T.76 :: T.77 :: T.78 :: T.79 :: T.80 :: T.81 :: T.82 :: T.83 :: T.84 :: T.85 :: T.86 :: T.87 :: T.88 T.89 :: T.90 :: T.91 :: T.92 :: T.93 :: T.94 :: T.95 :: T.96 :: T.97 :: T.98 :: T.99 :: T.100
Tehillim 76 - 100

DIE PSALMEN

Tehillim 76

76,1 EIN TEHILLIM LIED ASAFS, VORZUSINGEN, BEIM SAITENSPIEL.

76,2 Haschem ist in YAHUDA bekannt, in Yisrael ist sein Name Herrlich.

76,3 So erstand in Shalom sein Zelt und seine Wohnung in Tziyon.

76,4 Dort zerbricht er die Pfeile des Bogens, Schild, Schwert und Streitmacht. SELA.

76,5 Du bist Herrlicher und mächtiger als die ewigen Berge.

76,6 Beraubt sind die Stolzen und in Schlaf gesunken, und allen Kriegern versagen die Hände.

76,7 Von deinem Schelten, Haschem Yahqobs, sinken in Schlaf Ross und Wagen.

76,8 Furchtbar bist du! Wer kann vor dir bestehen, wenn du zürnest?

76,9 Wenn du das Urteil läsest hören vom Himmel, erschrickt das Erdreich und wird still,

76,10 wenn Haschem sich aufmacht zu richten, dass er helfe allen Elenden auf Erden. SELA.

76,11 Wenn Menschen wider dich wüten, bringt es dir Ehre; und wenn sie noch mehr wüten, bist du auch noch gerüstet.

76,12 Tut Gelübde dem Haschem, eurem Haschem, und haltet sie! Alle, die ihr um ihn her seid, bringt Geschenke dem Furchtbaren,

76,13 der den Fürsten den Mut nimmt und furchtbar ist unter den Königen auf Erden.

Tehillim 77

77,1 TEHILLIM ASAFS, VORZUSINGEN, FÜR JEDUTUN.

77,2 Ich rufe zu Haschem und schreie um Hilfe, zu YAH rufe ich, und er erhört mich.

77,3 In der Zeit meiner Not suche ich YAH; meine Hand ist des Nachts ausgereckt und läßt nicht ab; denn meine Seele will sich nicht trösten lassen.

77,4 Ich denke an Haschem und bin betrübt; ich sinne nach und mein Herz ist in Ängsten. SELA.

77,5 Meine Augen hältst du, dass sie wachen müssen; ich bin so voll Unruhe, dass ich nicht reden kann.

77,6 Ich gedenke der alten Zeit, der vergangenen Jahre.

77,7 Ich denke und sinne des Nachts und rede mit meinem Herzen, mein Geist muß forschen.

77,8 Wird denn Haschem auf ewig verstoßen und keine Gnade mehr erweisen?

77,9 Ist's denn ganz und gar aus mit seiner Güte, und hat die Verheißung für immer ein Ende?

77,10 Hat Haschem vergessen, gnädig zu sein, oder sein Erbarmen im Zorn verschlossen? SELA.

77,11 Ich sprach: Darunter leide ich, dass die rechte Hand YAH sich so ändern kann.

77,12 Darum denke ich an die Taten des Haschem, ja, ich denke an deine früheren Wunder

77,13 und sinne über alle deine Werke und denke deinen Taten nach.

77,14 Haschem, dein Weg ist gegnet. Wo ist ein so mächtiger Haschem, wie du, Haschem, bist?

77,15 Du bist Haschem, der Wunder tut, du hast deine Macht bewiesen unter den Völkern.

77,16 Du hast dein Volk erlöst mit Macht, die Kinder Jakobs und Josefs. SELA.

77,17 Die Wasser sahen dich, Haschem, die Wasser sahen dich und ängstigten sich, ja, die Tiefen tobten.

77,18 Wasser ergossen sich aus dem Gewölk, die Wolken donnerten, und deine Pfeile fuhren einher.

77,19 Dein Donner rollte, Blitze erhellten den Erdkreis, die Erde erbebte und wankte.

77,20 Dein Weg ging durch das Meer und dein Pfad durch große Wasser; doch niemand sah deine Mishle.

77,21 Du führtest dein Volk wie eine Herde durch die Hand des Moshe und Aaron.

Tehillim 78

78,1 EINE UNTERWEISUNG ASAFS. Höre, mein Volk, meine Unterweisung, neiget eure Ohren zu der Rede meines Mundes!

78,2 Ich will meinen Mund auftun zu einem Spruch und Geschichten verkünden aus alter Zeit.

78,3 Was wir gehört haben und wissen und unsre Väter uns erzählt haben,

78,4 das wollen wir nicht verschweigen ihren Kindern; wir verkündigen dem kommenden Geschlecht den Ruhm des Haschem und seine Macht und seine Wunder, die er getan hat.

78,5 Er richtete ein Zeugnis auf in Jakob und gab ein Gesetz in Yisrael und gebot unsern Vätern, es ihre Kinder zu lehren,

78,6 damit es die Nachkommen lernten, die Kinder, die noch geboren würden; die sollten aufstehen und es auch ihren Kindern verkündigen,

78,7 dass sie setzten auf Haschem ihre Hoffnung und nicht vergäßen die Taten Haschem, sondern seine Gebote hielten

78,8 und nicht würden wie ihre Väter, ein abtrünniges und ungehorsames Geschlecht,

78,9 wie die Söhne Ephraim, die den Bogen führten, abfielen zur Zeit des Streits;

78,10 sie hielten den Bund Haschem nicht und wollten nicht in seinem Gesetz wandeln

78,11 und vergaßen seine Taten und seine Wunder, die er ihnen erwiesen hatte.

78,12 Vor ihren Vätern tat er Wunder in Mitzrayim, im Gefilde von Zoan.

78,13 Er zerteilte das Meer und ließ sie hindurchziehen und stellte das Wasser fest wie eine Mauer.

78,14 Er leitete sie am Tage mit einer Wolke und die ganze Nacht mit einem hellen Feuer.

78,15 Er spaltete die Felsen in der Wüste und tränkte sie mit Wasser in Fülle;

78,16 er ließ Bäche aus den Felsen kommen, dass sie hinabflossen wie Wasserströme.

78,17 Dennoch sündigten sie weiter wider ihn und empörten sich in der Wüste gegen den Höchsten;

78,18 sie versuchten Haschem in ihrem Herzen, als sie Speise forderten für ihr Gelüste,

78,19 und redeten wider Haschem und sprachen: Kann Haschem wohl einen Tisch bereiten in der Wüste?

78,20 Siehe, er hat wohl den Felsen geschlagen, dass Wasser strömten und Bäche sich ergossen; kann er aber auch Brot geben und seinem Volk Fleisch verschaffen?

78,21 Da Haschem das hörte, entbrannte er im Grimm, und Feuer brach aus in Jakob, und Zorn kam über Yisrael,

78,22 weil sie nicht glaubten an Haschem und nicht hofften auf seine Hilfe.

78,23 Und er gebot den Wolken droben und tat auf die Türen des Himmels

78,24 und ließ Manna auf sie regnen zur Speise und gab ihnen Himmelsbrot.

78,25 Brot der Engel aßen sie alle, er sandte ihnen Speise in Fülle.

78,26 Er ließ wehen den Ostwind unter dem Himmel und erregte durch seine Stärke den Südwind

78,27 und ließ Fleisch auf sie regnen wie Staub und Vögel wie Sand am Meer;

78,28 mitten in das Lager fielen sie ein, rings um seine Wohnung her.

78,29 Da aßen sie und wurden sehr satt; und was sie verlangten, gewährte er ihnen.

78,30 Sie hatten ihr Verlangen noch nicht gestillt, ihre Speise war noch in ihrem Munde,

78,31 da kam der Zorn Haschem über sie und brachte ihre Vornehmsten um und schlug die Besten in Yisrael nieder.

78,32 Zu dem allen sündigten sie noch mehr und glaubten nicht an seine Wunder.

78,33 Darum ließ er ihre Tage dahinschwinden ins Nichts und ihre Jahre in Schrecken.

78,34 Wenn er den Tod unter sie brachte, suchten sie Haschem und fragten wieder nach ihm

78,35 und dachten daran, dass Haschem ihr Hort ist und Haschem, der Höchste, ihr Erlöser.

78,36 Doch betrogen sie ihn mit ihrem Munde und belogen ihn mit ihrer Zunge.

78,37 Ihr Herz hing nicht fest an ihm, und sie hielten nicht treu an seinem Bunde.

78,38 Er aber war barmherzig und vergab die Schuld und vertilgte sie nicht und wandte oft seinen Zorn ab und ließ nicht seinen ganzen Grimm an ihnen aus.

78,39 Denn er dachte daran, dass sie Fleisch sind, ein Hauch, der dahinfährt und nicht wiederkommt.

78,40 Wie oft trotzten sie ihm in der Wüste und betrübten ihn in der Einöde!

78,41 Sie versuchten Haschem immer wieder und kränkten damit die FAMILIE YAH.

78,42 Sie dachten nicht an die Taten seiner Hand, an den Tag, als er sie erlöste von den Feinden,

78,43 wie er seine Zeichen in Mitzrayim getan hatte und seine Wunder im Lande Zoan;

78,44 als er ihre Ströme in Blut verwandelte, dass sie aus ihren Flüssen nicht trinken konnten;

78,45 als er Ungeziefer unter sie schickte, das sie fraß, und Frösche, die ihnen Verderben brachten,

78,46 und ihr Gewächs den Raupen gab und ihre Saat den Heuschrecken;

78,47 als er ihre Weinstöcke mit Hagel schlug und ihre Maulbeerbäume mit Schloßen;

78,48 als er ihr Vieh preisgab dem Hagel und ihre Herden dem Wetterstrahl;

78,49 als er die Glut seines Zornes unter sie sandte, Grimm und Wut und Drangsal, eine Schar Verderben bringender Engel;

78,50 als er seinem Zorn freien Lauf ließ und ihre Seele vor dem Tode nicht bewahrte und ihr Leben preisgab der Pest;

78,51 als er alle Erstgeburt in Mitzrayim schlug, die Erstlinge ihrer Kraft in den Zelten Hams.

78,52 Er ließ sein Volk ausziehen wie Schafe und führte sie wie eine Herde in der Wüste;

78,53 und er leitete sie sicher, dass sie sich nicht fürchteten; aber ihre Feinde bedeckte das Meer.

78,54 Er brachte sie zu seinem geweihten Lande, zu diesem Berge, den seine Rechte erworben hat,

78,55 und vertrieb vor ihnen her die Völker und verteilte ihr Land als Erbe und ließ in ihren Zelten die Stämme Yisraels wohnen.

78,56 Aber sie versuchten Haschem und trotzten dem Höchsten und hielten seine Gebote nicht;

78,57 sie wichen zurück und waren treulos wie ihre Väter und versagten wie ein schlaffer Bogen;

78,58 sie erzürnten ihn mit ihren Höhen und reizten ihn zum Zorn mit ihren Götzen.

78,59 Als das Haschem hörte, entbrannte sein Grimm, und er verwarf Yisrael so sehr,

78,60 dass er seine Wohnung in Silo dahingab, das Zelt, in dem er unter Menschen wohnte;

78,61 er gab seine Macht* in Gefangenschaft und seine Herrlichkeit* in die Hand des Feindes; *Gemeint ist die Bundeslade (Tehillim 132,8; 1. Sam 4,21).

78,62 er übergab sein Volk dem Schwert und ergrimmte über sein Erbe.

78,63 Ihre junge Mannschaft fraß das Feuer, und ihre Jungfrauen mussten ungefreit bleiben.

78,64 Ihre Priester fielen durchs Schwert, und die Witwen konnten die Toten nicht beweinen.

78,65 Da erwachte Haschem wie ein Schlafender, wie ein Starker, der beim Wein fröhlich war,

78,66 und schlug seine Feinde hinten und hängte ihnen ewige Schande an.

78,67 Er verwarf das Zelt Yosephs und erwählte nicht den Stamm Ephraim,

78,68 sondern erwählte den Stamm Yahuda, den Berg Zion, den er lieb hat.

78,69 Er baute seine Miktasch wie Himmelshöhen, wie die Erde, die er gegründet hat für immer,

78,70 und erwählte seinen Knecht Dawid und nahm ihn von den Schafhürden;

78,71 von den säugenden Schafen holte er ihn, dass er sein Volk Yahqob weide und sein Erbe Israel.

78,72 Und er weidete sie mit aller Treue und leitete sie mit kluger Hand.

Tehillim 79

79,1 TEHILLIM ASAFS. Haschem, es sind Heiden in dein Erbe eingefallen; die haben deinen geweihten Tempel entweiht und aus Jerusalem einen Steinhaufen gemacht.

79,2 Sie haben die Leichname deiner Knechte den Vögeln unter dem Himmel zu fressen gegeben und das Fleisch deiner Frommen den Tieren im Lande.

79,3 Sie haben ihr Blut vergossen um Jerusalem her wie Wasser, und da war niemand, der sie begrub.

79,4 Wir sind bei unsern Nachbarn eine Schmach geworden, zu Spott und Hohn bei denen, die um uns her sind.

79,5 Haschem, wie lange willst du so sehr zürnen und deinen Eifer brennen lassen wie Feuer?

79,6 Schütte deinen Grimm auf die Völker, die dich nicht kennen, und auf die Königreiche, die deinen Namen nicht anrufen.

79,7 Denn sie haben Jakob gefressen und seine Stätte verwüstet.

79,8 Rechne uns die Schuld der Väter nicht an, erbarme dich unser bald, denn wir sind sehr elend.

79,9 Hilf du uns, Haschem, unser Helfer, um deines Namens Ehre willen! Errette uns und vergib uns unsre Sünden um deines Namens willen!

79,10 Warum läßt du die Heiden sagen: «Wo ist nun ihr Elohim?»

79,11 Lass vor dich kommen das Seufzen der Gefangenen; durch deinen starken Arm erhalte die Kinder des Todes

79,12 und vergilt unsern Nachbarn siebenfach auf ihr Haupt ihr Schmähen, mit dem sie dich, Haschem, geschmäht haben.

79,13 Wir aber, dein Volk, die Schafe deiner Weide, danken dir ewiglich und verkünden deinen Ruhm für und für.

Tehillim 80

80,1 EIN THELILIM ASAFS, VORZUSINGEN, NACH DER WEISE «LILIEN DES ZEUGNISSES».

80,2 Du Hirte Yisraels, höre, der du Josef hütest wie Schafe! Erscheine, der du thronst über den Cherubim,

80,3 vor Ephraim, Benjamin und Manasse! Erwecke deine Kraft und komm uns zu Hilfe!

80,4 Haschem, TRÖSTE UNS WIEDER UND LASS LEUCHTEN DEIN ANTLITZ, SO GENESEN WIR.

80,5 Haschem, wie lange willst du zürnen, während dein Volk zu dir betet?

80,6 Du speisest sie mit Tränenbrot und tränkest sie mit einem großen Krug voll Tränen.

80,7 Du lässest unsre Nachbarn sich um uns streiten, und unsre Feinde verspotten uns.

80,8 Haschem, TRÖSTE UNS WIEDER; LASS LEUCHTEN DEIN ANTLITZ, SO GENESEN WIR.

80,9 Du hast einen Weinstock aus Mitzrayim geholt, hast vertrieben die Völker und ihn eingepflanzt.

80,10 Du hast vor ihm Raum gemacht und hast ihn lassen einwurzeln, dass er das Land erfüllt hat.

80,11 Berge sind mit seinem Schatten bedeckt und mit seinen Reben die Zedern Haschem.

80,12 Du hast seine Ranken ausgebreitet bis an das Meer und seine Zweige bis an den Strom.

80,13 Warum hast du denn seine Mauer zerbrochen, dass jeder seine Früchte abreißt, der vorübergeht?

80,14 Es haben ihn zerwühlt die wilden Säue und die Tiere des Feldes ihn abgeweidet.

80,15 Haschem, wende dich doch! Schaue vom Himmel und sieh darein, nimm dich dieses Weinstocks an!

80,16 Schütze doch, was deine Rechte gepflanzt hat, den Sohn, den du dir großgezogen hast!

80,17 Sie haben ihn mit Feuer verbrannt wie Kehricht; vor dem Drohen deines Angesichts sollen sie umkommen.

80,18 Deine Hand schütze den Mann deiner Rechten, den Sohn, den du dir großgezogen hast.

80,19 So wollen wir nicht von dir weichen. Lass uns leben, so wollen wir deinen Namen anrufen.

80,20 Haschem, TRÖSTE UNS WIEDER; LASS LEUCHTEN DEIN ANTLITZ, SO GENESEN WIR.

Tehillim 81

81,1 VON ASAF, VORZUSINGEN, AUF DER GITTIT.

81,2 Singet fröhlich Haschem, der unsre Stärke ist, jauchzet dem Haschem Jakobs!

81,3 Hebt an mit Tehillim und lasst hören die Pauken, liebliche Zithern und Harfen!

81,4 Blaset am Neumond die Posaune, am Vollmond, am Tag unsres Festes!

81,5 Denn das ist eine Satzung für Yisrael und eine Ordnung des Haschem Jakobs.

81,6 Das hat er zum Zeugnis gesetzt für Josef, als Er auszog wider Mitzraim. Eine Sprache höre ich, die ich bisher nicht kannte:

81,7 Ich habe ihre Schultern von der Last befreit und ihre Hände vom Tragkorb erlöset.

81,8 Als du mich in der Not anriefst, half ich dir heraus und antwortete dir aus der Wetterwolke und prüfte dich am Haderwasser. SELA.

81,9 Höre, mein Volk, ich will dich ermahnen. Yisrael, du sollst mich hören!

81,10 Kein Andrer sei unter dir, und einen fremden Elohim sollst du nicht anbeten!

81,11 Ich bin YAH, dein Haschem, der dich aus Mitzraim geführt hat: Tu deinen Mund weit auf, lass mich ihn füllen!

81,12 Aber mein Volk gehorcht nicht meiner Stimme, und Yisrael will mich nicht.

81,13 So hab ich sie dahingegeben in die Verstocktheit ihres Herzens, dass sie wandeln nach eigenem Rat.

81,14 Wenn doch mein Volk mir gehorsam wäre und Yisrael auf meinem Wege ginge!

81,15 Dann wollte ich seine Feinde bald demütigen und meine Hand gegen seine Widersacher wenden!

81,16 Und die Haschem hassen, müssten sich vor ihm beugen, aber Yisraels Zeit würde ewiglich währen,

81,17 und ich würde es mit dem besten Weizen speisen und mit Honig aus dem Felsen sättigen.

Tehillim 82

82,1 EIN TEHILLIM ASAFS. Haschem ist Richter über den Göttern.

82,2 «Wie lange wollt ihr unrecht richten und die Ungläubigen vorziehen? SELA.

82,3 Schaffet Recht dem Armen und der Waise und helft dem Elenden und Bedürftigen zum Recht.

82,4 Errettet den Geringen und Armen und erlöst ihn aus der Gewalt der Ungläubigen.»

82,5 Sie lassen sich nichts sagen und sehen nichts ein, sie tappen dahin im Finstern. Darum wanken alle Grundfesten der Erde.

82,6 «Wohl habe ich gesagt: Ihr seid Götter und allzumal Söhne des Höchsten;

82,7 aber ihr werdet sterben wie Menschen und wie ein Tyrann zugrunde gehen.»

82,8 Haschem, mache dich auf und richte die Erde; denn du bist Erbe über alle Heiden!

Tehillim 83

83,1 EIN TEHILLIMLIED ASAFS.

83,2 Haschem, schweige doch nicht! Haschem, bleib nicht so still und ruhig!

83,3 Denn siehe, deine Feinde toben, und die dich hassen, erheben das Haupt.

83,4 Sie machen listige Anschläge wider dein Volk und halten Rat wider die, die bei dir sich bergen.

83,5 « Wohlan!» sprechen sie, «lasst uns sie ausrotten, dass sie kein Volk mehr seien und des Namens Yisrael nicht mehr gedacht werde!»

83,6 Denn sie sind miteinander eins geworden und haben einen Bund wider dich gemacht:

83,7 die in den Zelten von Edom und Ismael wohnen, Moab und die Hagariter,

83,8 Gebal, Ammon und Amalek, die Philister mit denen von Tyrus;

83,9 auch Assur hat sich zu ihnen geschlagen, sie helfen den Söhnen Lot. SELA.

83,10 Mach's mit ihnen wie mit Midian, wie mit Sisera, mit Jabin am Bach Kischon,

83,11 die vertilgt wurden bei En-Dor und wurden zu Mist auf dem Acker.

83,12 Mache ihre Fürsten wie Oreb und Seeb, alle ihre Edlen wie Sebach und Zalmunna,

83,13 die auch einmal sagten: Wir wollen das Land Haschem einnehmen.

83,14 Mein Haschem, mache sie wie verwehende Blätter, wie Spreu vor dem Winde.

83,15 Wie ein Feuer den Wald verbrennt und wie eine Flamme die Berge versengt,

83,16 so verfolge sie mit deinem Sturm und erschrecke sie mit deinem Ungewitter.

83,17 Bedecke ihr Angesicht mit Schande, dass sie, Haschem, nach deinem Namen fragen müssen.

83,18 Schämen sollen sie sich und erschrecken für immer und zuschanden werden und umkommen.

83,19 So werden sie erkennen, dass du allein Haschem heißest und der Höchste bist in aller Welt.

Tehillim 84

84,1 EIN TEHILLIM DER SÖHNE KORACH, VORZUSINGEN, AUF DER GITTIT.

84,2 Wie lieb sind mir deine Wohnungen, Haschem!

84,3 Meine Seele verlangt und sehnt sich nach den Vorhöfen des Haschem; mein Leib und Seele freuen sich in dem lebendigen Haschem.

84,4 Der Vogel hat ein Haus gefunden und die Schwalbe ein Nest für ihre Jungen - deine Altäre, Haschem Zebaoth, mein König und mein Haschem.

84,5 Wohl denen, die in deinem Hause wohnen; die loben dich immerdar. SELA.

84,6 Wohl den Menschen, die dich für ihre Stärke halten und von Herzen dir nachwandeln!

84,7 Wenn sie durchs dürre Tal ziehen, wird es ihnen zum Quellgrund, und Frühregen hüllt es in Segen.

84,8 Sie gehen von einer Kraft zur andern und schauen den wahren Haschem in Zion.

84,9 Haschem, Haschem Zebaoth, höre mein Gebet; vernimm es, Haschem Jakobs! SELA.

84,10 Haschem, unser Schild, schaue doch; sieh doch an das Antlitz deines Gesalbten!

84,11 Denn ein Tag in deinen Vorhöfen ist besser als sonst tausend. Ich will lieber die Tür hüten in meines Haschem Hause als wohnen in der Ungläubigen Hütten.

84,12 Denn Haschem ist Sonne und Schild; Haschem gibt Gnade und Ehre. Er wird kein Gutes mangeln lassen den Frommen.

84,13 Haschem, wohl dem Menschen, der sich auf dich verlässt!

Tehillim 85

85,1 EIN TEHILLIM DER SÖHNE KORACH, VORZUSINGEN.

85,2 Haschem, der du bist vormals gnädig gewesen deinem Lande und hast erlöst die Gefangenen Jakobs;

85,3 der du die Missetat vormals vergeben hast deinem Volk und alle seine Sünde bedeckt hast; -SELA-

85,4 der du vormals hast all deinen Zorn fahren lassen und dich abgewandt von der Glut deines Zorns:

85,5 hilf uns, Haschem, unser Befreier, und lass ab von deiner Ungnade über uns!

85,6 Willst du denn ewiglich über uns zürnen und deinen Zorn walten lassen für und für?

85,7 Willst du uns denn nicht wieder erquicken, dass dein Volk sich über dich freuen kann?

85,8 Haschem, erweise uns deine Gnade und gib uns dein Wohl!

85,9 Könnte ich doch hören, was Haschem redet, dass er Frieden zusagte seinem Volk und seinen Auserwählten, damit sie nicht in Torheit geraten.

85,10 Doch ist ja seine Hilfe nahe denen, die ihn fürchten, dass in unserm Lande Ehre wohne;

85,11 dass Güte und Treue einander begegnen, Gerechtigkeit und Friede sich küssen;

85,12 dass Treue auf der Erde wachse und Gerechtigkeit vom Himmel schaue;

85,13 dass uns auch Haschem Gutes tue, und unser Land seine Frucht gebe;

85,14 dass Gerechtigkeit vor ihm her gehe und seinen Schritten folge.

Tehillim 86

86,1 EIN GEBET DAWIDS. Haschem, neige deine Ohren und erhöre mich; denn ich bin elend und arm.

86,2 Bewahre meine Seele, denn ich bin dein. Hilf du, mein Haschem, deinem Knechte, der sich verlässt auf dich.

86,3 Haschem, sei mir gnädig; denn ich rufe täglich zu dir.

86,4 Erfreue die Seele deines Knechts; denn nach dir, Haschem, verlangt mich.

86,5 Denn du, bist gut und gnädig, von großer Güte allen, die dich anrufen.

86,6 Vernimm, Haschem, mein Gebet und merke auf die Stimme meines Flehens!

86,7 In der Not rufe ich dich an; du wollest mich erhören!

86,8 Haschem, es ist dir keiner gleich unter den Göttern, und niemand kann tun, was du tust.

86,9 Alle Völker, die du gemacht hast, werden kommen und vor dir anbeten, und deinen Namen ehren,

86,10 dass du so groß bist und Wunder tust und du allein Haschem bist.

86,11 Weise mir, Haschem, deinen Weg, dass ich wandle in deiner Wahrheit; erhalte mein Herz bei dem einen, dass ich deinen Namen fürchte.

86,12 Ich danke dir, von ganzem Herzen und ehre deinen Namen ewiglich.

86,13 Denn deine Güte ist groß gegen mich, du hast mich errettet aus der Tiefe des Todes.

86,14 Haschem, es erheben sich die Stolzen gegen mich, und eine Rotte von Gewalttätern trachtet mir nach dem Leben und haben dich nicht vor Augen.

86,15 Du aber, Haschem, bist barmherzig und gnädig, geduldig und von großer Güte und Treue.

86,16 Wende dich zu mir und sei mir gnädig; stärke deinen Knecht mit deiner Kraft und hilf dem Sohn deiner Magd!

86,17 Tu ein Zeichen an mir, dass du's gut mit mir meinst, dass es sehen, die mich hassen, und sich schämen, weil du mir beistehst, Haschem, und mich tröstest.

Tehillim 87

87,1 EIN TEHILLIMLIED DER SÖHNE KORACH. Sie ist fest gegründet auf den geweihten Bergen.

87,2 Haschem liebt die Tore Zions mehr als alle Wohnungen in Jakob.

87,3 Herrliche Dinge werden in dir gepredigt, du Stadt Haschem. SELA.

87,4 Ich zähle Mitzrayim und Babel zu denen, die mich kennen, auch die Philister und Tyrer samt den Mohren: «Die sind hier geboren.»

87,5 Doch von Zion wird man sagen: «Mann für Mann ist darin geboren»; und er selbst, der Höchste, erhält es.

87,6 Haschem spricht, wenn er aufschreibt die Völker: «Die sind hier geboren.» SELA.

87,7 Und sie singen beim Reigen: Alle meine Quellen sind in dir!

Tehillim 88

88,1 EIN TEHILLIMLIED DER SÖHNE KORACH, VORZUSINGEN, ZUM REIGENTANZ IM WECHSEL*, EINE UNTERWEISUNG HEMANS, DES ESRACHITERS.

88,2 Haschem, mein Befreier, ich schreie Tag und Nacht vor dir.

88,3 Lass mein Gebet vor dich kommen, neige deine Ohren zu meinem Schreien.

88,4 Denn meine Seele ist übervoll an Leiden, und mein Leben ist nahe dem Tode.

88,5 Ich bin denen gleich geachtet, die in die Grube fahren, ich bin wie ein Mann, der keine Kraft mehr hat.

88,6 Ich liege unter den Toten verlassen, wie die Erschlagenen, die im Grabe liegen, derer du nicht mehr gedenkst und die von deiner Hand geschieden sind.

88,7 Du hast mich hinunter in die Grube gelegt, in die Finsternis und in die Tiefe.

88,8 Dein Grimm drückt mich nieder, du bedrängst mich mit allen deinen Fluten. SELA.

88,9 Meine Freunde hast du mir entfremdet, du hast mich ihnen zum Abscheu gemacht. Ich liege gefangen und kann nicht heraus,

88,10 mein Auge sehnt sich aus dem Elend. Haschem, ich rufe zu dir täglich; ich breite meine Hände aus zu dir.

88,11 Wirst du an den Toten Wunder tun, oder werden die Verstorbenen aufstehen und dir danken? SELA.

88,12 Wird man im Grabe erzählen deine Güte und deine Treue bei den Toten?

88,13 Werden denn deine Wunder in der Finsternis erkannt oder deine Gerechtigkeit im Lande des Vergessens?

88,14 Aber ich schreie zu dir, Haschem, und mein Gebet kommt frühe vor dich:

88,15 Warum verstößt du, Haschem, meine Seele und verbirgst dein Antlitz vor mir?

88,16 Ich bin elend und dem Tode nahe von Jugend auf; ich erleide deine Schrecken, dass ich fast verzage.

88,17 Dein Grimm geht über mich, deine Schrecken vernichten mich.

88,18 Sie umgeben mich täglich wie Fluten und umringen mich allzumal.

88,19 Meine Freunde und Nächsten hast du mir entfremdet, und meine Verwandten hältst du fern von mir.

Tehillim 89

89,1 EINE UNTERWEISUNG ETANS, DES ESRACHITERS.

89,2 Ich will singen von der Gnade des Haschem ewiglich und seine Treue verkünden mit meinem Munde für und für;

89,3 denn ich sage: Für ewig steht die Gnade fest; du gibst deiner Treue sicheren Grund im Himmel.

89,4 «Ich habe einen Bund geschlossen mit meinem Auserwählten, ich habe Dawid, meinem Knechte, geschworen:

89,5 Ich will deinem Geschlecht festen Grund geben auf ewig und deinen Thron bauen für und für.» SELA.

89,6 Und die Himmel werden, Haschem, deine Wunder preisen und deine Treue in der Gemeinde der Frommen.

89,7 Denn wer in den Wolken könnte dem Haschem gleichen und dem Haschem gleich sein unter den Himmlischen?

89,8 Haschem ist gefürchtet in der Versammlung der Frommen, groß und furchtbar über alle, die um ihn sind.

89,9 Haschem, Haschem Zebaoth, wer ist wie du? Mächtig bist du, Haschem, und deine Treue ist um dich her.

89,10 Du herrschest über das ungestüme Meer, du stillest seine Wellen, wenn sie sich erheben.

89,11 Du hast Rahab zu Tode geschlagen und deine Feinde zerstreut mit deinem starken Arm.

89,12 Himmel und Erde sind dein, du hast gegründet den Erdkreis und was darinnen ist.

89,13 Nord und Süd hast du geschaffen, Tabor und Hermon jauchzen über deinen Namen.

89,14 Du hast einen gewaltigen Arm, stark ist deine Hand, und hoch ist deine Rechte.

89,15 Gerechtigkeit und Gericht sind deines Thrones Stütze, Gnade und Treue gehen vor dir einher.

89,16 Wohl dem Volk, das jauchzen kann! Haschem, sie werden im Licht deines Antlitzes wandeln;

89,17 sie werden über deinen Namen täglich fröhlich sein und in deiner Gerechtigkeit Herrlich sein.

89,18 Denn du bist der Ruhm ihrer Stärke, und durch deine Gnade wirst du unser Haupt erhöhen.

89,19 Denn Haschem gehört unser Schild* und dem Frommen in Yisrael unser König. *Bezeichnung des Königs.

89,20 Damals hast du geredet durch ein Gesicht zu deinem Frommen und gesagt: Ich habe einen Helden erweckt, der helfen soll, ich habe erhöht einen Auserwählten aus dem Volk.

89,21 Ich habe gefunden meinen Knecht Dawid, ich habe ihn gesalbt mit meinem geweihten Öl.

89,22 Meine Hand soll ihn erhalten, und mein Arm soll ihn stärken.

89,23 Die Feinde sollen ihn nicht überwältigen und die Ungerechten ihn nicht demütigen;

89,24 sondern ich will seine Widersacher vor ihm zerschlagen und, die ihn hassen, zu Boden stoßen.

89,25 Aber meine Treue und Gnade soll bei ihm sein, und sein Haupt soll erhöht sein in meinem Namen.

89,26 Seine Hand lass ich herrschen über das Meer und seine Rechte über die Ströme.

89,27 Er wird mich nennen: Du bist mein Vater, mein Haschem und Hort, der mir hilft.

89,28 Und ich will ihn zum erstgeborenen Sohn machen, zum Höchsten unter den Königen auf Erden.

89,29 Ich will ihm ewiglich bewahren meine Gnade, und mein Bund soll ihm fest bleiben.

89,30 Ich will ihm ewiglich Nachkommen geben und seinen Thron erhalten, solange der Himmel währt.

89,31 Wenn aber seine Söhne mein Gesetz verlassen und in meinen Rechten nicht wandeln,

89,32 wenn sie meine Ordnungen entwürdigen und meine Gebote nicht halten,

89,33 so will ich ihre Sünde mit der Rute heimsuchen und ihre Missetat mit Plagen;

89,34 aber meine Gnade will ich nicht von ihm wenden und meine Treue nicht brechen.

89,35 Ich will meinen Bund nicht entwürdigen und nicht ändern, was aus meinem Munde gegangen ist.

89,36 Ich habe einmal geschworen bei meiner Ehrwürdigkeit und will Dawid nicht belügen:

89,37 «Sein Geschlecht soll ewig bestehen und sein Thron vor mir wie die Sonne,

89,38 wie der Mond, der ewiglich bleibt, und wie der treue Zeuge in den Wolken.» SELA.

89,39 Aber nun hast du verstoßen und verworfen und zürnst mit deinem Gesalbten!

89,40 Du hast zerbrochen den Bund mit deinem Knecht und seine Krone entweiht in den Staub.

89,41 Du hast eingerissen alle seine Mauern und hast zerstört seine Festungen.

89,42 Es berauben ihn alle, die vorübergehen; er ist seinen Nachbarn ein Spott geworden.

89,43 Du erhöhst die Rechte seiner Widersacher und erfreust alle seine Feinde.

89,44 Auch hast du die Kraft seines Schwerts weggenommen und läsest ihn nicht siegen im Streit.

89,45 Du hast seinem Glanz ein Ende gemacht und seinen Thron zu Boden geworfen.

89,46 Du hast die Tage seiner Jugend verkürzt und ihn bedeckt mit Schande. SELA.

89,47 Haschem, wie lange willst du dich so verbergen und deinen Grimm wie Feuer brennen lassen?

89,48 Gedenke, wie kurz mein Leben ist, wie vergänglich du alle Menschen geschaffen hast!

89,49 Wo ist jemand, der da lebt und den Tod nicht sähe, der seine Seele errette aus des Todes Hand? SELA.

89,50 Haschem, wo ist deine Gnade von einst, die du Dawid geschworen hast in deiner Treue?

89,51 Gedenke, Haschem, an die Schmach deiner Knechte, die ich trage in meinem Herzen von all den vielen Völkern,

89,52 mit der, Haschem, deine Feinde dich schmähen, mit der sie schmähen hinter deinem Gesalbten her!

89,53 Gelobt sei Haschem ewiglich! HalleluYAH

Tehillim 90

90,1 EIN GEBET DES MOSHE, DES MANNES HaschemES. Haschem, du bist unsre Zuflucht für und für.

90,2 Ehe denn die Berge wurden und die Erde und die Welt geschaffen wurden, bist du, Haschem, von Ewigkeit zu Ewigkeit.

90,3 Der du die Menschen läsest sterben und sprichst: Kommt wieder, Menschenkinder!

90,4 Denn tausend Jahre sind vor dir wie der Tag, der gestern vergangen ist, und wie eine Nachtwache.

90,5 Du läsest sie dahinfahren wie einen Strom, sie sind wie ein Schlaf, wie ein Gras, das am Morgen noch sprosst,

90,6 das am Morgen blüht und sprosst und des Abends welkt und verdorrt.

90,7 Das macht dein Zorn, dass wir so vergehen, und dein Grimm, dass wir so plötzlich dahin müssen.

90,8 Denn unsre Missetaten stellst du vor dich, unsre unerkannte Sünde ins Licht vor deinem Angesicht.

90,9 Darum fahren alle unsre Tage dahin durch deinen Zorn, wir bringen unsre Jahre zu wie ein Geschwätz.

90,10 Unser Leben währet siebzig Jahre, und wenn's hoch kommt, so sind's achtzig Jahre, und was daran köstlich scheint, ist doch nur vergebliche Mühe;* denn es fähret schnell dahin, als flögen wir davon.

90,11 Wer glaubt's aber, dass du so sehr zürnest, und wer fürchtet sich vor dir in deinem Grimm?

90,12 Lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen, auf dass wir klug werden.

90,13 Haschem, kehre dich doch endlich wieder zu uns und sei deinen Knechten gnädig!

90,14 Fülle uns frühe mit deiner Gnade, so wollen wir rühmen und fröhlich sein unser Leben lang.

90,15 Erfreue uns nun wieder, nachdem du uns so lange plagest, nachdem wir so lange Unglück leiden.

90,16 Zeige deinen Knechten deine Werke und deine Herrlichkeit ihren Kindern.

90,17 Und Haschem, sei uns freundlich und fördere das Werk unsrer Hände bei uns. Ja, das Werk unsrer Hände wollest du fördern!

Tehillim 91

91,1 Wer unter dem Tallit YAH sitzt und unter dem Schatten HaschemS bleibt,

91,2 der spricht zu IHM: Meine Zuversicht und meine Burg, mein Haschem, auf den ich hoffe.

91,3 Denn er errettet dich vom Strick des Jägers und von der verderblichen Pest.

91,4 Er wird dich mit seinem Tallit decken, und Zuflucht wirst du haben unter seinen Tallit. Seine Wahrheit ist Schirm und Schild,

91,5 dass du nicht erschrecken musst vor dem Grauen der Nacht, vor den Pfeilen, die des Tages fliegen,

91,6 vor der Pest, die im Finstern schleicht, vor der Seuche, die am Mittag Verderben bringt.

91,7 Wenn auch tausend fallen zu deiner Seite und zehntausend zu deiner Rechten, so wird es doch dich nicht treffen.

91,8 Ja, du wirst es mit eigenen Augen sehen und schauen, wie den Ungläubigen vergolten wird.

91,9 Denn Haschem ist deine Zuversicht, YAH ist deine Zuflucht.

91,10 Es wird dir kein Übel begegnen, und keine Plage wird sich deinem Hause nahen.

91,11 Denn er hat seinen Malakh  befohlen, dass sie dich behüten auf allen deinen Wegen,

91,12 dass sie dich auf den Händen tragen und du deinen Fuß nicht an einen Stein stoßest.

91,13 Über Löwen und Ottern wirst du gehen und junge Löwen und Drachen niedertreten.

91,14 «Er liebt mich, darum will ich ihn erretten; er kennt meinen Namen, darum will ich ihn schützen.

91,15 Er ruft mich an, darum will ich ihn erhören; ich bin bei ihm in der Not, ich will ihn herausreißen und zu Ehren bringen.

91,16 Ich will ihn sättigen mit langem Leben und will Ihm zeigen meine Rettung.»

Tehillim 92

92,1 TEHILLIM FÜR DEN SHABBAT.

92,2 Das ist ein köstlich Ding, Haschem danken und lobsingen deinem Namen, du Höchster,

92,3 des Morgens deine Gnade und des Nachts deine Wahrheit verkündigen

92,4 auf dem Psalter mit zehn Saiten, mit Spielen auf der Harfe.

92,5 Denn, Haschem, du läsest mich fröhlich singen von deinen Werken, und ich rühme die Taten deiner Hände.

92,6 Haschem, wie sind deine Werke so groß! Deine Gedanken sind sehr tief.

92,7 Ein Törichter glaubt das nicht, und ein Narr begreift es nicht.

92,8 Die Ungläubigen grünen wie das Gras, und die Übeltäter blühen alle - nur um vertilgt zu werden für immer!

92,9 Aber du, Haschem, bist der Höchste und bleibest ewiglich.

92,10 Denn siehe, deine Feinde, Haschem, siehe, deine Feinde werden umkommen, und alle Übeltäter sollen zerstreut werden.

92,11 Aber mich machst du stark wie den Wildstier und salbst mich mit frischem Öl.

92,12 Mit Freude sieht mein Auge auf meine Feinde herab und hört mein Ohr von den Boshaften, die sich gegen mich erheben.

92,13 Der Gerechte wird grünen wie ein Palmbaum, er wird wachsen wie eine Zeder auf dem Libanon.

92,14 Die gepflanzt sind im Hause des Haschem, werden in den Vorhöfen unsres Haschem grünen.

92,15 Und wenn sie auch alt werden, werden sie dennoch blühen, fruchtbar und frisch sein,

92,16 dass sie verkündigen, wie Haschem es recht macht; er ist mein Fels, und kein Unrecht ist an ihm.

Tehillim 93

93,1 Haschem ist König und königlich geschmückt; Haschem ist geschmückt und umgürtet mit Kraft. Er hat den Erdkreis gegründet, dass er nicht wankt.

93,2 Von Anbeginn steht dein Thron fest; du bist ewig.

93,3 Haschem, die Wasserströme erheben sich, die Wasserströme erheben ihr Brausen, die Wasserströme heben empor die Wellen;

93,4 die Wasserwogen im Meer sind groß und brausen mächtig; Haschem aber ist noch größer in der Höhe.

93,5 Dein Wort ist wahrhaftig und gewiss; Kadosh ist die Zierde deines Hauses, Haschem, für alle Zeit.

Tehillim 94

94,1 Haschem, der Vergeltung, erscheine!

94,2 Erhebe dich, du Richter der Welt; vergilt den Hoffärtigen, was sie verdienen!

94,3 Haschem, wie lange sollen die Ungläubigen, wie lange sollen die Ungläubigen prahlen?

94,4 Es reden so trotzig daher, es rühmen sich alle Übeltäter.

94,5 Haschem, sie zerschlagen dein Volk und plagen dein Erbe.

94,6 Witwen und Fremdlinge bringen sie um und töten die Waisen

94,7 und sagen: Haschem sieht's nicht, und Haschem Yahqobs beachtet's nicht.

94,8 Merkt doch auf, ihr Narren im Volk! Und ihr Toren, wann wollt ihr klug werden?

94,9 Der das Ohr gepflanzt hat, sollte der nicht hören? Der das Auge gemacht hat, sollte der nicht sehen?

94,10 Der die Völker in Zucht hält, sollte der nicht Rechenschaft fordern - er, der die Menschen Erkenntnis lehrt?

94,11 Aber Haschem kennt die Gedanken der Menschen: sie sind nur ein Hauch!

94,12 Wohl dem, den du, Haschem, in Zucht nimmst und lehrst ihn durch dein Gesetz,

94,13 ihm Ruhe zu schaffen vor bösen Tagen, bis dem Ungläubigen die Grube gegraben ist.

94,14 Denn Haschem wird sein Volk nicht verstoßen noch sein Erbe verlassen.

94,15 Denn Recht muß doch Recht bleiben, und ihm werden alle frommen Herzen zufallen.

94,16 Wer steht mir bei wider die Boshaften? Wer tritt zu mir wider die Übeltäter?

94,17 Wenn Haschem mir nicht hülfe, läge ich bald am Orte des Schweigens.

94,18 Wenn ich sprach: Mein Fuß ist gestrauchelt, so hielt mich, Haschem, deine Gnade.

94,19 Ich hatte viel Kummer in meinem Herzen, aber deine Tröstungen erquickten meine Seele.

94,20 Du hast ja nicht Gemeinschaft mit dem Richterstuhl der Bösen, die das Gesetz missbrauchen und Unheil schaffen.

94,21 Sie rotten sich zusammen wider den Gerechten und verurteilen unschuldig Blut.

94,22 Aber Haschem ist mein Schutz, mein Haschem ist der Hort meiner Zuversicht.

94,23 Und er wird ihnen ihr Unrecht vergelten und sie um ihrer Bosheit willen vertilgen; Haschem, wird sie vertilgen.

Tehillim 95

95,1 Kommt herzu, lasst uns Haschem frohlocken und jauchzen dem Hort unsres Wohlergehens!

95,2 Lasst uns mit Danken vor sein Angesicht kommen und mit Psalmen ihm jauchzen!

95,3 Denn Haschem ist ein großer König über alle Götter.

95,4 Denn in seiner Hand sind die Tiefen der Erde, und die Höhen der Berge sind auch sein.

95,5 Denn sein ist das Meer, und er hat's gemacht, und seine Hände haben das Trockene bereitet.

95,6 Kommt, laßt uns anbeten und knien und niederfallen vor Haschem, der uns gemacht hat.

95,7 Denn er ist unser Haschem, und wir das Volk seiner Weide und Schafe seiner Hand.

95,8 «Verstocket euer Herz nicht, wie zu Meriba geschah, wie zu Massa in der Wüste,

95,9 wo mich eure Väter versuchten und prüften und hatten doch mein Werk gesehen.

95,10 Vierzig Jahre war dies Volk mir zuwider, dass ich sprach: Es sind Leute, deren Herz immer den Irrweg will und die meine Wege nicht lernen wollen,

95,11 so dass ich schwor in meinem Zorn: Sie sollen nicht zu meiner Ruhe kommen.»

Tehillim 96

96,1 Singet Haschem ein neues Lied; singet Haschem, alle Welt!

96,2 Singet Haschem und lobet seinen Namen, verkündet von Tag zu Tag YAH - SHUAH!

96,3 Erzählet unter den Heiden von seiner Herrlichkeit, unter allen Völkern von seinen Wundern!

96,4 Denn Haschem ist groß und hoch zu loben, mehr zu fürchten als alle Götter.

96,5 Denn alle Götter der Völker sind Götzen; aber Haschem hat den Himmel gemacht.

96,6 Hoheit und Pracht sind vor ihm, Macht und Herrlichkeit in seinem Miqdash.

96,7 Ihr Völker, bringet dar Haschem, bringet dar Haschem Ehre und Macht!

96,8 Bringet dar Haschem die Ehre seines Namens, bringet Geschenke und kommt in seine Vorhöfe!

96,9 Betet an den Haschem in kadosh Schmuck; es fürchte ihn alle Welt!

96,10 Sagt unter den Heiden: Haschem ist König. Er hat den Erdkreis gegründet, dass er nicht wankt. Er richtet die Völker recht.

96,11 a Der Himmel freue sich, und die Erde sei fröhlich, das Meer brause und was darinnen ist;

96,12 das Feld sei fröhlich und alles, was darauf ist; es sollen jauchzen alle Bäume im Walde

96,13 vor Haschem; denn er kommt, denn er kommt, zu richten das Erdreich. Er wird den Erdkreis richten mit Gerechtigkeit und die Völker mit seiner Wahrheit.

Tehillim 97

97,1 Haschem ist König; des freue sich das Erdreich und seien fröhlich die Inseln, soviel ihrer sind.

97,2 Wolken und Dunkel sind um ihn her, Gerechtigkeit und Gericht sind seines Thrones Stütze.

97,3 Feuer geht vor ihm her und verzehrt ringsum seine Feinde.

97,4 Seine Blitze erleuchten den Erdkreis, das Erdreich sieht es und erschrickt.

97,5 Berge zerschmelzen wie Wachs vor Haschem, vor dem Herrscher der ganzen Erde.

97,6 Die Himmel verkündigen seine Gerechtigkeit, und seine Herrlichkeit sehen alle Völker.

97,7 Schämen sollen sich alle, die den Bildern dienen und sich der Götzen rühmen. Betet ihn an, alle Götter!

97,8 Tzyon hört es und ist froh, und die Töchter Juda sind fröhlich, weil du, Haschem, recht regierest.

97,9 Denn du, Haschem, bist der Höchste über allen Landen, du bist hoch erhöht über alle Götter.

97,10 Die ihr den Haschem liebet, hasset das Arge! Haschem bewahrt die Seelen seiner Gesegneten; aus der Hand der Ungläubigen wird er sie erretten.

97,11 Dem Gerechten muß das Licht immer wieder aufgehen und Freude den frommen Herzen.

97,12 Ihr Gerechten, freut euch des Haschem und danket ihm und preiset seinen Namen!

Tehillim 98

98,1 TEHIMMLIM. Singet Haschem ein neues Lied, denn er tut Wunder. Er schafft YAH -SHUAH mit seiner Rechten und mit seinem kadosh Arm.

98,2 Haschem läßt sein YAH -SHUAH kundwerden; vor den Völkern macht er seine Gerechtigkeit offenbar.

98,3 Er gedenkt an seine Gnade und Treue für das Haus Yisrael, aller Welt Enden sehen YAH -SHUAH unsres Haschem.

98,4 Jauchzet Haschem, alle Welt, singet, rühmet und lobet!

98,5 Lobet Haschem mit Harfen, mit Harfen und mit Saitenspiel!

98,6 Mit Trompeten und Posaunen jauchzet vor Haschem, dem König!

98,7 Das Meer brause und was darinnen ist, der Erdkreis und die darauf wohnen.

98,8 Die Ströme sollen frohlocken, und alle Berge seien fröhlich

98,9 vor Haschem; denn er kommt, das Erdreich zu richten. Er wird den Erdkreis richten mit Gerechtigkeit und die Völker, wie es recht ist.

Tehillim 99

99,1 Haschem ist König, darum zittern die Völker; er sitzt über den Cherubim, darum bebt die Welt.

99,2 Haschem ist groß in Tzyon und erhaben über alle Völker.

99,3 Preisen sollen sie deinen großen und wunderbaren Namen, DENN ER IST KADOAH

99,4 und die Macht des Königs, der das Recht lieb hat. *Du hast bestimmt, was richtig ist, du schaffest Gericht und Gerechtigkeit in Jakob.

99,5 ERHEBET DEN Haschem, UNSERN Haschem, BETET AN VOR DEM SCHEMEL SEINER FÜSSE; DENN ER IST KADOSH.

99,6 Moshe und Aaron unter seinen Priestern, und Samuel unter denen, die seinen Namen anrufen, die riefen Haschem an, und er erhörte sie.

99,7 Er redete mit ihnen in der Wolkensäule; sie hielten seine Gesetze und Gebote, die er ihnen gab.

99,8 Haschem, du bist unser Haschem, du erhörtest sie; du, Haschem, vergabst ihnen und straftest ihr Tun.

99,9 ERHEBET Haschem, UND BETET AN AUF SEINEM BERGE; DENN Haschem, IST KADOSH.

Tehillim 100

100,1 TEHIMMLIM ZUM DANKOPFER. Jauchzet Haschem, alle Welt!

100,2 Dienet Haschem mit Freuden, kommt vor sein Angesicht mit Frohlocken!

100,3 Erkennet, dass Haschem, Haschem ist! Er hat uns gemacht und nicht wir selbst zu seinem Volk und zu Schafen seiner Weide.

100,4 Gehet zu seinen Toren ein mit Danken, zu seinen Vorhöfen mit Loben; danket ihm, lobet seinen Namen!

100,5 Denn Haschem ist freundlich, und seine Gnade währet ewig und seine Wahrheit für und für.

 

 
  zum Anfang