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Tehillim 26 - 50

DIE PSALMEN

Tehillim 26

26,1 VON DAWID. Haschem, schaffe mir Recht, denn ich bin unschuldig! Ich hoffe auf Haschem, darum werde ich nicht fallen.

26,2 Prüfe mich, Haschem, und erprobe mich, erforsche meine Nieren und mein Herz!

26,3 Denn deine Güte ist mir vor Augen, und ich wandle in deiner Wahrheit.

26,4 Ich sitze nicht bei zügellosen Leuten und habe nicht Gemeinschaft mit den Falschen.

26,5 Ich hasse die Versammlung der Boshaften und sitze nicht bei den Torahlosen.

26,6 Ich wasche meine Hände in Unschuld und halte mich, Haschem, zu deinem Altar,

26,7 dir zu danken mit lauter Stimme und zu verkündigen alle deine Wunder.

26,8 Haschem, ich habe lieb die Stätte deines Hauses und den Ort, da deine Ehre wohnt.

26,9 Raffe meine Seele nicht hin mit den Sündern noch mein Leben mit den Blutdürstigen,

26,10 an deren Händen Schandtat klebt und die gern Geschenke nehmen.

26,11 Ich aber gehe meinen Weg in Unschuld. Erlöse mich und sei mir gnädig!

26,12 Mein Fuß steht fest auf rechtem Grund. Ich will Haschem loben in den Versammlungen.

Tehillim 27

27,1 VON DAWID. Haschem ist mein Licht und mein Wohl; vor wem sollte ich mich fürchten? Haschem ist meines Lebens Kraft; vor wem sollte mir grauen?

27,2 Wenn die Übeltäter an mich wollen, um mich zu verschlingen, meine Widersacher und Feinde, sollen sie selber straucheln und fallen.

27,3 Wenn sich auch ein Heer wider mich lagert, so fürchtet sich dennoch mein Herz nicht; wenn sich Krieg wider mich erhebt, so verlasse ich mich auf ihn.

27,4 Eines bitte ich vom Haschem, das hätte ich gerne: daß ich im Hause Haschem's bleiben könne mein Leben lang, zu schauen die schönen Dienste für Haschem und seinen Tempel zu betrachten.

27,5 Denn er deckt mich in seiner Hütte zur bösen Zeit, er birgt mich im Schutz seines Zeltes und erhöht mich auf einen Felsen.

27,6 Und nun erhebt sich mein Haupt über meine Feinde, die um mich her sind; darum will ich Lob opfern in seinem Zelt, ich will singen und Lob sagen dem Haschem.

27,7 Haschem, höre meine Stimme, wenn ich rufe; sei mir gnädig und erhöre mich!

27,8 Mein Herz hält dir vor dein Wort: «Ihr sollt mein Antlitz suchen. » Darum suche ich auch, Haschem, dein Antlitz.

27,9 Verbirg dein Antlitz nicht vor mir, verstoße nicht im Zorn deinen Knecht! Denn du bist meine Hilfe; verlass mich nicht und tu die Hand nicht von mir ab, Haschem, mein Wohll!

27,10 Denn mein Vater und meine Mutter verlassen mich, aber Haschem nimmt mich auf.

27,11 Haschem, weise mir deinen Weg und leite mich auf ebener Bahn um meiner Feinde willen.

27,12 Gib mich nicht preis dem Willen meiner Feinde! Denn es stehen falsche Zeugen wider mich auf und tun mir Unrecht ohne Scheu.

27,13 Ich glaube aber doch, daß ich sehen werde die Güte Haschem’s im Lande der Lebendigen.

27,14 Harre Haschem’s! Sei getrost und unverzagt und harre Haschem’s!

Tehillim 28

28,1 VON DAWID. Wenn ich rufe zu dir, Haschem, mein Fels, so schweige doch nicht, daß ich nicht, wenn du schweigst, gleich werde denen, die in die Grube fahren.

28,2 Höre die Stimme meines Flehens, wenn ich zu dir schreie, wenn ich meine Hände aufhebe zu deinem geweihten Tempel.

28,3 Raffe mich nicht hin mit den Torahlosen und mit den Übeltätern, die freundlich reden mit ihrem Nächsten und haben Böses im Herzen.

28,4 Gib ihnen nach ihrem Tun und nach ihren bösen Taten; gib ihnen nach den Werken ihrer Hände; vergilt ihnen, wie sie es verdienen.

28,5 Denn sie wollen nicht achten auf das Tun Haschem’s noch auf die Werke seiner Hände; darum wird er sie niederreißen und nicht wieder aufbauen.

28,6 Gelobt sei Haschem; denn er hat erhört die Stimme meines Flehens.

28,7 Haschem ist meine Stärke und mein Schild; auf ihn hofft mein Herz, und mir ist geholfen. Nun ist mein Herz fröhlich, und ich will ihm danken mit meinem Lied.

28,8 Haschem ist seines Volkes Stärke, Hilfe und Stärke für seinen Gesalbten.

28,9 Hilf deinem Volk und segne dein Erbe und weide und trage sie ewiglich!

Tehillim 29

29,1 EIN TEHILLIM DAWIDS. Bringet dar dem Haschem, ihr Himmlischen, bringet dar dem Haschem Ehre und Stärke!

29,2 Bringet dar dem Haschem die Ehre seines Namens, betet an Haschem in geweihtem Schmuck!

29,3 Die Stimme Haschem’s erschallt über den Wassern, Haschem der Ehre donnert, Haschem, über großen Wassern.

29,4 Die Stimme Haschem’s ergeht mit Macht, die Stimme Haschem’s ergeht Herrlich.

29,5 Die Stimme Haschem’s zerbricht die Zedern, Haschem zerbricht die Zedern des Libanon.

29,6 Er läßt hüpfen wie ein Kalb den Libanon, den Sirjon wie einen jungen Wildstier.

29,7 Die Stimme Haschem’s sprüht Feuerflammen;

29,8 die Stimme Haschem’s läßt die Wüste erbeben; Haschem läßt erbeben die Wüste Kadesch.

29,9 Die Stimme Haschem’s läßt Eichen wirbeln und reißt Wälder kahl. In seinem Tempel ruft alles: «Ehre!»

29,10 Haschem hat seinen Thron über der Flut; Haschem bleibt ein König in Ewigkeit.

29,11 Haschem wird seinem Volk Kraft geben; Haschem wird sein Volk segnen mit Frieden.

Tehillim 30

30,1 EIN TEHILLIM DAWIDS, EIN LIED ZUR EINWEIHUNG DES TEMPELS.

30,2 Ich preise dich, Haschem; denn du hast mich aus der Tiefe gezogen und lässest meine Feinde sich nicht über mich freuen.

30,3 Haschem, mein Haschem, als ich schrie zu dir, da machtest du mich gesund.

30,4 Haschem, du hast mich von den Toten heraufgeholt; du hast mich am Leben erhalten, aber sie mußten in die Grube fahren.

30,5 Lobsinget dem Haschem, ihr seine Frommen, und preiset seinen geweihten Namen!

30,6 Denn sein Zorn währet einen Augenblick und lebenslang seine Gnade. Den Abend lang währet das Weinen, aber des Morgens ist Freude.

30,7 Ich aber sprach, als es mir gut ging: Ich werde nimmermehr wanken.

30,8 Denn, Haschem, durch dein Wohlgefallen hattest du mich auf einen hohen Fels gestellt. Aber als du dein Antlitz verbargest, erschrak ich.

30,9 Zu dir, Haschem, rief ich, und zum Haschem flehte ich:

30,10 Was nützt dir mein Blut, wenn ich zur Grube fahre? Wird dir auch der Staub danken und deine Treue verkündigen?

30,11 Haschem, höre und sei mir gnädig! Haschem, sei mein Helfer!

30,12 Du hast mir meine Klage verwandelt in einen Reigen, du hast mir den Sack der Trauer ausgezogen und mich mit Freude gegürtet,

30,13 daß ich dir lobsinge und nicht stille werde. Haschem, mein Haschem, ich will dir danken in Ewigkeit.

Tehillim 31

31,1 EIN TEHILLIM DAWIDS, VORZUSINGEN.

31,2 Haschem, auf dich traue ich, laß mich nimmermehr zuschanden werden, errette mich durch deine Gerechtigkeit!

31,3 Neige deine Ohren zu mir, hilf mir eilends! Sei mir ein starker Fels und eine Burg, daß du mir helfest!

31,4 Denn du bist mein Fels und meine Burg, und um deines Namens willen wollest du mich leiten und führen.

31,5 Du wollest mich aus dem Netze ziehen, das sie mir heimlich stellten; denn du bist meine Stärke.

31,6 In deine Hände befehle ich meinen Geist; du hast mich erlöst, Haschem, du treuer Haschem.

31,7 Ich hasse, die sich halten an nichtige Götzen; ich aber hoffe auf Haschem.

31,8 Ich freue mich und bin fröhlich über deine Güte, daß du mein Elend ansiehst und nimmst dich meiner an in Not

31,9 und übergibst mich nicht in die Hände des Feindes; du stellst meine Füße auf weiten Raum.

31,10 Haschem, sei mir gnädig, denn mir ist angst! Mein Auge ist trübe geworden vor Gram, matt meine Seele und mein Leib.

31,11 Denn mein Leben ist hingeschwunden in Kummerund meine Jahre in Seufzen. Meine Kraft ist verfallen durch meine Missetat, und meine Gebeine sind verschmachtet.

31,12 Vor all meinen Bedrängern bin ich ein Spott geworden, eine Last meinen Nachbarn und ein Schrecken meinen Bekannten. Die mich sehen auf der Gasse, fliehen vor mir.

31,13 Ich bin vergessen in ihrem Herzen wie ein Toter; ich bin geworden wie ein zerbrochenes Gefäß.

31,14 Denn ich höre, wie viele über mich lästern: Schrecken ist um und um! Sie halten Rat miteinander über mich und trachten danach, mir das Leben zu nehmen.

31,15 Ich aber, Haschem, hoffe auf dich und spreche: Du bist mein Haschem!

31,16 Meine Zeit steht in deinen Händen. Errette mich von der Hand meiner Feinde und von denen, die mich verfolgen.

31,17 Laß leuchten dein Antlitz über deinem Knecht; hilf mir durch deine Güte!

31,18 Haschem, laß mich nicht zuschanden werden; denn ich rufe dich an. Die Torahlosen sollen zuschanden werden und hinabfahren zu den Toten und schweigen.

31,19 Verstummen sollen die Lügenmäuler, die da reden wider den Gerechten frech, stolz und höhnisch.

31,20 Wie groß ist deine Güte, Haschem, die du bewahrt hast denen, die dich fürchten, und erweisest vor den Leuten denen, die auf dich trauen!

31,21 Du birgst sie in deinem Schutz vor den Rotten der Leute, du deckst sie in der Hütte vor den zänkischen Zungen.

31,22 Gelobt sei Haschem; denn er hat seine wunderbare Güte mir erwiesen in einer festen Stadt.

31,23 Ich sprach wohl in meinem Zagen: Ich bin von deinen Augen verstoßen. Doch du hörtest die Stimme meines Flehens, als ich zu dir schrie.

31,24 Liebet Haschem, alle seine Frommen! Die Gläubigen behütet Haschem und vergilt reichlich dem, der Hochmut übt.

31,25 Seid getrost und unverzagt alle, die ihr Haschem’s harret!

Tehillim 32

32,1 EINE UNTERWEISUNG DAWIDS. Wohl dem, dem die Übertretungen vergeben sind, dem die Sünde bedeckt ist!

32,2 Wohl dem Menschen, dem Haschem die Schuld nicht zurechnet, in dessen Geist kein Trug ist!

32,3 Denn als ich es wollte verschweigen, verschmachteten meine Gebeine durch mein tägliches Klagen.

32,4 Denn deine Hand lag Tag und Nacht schwer auf mir, daß mein Saft vertrocknete, wie es im Sommer dürre wird. SELA.

32,5 Darum bekannte ich dir meine Sünde, und meine Schuld verhehlte ich nicht. Ich sprach: Ich will dem Haschem meine Übertretungen bekennen. Da vergabst du mir die Schuld meiner Sünde. SELA.

32,6 Deshalb werden alle Frommen zu dir beten zur Zeit der Angst. Darum, wenn große Wasserfluten kommen, werden sie nicht an sie gelangen.

32,7 Du bist mein Schirm, du wirst mich vor Angst behüten, daß ich errettet gar fröhlich rühmen kann. SELA.

32,8 «Ich will dich unterweisen und dir den Weg zeigen, den du gehen sollst; ich will dich mit meinen Augen leiten. »

32,9 Seid nicht wie Rosse und Maultiere, die ohne Verstand sind, denen man Zaum und Gebiss anlegen muß; sie werden sonst nicht zu dir kommen.

32,10 Der Torahlose hat viel Plage; wer aber auf Haschem hofft, den wird die Güte umfangen.

32,11 Freuet euch Haschem’s und seid fröhlich, ihr Gerechten, und jauchzet, alle ihr Frommen.

Tehillim 33

33,1 Freuet euch Haschem’s, ihr Gerechten; die Frommen sollen ihn recht preisen.

33,2 Danket dem Haschem mit Harfen; lobsinget ihm zum Psalter von zehn Saiten!

33,3 Singet ihm ein neues Lied; spielt schön auf den Saiten mit fröhlichem Schall!

33,4 Denn Haschem’s Wort ist wahrhaftig, und was er zusagt, das hält er gewiß.

33,5 Er liebt Gerechtigkeit und Recht; die Erde ist voll der Güte Haschem’s.

33,6 Der Himmel ist durch das Wort Haschem’s gemacht und all sein Heer durch den Hauch seines Mundes.

33,7 Er hält die Wasser des Meeres zusammen wie in einem Schlauch und sammelt in Kammern die Fluten.

33,8 Alle Welt fürchte Haschem, und vor ihm scheue sich alles, was auf dem Erdboden wohnet.

33,9 Denn wenn er spricht, so geschieht's; wenn er gebietet, so steht's da.

33,10 Haschem macht zunichte der Heiden Rat und wehrt den Gedanken der Völker.

33,11 Aber der Ratschluß Haschem’s bleibt ewiglich, seines Herzens Gedanken für und für.

33,12 Wohl dem Volk, dessen Haschem ist, dem Volk, das ER zum Erbe erwählt hat!

33,13 Haschem schaut vom Himmel und sieht alle Menschenkinder.

33,14 Von seinem festen Thron sieht er auf alle, die auf Erden wohnen.

33,15 Er lenkt ihnen allen das Herz, er gibt acht auf alle ihre Werke.

33,16 Einem König hilft nicht seine große Macht; ein Held kann sich nicht retten durch seine große Kraft.

33,17 Rosse helfen auch nicht; da wäre man betrogen; und ihre große Stärke errettet nicht.

33,18 Siehe, Haschem’s Auge achtet auf alle, die ihn fürchten, die auf seine Güte hoffen,

33,19 daß er sie errette vom Tode und sie am Leben erhalte in Hungersnot.

33,20 Unsre Seele harrt auf Haschem; er ist uns Hilfe und Schild.

33,21 Denn unser Herz freut sich seiner, und wir trauen auf seinen gewaltigen Namen.

33,22 Deine Güte, Haschem, sei über uns, wie wir auf dich hoffen.

Tehillim 34

34,1 VON DAWID, ALS ER SICH WAHNSINNIG STELLTE VOR ABIMELECH UND DIESER IHN VON SICH TRIEB UND ER WEGGING.

34,2 Ich will Haschem loben allezeit; sein Lob soll immerdar in meinem Munde sein.

34,3 Meine Seele soll sich rühmen Haschem’s, daß es die Elenden hören und sich freuen.

34,4 Preiset mit mir Haschem und laßt uns miteinander seinen Namen erhöhen!

34,5 Als ich Haschem suchte, antwortete er mir und errettete mich aus aller meiner Furcht.

34,6 Die auf ihn sehen, werden strahlen vor Freude, und ihr Angesicht soll nicht schamrot werden.

34,7 Als einer im Elend rief, hörte Haschem und half ihm aus allen seinen Nöten.

34,8 Der Malek YHW’s lagert sich um die her, die ihn fürchten, und hilft ihnen heraus.

34,9 Schmecket und sehet, wie freundlich Haschem ist. Wohl dem, der auf ihn trauet!

34,10 Fürchtet Haschem, ihr seine Frommen! Denn die ihn fürchten, haben keinen Mangel.

34,11 Reiche müssen darben und hungern; aber die Haschem suchen, haben keinen Mangel an irgendeinem Gut.

34,12 Kommt her, ihr Kinder, höret mir zu! Ich will euch die Furcht Haschem’s lehren.

34,13 Wer möchte gern gut leben und schöne Tage sehen?

34,14 Behüte deine Zunge vor Bösem und deine Lippen, daß sie nicht Trug reden.

34,15 Laß ab vom Bösen und tu Gutes; suche Frieden und jage ihm nach!

34,16 Die Augen Haschem’s merken auf die Gerechten und seine Ohren auf ihr Schreien.

34,17 Das Angesicht Haschem’s steht wider alle, die Böses tun, daß er ihren Namen ausrotte von der Erde.

34,18 Wenn die Gerechten schreien, so hört Haschem und errettet sie aus all ihrer Not.

34,19 Haschem ist nahe denen, die zerbrochenen Herzens sind, und hilft denen, die ein zerschlagenes Gemüt haben.

34,20 Der Gerechte muß viel erleiden, aber aus alledem hilft ihm Haschem.

34,21 Er bewahrt ihm alle seine Gebeine, daß nicht eines zerbrochen wird.

34,22 Den Torahlosen wird das Unglück töten, und die den Gerechten hassen, fallen in Schuld.

34,23 Haschem erlöst das Leben seiner Knechte, und alle, die auf ihn trauen, werden frei von Schuld.

Tehillim 35

35,1 VON DAWID. Haschem, führe meine Sache wider meine Widersacher, bekämpfe, die mich bekämpfen!

35,2 Ergreife Schild und Waffen und mache dich auf, mir zu helfen!

35,3 Zücke Speer und Streitaxt wider meine Verfolger! Sprich zu mir: Ich bin deine Hilfe!

35,4 Es sollen sich schämen und zum Spott werden, die mir nach dem Leben trachten; es sollen zurückweichen und zuschanden werden, die mein Unglück wollen.

35,5 Sie sollen werden wie Spreu vor dem Winde, und der Malek Haschem’s stoße sie weg.

35,6 Ihr Weg soll finster und schlüpfrig werden, und der Malek Haschem’s verfolge sie.

35,7 Denn ohne Grund haben sie mir ihr Netz gestellt, ohne Grund mir eine Grube gegraben.

35,8 Unversehens soll ihn Unglück überfallen; sein Netz, das er gestellt hat, fange ihn selber, zum eigenen Unglück stürze er hinein.

35,9 Aber meine Seele soll sich freuen Haschem’s und fröhlich sein über seine Hilfe.

35,10 Alle meine Gebeine sollen sagen: Haschem, wer ist dir gleich? Der du den Elenden rettest vor dem, der ihm zu stark ist, und den Elenden und Armen vor seinen Räubern.

35,11 Es treten falsche Zeugen auf; sie fordern von mir, wovon ich nichts weiß.

35,12 Sie vergelten mir Gutes mit Bösem, um mich in Herzeleid zu bringen.

35,13 Ich aber zog einen Sack an, wenn sie krank waren, tat mir wehe mit Fasten und betete immer wieder von Herzen.

35,14 Als wäre es mein Freund und Bruder, so ging ich einher; wie einer Leid trägt über seine Mutter, so beugte ich mich in Trauer.

35,15 Sie aber freuen sich, wenn ich wanke, und rotten sich zusammen; sie rotten sich heimlich zum Schlag wider mich, sie lästern und hören nicht auf.

35,16 Sie lästern und spotten immerfort und knirschen wider mich mit ihren Zähnen.

35,17 Haschem, wie lange willst du zusehen? Errette doch meine Seele vor ihrem Unglück, mein Leben vor den jungen Löwen!

35,18 Ich will dir danken in großer Gemeinde; unter vielem Volk will ich dich rühmen.

35,19 Laß sich nicht über mich freuen, die mir zu Unrecht feind sind; laß nicht mit den Augen spotten, die mich ohne Grund hassen!

35,20 Denn sie reden nicht, was zum Frieden dient, und ersinnen falsche Anklagen wider die Stillen im Lande.

35,21 Sie sperren das Maul weit auf wider mich und sprechen: «Da, da, wir haben es gesehen!»

35,22 Haschem, du hast es gesehen, schweige nicht; Haschem, sei nicht ferne von mir!

35,23 Wache auf, werde wach, mir Recht zu schaffen und meine Sache zu führen, mein Haschem!

35,24 Haschem, mein Haschem, verhilf mir zum Recht nach deiner Gerechtigkeit, daß sie sich nicht über mich freuen.

35,25 Laß sie nicht sagen in ihrem Herzen: «Da, da! das wollten wir. » Laß sie nicht sagen: «Wir haben ihn verschlungen. »

35,26 Sie sollen sich schämen und zuschanden werden, alle, die sich meines Unglücks freuen; sie sollen in Schmach und Schande sich kleiden, die sich wider mich rühmen.

35,27 Jubeln und freuen sollen sich, die mir gönnen, daß ich recht behalte, und immer sagen: Haschem sei hoch gelobt, der seinem Knecht so wohl will!

35,28 Und meine Zunge soll reden von deiner Gerechtigkeit und dich täglich preisen.

Tehillim 36

36,1 VON DAWID, DEM KNECHT Haschem’S, VORZUSINGEN.

36,2 Es sinnen die Übertreter auf torahloses Treiben im Grund ihres Herzens. Es ist keine Furcht vor Haschem bei ihnen.

36,3 Und doch hat Haschem den Weg vor ihnen geebnet, um ihre Schuld aufzufinden und zu hassen.

36,4 Alle ihre Worte sind falsch und erlogen, verständig und gut handeln sie nicht mehr.

36,5 Sie trachten auf ihrem Lager nach Schaden und stehen fest auf dem bösen Weg und scheuen kein Arges.

36,6 Haschem, deine Güte reicht, so weit der Himmel ist, und deine Wahrheit, so weit die Wolken gehen.

36,7 Deine Gerechtigkeit steht wie die Berge Haschem und dein Recht wie die große Tiefe. Haschem, du hilfst Menschen und Tieren.

36,8 Wie köstlich ist deine Güte, Haschem, daß Menschenkinder unter dem Schatten deiner Flügel Zuflucht haben!

36,9 Sie werden satt von den reichen Gütern deines Hauses, und du tränkst sie mit Wonne wie mit einem Strom.

36,10 Denn bei dir ist die Quelle des Lebens, und in deinem Lichte sehen wir das Licht.

36,11 Breite deine Güte über die, die dich kennen, und deine Gerechtigkeit über die Frommen.

36,12 Laß mich nicht kommen unter den Fuß der Stolzen, und die Hand der Torahlosen vertreibe mich nicht!

36,13 Sieh da, sie sind gefallen, die Übeltäter, sind gestürzt und können nicht wieder aufstehen.

Tehillim 37

37,1 VON DAWID. Entrüste dich nicht über die Bösen, sei nicht neidisch auf die Übeltäter.

37,2 Denn wie das Gras werden sie bald verdorren, und wie das grüne Kraut werden sie verwelken.

37,3 Hoffe auf Haschem und tu Gutes, bleibe im Lande und nähre dich redlich.

37,4 Habe deine Lust am Haschem; der wird dir geben, was dein Herz wünscht.

37,5 Befiehl dem Haschem deine Wege und hoffe auf ihn, er wird's wohl machen

37,6 und wird deine Gerechtigkeit heraufführen wie das Licht und dein Recht wie den Mittag.

37,7 Sei stille dem Haschem und warte auf ihn. Entrüste dich nicht über den, dem es gut geht, der seinen Mutwillen treibt.

37,8 Steh ab vom Zorn und laß den Grimm, entrüste dich nicht, damit du nicht Unrecht tust.

37,9 Denn die Bösen werden ausgerottet; die aber Haschem’s harren, werden das Land erben.

37,10 Noch eine kleine Zeit, so ist der Torahlose nicht mehr da; und wenn du nach seiner Stätte siehst, ist er weg.

37,11 Aber die Elenden werden das Land erben und ihre Freude haben an großem Frieden.

37,12 Der Torahlose droht dem Gerechten und knirscht mit seinen Zähnen wider ihn.

37,13 Aber Haschem lacht seiner; denn er sieht, daß sein Tag kommt.

37,14 Die Torahlosen ziehen das Schwert und spannen ihren Bogen, daß sie fällen den Elenden und Armen und morden die Frommen.

37,15 Aber ihr Schwert wird in ihr eigenes Herz dringen, und ihr Bogen wird zerbrechen.

37,16 Das Wenige, das ein Gerechter hat, ist besser als der Überfluß vieler Torahloser.

37,17 Denn der Torahlosen Arm wird zerbrechen, aber Haschem erhält die Gerechten.

37,18 Haschem kennt die Tage der Frommen, und ihr Gut wird ewiglich bleiben.

37,19 Sie werden nicht zuschanden in böser Zeit, und in der Hungersnot werden sie genug haben.

37,20 Denn die Torahlosen werden umkommen; und die Feinde Haschem’s, wenn sie auch sind wie prächtige Auen, werden sie doch vergehen, wie der Rauch vergeht.

37,21 Der Torahlose muß borgen und bezahlt nicht, aber der Gerechte ist barmherzig und kann geben.

37,22 Denn die Gesegneten Haschem’s erben das Land; aber die er verflucht, werden ausgerottet.

37,23 Von dem Haschem kommt es, wenn eines Mannes Schritte fest werden, und er hat Gefallen an seinem Wege.

37,24 Fällt er, so stürzt er doch nicht; denn Haschem hält ihn fest an der Hand.

37,25 Ich bin jung gewesen und alt geworden und habe noch nie den Gerechten verlassen gesehen und seine Kinder um Brot betteln.

37,26 Er ist allezeit barmherzig und leiht gerne, und sein Geschlecht wird zum Segen sein. 37,27 Laß ab vom Bösen und tu Gutes, so bleibst du wohnen immerdar.

37,28 Denn Haschem hat das Recht lieb und verläßt seine Frommen nicht. Ewiglich werden sie bewahrt, aber das Geschlecht der Torahlosen wird ausgerottet.

37,29 Die Gerechten werden das Land ererben und darin wohnen allezeit.

37,30 Der Mund des Gerechten redet Weisheit, und seine Zunge lehrt das Recht.

37,31 Das Gesetz seines Haschem ist in seinem Herzen; seine Tritte gleiten nicht.

37,32 Der Torahlose lauert dem Gerechten auf und gedenkt, ihn zu töten.

37,33 Aber Haschem läßt ihn nicht in seinen Händen und läßt ihn vor Gericht nicht zum Schuldigen werden.

37,34 Harre auf Haschem und halte dich auf seinem Weg, so wird er dich erhöhen, daß du das Land erbest; du wirst es sehen, daß die Torahlosen ausgerottet werden.

37,35 Ich sah einen Torahlosen, der pochte auf Gewalt und machte sich breit und grünte wie eine Zeder.

37,36 Dann kam ich wieder vorbei; siehe, da war er dahin. Ich fragte nach ihm; doch ward er nirgends gefunden.

37,37 Bleibe fromm und halte dich recht; denn einem solchen wird es zuletzt gut gehen.

37,38 Die Übertreter aber werden miteinander vertilgt, und die Torahlosen werden zuletzt ausgerottet.

37,39 Aber Haschem hilft den Gerechten, er ist ihre Stärke in der Not.

37,40 Und Haschem wird ihnen beistehen und sie erretten; er wird sie von den Torahlosen erretten und ihnen helfen; denn sie trauen auf ihn.

Tehillim 38

38,1 EIN TEHILLIM DAWIDS, ZUM GEDENK OPFER.

38,2 Haschem, strafe mich nicht in deinem Zorn und züchtige mich nicht in deinem Grimm!

38,3 Denn deine Pfeile stecken in mir, und deine Hand drückt mich.

38,4 Es ist nichts Gesundes an meinem Leibe wegen deines Drohens und ist nichts Gesundes an meinen Gebeinen wegen meiner Sünde.

38,5 Denn meine Sünden gehen über mein Haupt; wie eine schwere Last sind sie mir zu schwer geworden.

38,6 Meine Wunden stinken und eitern um meiner Torheit willen.

38,7 Ich gehe krumm und sehr gebückt; den ganzen Tag gehe ich traurig einher.

38,8 Denn meine Lenden sind ganz verdorrt; es ist nichts Gesundes an meinem Leibe.

38,9 Ich bin matt geworden und ganz zerschlagen; ich schreie vor Unruhe meines Herzens.

38,10 Haschem, du kennst all mein Begehren, und mein Seufzen ist dir nicht verborgen.

38,11 Mein Herz erbebt, meine Kraft hat mich verlassen, und das Licht meiner Augen ist auch dahin.

38,12 Meine Lieben und Freunde scheuen zurück vor meiner Plage, und meine Nächsten halten sich ferne.

38,13 Die mir nach dem Leben trachten, stellen mir nach; und die mein Unglück suchen, bereden, wie sie mir schaden; sie sinnen auf Trug den ganzen Tag.

38,14 Ich bin wie taub und höre nicht, und wie ein Stummer, der seinen Mund nicht auftut.

38,15 Ich muß sein wie einer, der nicht hört und keine Widerrede in seinem Munde hat.

38,16 Aber ich harre, auf dich Haschem; du, wirst erhören.

38,17 Denn ich denke: Daß sie sich ja nicht über mich freuen! Wenn mein Fuß wankte, würden sie sich hoch rühmen wider mich.

38,18 Denn ich bin dem Fallen nahe, und mein Schmerz ist immer vor mir.

38,19 So bekenne ich denn meine Missetat und sorge mich wegen meiner Sünde.

38,20 Aber meine Feinde leben und sind mächtig; die mich zu Unrecht hassen, derer sind viele.

38,21 Die mir Gutes mit Bösem vergelten, feinden mich an, weil ich mich an das Gute halte.

38,22 Verlaß mich nicht, Haschem, sei nicht ferne von mir! 38,23 Eile, mir beizustehen, Haschem, du meine Hilfe!

Tehillim 39

39,1 EIN TEHILLIM DAWIDS, VORZUSINGEN, FÜR JEDUTUN.

39,2 Ich habe mir vorgenommen: Ich will mich hüten, daß ich nicht sündige mit meiner Zunge; ich will meinem Mund einen Zaum anlegen, solange ich den Torahlosen vor mir sehen muß.

39,3 Ich bin verstummt und still und schweige fern der Freude und muß mein Leid in mich fressen.

39,4 Mein Herz ist entbrannt in meinem Leibe; wenn ich daran denke, brennt es wie Feuer. So rede ich denn mit meiner Zunge:

39,5 «Haschem, lehre mich doch, daß es ein Ende mit mir haben muß und mein Leben ein Ziel hat und ich davon muß.

39,6 Siehe, meine Tage sind eine Handbreit bei dir, und mein Leben ist wie nichts vor dir. WIE GAR NICHTS SIND ALLE MENSCHEN, DIE DOCH SO SICHER LEBEN! SELA.

39,7 Sie gehen daher wie ein Schatten und machen sich viel vergebliche Unruhe; sie sammeln und wissen nicht, wer es einbringen wird.»

39,8 Nun, Haschem, wessen soll ich mich trösten? Ich hoffe auf dich.

39,9 Errette mich aus aller meiner Sünde und laß mich nicht den Narren zum Spott werden.

39,10 Ich will schweigen und meinen Mund nicht auftun; denn du hast es getan.

39,11 Wende deine Plage von mir; ich vergehe, weil deine Hand nach mir greift.

39,12 Wenn du den Menschen züchtigst um der Sünde willen, so verzehrst du seine Schönheit wie Motten ein Kleid. WIE GAR NICHTS SIND DOCH ALLE MENSCHEN. SELA.

39,13 Höre mein Gebet, Haschem, und vernimm mein Schreien, schweige nicht zu meinen Tränen; denn ich bin ein Gast bei dir, ein Fremdling wie alle meine Väter.

39,14 Laß ab von mir, daß ich mich erquicke, ehe ich dahinfahre und nicht mehr bin.

Tehillim 40

40,1 EIN TEHILLIM DAWIDS, VORZUSINGEN.

40,2 Ich harrte Haschem’s, und er neigte sich zu mir und hörte mein Schreien.

40,3 Er zog mich aus der grausigen Grube, aus lauter Schmutz und Schlamm, und stellte meine Füße auf einen Fels, daß ich sicher treten kann;

40,4 er hat mir ein neues Lied in meinen Mund gegeben, zu loben unsern Haschem. Das werden viele sehen und sich fürchten und auf Haschem hoffen.

40,5 Wohl dem, der seine Hoffnung setzt auf Haschem und sich nicht wendet zu den Hoffärtigen und denen, die mit Lügen umgehen!

40,6 Haschem, mein Haschem, groß sind deine Wunder und deine Gedanken, die du an uns beweisest; dir ist nichts gleich! Ich will sie verkündigen und davon sagen, wiewohl sie nicht zu zählen sind.

40,7 Schlachtopfer und Speisopfer gefallen dir nicht, aber die Ohren hast du mir aufgetan. Du willst weder Brandopfer noch Sündopfer.

40,8 Da sprach ich: Siehe, ich komme; im Buch ist von mir geschrieben:

40,9 Deinen Willen, mein Haschem, tue ich gern, und dein Gesetz hab ich in meinem Herzen.

40,10 Ich verkündige Gerechtigkeit in der großen Gemeinde. Siehe, ich will mir meinen Mund nicht stopfen lassen; Haschem, das weißt du.

40,11 Deine Gerechtigkeit verberge ich nicht in meinem Herzen; von deiner Wahrheit und von deinem Wohl rede ich. Ich verhehle deine Güte und Treue nicht vor der großen Gemeinde.

40,12 Du aber, Haschem, wollest deine Barmherzigkeit nicht von mir wenden; laß deine Güte und Treue allewege mich behüten.

40,13 Denn es haben mich umgeben Leiden ohne Zahl. Meine Sünden haben mich ereilt; ich kann sie nicht überblicken. Ihrer sind mehr als Haare auf meinem Haupt, und mein Herz ist verzagt.

40,14 Laß dir's gefallen, Haschem, mich zu erretten; eile, Haschem, mir zu helfen!

40,15 Schämen sollen sich und zuschanden werden, die mir nach dem Leben trachten, mich umzubringen. Es sollen zurückweichen und zuschanden werden, dir mir mein Unglück gönnen.

40,16 Sie sollen in ihrer Schande erschrecken, die über mich schreien: Da, da!

40,17 Laß deiner sich freuen und fröhlich sein alle, die nach dir fragen; und die dein Wohl lieben, laß allewege sagen: Haschem sei hoch gelobt!

40,18 Denn ich bin arm und elend: Haschem aber sorgt für mich. Du bist mein Helfer und Erretter; mein Haschem, säume doch nicht!

Tehillim 41

41,1 EIN TEHILLIM DAWIDS, VORZUSINGEN.

41,2 Wohl dem, der sich des Schwachen annimmt! Den wird Haschem erretten zur bösen Zeit.

41,3 Haschem wird ihn bewahren und beim Leben erhalten und es ihm lassen wohlgehen auf Erden und ihn nicht preisgeben dem Willen seiner Feinde.

41,4 Haschem wird ihn erquicken auf seinem Lager; du hilfst ihm auf von aller seiner Krankheit.

41,5 Ich sprach: Haschem, sei mir gnädig! Reinige mich; denn ich habe an dir gesündigt.

41,6 Meine Feinde reden Arges wider mich: «Wann wird er sterben und sein Name vergehen?»

41,7 Sie kommen, nach mir zu schauen, und meinen's doch nicht von Herzen; sondern sie suchen etwas, daß sie lästern können, gehen hin und tragen's hinaus auf die Gasse.

41,8 Alle, die mich hassen, flüstern miteinander über mich und denken Böses über mich:

41,9 Unglück ist über ihn ausgegossen; wer so daliegt, wird nicht wieder aufstehen.

41,10 Auch mein Freund, dem ich vertraute, der mein Brot aß, tritt mich mit Füßen.

41,11 Du aber, Haschem, sei mir gnädig und hilf mir auf, so will ich ihnen vergelten.

41,12 Daran merke ich, daß du Gefallen an mir hast, daß mein Feind über mich nicht frohlocken wird.

41,13 Mich aber hältst du um meiner Frömmigkeit willen und stellst mich vor dein Angesicht für ewig.

41,14 Gelobt sei Haschem, Haschem Yisraels, von Ewigkeit zu Ewigkeit! HalleluYah

Tehillim 42

42,1 EINE UNTERWEISUNG DER SÖHNE KORACH, VORZUSINGEN.

42,2 Wie der Hirsch lechzt nach frischem Wasser, so schreit meine Seele, Haschem, zu dir.

42,3 Meine Seele dürstet nach Haschem, nach dem lebendigen Haschem. Wann werde ich dahin kommen, daß ich Haschem Angesicht schaue?

42,4 Meine Tränen sind meine Speise Tag und Nacht, weil man täglich zu mir sagt: Wo ist nun dein Haschem?

42,5 Daran will ich denken und ausschütten mein Herz bei mir selbst: wie ich einherzog in großer Schar, mit ihnen zu wallen zum Hause Haschem mit Frohlocken und Danken in der Schar derer, die da feiern.

42,6 WAS BETRÜBST DU DICH, MEINE SEELE, UND BIST SO UNRUHIG IN MIR? HARRE AUF Haschem; DENN ICH WERDE IHM NOCH DANKEN, DASS ER MEINES ANGESICHTS HILFE UND MEIN Haschem IST.

42,7 Mein Haschem, betrübt ist meine Seele in mir, darum gedenke ich an dich aus dem Land am Jordan und Hermon, vom Berge Misar.

42,8 Deine Fluten rauschen daher, und eine Tiefe ruft die andere; alle deine Wasserwogen und Wellen gehen über mich.

42,9 Am Tage sendet Haschem seine Güte, und des Nachts singe ich ihm und bete zu dem Haschem meines Lebens.

42,10 Ich sage zu Haschem, meinem Fels: Warum hast du mich vergessen? Warum muß ich so traurig gehen, wenn mein Feind mich dränget?

42,11 Es ist wie Mord in meinen Gebeinen, wenn mich meine Feinde schmähen und täglich zu mir sagen: Wo ist nun dein Haschem?

42,12 WAS BETRÜBST DU DICH, MEINE SEELE, UND BIST SO UNRUHIG IN MIR? HARRE AUF Haschem; DENN ICH WERDE IHM NOCH DANKEN, DASS ER MEINES ANGESICHTS HILFE UND MEIN Haschem IST.

Tehillim 43

43,1 Haschem, schaffe mir Recht und führe meine Sache wider das unbeugsame Volk und errette mich von den falschen und bösen Leuten!

43,2 Denn du bist Haschem meiner Stärke: Warum hast du mich verstoßen? Warum muß ich so traurig gehen, wenn mein Feind mich dränget?

43,3 Sende dein Licht und deine Wahrheit, daß sie mich leiten und bringen zu deinem geweihtem Berg und zu deiner Wohnung,

43,4 daß ich hineingehe zum Altar HaschemS, zu Haschem, der meine Freude und Wonne ist, und dir, Haschem, auf der Harfe danke, mein Haschem.

43,5 WAS BETRÜBST DU DICH, MEINE SEELE, UND BIST SO UNRUHIG IN MIR? HARRE AUF Haschem; DENN ICH WERDE IHM NOCH DANKEN, DASS ER MEINES ANGESICHTS HILFE UND MEIN Haschem IST.

Tehillim 44

44,1 EINE UNTERWEISUNG DER SÖHNE KORACH, VORZUSINGEN.

44,2 Haschem, wir haben mit unsern Ohren gehört, unsre Väter haben's uns erzählt, was du getan hast zu ihren Zeiten, in alten Tagen.

44,3 Du hast mit deiner Hand die Heiden vertrieben, sie aber hast du eingesetzt; du hast die Völker zerschlagen, sie aber hast du ausgebreitet.

44,4 Denn sie haben das Land nicht eingenommen durch ihr Schwert, und ihr Arm half ihnen nicht, sondern deine Rechte, dein Arm und das Licht deines Angesichts; denn du hattest Wohlgefallen an ihnen.

44,5 Du bist es, mein König und mein Haschem, der du Jakob Hilfe verheißest.

44,6 Durch dich wollen wir unsre Feinde zu Boden stoßen, in deinem Namen niedertreten, die sich gegen uns erheben.

44,7 Denn ich verlasse mich nicht auf meinen Bogen, und mein Schwert kann mir nicht helfen;

44,8 sondern du hilfst uns von unsern Feinden und machst zuschanden, die uns hassen.

44,9 Täglich rühmen wir uns Haschemes und preisen deinen Namen ewiglich. SELA.

44,10 Warum verstößest du uns denn nun und lässest uns zuschanden werden und ziehst nicht aus mit unserm Heer?

44,11 Du lässest uns fliehen vor unserm Feind, daß uns berauben, die uns hassen.

44,12 Du gibst uns dahin wie Schlachtschafe und zerstreust uns unter die Heiden.

44,13 Du verkaufst dein Volk um ein Nichts und hast mit ihrem Kaufgeld nichts gewonnen.

44,14 Du machst uns zur Schmach bei unsern Nachbarn, zu Spott und Hohn bei denen, die um uns her sind.

44,15 Du machst uns zum Sprichwort unter den Heiden, läßt die Völker das Haupt über uns schütteln.

44,16 Täglich ist meine Schmach mir vor Augen, und mein Antlitz ist voller Scham,

44,17 weil ich sie höhnen und lästern höre und muß die Feinde und Rachgierigen sehen.

44,18 Dies alles ist über uns gekommen; und wir haben doch dich nicht vergessen, an deinem Bund nicht untreu gehandelt.

44,19 Unser Herz ist nicht abgefallen noch unser Schritt gewichen von deinem Weg,

44,20 daß du uns so zerschlägst am Ort der Schakale und bedeckst uns mit Finsternis.

44,21 Wenn wir den Namen Haschem vergessen hätten und unsre Hände aufgehoben zum fremden Elohim:

44,22 würde das Haschem nicht erforschen? Er kennt ja unsres Herzens Grund.

44,23 Doch um deinetwillen werden wir täglich getötet und sind geachtet wie Schlachtschafe.

44,24 Wache auf, Haschem! Warum schläfst du? Werde wach und verstoß uns nicht für immer!

44,25 Warum verbirgst du dein Antlitz, vergissest unser Elend und unsre Drangsal?

44,26 Denn unsre Seele ist gebeugt zum Staube, unser Leib liegt am Boden.

44,27 Mache dich auf, hilf uns und erlöse uns um deiner Güte willen!

Tehillim 45

45,1 EINE UNTERWEISUNG DER SÖHNE KORACH, VORZUSINGEN, NACH DER WEISE «LILIEN», EIN BRAUTLIED.

45,2 Mein Herz dichtet ein feines Lied, einem König will ich es singen; meine Zunge ist ein Griffel eines guten Schreibers:

45,3 Du bist der Schönste unter den Menschenkindern, voller Huld sind deine Lippen; wahrlich, Haschem hat dich gesegnet für ewig.

45,4 Gürte dein Schwert an die Seite, du Held, und schmücke dich Herrlich!

45,5 Es möge dir gelingen in deiner Herrlichkeit. Zieh einher für die Wahrheit in Sanftmut und Gerechtigkeit, so wird deine rechte Hand Wunder vollbringen.

45,6 Scharf sind deine Pfeile, daß Völker vor dir fallen; sie dringen ins Herz der Feinde des Königs.

45,7 Haschem, dein Thron bleibt immer und ewig; das Zepter deines Reichs ist ein gerechtes Zepter.

45,8 Du liebst Gerechtigkeit und hassest Torahloses Treiben; darum hat dich Haschem, gesalbt mit Freudenöl wie keinen deinesgleichen.

45,9 Deine Kleider sind lauter Myrrhe, Aloe und Kassia; aus Elfenbeinpalästen erfreut dich Saitenspiel.

45,10 In deinem Schmuck gehen Töchter von Königen; die Braut steht zu deiner Rechten in Goldschmuck aus Ofir.

45,11 Höre, Tochter, sieh und neige dein Ohr: Vergiß dein Volk und dein Vaterhaus!

45,12 Den König verlangt nach deiner Schönheit; denn er ist dein Haschem, und du sollst ihm huldigen.

45,13 Die Tochter Tyrus kommt mit Geschenken; die Reichen im Volk suchen deine Gunst.

45,14 Die Königstochter ist mit Perlen geschmückt; sie ist mit goldenen Gewändern bekleidet.

45,15 Man führt sie in gestickten Kleidern zum König; Jungfrauen folgen ihr, ihre Gespielinnen führt man zu dir.

45,16 Man führt sie hin mit Freude und Jubel; sie ziehen ein in des Königs Palast.

45,17 An deiner Väter Statt werden deine Söhne sein; die wirst du zu Fürsten setzen in aller Welt.

45,18 Ich will deinen Namen kundmachen von Kind zu Kindeskind; darum werden dir danken die Völker immer und ewig.

Tehillim 46

46,1 EIN LIED DER SÖHNE KORACH, VORZUSINGEN, NACH DER WEISE «JUNGFRAUEN».

46,2 Haschem ist unsre Zuversicht und Stärke, eine Hilfe in den großen Nöten, die uns getroffen haben.

46,3 Darum fürchten wir uns nicht, wenngleich die Welt unterginge und die Berge mitten ins Meer sänken,

46,4 wenngleich das Meer wütete und wallte und von seinem Ungestüm die Berge einfielen. SELA. * *Vermutlich stand der Kehrvers von Vers 8 und 12 auch an dieser Stelle.

46,5 Dennoch soll die Stadt Haschem fein lustig bleiben mit ihren Brünnlein, da die geweihten Wohnungen des Höchsten sind. *

46,6 Haschem ist bei ihr drinnen, darum wird sie fest bleiben; Haschem hilft ihr früh am Morgen.

46,7 Die Heiden müssen verzagen und die Königreiche fallen, das Erdreich muß vergehen, wenn er sich hören läßt.

46,8 Haschem IST MIT UNS, Haschem JAKOBS IST UNSER SCHUTZ. SELA.

46,9 Kommt her und schauet die Werke Haschem’s, der auf Erden solch ein Zerstören anrichtet,

46,10 der den Kriegen steuert in aller Welt, der Bogen zerbricht, Spieße zerschlägt und Wagen mit Feuer verbrennt.

46,11 Seid stille und erkennet, daß ich Haschem bin! Ich will der Höchste sein unter den Heiden, der Höchste auf Erden.

46,12 Haschem IST MIT UNS, Haschem JAKOBS IST UNSER SCHUTZ. SELA.

Tehillim 47

47,1 EIN TEHILLIM DER SÖHNE KORACH, VORZUSINGEN.

47,2 Schlagt froh in die Hände, alle Völker, und jauchzet Haschem mit fröhlichem Schall!

47,3 Denn Haschem, der Allerhöchste, ist würdig, ein großer König über die ganze Erde.

47,4 Er beugt die Völker unter uns und Völkerschaften unter unsere Füße.

47,5 Er erwählt uns unser Erbteil, die Herrlichkeit Jakobs, den er lieb hat. SELA.

47,6 Haschem fährt auf unter Jauchzen, Haschem beim Hall der Posaune.

47,7 Lobsinget, lobsinget Haschem, lobsinget, lobsinget unserm Könige!

47,8 Denn Haschem ist König über die ganze Erde; lobsinget ihm mit Tehillim!

47,9 Haschem ist König über die Völker, Haschem sitzt auf seinem qodeh Thron.

47,10 Die Fürsten der Völker sind versammelt als Volk Haschem’s Abrahams; denn Haschem gehören die Starken auf Erden; er ist hoch erhaben.

Tehillim 48

48,1 EIN TEHILLIMLIED DER SÖHNE KORACH.

48,2 Groß ist Haschem und hoch zu rühmen in der Stadt unsres Haschem, auf seinem geweihten Berge.

48,3 Schön ragt empor der Berg Zion, daran sich freut die ganze Welt, fern im Norden, die Stadt des großen Königs.

48,4 Haschem ist in ihren Palästen, er ist bekannt als Schutz.

48,5 Denn siehe, Könige waren versammelt und miteinander herangezogen.

48,6 Sie haben sich verwundert, als sie solches sahen; sie haben sich entsetzt und sind davongestürzt.

48,7 Zittern hat sie da erfaßt, Angst wie eine Gebärende.

48,8 Du zerbrichst die großen Schiffe durch den Sturm vom Osten.

48,9 Wie wir es gehört haben, so sehen wir es an der Stadt Haschem’s Zebaoth, an der Stadt unsres Haschem: Haschem erhält sie ewiglich. SELA.

48,10 Haschem, wir gedenken deiner Güte in deinem Tempel.

48,11 Haschem, wie dein Name, so ist auch dein Ruhm bis an der Welt Enden.

48,12 Dessen freue sich der Berg Zion, und die Töchter Juda seien fröhlich, weil du recht richtest.

48,13 Ziehet um Zion herum und umschreitet es, zählt seine Türme;

48,14 habt gut acht auf seine Mauern, durchwandert seine Paläste, daß ihr den Nachkommen davon erzählt:

48,15 Wahrlich, das ist Haschem, unser Haschem für immer und ewig. Er ist's, der uns führet.

Tehillim 49

49,1 EIN TEHILLIM DER SÖHNE KORACH, VORZUSINGEN, NACH DER WEISE «JUGEND».

49,2 Höret zu, alle Völker; merket auf, alle, die in dieser Zeit leben,

49,3 einfache Leute und Herren, reich und arm, miteinander!

49,4 Mein Mund soll Weisheit reden, und was mein Herz sagt, soll verständig sein.

49,5 Ich will einem Spruch mein Ohr neigen und mein Rätselwort kundtun beim Klang der Harfe.

49,6 Warum sollte ich mich fürchten in bösen Tagen, wenn mich die Missetat meiner Widersacher umgibt,

49,7 die sich verlassen auf Hab und Gut und pochen auf ihren großen Reichtum?

49,8 Kann doch keiner einen andern auslösen oder für ihn an Haschem ein Sühnegeld geben

49,9 - denn es kostet zuviel, ihr Leben auszulösen; er muß davon abstehen ewiglich,

49,10 damit er immer weiterlebe und die Grube nicht sehe.

49,11 Nein, er wird sehen: auch die Weisen sterben, so wie die Toren und Narren umkommen; sie müssen ihr Gut andern lassen.

49,12 Gräber sind ihr Haus immerdar, ihre Wohnung für und für, und doch hatten sie große Ehre auf Erden.

49,13 EIN MENSCH IN SEINER HERRLICHKEIT KANN NICHT BLEIBEN, SONDERN MUSS DAVON WIE DAS VIEH.

49,14 Dies ist der Weg derer, die so voll Torheit sind, und das Ende aller, denen ihr Gerede so wohl gefällt. SELA.

49,15 Sie liegen bei den Toten wie Schafe, der Tod weidet sie; aber die Frommen werden gar bald über sie herrschen, und ihr Trotz muß vergehen; bei den Toten müssen sie bleiben.

49,16 Aber Haschem wird mich erlösen aus des Todes Gewalt; denn er nimmt mich auf. SELA.

49,17 Laß es dich nicht anfechten, wenn einer reich wird, wenn die Herrlichkeit seines Hauses groß wird.

49,18 Denn er wird nichts bei seinem Sterben mitnehmen, und seine Herrlichkeit wird ihm nicht nachfahren.

49,19 Er freut sich wohl dieses guten Lebens, und man preist dich, wenn es dir gut geht.

49,20 Aber doch fahren sie ihren Vätern nach und sehen das Licht nimmermehr.

49,21 EIN MENSCH IN SEINER HERRLICHKEIT KANN NICHT BLEIBEN, SONDERN MUSS DAVON WIE DAS VIEH.

Tehillim 50

50,1 EIN TEHILLIM ASAFS. Haschem, Haschem, der Mächtige, redet und ruft der Welt zu vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Niedergang.

50,2 Aus Zion bricht an der schöne Glanz Haschem.

50,3 Unser Haschem kommt und schweiget nicht. Fressendes Feuer geht vor ihm her und um ihn her ein mächtiges Wetter.

50,4 Er ruft Himmel und Erde zu, daß er sein Volk richten wolle:

50,5 «Versammelt mir meine Frommen, die den Bund mit mir schlossen beim Opfer. »

50,6 Und die Himmel werden seine Gerechtigkeit verkünden; denn Haschem selbst ist Richter. SELA.

50,7 «Höre, mein Volk, laß mich reden; Yisrael, ich will wider dich zeugen: Ich, Haschem, bin dein Haschem.

50,8 Nicht deiner Opfer wegen klage ich dich an - sind doch deine Brandopfer täglich vor mir.

50,9 Ich will von deinem Hause Stiere nicht nehmen noch Böcke aus deinen Ställen.

50,10 Denn alles Wild im Walde ist mein und die Tiere auf den Bergen zu Tausenden.

50,11 Ich kenne alle Vögel auf den Bergen; und was sich regt auf dem Felde, ist mein.

50,12 Wenn mich hungerte, wollte ich dir nicht davon sagen; denn der Erdkreis ist mein und alles, was darauf ist.

50,13 Meinst du, daß ich Fleisch von Stieren essen wolle oder Blut von Böcken trinken?

50,14 Opfere Haschem Dank und erfülle dem Höchsten deine Gelübde

50,15 und rufe mich an in der Not, so will ich dich erretten, und du sollst mich preisen. »

50,16 Aber zum Torahlosen spricht Haschem: «Was hast du von meinen Geboten zu reden und nimmst meinen Bund in deinen Mund,

50,17 da du doch Zucht hassest und wirfst meine Worte hinter dich?

50,18 Wenn du einen Dieb siehst, so läufst du mit ihm und hast Gemeinschaft mit den Ehebrechern.

50,19 Deinen Mund läßest du Böses reden, und deine Zunge treibt Falschheit.

50,20 Du sitzest und redest wider deinen Bruder; deiner Mutter Sohn verleumdest du.

50,21 Das tust du, und ich schweige; da meinst du, ich sei so wie du. Aber ich will dich zurechtweisen und es dir vor Augen stellen.

50,22 Begreift es doch, die ihr Haschem vergesset, damit ich nicht hinraffe, und kein Retter ist da!

50,23 Wer Dank opfert, der preiset mich, und da ist der Weg, daß ich ihm zeige das Wohlergehen Haschem.»

 

 
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