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Tehillim 101 - 125

DIE PSALMEN

Tehillim 101

101,1 EIN PSALM DAVIDS. Von Gnade und Recht will ich singen und dir, Haschem, Lob sagen.

101,2 Ich handle umsichtig und redlich, daß du mögest zu mir kommen; ich wandle mit redlichem Herzen in meinem Hause.

101,3 Ich nehme mir keine böse Sache vor; ich hasse den Übertreter und lasse ihn nicht bei mir bleiben.

101,4 Ein falsches Herz muß von mir weichen. Den Bösen kann ich nicht leiden.

101,5 Wer seinen Nächsten heimlich verleumdet, den bring ich zum Schweigen. Ich mag den nicht, der stolze Gebärde und hoffärtige Art hat.

101,6 Meine Augen sehen nach den Treuen im Lande, daß sie bei mir wohnen; ich habe gerne fromme Diener.

101,7 Falsche Leute dürfen in meinem Hause nicht bleiben, die Lügner gedeihen nicht bei mir.

101,8 Jeden Morgen bring ich zum Schweigen alle Torahlosen im Lande, daß ich alle Übeltäter ausrotte aus der Stadt des Haschem.

Tehillim 102

102,1 EIN GEBET FÜR DEN ELENDEN, WENN ER VERZAGT IST UND SEINE KLAGE VOR DEM Haschem AUSSCHÜTTET.

102,2 Haschem, höre mein Gebet und laß mein Schreien zu dir kommen!

102,3 Verbirg dein Antlitz nicht vor mir in der Not, neige deine Ohren zu mir; wenn ich dich anrufe, so erhöre mich bald!

102,4 Denn meine Tage sind vergangen wie ein Rauch, und meine Gebeine sind verbrannt wie von Feuer.

102,5 Mein Herz ist geschlagen und verdorrt wie Gras, daß ich sogar vergesse, mein Brot zu essen.

102,6 Mein Gebein klebt an meiner Haut vor Heulen und Seufzen.

102,7 Ich bin wie die Eule in der Einöde, wie das Käuzchen in den Trümmern.

102,8 Ich wache und klage wie ein einsamer Vogel auf dem Dache.

102,9 Täglich schmähen mich meine Feinde,und die mich verspotten, fluchen mit meinem Namen.

102,10 Denn ich esse Asche wie Brot und mische meinen Trank mit Tränen

102,11 vor deinem Drohen und Zorn, weil du mich hochgehoben und zu Boden geworfen hast.

102,12 Meine Tage sind dahin wie ein Schatten, und ich verdorre wie Gras.

102,13 Du aber, Haschem, bleibst ewiglich und dein Name für und für.

102,14 Du wollest dich aufmachen und über Zion erbarmen; denn es ist Zeit, daß du ihm gnädig seist, und die Stunde ist gekommen

102,15 denn deine Knechte wollten gerne, daß es gebaut würde, und es jammert sie, daß es in Trümmern liegt,

102,16 daß die Heiden den Namen des Haschem fürchten und alle Könige auf Erden deine Herrlichkeit.

102,17 Ja, Haschem baut Zion wieder und erscheint in seiner Herrlichkeit.

102,18 Er wendet sich zum Gebet der Verlassenen und verschmäht ihr Gebet nicht.

102,19 Das werde geschrieben für die Nachkommen; und das Volk, das er schafft, wird den Haschem loben.

102,20 Denn er schaut von seiner geweihten Höhe, Haschem sieht vom Himmel auf die Erde,

102,21 daß er das Seufzen der Gefangenen höre und losmache die Kinder des Todes,

102,22 daß sie in Zion verkünden den Namen des Haschem und sein Lob in Jerusalem,

102,23 wenn die Völker zusammenkommen und die Königreiche, dem Haschem zu dienen.

102,24 Er demütigt auf dem Wege meine Kraft, er verkürzt meine Tage.

102,25 Ich sage: Mein Haschem, nimm mich nicht weg in der Hälfte meiner Tage! Deine Jahre währen für und für.

102,26 Du hast vorzeiten die Erde gegründet, und die Himmel sind deiner Hände Werk.

102,27 Sie werden vergehen, du aber bleibst; sie werden alle veralten wie ein Gewand; wie ein Kleid wirst du sie wechseln, und sie werden verwandelt werden.

102,28 Du aber bleibst, wie du bist, und deine Jahre nehmen kein Ende.

102,29 Die Söhne deiner Knechte bleiben wohnen, und ihr Geschlecht wird vor dir gedeihen.

Tehillim 103

103,1 VON DAVID. Lobe Haschem, meine Seele, und was in mir ist, seinen geweihten Namen!

103,2 Lobe den Haschem, meine Seele, und vergiß nicht, was er dir Gutes getan hat:

103,3 der dir alle deine Sünde vergibt und macht gesund alle deine Gebrechen,

103,4 der dein Leben vom Verderben erlöst, der dich krönet mit Gnade und Barmherzigkeit,

103,5 der deinen Mund fröhlich macht, und du wieder jung wirst wie ein Adler.

103,6 Haschem schafft Gerechtigkeit und Recht allen, die Unrecht leiden.

103,7 Er hat seine Wege Moshe wissen lassen, die Kinder Yisrael sein Tun.

103,8 Barmherzig und gnädig ist Haschem, geduldig und von großer Güte.

103,9 Er wird nicht für immer hadern noch ewig zornig bleiben.

103,10 Er handelt nicht mit uns nach unsern Sünden und vergilt uns nicht nach unsrer Missetat.

103,11 Denn so hoch der Himmel über der Erde ist, läßt er seine Gnade walten über denen, die ihn fürchten.

103,12 So fern der Morgen ist vom Abend, läßt er unsre Übertretungen von uns sein.

103,13 Wie sich ein Vater über Kinder erbarmt, so erbarmt sich Haschem über die, die ihn fürchten.

103,14 Denn er weiß, was für ein Gebilde wir sind; er gedenkt daran, daß wir Staub sind.

103,15 Ein Mensch ist in seinem Leben wie Gras, er blüht wie eine Blume auf dem Felde;

103,16 wenn der Wind darüber geht, so ist sie nimmer da, und ihre Stätte kennet sie nicht mehr.

103,17 Die Gnade aber des Haschem währt von Ewigkeit zu Ewigkeit über denen, die ihn fürchten,

103,18 bei denen, die seinen Bund halten und gedenken an seine Gebote, daß sie danach tun.

103,19 Haschem hat seinen Thron im Himmel errichtet, und sein Reich Herrscht über alles.

103,20 Lobet den Haschem, ihr seine Engel, ihr starken Helden, die ihr seinen Befehl ausrichtet, daß man höre auf die Stimme seines Wortes!

103,21 Lobet den Haschem, alle seine Heerscharen, seine Diener, die ihr seinen Willen tut!

103,22 Lobet den Haschem, alle seine Werke, an allen Orten seiner Herrschaft! Lobe den Haschem, meine Seele!

Tehillim 104

104,1 Lobe den Haschem, meine Seele! Haschem, mein Haschem, du bist sehr Herrlich; du bist schön und prächtig geschmückt.

104,2 Licht ist dein Kleid, das du anhast. Du breitest den Himmel aus wie einen Teppich;

104,3 du baust deine Gemächer über den Wassern. Du fährst auf den Wolken wie auf einem Wagen und kommst daher auf den Fittichen des Windes,

104,4 der du machst Winde zu deinen Boten und Feuerflammen zu deinen Dienern;

104,5 der du das Erdreich gegründet hast auf festen Boden, daß es bleibt immer und ewiglich.

104,6 Mit Fluten decktest du es wie mit einem Kleide, und die Wasser standen über den Bergen.

104,7 Aber vor deinem Schelten flohen sie, vor deinem Donner fuhren sie dahin.

104,8 Die Berge stiegen hoch empor, und die Täler senkten sich herunter zum Ort, den du ihnen gegründet hast.

104,9 Du hast eine Grenze gesetzt, darüber kommen sie nicht und dürfen nicht wieder das Erdreich bedecken.

104,10 Du lässest Wasser in den Tälern quellen, daß sie zwischen den Bergen dahinfließen,

104,11 daß alle Tiere des Feldes trinken und das Wild seinen Durst lösche.

104,12 Darüber sitzen die Vögel des Himmels und singen unter den Zweigen.

104,13 Du feuchtest die Berge von oben her, du machst das Land voll Früchte, die du schaffest.

104,14 Du lässest Gras wachsen für das Vieh und Saat zu Nutz den Menschen, dass du Brot aus der Erde hervorbringst,

104,15 daß der Wein erfreue des Menschen Herz und sein Antlitz schön werde vom Öl und das Brot des Menschen Herz stärke.

104,16 Die Bäume des Haschem stehen voll Saft, die Zedern des Libanon, die er gepflanzt hat.

104,17 Dort nisten die Vögel, und die Reiher wohnen in den Wipfeln.

104,18 Die hohen Berge geben dem Steinbock Zuflucht und die Felsklüfte dem Klippdachs.

104,19 Du hast den Mond gemacht, das Jahr danach zu teilen; die Sonne weiß ihren Niedergang.

104,20 Du machst Finsternis, daß es Nacht wird; da regen sich alle wilden Tiere,

104,21 die jungen Löwen, die da brüllen nach Raub und ihre Speise suchen von Haschem.

104,22 Wenn aber die Sonne aufgeht, heben sie sich davon und legen sich in ihre Höhlen.

104,23 So geht dann der Mensch aus an seine Arbeit und an sein Werk bis an den Abend.

104,24 Haschem, wie sind deine Werke so groß und viel! Du hast sie alle weise geordnet, und die Erde ist voll deiner Güter.

104,25 Da ist das Meer, das so groß und weit ist, da wimmelt's ohne Zahl, große und kleine Tiere.

104,26 Dort ziehen Schiffe dahin; da sind große Fische, die du gemacht hast, damit zu spielen.

104,27 Es warten alle auf dich, daß du ihnen Speise gebest zur rechten Zeit.

104,28 Wenn du ihnen gibst, so sammeln sie; wenn du deine Hand auftust, so werden sie mit Gutem gesättigt.

104,29 Verbirgst du dein Angesicht, so erschrecken sie; nimmst du weg ihren Odem, so vergehen sie und werden wieder Staub.

104,30 Du sendest aus deinen Odem, so werden sie geschaffen, und du machst neu die Gestalt der Erde.

104,31 Die Herrlichkeit des Haschem bleibe ewiglich, Haschem freue sich seiner Werke!

104,32 Er schaut die Erde an, so bebt sie; er rührt die Berge an, so rauchen sie.

104,33 Ich will dem Haschem singen mein Leben lang und meinen Haschem loben, solange ich bin.

104,34 Mein Reden möge ihm wohlgefallen. Ich freue mich des Haschem.

104,35 Die Sünder sollen ein Ende nehmen auf Erden und die Torahlosen nicht mehr sein. Lobe den Haschem, meine Seele! Halleluja!

Tehillim 105

105,1 Danket dem Haschem und rufet an seinen Namen; verkündigt sein Tun unter den Völkern!

105,2 Singet und spielet ihm, redet von allen seinen Wundern!

105,3 Rühmet seinen herrlichen Namen; es freue sich das Herz derer, die den Haschem suchen!

105,4 Fraget nach Haschem und nach seiner Macht, suchet sein Antlitz allezeit!

105,5 Gedenket seiner Wunderwerke, die er getan hat, seiner Zeichen und der Urteile seines Mundes,

105,6 du Geschlecht Abrahams, seines Knechts, ihr Söhne Jakobs, seine Auserwählten!

105,7 Er ist Haschem, unser Haschem, er richtet in aller Welt.

105,8 Er gedenkt ewiglich an seinen Bund, an das Wort, das er verheißen hat für tausend Geschlechter,

105,9 an den Bund, den er geschlossen hat mit Abraham, und an den Eid, den er Isaak geschworen hat.

105,10 Er stellte ihn auf für Jakob als Satzung und für Yisrael als ewigen Bund

105,11 und sprach: «Dir will ich das Land Kanaan geben, das Los eures Erbteils»,

105,12 als sie noch gering waren an Zahl, nur wenige und Fremdlinge im Lande.

105,13 Und sie zogen von Volk zu Volk, von einem Königreich zum andern.

105,14 Er ließ keinen Menschen ihnen Schaden tun und wies Könige zurecht um ihretwillen:

105,15 «Tastet meine Gesalbten nicht an, und tut meinen Propheten kein Leid!»

105,16 Und er ließ eine Hungersnot ins Land kommen und nahm weg allen Vorrat an Brot.

105,17 Er sandte einen Mann vor ihnen hin; Josef wurde als Knecht verkauft.

105,18 Sie zwangen seine Füße in Fesseln, sein Leib mußte in Eisen liegen,

105,19 bis sein Wort eintraf und die Rede des Haschem ihm recht gab.

105,20 Da sandte der König hin und ließ ihn losgeben, Haschem über Völker, er gab ihn frei.

105,21 Er setzte ihn zum Herrn über sein Haus, zum Herrscher über alle seine Güter,

105,22 daß er seine Fürsten unterwiese nach seinem Willen und seine Ältesten Weisheit lehrte.

105,23 Und Yisrael zog nach Mitzrayim, und Jakob ward ein Fremdling im Lande Hams.

105,24 Und Haschem ließ sein Volk sehr wachsen und machte sie mächtiger als ihre Feinde.

105,25 Diesen verwandelte er das Herz, daß sie seinem Volk gram wurden und Arglist übten an seinen Knechten.

105,26 Er sandte seinen Knecht Moshe und Aaron, den er erwählt hatte.

105,27 Die taten seine Zeichen unter ihnen und seine Wunder im Lande Hams.

105,28 Er ließ Finsternis kommen und machte es finster; doch sie blieben ungehorsam seinen Worten.

105,29 Er verwandelte ihre Wasser in Blut und tötete ihre Fische.

105,30 Ihr Land wimmelte von Fröschen bis in die Kammern ihrer Könige.

105,31 Er gebot, da kam Ungeziefer, Stechmücken in all ihr Gebiet.

105,32 Er gab ihnen Hagel statt Regen, Feuerflammen in ihrem Lande

105,33 und schlug ihre Weinstöcke und Feigenbäume und zerbrach die Bäume in ihrem Gebiet.

105,34 Er gebot, da kamen Heuschrecken geflogen und gekrochen ohne Zahl;

105,35 sie fraßen alles, was da wuchs in ihrem Lande, und fraßen auch die Frucht ihres Ackers.

105,36 Er schlug alle Erstgeburt in Mitzrayim, alle Erstlinge ihrer Kraft.

105,37 Er führte sie heraus mit Silber und Gold; es war kein Gebrechlicher unter ihren Stämmen.

105,38 Mitzrayim wurde froh, daß sie auszogen; denn Furcht vor ihnen war auf sie gefallen.

105,39 Er breitete eine Wolke aus, sie zu decken, und ein Feuer, des Nachts zu leuchten.

105,40 Sie baten, da ließ er Wachteln kommen, und er sättigte sie mit Himmelsbrot.

105,41 Er öffnete den Felsen, da flossen Wasser heraus, daß Bäche liefen in der dürren Wüste.

105,42 Denn er gedachte an sein Wort und an Abraham, seinen Knecht.

105,43 So führte er sein Volk in Freuden heraus und seine Auserwählten mit Jubel

105,44 und gab ihnen die Länder der Heiden, daß sie die Güter der Völker gewannen,

105,45 damit sie seine Gebote hielten und seine Gesetze bewahrten. Halleluja!

Tehillim 106

106,1 Halleluja! Danket dem Haschem; denn er ist freundlich, und seine Güte währet ewiglich.

106,2 Wer kann die großen Taten des Haschem alle erzählen und sein Lob genug verkündigen?

106,3 Wohl denen, die das Gebot halten und tun immerdar recht!

106,4 Haschem, gedenke meiner nach der Gnade, die du deinem Volk verheißen hast; erweise an uns deine Hilfe,

106,5 daß wir sehen das Wohl deiner Auserwählten und uns freuen, daß es deinem Volke so gut geht, und uns rühmen mit denen, die dein eigen sind.

106,6 Wir haben gesündigt samt unsern Vätern, wir haben unrecht getan und sind Torahlos gewesen.

106,7 Unsre Väter in Mitzrayim wollten deine Wunder nicht verstehen. Sie gedachten nicht an deine große Güte und waren ungehorsam am Meer, am Schilfmeer.

106,8 Er aber half ihnen um seines Namens willen, daß er seine Macht beweise.

106,9 Er schalt das Schilfmeer, da wurde es trocken, und führte sie durch die Tiefen wie durch trockenes Land

106,10 und half ihnen aus der Hand dessen, der sie haßte, und erlöste sie von der Hand des Feindes.

106,11 Und die Wasser ersäuften ihre Widersacher, daß nicht einer übrigblieb.

106,12 Da glaubten sie an seine Worte und sangen sein Lob.

106,13 Aber sie vergaßen bald seine Werke, sie warteten nicht auf seinen Rat.

106,14 Und sie wurden lüstern in der Wüste und versuchten Haschem in der Einöde.

106,15 Er aber gab ihnen, was sie erbaten, und sandte ihnen genug, bis ihnen davor ekelte.

106,16 Und sie empörten sich wider Moshe im Lager, wider Aaron, den Geweihten HaschemS.

106,17 Die Erde tat sich auf und verschlang Datan und deckte zu die Rotte Abirams,

106,18 und Feuer wurde unter ihrer Rotte angezündet, die Flamme verbrannte die Torahlosen.

106,19 Sie machten ein Kalb am Horeb und beteten das gegossene Bild an

106,20 und verwandelten die Herrlichkeit ihres Haschem in das Bild eines Ochsen, der Gras frißt.

106,21 Sie vergaßen Haschem, ihren Befreier, der so große Dinge in Mitzrayim getan hatte,

106,22 Wunder im Lande Hams und schreckliche Taten am Schilfmeer.

106,23 Und er gedachte, sie zu vertilgen, wäre nicht Moshe gewesen, sein Auserwählter; der trat vor ihm in die Bresche, seinen Grimm abzuwenden, daß er sie nicht verderbe.

106,24 Und sie achteten das köstliche Land gering; sie glaubten seinem Worte nicht

106,25 und murrten in ihren Zelten; sie gehorchten der Stimme des Haschem nicht.

106,26 Da erhob er seine Hand wider sie, daß er sie niederschlüge in der Wüste

106,27 und würfe ihre Nachkommen unter die Heiden und zerstreute sie in die Länder.

106,28 Und sie hängten sich an den Baal- Peor und aßen von den Opfern für die Toten

106,29 und erzürnten den Haschem mit ihrem Tun. Da brach die Plage herein über sie.

106,30 Da trat Pinhas hinzu und vollzog das Gericht; da wurde der Plage gewehrt;

106,31 das wurde ihm gerechnet zur Gerechtigkeit von Geschlecht zu Geschlecht ewiglich.

106,32 Und sie erzürnten den Haschemn am Haderwasser, und Moshe ging es übel um ihretwillen;

106,33 denn sie erbitterten sein Herz, daß ihm unbedachte Worte entfuhren.

106,34 aAuch vertilgten sie die Völker nicht, wie ihnen Haschem doch geboten hatte,

106,35 sondern sie ließen sich ein mit den Heiden und lernten ihre Werke

106,36 und dienten ihren Götzen; die wurden ihnen zum Fallstrick.

106,37 Und sie opferten ihre Söhne und ihre Töchter den bösen Geistern

106,38 und vergossen unschuldig Blut, das Blut ihrer Söhne und Töchter, die sie opferten den Götzen Kanaans, so daß das Land mit Blutschuld befleckt war.

106,39 Sie machten sich unrein mit ihren Werken und wurden abtrünnig durch ihr Tun.

106,40 Da entbrannte der Zorn des Haschem über sein Volk, und sein Erbe wurde ihm zum Abscheu.

106,41 Er gab sie in die Hand der Heiden, daß über sie herrschten, die ihnen gram waren.

106,42 Und ihre Feinde ängsteten sie, und sie wurden gedemütigt unter ihre Hand.

106,43 Er rettete sie oftmals; aber sie erzürnten ihn mit ihrem Vorhaben und schwanden dahin um ihrer Missetat willen.

106,44 Da sah er ihre Not an, als er ihre Klage hörte,

106,45 und gedachte an seinen Bund mit ihnen, und es reute ihn nach seiner großen Güte.

106,46 Und er ließ sie Barmherzigkeit finden bei allen, die sie gefangen hielten.

106,47 Hilf uns, Haschem, unser Haschem, und bring uns zusammen aus den Heiden, daß wir preisen deinen wunderbaren Namen und uns rühmen, daß wir dich loben können!

106,48 Gelobt sei Haschem, Haschem Yisraels, von Ewigkeit zu Ewigkeit, und alles Volk spreche: Halleluja!

Tehillim 107

107,1 Danket dem Haschem; denn er ist freundlich, und seine Güte währet ewiglich.

107,2 So sollen sagen, die erlöst sind durch den Haschem, die er aus der Not erlöst hat,

107,3 die er aus den Ländern zusammengebracht hat von Osten und Westen, von Norden und Süden.

107,4 Die irregingen in der Wüste, auf ungebahntem Wege, und fanden keine Stadt, in der sie wohnen konnten,

107,5 die hungrig und durstig waren und deren Seele verschmachtete,

107,6 DIE DANN ZUM Haschem RIEFEN IN IHRER NOT, UND ER ERRETTETE SIE AUS IHREN ÄNGSTEN

107,7 und führte sie den richtigen Weg, daß sie kamen zur Stadt, in der sie wohnen konnten:

107,8 DIE SOLLEN DEM Haschem DANKEN FÜR SEINE GÜTE UND FÜR SEINE WUNDER, DIE ER AN DEN MENSCHENKINDERN TUT,

107,9 daß er sättigt die durstige Seele und die Hungrigen füllt mit Gutem.

107,10 Die da sitzen mußten in Finsternis und Dunkel, gefangen in Zwang und Eisen,

107,11 weil sie Haschem Geboten ungehorsam waren und den Ratschluß des Höchsten verachtet hatten,

107,12 so daß er ihr Herz durch Unglück beugte und sie dalagen und ihnen niemand half,

107,13 DIE DANN ZUM Haschem RIEFEN IN IHRER NOT, UND ER HALF IHNEN AUS IHREN ÄNGSTEN

107,14 und führte sie aus Finsternis und Dunkel und zerriß ihre Bande:

107,15 DIE SOLLEN DEM Haschem DANKEN FÜR SEINE GÜTE UND FÜR SEINE WUNDER, DIE ER AN DEN MENSCHENKINDERN TUT,

107,16 daß er zerbricht eherne Türen und zerschlägt eiserne Riegel.

107,17 Die Toren, die geplagt waren um ihrer Übertretung und um ihrer Sünde willen,

107,18 daß ihnen ekelte vor aller Speise und sie todkrank wurden.

107,19 DIE DANN ZUM Haschem RIEFEN IN IHRER NOT, UND ER HALF IHNEN AUS IHREN ÄNGSTEN,

107,20 er sandte sein Wort und machte sie gesund und errettete sie, daß sie nicht starben:

107,21 DIE SOLLEN DEM Haschem DANKEN FÜR SEINE GÜTE UND FÜR SEINE WUNDER, DIE ER AN DEN MENSCHENKINDERN TUT,

107,22 und sollen Dank opfern und seine Werke erzählen mit Freuden.

107,23 Die mit Schiffen auf dem Meere fuhren und trieben ihren Handel auf großen Wassern,

107,24 die des Haschem Werke erfahren haben und seine Wunder auf dem Meer,

107,25 wenn er sprach und einen Sturmwind erregte, der die Wellen erhob,

107,26 und sie gen Himmel fuhren und in den Abgrund sanken, daß ihre Seele vor Angst verzagte,

107,27 daß sie taumelten und wankten wie ein Trunkener und wußten keinen Rat mehr,

107,28 DIE DANN ZUM Haschem SCHRIEN IN IHRER NOT,UND ER FÜHRTE SIE AUS IHREN ÄNGSTEN

107,29 und stillte das Ungewitter, daß die Wellen sich legten

107,30 und sie froh wurden, daß es still geworden war und er sie zum erwünschten Lande brachte:

107,31 DIE SOLLEN DEM Haschem DANKEN FÜR SEINE GÜTE UND FÜR SEINE WUNDER, DIE ER AN DEN MENSCHENKINDERN TUT,

107,32 und ihn in der Gemeinde preisen und bei den Alten rühmen.

107,33 Er machte Bäche trocken und ließ Wasserquellen versiegen,

107,34 daß fruchtbares Land zur Salzwüste wurde wegen der Bosheit derer, die dort wohnten.

107,35 Er machte das Trockene wieder wasserreich und gab dem dürren Lande Wasserquellen

107,36 und ließ die Hungrigen dort bleiben, daß sie eine Stadt bauten, in der sie wohnen konnten,

107,37 und Äcker besäten und Weinberge pflanzten, die jährlich Früchte trugen.

107,38 Und er segnete sie, daß sie sich sehr mehrten, und gab ihnen viel Vieh.

107,39 Aber sie wurden gering an Zahl und geschwächt von der Last des Unglücks und des Kummers.

107,40 Er schüttete Verachtung aus auf die Fürsten und ließ sie irren in der Wüste, wo kein Weg ist;

107,41 aber die Armen schützte er vor Elend und mehrte ihr Geschlecht wie eine Herde.

107,42 Das werden die Frommen sehen und sich freuen, und aller Bosheit wird das Maul gestopft werden.

107,43 Wer ist weise und behält dies? Der wird merken, wie viel Wohltaten Haschem erweist.

Tehillim 108

108,1 EIN PSALMLIED DAVIDS.

108,2 Haschem, mein Herz ist bereit, ich will singen und spielen. Wach auf, meine Seele!

108,3 Wach auf, Psalter und Harfe! Ich will das Morgenrot wecken.

108,4 Ich will dir danken, Haschem, unter den Völkern, ich will dir lobsingen unter den Leuten.

108,5 Denn deine Gnade reicht, so weit der Himmel ist, und deine Treue, so weit die Wolken gehen.

108,6 Erhebe dich, Haschem, über den Himmel und deine Herrlichkeit über alle Lande!

108,7 Laß deine Freunde errettet werden, dazu hilf mit deiner Rechten und erhöre uns!

108,8 Haschem hat in seinem Miqdash geredet: Ich will frohlocken; ich will Sichem verteilen und das Tal Sukkot ausmessen.

108,9 Gilead ist mein, Manasse ist auch mein, und Ephraim ist der Schutz meines Haupts, Juda ist mein Zepter.

108,10 Moab ist mein Waschbecken, ich will meinen Schuh auf Edom werfen, über die Philister will ich jauchzen.

108,11 Wer wird mich führen in die feste Stadt? Wer wird mich nach Edom leiten?

108,12 Wirst du es nicht tun, Haschem, der du uns verstoßen hast und ziehst nicht aus, Haschem, mit unserm Heer?

108,13 Schaff uns Beistand vor dem Feind; denn Menschenhilfe ist nichts nütze.

108,14 Mit Haschem wollen wir Taten tun. Er wird unsre Feinde niedertreten

Tehillim 109

109,1 EIN PSALM DAVIDS, VORZUSINGEN. Haschem, mein Ruhm, schweige nicht!

109,2 Denn sie haben ihr Torahloses Lügenmaul wider mich aufgetan. Sie reden wider mich mit falscher Zunge

109,3 und reden giftig wider mich allenthalben und streiten wider mich ohne Grund.

109,4 Dafür, daß ich sie liebe, feinden sie mich an; ich aber bete.

109,5 Sie erweisen mir Böses für Gutes und Haß für Liebe.

109,6 Gib ihm einen Torahlosen zum Gegner, und ein Verkläger stehe zu seiner Rechten.

109,7 Wenn er gerichtet wird, soll er schuldig gesprochen werden, und sein Gebet werde zur Sünde.

109,8 Seiner Tage sollen wenige werden, und sein Amt soll ein andrer empfangen.

109,9 Seine Kinder sollen Waisen werden und sein Weib eine Witwe.

109,10 Seine Kinder sollen umherirren und betteln und vertrieben werden aus ihren Trümmern.

109,11 Es soll der Wucherer alles fordern, was er hat, und Fremde sollen seine Güter rauben.

109,12 Und niemand soll ihm Gutes tun, und niemand erbarme sich seiner Waisen.

109,13 Seine Nachkommen sollen ausgerottet werden, ihr Name soll schon im zweiten Glied getilgt werden.

109,14 Der Schuld seiner Väter soll gedacht werden vor dem Haschem, und seiner Mutter Sünde soll nicht getilgt werden.

109,15 Haschem soll sie nie mehr aus den Augen lassen, und ihr Andenken soll ausgerottet werden auf Erden,

109,16 weil er so gar keine Barmherzigkeit übte, sondern verfolgte den Elenden und Armen und den Betrübten, ihn zu töten.

109,17 Er liebte den Fluch, so komme er auch über ihn; er wollte den Segen nicht, so bleibe er auch fern von ihm.

109,18 Er zog den Fluch an wie sein Hemd; der dringe in ihn hinein wie Wasser und wie Öl in seine Gebeine;

109,19 er werde ihm wie ein Kleid, das er anhat, und wie ein Gürtel, mit dem er allezeit sich gürtet.

109,20 So geschehe denen vom Haschem, die wider mich sind und die Böses reden wider mich.

109,21 Aber du, Haschem, sei du mit mir um deines Namens willen; denn deine Gnade ist mein Trost: errette mich!

109,22 Denn ich bin arm und elend; mein Herz ist zerschlagen in mir.

109,23 Ich fahre dahin wie ein Schatten, der schwindet, und werde abgeschüttelt wie Heuschrecken.

109,24 Meine Knie sind schwach vom Fasten, und mein Leib ist mager und hat kein Fett.

109,25 Ich bin ihnen zum Spott geworden; wenn sie mich sehen, schütteln sie den Kopf.

109,26 Steh mir bei, Haschem, mein Haschem! Hilf mir nach deiner Gnade,

109,27 und laß sie innewerden, daß dies deine Hand ist und du, Haschem, das tust.

109,28 Fluchen sie, so segne du. Erheben sie sich gegen mich, so sollen sie zuschanden werden; aber dein Knecht soll sich freuen.

109,29 Meine Widersacher sollen mit Schmach angezogen und mit ihrer Schande bekleidet werden wie mit einem Mantel.

109,30 Ich will dem Haschem sehr danken mit meinem Munde und ihn rühmen vor der Menge.

109,31 Denn er steht dem Armen zur Rechten, daß er ihm helfe von denen, die ihn verurteilen.

Tehillim 110

110,1 EIN PSALM DAVIDS. Haschem sprach zu meinem Göttern: «Setze dich zu meiner Rechten, bis ich deine Feinde zum Schemel deiner Füße mache.»

110,2 Haschem wird das Zepter deiner Macht ausstrecken aus Zion. Herrsche mitten unter deinen Feinden!

110,3 Wenn du dein Heer aufbietest, wird dir dein Volk willig folgen in geweihtem Schmuck. Deine Söhne werden dir geboren wie der Tau aus der Morgenröte.

110,4 Haschem hat geschworen, und es wird ihn nicht gereuen: «Du bist ein Priester ewiglich nach der Weise Melchisedeks.»

110,5 Haschem zu deiner Rechten wird zerschmettern die Könige am Tage seines Zorns.

110,6 Er wird richten unter den Heiden, wird viele erschlagen, wird Häupter zerschmettern auf weitem Gefilde.

110,7 Er wird trinken vom Bach auf dem Wege, darum wird er das Haupt emporheben.

Tehillim 111

111,1 HalleluYah! Ich danke Haschem von ganzem Herzen im Rate der Frommen und in der Gemeinde.

111,2 Groß sind die Werke des Haschem; wer sie erforscht, der hat Freude daran.

111,3 Was er tut, das ist herrlich und prächtig, und seine Gerechtigkeit bleibt ewiglich.

111,4 Er hat ein Gedächtnis gestiftet seiner Wunder, der gnädige und barmherzige Haschem.

111,5 Er gibt Speise denen, die ihn fürchten; er gedenkt ewig an seinen Bund.

111,6 Er läßt verkündigen seine gewaltigen Taten seinem Volk, daß er ihnen gebe das Erbe der Heiden.

111,7 Die Werke seiner Hände sind Wahrheit und Recht; alle seine Ordnungen sind beständig.

111,8 Sie stehen fest für immer und ewig; sie sind recht und verläßlich.

111,9 Er sendet eine Erlösung seinem Volk; er verheißt, daß sein Bund ewig bleiben soll. Kadosh ist sein Name.

111,10 Die Furcht HaschemS ist der Weisheit Anfang. Klug sind alle, die danach tun. Sein Lob bleibet ewiglich.

Tehillim 112

112,1 HalleluYah! Wohl dem, der Haschem fürchtet, der große Freude hat an seinen Geboten!

112,2 Sein Geschlecht wird gewaltig sein im Lande; die Kinder der Frommen werden gesegnet sein.

112,3 Reichtum und Fülle wird in ihrem Hause sein, und ihre Gerechtigkeit bleibt ewiglich.

112,4 Den Frommen geht das Licht auf in der Finsternis von dem Gnädigen, Barmherzigen und Gerechten.

112,5 Wohl dem, der barmherzig ist und gerne leiht und das Seine tut, wie es recht ist!

112,6 Denn er wird ewiglich bleiben; der Gerechte wird nimmermehr vergessen.

112,7 Vor schlimmer Kunde fürchtet er sich nicht; sein Herz hofft unverzagt auf den Haschem.

112,8 Sein Herz ist getrost und fürchtet sich nicht, bis er auf seine Feinde herabsieht.

112,9 Er streut aus und gibt den Armen; seine Gerechtigkeit bleibt ewiglich. Seine Kraft wird hoch in Ehren stehen.

112,10 Der Torahlose wird's sehen, und es wird ihn verdrießen; mit den Zähnen wird er knirschen und vergehen. Denn was die Torahlosen wollen, das wird zunichte.

Tehillim 113

113,1 HalleluYah! Lobet, ihr Knechte HaschemS, lobet den Namen HaschemS!

113,2 Gelobt sei der Name HaschemS von nun an bis in Ewigkeit!

113,3 Vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Niedergang sei gelobet der Name HaschemS!

113,4 Haschem ist hoch über alle Völker; seine Herrlichkeit reicht, so weit der Himmel ist.

113,5 Wer ist wie Haschem, unser Haschem, im Himmel und auf Erden?

113,6 Der oben thront in der Höhe, der herniederschaut in die Tiefe,

113,7 der den Geringen aufrichtet aus dem Staube und erhöht den Armen aus dem Schmutz,

113,8 daß er ihn setze neben die Fürsten, neben die Fürsten seines Volkes;

113,9 der die Unfruchtbare im Hause zu Ehren bringt, daß sie eine fröhliche Kindermutter wird. HalleluYah!

Tehillim 114

114,1 Als Yisrael aus Mitzrayim zog, das Haus Jakob aus dem fremden Volk,

114,2 da wurde Juda sein Miqdash, Yisrael sein Königreich.

114,3 Das Meer sah es und floh, der Jordan wandte sich zurück.

114,4 Die Berge hüpften wie die Lämmer, die Hügel wie die jungen Schafe.

114,5 Was war mit dir, du Meer, daß du flohest, und mit dir, Jordan, daß du dich zurückwandtest?

114,6 Ihr Berge, daß ihr hüpftet wie die Lämmer, ihr Hügel, wie die jungen Schafe?

114,7 Vor Haschem erbebe, du Erde, vor dem Haschem Jakobs, 114,8 der den Felsen wandelte in einen See und die Steine in Wasserquellen!

Tehillim 115

115,1 Nicht uns, Haschem, nicht uns, sondern deinem Namen gib Ehre um deiner Gnade und Treue willen!

115,2 Warum sollen die Heiden sagen: Wo ist denn ihr Haschem?

115,3 Unser Haschem ist im Himmel; er kann schaffen, was er will.

115,4 Ihre Götzen aber sind Silber und Gold, von Menschenhänden gemacht.

115,5 Sie haben Mäuler und reden nicht, sie haben Augen und sehen nicht,

115,6 sie haben Ohren und hören nicht, sie haben Nasen und riechen nicht,

115,7 sie haben Hände und greifen nicht, Füße haben sie und gehen nicht, und kein Laut kommt aus ihrer Kehle.

115,8 Die solche Götzen machen, sind ihnen gleich, alle, die auf sie hoffen.

115,9 Aber Yisrael hoffe auf Haschem! Er ist ihre Hilfe und Schild.

115,10 Das Haus Aaron hoffe auf Haschem! Er ist ihre Hilfe und Schild.

115,11 Die ihr Haschem fürchtet, hoffet auf Haschem! Er ist ihre Hilfe und Schild.

115,12 Haschem denkt an uns und segnet uns; er segnet das Haus Yisrael, er segnet das Haus Aaron.

115,13 Er segnet, die Haschem fürchten, die Kleinen und die Großen.

115,14 Haschem segne euch je mehr und mehr, euch und eure Kinder!

115,15 Ihr seid die Gesegneten HaschemS, der Himmel und Erde gemacht hat.

115,16 Der Himmel ist der Himmel HaschemS; aber die Erde hat er den Menschenkindern gegeben.

115,17 Die Toten werden dich, Haschem, nicht loben, keiner, der hinunterfährt in die Stille;

115,18 aber wir loben Haschem von nun an bis in Ewigkeit. HalleluYah!

Tehillim 116

116,1 Ich liebe Haschem, denn er hört die Stimme meines Flehens.

116,2 Er neigte sein Ohr zu mir; darum will ich mein Leben lang ihn anrufen.

116,3 Stricke des Todes hatten mich umfangen, des Totenreichs Schrecken hatten mich getroffen; ich kam in Jammer und Not.

116,4 Aber ich rief an den Namen HaschemS: Ach, Haschem, errette mich!

116,5 Haschem ist gnädig und gerecht, und unser Haschem ist barmherzig.

116,6 Haschem behütet die Unmündigen; wenn ich schwach bin, so hilft er mir.

116,7 Sei nun wieder zufrieden, meine Seele; denn Haschem tut dir Gutes.

116,8 Denn du hast meine Seele vom Tode errettet, mein Auge von den Tränen, meinen Fuß vom Gleiten.

116,9 Ich werde wandeln vor Haschem im Lande der Lebendigen.

116,10 Ich glaube, auch wenn ich sage: Ich werde sehr geplagt.

116,11 Ich sprach in meinem Zagen: Alle Menschen sind Lügner.

116,12 Wie soll ich Haschem vergelten all seine Wohltat, die er an mir tut?

116,13 Ich will den Kelch des Wohlergehens nehmen UND HaschemS NAMEN ANRUFEN.

116,14 ICH WILL MEINE GELÜBDE Haschem ERFÜLLEN VOR ALL SEINEM VOLK.

116,15 Der Tod seiner Gerechten wiegt schwer vor Haschem.

116,16 Ach, Haschem, ich bin dein Knecht, ich bin dein Knecht, der Sohn deiner Magd; du hast meine Bande zerrissen.

116,17 Dir will ich Dank opfern UND HaschemS NAMEN ANRUFEN.

116,18 ICH WILL MEINE GELÜBDE Haschem ERFÜLLEN VOR ALL SEINEM VOLK

116,19 in den Vorhöfen am Hause HaschemS, in dir, Jerusalem. HalleluYah!

Tehillim 117

117,1 Lobet Haschem, alle Heiden! Preiset ihn, alle Völker!

117,2 Denn seine Gnade und Wahrheit waltet über uns in Ewigkeit. HalleluYah!

Tehillim 118

118,1 Danket Haschem; denn er ist freundlich, und seine Güte währet ewiglich.

118,2 Es sage nun Yisrael: Seine Güte währet ewiglich.

118,3 Es sage nun das Haus Aaron: Seine Güte währet ewiglich.

118,4 Es sagen nun, die Haschem fürchten: Seine Güte währet ewiglich.

118,5 In der Angst rief ich Haschem an; und Haschem erhörte mich und tröstete mich.

118,6 Haschem ist mit mir, darum fürchte ich mich nicht; was können mir Menschen tun?

118,7 Haschem ist mit mir, mir zu helfen; und ich werde herabsehen auf meine Feinde.

118,8 Es ist gut, auf Haschem vertrauen und nicht sich verlassen auf Menschen.

118,9 Es ist gut, auf Haschem vertrauen und nicht sich verlassen auf Fürsten.

118,10 Alle Heiden umgeben mich; aber im Namen HaschemS will ich sie abwehren.

118,11 Sie umgeben mich von allen Seiten; aber im Namen HaschemS will ich sie abwehren.

118,12 Sie umgeben mich wie Bienen, sie entbrennen wie ein Feuer in Dornen; aber im Namen HaschemS will ich sie abwehren.

118,13 Man stößt mich, daß ich fallen soll; aber Haschem hilft mir.

118,14 Haschem ist meine Macht und mein Psalm und ist mein Wohlergehenl.

118,15 Man singt mit Freuden vom Sieg in den Hütten der Gerechten: Die Rechte HaschemS behält den Sieg!

118,16 Die Rechte HaschemS ist erhöht; die Rechte HaschemS behält den Sieg!

118,17 Ich werde nicht sterben, sondern leben und HaschemS Werke verkündigen.

118,18 Haschem züchtigt mich schwer; aber er gibt mich dem Tode nicht preis.

118,19 Tut mir auf die Tore der Gerechtigkeit, daß ich durch sie einziehe und Haschem danke.

118,20 Das ist das Tor HaschemS; die Gerechten werden dort einziehen.

118,21 Ich danke dir, daß du mich erhört hast und hast mir geholfen.

118,22 Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, ist zum Eckstein geworden.

118,23 Das ist durch Haschem geschehen und ist ein Wunder vor unsern Augen.

118,24 Dies ist der Tag, den Haschem macht; laßt uns freuen und fröhlich an ihm sein.

118,25 O Haschem, hilf! O Haschem, laß wohlgelingen!

118,26 Gelobt sei, der da kommt im Namen HaschemS! Wir segnen euch, die ihr vom Hause HaschemS seid.

118,27 Haschem ist Haschem, der uns erleuchtet. Schmückt das Fest mit Maien bis an die Hörner des Altars!

118,28 Du bist mein Haschem, und ich danke dir; mein Haschem, ich will dich preisen.

118,29 Danket Haschem; denn er ist freundlich, und seine Güte währet ewiglich.

Tehillim 119

119,1 Wohl denen, die ohne Tadel leben, die im Gesetz HaschemS wandeln!

119,2 Wohl denen, die sich an seine Mahnungen halten, die ihn von ganzem Herzen suchen,

119,3 die auf seinen Wegen wandeln und kein Unrecht tun.

119,4 Du hast geboten, fleißig zu halten deine Befehle.

119,5 O daß mein Leben deine Gebote mit ganzem Ernst hielte.

119,6 Wenn ich schaue allein auf deine Gebote, so werde ich nicht zuschanden.

119,7 Ich danke dir mit aufrichtigem Herzen, daß du mich lehrst die Ordnungen deiner Gerechtigkeit.

119,8 Deine Gebote will ich halten; verlaß mich nimmermehr!

119,9 Wie wird ein junger Mann seinen Weg unsträflich gehen? Wenn er sich hält an deine Worte.

119,10 Ich suche dich von ganzem Herzen; laß mich nicht abirren von deinen Geboten.

119,11 Ich behalte dein Wort in meinem Herzen, damit ich nicht wider dich sündige.

119,12 Gelobet seist du, Haschem! Lehre mich deine Gebote!

119,13 Ich will mit meinen Lippen erzählen alle Weisungen deines Mundes.

119,14 Ich freue mich über den Weg, den deine Mahnungen zeigen, wie über großen Reichtum.

119,15 Ich rede von dem, was du befohlen hast, und schaue auf deine Wege.

119,16 Ich habe Freude an deinen Satzungen und vergesse deine Worte nicht.

119,17 Tu wohl deinem Knecht, daß ich lebe und dein Wort halte.

119,18 Öffne mir die Augen, daß ich sehe die Wunder an deinem Gesetz.

119,19 Ich bin ein Gast auf Erden; verbirg deine Gebote nicht vor mir.

119,20 Meine Seele verzehrt sich vor Verlangen nach deinen Ordnungen allezeit.

119,21 Du schiltst die Stolzen; verflucht sind, die von deinen Geboten abirren.

119,22 Wende von mir Schmach und Verachtung; denn ich halte mich an deine Mahnungen.

119,23 Fürsten sitzen da und reden wider mich; aber dein Knecht sinnt nach über deine Gebote.

119,24 Ich habe Freude an deinen Mahnungen; sie sind meine Ratgeber.

119,25 Meine Seele liegt im Staube; erquicke mich nach deinem Wort.

119,26 Ich erzähle dir meine Wege, und du erhörst mich; lehre mich deine Gebote.

119,27 Laß mich verstehen den Weg deiner Befehle, so will ich reden von deinen Wundern.

119,28 Ich gräme mich, daß mir die Seele verschmachtet; stärke mich nach deinem Wort.

119,29 Halte fern von mir den Weg der Lüge und gib mir in Gnaden dein Gesetz.

119,30 Ich habe erwählt den Weg der Wahrheit, deine Weisungen hab ich vor mich gestellt.

119,31 Ich halte an deinen Mahnungen fest; Haschem, laß mich nicht zuschanden werden!

119,32 Ich laufe den Weg deiner Gebote; denn du tröstest mein Herz.

119,33 Zeige mir, Haschem, den Weg deiner Gebote, daß ich sie bewahre bis ans Ende.

119,34 Unterweise mich, daß ich bewahre dein Gesetz und es halte von ganzem Herzen.

119,35 Führe mich auf dem Steig deiner Gebote; denn ich habe Gefallen daran.

119,36 Neige mein Herz zu deinen Mahnungen und nicht zur Habsucht.

119,37 Wende meine Augen ab, daß sie nicht sehen nach unnützer Lehre, und erquicke mich auf deinem Wege.

119,38 Erfülle deinem Knecht dein Wort, daß ich dich fürchte.

119,39 Wende von mir die Schmach, die ich scheue; denn deine Ordnungen sind gut.

119,40 Siehe, ich begehre deine Befehle; erquicke mich mit deiner Gerechtigkeit.

119,41 Haschem, laß mir deine Gnade widerfahren, deine Hilfe nach deinem Wort,

119,42 daß ich antworten kann dem, der mich schmäht; denn ich verlasse mich auf dein Wort.

119,43 Und nimm ja nicht von meinem Munde das Wort der Wahrheit; denn ich hoffe auf deine Ordnungen.

119,44 Ich will dein Gesetz halten allezeit, immer und ewiglich.

119,45 Und ich wandle fröhlich; denn ich suche deine Befehle.

119,46 Ich rede von deinen Zeugnissen vor Königen und schäme mich nicht.

119,47 Ich habe Freude an deinen Geboten, sie sind mir sehr lieb,

119,48 und hebe meine Hände auf zu deinen Geboten, die mir lieb sind, und rede von deinen Weisungen.

119,49 Denke an das Wort, das du deinem Knecht gabst, und laß mich darauf hoffen.

119,50 Das ist mein Trost in meinem Elend, daß dein Wort mich erquickt.

119,51 Die Stolzen treiben ihren Spott mit mir; dennoch weiche ich nicht von deinem Gesetz.

119,52 Haschem, wenn ich an deine ewigen Ordnungen denke, so werde ich getröstet.

119,53 Zorn erfaßt mich über die Torahlosen, die dein Gesetz verlassen.

119,54 Deine Gebote sind mein Lied im Hause, in dem ich Fremdling bin.

119,55 Haschem, ich denke des Nachts an deinen Namen und halte dein Gesetz.

119,56 Das ist mein Schatz, daß ich mich an deine Befehle halte.

119,57 Ich habe gesagt: Haschem, das soll mein Erbe sein, daß ich deine Worte halte.

119,58 Ich suche deine Gunst von ganzem Herzen; sei mir gnädig nach deinem Wort.

119,59 Ich bedenke meine Wege und lenke meine Füße zu deinen Mahnungen.

119,60 Ich eile und säume nicht, zu halten deine Gebote.

119,61 Der Torahlosen Stricke umschlingen mich; aber dein Gesetz vergesse ich nicht.

119,62 Zur Mitternacht stehe ich auf, dir zu danken für die Ordnungen deiner Gerechtigkeit.

119,63 Ich halte mich zu allen, die dich fürchten und deine Befehle halten.

119,64 Haschem, die Erde ist voll deiner Güte; lehre mich deine Gebote.

119,65 Du tust Gutes deinem Knecht, Haschem, nach deinem Wort.

119,66 Lehre mich wohlsame Einsicht und Erkenntnis; denn ich glaube deinen Geboten.

119,67 Ehe ich gedemütigt wurde, irrte ich; nun aber halte ich dein Wort.

119,68 Du bist gütig und freundlich, lehre mich deine Weisungen.

119,69 Die Stolzen erdichten Lügen über mich, ich aber halte von ganzem Herzen deine Befehle.

119,70 Ihr Herz ist völlig verstockt; ich aber habe Freude an deinem Gesetz.

119,71 Es ist gut für mich, daß du mich gedemütigt hast, damit ich deine Gebote lerne.

119,72 Das Gesetz deines Mundes ist mir lieber als viel tausend Stück Gold und Silber.

119,73 Deine Hand hat mich gemacht und bereitet; unterweise mich, daß ich deine Gebote lerne.

119,74 Die dich fürchten, sehen mich und freuen sich; denn ich hoffe auf dein Wort.

119,75 Haschem, ich weiß, daß deine Urteile gerecht sind; in deiner Treue hast du mich gedemütigt.

119,76 Deine Gnade soll mein Trost sein, wie du deinem Knecht zugesagt hast.

119,77 Laß mir deine Barmherzigkeit widerfahren, daß ich lebe; denn ich habe Freude an deinem Gesetz.

119,78 Ach, daß die Stolzen zuschanden würden, die mich mit Lügen niederdrücken! Ich aber sinne nach über deine Befehle.

119,79 Ach, daß sich zu mir hielten, die dich fürchten und deine Mahnungen kennen!

119,80 Mein Herz bleibe rechtschaffen in deinen Geboten, damit ich nicht zuschanden werde.

119,81 Meine Seele verlangt nach deinem Wohl; ich hoffe auf dein Wort.

119,82 Meine Augen sehnen sich nach deinem Wort und sagen: Wann tröstest du mich?

119,83 Ich bin wie ein Weinschlauch im Rauch; doch deine Gebote vergesse ich nicht.

119,84 Wie lange soll dein Knecht noch warten? Wann willst du Gericht halten über meine Verfolger?

119,85 Die Stolzen graben mir Gruben, sie, die nicht tun nach deinem Gesetz.

119,86 All deine Gebote sind Wahrheit; sie aber verfolgen mich mit Lügen; hilf mir!

119,87 Sie haben mich fast umgebracht auf Erden; ich aber verlasse deine Befehle nicht.

119,88 Erquicke mich nach deiner Gnade, daß ich halte die Mahnung deines Mundes.

119,89 Haschem, dein Wort bleibt ewiglich, so weit der Himmel reicht;

119,90 deine Wahrheit währet für und für. Du hast die Erde fest gegründet, und sie bleibt stehen.

119,91 Sie steht noch heute nach deinen Ordnungen; denn es muß dir alles dienen.

119,92 Wenn dein Gesetz nicht mein Trost gewesen wäre, so wäre ich vergangen in meinem Elend.

119,93 Ich will deine Befehle nimmermehr vergessen; denn du erquickst mich damit.

119,94 Ich bin dein, hilf mir; denn ich suche deine Befehle.

119,95 Die Torahlosen lauern mir auf, daß sie mich umbringen; ich aber merke auf deine Mahnungen.

119,96 Ich habe gesehen, daß alles ein Ende hat, aber dein Gebot bleibt bestehen.

119,97 Wie habe ich dein Gesetz so lieb! Täglich sinne ich ihm nach.

119,98 Du machst mich mit deinem Gebot weiser, als meine Feinde sind; denn es ist ewiglich mein Schatz.

119,99 Ich habe mehr Einsicht als alle meine Lehrer; denn über deine Mahnungen sinne ich nach.

119,100 Ich bin klüger als die Alten; denn ich halte mich an deine Befehle.

119,101 Ich verwehre meinem Fuß alle bösen Wege, damit ich dein Wort halte.

119,102 Ich weiche nicht von deinen Ordnungen; denn du lehrest mich.

119,103 Dein Wort ist meinem Munde süßer als Honig.

119,104 Dein Wort macht mich klug; darum hasse ich alle falschen Wege.

119,105 Dein Wort ist meines Fußes Leuchte und ein Licht auf meinem Wege.

119,106 Ich schwöre und will's halten: Die Ordnungen deiner Gerechtigkeit will ich bewahren.

119,107 Ich bin sehr gedemütigt; Haschem, erquicke mich nach deinem Wort!

119,108 Laß dir gefallen, Haschem, das Opfer meines Mundes, und lehre mich deine Ordnungen.

119,109 Mein Leben ist immer in Gefahr; aber dein Gesetz vergesse ich nicht.

119,110 Die Torahlosen legen mir Schlingen; ich aber irre nicht ab von deinen Befehlen.

119,111 Deine Mahnungen sind mein ewiges Erbe; denn sie sind meines Herzens Wonne.

119,112 Ich neige mein Herz, zu tun deine Gebote immer und ewiglich.

119,113 Ich hasse die Wankelmütigen und liebe dein Gesetz.

119,114 Du bist mein Schutz und mein Schild; ich hoffe auf dein Wort.

119,115 Weichet von mir, ihr Übeltäter! Ich will mich halten an die Gebote meines Haschem.

119,116 Erhalte mich durch dein Wort, daß ich lebe, und laß mich nicht zuschanden werden in meiner Hoffnung.

119,117 Stärke mich, daß ich gerettet werde, so will ich stets Freude haben an deinen Geboten.

119,118 Du verwirfst alle, die von deinen Geboten abirren; denn ihr Tun ist Lug und Trug.

119,119 Du schaffst alle Torahlosen auf Erden weg wie Schlacken, darum liebe ich deine Mahnungen.

119,120 Ich fürchte mich vor dir, daß mir die Haut schaudert, und ich entsetze mich vor deinen Gerichten.

119,121 Ich übe Recht und Gerechtigkeit; übergib mich nicht denen, die mir Gewalt antun wollen.

119,122 Tritt ein für deinen Knecht und tröste ihn, daß mir die Stolzen nicht Gewalt antun!

119,123 Meine Augen sehnen sich nach deinem Wohl und nach dem Wort deiner Gerechtigkeit.

119,124 Handle mit deinem Knechte nach deiner Gnade und lehre mich deine Gebote.

119,125 Ich bin dein Knecht: Unterweise mich, dass ich verstehe deine Mahnungen.

119,126 Es ist Zeit, daß Haschem handelt; sie haben dein Gesetz zerbrochen.

119,127 Darum liebe ich deine Gebote mehr als Gold und feines Gold.

119,128 Darum halte ich alle deine Befehle für recht, ich hasse alle falschen Wege.

119,129 Deine Mahnungen sind Wunderwerke; darum hält sie meine Seele.

119,130 Wenn dein Wort offenbar wird, so erfreut es und macht klug die Unverständigen.

119,131 Ich tue meinen Mund weit auf und lechze, denn mich verlangt nach deinen Geboten.

119,132 Wende dich zu mir und sei mir gnädig, wie du pflegst zu tun denen, die deinen Namen lieben.

119,133 Laß meinen Gang in deinem Wort fest sein und laß kein Unrecht über mich herrschen.

119,134 Erlöse mich von der Bedrückung durch Menschen, so will ich halten deine Befehle.

119,135 Laß dein Antlitz leuchten über deinen Knecht, und lehre mich deine Gebote.

119,136 Meine Augen fließen von Tränen, weil man dein Gesetz nicht hält.

119,137 Haschem, du bist gerecht, und deine Urteile sind richtig.

119,138 Du hast deine Mahnungen geboten in Gerechtigkeit und großer Treue.

119,139 Ich habe mich fast zu Tode geeifert, weil meine Widersacher deine Worte vergessen.

119,140 Dein Wort ist ganz durchläutert, und dein Knecht hat es lieb.

119,141 Ich bin gering und verachtet; ich vergesse aber nicht deine Befehle.

119,142 Deine Gerechtigkeit ist eine ewige Gerechtigkeit, und dein Gesetz ist Wahrheit.

119,143 Angst und Not haben mich getroffen; ich habe aber Freude an deinen Geboten.

119,144 Deine Mahnungen sind gerecht in Ewigkeit; unterweise mich, so lebe ich.

119,145 Ich rufe von ganzem Herzen; erhöre mich, Haschem; ich will deine Gebote halten.

119,146 Ich rufe zu dir, hilf mir; ich will mich an deine Mahnungen halten.

119,147 Ich komme in der Frühe und rufe um Hilfe; auf dein Wort hoffe ich.

119,148 Ich wache auf, wenn's noch Nacht ist, nachzusinnen über dein Wort.

119,149 Höre meine Stimme nach deiner Gnade; Haschem, erquicke mich nach deinem Recht.

119,150 Meine arglistigen Verfolger nahen; aber sie sind fern von deinem Gesetz.

119,151 Haschem, du bist nahe, und alle deine Gebote sind Wahrheit.

119,152 Längst weiß ich aus deinen Mahnungen, daß du sie für ewig gegründet hast.

119,153 Sieh doch mein Elend und errette mich; denn ich vergesse dein Gesetz nicht.

119,154 Führe meine Sache und erlöse mich; erquicke mich durch dein Wort.

119,155 Das Wohl ist fern von den Torahlosen; denn sie achten deine Gebote nicht.

119,156 Haschem, deine Barmherzigkeit ist groß; erquicke mich nach deinem Recht.

119,157 Meiner Verfolger und Widersacher sind viele; ich weiche aber nicht von deinen Mahnungen.

119,158 Ich sehe die Verächter, und es tut mir wehe, daß sie dein Wort nicht halten.

119,159 Siehe, ich liebe deine Befehle; Haschem, erquicke mich nach deiner Gnade.

119,160 Dein Wort ist nichts als Wahrheit, alle Ordnungen deiner Gerechtigkeit währen ewiglich.

119,161 Fürsten verfolgen mich ohne Grund; aber mein Herz fürchtet sich nur vor deinen Worten.

119,162 Ich freue mich über dein Wort wie einer, der große Beute macht.

119,163 Lügen bin ich Feind, und sie sind mir ein Greuel; aber dein Gesetz habe ich lieb.

119,164 Ich lobe dich des Tages siebenmal um deiner gerechten Ordnungen willen.

119,165 Großen Frieden haben, die dein Gesetz lieben; sie werden nicht straucheln.

119,166 Haschem, ich warte auf dein Wohl und tue nach deinen Geboten.

119,167 Meine Seele hält sich an deine Mahnungen und liebt sie sehr.

119,168 Ich halte deine Befehle und deine Mahnungen; denn alle meine Wege liegen offen vor dir.

119,169 Haschem, laß mein Klagen vor dich kommen; unterweise mich nach deinem Wort.

119,170 Laß mein Flehen vor dich kommen; errette mich nach deinem Wort.

119,171 Meine Lippen sollen dich loben; denn du lehrst mich deine Gebote.

119,172 Meine Zunge soll singen von deinem Wort; denn alle deine Gebote sind gerecht.

119,173 Laß deine Hand mir beistehen; denn ich habe erwählt deine Befehle.

119,174 Haschem, mich verlangt nach deinem Wohl, und an deinem Gesetz habe ich Freude.

119,175 Laß meine Seele leben, daß sie dich lobe, und dein Recht mir helfen.

119,176 Ich bin wie ein verirrtes und verlorenes Schaf; suche deinen Knecht, denn ich vergesse deine Gebote nicht.

Tehillim 120

120,1 EIN WALLFAHRTSLIED. Ich rufe zu Haschem in meiner Not, und er erhört mich.

120,2 Haschem, errette mich von den Lügenmäulern, von den falschen Zungen.

120,3 Was soll er dir antun, du falsche Zunge, und was dir noch geben?

120,4 Scharfe Pfeile eines Starken und feurige Kohlen!

120,5 Weh mir, daß ich weilen muß unter Meschech; ich muß wohnen bei den Zelten Kedars!

120,6 Es wird meiner Seele lang, zu wohnen bei denen, die den Frieden hassen.

120,7 Ich halte Frieden; aber wenn ich rede, so fangen sie Streit an.

Tehillim 121

121,1 EIN WALLFAHRTSLIED. Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen. Woher kommt mir Hilfe?

121,2 Meine Hilfe kommt von Haschem, der Himmel und Erde gemacht hat.

121,3 Er wird deinen Fuß nicht gleiten lassen, und der dich behütet, schläft nicht.

121,4 Siehe, der Hüter Yisraels schläft und schlummert nicht.

121,5 Haschem behütet dich; Haschem ist dein Schatten über deiner rechten Hand,

121,6 daß dich des Tages die Sonne nicht steche noch der Mond des Nachts.

121,7 Haschem behüte dich vor allem Übel, er behüte deine Seele.

121,8 Haschem behüte deinen Ausgang und Eingang von nun an bis in Ewigkeit!

Tehillim 122

122,1 VON DAVID, EIN WALLFAHRTSLIED. Ich freute mich über die, die mir sagten: Lasset uns ziehen zum Hause HaschemS!

122,2 Nun stehen unsere Füße in deinen Toren, Jerusalem.

122,3 Jerusalem ist gebaut als eine Stadt, in der man zusammenkommen soll,

122,4 wohin die Stämme hinaufziehen, die Stämme HaschemS, wie es geboten ist dem Volke Yisrael, zu preisen den Namen HaschemS.

122,5 Denn dort stehen die Throne zum Gericht, die Throne des Hauses David.

122,6 Wünschet Jerusalem Glück! Es möge wohl gehen denen, die dich lieben!

122,7 Es möge Friede sein in deinen Mauern und Glück in deinen Palästen!

122,8 Um meiner Brüder und Freunde willen will ich dir Frieden wünschen.

122,9 Um des Hauses HaschemS willen, will ich dein Bestes suchen.

Tehillim 123

123,1 EIN WALLFAHRTSLIED. Ich hebe meine Augen auf zu dir, der du im Himmel wohnest.

123,2 Siehe, wie die Augen der Knechte auf die Hände ihrer Herren sehen, wie die Augen der Magd auf die Hände ihrer Frau, so sehen unsre Augen auf Haschem, unsern Haschem, bis er uns gnädig werde.

123,3 Sei uns gnädig, Haschem, sei uns gnädig; denn allzu sehr litten wir Verachtung.

123,4 Allzu sehr litt unsere Seele den Spott der Stolzen und die Verachtung der Hoffärtigen.

Tehillim 124

124,1 VON DAVID, EIN WALLFAHRTSLIED. Wäre Haschem nicht bei uns - so sage Yisrael,

124,2 wäre Haschem nicht bei uns, wenn Menschen wider uns aufstehen,

124,3 so verschlängen sie uns lebendig, wenn ihr Zorn über uns entbrennt;

124,4 so ersäufte uns Wasser, Ströme gingen über unsre Seele,

124,5 es gingen Wasser hoch über uns hinweg.

124,6 Gelobt sei Haschem, daß er uns nicht gibt zum Raub in ihre Zähne!

124,7 Unsre Seele ist entronnen wie ein Vogel dem Netze des Vogelfängers; das Netz ist zerrissen, und wir sind frei.

124,8 Unsre Hilfe steht im Namen HaschemS, der Himmel und Erde gemacht hat.

Tehillim 125

125,1 EIN WALLFAHRTSLIED. Die auf Haschem hoffen, werden nicht fallen, sondern ewig bleiben wie der Berg Zion.

125,2 Wie um Jerusalem Berge sind, so ist Haschem um sein Volk her von nun an bis in Ewigkeit.

125,3 Denn der Torahlosen Zepter wird nicht bleiben über dem Erbteil der Gerechten, damit die Gerechten ihre Hand nicht ausstrecken zur Ungerechtigkeit.

125,4 Haschem, tu wohl den Guten und denen, die frommen Herzens sind.

125,5 Die aber abweichen auf ihre krummen Wege, wird Haschem dahinfahren lassen mit den Übeltätern. Friede sei über Yisrael!

 

 
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