein Schrecken.

21,16 Ein Mensch, der vom Wege der Klugheit abirrt, wird weilen in der Schar der Toten.

21,17 Wer gern in Freuden lebt, wird Mangel haben; und wer Wein und Salböl liebt, wird nicht reich.

21,18 Der Torahlose wird als Lösegeld gegeben für den Gerechten und der Verächter für die Frommen.

21,19 Besser in der Wüste wohnen als bei einem zänkischen und zornigen Weibe.

21,20 Im Hause des Weisen ist ein kostbarer Schatz an Öl; aber ein Tor vergeudet ihn.

21,21 Wer der Gerechtigkeit und Güte nachjagt, der findet Leben und Ehre.

21,22 Ein Weiser ersteigt die Stadt der Starken und stürzt ihre Macht, auf die sie sich verläßt.

21,23 Wer Mund und Zunge bewahrt, der bewahrt sein Leben vor Not.

21,24 Wer stolz und vermessen ist, heißt ein Spötter; er treibt frechen Übermut.

21,25 Der Faule stirbt über seinem Wünschen; denn seine Hände wollen nichts tun.

21,26 Den ganzen Tag begehrt die Gier; aber der Gerechte gibt und versagt nichts.

21,27 Der Torahlosen Opfer ist ein Greuel, wieviel mehr, wenn man's darbringt für eine Schandtat.

21,28 Ein lügenhafter Zeuge wird umkommen; aber wer recht gehört hat, dessen Wort bleibt.

21,29 Der Torahlose macht ein freches Gesicht; aber wer fromm ist, macht seine Wege fest.

21,30 Keine Weisheit, kein Verstand, kein Rat besteht vor Haschem.

21,31 Rosse werden gerüstet zum Tage der Schlacht; aber der Sieg kommt vom Haschem.

22. Kapitel

22,1 Ein guter Ruf ist köstlicher als großer Reichtum und anziehendes Wesen besser als Silber und Gold.

22,2 Reiche und Arme begegnen einander; Haschem hat sie alle gemacht.

22,3 Der Kluge sieht das Unglück kommen und verbirgt sich; die Unverständigen laufen weiter und leiden Schaden.

22,4 Der Lohn der Demut und der Furcht Haschem ist Reichtum, Ehre und Leben.

22,5 Stacheln und Stricke sind auf dem Wege des Verkehrten; wer sich aber davon fernhält, bewahrt sein Leben.

22,6 Gewöhne einen Knaben an seinen Weg, so läßt er auch nicht davon, wenn er alt wird.

22,7 Der Reiche herrscht über die Armen; und wer borgt, ist des Gläubigers Knecht.

22,8 Wer Unrecht sät, der wird Unglück ernten, und die Rute seines Übermuts wird ein Ende haben.

22,9 Wer ein gütiges Auge hat, wird gesegnet; denn er gibt von seinem Brot den Armen.

22,10 Treibe den Spötter hinaus, so geht der Zank weg, und Hader und Schmähung hören auf.

22,11 Wer ein reines Herz und liebliche Rede hat, dessen Freund ist der König.

22,12 Die Augen Haschem behüten die Erkenntnis; aber die Worte des Verächters bringt er zu Fall.

22,13 Der Faule spricht: «Es ist ein Löwe draußen; ich könnte getötet werden auf der Gasse.»

22,14 Der Mund unzüchtiger Weiber ist eine tiefe Grube; wem Haschem zürnt, der fällt hinein.

22,15 Torheit steckt dem Knaben im Herzen; aber die Rute der Zucht treibt sie ihm aus.

22,16 Wer dem Armen Unrecht tut, mehrt ihm seine Habe; wer einem Reichen gibt, schafft ihm nur Mangel. Worte der Weisen

22,17 Neige deine Ohren und höre die Worte von Weisen und nimm zu Herzen meine Lehre.

22,18 Denn lieblich ist's, wenn du sie im Sinne behältst; laß sie miteinander auf deinen Lippen bleiben.

22,19 Damit deine Hoffnung sich gründe auf Haschem, erinnere ich daran heute gerade dich.

22,20 Hab ich dir's nicht mannigfach aufgeschrieben als Rat und Erkenntnis,

22,21 um dir kundzutun zuverlässige Worte der Wahrheit, damit du rechte Antwort bringen könnest dem, der dich gesandt hat?

22,22 Beraube den Armen nicht, weil er arm ist, und unterdrücke den Geringen nicht im Gericht;

22,23 denn Haschem wird ihre Sache führen und wird ihre Bedrücker bedrücken.

22,24 Geselle dich nicht zum Zornigen und halt dich nicht zu einem wütenden Mann;

22,25 du könntest auf seinen Weg geraten und dich selbst zu Fall bringen.

22,26 Sei nicht einer von denen, die mit ihrer Hand haften und für Schulden Bürge werden;

22,27 denn wenn du nicht bezahlen kannst, so wird man dir dein Bett unter dir wegnehmen.

22,28 Verrücke nicht die uralten Grenzen, die deine Väter gemacht haben.

22,29 Siehst du einen Mann, behende in seinem Geschäft, der wird Königen dienen; geringen Leuten wird er nicht dienen.

23. Kapitel

23,1 Wenn du zu Tische sitzt mit einem hohen Herrn, so bedenke wohl, was du vor dir hast,

23,2 und setze ein Messer an deine Kehle, wenn du gierig bist;

23,3 wünsche dir nichts von seinen feinen Speisen; denn es ist trügerisches Brot.

23,4 Bemühe dich nicht, reich zu werden; da spare deine Klugheit!

23,5 Du richtest deine Augen auf Reichtum, und er ist nicht mehr da; denn er macht sich Flügel wie ein Adler und fliegt gen Himmel.

23,6 Iß nicht bei einem Neidischen und wünsche dir von seinen feinen Speisen nichts;

23,7 denn in seinem Herzen ist er berechnend; er spricht zu dir: Iß und trink!, und sein Herz ist doch nicht mit dir.

23,8 Die Bissen, die du gegessen hast, mußt du ausspeien, und deine freundlichen Worte sind verloren.

23,9 Rede nicht vor des Unverständigen Ohren; denn er verachtet die Klugheit deiner Rede.

23,10 Verrücke nicht uralte Grenzen und vergreife dich nicht an dem Acker der Waisen,

23,11 denn ihr Helfer ist mächtig; der wird ihre Sache gegen dich führen.

23,12 Wende dein Herz hin zur Zucht und deine Ohren zu vernünftiger Rede.

23,13 Laß nicht ab, den Knaben zu züchtigen; denn wenn du ihn mit der Rute schlägst, so wird er sein Leben behalten;

23,14 du schlägst ihn mit der Rute, aber du errettest ihn vom Tode.

23,15 Mein Sohn, wenn dein Herz weise ist, so freut sich auch mein Herz,

23,16 und meine Seele ist froh, wenn deine Lippen reden, was recht ist.

23,17 Dein Herz sei nicht neidisch auf den Sünder, sondern trachte täglich nach der Furcht Haschem;

23,18 denn das Ende kommt noch, und dann wird deine Hoffnung nicht zuschanden.

23,19 Höre, mein Sohn, und sei weise und richte dein Herz auf den rechten Weg.

23,20 Sei nicht unter den Säufern und Schlemmern;

23,21 denn die Säufer und Schlemmer verarmen, und ein Schläfer muß zerrissene Kleider tragen.

23,22 Gehorche deinem Vater, der dich gezeugt hat, und verachte deine Mutter nicht, wenn sie alt wird.

23,23 Kaufe Wahrheit und verkaufe sie nicht, die Weisheit, die Zucht und die Einsicht.

23,24 Der Vater eines Gerechten freut sich, und wer einen Weisen gezeugt hat, ist fröhlich über ihn.

23,25 Laß deinen Vater und deine Mutter sich freuen und fröhlich sein, die dich geboren hat.

23,26 Gib mir, mein Sohn, dein Herz und laß deinen Augen meine Wege wohlgefallen.

23,27 Denn die Hure ist eine tiefe Grube, und die fremde Frau ist ein enger Brunnen.

23,28 Auch lauert sie wie ein Räuber und mehrt die Treulosen unter den Menschen.

23,29 Wo ist Weh? Wo ist Leid? Wo ist Zank? Wo ist Klagen? Wo sind Wunden ohne jeden Grund? Wo sind trübe Augen?

23,30 Wo man lange beim Wein sitzt und kommt, auszusaufen, was eingeschenkt ist.

23,31 Sieh den Wein nicht an, wie er so rot ist und im Glase so schön steht: Er geht glatt ein,

23,32 aber danach beißt er wie eine Schlange und sticht wie eine Otter.

23,33 Da werden deine Augen seltsame Dinge sehen, und dein Herz wird Verkehrtes reden,

23,34 und du wirst sein wie einer, der auf hoher See sich schlafen legt, und wie einer, der oben im Mastkorb liegt.

23,35 «Sie schlugen mich, aber es tat mir nicht weh; sie prügelten mich, aber ich fühlte es nicht. Wann werde ich aufwachen? Dann will ich's wieder so treiben.»

24. Kapitel

24,1 Sei nicht neidisch auf böse Menschen und wünsche nicht, bei ihnen zu sein;

24,2 denn ihr Herz trachtet nach Gewalt, und ihre Lippen raten zum Unglück.

24,3 Durch Weisheit wird ein Haus gebaut und durch Verstand erhalten,

24,4 und durch ordentliches Haushalten werden die Kammern voll kostbarer, lieblicher Habe.

24,5 Ein weiser Mann ist stark und ein vernünftiger Mann voller Kraft;

24,6 denn mit Überlegung soll man Krieg führen, und wo viele Ratgeber sind, da ist der Sieg.

24,7 Weisheit ist dem Toren zu hoch; er darf seinen Mund im Rat nicht auftun.

24,8 Wer sich vornimmt, Böses zu tun, den nennt man einen Erzbösewicht.

24,9 Das Vorhaben des Toren ist Sünde, und der Spötter ist den Leuten ein Greuel.

24,10 Der ist nicht stark, der in der Not nicht fest ist.

24,11 Errette, die man zum Tode schleppt, und entzieh dich nicht denen, die zur Schlachtbank wanken.

24,12 Sprichst du: «Siehe, wir haben's nicht gewußt!», fürwahr, der die Herzen prüft, merkt es, und der auf deine Seele acht hat, weiß es und vergilt dem Menschen nach seinem Tun.

24,13 Iß Honig, mein Sohn, denn er ist gut, und Honigseim ist süß deinem Gaumen.

24,14 So ist Weisheit gut für deine Seele; wenn du sie findest, wird dir's am Ende wohlgehen, und deine Hoffnung wird nicht umsonst sein.

24,15 Laure nicht als Torahloser auf das Haus des Gerechten; zerstöre seine Wohnung nicht,

24,16 denn ein Gerechter fällt siebenmal und steht wieder auf, aber die Torahlosen versinken im Unglück.

24,17 Freue dich nicht über den Fall deines Feindes, und dein Herz sei nicht froh über sein Unglück;

24,18 Haschem könnte es sehen und Mißfallen daran haben und seinen Zorn von ihm wenden.

24,19 Erzürne dich nicht über die Bösen und ereifre dich nicht über die Torahlosen;

24,20 denn der Böse hat nichts zu hoffen, und die Leuchte der Torahlosen wird verlöschen.

24,21 Mein Sohn, fürchte Haschem und den König und menge dich nicht unter die Aufrührer;

24,22 denn plötzlich wird sie das Verderben treffen und unversehens von beiden her das Unglück kommen.

24,23 Auch dies sind Worte der Weisen: Die Person ansehen im Gericht ist nicht gut.

24,24 Wer zum Schuldigen spricht: «Du hast recht», dem fluchen die Völker, und die Leute verwünschen ihn.

24,25 Die aber gerecht richten, denen geht es gut, und reicher Segen kommt auf sie.

24,26 Eine richtige Antwort ist wie ein lieblicher Kuß.

24,27 Richte erst draußen deine Arbeit aus und bearbeite deinen Acker; danach gründe dein Haus.

24,28 Sei nicht ein falscher Zeuge wider deinen Nächsten und betrüge nicht mit deinem Munde.

24,29 Sprich nicht: «Wie einer mir tut, so will ich ihm auch tun und einem jeglichen sein Tun vergelten.»

24,30 Ich ging am Acker des Faulen entlang und am Weinberg des Toren,

24,31 und siehe, lauter Nesseln waren darauf, und er stand voll Disteln, und die Mauer war eingefallen.

24,32 Als ich das sah, nahm ich's zu Herzen, ich schaute und lernte daraus:

24,33 Noch ein wenig schlafen und ein wenig schlummern und ein wenig die Hände zusammentun, daß du ruhest,

24,34 so wird deine Armut kommen wie ein Räuber und dein Mangel wie ein gewappneter Mann.

25. Kapitel

25,1 Auch dies sind Sprüche Salomos; die Männer Hiskias, des Königs von Juda, haben sie gesammelt.

25,2 Es ist Haschem Ehre, eine Sache zu verbergen; aber der Könige Ehre ist es, eine Sache zu erforschen.

25,3 Der Himmel ist hoch und die Erde tief, und der Könige Herz ist unerforschlich.

25,4 Man tue die Schlacken vom Silber, so gelingt dem Goldschmied das Gefäß;

25,5 man tue den Torahlosen hinweg vom König, so wird sein Thron durch Gerechtigkeit gefestigt.

25,6 Prange nicht vor dem Könige und stelle dich nicht zu den Großen;

25,7 denn es ist besser, daß man zu dir sage: Tritt hier herauf!, als daß du erniedrigt wirst vor einem Edlen, den deine Augen gesehen haben.

25,8 Laufe nicht zu schnell vor Gericht; denn was willst du zuletzt machen, wenn dich dein Nächster beschämt?

25,9 Trage deine Sache mit deinem Nächsten aus, aber verrate nicht eines andern Geheimnis,

25,10 damit von dir nicht übel spricht, wer es hört, und dann das böse Gerede über dich nicht aufhört.

25,11 Ein Wort, geredet zu rechter Zeit, ist wie goldene Äpfel auf silbernen Schalen.

25,12 Ein Weiser, der mahnt, und ein Ohr, das auf ihn hört, das ist wie ein goldener Ring und ein goldenes Halsband.

25,13 Wie die Kühle des Schnees zur Zeit der Ernte, so ist ein getreuer Bote dem, der ihn gesandt hat, und erquickt seines Herrn Seele.

25,14 Wer Geschenke verspricht und hält's nicht, der ist wie Wolken und Wind ohne Regen.

25,15 Durch Geduld wird ein Fürst überredet, und eine linde Zunge zerbricht Knochen.

25,16 Findest du Honig, so iß davon nur, soviel du bedarfst, daß du nicht zu satt werdest und speiest ihn aus.

25,17 Halte deinen Fuß zurück vom Hause deines Nächsten; er könnte dich satt bekommen und dir gram werden.

25,18 Wer wider seinen Nächsten falsch Zeugnis redet, der ist wie ein Streithammer, Schwert und scharfer Pfeil.

25,19 Auf einen Treulosen hoffen zur Zeit der Not, das ist wie ein fauler Zahn und gleitender Fuß.

25,20 Wer einem mißmutigen Herzen Lieder singt, das ist, wie wenn einer das Kleid ablegt an einem kalten Tag, und wie Essig auf Lauge.

25,21 Hungert deinen Feind, so speise ihn mit Brot, dürstet ihn, so tränke ihn mit Wasser,

25,22 denn du wirst feurige Kohlen auf sein Haupt häufen, und Haschem wird dir's vergelten.

25,23 Wind mit dunklen Wolken bringt Regen, und heimliches Geschwätz schafft saure Gesichter.

25,24 Besser im Winkel auf dem Dache sitzen als mit einem zänkischen Weibe zusammen in einem Hause.

25,25 Eine gute Botschaft aus fernen Landen ist wie kühles Wasser für eine durstige Kehle.

25,26 Ein Gerechter, der angesichts eines Torahlosen wankt, ist wie ein getrübter Brunnen und eine verderbte Quelle.

25,27 Zuviel Honig essen ist nicht gut; aber wer nach schweren Dingen forscht, dem bringt's Ehre.

25,28 Ein Mann, der seinen Zorn nicht zurückhalten kann, ist wie eine offene Stadt ohne Mauern.

26. Kapitel

26,1 Wie Schnee zum Sommer und Regen zur Ernte, so reimt sich Ehre zum Toren.

26,2 Wie ein Vogel dahinfliegt und eine Schwalbe enteilt, so ist ein unverdienter Fluch: er trifft nicht ein.

26,3 Dem Roß eine Peitsche und dem Esel einen Zaum und dem Toren eine Rute auf den Rücken!

26,4 Antworte dem Toren nicht nach seiner Torheit, daß du ihm nicht gleich werdest.

26,5 Antworte aber dem Toren nach seiner Torheit, daß er sich nicht weise dünke.

26,6 Wer eine Sache durch einen törichten Boten ausrichtet, der ist wie einer, der sich selbst die Füße abhaut und Schaden leidet.

26,7 Wie einem Gelähmten das Tanzen, so steht dem Toren an, von Weisheit zu reden.

26,8 Einem Toren Ehre antun, das ist, wie wenn einer einen edlen Stein auf einen Steinhaufen wirft.

26,9 Ein Spruch in eines Toren Mund ist wie ein Dornzweig in der Hand eines Trunkenen.

26,10 Wie ein Schütze, der jeden verwundet, so ist, wer einen Toren oder einen Vorübergehenden dingt.

26,11 Wie ein Hund wieder frißt, was er gespien hat, so ist der Tor, der seine Torheit immer wieder treibt.

26,12 Wenn du einen siehst, der sich weise dünkt, da ist für einen Toren mehr Hoffnung als für ihn.

26,13 Der Faule spricht: «Es ist ein Löwe auf dem Wege, ein Löwe auf den Gassen.»

26,14 Ein Fauler wendet sich im Bett wie die Tür in der Angel.

26,15 Der Faule steckt seine Hand in die Schüssel, und es wird ihm sauer, daß er sie zum Munde bringe.

26,16 Ein Fauler dünkt sich weiser als sieben, die da wissen, verständig zu antworten.

26,17 Wer vorübergeht und sich mengt in fremden Streit, der ist wie einer, der den Hund bei den Ohren zwackt.

26,18 Wie ein Unsinniger, der mit Geschoß und Pfeilen schießt und tötet,

26,19 so ist ein Mensch, der seinen Nächsten betrügt und spricht: «Ich habe nur gescherzt.»

26,20 Wenn kein Holz mehr da ist, so verlischt das Feuer, und wenn der Verleumder weg ist, so hört der Streit auf.

26,21 Wie die Kohlen die Glut und Holz das Feuer, so facht ein zänkischer Mann den Streit an.

26,22 Die Worte des Verleumders sind wie Leckerbissen und gehen einem glatt ein.

26,23 Glatte Lippen und ein böses Herz, das ist wie Tongeschirr, mit Silberschaum überzogen.

26,24 Der Hasser verstellt sich mit seiner Rede, aber im Herzen ist er falsch;

26,25 wenn er seine Stimme holdselig macht, so glaube ihm nicht; denn es sind sieben Greuel in seinem Herzen.

26,26 Wer den Haß trügerisch verbirgt, dessen Bosheit wird doch vor der Gemeinde offenbar werden.

26,27 Wer eine Grube macht, der wird hineinfallen; und wer einen Stein wälzt, auf den wird er zurückkommen.

26,28 Eine falsche Zunge haßt den, dem sie Arges getan hat, und glatte Lippen richten Verderben an.

27. Kapitel

27,1 Rühme dich nicht des morgigen Tages; denn du weißt nicht, was der Tag bringt.

27,2 Laß dich von einem andern loben und nicht von deinem Mund, von einem Fremden und nicht von deinen eignen Lippen.

27,3 Stein ist schwer, und Sand ist Last; aber der Ärger über einen Toren ist schwerer als beide.

27,4 Zorn ist ein wütig Ding, und Grimm ist ungestüm; aber wer kann vor der Eifersucht bestehen?

27,5 Offene Zurechtweisung ist besser als Liebe, die verborgen bleibt.

27,6 Die Schläge des Freundes meinen es gut; aber die Küsse des Hassers sind trügerisch.

27,7 Ein Satter tritt Honigseim mit Füßen; aber einem Hungrigen ist alles Bittre süß.

27,8 Wie ein Vogel, der aus seinem Nest flüchtet, so ist ein Mann, der aus seiner Heimat flieht.

27,9 Das Herz freut sich an Salbe und Räucherwerk, und süß ist der Freund, der wohlgemeinten Rat gibt.

27,10 Von deinem Freund und deines Vaters Freund laß nicht ab. Geh nicht ins Haus deines Bruders, wenn dir's übel geht. Ein Nachbar in der Nähe ist besser als ein Bruder in der Ferne.

27,11 Sei weise, mein Sohn, und erfreue mein Herz, so kann ich antworten dem, der mich schmäht.

27,12 Ein Kluger sieht das Unglück kommen und verbirgt sich; aber die Unverständigen laufen weiter und leiden Schaden.

27,13 Nimm dem sein Kleid, der für einen andern Bürge wurde, und pfände ihn anstelle des Fremden.

27,14 Wenn einer seinen Nächsten des Morgens früh mit lauter Stimme segnet, so wird ihm das für einen Fluch gerechnet.

27,15 Ein zänkisches Weib und ein triefendes Dach, wenn's sehr regnet, lassen sich miteinander vergleichen:

27,16 wer sie aufhalten will, der will den Wind aufhalten und will Öl mit der Hand fassen.

27,17 Ein Messer wetzt das andre und ein Mann den andern.

27,18 Wer seinen Feigenbaum pflegt, der ißt Früchte davon, und wer seinem Herrn treu dient, wird geehrt.

27,19 Wie sich im Wasser das Angesicht spiegelt, so ein Mensch im Herzen des andern.

27,20 Unterwelt und Abgrund werden niemals satt, und der Menschen Augen sind auch unersättlich.

27,21 Ein Mann bewährt sich in seinem Ruf wie das Silber im Tiegel und das Gold im Ofen.

27,22 Wenn du den Toren im Mörser zerstießest mit dem Stampfer wie Grütze, so ließe doch seine Torheit nicht von ihm.

27,23 Auf deine Schafe hab acht und nimm dich deiner Herden an;

27,24 denn Vorräte währen nicht ewig, und auch eine Krone währt nicht für und für.

27,25 Ist das Gras abgeweidet und wiederum Grünes nachgewachsen und ist das Futter auf den Bergen gesammelt,

27,26 dann kleiden dich die Lämmer, und die Böcke geben dir das Geld, einen Acker zu kaufen;

27,27 du hast Ziegenmilch genug zu deiner Speise, zur Speise deines Hauses und zur Nahrung deiner Mägde.

28. Kapitel

28,1 Der Torahlose flieht, auch wenn niemand ihn jagt; der Gerechte aber ist furchtlos wie ein junger Löwe.

28,2 Um des Landes Sünde willen wechseln häufig seine Herren; aber durch einen verständigen und vernünftigen Mann gewinnt das Recht Bestand.

28,3 Ein Torahloser Mann, der die Geringen bedrückt, ist wie ein Platzregen, der die Frucht verdirbt.

28,4 Wer die Weisung verläßt, rühmt den Torahlosen; wer sie aber bewahrt, der bekämpft ihn.

28,5 Böse Leute verstehen nichts vom Recht; die aber nach Haschem fragen, verstehen alles.

28,6 Besser ein Armer, der in seiner Unsträflichkeit wandelt, als ein Reicher, der auf verkehrten Wegen geht.

28,7 Wer die Lehre bewahrt, ist ein verständiger Sohn; wer aber der Schlemmer Geselle ist, macht seinem Vater Schande.

28,8 Wer sein Gut mehrt mit Zinsen und Aufschlag, der sammelt es für den, der sich der Armen erbarmt.

28,9 Wer sein Ohr abwendet, um die Weisung nicht zu hören, dessen Gebet ist ein Greuel.

28,10 Wer die Frommen verführt auf einen bösen Weg, wird selbst in seine Grube fallen; aber die Frommen werden Gutes ererben.

28,11 Ein Reicher meint weise zu sein, aber ein verständiger Armer durchschaut ihn.

28,12 Wenn die Gerechten Oberhand haben, so ist herrliche Zeit; wenn aber die Torahlosen hochkommen, verbergen sich die Leute.

28,13 Wer seine Sünde leugnet, dem wird's nicht gelingen; wer sie aber bekennt und läßt, der wird Barmherzigkeit erlangen.

28,14 Wohl dem, der Haschem allewege fürchtet! Wer aber sein Herz verhärtet, wird in Unglück fallen.

28,15 Ein Torahloser, der über ein armes Volk regiert, ist wie ein brüllender Löwe und ein gieriger Bär.

28,16 Wenn ein Fürst ohne Verstand ist, so geschieht viel Unrecht; wer aber unrechten Gewinn haßt, wird lange leben.

28,17 Wer schuldig ist am Blut eines Menschen, der wird flüchtig sein bis zum Grabe, und niemand helfe ihm!

28,18 Wer ohne Tadel einhergeht, dem wird geholfen; wer aber verkehrte Wege geht, wird in eine Grube fallen.

28,19 Wer seinen Acker bebaut, wird Brot genug haben; wer aber nichtigen Dingen nachgeht, wird Armut genug haben.

28,20 Ein treuer Mann wird von vielen gesegnet; wer aber eilt, reich zu werden, wird nicht ohne Schuld bleiben.

28,21 Die Person ansehen ist nicht gut; aber mancher vergeht sich schon um ein Stück Brot.

28,22 Wer habgierig ist, jagt nach Reichtum und weiß nicht, daß Mangel über ihn kommen wird.

28,23 Wer einen Menschen zurechtweist, wird zuletzt Dank haben, mehr als der da freundlich tut.

28,24 Wer seinem Vater oder seiner Mutter etwas nimmt und spricht, es sei nicht Sünde, der ist des Verderbers Geselle.

28,25 Ein Habgieriger erweckt Zank; wer sich aber auf Haschem verläßt, wird gelabt.

28,26 Wer sich auf seinen Verstand verläßt, ist ein Tor; wer aber in der Weisheit wandelt, wird entrinnen.

28,27 Wer dem Armen gibt, dem wird nichts mangeln; wer aber seine Augen abwendet, der wird von vielen verflucht.

28,28 Wenn die Torahlosen hochkommen, so verbergen sich die Leute; wenn sie aber umkommen, werden der Gerechten viel.

29. Kapitel

29,1 Wer gegen alle Warnung halsstarrig ist, der wird plötzlich verderben ohne alle Hilfe.

29,2 Wenn der Gerechten viel sind, freut sich das Volk; wenn aber der Torahlose herrscht, seufzt das Volk.

29,3 Wer Weisheit liebt, erfreut seinen Vater; wer aber mit Huren umgeht, kommt um sein Gut.

29,4 Ein König richtet das Land auf durchs Recht; wer aber viel Steuern erhebt, richtet es zugrunde.

29,5 Wer seinem Nächsten schmeichelt, der spannt ihm ein Netz über den Weg.

29,6 Wenn ein Böser sündigt, verstrickt er sich selbst; aber ein Gerechter geht seinen Weg und ist fröhlich.

29,7 Der Gerechte weiß um die Sache der Armen; der Torahlose aber weiß gar nichts.

29,8 Die Spötter bringen leichtfertig eine Stadt in Aufruhr; aber die Weisen stillen den Zorn.

29,9 Wenn ein Weiser mit einem Toren rechtet, so tobt der oder lacht, aber es gibt keine Ruhe.

29,10 Die Blutgierigen hassen den Frommen; aber die Gerechten nehmen sich seiner an.

29,11 Ein Tor schüttet all seinen Unmut aus, aber ein Weiser beschwichtigt ihn zuletzt.

29,12 Ein Herrscher, der auf Lügen hört, hat nur Torahlose Diener.

29,13 Der Arme und sein Peiniger begegnen einander; der beiden das Augenlicht gab, ist Haschem.

29,14 Ein König, der die Armen treulich richtet, dessen Thron wird für immer bestehen.

29,15 Rute und Tadel gibt Weisheit; aber ein Knabe, sich selbst überlassen, macht seiner Mutter Schande.

29,16 Wo viele Torahlose sind, da ist viel Sünde; aber die Gerechten werden ihren Fall erleben.

29,17 Züchtige deinen Sohn, so wird er dir Freude machen und deine Seele erquicken.

29,18 Wo keine Offenbarung ist, wird das Volk wild und wüst; aber wohl dem, der auf die Weisung achtet!

29,19 Ein Knecht läßt sich mit Worten nicht in Zucht halten; denn wenn er sie auch versteht, so nimmt er sie doch nicht an.

29,20 Siehst du einen, der schnell ist zu reden, da ist für einen Toren mehr Hoffnung als für ihn.

29,21 Wenn ein Knecht von Jugend auf verwöhnt wird, so wird er am Ende widerspenstig sein.

29,22 Ein zorniger Mann richtet Streit an, und ein Grimmiger tut viel Sünde.

29,23 Die Hoffart des Menschen wird ihn stürzen; aber der Demütige wird Ehre empfangen.

29,24 Wer mit Dieben gemeinsame Sache macht, haßt sein Leben; den Fluch hört er aussprechen und zeigt's nicht an.

29,25 Menschenfurcht bringt zu Fall; wer sich aber auf Haschem verläßt, wird beschützt.

29,26 Viele suchen das Angesicht eines Fürsten; aber eines jeglichen Recht kommt vom Haschem.

29,27 Ein ungerechter Mensch ist dem Gerechten ein Greuel; und wer recht wandelt, ist dem Torahlosen ein Greuel.

30. Kapitel

30,1 Dies sind die Worte Agurs, des Sohnes des Jake, aus Massa. Es spricht der Mann: Ich habe mich gemüht, oh Haschem, ich habe mich gemüht, oh Haschem, und muß davon lassen.

30,2 Denn ich bin der Allertörichtste, und Menschenverstand habe ich nicht.

30,3 Weisheit hab ich nicht gelernt, und Erkenntnis von Haschem habe ich nicht.

30,4 Wer ist hinaufgefahren zum Himmel und wieder herab? Wer hat den Wind in seine Hände gefaßt? Wer hat die Wasser in ein Kleid gebunden? Wer hat alle Enden der Welt bestimmt? Wie heißt er? Und wie heißt sein Sohn? Weißt du das?

30,5 Alle Worte Haschem sind durchläutert; er ist ein Schild denen, die auf ihn trauen.

30,6 Tu nichts zu seinen Worten hinzu, daß er dich nicht zur Rechenschaft ziehe und du als Lügner dastehst.

30,7 Zweierlei bitte ich von dir, das wollest du mir nicht verweigern, ehe denn ich sterbe:

30,8 Falschheit und Lüge laß ferne von mir sein; Armut und Reichtum gib mir nicht; laß mich aber mein Teil Speise dahinnehmen, das du mir beschieden hast.

30,9 Ich könnte sonst, wenn ich zu satt würde, verleugnen und sagen: Wer ist Haschem? Oder wenn ich zu arm würde, könnte ich stehlen und mich an dem Namen meines Haschem vergreifen.

30,10 Verleumde nicht den Knecht bei seinem Herrn, daß er dir nicht fluche und du es büßen müssest.

30,11 Es gibt eine Art, die ihrem Vater flucht und ihre Mutter nicht segnet;

30,12 eine Art, die sich rein dünkt, und ist doch von ihrem Schmutz nicht gewaschen;

30,13 eine Art, die ihre Augen hoch trägt und ihre Augenlider emporhebt;

30,14 eine Art, die Schwerter als Zähne hat und Messer als Backenzähne und verzehrt die Elenden im Lande und die Armen unter den Leuten.

30,15 Der Blutegel hat zwei Töchter, die heißen: «Gib her, gib her!» Drei sind nicht zu sättigen, und vier sagen nie: «Es ist genug»:

30,16 das Totenreich und der Frauen verschloßner Schoß, die Erde, die nicht des Wassers satt wird, und das Feuer, das nie spricht: «Es ist genug!»

30,17 Ein Auge, das den Vater verspottet, und verachtet, der Mutter zu gehorchen, das müssen die Raben am Bach aushacken und die jungen Adler fressen.

30,18 Drei sind mir zu wundersam, und vier verstehe ich nicht:

30,19 des Adlers Weg am Himmel, der Schlange Weg auf dem Felsen, des Schiffes Weg mitten im Meer und des Mannes Weg beim Weibe.

30,20 So ist der Weg der Ehebrecherin: sie verschlingt und wischt sich den Mund und spricht: Ich habe nichts Böses getan.

30,21 Ein Land wird durch dreierlei unruhig, und viererlei kann es nicht ertragen:

30,22 einen Knecht, wenn er König wird; einen Toren, wenn er zu satt ist;

30,23 eine Verschmähte, wenn sie geehelicht wird, und eine Magd, wenn sie ihre Herrin beerbt.

30,24 Vier sind die Kleinsten auf Erden und doch klüger als die Weisen:

30,25 die Ameisen ein schwaches Volk, dennoch schaffen sie im Sommer ihre Speise;

30,26 die Klippdachse ein schwaches Volk, dennoch bauen sie ihr Haus in den Felsen;

30,27 die Heuschrecken sie haben keinen König, dennoch ziehen sie aus in Ordnung;

30,28 die Eidechse man greift sie mit den Händen, und sie ist doch in der Könige Schlössern.

30,29 Drei haben einen stattlichen Gang, und vier gehen stolz einher:

30,30 der Löwe, mächtig unter den Tieren und kehrt um vor niemandem;

30,31 der stolze Hahn, der Widder und der König, wenn er einhergeht vor seinem Heerbann.

30,32 Ob du töricht gehandelt und dich überhoben hast oder ob du recht überlegt hast: lege die Hand auf den Mund!

30,33 Denn wenn man Milch stößt, so wird Butter daraus, und wer die Nase hart schneuzt, zwingt Blut heraus, und wer den Zorn reizt, ruft Streit hervor.

Kapitel 31

31,1 Dies sind die Worte Lemuels, des Königs von Massa, die ihn seine Mutter lehrte.

31,2 Was, mein Auserwählter, soll ich dir sagen, was, du Sohn meines Leibes, was, mein erbetener Sohn?

31,3 Laß nicht den Weibern deine Kraft und geh nicht die Wege, auf denen sich die Könige verderben!

31,4 Nicht den Königen, Lemuel, ziemt es, Wein zu trinken, nicht den Königen, noch den Fürsten starkes Getränk!

31,5 Sie könnten beim Trinken des Rechts vergessen und verdrehen die Sache aller elenden Leute.

31,6 Gebt starkes Getränk denen, die am Umkommen sind, und Wein den betrübten Seelen,

31,7 daß sie trinken und ihres Elends vergessen und ihres Unglücks nicht mehr gedenken.

31,8 Tu deinen Mund auf für die Stummen und für die Sache aller, die verlassen sind.

31,9 Tu deinen Mund auf und richte in Gerechtigkeit und schaffe Recht dem Elenden und Armen. Lob der tüchtigen Hausfrau

31,10 Wem eine tüchtige Frau beschert ist, die ist viel edler als die köstlichsten Perlen.

31,11 Ihres Mannes Herz darf sich auf sie verlassen, und Nahrung wird ihm nicht mangeln.

31,12 Sie tut ihm Liebes und kein Leid ihr Leben lang.

31,13 Sie geht mit Wolle und Flachs um und arbeitet gerne mit ihren Händen.

31,14 Sie ist wie ein Kaufmannsschiff; ihren Unterhalt bringt sie von ferne.

31,15 Sie steht vor Tage auf und gibt Speise ihrem Hause, und dem Gesinde, was ihm zukommt.

31,16 Sie trachtet nach einem Acker und kauft ihn und pflanzt einen Weinberg vom Ertrag ihrer Hände.

31,17 Sie gürtet ihre Lenden mit Kraft und regt ihre Arme.

31,18 Sie merkt, wie ihr Fleiß Gewinn bringt; ihr Licht verlischt des Nachts nicht.

31,19 Sie streckt ihre Hand nach dem Rocken, und ihre Finger fassen die Spindel.

31,20 Sie breitet ihre Hände aus zu dem Armen und reicht ihre Hand dem Bedürftigen.

31,21 Sie fürchtet für die Ihren nicht den Schnee; denn ihr ganzes Haus hat wollene Kleider.

31,22 Sie macht sich selbst Decken; feine Leinwand und Purpur ist ihr Kleid.

31,23 Ihr Mann ist bekannt in den Toren, wenn er sitzt bei den Ältesten des Landes.

31,24 Sie macht einen Rock und verkauft ihn, einen Gürtel gibt sie dem Händler.

31,25 Kraft und Würde sind ihr Gewand, und sie lacht des kommenden Tages.

31,26 Sie tut ihren Mund auf mit Weisheit, und auf ihrer Zunge ist gütige Weisung.

31,27 Sie schaut, wie es in ihrem Hause zugeht, und ißt ihr Brot nicht mit Faulheit.

31,28 Ihre Söhne stehen auf und preisen sie, ihr Mann lobt sie:

31,29 «Es sind wohl viele tüchtige Frauen, du aber übertriffst sie alle.»

31,30 Lieblich und schön sein ist nichts; ein Weib, das Haschem fürchtet, soll man loben.

31,31 Gebt ihr von den Früchten ihrer Hände, und ihre Werke sollen sie loben in den Toren!

 

 
  zum Anfang