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Das Buch Shophtim

DAS BUCH der Richter (Judges)

1. Kapitel

1,1 Nach dem Tod Yohushuahs befragten die Israeliten Haschem und sprachen: Wer soll unter uns zuerst hinaufziehen, Krieg zu führen gegen die Kanaaniter?

1,2 Haschem sprach: Yahuda soll hinaufziehen. Siehe, ich habe das Land in seine Hand gegeben.

1,3 Da sprach Yahuda zu seinem Bruder Simeon: Zieh mit mir hinauf in mein Erbteil und laß uns mit den Kanaanitern kämpfen, dann will auch ich mit dir ziehen in dein Erbteil. So zog Simeon mit ihm.

1,4 Als nun Yahuda hinaufzog, gab Haschem die Kanaaniter und Perisiter in ihre Hände, und sie schlugen bei Besek zehntausend Mann

1,5 und fanden den Adoni-Besek zu Besek und kämpften mit ihm und schlugen die Kanaaniter und Perisiter.

1,6 Aber Adoni-Besek floh, und sie jagten ihm nach. Und als sie ihn ergriffen, hieben sie ihm die Daumen ab an seinen Händen und Füßen.

1,7 Da sprach Adoni-Besek: Siebzig Könige mit abgehauenen Daumen an Händen und Füßen lasen auf unter meinem Tisch. Wie ich getan habe, so hat mir Haschem vergolten. Und man brachte ihn nach Jerusalem; dort starb er.

1,8 Aber Yahuda kämpfte gegen Jerusalem und eroberte es und schlug es mit der Schärfe des Schwerts und zündete die Stadt an.

1,9 Danach zog Yahuda hinab, um gegen die Kanaaniter zu kämpfen, die auf dem Gebirge und im Südland und im Hügelland wohnten.

1,10 Und Yahuda zog gegen die Kanaaniter, die in Hebron wohnten - Hebron aber hieß vorzeiten Kirjat-Arba -, und sie erschlugen den Scheschai und Ahiman und Talmai

1,11 und zogen von dort gegen die Einwohner von Debir. Debir aber hieß vorzeiten Kirjat-Sefer.

1,12 Und Kaleb sprach: Wer Kirjat-Sefer schlägt und erobert, dem will ich meine Tochter Achsa zur Frau geben.

1,13 Da eroberte es Otnïl, der Sohn des Kenas, des jüngsten Bruders von Kaleb. Und Kaleb gab ihm seine Tochter Achsa zur Frau.

1,14 Und es begab sich, als sie zu ihm kam, beredete er sie, ein Stück Land zu fordern von ihrem Vater. Und sie stieg vom Esel. Da sprach Kaleb zu ihr: Was willst du?

1,15 Sie sprach: Gib mir eine Segensgabe! Denn du hast mich nach dem dürren Südland gegeben; gib mir auch Wasserquellen! Da gab er ihr die oberen und unteren Quellen.

1,16 Und die Nachkommen des Keniters Hobab, mit dem Mose verschwägert war, zogen herauf aus der Palmenstadt mit den Männern von Yahuda in die Wüste Yahuda, die im Süden von Arad liegt, und gingen hin und wohnten mitten unter dem Volk.

1,17 Und Yahuda zog hin mit seinem Bruder Simeon, und sie erschlugen die Kanaaniter in Zefat und vollstreckten den Bann an ihnen und nannten die Stadt Horma.

1,18 Doch eroberte Yahuda nicht Gaza mit seinem Gebiet und Askalon mit seinem Gebiet und Ekron mit seinem Gebiet.

1,19 Dennoch war Haschem mit Yahuda, daß es das Gebirge einnahm; es konnte aber die Bewohner der Ebene nicht vertreiben, weil sie eiserne Wagen hatten.

1,20 Und sie gaben dem Kaleb Hebron, wie Mose gesagt hatte, und er vertrieb daraus die drei Söhne des Anak.

1,21 Aber Benjamin vertrieb die Jebusiter nicht, die in Jerusalem wohnten, sondern die Jebusiter wohnten bei denen von Benjamin in Jerusalem bis auf diesen Tag.

1,22 Auch das Haus Josef zog hinauf nach Bethel, und Haschem war mit ihnen.

1,23 Und das Haus Josef ließ Bethel auskundschaften; die Stadt hieß vorzeiten Lus.

1,24 Und die Späher sahen einen Mann aus der Stadt gehen und sprachen zu ihm: Zeige uns, wo wir in die Stadt kommen, so wollen wir Barmherzigkeit an dir tun.

1,25 Und als er ihnen zeigte, wo sie in die Stadt kämen, schlugen sie die Stadt mit der Schärfe des Schwerts; aber den Mann und sein ganzes Geschlecht ließen sie gehen.

1,26 Da zog der Mann ins Land der Hetiter und baute eine Stadt und nannte sie Lus; die heißt noch heutigentags so.

1,27 Und Manasse vertrieb nicht Bet- Schean und seine Ortschaften noch Taanach und seine Ortschaften noch die Einwohner von Dor und seinen Ortschaften noch die Einwohner von Jibleam und seinen Ortschaften noch die Einwohner von Megiddo und seinen Ortschaften. So blieben die Kanaaniter dort im Lande wohnen.

1,28 Als aber Israel mächtig wurde, machte es die Kanaaniter fronpflichtig, vertrieb sie jedoch nicht.

1,29 Auch Ephraim vertrieb die Kanaaniter nicht, die in Geser wohnten, sondern die Kanaaniter wohnten mitten unter ihnen in Geser.

1,30 Auch Sebulon vertrieb nicht die Einwohner von Kitron und Nahalol, sondern die Kanaaniter wohnten mitten unter ihnen und waren fronpflichtig.

1,31 Asser vertrieb nicht die Einwohner von Akko noch die Einwohner von Sidon, von Mahaleb, von Achsib, von Helba, von Afek und von Rehob;

1,32 sondern die von Asser saßen mitten unter den Kanaanitern, die im Land wohnten, denn sie vertrieben sie nicht.

1,33 Naftali vertrieb die Einwohner nicht von Bet-Schemesch noch von Bet-Anat, sondern saß mitten unter den Kanaanitern, die im Lande wohnten. Aber die von Bet- Schemesch und von Bet-Anat wurden fronpflichtig.

1,34 Und die Amoriter drängten die Daniter aufs Gebirge und ließen nicht zu, daß sie herunter in die Ebene kämen.

1,35 Und die Amoriter blieben wohnen auf dem Gebirge Heres, in Ajalon und in Schaalbim. Doch wurde ihnen die Hand des Hauses Josef zu schwer, und sie wurden fronpflichtig.

1,36 Und das Gebiet der Edomiter ging vom Skorpionensteig, von der Felsenstadt und weiter hinauf.

2. Kapitel

Der Malach Haschem droht Israel

2,1 Es kam aber der Malach Haschem herauf von Gilgal nach Bochim und sprach: Ich habe euch aus Ägypten heraufgeführt und ins Land gebracht, das ich euren Vätern zu geben geschworen habe, und gesprochen, ich wollte meinen Bund mit euch nicht brechen ewiglich.

2,2 Ihr aber solltet keinen Bund schließen mit den Bewohnern dieses Landes und ihre Altäre zerbrechen. Aber ihr habt meiner Stimme nicht gehorcht. Warum habt ihr das getan?

2,3 Da sprach ich: Ich will sie nicht vor euch vertreiben, damit sie euch zum Fangstrick werden und ihre Götter zur Falle.

2,4 Und als der Malach Haschem diese Worte zu ganz Israel geredet hatte, erhob das Volk seine Stimme und weinte.

2,5 Und sie nannten die Stätte Bochim* und opferten dort Haschem. *d. . die Weinenden. Israels Untreue gegen Haschem während der Richterzeit

2,6 Als Yohushuah das Volk entlassen hatte und die Israeliten hingezogen waren, ein jeder in sein Erbteil, um das Land einzunehmen,

2,7 diente das Volk Haschem, solange Yohushuah lebte und die Ältesten, die noch lange nach Yohushuah lebten und alle die großen Werke Haschem gesehen hatten, die er an Israel getan hatte.

2,8 Da starb Yohushuah, der Sohn Nuns, der Knecht Haschem, als er hundertundzehn Jahre alt war.

2,9 Und sie begruben ihn im Gebiet seines Erbteils in Timnat-Heres auf dem Gebirge Ephraim, nördlich vom Berge Gaasch.

2,10 Als auch alle, die zu der Zeit gelebt hatten, zu ihren Vätern versammelt waren, kam nach ihnen ein anderes Geschlecht auf, das Haschem nicht kannte noch die Werke, die er an Israel getan hatte.

2,11 Da taten die Israeliten, was Haschem mißfiel, und dienten den Baalen

2,12 und verließen Haschem ihrer Väter, der sie aus Mitzrayim geführt hatte, und folgten andern Göttern nach von den Göttern der Völker, die um sie her wohnten, und beteten sie an und erzürnten Haschem.

2,13 Denn sie verließen je und je Haschem und dienten dem Baal und den Astarten.

2,14 So entbrannte denn der Zorn Haschem über Israel, und er gab sie in die Hand von Räubern, die sie beraubten, und verkaufte sie in die Hände ihrer Feinde ringsumher. Und sie konnten nicht mehr ihren Feinden widerstehen,

2,15 sondern sooft sie auszogen, war Haschem Hand wider sie zum Unglück, wie denn Haschem ihnen gesagt und geschworen hatte. Und sie wurden hart bedrängt.

2,16 Wenn dann Haschem Richter erweckte, die ihnen halfen aus der Hand der Räuber,

2,17 so gehorchten sie den Richtern auch nicht, sondern liefen andern Göttern nach und beteten sie an und wichen bald von dem Wege, auf dem ihre Väter gegangen waren, als sie Haschem Geboten gehorchten; sie jedoch taten nicht wie diese.

2,18 Wenn aber Haschem ihnen Richter erweckte, so war Haschem mit dem Richter und errettete sie aus der Hand ihrer Feinde, solange der Richter lebte. Denn es jammerte Haschem ihr Wehklagen über die, die sie unterdrückten und bedrängten.

2,19 Wenn aber der Richter gestorben war, so fielen sie wieder ab und trieben es ärger als ihre Väter, indem sie andern Göttern folgten, ihnen zu dienen und sie anzubeten. Sie ließen nicht von ihrem Tun noch von ihrem halsstarrigen Wandel.

2,20 Darum entbrannte der Zorn Haschem über Israel, und er sprach: Weil dies Volk meinen Bund übertreten hat, den ich ihren Vätern geboten habe, und gehorcht meiner Stimme nicht,

2,21 so will ich auch hinfort die Völker nicht vertreiben, die Yohushuah übriggelassen hat, als er starb,

2,22 damit ich Israel durch sie prüfe, ob sie auf dem Wege Haschem bleiben und darauf wandeln, wie ihre Väter geblieben sind, oder nicht.

2,23 So ließ Haschem diese Völker, die er nicht in Yohushuah Hand gegeben hatte, übrig, ohne sie sogleich zu vertreiben.

3. Kapitel

3,1 Dies sind die Völker, die Haschem übrig ließ - damit er durch sie Israel prüfte, alle, die nichts wußten von den Kriegen um Kanaan,

3,2 und die Geschlechter Israels Krieg führen lehrte, die früher nichts davon wußten-,

3,3 nämlich die fünf Fürsten der Philister und alle Kanaaniter und Sidonier und Hiwiter, die am Gebirge Libanon wohnten, vom Berg Baal-Hermon an bis dorthin, wo man nach Hamat kommt.

3,4 Diese blieben, um Israel durch sie zu prüfen, damit es kund würde, ob sie den Geboten Haschem gehorchten, die er ihren Vätern durch Mose geboten hatte.

3,5 Als nun die Israeliten wohnten unter den Kanaanitern, Hetitern, Amoritern, Perisitern, Hiwitern und Jebusitern,

3,6 nahmen sie deren Töchter zu Frauen und gaben ihre Töchter deren Söhnen und dienten deren Göttern.

3,7 Und die Israeliten taten, was Haschem mißfiel, und vergaßen Haschem,  und dienten den Baalen und den Ascheren.

3,8 Da entbrannte der Zorn Haschem über Israel, und er verkaufte sie in die Hand Kuschan-Rischatajims, des Königs von Mesopotamien; und so diente Israel dem Kuschan-Rischatajim acht Jahre.

3,9 Da schrien die Israeliten zu Haschem, und Haschem erweckte ihnen einen Retter, der sie errettete, Otnïl, den Sohn des Kenas, des jüngsten Bruders von Kaleb.

3,10 Und Haschem kam auf ihn, und er wurde Richter in Israel und zog aus zum Kampf. Und Haschem gab den König von Mesopotamien Kuschan-Rischatajim in seine Hand, so daß seine Hand über ihn stark wurde.

3,11 Da hatte das Land Ruhe vierzig Jahre. Und Otnïl, der Sohn des Kenas, starb.

3,12 Aber die Israeliten taten wiederum, was Haschem mißfiel. Da machte Haschem den Eglon, den König der Moabiter, stark gegen Israel, weil sie taten, was Haschem mißfiel.

3,13 Und er sammelte zu sich die Ammoniter und die Amalekiter und zog hin und schlug Israel und nahm die Palmenstadt ein.

3,14 Und die Israeliten dienten Eglon, dem König der Moabiter, achtzehn Jahre.

3,15 Da schrien sie zu Haschem, und Haschem erweckte ihnen einen Retter, Ehud, den Sohn Geras, den Benjaminiter; der war linkshändig. Und als die Israeliten durch ihn Tribut sandten an Eglon, den König der Moabiter,

3,16 machte sich Ehud einen zweischneidigen Dolch, eine Hand lang, und gürtete ihn unter sein Kleid auf seine rechte Hüfte

3,17 und brachte Eglon, dem König der Moabiter, den Tribut. Eglon aber war ein sehr fetter Mann.

3,18 Und als er den Tribut übergeben hatte, entließ er die Leute, die den Tribut getragen hatten.

3,19 Er selbst aber kehrte um bei den Steinbildern zu Gilgal und ließ sagen: Ich habe, oh König, dir heimlich etwas zu sagen. Der aber gebot: Hinaus! Da gingen hinaus von ihm alle, die um ihn standen.

3,20 Und Ehud kam zu ihm hinein. Er aber saß in dem kühlen Obergemach, das für ihn allein bestimmt war. Und Ehud sprach: Ich habe ein Wort von Haschem an dich. Da stand er auf von seinem Thron.

3,21 Ehud aber streckte seine linke Hand aus und nahm den Dolch von seiner rechten Hüfte und stieß ihm den in den Bauch,

3,22 daß nach der Schneide noch der Griff hineinfuhr und das Fett die Schneide umschloß; denn er zog den Dolch nicht aus seinem Bauch.

3,23 Aber Ehud ging zum Nebenraum hinaus, machte die Tür des Obergemachs hinter sich zu und verschloß sie.

3,24 Als er nun hinausgegangen war, kamen die Leute des Königs und sahen, daß die Tür verschlossen war, und sprachen: Er ist vielleicht austreten gegangen in die Kammer am Obergemach.

3,25 Als sie aber allzu lange gewartet hatten und niemand die Tür des Gemachs auftat, nahmen sie den Schlüssel und schlossen auf. Siehe, da lag ihr Herr auf der Erde tot.

3,26 Ehud aber war entronnen, während sie gewartet hatten, und ging an den Steinbildern vorüber und entkam bis nach Seïra.

3,27 Und als er hineinkam, blies er die Posaune auf dem Gebirge Ephraim. Und die Israeliten zogen mit ihm vom Gebirge und er vor ihnen her,

3,28 und er sprach zu ihnen: Schnell mir nach! Denn Haschem hat die Moabiter, eure Feinde, in eure Hände gegeben! Und sie jagten ihm nach und besetzten die Furten am Jordan, die nach Moab gehen, und ließen niemand hinüber

3,29 und erschlugen zu jener Zeit die Moabiter, etwa zehntausend Mann, alles starke und streitbare Männer, so daß auch nicht einer entrann.

3,30 So wurden die Moabiter zu jener Zeit unter die Hand Israels gedemütigt. Und das Land hatte Ruhe achtzig Jahre.

3,31 Nach ihm kam Schamgar, der Sohn Anats. Der erschlug sechshundert Philister mit einem Ochsenstecken, und auch er errettete Israel.

4. Kapitel

4,1 Aber die Israeliten taten wiederum, was Haschem mißfiel, als Ehud gestorben war.

4,2 Und Haschem verkaufte sie in die Hand Jabins, des Königs von Kanaan, der zu Hazor herrschte, und sein Feldhauptmann war Sisera; der wohnte in Haroschet der Heiden.

4,3 Und die Israeliten schrien zum Haschem, denn Jabin hatte neunhundert eiserne Wagen und unterdrückte die Israeliten mit Gewalt zwanzig Jahre.

4,4 Zu der Zeit war Richterin in Israel die Prophetin Debora, die Frau Lappidots.

4,5 Sie hatte ihren Sitz unter der Palme Deboras zwischen Rama und Bethel auf dem Gebirge Ephraim. Und die Israeliten kamen zu ihr hinauf zum Gericht.

4,6 Und sie sandte hin und ließ rufen Barak, den Sohn Abinoams aus Kedesch in Naftali, und ließ ihm sagen: Hat dir nicht Haschem, geboten: Geh hin und zieh auf den Berg Tabor und nimm zehntausend Mann mit dir von Naftali und Sebulon?

4,7 Ich aber will Sisera, den Feldhauptmann Jabins, dir zuführen an den Bach Kischon mit seinen Wagen und mit seinem Heer und will ihn in deine Hände geben.

4,8 Barak sprach zu ihr: Wenn du mit mir ziehst, so will auch ich ziehen; ziehst du aber nicht mit mir, so will auch ich nicht ziehen.

4,9 Sie sprach: Ich will mit dir ziehen; aber der Ruhm wird nicht dein sein auf diesem Kriegszug, den du unternimmst, sondern Haschem wird Sisera in eines Weibes Hand geben. So machte sich Debora auf und zog mit Barak nach Kedesch.

4,10 Da rief Barak Sebulon und Naftali nach Kedesch; und es zogen hinauf ihm nach zehntausend Mann. Debora zog auch mit ihm.

4,11 Heber aber, der Keniter, war von den Kenitern, vom Geschlecht Hobabs, mit dem Mose verschwägert war, weggezogen und hatte sein Zelt aufgeschlagen bei der Eiche in Zaanannim bei Kedesch.

4,12 Da wurde Sisera angesagt, daß Barak, der Sohn Abinoams, auf den Berg Tabor gezogen wäre.

4,13 Und er rief alle seine Kriegswagen zusammen, neunhundert eiserne Wagen, und das ganze Volk, das mit ihm war, aus Haroschet der Heiden an den Bach Kischon.

4,14 Debora aber sprach zu Barak: Auf ! Das ist der Tag, an dem dir Haschem den Sisera in deine Hand gegeben hat, denn Haschem ist ausgezogen vor dir her. So zog Barak von dem Berge Tabor hinab und die zehntausend Mann ihm nach.

4,15 Und Haschem erschreckte den Sisera samt allen seinen Wagen und dem ganzen Heer vor der Schärfe von Baraks Schwert, so daß Sisera von seinem Wagen sprang und zu Fuß floh.

4,16 Barak aber jagte den Wagen und dem Heer nach bis Haroschet der Heiden. Und Siseras ganzes Heer fiel durch die Schärfe des Schwerts, so daß auch nicht einer übrigblieb.

4,17 Sisera aber floh zu Fuß in das Zelt Jaëls, der Frau des Keniters Heber. Denn der König Jabin von Hazor und das Haus Hebers, des Keniters, lebten miteinander im Frieden.

4,18 Jaël aber ging hinaus Sisera entgegen und sprach zu ihm: Kehre ein, mein Herr, kehre ein bei mir und fürchte dich nicht! Und er kehrte bei ihr ein in ihr Zelt, und sie deckte ihn mit einer Decke zu.

4,19 Er aber sprach zu ihr: Gib mir doch ein wenig Wasser zu trinken, denn ich habe Durst. Da öffnete sie den Schlauch mit Milch und gab ihm zu trinken und deckte ihn wieder zu.

4,20 Und er sprach zu ihr: Tritt in die Tür des Zeltes, und wenn einer kommt und fragt, ob jemand hier sei, so sprich: Niemand.

4,21 Da nahm Jaël, die Frau Hebers, einen Pflock von dem Zelt und einen Hammer in ihre Hand und ging leise zu ihm hinein und schlug ihm den Pflock durch seine Schläfe, daß er in die Erde drang. Er aber war ermattet in einen tiefen Schlaf gesunken. So starb er.

4,22 Als aber Barak Sisera nachjagte, ging ihm Jaël entgegen und sprach zu ihm: Komm her! Ich will dir den Mann zeigen, den du suchst. Und als er zu ihr hereinkam, lag Sisera tot da, und der Pflock steckte in seiner Schläfe.

4,23 So demütigte Haschem zu der Zeit Jabin, den König von Kanaan, vor Israel.

4,24 Und die Hand der Israeliten legte sich immer härter auf Jabin, den König von Kanaan, bis sie ihn vernichteten.

5. Kapitel

5,1 Da sangen Debora und Barak, der Sohn Abinoams, zu jener Zeit:

5,2 Lobet Haschem, daß man sich in Israel zum Kampf rüstete und das Volk willig dazu gewesen ist.

5,3 Höret zu, ihr Könige, und merket auf, ihr Fürsten! Ich will singen, Haschem will ich singen, Haschem Israels, will ich spielen.

5,4 Haschem, als du von Seïr auszogst und einhergingst vom Gefilde Edoms, da erzitterte die Erde, der Himmel troff, und die Wolken troffen von Wasser.

5,5 Die Berge wankten vor Haschem, der Sinai vor Haschem.

5,6 Zu den Zeiten Schamgars, des Sohnes Anats, zu den Zeiten Jaëls waren verlassen die Wege, und die da auf Straßen gehen sollten, die wanderten auf ungebahnten Wegen.

5,7 Still war's bei den Bauern, ja still in Israel, bis du, Debora, aufstandest, bis du aufstandest, eine Mutter in Israel.

5,8 Man erwählte sich neue Götter; es gab kein Brot in den Toren. Es war kein Schild noch Speer unter vierzigtausend in Israel zu sehen.

5,9 Mein Herz ist mit den Gebietern Israels, mit denen, die willig waren unter dem Volk. Lobet Haschem!

5,10 Die ihr auf weißen Eselinnen reitet, die ihr auf Teppichen sitzet und die ihr auf dem Wege gehet: Singet!

5,11 Horch, wie sie jubeln zwischen den Tränkrinnen! Da sage man von der Gerechtigkeit Haschem, von der Gerechtigkeit an seinen Bauern in Israel, als Haschem Volk herabzog zu den Toren.

5,12 Auf, auf, Debora! Auf, auf und singe ein Lied! Mach dich auf, Barak, und fange, die dich fingen, du Sohn Abinoams!

5,13 Da zog herab, was übrig war von Herrlichen im Volk. Haschem zog mit mir herab unter den Helden:

5,14 aus Ephraim zogen sie herab ins Tal, und nach ihm Benjamin mit seinem Volk. Von Machir zogen Gebieter herab und von Sebulon, die den Führerstab halten,

5,15 und die Fürsten in Issaschar mit Debora, wie Issachar so Barak; ins Tal folgte er ihm auf dem Fuß. An Rubens Bächen überlegten sie lange.

5,16 Warum saßest du zwischen den Sattelkörben, zu hören bei den Herden das Flötenspiel? An Rubens Bächen überlegten sie lange.

5,17 Gilead blieb jenseits des Jordans. Und warum dient Dan auf fremden Schiffen? Asser saß am Ufer des Meeres und blieb ruhig an seinen Buchten.

5,18 Sebulons Volk aber wagte sein Leben in den Tod, Naftali auch auf der Höhe des Gefildes.

5,19 Könige kamen und stritten; damals stritten die Könige Kanaans zu Taanach am Wasser Megiddos, aber Silber gewannen sie dabei nicht.

5,20 Vom Himmel her kämpften die Sterne, von ihren Bahnen stritten sie wider Sisera.

5,21 Der Bach Kischon riß sie hinweg, der uralte Bach, der Bach Kischon. Tritt einher, meine Seele, mit Kraft!

5,22 Da stampften die Hufe der Rosse, ein Jagen ihrer mächtigen Renner.

5,23 Fluchet der Stadt Meros, sprach der Malach Haschem, fluchet, fluchet ihren Bürgern, daß sie nicht kamen Haschem zu Hilfe, zu Hilfe Haschem unter den Helden!

5,24 Gepriesen sei unter den Frauen Jaël, das Weib Hebers, des Keniters; gepriesen sei sie im Zelt unter den Frauen!

5,25 Milch gab sie, als er Wasser forderte, Sahne reichte sie dar in einer herrlichen Schale.

5,26 Sie griff mit ihrer Hand den Pflock und mit ihrer Rechten den Schmiedehammer und zerschlug Siseras Haupt und zermalmte und durchbohrte seine Schläfe.

5,27 Zu ihren Füßen krümmte er sich, fiel nieder und lag da. Er krümmte sich, fiel nieder zu ihren Füßen; wie er sich krümmte, so lag er erschlagen da.

5,28 Die Mutter Siseras spähte zum Fenster hinaus und klagte durchs Gitter: Warum zögert sein Wagen, daß er nicht kommt? Warum säumen die Hufe seiner Rosse?

5,29 Die weisesten unter ihren Fürstinnen antworten, und sie selbst wiederholt ihre Worte:

5,30 Sie werden wohl Beute finden und verteilen, ein Weib, zwei Weiber für jeden Mann, und für Sisera bunte gestickte Kleider zur Beute, gewirkte bunte Tücher um den Hals als Beute.

5,31 So sollen umkommen, Haschem, alle deine Feinde! Die ihn aber liebhaben, sollen sein, wie die Sonne aufgeht in ihrer Pracht! Und das Land hatte Ruhe vierzig Jahre.

6. Kapitel

6,1 Und als die Israeliten taten, was Haschem mißfiel, gab sie Haschem in die Hand der Midianiter sieben Jahre.

6,2 Und als die Hand der Midianiter zu stark wurde über Israel, machten sich die Israeliten in den Bergen Schluchten zurecht und Höhlen und Festungen.

6,3 Und immer, wenn Israel gesät hatte, kamen die Midianiter und Amalekiter und die aus dem Osten herauf über sie

6,4 und lagerten sich gegen sie und vernichteten die Ernte im Land bis hin nach Gaza und ließen nichts übrig an Nahrung in Israel, weder Schafe noch Rinder noch Esel.

6,5 Denn sie kamen herauf mit ihrem Vieh und ihren Zelten wie eine große Menge Heuschrecken, so daß weder sie noch ihre Kamele zu zählen waren, und fielen ins Land, um es zu verderben.

6,6 So wurde Israel sehr schwach vor den Midianitern. Da schrien die Israeliten zum Haschem.

6,7 Als sie aber zum Haschem schrien um der Midianiter willen,

6,8 sandte Haschem einen Propheten zu ihnen, der sprach zu ihnen: So spricht Haschem: Ich habe euch aus Ägypten geführt und aus der Knechtschaft gebracht

6,9 und habe euch errettet aus der Hand der Ägypter und aus der Hand aller, die euch bedrängten, und habe sie vor euch her ausgestoßen und ihr Land euch gegeben

6,10 und zu euch gesprochen: Ich bin Haschem! Ihr sollt nicht fürchten die Götter der Amoriter, in deren Land ihr wohnt. Aber ihr habt meiner Stimme nicht gehorcht. Gideon zum Richter berufen

6,11 Und der Malach Haschem kam und setzte sich unter die Eiche bei Ofra; die gehörte Joasch, dem Abïsriter. Und sein Sohn Gideon drosch Weizen in der Kelter, damit er ihn berge vor den Midianitern.

6,12 Da erschien ihm der Malach Haschem und sprach zu ihm: Haschem mit dir, du streitbarer Held!

6,13 Gideon aber sprach zu ihm: Ach, Malach! Ist Haschem mit uns, warum ist uns dann das alles widerfahren? Und wo sind alle seine Wunder, die uns unsere Väter erzählten und sprachen: Haschem hat uns aus Ägypten geführt? Nun aber hat uns Haschem verstoßen und in die Hände der Midianiter gegeben.

6,14 Haschem aber wandte sich zu ihm und sprach: Geh hin in dieser deiner Kraft; du sollst Israel erretten aus den Händen der Midianiter. Siehe, ich habe dich gesandt!

6,15 Er aber sprach zu ihm: Ach, Malach, womit soll ich Israel erretten? Siehe, mein Geschlecht ist das geringste in Manasse, und ich bin der Jüngste in meines Vaters Hause.

6,16 Haschem aber sprach zu ihm: Ich will mit dir sein, daß du die Midianiter schlagen sollst wie einen Mann.

6,17 Er aber sprach zu ihm: Hab ich Gnade vor dir gefunden, so mach mir doch ein Zeichen, daß du es bist, der mit mir redet.

6,18 Geh nicht fort, bis ich wieder zu dir komme und bringe meine Gabe und lege sie vor dir hin. Er sprach: Ich will bleiben, bis du wiederkommst.

6,19 Und Gideon ging hin und richtete ein Ziegenböcklein zu und ungesäuerte Brote von einem Scheffel Mehl und legte das Fleisch in einen Korb und tat die Brühe in einen Topf und brachte es zu ihm hinaus unter die Eiche und trat hinzu.

6,20 Aber der Malach Haschem sprach zu ihm: Nimm das Fleisch und die Brote und lege es hin auf den Fels hier und gieß die Brühe darüber. Und er tat es.

6,21 Da streckte der Malach Haschem den Stab aus, den er in der Hand hatte, und berührte mit der Spitze das Fleisch und die Brote. Da fuhr Feuer aus dem Fels und verzehrte das Fleisch und die Brote. Und der Malach Haschem entschwand seinen Augen.

6,22 Als nun Gideon sah, daß es der Malach Haschem war, sprach er: Ach, Haschem! Habe ich wirklich den Malach Haschem von Angesicht zu Angesicht gesehen!

6,23 Aber Haschem sprach zu ihm: Friede sei mit dir! Fürchte dich nicht, du wirst nicht sterben.

6,24 Da baute Gideon Haschem dort einen Altar und nannte ihn «Haschem ist Friede». Der steht noch bis auf den heutigen Tag in Ofra, der Stadt der Abïsriter. Gideons Eifer für Haschem

6,25 Und in derselben Nacht sprach Haschem zu ihm: Nimm einen jungen Stier von den Stieren deines Vaters und einen zweiten Stier, der siebenjährig ist, und reiße nieder den Altar Baals, der deinem Vater gehört, und haue um das Bild der Aschera, das dabei steht,

6,26 und baue Haschem, deinem Haschem, oben auf der Höhe dieses Felsens einen Altar und rüste ihn zu und nimm den zweiten Stier und bringe ein Brandopfer dar mit dem Holz des Ascherabildes, das du umgehauen hast.

6,27 Da nahm Gideon zehn Mann von seinen Leuten und tat, wie ihm Haschem gesagt hatte. Aber er fürchtete sich vor seines Vaters Haus und vor den Leuten in der Stadt, das am Tage zu tun, und tat's in der Nacht.

6,28 Als nun die Leute in der Stadt früh am Morgen aufstanden, siehe, da war der Altar Baals niedergerissen und das Ascherabild daneben umgehauen und der zweite Stier als Brandopfer dargebracht auf dem Altar, der gebaut war.

6,29 Und einer sprach zum andern: Wer hat das getan? Und als sie suchten und nachfragten, wurde gesagt: Gideon, der Sohn des Joasch, hat das getan.

6,30 Da sprachen die Leute der Stadt zu Joasch: Gib deinen Sohn heraus; er muß sterben, weil er den Altar Baals niedergerissen und das Ascherabild daneben umgehauen hat.

6,31 Joasch aber sprach zu allen, die bei ihm standen: Wollt ihr für Baal streiten? Wollt ihr ihm helfen? Wer für ihn streitet, der soll noch diesen Morgen sterben. Ist er Haschem, so streite er für sich selbst, weil sein Altar niedergerissen ist.

6,32 Von dem Tag an nannte man Gideon Jerubbaal, das heißt «Baal streite mit ihm», weil er seinen Altar niedergerissen hat.

6,33 Als nun alle Midianiter und Amalekiter und die aus dem Osten sich versammelt hatten, zogen sie herüber und lagerten sich in der Ebene Jesreel.

6,34 Da erfüllte der Geist Haschem den Gideon. Und er ließ die Posaune blasen und rief die Abïsriter auf, ihm zu folgen.

6,35 Und er sandte Botschaft zu ganz Manasse und rief sie auf, daß auch sie ihm folgten. Er sandte auch Botschaft zu Asser und Sebulon und Naftali; die kamen herauf, ihm entgegen.

6,36 Und Gideon sprach zu Haschem: Willst du Israel durch meine Hand erretten, wie du zugesagt hast,

6,37 so will ich abgeschorene Wolle auf die Tenne legen: Wird der Tau allein auf der Wolle sein und der ganze Boden umher trocken, so will ich daran erkennen, daß du Israel erretten wirst durch meine Hand, wie du zugesagt hast.

6,38 Und so geschah es. Und als er am andern Morgen früh aufstand, drückte er den Tau aus der Wolle, eine Schale voll Wasser!

6,39 Und Gideon sprach zu Haschem: Dein Zorn entbrenne nicht gegen mich, wenn ich noch einmal rede. Ich will's nur noch einmal versuchen mit der Wolle: es sei allein auf der Wolle trocken und Tau auf dem ganzen Boden.

6,40 Und Haschem machte es so in derselben Nacht, daß es trocken war allein auf der Wolle und Tau überall auf dem Boden.

7. Kapitel

7,1 Da machte sich Yerubbaal - das ist Gideon - früh auf und das ganze Kriegsvolk, das mit ihm war, und sie lagerten sich an der Quelle Harod, so daß er das Heerlager der Midianiter nördlich von dem Hügel More im Tal hatte.

7,2 Haschem aber sprach zu Gideon: Zu zahlreich ist das Volk, das bei dir ist, als daß ich Midian in seine Hände geben sollte; Israel könnte sich rühmen wider mich und sagen: Meine Hand hat mich errettet.

7,3 So laß nun ausrufen vor den Ohren des Volks: Wer ängstlich und verzagt ist, der kehre um. So sichtete sie Gideon. Da kehrten vom Kriegsvolk zweiundzwanzigtausend um, so daß nur zehntausend übrigblieben.

7,4 Und Haschem sprach zu Gideon: Das Volk ist noch zu zahlreich. Führe sie hinab ans Wasser; dort will ich sie dir sichten. Und von wem ich dir sagen werde, daß er mit dir ziehen soll, der soll mit dir ziehen; von wem ich aber sagen werde, daß er nicht mit dir ziehen soll, der soll nicht mitziehen.

7,5 Und er führte das Volk hinab ans Wasser. Und Haschem sprach zu Gideon: Wer mit seiner Zunge Wasser leckt, wie ein Hund leckt, den stelle besonders; ebenso, wer niederkniet, um zu trinken.

7,6 Da war die Zahl derer, die geleckt hatten, dreihundert Mann. Alles übrige Volk hatte kniend getrunken aus der Hand zum Mund.

7,7 Und Haschem sprach zu Gideon: Durch die dreihundert Mann, die geleckt haben, will ich euch erretten und die Midianiter in deine Hände geben; aber alles übrige Volk laß gehen an seinen Ort.

7,8 Und sie nahmen die Verpflegung des Volks und ihre Posaunen an sich. Aber die übrigen Israeliten ließ er alle gehen, jeden in sein Zelt; die dreihundert Mann aber behielt er bei sich. Und das Heer der Midianiter lag unten vor ihm in der Ebene.

7,9 Und Haschem sprach in derselben Nacht zu Gideon: Steh auf und geh hinab zum Lager; denn ich habe es in deine Hände gegeben.

7,10 Fürchtest du dich aber hinabzugehen, so laß deinen Diener Pura mit dir hinabgehen zum Lager,

7,11 damit du hörst, was sie reden. Danach werden deine Hände stark sein, und du wirst hinabziehen zum Lager. Da ging Gideon mit seinem Diener Pura hinab bis an den Ort der Schildwache, die im Lager war.

7,12 Und die Midianiter und Amalekiter und alle aus dem Osten hatten sich niedergelassen in der Ebene wie eine Menge Heuschrecken, und ihre Kamele waren nicht zu zählen wegen ihrer großen Menge, wie der Sand am Ufer des Meeres.

7,13 Als nun Gideon kam, siehe, da erzählte einer einem andern einen Traum und sprach: Siehe, ich habe geträumt: ein Laib Gerstenbrot rollte zum Lager der Midianiter; und er kam an das Zelt, stieß es um, daß es einfiel, und kehrte es um, das Oberste zu unterst, so daß das Zelt am Boden lag.

7,14 Da antwortete der andere: Das ist nichts anderes als das Schwert Gideons, des Sohnes des Joasch, des Israeliten. Haschem hat die Midianiter in seine Hände gegeben mit dem ganzen Heerlager.

7,15 Als Gideon diesen Traum erzählen hörte und seine Auslegung, fiel er anbetend nieder und kam zurück ins Lager Israels und sprach: Macht euch auf, denn Haschem hat das Lager der Midianiter in eure Hände gegeben!

7,16 Und er teilte die dreihundert Mann in drei Heerhaufen und gab jedem eine Posaune in die Hand und leere Krüge mit Fackeln darin

7,17 und sprach zu ihnen: Seht auf mich und tut ebenso; wenn ich nun an das Lager komme - wie ich tue, so tut ihr auch!

7,18 Wenn ich die Posaune blase und alle, die mit mir sind, so sollt ihr auch die Posaune blasen rings um das ganze Heerlager und rufen: Für Haschem und für Gideon!

7,19 So kam Gideon mit hundert Mann an das Lager zu Anfang der mittleren Nachtwache, als sie eben die Wachen aufgestellt hatten, und sie bliesen die Posaunen und zerschlugen die Krüge in ihren Händen.

7,20 Da bliesen alle drei Heerhaufen die Posaunen und zerbrachen die Krüge. Sie hielten aber die Fackeln in ihrer linken Hand und die Posaunen in ihrer rechten Hand, um zu blasen, und riefen: Hier Schwert Haschem und Gideons!

7,21 Und sie blieben stehen, jeder an seiner Stelle, rings um das Lager her. Da fing das ganze Heer an zu laufen, und sie schrien und flohen.

7,22 Und während die dreihundert Mann die Posaunen bliesen, schaffte Haschem, daß im ganzen Heerlager eines jeden Schwert gegen den andern war. Und das Heer floh bis Bet-Schitta auf Zereda zu, bis an die Grenze von Abel-Mehola bei Tabbat.

7,23 Und die Männer Israels von Naftali, von Asser und von ganz Manasse wurden zusammengerufen und jagten den Midianitern nach.

7,24 Und Gideon sandte Botschaft auf das ganze Gebirge Ephraim und ließ sagen: Kommt herab den Midianitern entgegen und nehmt ihnen die Wasserstellen weg bis nach Bet-Bara und auch den Jordan. Da wurden zusammengerufen alle, die von Ephraim waren, und nahmen ihnen die Wasserstellen weg bis nach Bet-Bara und auch den Jordan.

7,25 Und sie fingen zwei Fürsten der Midianiter, Oreb und Seeb, und erschlugen Oreb am Felsen Oreb* und Seeb bei der Kelter Seeb* und jagten den Midianitern nach und brachten die Häupter Orebs und Seebs zu Gideon über den Jordan. *Die Namen bedeuten «Rabenfels» und «Wolfskelter».

8. Kapitel

8,1 Da sprachen die Männer von Ephraim zu ihm: Warum hast du uns das angetan, daß du uns nicht riefst, als du in den Kampf zogst gegen die Midianiter? Und sie zankten heftig mit ihm.

8,2 Er aber sprach zu ihnen: Was hab ich jetzt getan, das eurer Tat gleich sei? Ist nicht die Nachlese Ephraims besser als die ganze Weinernt Abïsers?

8,3 Haschem hat die Fürsten der Midianiter, Oreb und Seeb, in eure Hände gegeben. Was hab ich zu tun vermocht gegen das, was ihr getan habt? Als er das sagte, ließ ihr Zorn von ihm ab.

8,4 Als nun Gideon an den Jordan kam, ging er hinüber mit den dreihundert Mann, die bei ihm waren; die waren müde und jagten den Feinden nach.

8,5 Da bat er die Leute von Sukkot: Gebt doch dem Volk, das mir auf dem Fuße folgt, Brote; denn sie sind müde, und ich muß nachjagen den Königen der Midianiter, Sebach und Zalmunna.

8,6 Aber die Oberen von Sukkot sprachen: Sind die Fäuste Sebachs und Zalmunnas schon in deinen Händen, daß wir deinem Heer Brot geben sollen?

8,7 Gideon sprach: Wohlan, wenn Haschem Sebach und Zalmunna in meine Hand gibt, will ich euer Fleisch mit Dornen aus der Wüste und mit Stacheln zerdreschen.

8,8 Und er zog von dort hinauf nach Pnuël und redete ebenso mit ihnen. Und die Leute von Pnuël antworteten ihm dasselbe wie die von Sukkot.

8,9 Und er sprach auch zu den Leuten von Pnuël: Komm ich gesund wieder, so will ich diese Burg niederreißen.

8,10 Sebach aber und Zalmunna waren in Karkor und ihr Heerlager mit ihnen, etwa fünfzehntausend, alle, die übriggeblieben waren vom ganzen Heer derer aus dem Osten; denn hundertundzwanzigtausend waren gefallen, die das Schwert ziehen konnten.

8,11 Und Gideon zog herauf auf der Straße derer, die in Zelten wohnen, östlich von Nobach und Yogboha, und schlug das Heerlager, während es ohne Sorge lagerte.

8,12 Und Sebach und Zalmunna flohen; aber er jagte ihnen nach und nahm gefangen die beiden Könige der Midianiter, Sebach und Zalmunna, und setzte das ganze Heerlager in Schrecken.

8,13 Als nun Gideon, der Sohn des Joasch, vom Kampf zurückkam, auf der Steige von Heres,

8,14 griff er sich einen Knaben von den Leuten von Sukkot und fragte ihn aus. Der schrieb ihm auf die Oberen von Sukkot und ihre Ältesten, siebenundsiebzig Mann.

8,15 Und er kam zu den Leuten von Sukkot und sprach: Siehe, hier sind Sebach und Zalmunna, um derentwillen ihr mich verspottet habt und gesprochen: Ist denn Sebachs und Zalmunnas Faust schon in deinen Händen, daß wir deinen Leuten, die müde sind, Brot geben sollen?

8,16 Und er nahm die Ältesten der Stadt und holte Dornen aus der Wüste und Stacheln und ließ es die Leute zu Sukkot fühlen.

8,17 Und die Burg von Pnuël riß er nieder und erschlug die Leute der Stadt.

8,18 Und Gideon sprach zu Sebach und Zalmunna: Wie waren die Männer, die ihr am Tabor erschlagen habt? Sie sprachen: Sie waren wie du, jeder anzusehen wie ein Königssohn.

8,19 Er aber sprach: Es sind meine Brüder, meiner Mutter Söhne, gewesen. So wahr Haschem lebt: wenn ihr sie am Leben gelassen hättet, würde ich euch nicht töten.

8,20 Und er sprach zu seinem erstgeborenen Sohn Yeter: Steh auf und erschlage sie. Aber der Knabe zog sein Schwert nicht; denn er fürchtete sich, weil er noch ein Knabe war.

8,21 Sebach aber und Zalmunna sprachen: Steh du auf und mache dich an uns; denn wie der Mann ist, so ist auch seine Kraft. Da stand Gideon auf und erschlug Sebach und Zalmunna und nahm die kleinen Monde, die an den Hälsen ihrer Kamele waren.

8,22 Da sprachen die Männer von Israel zu Gideon: Sei Herrscher über uns, du und dein Sohn und deines Sohnes Sohn, weil du uns aus der Hand der Midianiter errettet hast.

8,23 Aber Gideon sprach zu ihnen: Ich will nicht Herrscher über euch sein, und mein Sohn soll auch nicht Herrscher über euch sein, sondern Haschem soll Herrscher über euch sein.

8,24 Und Gideon sprach zu ihnen: Eins begehre ich von euch: jeder gebe mir die Ringe, die er als Beute genommen hat. Denn weil es Ismaeliter waren, hatten sie goldene Ringe.

8,25 Sie sprachen: Die wollen wir geben. Und sie breiteten einen Mantel aus, und ein jeder warf die Ringe darauf, die er als Beute genommen hatte.

8,26 Und die goldenen Ringe, die er gefordert hatte, wogen tausendsiebenhundert Lot Gold ohne die kleinen Monde und Ohrringe und Purpurkleider, die Könige der Midianiter getragen hatten, und ohne die Spangen ihrer Kamele.

8,27 Und Gideon machte einen Efod daraus und stellte ihn in seiner Stadt Ofra auf. Und ganz Israel trieb dort mit ihm Abgötterei. Und er wurde Gideon und seinem Hause zum Fallstrick.

8,28 So wurden die Midianiter gedemütigt vor den Israeliten und hoben ihren Kopf nicht mehr empor. Und das Land hatte Ruhe vierzig Jahre, solange Gideon lebte.

8,29 Und Yerubbaal, der Sohn des Joasch, ging hin und wohnte in seinem Hause.

8,30 Und Gideon hatte siebzig leibliche Söhne, denn er hatte viele Frauen.

8,31 Auch seine Nebenfrau, die er in Sichem hatte, gebar ihm einen Sohn; den nannte er Abimelech.

8,32 Und Gideon, der Sohn des Joasch, starb in hohem Alter und wurde begraben im Grab seines Vaters Yoasch in Ofra, der Stadt der Abïsriter.

8,33 Als aber Gideon gestorben war, kehrten sich die Israeliten ab und liefen den Baalen nach und machten Baal-Berit zu ihrem Haschem.

8,34 Und sie dachten nicht an Haschem, ihren Haschem, der sie errettet hatte aus der Hand aller ihrer Feinde ringsumher,

8,35 und erzeigten sich nicht dankbar dem Hause des Yerubbaal - das ist Gideon - für alles Gute, das er an Israel getan hatte.

9. Kapitel

9,1 Abimelech aber, der Sohn Yerubbaals, ging hin nach Sichem zu den Brüdern seiner Mutter und redete mit ihnen und mit dem ganzen Geschlecht des Hauses seiner Mutter und sprach:

9,2 Redet doch vor den Ohren aller Männer von Sichem: Was ist euch besser, daß siebzig Männer, alle die Söhne Yerubbaals, über euch Herrscher seien oder daß ein Mann über euch Herrscher sei? Denkt auch daran, daß ich euer Gebein und Fleisch bin.

9,3 Da redeten die Brüder seiner Mutter seinetwegen alle diese Worte vor den Ohren aller Männer von Sichem. Und ihr Herz neigte sich Abimelech zu; denn sie dachten: Er ist unser Bruder.

9,4 Und sie gaben ihm siebzig Silberstücke aus dem Tempel des Baal-Berit. Und Abimelech warb damit lose, verwegene Männer an, die ihm nachfolgten.

9,5 Und er kam in das Haus seines Vaters nach Ofra und tötete seine Brüder, die Söhne Yerubbaals, siebzig Mann, auf einem Stein. Es blieb aber übrig Yotam, der jüngste Sohn Yerubbaals; denn er hatte sich versteckt.

9,6 Und es versammelten sich alle Männer von Sichem und alle Bewohner des Millo, gingen hin und machten Abimelech zum König bei der Eiche am Steinmal von Sichem.

9,7 Als das dem Yotam angesagt wurde, ging er hin und stellte sich auf den Gipfel des Berges Garizim, erhob seine Stimme, rief und sprach zu ihnen: Höret mich, ihr Männer von Sichem, daß euch Haschem auch höre.

9,8 Die Bäume gingen hin, um einen König über sich zu salben, und sprachen zum Ölbaum: Sei unser König!

9,9 Aber der Ölbaum antwortete ihnen: Soll ich meine Fettigkeit lassen, die Götter und Menschen an mir preisen, und hingehen, über den Bäumen zu schweben?

9,10 Da sprachen die Bäume zum Feigenbaum: Komm du und sei unser König!

9,11 Aber der Feigenbaum sprach zu ihnen: Soll ich meine Süßigkeit und meine gute Frucht lassen und hingehen, über den Bäumen zu schweben?

9,12 Da sprachen die Bäume zum Weinstock: Komm du und sei unser König!

9,13 Aber der Weinstock sprach zu ihnen: Soll ich meinen Wein lassen, der Götter und Menschen fröhlich macht, und hingehen, über den Bäumen zu schweben?

9,14 Da sprachen alle Bäume zum Dornbusch: Komm du und sei unser König!

9,15 Und der Dornbusch sprach zu den Bäumen: Ist's wahr, daß ihr mich zum König über euch salben wollt, so kommt und bergt euch in meinem Schatten; wenn nicht, so gehe Feuer vom Dornbusch aus und verzehre die Zedern Libanons.

9,16 Habt ihr nun recht und redlich getan, daß ihr Abimelech zum König gemacht habt? Und habt ihr wohlgetan an Yerubbaal und an seinem Hause, und habt ihr ihm getan, wie er's um euch verdient hat?

9,17 Denn mein Vater hat für euch gekämpft und sein Leben gewagt, um euch aus der Hand der Midianiter zu erretten.

9,18 Aber ihr habt euch heute gegen meines Vaters Haus aufgelehnt und seine Söhne getötet, siebzig Mann auf einem Stein, und habt Abimelech, seiner Magd Sohn, zum König über die Männer von Sichem gemacht, weil er euer Bruder ist.

9,19 Habt ihr nun heute recht und redlich gehandelt an Yerubbaal und an seinem Hause, so seid fröhlich über Abimelech, und er sei fröhlich über euch.

9,20 Wenn nicht, so gehe Feuer aus von Abimelech und verzehre die Männer von Sichem und die Bewohner des Millo, und gehe auch Feuer aus von den Männern von Sichem und von den Bewohnern des Millo und verzehre Abimelech.

9,21 Und Yotam floh vor seinem Bruder Abimelech und entwich und ging nach Beer und wohnte dort.

9,22 Als nun Abimelech drei Jahre über Israel geherrscht hatte,

9,23 sandte Haschem einen bösen Geist zwischen Abimelech und die Männer von Sichem. Und die Männer von Sichem wurden Abimelech untreu,

9,24 damit der Frevel an den siebzig Söhnen Yerubbaals und ihr Blut käme auf Abimelech, ihren Bruder, der sie getötet hatte, und auf die Männer von Sichem, die ihm seine Hand dazu gestärkt hatten, daß er seine Brüder tötete.

9,25 Und die Männer von Sichem legten einen Hinterhalt auf den Höhen der Berge und beraubten alle, die auf der Straße bei ihnen vorüberkamen. Und es wurde Abimelech angesagt.

9,26 Es kamen aber Gaal, der Sohn Ebeds, und seine Brüder und zogen in Sichem ein. Und die Männer von Sichem verließen sich auf ihn

9,27 und zogen hinaus aufs Feld und ernteten ihre Weinberge ab und kelterten und hielten ein Freudenfest und gingen in das Haus ihres Haschem, aßen und tranken und fluchten dem Abimelech.

9,28 Und Gaal, der Sohn Ebeds, sprach: Wer ist Abimelech, und wer ist denn dieser Sichemiter, daß wir ihm dienen sollten? Ist er nicht Yerubbaals Sohn und hat Sebul, seinen Vogt, hergesetzt? Dienet den Leuten Hamors, des Vaters von Sichem! Warum sollten wir jenem dienen?

9,29 Wollte Haschem, das Volk wäre unter meiner Hand, so würde ich den Abimelech vertreiben und ihm sagen: Mehre dein Heer und zieh in den Kampf !

9,30 Als aber Sebul, der Stadthauptmann, die Worte Gaals, des Sohnes Ebeds, hörte, entbrannte sein Zorn,

9,31 und er sandte heimlich Botschaft zu Abimelech und ließ ihm sagen: Siehe, Gaal, der Sohn Ebeds, und seine Brüder sind nach Sichem gekommen und machen dir die Stadt aufrührerisch.

9,32 So mach dich nun auf bei Nacht, du und dein Volk, das bei dir ist, und lege einen Hinterhalt im Felde.

9,33 Und am Morgen, wenn die Sonne aufgeht, mache dich auf und überfalle die Stadt. Und wenn er und das Volk, das bei ihm ist, gegen dich hinauszieht, so tu mit ihm, wie du es vermagst.

9,34 Abimelech machte sich auf bei Nacht und alles Volk, das bei ihm war, und sie legten einen Hinterhalt gegen Sichem mit vier Heerhaufen.

9,35 Und Gaal, der Sohn Ebeds, zog heraus und trat vor das Stadttor. Aber Abimelech machte sich auf aus dem Hinterhalt samt dem Volk, das mit ihm war.

9,36 Als nun Gaal das Volk sah, sprach er zu Sebul: Siehe, da kommt Kriegsvolk von der Höhe des Gebirges herab. Sebul aber sprach zu ihm: Du siehst die Schatten der Berge für Leute an.

9,37 Gaal redete noch weiter und sprach: Siehe, Kriegsvolk kommt herab vom Nabel der Erde*, und ein Heerhaufe kommt daher auf dem Wege von der Zaubereiche.

9,38 Da sprach Sebul zu ihm: Wo ist nun dein Maul, das da sagte: Wer ist Abimelech, daß wir ihm dienen sollten? Ist das nicht das Kriegsvolk, das du verachtet hast? Zieh nun hin und kämpfe mit ihm!

9,39 Gaal zog aus vor den Männern von Sichem her und kämpfte mit Abimelech.

9,40 Aber Abimelech jagte ihm nach, daß er vor ihm floh, und viele blieben erschlagen liegen bis an das Tor.

9,41 Und Abimelech blieb in Aruma. Sebul aber verjagte den Gaal und seine Brüder, so daß sie in Sichem nicht bleiben konnten.

9,42 Am Morgen aber ging das Volk heraus aufs Feld. Als das Abimelech angesagt wurde,

9,43 nahm er das Kriegsvolk, teilte es in drei Heerhaufen und legte einen Hinterhalt im Feld. Als er nun sah, daß das Volk aus der Stadt ging, erhob er sich gegen sie und erschlug sie.

9,44 Abimelech und der Heerhaufe, der bei ihm war, überfielen sie und stellten sich am Stadttor auf. Die beiden andern Heerhaufen aber überfielen alle, die auf dem Felde waren, und erschlugen sie.

9,45 So kämpfte Abimelech gegen die Stadt den ganzen Tag und eroberte sie und tötete das Volk, das darin war, und zerstörte die Stadt und streute Salz darauf.

9,46 Als das alle Männer der Burg von Sichem hörten, gingen sie in das Gewölbe des Tempels des Baal-Berit.

9,47 Und als Abimelech hörte, daß sich alle Männer der Burg von Sichem versammelt hatten,

9,48 ging er auf den Berg Zalmon mit seinem ganzen Kriegsvolk, das bei ihm war, und nahm eine Axt in seine Hand und hieb einen Ast vom Baum und hob ihn auf und legte ihn auf seine Schulter und sprach zu allem Volk, das mit ihm war: Was ihr mich tun seht, das beeilt euch, auch zu tun.

9,49 Da hieb jeder vom Volk einen Ast ab, und sie folgten Abimelech und legten die Äste auf das Gewölbe und setzten über ihnen das Gewölbe in Brand, so daß auch alle in der Burg von Sichem starben, etwa tausend Männer und Frauen. Abimelechs Ende

9,50 Abimelech aber zog nach Tebez, belagerte es und eroberte es.

9,51 Es war aber eine starke Burg mitten in der Stadt. Dahin flohen alle Männer und Frauen und alle Bürger der Stadt, schlossen hinter sich zu und stiegen auf das Dach der Burg.

9,52 Da kam Abimelech zur Burg und kämpfte gegen sie und näherte sich dem Burgtor, um es mit Feuer zu verbrennen.

9,53 Aber eine Frau warf einen Mühlstein Abimelech auf den Kopf und zerschmetterte ihm den Schädel.

9,54 Da rief Abimelech eilends seinen Waffenträger herbei und sprach zu ihm: Zieh dein Schwert und töte mich, daß man nicht von mir sage: Ein Weib hat ihn erschlagen. Da durchstach ihn sein Waffenträger, und er starb.

9,55 Als aber die Israeliten, die mit ihm waren, sahen, daß Abimelech tot war, ging jeder heim.

9,56 So vergalt Haschem dem Abimelech das Böse, das er seinem Vater angetan hatte, als er seine siebzig Brüder tötete.

9,57 Desgleichen alle bösen Taten der Männer von Sichem vergalt ihnen Haschem auf ihren Kopf, und es kam über sie der Fluch Yotams, des Sohnes Yerubbaals.

10. Kapitel

10,1 Nach Abimelech stand auf, Israel zu erretten, Tola, ein Mann aus Issachar, ein Sohn Puwas, des Sohnes Dodos. Er wohnte in Schamir auf dem Gebirge Ephraim

10,2 und richtete Israel dreiundzwanzig Jahre und starb und wurde begraben in Schamir.

10,3 Nach ihm stand auf Yaïr, ein Gileaditer, und richtete Israel zweiundzwanzig Jahre.

10,4 Der hatte dreißig Söhne, die auf dreißig Eseln ritten. Und sie hatten dreißig Städte, die heißen «Dörfer Yaïrs» bis auf diesen Tag und liegen in Gilead.

10,5 Und Jaïr starb und wurde begraben in Kamon. Gericht über Israels Untreue

10,6 Aber die Israeliten taten wiederum, was Haschem mißfiel, und dienten den Baalen und den Astarten und den Göttern von Aram und den Göttern von Sidon und den Göttern Moabs und den Göttern der Ammoniter und den Göttern der Philister und verließen Haschem und dienten ihm nicht.

10,7 Da entbrannte der Zorn Haschem über Israel, und er verkaufte sie unter die Hand der Philister und Ammoniter.

10,8 Und sie zertraten und zerschlugen Israel zu jener Zeit achtzehn Jahre lang, nämlich ganz Israel jenseits des Jordans im Land der Amoriter, das in Gilead liegt.

10,9 Dazu zogen die Ammoniter über den Jordan und kämpften gegen Yahuda, Benjamin und das Haus Ephraim, so daß Israel sehr geängstigt wurde.

10,10 Da schrien die Israeliten zu Haschem und sprachen: Wir haben an dir gesündigt, denn wir haben unsern Haschem verlassen und den Baalen gedient.

10,11 Aber Haschem sprach zu den Israeliten: Haben euch nicht auch unterdrückt die Ägypter, die Amoriter, die Ammoniter, die Philister,

10,12 die Sidonier, die Amalekiter und Maoniter? Aber ich half euch aus ihren Händen, als ihr zu mir schriet.

10,13 Dennoch habt ihr mich verlassen und andern Göttern gedient. Darum will ich euch nicht mehr erretten.

10,14 Geht hin und schreit zu den Göttern, die ihr erwählt habt; laßt diese euch helfen zur Zeit eurer Bedrängnis!

10,15 Aber die Israeliten sprachen zum Haschem: Wir haben gesündigt, mache du es mit uns, wie dir's gefällt; nur errette uns heute!

10,16 Und sie taten von sich die fremden Götter und dienten Haschem. Da jammerte es ihn, daß Israel so geplagt wurde.

10,17 Und die Ammoniter wurden aufgeboten und lagerten sich in Gilead; aber Israel versammelte sich und lagerte sich in Mizpa.

10,18 Und die Oberen des Volks von Gilead sprachen untereinander: Wer ist der Mann, der anfängt, mit den Ammonitern zu kämpfen? Der soll das Haupt sein über alle, die in Gilead wohnen

 

 
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