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Tehillim 51 - 75

DIE PSALMEN

Tehillim 51

51,1 EIN PSALM DAWIDS, VORZUSINGEN,

51,2 ALS DER PROPHET NATHAN ZU IHM KAM, NACHDEM ER ZU BATSEBA EINGEGANGEN WAR.

51,3 Haschem, sei mir gnädig nach deiner Güte, und tilge meine Sünden nach deiner großen Barmherzigkeit.

51,4 Wasche mich rein von meiner Missetat, und reinige mich von meiner Sünde;

51,5 denn ich erkenne meine Missetat, und meine Sünde ist immer vor mir.

51,6 An dir allein habe ich gesündigt und übel vor dir getan, auf daß du recht behaltest in deinen Worten und rein dastehst, wenn du richtest.

51,7 Siehe, ich bin als Sünder geboren, und meine Mutter hat mich in Sünden empfangen.

51,8 Siehe, dir gefällt Wahrheit, die im Verborgenen liegt, und im Geheimen tust du mir Weisheit kund.

51,9 Entsündige mich mit Ysop, daß ich rein werde; wasche mich, daß ich schneeweiß werde.

51,10 Laß mich hören Freude und Wonne, daß die Gebeine fröhlich werden, die du zerschlagen hast.

51,11 Verbirg dein Antlitz vor meinen Sünden, und tilge alle meine Missetat.

51,12 Schaffe in mir, Haschem, ein reines Herz, und gib mir einen neuen, beständigen Geist.

51,13 Verwirf mich nicht von deinem Angesicht, und nimm deinen Geist nicht von mir.

51,14 Erfreue mich wieder mit deiner Hilfe, und mit einem willigen Geist rüste mich aus.

51,15 Ich will die Übertreter deine Wege lehren, daß sich die Sünder zu dir bekehren.

51,16 Errette mich von Blutschuld, Haschem, der du meine Rettung bist, daß meine Zunge deine Gerechtigkeit rühme.

51,17 Haschem, tu meine Lippen auf, daß mein Mund deinen Ruhm verkündige.

51,18 Denn Schlachtopfer willst du nicht, ich wollte sie dir sonst geben, und Brandopfer gefallen dir nicht.

51,19 Die Opfer, die Haschem gefallen, sind ein geängsteter Geist, ein geängstetes, zerschlagenes Herz wirst du, Haschem, nicht verachten.

51,20 Tu wohl an Zion nach deiner Gnade, baue die Mauern zu Jerusalem.

51,21 Dann werden dir gefallen rechte Opfer, Brandopfer und Ganzopfer; dann wird man Stiere auf deinem Altar opfern.

Tehillim 52

52,1 EINE UNTERWEISUNG DAWIDS, VORZUSINGEN,

52,2 ALS DOEG, DER EDOMITER, KAM UND ZEIGTE ES SAUL AN UND SPRACH: DAWID IST IN AHIMELECHS HAUS GEKOMMEN.

52,3 Was rühmst du dich der Bosheit, du Tyrann, da doch Haschem Güte noch täglich währt?

52,4 Deine Zunge trachtet nach Schaden wie ein scharfes Schermesser, du Betrüger!

52,5 Du liebst das Böse mehr als das Gute und redest lieber Falsches als Rechtes. SELA.

52,6 Du redest gern alles, was zum Verderben dient, mit falscher Zunge.

52,7 Darum wird dich auch Haschem für immer zerstören, dich zerschlagen und aus deinem Zelte reißen und aus dem Lande der Lebendigen ausrotten. SELA.

52,8 Und die Gerechten werden es sehen und sich fürchten und werden seiner lachen:

52,9 «Siehe, das ist der Mann, der nicht auf Haschem sein Vertrauen setzte, sondern verließ sich auf seinen großen Reichtum und war mächtig, Schaden zu tun.»

52,10 Ich aber werde bleiben wie ein grünender Ölbaum im Hause Haschem's; ich verlasse mich auf Haschem's Güte immer und ewig.

52,11 Ich will dir danken ewiglich, denn du hast es getan. Ich will harren auf deinen Namen vor deinen Frommen, denn du bist gütig.

Tehillim 53

53,1 EINE UNTERWEISUNG DAWIDS, VORZUSINGEN, ZUM REIGENTANZ.

53,2 Die Toren sprechen in ihrem Herzen: «Es ist kein Haschem.» Sie taugen nichts; ihr Freveln ist ein Greuel; da ist keiner, der Gutes tut.

53,3 Haschem schaut vom Himmel auf die Menschenkinder, daß er sehe, ob jemand klug sei und nach Haschem frage.

53,4 Aber sie sind alle abgefallen und allesamt verdorben; da ist keiner, der Gutes tut, auch nicht einer.

53,5 Wollen denn die Übeltäter sich nichts sagen lassen, die mein Volk fressen, daß sie sich nähren, Haschem aber rufen sie nicht an?

53,6 Sie fürchten sich da, wo nichts zu fürchten ist; doch Haschem zerstreut die Gebeine derer, die dich bedrängen. Du machst sie zuschanden, denn Haschem hat sie verworfen.

53,7 Ach daß die Hilfe aus Zion über Yisrael käme und Haschem sein gefangenes Volk erlöste! So würde Jakob sich freuen und Yisrael fröhlich sein.

Tehillim 54

54,1 EINE UNTERWEISUNG DAWIDS, VORZUSINGEN, BEIM SAITENSPIEL,

54,2 ALS DIE MÄNNER VON SIF KAMEN UND ZU SAUL SPRACHEN: DAWID HÄLT SICH BEI UNS VERBORGEN.

54,3 Hilf mir, Haschem, durch deinen Namen und schaffe mir Recht durch deine Kraft.

54,4 Haschem, erhöre mein Gebet, vernimm die Rede meines Mundes.

54,5 Denn Stolze erheben sich gegen mich, und Gewalttäter trachten mir nach dem Leben; sie haben Haschem nicht vor Augen. SELA.

54,6 Siehe, Haschem steht mir bei, Haschem erhält mein Leben.

54,7 Er wird die Bosheit meinen Feinden vergelten. Vertilge sie um deiner Treue willen!

54,8 So will ich dir ein Freudenopfer bringen und deinen Namen, Haschem, preisen, daß er so tröstlich ist.

54,9 Denn du errettest mich aus aller meiner Not, daß mein Auge auf meine Feinde herabsieht.

Tehillim 55

55,1 EINE UNTERWEISUNG DAWIDS, VORZUSINGEN, BEIM SAITENSPIEL.

55,2 Haschem, höre mein Gebet und verbirg dich nicht vor meinem Flehen.

55,3 Merke auf mich und erhöre mich, wie ich so ruhelos klage und heule,

55,4 da der Feind so schreit und der Torahlose mich bedrängt; denn sie wollen Unglück über mich bringen und sind mir heftig gram.

55,5 Mein Herz ängstet sich in meinem Leibe, und Todesfurcht ist auf mich gefallen.

55,6 Furcht und Zittern ist über mich gekommen, und Grauen hat mich überfallen.

55,7 Ich sprach: O hätte ich Flügel wie Tauben, daß ich wegflöge und Ruhe fände!

55,8 Siehe, so wollte ich in die Ferne fliehen und in der Wüste bleiben. SELA.

55,9 Ich wollte eilen, daß ich entrinne vor dem Sturmwind und Wetter.

55,10 Mache ihre Zunge uneins, Haschem, und verwirre sie; denn ich sehe Frevel und Hader in der Stadt.

55,11 Das geht Tag und Nacht um auf ihren Mauern, und Mühsal und Unglück ist drinnen.

55,12 Verderbnis regiert darin, Lügen und Trügen weicht nicht aus ihren Gassen.

55,13 Wenn mein Feind mich schmähte, wollte ich es ertragen; wenn einer, der mich haßt, groß tut wider mich, wollte ich mich vor ihm verbergen.

55,14 Aber nun bist du es, mein Gefährte, mein Freund und mein Vertrauter,

55,15 die wir freundlich miteinander waren, die wir in Haschem's Haus gingen inmitten der Menge!

55,16 Der Tod übereile sie, daß sie lebendig zu den Toten fahren; denn es ist lauter Bosheit bei ihnen.

55,17 Ich aber will zu Haschem rufen, und Haschem wird mir helfen.

55,18 Abends und morgens und mittags will ich klagen und heulen; so wird er meine Stimme hören.

55,19 Er erlöst mich von denen, die an mich wollen, und schafft mir Ruhe; denn ihrer sind viele wider mich.

55,20 Haschem wird hören und sie demütigen, der allewege bleibet. SELA. Denn sie werden nicht anders und wollen Haschem nicht fürchten.

55,21 Sie legen ihre Hände an ihre Freunde und entweihen ihren Bund.

55,22 Ihr Mund ist glatter als Butter, und haben doch Krieg im Sinn; ihre Worte sind linder als Öl und sind doch gezückte Schwerter.

55,23 Wirf dein Anliegen auf den Haschem; der wird dich versorgen und wird den Gerechten in Ewigkeit nicht wanken lassen.

55,24 Und du, Haschem, wirst sie hinunterstoßen in die tiefe Grube. Die Blutgierigen und Falschen werden ihr Leben nicht bis zur Hälfte bringen. Ich aber hoffe auf dich.

Tehillim 56

56,1 EIN GÜLDENES KLEINOD DAWIDS, VORZUSINGEN, NACH DER WEISE «DIE STUMME TAUBE UNTER DEN FREMDEN», ALS IHN DIE PHILISTER IN GAT ERGRIFFEN HATTEN.

56,2 Haschem, sei mir gnädig, denn Menschen stellen mir nach; täglich bekämpfen und bedrängen sie mich.

56,3 Meine Feinde stellen mir täglich nach; denn viele kämpfen gegen mich voll Hochmut.

56,4 Wenn ich mich fürchte, so hoffe ich auf dich.

56,5 ICH WILL Haschem'S WORT RÜHMEN; AUF Haschem WILL ICH HOFFEN UND MICH NICHT FÜRCHTEN. WAS KÖNNEN MIR MENSCHEN TUN?

56,6 Täglich fechten sie meine Sache an; alle ihre Gedanken suchen mir Böses zu tun.

56,7 Sie rotten sich zusammen, sie lauern und haben acht auf meine Schritte, wie sie mir nach dem Leben trachten.

56,8 Sollten sie mit ihrer Bosheit entrinnen? Haschem, stoß diese Leute ohne alle Gnade hinunter!

56,9 Zähle die Tage meiner Flucht, sammle meine Tränen in deinen Krug; ohne Zweifel, du zählst sie.

56,10 Dann werden meine Feinde zurückweichen, wenn ich dich anrufe. Das weiß ich, daß du mein Haschem bist.

56,11 ICH WILL RÜHMEN Haschem'S WORT; ICH WILL RÜHMEN Haschem'S WORT.

56,12 AUF Haschem HOFFE ICH UND FÜRCHTE MICH NICHT; WAS KÖNNEN MIR MENSCHEN TUN?

56,13 Ich habe dir, Haschem, gelobt, daß ich dir danken will.

56,14 Denn du hast mich vom Tode errettet, meine Füße vom Gleiten, daß ich wandeln kann vor Haschem im Licht der Lebendigen.

Tehillim 57

57,1 EIN GÜLDENES KLEINOD DAWIDS, VORZUSINGEN, NACH DER WEISE «VERTILGE NICHT», ALS ER VOR SAUL IN DIE HÖHLE FLOH.

57,2 Sei mir gnädig, Haschem, sei mir gnädig! Denn auf dich traut meine Seele, und unter dem Schatten deiner Flügel habe ich Zuflucht, bis das Unglück vorübergehe.

57,3 Ich rufe zu Haschem, dem Allerhöchsten, zu Haschem, der meine Sache zum guten Ende führt.

57,4 Er sende vom Himmel und helfe mir von der Schmähung dessen, der mir nachstellt. SELA. Haschem sende seine Güte und Treue.

57,5 Ich liege mitten unter Löwen; verzehrende Flammen sind die Menschen, ihre Zähne sind Spieße und Pfeile und ihre Zungen scharfe Schwerter.

57,6 ERHEBE DICH, Haschem, ÜBER DEN HIMMEL UND DEINE HERRLICHKEIT ÜBER ALLE WELT!

57,7 Sie haben meinen Schritten ein Netz gestellt und meine Seele gebeugt; sie haben vor mir eine Grube gegraben - und fallen doch selbst hinein. SELA.

57,8 Mein Herz ist bereit, Haschem, mein Herz ist bereit, daß ich singe und lobe.

57,9 Wach auf, meine Seele, wach auf, Psalter und Harfe, ich will das Morgenrot wecken!

57,10 Haschem, ich will dir danken unter den Völkern, ich will dir lobsingen unter den Leuten.

57,11 Denn deine Güte reicht, so weit der Himmel ist, und deine Wahrheit, so weit die Wolken gehen.

57,12 ERHEBE DICH, Haschem, ÜBER DEN HIMMEL UND DEINE HERRLICHKEIT ÜBER ALLE WELT!

Tehillim 58

58,1 EIN GÜLDENS KLEINOD DAWIDS, VORZUSINGEN, NACH DER WEISE «VERTILGE NICHT».

58,2 Sprecht ihr in Wahrheit Recht, ihr Mächtigen? Richtet ihr in Gerechtigkeit die Menschenkinder?

58,3 Nein, mutwillig tut ihr Unrecht im Lande, und eure Hände treiben Frevel.

58,4 Die Torahlosen sind abtrünnig vom Mutterschoß an, die Lügner gehen irre von Mutterleib an.

58,5 Sie sind voller Gift wie eine giftige Schlange, wie eine taube Otter, die ihr Ohr verschließt,

58,6 daß sie nicht höre die Stimme des Zauberers, des Beschwörers, der gut beschwören kann.

58,7 Haschem, zerbrich ihnen die Zähne im Maul, zerschlage, Haschem, das Gebiß der jungen Löwen!

58,8 Sie werden vergehen wie Wasser, das verrinnt. Zielen sie mit ihren Pfeilen, so werden sie ihnen zerbrechen.

58,9 Sie gehen dahin, wie Wachs zerfließt, wie eine Fehlgeburt, die die Sonne nicht sieht.

58,10 Ehe eure Töpfe das Dornfeuer spüren, reißt alles der brennende Zorn hinweg.

58,11 Der Gerechte wird sich freuen, wenn er solche Vergeltung sieht, und wird seine Füße baden in des Torahlosen Blut;

58,12 und die Leute werden sagen: Ja, der Gerechte empfängt seine Frucht, ja, Haschem ist noch Richter auf Erden.

Tehillim 59

59,1 EIN GÜLDENES KLEINOD DAWIDS, VORZUSINGEN, NACH DER WEISE «VERTILGE NICHT», ALS SAUL HINSANDTE UND SEIN HAUS BEWACHEN LIESS, UM IHN ZU TÖTEN.

59,2 Errette mich, mein Haschem, von meinen Feinden und schütze mich vor meinen Widersachern.

59,3 Errette mich von den Übeltätern und hilf mir von den Blutgierigen!

59,4 Denn siehe, Haschem, sie lauern mir auf; Starke rotten sich wider mich zusammen ohne meine Schuld und Missetat.

59,5 Ich habe nichts verschuldet; sie aber laufen herzu und machen sich bereit. Erwache, komm herbei und sieh darein!

59,6 Du, Haschem, Haschem Yisraels, wache auf und suche heim alle Völker! Sei keinem von ihnen gnädig, die so verwegene Übeltäter sind. SELA.

59,7 Jeden Abend kommen sie wieder, heulen wie die Hunde und laufen in der Stadt umher.

59,8 Siehe, sie geifern mit ihrem Maul; Schwerter sind auf ihren Lippen: «Wer sollte es hören?»

59,9 Aber du, Haschem, wirst ihrer lachen und aller Völker spotten.

59,10 MEINE STÄRKE, ZU DIR WILL ICH MICH HALTEN; DENN Haschem IST MEIN SCHUTZ.

59,11 Haschem er zeigt mir reichlich seine Güte, Haschem läßt mich auf meine Feinde herabsehen.

59,12 Bringe sie nicht um, daß es mein Volk nicht vergesse; zerstreue sie aber mit deiner Macht, Haschem, unser Schild, und stoß sie hinunter!

59,13 Das Wort ihrer Lippen ist nichts als Sünde; darum sollen sie sich fangen in ihrer Hoffart mit all ihren Flüchen und Lügen.

59,14 Vertilge sie ohne alle Gnade, vertilge sie, daß sie nicht mehr da sind! Laß sie innewerden, daß Haschem Herrscher ist in Jakob bis an die Enden der Erde. SELA.

59,15 Jeden Abend kommen sie wieder, heulen wie die Hunde und laufen in der Stadt umher.

59,16 Sie laufen hin und her nach Speise und murren, wenn sie nicht satt werden.

59,17 Ich aber will von deiner Macht singen und des Morgens rühmen deine Güte; denn du bist mir Schutz und Zuflucht in meiner Not.

59,18 MEINE STÄRKE, DIR WILL ICH LOBSINGEN; DENN Haschem IST MEIN SCHUTZ, MEIN GNÄDIGER Haschem.

Tehillim 60

60,1 EIN GÜLDENES KLEINOD DAWIDS, VORZUSINGEN, NACH DER WEISE «LILIE DES ZEUGNISSES», ZUR BELEHRUNG,

60,2 ALS ER MIT DEN ARAMÄERN VON MESOPOTAMIEN UND MIT DEN ARAMÄERN VON ZOBA KRIEG FÜHRTE; ALS JOAB UMKEHRTE UND DIE EDOMITER IM SALZTAL SCHLUG, ZWÖLFTAUSEND MANN.

60,3 Haschem, der du uns verstoßen und zerstreut hast und zornig warst, tröste uns wieder;

60,4 der du die Erde erschüttert und zerrissen hast, heile ihre Risse; denn sie wankt.

60,5 Du ließest deinem Volk Hartes widerfahren, du gabst uns einen Wein zu trinken, daß wir taumelten.

60,6 Du hast doch ein Zeichen gegeben denen, die dich fürchten, damit sie fliehen können vor dem Bogen. SELA.

60,7 Daß deine Freunde errettet werden, dazu hilf mit deiner Rechten und erhöre uns!

60,8 Haschem hat in seinem Miqdash geredet: Ich will frohlocken; ich will Sichem verteilen und das Tal Sukkot ausmessen;

60,9 Gilead ist mein, mein ist Manasse, Ephraim ist der Schutz meines Hauptes, Juda ist mein Zepter.

60,10 Moab ist mein Waschbecken, meinen Schuh werfe ich auf Edom, Philisterland, jauchze mir zu!

60,11 Wer wird mich führen in die feste Stadt? Wer geleitet mich nach Edom?

60,12 Wirst du es nicht tun, Haschem, der du uns verstoßen hast und ziehst nicht aus, Haschem, mit unserm Heer?

60,13 Schaff uns Beistand in der Not; denn Menschenhilfe ist nichts nütze.

60,14 Mit Haschem wollen wir Taten tun. Er wird unsre Feinde niedertreten.

Tehillim 61

61,1 VON DAWID , VORZUSINGEN, BEIM SAITENSPIEL.

61,2 Höre, Haschem, mein Schreien und merke auf mein Gebet!

61,3 Vom Ende der Erde rufe ich zu dir; denn mein Herz ist in Angst; du wollest mich führen auf einen hohen Felsen.

61,4 Denn du bist meine Zuversicht, ein starker Turm vor meinen Feinden.

61,5 Laß mich wohnen in deinem Zelte ewiglich und Zuflucht haben unter deinen Fittichen. SELA.

61,6 Denn du, Haschem, hörst mein Gelübde und gibst mir teil am Erbe derer, die deinen Namen fürchten.

61,7 Du wollest dem König langes Leben geben, daß seine Jahre währen für und für,

61,8 daß er immer throne vor Haschem. Laß Güte und Treue ihn behüten!

61,9 So will ich deinem Namen lobsingen ewiglich, daß ich meine Gelübde erfülle täglich.

Tehillim 62

62,1 EIN PSALM DAWIDS, VORZUSINGEN, FÜR JEDUTUN.

62,2 MEINE SEELE IST STILLE ZU Haschem, DER MIR HILFT.

62,3 DENN ER IST MEIN FELS, MEINE HILFE, MEIN SCHUTZ, DASS ICH GEWISS NICHT FALLEN WERDE.

62,4 Wie lange stellt ihr alle einem nach, wollt alle ihn morden, als wäre er eine hangende Wand und eine rissige Mauer?

62,5 Sie denken nur, wie sie ihn stürzen, haben Gefallen am Lügen; mit dem Munde segnen sie, aber im Herzen fluchen sie. SELA.

62,6 ABER SEI NUR STILLE ZU Haschem, MEINE SEELE; DENN ER IST MEINE HOFFNUNG.

62,7 ER IST MEIN FELS, MEINE HILFE UND MEIN SCHUTZ, DASS ICH NICHT FALLEN WERDE.

62,8 Bei Haschem ist meine Rettung und meine Ehre, der Fels meiner Stärke, meine Zuversicht ist bei Haschem.

62,9 Hoffet auf ihn allezeit, liebe Leute, schüttet euer Herz vor ihm aus; Haschem ist unsre Zuversicht. SELA.

62,10 Aber Menschen sind ja nichts, große Leute täuschen auch; sie wiegen weniger als nichts, soviel ihrer sind.

62,11 Verlaßt euch nicht auf Gewalt und setzt auf Raub nicht eitle Hoffnung; fällt euch Reichtum zu, so hängt euer Herz nicht daran.

62,12 Eines hat Haschem geredet, ein Zweifaches habe ich gehört: Haschem allein ist mächtig,

62,13 und du, Haschem, bist gnädig; denn du vergiltst einem jeden, wie er's verdient hat.

Tehillim 63

63,1 EIN PSALM DAWIDS, ALS ER IN DER WÜSTE JUDA WAR.

63,2 Haschem, du bist mein König, den ich suche. Es dürstet meine Seele nach dir, mein ganzer Mensch verlangt nach dir aus trockenem, dürrem Land, wo kein Wasser ist.

63,3 So schaue ich aus nach dir in deinem Miqdash, wollte gerne sehen deine Macht und Herrlichkeit.

63,4 Denn deine Güte ist besser als Leben; meine Lippen preisen dich.

63,5 So will ich dich loben mein Leben lang und meine Hände in deinem Namen aufheben.

63,6 Das ist meines Herzens Freude und Wonne, wenn ich dich mit fröhlichem Munde loben kann;

63,7 wenn ich mich zu Bette lege, so denke ich an dich, wenn ich wach liege, sinne ich über dich nach.

63,8 Denn du bist mein Helfer, und unter dem Schatten deiner Flügel frohlocke ich.

63,9 Meine Seele hängt an dir; deine rechte Hand hält mich.

63,10 Sie aber trachten mir nach dem Leben, mich zu verderben; sie werden in die Tiefen der Erde hinunterfahren.

63,11 Sie werden dem Schwert dahingegeben und den Schakalen zur Beute werden.

63,12 Aber der König freut sich in Haschem. Wer bei ihm schwört, der darf sich rühmen; denn die Lügenmäuler sollen verstopft werden.

Tehillim 64

64,1 EIN PSALM DAWIDS, VORZUSINGEN.

64,2 Höre, Haschem, meine Stimme in meiner Klage, behüte mein Leben vor dem schrecklichen Feinde.

64,3 Verbirg mich vor den Anschlägen der Bösen, vor dem Toben der Übeltäter,

64,4 die ihre Zunge schärfen wie ein Schwert, mit ihren giftigen Worten zielen wie mit Pfeilen,

64,5 daß sie heimlich schießen auf den Frommen; plötzlich schießen sie auf ihn ohne alle Scheu.

64,6 Sie verstehen sich auf ihre bösen Anschläge und reden davon, wie sie Stricke legen wollen, und sprechen: Wer kann sie sehen?

64,7 Sie haben Böses im Sinn und halten's geheim, sind verschlagen und haben Ränke im Herzen.

64,8 Da trifft sie Haschem mit dem Pfeil, plötzlich sind sie zu Boden geschlagen.

64,9 Ihre eigene Zunge bringt sie zu Fall, daß ihrer spotten wird, wer sie siehet.

64,10 Und alle Menschen werden sich fürchten und sagen: Das hat Haschem getan! und erkennen, daß es sein Werk ist.

64,11 Die Gerechten werden sich Haschem's freuen und auf ihn trauen, und alle frommen Herzen werden sich seiner rühmen.

Tehillim 65

65,1 EIN PSALMLIED DAWIDS, VORZUSINGEN.

65,2 Haschem, man lobt dich in der Stille zu Zion, und dir hält man Gelübde.

65,3 Du erhörst Gebet; darum kommt alles Fleisch zu dir.

65,4 Unsre Missetat drückt uns hart; du wollest unsre Sünde vergeben.

65,5 Wohl dem, den du erwählst und zu dir lässest, daß er in deinen Vorhöfen wohne; der hat reichen Trost von deinem Hause, deinem geweihten Tempel.

65,6 Erhöre uns nach der wunderbaren Gerechtigkeit, Haschem, der du bist die Zuversicht aller auf Erden und fern am Meer;

65,7 der du die Berge festsetzest in deiner Kraft und gerüstet bist mit Macht;

65,8 der du stillst das Brausen des Meeres, das Brausen seiner Wellen und das Toben der Völker,

65,9 daß sich entsetzen, die an den Enden wohnen, vor deinen Zeichen. Du machst fröhlich, was da lebet im Osten wie im Westen.

65,10 Du suchst das Land heim und bewässerst es und machst es sehr reich; Haschem's Brünnlein hat Wasser die Fülle. Du lässest ihr Getreide gut geraten; denn so baust du das Land.

65,11 Du tränkst seine Furchen und feuchtest seine Schollen; mit Regen machst du es weich und segnest sein Gewächs.

65,12 Du krönst das Jahr mit deinem Gut, und deine Fußtapfen triefen von Segen.

65,13 Es triefen auch die Auen in der Steppe, und die Hügel sind erfüllt mit Jubel.

65,14 Die Anger sind voller Schafe, und die Auen stehen dick mit Korn, daß man jauchzet und singet.

Tehillim 66

66,1 EIN PSALMLIED, VORZUSINGEN. Jauchzet Haschem, alle Lande!

66,2 Lobsinget zur Ehre seines Namens; rühmet ihn Herrlich!

66,3 Sprecht zu Haschem: Wie wunderbar sind deine Werke! Deine Feinde müssen sich beugen vor deiner großen Macht.

66,4 Alles Land bete dich an und lobsinge dir, lobsinge deinem Namen. SELA.

66,5 Kommt her und sehet an die Werke Haschem's, der so wunderbar ist in seinem Tun an den Menschenkindern.

66,6 Er verwandelte das Meer in trockenes Land, sie konnten zu Fuß durch den Strom gehen. Darum freuen wir uns seiner.

66,7 Er Herrscht mit seiner Gewalt ewiglich, seine Augen schauen auf die Völker. Die Abtrünnigen können sich nicht erheben. SELA.

66,8 Lobet, ihr Völker, unsern Haschem, laßt seinen Ruhm weit erschallen,

66,9 der unsre Seelen am Leben erhält und läßt unsere Füße nicht gleiten.

66,10 Denn, Haschem, du hast uns geprüft und geläutert, wie das Silber geläutert wird;

66,11 du hast uns in den Turm werfen lassen, du hast auf unsern Rücken eine Last gelegt,

66,12 du hast Menschen über unser Haupt kommen lassen, wir sind in Feuer und Wasser geraten. Aber du hast uns herausgeführt und uns erquickt.

66,13 Darum will ich in dein Haus gehen mit Brandopfern und dir meine Gelübde erfüllen,

66,14 wie ich meine Lippen aufgetan habe und mein Mund geredet hat in meiner Not.

66,15 Ich will dir Brandopfer bringen von fetten Schafen mit dem Opferrauch von Widdern; ich will opfern Rinder mit Böcken. SELA.

66,16 Kommt her, höret zu, alle, die ihr Haschem fürchtet; ich will erzählen, was er an mir getan hat.

66,17 Zu ihm rief ich mit meinem Munde und pries ihn mit meiner Zunge.

66,18 Wenn ich Unrechtes vorgehabt hätte in meinem Herzen, so hätte Haschem nicht gehört.

66,19 Aber Haschem hat mich erhört und gemerkt auf mein Flehen.

66,20 Gelobt sei Haschem, der mein Gebet nicht verwirft noch seine Güte von mir wendet.

Tehillim 67

67,1 EIN PSALMLIED, VORZUSINGEN, BEIM SAITENSPIEL.

67,2 Haschem sei uns gnädig und segne uns, er lasse uns sein Antlitz leuchten, -SELA-

67,3 daß man auf Erden erkenne seinen Weg, unter allen Heiden sein Wohl.

67,4 ES DANKEN DIR, Haschem, DIE VÖLKER, ES DANKEN DIR ALLE VÖLKER.

67,5 Die Völker freuen sich und jauchzen, daß du die Menschen recht richtest und regierst die Völker auf Erden. SELA.

67,6 ES DANKEN DIR, Haschem, DIE VÖLKER, ES DANKEN DIR ALLE VÖLKER.

67,7 Das Land gibt sein Gewächs; es segne uns Haschem, unser Retter!

67,8 Es segne uns Haschem, und alle Welt fürchte ihn!

Tehillim 68

68,1 EIN PSALMLIED DAWIDS, VORZUSINGEN.

68,2 Haschem steht auf; so werden seine Feinde zerstreut, und die ihn hassen, fliehen vor ihm.

68,3 Wie Rauch verweht, so verwehen sie; wie Wachs zerschmilzt vor dem Feuer, so kommen die Torahlosen um vor Haschem.

68,4 Die Gerechten aber freuen sich und sind fröhlich vor Haschem und freuen sich von Herzen.

68,5 Singet Haschem, lobsinget seinem Namen! Macht Bahn dem, der durch die Wüste einherfährt; er heißt Haschem. Freuet euch vor ihm!

68,6 Ein Vater der Waisen und ein Helfer der Witwen ist Haschem in seiner qodesh Wohnung,

68,7 ein Haschem, der die Einsamen nach Hause bringt, der die Gefangenen herausführt, daß es ihnen wohlgehe; aber die Abtrünnigen läßt er bleiben in dürrem Lande.

68,8 Haschem, als du vor deinem Volk herzogst, als du einhergingest in der Wüste, -SELA-

68,9 da bebte die Erde, und die Himmel ergossen sichvor Haschem - am Sinai -, vor Haschem, dem Haschem Yisraels.

68,10 Du gabst, Haschem, einen gnädigen Regen, und dein Erbe, das dürre war, erquicktest du,

68,11 daß deine Herde darin wohnen konnte. Haschem, du labst die Elenden in deiner Güte.

68,12 Haschem gibt ein Wort - der Freudenbotinnen ist eine große Schar:

68,13 Die Könige der Heerscharen fliehen, sie fliehen, und die Frauen teilen die Beute aus.

68,14 Wenn ihr zu Felde liegt, glänzt es wie Flügel der Tauben, die wie Silber und Gold schimmern.

68,15 Als der Allmächtige dort Könige zerstreute, damals fiel Schnee auf dem Zalmon.

68,16 Ein Berg Haschem’s ist Baschans Gebirge, ein Gebirge, reich an Gipfeln, ist Baschans Gebirge.

68,17 Was seht ihr scheel, ihr Berge, ihr Gipfel, auf den Berg, wo es Haschem gefällt zu wohnen? Ja, dort wird Haschem immerdar wohnen.

68,18 Haschem's Wagen sind vieltausendmal tausend; Haschem zieht ein ins Miqdash vom Sinai her.

68,19 Du bist aufgefahren zur Höhe und führtest Gefangne gefangen; du hast Gaben empfangen unter den Menschen; auch die Abtrünnigen müssen sich, Haschem, vor dir bücken.

68,20 Gelobt sei Haschem täglich. Haschem legt uns eine Last auf, aber er hilft uns auch. SELA.

68,21 Wir haben Haschem, der da hilft, und Haschem, der vom Tode errettet.

68,22 Ja, Haschem wird den Kopf seiner Feinde zerschmettern, den Schädel der Torahlosen, die da fortfahren in ihrer Sünde.

68,23 Haschem hat gesagt: Aus Baschan will ich sie wieder holen, aus der Tiefe des Meeres will ich sie holen,

68,24 daß du deinen Fuß im Blut der Feinde badest und deine Hunde es lecken.

68,25 Man sieht, Haschem, wie du einherziehst, wie du, mein Haschem und König, einherziehst im Miqdash.

68,26 Die Sänger gehen voran, am Ende die Spielleute, in der Mitte die Jungfrauen, die da Pauken schlagen.

68,27 «Lobet Haschem in den Versammlungen, die ihr von Yisrael herstammt.»

68,28 Benjamin, der Jüngste, geht ihnen voran, die Fürsten Judas mit ihren Scharen, die Fürsten Sebulons, die Fürsten Naftalis.

68,29 Entbiete, Haschem, deine Macht, die Macht, Haschem, die du an uns bewiesen hast

68,30 von deinem Tempel her; um Jerusalems willen werden dir Könige Geschenke bringen.

68,31 Bedrohe das Tier im Schilf, die Rotte der Mächtigen, die Gebieter der Völker; tritt nieder, die das Silber lieb haben, zerstreue die Völker, die gerne Krieg führen.

68,32 Aus Mitzrayim werden Gesandte kommen; Äthiopien wird seine Hände ausstrecken zu Haschem. 68,33 Ihr Königreiche auf Erden, singet Haschem, lobsinget Haschem! SELA.

68,34 Er fährt einher durch die Himmel, die von Anbeginn sind. Siehe, er läßt seine Stimme erschallen, eine gewaltige Stimme.

68,35 Gebt Haschem die Macht! Seine Herrlichkeit ist über Yisrael und seine Macht in den Wolken.

68,36 Wundersam ist Haschem in seinem Miqdash; er ist Yisraels Retter. Er wird dem Volke Macht und Kraft geben. Gelobt sei Haschem!

Tehillim 69

69,1 VON DAWID, VORZUSINGEN, NACH DER WEISE «LILIEN».

69,2 Haschem, hilf mir! Denn das Wasser geht mir bis an die Kehle.

69,3 Ich versinke in tiefem Schlamm, wo kein Grund ist; ich bin in tiefe Wasser geraten, und die Flut will mich ersäufen.

69,4 Ich habe mich müde geschrien, mein Hals ist heiser. Meine Augen sind trübe geworden, weil ich so lange harren muß auf Haschem.

69,5 Die mich ohne Grund hassen, sind mehr, als ich Haare auf dem Haupte habe. Die mir zu Unrecht feind sind und mich verderben wollen, sind mächtig. Ich soll zurückgeben, was ich nicht geraubt habe.

69,6 Haschem, du kennst meine Torheit, und meine Schuld ist dir nicht verborgen.

69,7 Laß an mir nicht zuschanden werden, die deiner harren, Haschem! Laß an mir nicht schamrot werden, die dich suchen, Haschem Yisraels!

69,8 Denn um deinetwillen trage ich Schmach, mein Angesicht ist voller Schande.

69,9 Ich bin fremd geworden meinen Brüdern und unbekannt den Kindern meiner Mutter;

69,10 denn der Eifer um dein Haus hat mich gefressen, und die Schmähungen derer, die dich schmähen, sind auf mich gefallen.

69,11 Ich weine bitterlich und faste, und man spottet meiner dazu.

69,12 Ich habe einen Sack angezogen, aber sie treiben ihren Spott mit mir.

69,13 Die im Tor sitzen, schwatzen von mir, und beim Zechen singt man von mir.

69,14 Ich aber bete zu dir, Haschem, zur Zeit der Gnade; Haschem, nach deiner großen Güte erhöre mich mit deiner treuen Hilfe.

69,15 Errette mich aus dem Schlamm, daß ich nicht versinke, daß ich errettet werde vor denen, die mich hassen, und aus den tiefen Wassern;

69,16 daß mich die Flut nicht ersäufe und die Tiefe nicht verschlinge und das Loch des Brunnens sich nicht über mir schließe.

69,17 Erhöre mich, Haschem, denn deine Güte ist tröstlich; wende dich zu mir nach deiner großen Barmherzigkeit

69,18 und verbirg dein Angesicht nicht vor deinem Knechte, denn mir ist angst; erhöre mich eilends.

69,19 Nahe dich zu meiner Seele und erlöse sie, erlöse mich um meiner Feinde willen.

69,20 Du kennst meine Schmach, meine Schande und Scham; meine Widersacher sind dir alle vor Augen.

69,21 Die Schmach bricht mir mein Herz und macht mich krank. Ich warte, ob jemand Mitleid habe, aber da ist niemand, und auf Tröster, aber ich finde keine.

69,22 Sie geben mir Galle zu essen und Essig zu trinken für meinen Durst.

69,23 Ihr Tisch werde ihnen zur Falle, zur Vergeltung und zum Strick.

69,24 Ihre Augen sollen finster werden, daß sie nicht sehen, und ihre Hüften laß immerfort wanken.

69,25 Gieß deine Ungnade über sie aus, und dein grimmiger Zorn ergreife sie.

69,26 Ihre Wohnstatt soll verwüstet werden, und niemand wohne in ihren Zelten.

69,27 Denn sie verfolgen, den du geschlagen hast, und reden gern von dem Schmerz dessen, den du hart getroffen hast.

69,28 Laß sie aus einer Schuld in die andre fallen, daß sie nicht kommen zu deiner Gerechtigkeit.

69,29 Tilge sie aus dem Buch des Lebens, daß sie nicht geschrieben stehen bei den Gerechten.

69,30 Ich aber bin elend und voller Schmerzen. Haschem, deine Hilfe schütze mich!

69,31 Ich will den Namen Haschem's loben mit einem Lied und will ihn hoch ehren mit Dank.

69,32 Das wird Haschem besser gefallen als ein Stier, der Hörner und Klauen hat.

69,33 Die Elenden sehen es und freuen sich, und die Haschem suchen, denen wird das Herz aufleben.

69,34 Denn Haschem hört die Armen und verachtet seine Gefangenen nicht.

69,35 Es lobe ihn Himmel und Erde, die Meere mit allem, was sich darin regt.

69,36 Denn Haschem wird Zion helfen und die Städte Judas bauen, daß man dort wohne und sie besitze.

69,37 Und die Kinder seiner Knechte werden sie erben, und die seinen Namen lieben, werden darin bleiben.

Tehillim 70

70,1 VON DAWID, VORZUSINGEN, ZUM GEDENKOPFER.

70,2 Eile, Haschem, mich zu erretten, mir zu helfen!

70,3 Es sollen sich schämen und zuschanden werden, die mir nach dem Leben trachten; sie sollen zurückweichen und zum Spott werden, die mir Übles wünschen;

70,4 sie sollen umkehren um ihrer Schande willen, die über mich schreien: Da, da!

70,5 Laß deiner sich freuen und fröhlich sein alle, die nach dir fragen; und die dein Wohl lieben, laß allewege sagen: Hoch gelobt sei Haschem!

70,6 Ich aber bin elend und arm; Haschem, eile zu mir! Du bist mein Helfer und Erretter; Haschem, säume nicht!

Tehillim 71

71,1 Haschem, ich traue auf dich, laß mich nimmermehr zuschanden werden.

71,2 Errette mich durch deine Gerechtigkeit und hilf mir heraus, neige deine Ohren zu mir und hilf mir!

71,3 Sei mir ein starker Hort, zu dem ich immer fliehen kann, der du zugesagt hast, mir zu helfen; denn du bist mein Fels und meine Burg.

71,4 Mein Haschem, hilf mir aus der Hand des Torahlosen, aus der Hand des Ungerechten und Tyrannen.

71,5 Denn du bist meine Zuversicht, Haschem, meine Hoffnung von meiner Jugend an.

71,6 Auf dich habe ich mich verlassen vom Mutterleib an; du hast mich aus meiner Mutter Leibe gezogen. Dich rühme ich immerdar.

71,7 Ich bin für viele wie ein Zeichen; aber du bist meine starke Zuversicht.

71,8 Laß meinen Mund deines Ruhmes und deines Preises voll sein täglich.

71,9 Verwirf mich nicht in meinem Alter, verlaß mich nicht, wenn ich schwach werde.

71,10 Denn meine Feinde reden über mich, und die auf mich lauern, beraten sich miteinander

71,11 und sprechen: Haschem hat ihn verlassen; jagt ihm nach und ergreift ihn, denn da ist kein Erretter!

71,12 Haschem, sei nicht ferne von mir; mein Haschem, eile, mir zu helfen!

71,13 Schämen sollen sich und umkommen, die meiner Seele Feind sind; mit Schimpf und Schande sollen überschüttet werden, die mein Unglück suchen.

71,14 Ich aber will immer harren und mehren all deinen Ruhm.

71,15 Mein Mund soll verkündigen deine Gerechtigkeit, täglich deine Wohltaten, die ich nicht zählen kann.

71,16 Ich gehe einher in der Kraft Haschem`s; ich preise deine Gerechtigkeit allein.

71,17 Haschem, du hast mich von Jugend auf gelehrt, und noch jetzt verkündige ich deine Wunder.

71,18 Auch im Alter, Haschem, verlaß mich nicht, und wenn ich grau werde, bis ich deine Macht verkündige Kindeskindern und deine Kraft allen, die noch kommen sollen.

71,19 Haschem, deine Gerechtigkeit reicht bis zum Himmel; der du große Dinge tust, Haschem, wer ist dir gleich?

71,20 Du lässest mich erfahren viele und große Angst und machst mich wieder lebendig und holst mich wieder herauf aus den Tiefen der Erde.

71,21 Du machst mich sehr groß und tröstest mich wieder.

71,22 So will auch ich dir danken mit Saitenspiel für deine Treue, mein Haschem; ich will dir zur Harfe lobsingen, du Retter Yisraels.

71,23 Meine Lippen und meine Seele, die du erlöst hast, sollen fröhlich sein und dir lobsingen.

71,24 Auch meine Zunge soll täglich reden von deiner Gerechtigkeit; denn zu Schmach und Schande werden, die mein Unglück suchen.

Tehillim 72

72,1 VON SALOMO. Haschem, gib dein Gericht dem König und deine Gerechtigkeit dem Königssohn, 72,2 daß er dein Volk richte mit Gerechtigkeit und deine Elenden rette.

72,3 Laß die Berge Frieden bringen für das Volk und die Hügel Gerechtigkeit.

72,4 Er soll den Elenden im Volk Recht schaffen und den Armen helfen und die Bedränger zermalmen.

72,5 Er soll leben, solange die Sonne scheint und solange der Mond währt, von Geschlecht zu Geschlecht.

72,6 Er soll herabfahren wie der Regen auf die Aue, wie die Tropfen, die das Land feuchten.

72,7 Zu seinen Zeiten soll blühen die Gerechtigkeit und großer Friede sein, bis der Mond nicht mehr ist.

72,8 Er soll herrschen von einem Meer bis ans andere, und von dem Strom* bis zu den Enden der Erde.

72,9 Vor ihm sollen sich neigen die Söhne der Wüste, und seine Feinde sollen Staub lecken.

72,10 Die Könige von Tarsis und auf den Inseln sollen Geschenke bringen, die Könige aus Saba und Scheba sollen Gaben senden.

72,11 Alle Könige sollen vor ihm niederfallen und alle Völker ihm dienen.

72,12 Denn er wird den Armen erretten, der um Hilfe schreit, und den Elenden, der keinen Helfer hat.

72,13 Er wird gnädig sein den Geringen und Armen, und den Armen wird er helfen.

72,14 Er wird sie aus Bedrückung und Frevel erlösen, und ihr Blut ist wert geachtet vor ihm.

72,15 Er soll leben, und man soll ihm geben vom Gold aus Saba. Man soll immerdar für ihn beten und ihn täglich segnen.

72,16 Voll stehe das Getreide im Land bis oben auf den Bergen; wie am Libanon rausche seine Frucht. In den Städten sollen sie grünen wie das Gras auf Erden.

72,17 Sein Name bleibe ewiglich; solange die Sonne währt, blühe sein Name. Und durch ihn sollen gesegnet sein alle Völker, und sie werden ihn preisen.

72,18 Gelobt sei Haschem, Retter Yisraels, der allein Wunder tut!

72,19 Gelobt sei sein Herrlicher Name ewiglich, und alle Lande sollen seiner Ehre voll werden! HalleluYah

72,20 ZU ENDE SIND DIE GEBETE DAWIDS, DES SOHNES ISAIS.

Tehillim 73

73,1 EIN PSALM ASAFS. Haschem ist dennoch Yisraels Trost für alle, die reines Herzens sind.

73,2 Ich aber wäre fast gestrauchelt mit meinen Füßen; mein Tritt wäre beinahe geglitten.

73,3 Denn ich ereiferte mich über die Ruhmredigen, als ich sah, daß es den Torahlosen so gut ging.

73,4 Denn für sie gibt es keine Qualen, gesund und feist ist ihr Leib.

73,5 Sie sind nicht in Mühsal wie sonst die Leute und werden nicht wie andere Menschen geplagt.

73,6 Darum prangen sie in Hoffart und hüllen sich in Frevel.

73,7 Sie brüsten sich wie ein fetter Wanst, sie tun, was ihnen einfällt.

73,8 Sie achten alles für nichts und reden böse, sie reden und lästern hoch her.

73,9 Was sie reden, das soll vom Himmel herab geredet sein; was sie sagen, das soll gelten auf Erden.

73,10 Darum fällt ihnen der Pöbel zu und läuft ihnen zu in Haufen wie Wasser.

73,11 Sie sprechen: Wie sollte Haschem es wissen? Wie sollte der Höchste etwas merken?

73,12 Siehe, das sind die Torahlosen; die sind glücklich in der Welt und werden reich.

73,13 Soll es denn umsonst sein, daß ich mein Herz rein hielt und meine Hände in Unschuld wasche?

73,14 Ich bin doch täglich geplagt, und meine Züchtigung ist alle Morgen da.

73,15 Hätte ich gedacht: Ich will reden wie sie, siehe, dann hätte ich das Geschlecht deiner Kinder verleugnet.

73,16 So sann ich nach, ob ich's begreifen könnte, aber es war mir zu schwer,

73,17 bis ich ging in das Miqdash Haschem's und merkte auf ihr Ende.

73,18 Ja, du stellst sie auf schlüpfrigen Grund und stürzest sie zu Boden.

73,19 Wie werden sie so plötzlich zunichte! Sie gehen unter und nehmen ein Ende mit Schrecken.

73,20 Wie ein Traum verschmäht wird, wenn man erwacht, so verschmähst du, Haschem, ihr Bild, wenn du dich erhebst.

73,21 Als es mir wehe tat im Herzen und mich stach in meinen Nieren,

73,22 da war ich ein Narr und wußte nichts, ich war wie ein Tier vor dir.

73,23 Dennoch bleibe ich stets an dir; denn du hältst mich bei meiner rechten Hand,

73,24 du leitest mich nach deinem Rat und nimmst mich am Ende mit Ehren an.

73,25 Wenn ich nur dich habe, so frage ich nichts nach Himmel und Erde.

73,26 Wenn mir gleich Leib und Seele verschmachtet, so bist du doch, Haschem, allezeit meines Herzens Trost und mein Teil.

73,27 Denn siehe, die von dir weichen, werden umkommen; du bringst um alle, die dir die Treue brechen.

73,28 Aber das ist meine Freude, daß ich mich zu Haschem halte und meine Zuversicht setze auf Haschem, daß ich verkündige all dein Tun.

Tehillim 74

Klage vor dem entweihten Miqdash

74,1 EINE UNTERWEISUNG ASAFS. Haschem, warum verstößest du uns für immer und bist so zornig über die Schafe deiner Weide?

74,2 Gedenke an deine Gemeinde, die du vorzeiten erworben und dir zum Erbteil erlöst hast, an den Berg Zion, auf dem du wohnest.

74,3 Richte doch deine Schritte zu dem, was so lange wüste liegt. Der Feind hat alles verheert im Miqdash.

74,4 Deine Widersacher brüllen in deinem Hause und stellen ihre Zeichen darin auf.

74,5 Hoch sieht man Äxte sich heben wie im Dickicht des Waldes.

74,6 Sie zerschlagen all sein Schnitzwerk mit Beilen und Hacken.

74,7 Sie verbrennen dein Miqdash, bis auf den Grund entweihen sie die Wohnung deines Namens.

74,8 Sie sprechen in ihrem Herzen: Laßt uns sie ganz unterdrücken! Sie verbrennen alle Deine Häuser im Lande.

74,9 Unsere Zeichen sehen wir nicht, kein Prophet ist mehr da, und keiner ist bei uns, der etwas weiß.

74,10 Ach, Haschem, wie lange soll der Widersacher noch schmähen und der Feind deinen Namen immerfort lästern?

74,11 Warum ziehst du deine Hand zurück? Nimm deine Rechte aus dem Gewand und mach ein Ende!

74,12 Haschem ist ja mein König von alters her, der alle Hilfe tut, die auf Erden geschieht.

74,13 Du hast das Meer gespalten durch deine Kraft, zerschmettert die Köpfe der Drachen im Meer.

74,14 Du hast dem Leviatan die Köpfe zerschlagen und ihn zum Fraß gegeben dem wilden Getier.

74,15 Du hast Quellen und Bäche hervorbrechen lassen und ließest starke Ströme versiegen.

74,16 Dein ist der Tag und dein ist die Nacht; du hast Gestirn und Sonne die Bahn gegeben.

74,17 Du hast dem Land seine Grenze gesetzt; Sommer und Winter hast du gemacht.

74,18 So gedenke doch, Haschem, wie der Feind schmäht und ein törichtes Volk deinen Namen lästert.

74,19 Gib deine Taube* nicht den Tieren preis; das Leben deiner Elenden vergiß nicht für immer. *d. i. Yisrael.

74,20 Gedenke an den Bund; denn die dunklen Winkel des Landes sind voll Frevel.

74,21 Laß den Geringen nicht beschämt davongehen, laß die Armen und Elenden rühmen deinen Namen.

74,22 Mach dich auf, Haschem, und führe deine Sache; denk an die Schmach, die dir täglich von den Toren widerfährt.

74,23 Vergiß nicht das Geschrei deiner Feinde; das Toben deiner Widersacher wird je länger, je größer.

Tehillim 75

75,1 EIN PSALMLIED ASAFS, VORZUSINGEN, NACH DER WEISE «VERTILGE NICHT».

75,2 Wir danken dir, Haschem, wir danken dir und verkündigen deine Wunder, daß dein Name so nahe ist.

75,3 « Wenn meine Zeit gekommen ist, werde ich recht richten.

75,4 Die Erde mag wanken und alle, die darauf wohnen, aber ich halte ihre Säulen fest. » SELA.

75,5 Ich sprach zu den Ruhmredigen: Rühmt euch nicht so! und zu den Torahlosen: Pochet nicht auf Gewalt!

75,6 Pocht nicht so hoch auf eure Gewalt, redet nicht so halsstarrig!

75,7 Denn es kommt nicht vom Aufgang und nicht vom Niedergang, nicht von der Wüste und nicht von den Bergen,

75,8 sondern Haschem ist Richter, der diesen erniedrigt und jenen erhöht.

75,9 Denn Haschem hat einen Becher in der Hand, mit starkem Wein voll eingeschenkt. Er schenkt daraus ein, und die Torahlosen auf Erden müssen alle trinken und sogar die Hefe schlürfen.

75,10 Ich aber will verkündigen ewiglich und lobsingen dem Haschem Jakobs:

75,11 Er wird alle Gewalt der Torahlosen zerbrechen, daß die Gewalt des Gerechten erhöht werde.

 

 
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