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Das Buch YeshaYah

DAS BUCH YESAYAH

31. Kapitel

31,1 Weh denen, die hinabziehen nach Mitzrayim um Hilfe und sich verlassen auf Rosse und hoffen auf Wagen, weil ihrer viele sind, und auf Gespanne, weil sie sehr stark sind! Aber sie halten sich nicht zum Haschem Israels und fragen nicht nach Haschem.

31,2 Aber auch er ist weise und bringt Verderben herbei und nimmt seine Worte nicht zurück, sondern wird sich aufmachen wider das Haus der Bösen und wider die Hilfe der Übeltäter.

31,3 Denn Mitzrayim ist Mensch und nicht Haschem, und seine Rosse sind Fleisch und nicht Geist. Und Haschem wird seine Hand ausstrecken, so daß der Helfer strauchelt und der, dem geholfen wird, fällt und alle miteinander umkommen.

31,4 So hat Haschem zu mir gesprochen: Gleich wie ein Löwe und ein junger Löwe brüllt über seinem Raub, wenn man wider ihn aufruft die Menge der Hirten - er erschrickt vor ihrem Geschrei nicht, und es ist ihm auch nicht angst vor ihrer Menge -, so wird Haschem herniederfahren auf den Berg Zion und auf seinen Hügel, um zu kämpfen.

31,5 Und Haschem wird Jerusalem beschirmen, wie Vögel es tun mit ihren Flügeln, er wird schützen, erretten, schonen und befreien.

31,6 Kehrt um, ihr Israeliten, zu dem, von welchem ihr so sehr abgewichen seid!

31,7 Denn zu der Zeit wird ein jeder seine silbernen und goldenen Götzen verwerfen, die eure Hände gemacht hatten euch zur Sünde.

31,8 Und Assur soll fallen, nicht durch Mannes-Schwert, und soll verzehrt werden, nicht durch Menschen-Schwert. Und es wird vor dem Schwert fliehen, und seine junge Mannschaft wird Frondienste leisten müssen.

31,9 Und sein Fels wird vor Furcht weichen, und seine Fürsten werden das Banner verlassen, spricht Haschem, der zu Zion ein Feuer und zu Jerusalem einen Glutofen hat.

32. Kapitel

32,1 Siehe, es wird ein König regieren, Gerechtigkeit aufzurichten, und Fürsten werden herrschen, das Recht zu handhaben,

32,2 daß ein jeder von ihnen sein wird wie eine Zuflucht vor dem Wind und wie ein Schutz vor dem Platzregen, wie Wasserbäche am dürren Ort, wie der Schatten eines großen Felsens im trockenen Lande.

32,3 Und die Augen der Sehenden werden nicht mehr blind sein, und die Ohren der Hörenden werden aufmerken.

32,4 Und die Unvorsichtigen werden Klugheit lernen, und die Zunge der Stammelnden wird fließend und klar reden.

32,5 Es wird nicht mehr ein Narr Fürst heißen, noch ein Betrüger edel genannt werden.

32,6 Denn ein Narr redet Narrheit, und sein Herz geht mit Verderben um, daß er Ruchloses anrichte und rede über den Haschem lauter Trug; dadurch läßt er hungrig die hungrigen Seelen und wehrt den Durstigen das Trinken.

32,7 Und des Betrügers Waffen sind böse, er sinnt auf Tücke, um die Elenden zu verderben mit falschen Worten, auch wenn der Arme sein Recht vertritt.

32,8 Aber der Edle hat edle Gedanken und beharrt bei Edlem.

32,9 Wohlan, ihr stolzen Frauen, höret meine Stimme! Ihr Töchter, die ihr so sicher seid, nehmet zu Ohren meine Rede!

32,10 Über Jahr und Tag, da werdet ihr Sicheren zittern; denn es wird keine Weinlese sein, auch keine Obsternte kommen.

32,11 Erschreckt, ihr stolzen Frauen, zittert, ihr Sicheren! Zieht euch aus, entblößt euch und umgürtet eure Lenden!

32,12 Man wird klagen um die Äcker, ja, um die lieblichen Äcker, um die fruchtbaren Weinstöcke,

32,13 um den Acker meines Volks, auf dem Dornen und Hecken wachsen, um alle Häuser voll Freude in der fröhlichen Stadt.

32,14 Denn die Paläste werden verlassen sein, und die Stadt, die voll Getümmel war, wird einsam sein, daß Burg und Turm für immer zu Höhlen werden, dem Wild zur Freude, den Herden zur Weide,

32,15 so lange bis über uns ausgegossen wird der Ruch aus der Höhe. Dann wird die Wüste zum fruchtbaren Lande und das fruchtbare Land wie Wald geachtet werden.

32,16 Und das Recht wird in der Wüste wohnen und Gerechtigkeit im fruchtbaren Lande.

32,17 Und der Gerechtigkeit Frucht wird Friede sein, und der Ertrag der Gerechtigkeit wird ewige Stille und Sicherheit sein,

32,18 daß mein Volk in friedlichen Auen wohnen wird, in sicheren Wohnungen und in stolzer Ruhe.

32,19 Aber der Wald wird niederbrechen, und die Stadt wird versinken in Niedrigkeit.

32,20 Wohl euch, die ihr säen könnt an allen Wassern und könnt die Rinder und Esel frei gehen lassen.

33. Kapitel

33,1 Weh dir, du Verwüster, der du selbst nicht verwüstet bist, und du Räuber, der du selbst nicht beraubt bist! Wenn du das Verwüsten vollendet hast, so wirst du auch verwüstet werden; wenn du des Raubens ein Ende gemacht hast, so wird man dich auch berauben.

33,2 Haschem, sei uns gnädig, denn auf dich harren wir! Sei unser Arm alle Morgen, dazu unser Wohl zur Zeit der Trübsal!

33,3 Es fliehen die Völker vor dem gewaltigen Tosen, und die Heiden werden zerstreut, wenn du dich erhebst.

33,4 Da wird man Beute wegraffen, wie die Heuschrecken wegraffen, und wie die Käfer herbeistürzen, so stürzt man sich darauf.

33,5 Haschem ist erhaben, denn er wohnt in der Höhe. Er hat Zion mit Recht und Gerechtigkeit erfüllt.

33,6 Und du wirst sichere Zeiten haben: Reichtum an Wohl, Weisheit und Klugheit; die Furcht Haschem’S wird Zions Schatz sein.

33,7 Siehe, die Leute von Ariel schreien draußen, die Boten des Friedens weinen bitterlich.

33,8 Die Wege sind verödet, es geht niemand mehr auf der Straße. Man hält nicht Treu und Glauben, man verwirft die Zeugen und achtet der Leute nicht.

33,9 Das Land sieht traurig und jämmerlich aus, der Libanon ist zuschanden geworden und verdorrt. Scharon ist wie eine Steppe, und Baschan und Karmel stehen kahl.

33,10 Nun aber will ich mich aufmachen, spricht Haschem; nun will ich mich erheben, nun will ich aufstehen.

33,11 Mit Stroh geht ihr schwanger, Stoppeln gebärt ihr; euer Zorn ist ein Feuer, das euch selbst verzehren wird.

33,12 Und die Völker werden zu Kalk verbrannt werden; wie abgehauene Dornen werden sie im Feuer verzehrt.

33,13 So höret nun ihr, die ihr ferne seid, was ich getan habe, und die ihr nahe seid, erkennet meine Stärke!

33,14 In Zion sind die Sünder erschrocken, Zittern hat die Heuchler befallen, und sie sprechen: «Wer ist unter uns, der bei verzehrendem Feuer wohnen kann? Wer ist unter uns, der bei ewiger Glut wohnen kann?»

33,15 Wer in Gerechtigkeit wandelt und redet, was recht ist; wer schändlichen Gewinn haßt und seine Hände bewahrt, daß er nicht Geschenke nehme; wer seine Ohren zustopft, daß er nichts von Blutschuld höre, und seine Augen zuhält, daß er nichts Arges sehe:

33,16 der wird in der Höhe wohnen, und Felsen werden seine Feste und Schutz sein. Sein Brot wird ihm gegeben, sein Wasser hat er gewiß.

33,17 Deine Augen werden den König sehen in seiner Schönheit; du wirst ein weites Land sehen.

33,18 Dein Herz wird an den Schrecken zurückdenken und sagen: «Wo sind nun die Schreiber? Wo sind die Vögte? Wo sind, die die Türme zählten?»

33,19 Du wirst das freche Volk nicht mehr sehen, das Volk von dunkler Sprache, die man nicht verstehen kann, und von stammelnder Zunge, die unverständlich bleibt.

33,20 Schaue auf Zion, die Stadt unsrer Feiern! Deine Augen werden Jerusalem sehen, eine sichere Wohnung, ein Zelt, das nicht mehr abgebrochen wird. Seine Pflöcke sollen nie mehr herausgezogen und keines seiner Seile zerrissen werden.

33,21 Denn Haschem wird dort bei uns mächtig sein, und weite Wassergräben wird es geben, auf denen kein Schiff mehr fahren, kein stolzes Schiff mehr dahinziehen kann.

33,22 - Denn Haschem ist unser Richter, Haschem ist unser Meister, Haschem ist unser König; der hilft uns! -

33,23 Seine Taue hängen lose, sie halten den Mastbaum nicht fest, und die Segel spannen sich nicht. Dann wird viel Beute ausgeteilt werden, und auch die Lahmen werden plündern.

33,24 Und kein Bewohner wird sagen: «Ich bin schwach»; denn das Volk, das darin wohnt, wird Vergebung der Sünde haben.

34. Kapitel

34,1 Kommt herzu, ihr Heiden, und höret; ihr Völker, merkt auf! Die Erde höre zu und was sie füllt, der Erdkreis und was darauf lebt!

34,2 Denn Haschem ist zornig über alle Heiden und ergrimmt über alle ihre Scharen. Er wird an ihnen den Bann vollstrecken und sie zur Schlachtung dahingeben.

34,3 Und ihre Erschlagenen werden hingeworfen werden, daß der Gestank von ihren Leichnamen aufsteigen wird und die Berge von ihrem Blut fließen.

34,4 Und alles Heer des Himmels wird dahinschwinden, und der Himmel wird zusammengerollt werden wie eine Buchrolle, und all sein Heer wird hinwelken, wie ein Blatt verwelkt am Weinstock und wie ein dürres Blatt am Feigenbaum.

34,5 Denn mein Schwert ist trunken im Himmel, und siehe, es wird herniederfahren auf Edom und über das Volk, an dem ich den Bann vollstrecke zum Gericht.

34,6 Haschem’S Schwert ist voll Blut und trieft von Fett, vom Blut der Lämmer und Böcke, vom Nierenfett der Widder. Denn Haschem hält ein Schlachten in Bozra und ein großes Opfer im Lande Edom.

34,7 Da werden Wildstiere mit ihnen niedersinken und junge Stiere samt den Büffeln. Und ihr Land wird trunken werden von Blut, und die Erde wird triefen von Fett.

34,8 Denn es kommt der Tag der Rache Haschem’S und das Jahr der Vergeltung, um Zion zu rächen.

34,9 Da werden Edoms Bäche zu Pech werden und seine Erde zu Schwefel; ja, sein Land wird zu brennendem Pech werden,

34,10 das weder Tag noch Nacht verlöschen wird, sondern immer wird Rauch von ihm aufgehen. Und es wird verwüstet sein von Geschlecht zu Geschlecht, daß niemand hindurchgehen wird auf ewige Zeiten,

34,11 sondern Rohrdommeln und Igel werden's in Besitz nehmen, Nachteulen und Raben werden dort wohnen. Und er wird die Meßschnur darüber spannen, daß es verwüstet werde, und das Bleilot werfen, daß es öde sei.

34,12 Und Feldgeister werden darin wohnen, und seine Edlen werden nicht mehr sein. Man wird dort keinen König mehr ausrufen, und alle seine Fürsten werden ein Ende haben.

34,13 Dornen werden wachsen in seinen Palästen, Nesseln und Disteln in seinen Schlössern; und es wird eine Behausung sein der Schakale und eine Stätte für die Strauße.

34,14 Da werden Wüstentiere und wilde Hunde einander treffen, und ein Feldgeist wird dem andern begegnen. Das Nachtgespenst wird auch dort herbergen und seine Ruhestatt dort finden.

34,15 Da wird auch die Natter nisten und legen, ihre Eier aufhäufen und ausbrüten. Auch die Raubvögel werden dort zusammenkommen. Keines vermißt das andere.

34,16 - Suchet nun in dem Buch Haschem’S und lest! - Keines von ihnen wird fehlen. Denn sein Mund gebietet es, und sein Geist bringt sie zusammen.

34,17 Er wirft ihnen das Los, und seine Hand teilt aus unter sie mit der Meßschnur, daß sie das Land besitzen auf ewige Zeiten und darin wohnen von Geschlecht zu Geschlecht.

35. Kapitel

35,1 Die Wüste und Einöde wird frohlocken, und die Steppe wird jubeln und wird blühen wie die Lilien.

35,2 Sie wird blühen und jubeln in aller Lust und Freude. Die Herrlichkeit des Libanon ist ihr gegeben, die Pracht von Karmel und Scharon. Sie sehen die Herrlichkeit Haschem’S, die Pracht unsres Haschem.

35,3 Stärket die müden Hände und macht fest die wankenden Knie!

35,4 Saget den verzagten Herzen: «Seid getrost, fürchtet euch nicht! Seht, da ist euer Haschem! Er kommt zur Rache; Haschem, der da vergilt, kommt und wird euch helfen.»

35,5 Dann werden die Augen der Blinden aufgetan und die Ohren der Tauben geöffnet werden.

35,6 Dann werden die Lahmen springen wie ein Hirsch, und die Zunge der Stummen wird frohlocken. Denn es werden Wasser in der Wüste hervorbrechen und Ströme im dürren Lande.

35,7 Und wo es zuvor trocken gewesen ist, sollen Teiche stehen, und wo es dürre gewesen ist, sollen Brunnquellen sein. Wo zuvor die Schakale gelegen haben, soll Gras und Rohr und Schilf stehen.

35,8 Und es wird dort eine Bahn sein, die der herrliche Weg heißen wird. Kein Unreiner darf ihn betreten; nur sie werden auf ihm gehen; auch die Toren dürfen nicht darauf umherirren.

35,9 Es wird da kein Löwe sein und kein reißendes Tier darauf gehen; sie sind dort nicht zu finden, sondern die Erlösten werden dort gehen.

35,10 Die Erlösten Haschem’S werden wiederkommen und nach Zion kommen mit Jauchzen; ewige Freude wird über ihrem Haupte sein; Freude und Wonne werden sie ergreifen, und Schmerz und Seufzen wird entfliehen.


36. Kapitel

36,1 Und es begab sich im vierzehnten Jahr des Königs Hiskia, da zog der König von Assyrien, Sanherib, herauf gegen alle festen Städte Judas und nahm sie ein.

36,2 Und der König von Assyrien sandte den Rabschake von Lachisch nach Jerusalem zu dem König Hiskia mit großer Heeresmacht. Und er trat hin an die Wasserleitung des oberen Teiches, an der Straße bei dem Acker des Walkers.

36,3 Und es kamen zu ihm heraus der Hofmeister Eljakim, der Sohn Hilkijas, und der Schreiber Schebna und der Kanzler Joach, der Sohn Asafs.

36,4 Und der Rabschake sprach zu ihnen: Sagt doch dem Hiskia: So spricht der große König, der König von Assyrien: Was ist das für ein Vertrauen, das du da hast?

36,5 Meinst du, bloße Worte seien schon Rat und Macht zum Kämpfen? Auf wen verläßt du dich denn, daß du von mir abgefallen bist?

36,6 Verläßt du dich auf den zerbrochenen Rohrstab Mitzrayim, der jedem, der sich darauf stützt, in die Hand dringt und sie durchbohrt? So tut der Pharao, der König von Mitzrayim, allen, die sich auf ihn verlassen.

36,7 Willst du mir aber sagen: Wir verlassen uns auf Haschem, - ist's denn nicht derselbe, dessen Höhen und Altäre Hiskia abgetan und zu Juda und Jerusalem gesagt hat: «Nur vor diesem Altar sollt ihr anbeten»?

36,8 Wohlan, nimm eine Wette an mit meinem Herrn, dem König von Assyrien: Ich will dir zweitausend Rosse geben; laß sehen, ob du die Reiter dazu stellen kannst!

36,9 Wie willst du denn zurücktreiben auch nur einen der geringsten Diener meines Herrn? Und du verläßt dich auf Mitzrayim um der Wagen und Gespanne willen!

36,10 Meinst du denn, daß ich ohne Haschem heraufgezogen bin in dies Land, es zu verderben? Nein, sondern Haschem sprach zu mir: Zieh hinauf in dies Land und verdirb es!

36,11 Aber Eljakim und Schebna und Joach sprachen zum Rabschake: Rede doch mit deinen Knechten aramäisch, denn wir verstehen's gut, und rede nicht hebräisch mit uns vor den Ohren des Volks, das auf der Mauer ist.

36,12 Da sprach der Rabschake: Meinst du, daß Haschem mich nur zu deinem Herrn oder zu dir gesandt habe, solche Worte zu reden, und nicht vielmehr zu den Männern, die auf der Mauer sitzen und samt euch ihren eigenen Mist fressen und ihren Harn saufen werden?

36,13 Und der Rabschake trat hin und rief laut auf hebräisch und sprach: Hört die Worte des großen Königs, des Königs von Assyrien!

36,14 So spricht der König: Laßt euch von Hiskia nicht betrügen; denn er kann euch nicht erretten.

36,15 Und laßt euch von Hiskia nicht vertrösten auf Haschem, wenn er sagt: Haschem wird uns erretten, und diese Stadt wird nicht in die Hand des Königs von Assyrien gegeben werden.

36,16 Hört nicht auf Hiskia! Denn so spricht der König von Assyrien: Schließt Freundschaft mit mir und kommt zu mir heraus, so soll ein jeder von euch von seinem Weinstock und von seinem Feigenbaum essen und aus seinem Brunnen trinken,

36,17 bis ich komme und hole euch in ein Land, das wie euer Land ist, ein Land, darin Korn und Wein ist, ein Land, darin Brot und Weinberge sind.

36,18 Laßt euch von Hiskia nicht bereden, wenn er sagt: Haschem wird uns erretten! Haben etwa die Götter der andern Völker ihr Land errettet aus der Hand des Königs von Assyrien?

36,19 Wo sind die Götter von Hamat und Arpad? Wo sind die Götter von Sefarwajim? Und wo sind die Götter des Landes Samarien? Haben sie Samaria errettet aus meiner Hand?

36,20 Welcher unter allen Göttern dieser Länder hat sein Land errettet aus meiner Hand, daß allein Haschem Jerusalem erretten sollte aus meiner Hand?

36,21 Sie schwiegen aber still und antworteten ihm nichts; denn der König hatte geboten: Antwortet ihm nichts.

36,22 Da kamen der Hofmeister Eljakim, der Sohn Hilkijas, und der Schreiber Schebna und der Kanzler Joach, der Sohn Asafs, mit zerrissenen Kleidern zu Hiskia und sagten ihm die Worte des Rabschake an.

37. Kapitel

37,1 Als aber der König Hiskia das hörte, zerriß er seine Kleider und legte einen Sack an und ging in das Haus Haschem'S.

37,2 Und er sandte den Hofmeister Eljakim und den Schreiber Schebna samt den Ältesten der Priester, mit dem Sack angetan, zu dem Propheten Jesaja, dem Sohn des Amoz.

37,3 Und sie sprachen zu ihm: So spricht Hiskia: Das ist ein Tag der Trübsal, der Züchtigung und der Schmach - wie wenn Kinder eben geboren werden sollen, aber die Kraft fehlt, sie zu gebären.

37,4 Vielleicht hört Haschem, die Worte des Rabschake, den sein Herr, der König von Assyrien, gesandt hat, den lebendigen Haschem zu lästern, und straft die Worte, die Haschem, gehört hat! So tu Fürbitte für die Übriggebliebenen, die noch vorhanden sind.

37,5 Und die Großen des Königs Hiskia kamen zu Jesaja.

37,6 Jesaja aber sprach zu ihnen: So sollt ihr eurem Herrn sagen: So spricht Haschem: Fürchte dich nicht vor den Worten, die du gehört hast, mit denen mich die Knechte des Königs von Assyrien geschmäht haben!

37,7 Siehe, ich will ihn andern Sinnes machen; denn er soll ein Gerücht hören, so daß er wieder heimzieht in sein Land. Dann will ich ihn durchs Schwert fällen in seinem Lande.

37,8 Als aber der Rabschake zurückkam, fand er den König von Assyrien im Kampf gegen Libna; denn er hatte gehört, daß er von Lachisch abgezogen war.

37,9 Er hatte nämlich gehört über Tirhaka, den König von Kusch: Er ist ausgezogen, gegen dich zu kämpfen. Als er das hörte, sandte er Boten zu Hiskia und ließ ihm sagen:

37,10 Sagt Hiskia, dem König von Juda: Laß dich durch Haschem nicht betrügen, auf den du dich verläßt und sprichst: Jerusalem wird nicht in die Hand des Königs von Assyrien gegeben werden.

37,11 Siehe, du hast gehört, was die Könige von Assyrien allen Ländern getan haben, daß sie den Bann an ihnen vollstreckten, und du allein solltest errettet werden?

37,12 Haben denn die Götter der Völker die Länder errettet, die von meinen Vätern vernichtet wurden: Gosan, Haran, Rezef und die von Eden in Telassar?

37,13 Wo ist der König von Hamat und der König von Arpad und der König der Stadt Sefarwajim, Hena und Awa?

37,14 Und als Hiskia den Brief von den Boten empfangen und gelesen hatte, ging er hinauf in das Haus Haschem’S und breitete ihn aus vor Haschem.

37,15 Und Hiskia betete zum Haschem und sprach:

37,16 DuHaschem Israels, der du über den Cherubim thronst, du bist allein Haschem über alle Königreiche auf Erden, du hast Himmel und Erde gemacht.

37,17 Haschem, neige deine Ohren und höre doch, Haschem, tu deine Augen auf und sieh doch! Höre doch alle die Worte Sanheribs, die er gesandt hat, um den lebendigen Haschem zu schmähen.

37,18 Wahr ist's, Haschem, die Könige von Assyrien haben alle Länder verwüstet

37,19 und haben ihre Götter ins Feuer geworfen; denn sie waren nicht Götter, sondern Werk von Menschenhänden, Holz und Stein. Die haben sie vertilgt.

37,20 Nun aber, Haschem, errette uns aus seiner Hand, damit alle Königreiche auf Erden erfahren, daß du, Haschem, allein Haschem bist!

37,21 Da sandte Jesaja, der Sohn des Amoz, zu Hiskia und ließ ihm sagen: So spricht der Haschem Israels: Was du von mir erbeten hast wegen des Königs Sanherib von Assyrien, habe ich gehört.

37,22 Dies ist's, was Haschem über ihn spricht: Die Jungfrau, die Tochter Zion, verachtet dich und spottet deiner, und die Tochter Jerusalem schüttelt das Haupt hinter dir her.

37,23 Wen hast du geschmäht und gelästert? Über wen hast du die Stimme erhoben? Du hobst deine Augen empor wider den Kadoshim Israels.

37,24 Durch deine Knechte hast du den Haschem geschmäht und gesagt: «Ich bin mit der Menge meiner Wagen heraufgezogen auf die Höhe der Berge in den innersten Libanon und habe seine hohen Zedern abgehauen samt seinen auserwählten Zypressen und bin bis zu seiner äußersten Höhe gekommen, in seinen dichtesten Wald.

37,25 Ich habe gegraben und getrunken fremde Wasser und habe mit meinen Fußsohlen ausgetrocknet alle Flüsse Mitzrayims.»

37,26 Hast du nicht gehört, daß ich es lange zuvor bereitet und von Anfang an geplant habe? Jetzt aber habe ich's kommen lassen, daß du feste Städte zerstören solltest zu Steinhaufen,

37,27 und ihre Einwohner sollten ohne Kraft werden und sich fürchten und zuschanden werden und wie Feldgras werden und wie grünes Kraut, wie Gras auf den Dächern, das verdorrt, ehe es reif wird.

37,28 Ich weiß von deinem Aufstehen und Sitzen, von deinem Ausziehen und Einziehen und daß du tobst gegen mich.

37,29 Weil du nun gegen mich tobst und dein Stolz vor meine Ohren gekommen ist, will ich dir meinen Ring in die Nase legen und meinen Zaum in dein Maul und will dich den Weg wieder heimführen, den du gekommen bist.

37,30 Und das sei dir, Hiskia, ein Zeichen: In diesem Jahr iß, was von selber nachwächst, im nächsten Jahr, was auch dann noch wächst; im dritten Jahr sät und erntet, pflanzt Weinberge und eßt ihre Früchte.

37,31 Denn die Erretteten vom Hause Juda und was übriggeblieben ist, werden von neuem nach unten Wurzeln schlagen und oben Frucht tragen.

37,32 Denn von Jerusalem werden ausgehen, die übriggeblieben sind, und die Erretteten vom Berge Zion. Solches wird tun der Eifer Haschem’S.

37,33 Darum spricht Haschem über den König von Assyrien: Er soll nicht in diese Stadt kommen und soll auch keinen Pfeil hineinschießen und mit keinem Schild davor kommen und soll keinen Wall gegen sie aufschütten,

37,34 sondern auf dem Wege, den er gekommen ist, soll er wieder heimkehren, daß er in diese Stadt nicht komme, spricht Haschem.

37,35 Denn ich will diese Stadt schützen, daß ich sie errette um meinetwillen und um meines Knechtes David willen.

37,36 Da fuhr aus der Malach Haschem’S und schlug im assyrischen Lager hundertfünfundachtzigtausend Mann. Und als man sich früh am Morgen aufmachte, siehe, da lag alles voller Leichen.

37,37 Und der König von Assyrien, Sanherib, brach auf, zog weg und kehrte wieder heim und blieb zu Ninive.

37,38 Es begab sich aber, als er anbetete im Hause Nisrochs, seines Gottes, erschlugen ihn seine Söhne Adrammelech und Sarezer mit dem Schwert, und sie flohen ins Land Ararat. Und sein Sohn Asarhaddon wurde König an seiner Statt.

38. Kapitel

38,1 Zu der Zeit wurde Hiskia todkrank. Und der Prophet Jesaja, der Sohn des Amoz, kam zu ihm und sprach zu ihm: So spricht Haschem: Bestelle dein Haus, denn du wirst sterben und nicht am Leben bleiben.

38,2 Da wandte Hiskia sein Angesicht zur Wand und betete zum Haschem

38,3 und sprach: Gedenke doch, Haschem, wie ich vor dir in Treue und ungeteilten Herzens gewandelt bin und habe getan, was dir gefallen hat. Und Hiskia weinte sehr.

38,4 Da geschah das Wort Haschem’S zu Jesaja:

38,5 Geh hin und sage Hiskia: So spricht Haschem, der Haschem deines Vaters David: Ich habe dein Gebet gehört und deine Tränen gesehen. Siehe, ich will deinen Tagen noch fünfzehn Jahre zulegen

38,6 und will dich samt dieser Stadt erretten aus der Hand des Königs von Assyrien und will diese Stadt beschirmen.

38,7 Und dies sei dir das Zeichen von Haschem, daß Haschem tun wird, was er zugesagt hat:

38,8 Siehe, ich will den Schatten an der Sonnenuhr des Ahas zehn Striche zurückziehen, über die er gelaufen ist. Und die Sonne lief zehn Striche zurück an der Sonnenuhr, über die sie gelaufen war.

38,9 Dies ist das Lied Hiskias, des Königs von Juda, als er krank gewesen und von seiner Krankheit gesund geworden war:

38,10 Ich sprach: Nun muß ich zu des Totenreiches Pforten fahren in der Mitte meines Lebens, da ich doch gedachte, noch länger zu leben.

38,11 Ich sprach: Nun werde ich Haschem nicht mehr schauen im Lande der Lebendigen, nun werde ich die Menschen nicht mehr sehen mit denen, die auf der Welt sind.

38,12 Meine Hütte ist abgebrochen und über mir weggenommen wie eines Hirten Zelt. Zu Ende gewebt hab ich mein Leben wie ein Weber; er schneidet mich ab vom Faden. Tag und Nacht gibst du mich preis;

38,13 bis zum Morgen schreie ich um Hilfe; aber er zerbricht mir alle meine Knochen wie ein Löwe; Tag und Nacht gibst du mich preis.

38,14 Ich zwitschere wie eine Schwalbe und gurre wie eine Taube. Meine Augen sehen verlangend nach oben: Haschem, ich leide Not, tritt für mich ein!

38,15 Was soll ich reden und was ihm sagen? Er hat's getan! Entflohen ist all mein Schlaf bei solcher Betrübnis meiner Seele.

38,16 Haschem, laß mich wieder genesen und leben!

38,17 Siehe, um Trost war mir sehr bange. Du aber hast dich meiner Seele herzlich angenommen, daß sie nicht verdürbe; denn du wirfst alle meine Sünden hinter dich zurück.

38,18 Denn die Toten loben dich nicht, und der Tod rühmt dich nicht, und die in die Grube fahren, warten nicht auf deine Treue;

38,19 sondern allein, die da leben, loben dich so wie ich heute. Der Vater macht den Kindern deine Treue kund.

38,20 Haschem hat mir geholfen, darum wollen wir singen und spielen, solange wir leben, im Hause Haschem`S!

38,21 *Und Jesaja sprach, man solle ein Pflaster von Feigen nehmen und auf sein Geschwür legen, daß er gesund würde. *Die Verse 21 und 22 gehören zwischen Vers 6 und Vers 7 wie in 2. Kön 20,7.8. 38,22 Hiskia aber sprach: Was ist das Zeichen, daß ich wieder zum Hause Haschem’S hinaufgehen kann?

39. Kapitel

39,1 Zu der Zeit sandte Merodach-Baladan, der Sohn Baladans, der König von Babel, Briefe und Geschenke an Hiskia; denn er hatte gehört, daß er krank gewesen und wieder gesund geworden sei.

39,2 Darüber freute sich Hiskia und zeigte den Gesandten das Schatzhaus, Silber und Gold und Spezerei, kostbare Salben und sein ganzes Zeughaus und alle Schätze, die er hatte. Es gab nichts, was ihnen Hiskia nicht gezeigt hätte in seinem Hause und in seinem ganzen Reich.

39,3 Da kam der Prophet Jesaja zum König Hiskia und sprach zu ihm: Was sagen diese Männer, und von woher kommen sie zu dir? Hiskia sprach: Sie kommen aus fernem Lande zu mir, nämlich aus Babel.

39,4 Er aber sprach: Was haben sie in deinem Hause gesehen? Hiskia sprach: Alles, was in meinem Hause ist, haben sie gesehen, und es gibt nichts, das ich ihnen nicht gezeigt hätte von meinen Schätzen.

39,5 Und Jesaja sprach zu Hiskia: Höre das Wort Haschem’S:

39,6 Siehe, es kommt die Zeit, daß alles, was in deinem Hause ist und was deine Väter gesammelt haben bis auf diesen Tag, nach Babel gebracht werden wird, so daß nichts zurückbleibt, spricht Haschem.

39,7 Dazu werden sie von deinen Söhnen, die von dir kommen werden, die du zeugen wirst, einige nehmen, daß sie Kämmerer werden müssen am Hofe des Königs von Babel.

39,8 Und Hiskia sprach zu Jesaja: Das Wort Haschem’S ist gut, das du sagst. Denn er dachte: Es wird doch Friede und Sicherheit sein, solange ich lebe.

40. Kapitel

40,1 Tröstet, tröstet mein Volk! spricht euer Haschem.

40,2 Redet mit Jerusalem freundlich und prediget ihr, daß ihre Knechtschaft ein Ende hat, daß ihre Schuld vergeben ist; denn sie hat doppelte Strafe empfangen von der Hand Haschem’S für alle ihre Sünden.

40,3 Es ruft eine Stimme: In der Wüste bereitet Haschem den Weg, macht in der Steppe eine ebene Bahn unserm AELOHIM!

40,4 Alle Täler sollen erhöht werden, und alle Berge und Hügel sollen erniedrigt werden, und was uneben ist, soll gerade, und was hügelig ist, soll eben werden;

40,5 denn die Herrlichkeit Haschem’S soll offenbart werden, und alles Fleisch miteinander wird es sehen; denn Haschem’S Mund hat's geredet.

40,6 Es spricht eine Stimme: Predige!, und ich sprach: Was soll ich predigen? Alles Fleisch ist Gras, und alle seine Güte ist wie eine Blume auf dem Felde.

40,7 Das Gras verdorrt, die Blume verwelkt; denn Haschem’S Odem bläst darein. Ja, Gras ist das Volk!

40,8 Das Gras verdorrt, die Blume verwelkt, aber das Wort unseres Haschem’S bleibt ewiglich.

40,9 Zion, du Freudenbotin, steig auf einen hohen Berg; Jerusalem, du Freudenbotin, erhebe deine Stimme mit Macht; erhebe sie und fürchte dich nicht! Sage den Städten Judas: Siehe, da ist euer Haschem;

40,10 siehe, da ist Haschem! Er kommt gewaltig, und sein Arm wird herrschen. Siehe, was er gewann, ist bei ihm, und was er sich erwarb, geht vor ihm her.

40,11 Er wird seine Herde weiden wie ein Hirte. Er wird die Lämmer in seinen Arm sammeln und im Bausch seines Gewandes tragen und die Mutterschafe führen.

40,12 Wer mißt die Wasser mit der hohlen Hand, und wer bestimmt des Himmels Weite mit der Spanne und faßt den Staub der Erde mit dem Maß und wiegt die Berge mit einem Gewicht und die Hügel mit einer Waage?

40,13 Wer bestimmt den Ruach Haschem’S, und welcher Ratgeber unterweist ihn?

40,14 Wen fragt er um Rat, der ihm Einsicht gebe und lehre ihn den Weg des Rechts und lehre ihn Erkenntnis und weise ihm den Weg des Verstandes?

40,15 Siehe, die Völker sind geachtet wie ein Tropfen am Eimer und wie ein Sandkorn auf der Waage. Siehe, die Inseln sind wie ein Stäublein.

40,16 Der Libanon wäre zu wenig zum Feuer und seine Tiere zu wenig zum Brandopfer.

40,17 Alle Völker sind vor ihm wie nichts und gelten ihm als nichtig und eitel.

40,18 Mit wem wollt ihr denn Haschem vergleichen? Oder was für ein Abbild wollt ihr von ihm machen?

40,19 Der Meister gießt ein Bild, und der Goldschmied vergoldet's und macht silberne Ketten daran.

40,20 Wer aber zu arm ist für eine solche Gabe, der wählt ein Holz, das nicht fault, und sucht einen klugen Meister dazu, ein Bild zu fertigen, das nicht wackelt.

40,21 Wißt ihr denn nicht? Hört ihr denn nicht? Ist's euch nicht von Anfang an verkündigt? Habt ihr's nicht gelernt von Anbeginn der Erde?

40,22 Er thront über dem Kreis der Erde, und die darauf wohnen, sind wie Heuschrecken; er spannt den Himmel aus wie einen Schleier und breitet ihn aus wie ein Zelt, in dem man wohnt;

40,23 er gibt die Fürsten preis, daß sie nichts sind, und die Richter auf Erden macht er zunichte:

40,24 Kaum sind sie gepflanzt, kaum sind sie gesät, kaum hat ihr Stamm eine Wurzel in der Erde, da läßt er einen Wind unter sie wehen, daß sie verdorren, und ein Wirbelsturm führt sie weg wie Spreu.

40,25 Mit wem wollt ihr mich also vergleichen, dem ich gleich sei? spricht Haschem.

40,26 Hebet eure Augen in die Höhe und seht! Wer hat dies geschaffen? Er führt ihr Heer vollzählig heraus und ruft sie alle mit Namen; seine Macht und starke Kraft ist so groß, daß nicht eins von ihnen fehlt.

40,27 Warum sprichst du denn, Jakob, und du, Israel, sagst: «Mein Weg ist Haschem verborgen, und mein Recht geht vor meinem Haschem vorüber»?

40,28 Weißt du nicht? Hast du nicht gehört? Haschem, der die Enden der Erde geschaffen hat, wird nicht müde noch matt, sein Verstand ist unausforschlich.

40,29 Er gibt dem Müden Kraft und Stärke genug dem Unvermögenden.

40,30 Männer werden müde und matt, und Jünglinge straucheln und fallen;

40,31 aber die auf Haschem harren, kriegen neue Kraft, daß sie auffahren mit Flügeln wie Adler, daß sie laufen und nicht matt werden, daß sie wandeln und nicht müde werden.

 

 
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