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Das Buch YirmeYah

DAS BUCH JEREMIA

1. Kapitel

1,1 Dies sind die Worte Jeremias, des Sohnes Hilkiyahs, aus dem Priestergeschlecht zu Anatot im Lande Benjamin.

1,2 Zu ihm geschah das Wort Haschem zur Zeit Josias, des Sohnes Amons, des Königs von Yahuda, im dreizehnten Jahr seiner Herrschaft,

1,3 und hernach zur Zeit Yoyakims, des Sohnes Josias, des Königs von Yahuda, bis ans Ende des elften Jahres Zedekyahs, des Sohnes Josias, des Königs von Yahuda, bis Yahrushalayim weggeführt wurde im fünften Monat.

1,4 Und HaschemS Wort geschah zu mir:

1,5 Ich kannte dich, ehe ich dich im Mutterleibe bereitete, und sonderte dich aus, ehe du von der Mutter geboren wurdest, und bestellte dich zum Propheten für die Völker.

1,6 Ich aber sprach: Ach, Haschem, ich tauge nicht zu predigen; denn ich bin zu jung.

1,7 Haschem sprach aber zu mir: Sage nicht: «Ich bin zu jung», sondern du sollst gehen, wohin ich dich sende, und predigen alles, was ich dir gebiete.

1,8 Fürchte dich nicht vor ihnen; denn ich bin bei dir und will dich erretten, spricht Haschem.

1,9 Und Haschem streckte seine Hand aus und rührte meinen Mund an und sprach zu mir: Siehe, ich lege meine Worte in deinen Mund.

1,10 Siehe, ich setze dich heute über Völker und Königreiche, daß du ausreißen und einreißen, zerstören und verderben sollst und bauen und pflanzen.

1,11 Und es geschah HaschemS Wort zu mir: Jeremia, was siehst du? Ich sprach: Ich sehe einen erwachenden Zweig.

1,12 Und Haschem sprach zu mir: Du hast recht gesehen; denn ich will wachen über meinem Wort, daß ich's tue.

1,13 Und es geschah HaschemS Wort zum zweitenmal zu mir: Was siehst du? Ich sprach: Ich sehe einen siedenden Kessel überkochen von Norden her.

1,14 Und Haschem sprach zu mir: Von Norden her wird das Unglück losbrechen über alle, die im Lande wohnen.

1,15 Denn siehe, ich will rufen alle Völker der Königreiche des Nordens, daß sie kommen sollen und ihre Throne setzen vor die Tore Yahrushalayims und rings um die Mauern her und vor alle Städte Yahudas.

1,16 Und ich will mein Gericht über sie ergehen lassen um all ihrer Bosheit willen, daß sie mich verlassen und andern Göttern opfern und ihrer Hände Werk anbeten.

1,17 So gürte nun deine Lenden und mache dich auf und predige ihnen alles, was ich dir gebiete. Erschrick nicht vor ihnen, auf daß ich dich nicht erschrecke vor ihnen!

1,18 Denn ich will dich heute zur festen Stadt, zur eisernen Säule, zur ehernen Mauer machen im ganzen Lande wider die Könige Yahudas, wider seine Großen, wider seine Priester, wider das Volk des Landes,

1,19 daß, wenn sie auch wider dich streiten, sie dir dennoch nichts anhaben können; denn ich bin bei dir, daß ich dich errette, spricht Haschem.

2. Kapitel

2,1 Und HaschemS Wort geschah zu mir:

2,2 Geh hin und predige öffentlich der Stadt Yahrushalayim und sprich: So spricht Haschem: Ich gedenke der Treue deiner Jugend und der Liebe deiner Brautzeit, wie du mir folgtest in der Wüste, im Lande, da man nicht sät.

2,3 Da war Israel Haschem würdig, die Erstlingsfrucht seiner Ernte. Wer davon essen wollte, machte sich schuldig, und Unglück mußte über ihn kommen, spricht Haschem.

2,4 Hört HaschemS Wort, ihr vom Hause Yaqob und alle Geschlechter vom Hause Israel!

2,5 So spricht Haschem: Was haben doch eure Väter Unrechtes an mir gefunden, daß sie von mir wichen und hingen den nichtigen Götzen an und wurden so zunichte,

2,6 und dachten niemals: Wo ist Haschem, der uns aus Mitzrayim führte und leitete uns in der Wüste, im wilden, ungebahnten Lande, im dürren und finstern Lande, im Lande, das niemand durchwandert und kein Mensch bewohnt?

2,7 Und ich brachte euch in ein fruchtbares Land, daß ihr äßet seine Früchte und Güter. Aber als ihr hineinkamt, machtet ihr mein Land unrein und mein Eigentum mir zum Greuel.

2,8 Die Priester fragten nicht: Wo ist Haschem?, und die Hüter des Gesetzes achteten meiner nicht, und die Hirten des Volks wurden mir untreu, und die Propheten weissagten im Namen des Baal und hingen den Götzen an, die nicht helfen können.

2,9 Darum muß ich noch weiter mit euch und mit euren Kindeskindern rechten, spricht Haschem.

2,10 Denn geht hin zu den Inseln der Kittäer und schaut, und sendet nach Kedar und gebt genau acht und schaut, ob's daselbst so zugeht:

2,11 ob die Heiden ihre Götter wechseln, die doch keine Götter sind. Aber mein Volk hat seine Herrlichkeit eingetauscht gegen einen Götzen, der nicht helfen kann!

2,12 Entsetze dich, Himmel, darüber, erschrick und erbebe gar sehr, spricht Haschem.

2,13 Denn mein Volk tut eine zwiefache Sünde: mich, die lebendige Quelle, verlassen sie und machen sich Zisternen, die doch rissig sind und kein Wasser geben.

2,14 Ist denn Israel ein Sklave oder unfrei geboren, daß er jedermanns Raub sein darf?

2,15 Löwen brüllen über ihm, brüllen laut und verwüsten sein Land, und seine Städte werden verbrannt, so daß niemand darin wohnt.

2,16 Dazu scheren die Leute von Memfis und Tachpanhes dir den Kopf kahl.

2,17 Das alles hast du dir doch selbst bereitet, weil du Haschem, deinen Haschem, verläßt, sooft er dich den rechten Weg leiten will.

2,18 Was hilft's dir, daß du nach Mitzrayim ziehst und willst vom Nil trinken? Und was hilft's dir, daß du nach Assyrien ziehst und willst vom Euphrat trinken?

2,19 Deine Bosheit ist schuld, daß du so geschlagen wirst, und dein Ungehorsam, daß du so gestraft wirst. Und du mußt innewerden und erfahren, was es für Jammer und Herzeleid bringt, Haschem zu verlassen und ihn nicht zu fürchten.

2,20 Denn von jeher hast du dein Joch zerbrochen und deine Bande zerrissen und gesagt: Ich will nicht unterworfen sein! Sondern auf allen hohen Hügeln und unter allen grünen Bäumen triebst du Hurerei.

2,21 Ich aber hatte dich gepflanzt als einen edlen Weinstock, ein ganz echtes Gewächs. Wie bist du mir denn geworden zu einem schlechten, wilden Weinstock?

2,22 Und wenn du dich auch mit Lauge wüschest und nähmest viel Seife dazu, so bleibt doch der Schmutz deiner Schuld vor mir, spricht Haschem.

2,23 Wie wagst du denn zu sagen: Ich bin nicht unrein, ich habe mich nicht an die Baale gehängt? Sieh doch, wie du es treibst im Tal, und bedenke, was du getan hast! Du läufst umher wie eine Kamelstute in der Brunst,

2,24 wie eine Wildeselin in der Wüste, wenn sie vor großer Brunst lechzt und läuft, daß niemand sie aufhalten kann. Wer sie haben will, muß nicht weit laufen; er trifft sie bald in dieser Zeit.

2,25 Schone doch deine Füße, daß sie nicht wund werden, und deine Kehle, daß sie nicht durstig werde. Aber du sprichst: Da wird nichts draus; ich muß diese Fremden lieben und ihnen nachlaufen.

2,26 Wie ein Dieb zuschanden wird, wenn man ihn ergreift, so wird das Haus Israel zuschanden werden samt seinen Königen, Fürsten, Priestern und Propheten,

2,27 die zum Holz sagen: «Du bist mein Vater» und zum Stein: «Du hast mich geboren». Denn sie kehren mir den Rücken zu und nicht das Angesicht. Aber wenn die Not über sie kommt, sprechen sie: «Auf und hilf uns!»

2,28 Wo sind denn deine Götter, die du dir gemacht hast? Laß sie aufstehen; laß sehen, ob sie dir helfen können in deiner Not! Denn so viel Städte, so viel Götter hast du, Yahuda.

2,29 Wie könnt ihr rechten mit mir? Ihr seid alle von mir abgefallen, spricht Haschem.

2,30 Alle meine Schläge sind vergeblich an euren Söhnen, sie lassen sich doch nicht erziehen; euer Schwert frißt eure Propheten wie ein wütender Löwe.

2,31 Du böses Geschlecht, merke auf HaschemS Wort! Bin ich denn für Israel eine Wüste oder ödes Land? Warum spricht denn mein Volk: «Wir sind freie Herren und brauchen dir nicht mehr nachzulaufen»?

2,32 Vergißt wohl eine Jungfrau ihren Schmuck oder eine Braut ihren Schleier? Mein Volk aber vergißt mich seit endlos langer Zeit.

2,33 Wie fein findest du Wege, dir Liebhaber zu suchen! Darum hast du dich auch gewöhnt, auf bösen Wegen zu wandeln.

2,34 Auch findet man an deinen Kleidern das Blut von Armen und Unschuldigen, die du nicht beim Einbruch ertappt hast, sondern die alledem widerstanden.

2,35 Und doch sprichst du: Ich bin unschuldig; er hat ja doch seinen Zorn von mir gewandt. Siehe, ich will dich richten, weil du sprichst: Ich habe nicht gesündigt.

2,36 Was läufst du denn so leichtfertig bald dahin, bald dorthin! Auch an Mitzrayim wirst du zuschanden werden, wie du an Assyrien zuschanden geworden bist.

2,37 Denn du mußt auch von dort wegziehen und deine Hände über dem Kopf zusammenlegen; denn Haschem hat sie verworfen, auf die du deine Hoffnung setztest, und es wird dir nicht mit ihnen gelingen.

3. Kapitel

3,1 Und er sprach: Wenn sich ein Mann von seiner Frau scheidet und sie geht von ihm und gehört einem andern, darf er sie auch wieder annehmen? Ist's nicht so, daß das Land unrein würde? Du aber hast mit vielen gehurt und solltest wieder zu mir kommen? spricht Haschem.

3,2 Hebe deine Augen auf zu den Höhen und sieh, wo du allenthalben dich preisgegeben hast! An den Wegen sitzt du und lauerst auf sie wie ein Araber in der Wüste und machst das Land unrein mit deiner Hurerei und Bosheit.

3,3 Darum muß auch der Frühregen ausbleiben, und kein Spätregen kommt. Aber du hast eine Hurenstirn, du willst dich nicht mehr schämen

3,4 und schreist jetzt zu mir: «Lieber Vater, du Vertrauter meiner Jugend!

3,5 Willst du denn ewiglich zürnen und nicht vom Grimm lassen?» Siehe, so redest du und tust Böses und lässest dir nicht wehren. Schuldspruch und Verheißung über Israel und Yahuda

3,6 Und Haschem sprach zu mir zur Zeit des Königs Yosia: Hast du gesehen, was Israel, die Abtrünnige, tat? Sie ging hin auf alle hohen Berge und unter alle grünen Bäume und trieb dort Hurerei.

3,7 Und ich dachte, nachdem sie das alles getan, würde sie zu mir zurückkehren. Aber sie kehrte nicht zurück. Und obwohl ihre Schwester Yahuda, die Treulose, gesehen hat,

3,8 wie ich Israel, die Abtrünnige, wegen ihres Ehebruchs gestraft und sie entlassen und ihr einen Scheidebrief gegeben habe, scheut sich dennoch ihre Schwester, das treulose Yahuda, nicht, sondern geht hin und treibt auch Hurerei.

3,9 Und ihre leichtfertige Hurerei hat das Land unrein gemacht; denn sie treibt Ehebruch mit Stein und Holz.

3,10 Und auch in diesem allen bekehrt sich das treulose Yahuda, ihre Schwester, nicht zu mir von ganzem Herzen, sondern nur mit Heuchelei.

3,11 Und Haschem sprach zu mir: Das abtrünnige Israel steht gerechter da als das treulose Yahuda.

3,12 Geh hin und rufe diese Worte nach Norden und sprich: Kehre zurück, du abtrünniges Israel, spricht Haschem, so will ich nicht zornig auf euch blicken. Denn ich bin gnädig, spricht Haschem, und will nicht ewiglich zürnen.

3,13 Allein erkenne deine Schuld, daß gegen Haschem  gesündigt hast und bist hin- und hergelaufen zu den fremden Elohim (Göttern) unter allen grünen Bäumen, und ihr habt meiner Stimme nicht gehorcht, spricht Haschem.

3,14 Kehrt um, ihr abtrünnigen Kinder, denn ich bin euer Haschem! Und ich will euch holen, einen aus einer Stadt und zwei aus einem Geschlecht, und will euch bringen nach Tsion.

3,15 Und ich will euch Hirten geben nach meinem Herzen, die euch weiden sollen in Einsicht und Weisheit.

3,16 Und es soll geschehen, wenn ihr zahlreich geworden seid und euch ausgebreitet habt im Lande, so soll man, in jenen Tagen nicht mehr reden von der Bundeslade und ihrer nicht mehr gedenken oder nach ihr fragen und sie nicht mehr vermissen; auch wird sie nicht wieder gemacht werden.

3,17 Sondern zu jener Zeit wird man Yahrushalayim nennen «Haschem Thron», und es werden sich dahin sammeln alle Heiden um des Namens HaschemS willen zu Yahrushalayim und sie werden nicht mehr wandeln nach ihrem verstockten und bösen Herzen.

3,18 In jenen Tagen wird das Haus Yahuda zum Haus Israel gehen, und sie werden miteinander heimkommen von Norden her in das Land, das ich euren Vätern zum Erbe gegeben habe.

3,19 Und ich dachte: Wie will ich dich halten, als wärst du mein Sohn, und dir das liebe Land geben, den allerschönsten Besitz unter den Völkern! Und ich dachte, du würdest mich dann «Lieber Vater» nennen und nicht von mir weichen.

3,20 Aber das Haus Israel hat mir nicht die Treue gehalten, gleichwie ein Weib wegen ihres Liebhabers nicht die Treue hält, spricht Haschem.

3,21 Man hört ein klägliches Heulen und Weinen der Israeliten auf den Höhen, weil sie übel getan und Haschem vergessen haben.

3,22 Kehrt zurück, ihr abtrünnigen Kinder, so will ich euch gesund machen von eurem Ungehorsam. Siehe, wir kommen zu dir; denn du bist Haschem.

3,23 Wahrlich, es ist ja nichts als Betrug mit den Hügeln und mit dem Lärm auf den Bergen. Wahrlich, es hat Israel keine andere Hilfe als Haschem.

3,24 Der schändliche Baal hat gefressen, was unsere Väter erworben hatten, von unsrer Jugend an, ihre Schafe und Rinder, Söhne und Töchter.

3,25 So müssen wir uns betten in unsere Schande, und unsre Schmach soll uns bedecken. Denn wir haben gesündigt wieder Haschem, wir und unsere Väter, von unsrer Jugend an bis auf den heutigen Tag, und haben nicht gehorcht der Stimme HaschemS.

4. Kapitel

4,1 Willst du dich, Israel, bekehren, spricht Haschem, so kehre dich zu mir! Und wenn du deine greulichen Götzen von meinem Angesicht wegtust, so brauchst du nicht mehr umherzuschweifen,

4,2 und wenn du ohne Heuchelei recht schwörst: «So wahr Haschem lebt», dann werden die Heiden in ihm gesegnet werden und sich seiner rühmen.

4,3 Denn so spricht Haschem zu denen in Yahuda und zu Yahrushalayim: Pflüget ein Neues und säet nicht unter die Dornen!

4,4 Beschneidet euch für Haschem und tut weg die Vorhaut eures Herzens, ihr Männer von Yahuda und ihr Leute von Yahrushalayim, auf daß nicht um eurer Bosheit willen mein Grimm ausfahre wie Feuer und brenne, so daß niemand löschen kann.

4,5 Verkündet in Yahuda und schreit laut in Yahrushalayim und sprecht: «Blast die Posaune im Lande!» Ruft mit voller Stimme und sprecht: «Sammelt euch und laßt uns in die festen Städte ziehen!»

4,6 Richtet in Tsion ein Fluchtzeichen auf; flieht und säumet nicht! Denn ich bringe von Norden Unglück herzu und großen Jammer.

4,7 Es steigt herauf der Löwe aus seinem Dickicht, und der Verderber der Völker hat sich aufgemacht und ist ausgezogen von seiner Stätte, dein Land zu verwüsten und deine Städte zu verbrennen, so daß niemand darin wohnt.

4,8 Darum zieht den Sack an, klagt und heult; denn der grimmige Zorn HaschemS will sich nicht von uns wenden.

4,9 Zu der Zeit, spricht Haschem, wird dem König und den Fürsten der Mut entfallen, die Priester werden bestürzt und die Propheten erschrocken sein.

4,10 Ich aber sprach: Ach, Haschem, du hast dies Volk und Yahrushalayim sehr getäuscht, als du sagtest: «Es wird Friede bei euch sein», wo doch das Schwert uns ans Leben geht!

4,11 Zu der Zeit wird man diesem Volk und Yahrushalayim sagen: «Es kommt ein heißer Wind von den kahlen Höhen aus der Wüste, geraden Weges zu der Tochter meines Volks, nicht zum Worfeln noch zum Sichten.»

4,12 Ja, ein Wind kommt auf mein Geheiß, der ihnen zu stark sein wird; da will ich dann mit ihnen rechten.

4,13 Siehe, er fährt daher wie Wolken, und seine Wagen sind wie ein Sturmwind, seine Rosse sind schneller als Adler. Weh uns! Wir sind verloren!

4,14 So wasche nun, Yahrushalayim, dein Herz von der Bosheit, auf daß dir geholfen werde. Wie lange wollen bei dir bleiben deine zügellosen Gedanken?

4,15 Horch! Es kommt ein Geschrei von Dan her und eine böse Botschaft vom Gebirge Ephraim.

4,16 Saget an den Völkern, verkündet in Yahrushalayim: Belagerer kommen aus fernen Landen und erheben Kriegsgeschrei gegen die Städte Yahudas.

4,17 Sie werden sich um Yahrushalayim her lagern wie die Wächter auf dem Felde; denn es hat mich erzürnt, spricht Haschem.

4,18 Das hast du zum Lohn für deinen Wandel und dein Tun. Das kommt von deiner Bosheit, daß es so bitter um dich steht und dir bis ans Herz dringt.

4,19 Wie ist mir so weh! Mein Herz pocht mir im Leibe, und ich habe keine Ruhe; denn ich höre der Posaune Hall, den Lärm der Feldschlacht;

4,20 Niederlage auf Niederlage wird gemeldet. Denn das ganze Land wird verheert, plötzlich sind meine Hütten und meine Zelte zerstört.

4,21 Wie lange soll ich noch das Fluchtzeichen sehen und der Posaune Hall hören?

4,22 Aber mein Volk ist toll und glaubt mir nicht. Töricht sind sie und achtens nicht; weise sind sie genug, Übles zu tun, aber recht tun wollen sie nicht lernen.

4,23 Ich schaute das Land an, siehe, es war wüst und öde, und den Himmel, und er war finster.

4,24 Ich sah die Berge an, und siehe, sie bebten, und alle Hügel wankten.

4,25 Ich sah, und siehe, da war kein Mensch, und alle Vögel unter dem Himmel waren weggeflogen.

4,26 Ich sah, und siehe, das Fruchtland war eine Wüste, und alle seine Städte waren zerstört vor Haschem und vor seinem grimmigen Zorn.

4,27 Denn so spricht Haschem: Das ganze Land soll wüst werden, aber ich will mit ihm doch nicht ganz ein Ende machen.

4,28 Darum wird das Land betrübt und der Himmel droben traurig sein; denn ich hab's geredet, ich hab's beschlossen, und es soll mich nicht gereuen, ich will auch nicht davon ablassen.

4,29 Aus allen Städten werden sie vor dem Geschrei der Reiter und Schützen fliehen und in die dichten Wälder laufen und in die Felsen kriechen. Alle Städte werden verlassen stehen, so daß niemand darin wohnt.

4,30 Was willst du dann tun, du Überwältigte? Wenn du dich schon mit Purpur kleiden und mit goldenen Kleinoden schmücken und dein Angesicht schminken würdest, so schmückst du dich doch vergeblich. Die dir jetzt den Hof machen, werden dich verachten, sie werden dir nach dem Leben trachten.

4,31 Denn ich höre ein Geschrei wie von einer Gebärenden, Angstrufe wie von einer, die in den ersten Kindsnöten ist, ein Geschrei der Tochter Tsion, die da keucht und die Hände ausbreitet: Ach, weh mir! Ich muß vergehen vor den Würgern.

5. Kapitel

5,1 Geht durch die Gassen Yahrushalayims und schaut und merkt auf und sucht auf den Straßen der Stadt, ob ihr jemand findet, der Recht übt und auf Wahrheit hält, so will ich ihr gnädig sein.

5,2 Und wenn sie auch sprechen: Bei dem lebendigen Haschem!, so schwören sie doch falsch.

5,3 Haschem, deine Augen sehen auf Wahrhaftigkeit*. Du schlägst sie, aber sie fühlens nicht; du machst fast ein Ende mit ihnen, aber sie bessern sich nicht. Sie haben ein Angesicht, härter als ein Fels, und wollen sich nicht bekehren.

5,4 Ich aber dachte: Wohlan, es sind arme, unverständige Leute und wissen nicht um HaschemS Weg und um ihres HaschemS Recht.

5,5 Ich will zu den Großen gehen und mit ihnen reden; die werden um HaschemS Weg und ihres HaschemS Recht wissen. Aber sie alle haben das Joch zerbrochen und die Seile zerrissen.

5,6 Darum wird sie auch der Löwe aus dem Walde zerreißen, und der Wolf aus der Steppe wird sie verderben, und der Panther wird um ihre Städte lauern; alle, die von da herausgehen, werden zerfleischt. Denn ihrer Sünden sind zu viele, und sie bleiben in ihrem Ungehorsam.

5,7 Wie soll ich dir denn gnädig sein? Deine Söhne haben mich verlassen und schwören bei dem, der nicht Haschem ist. Als ich sie satt gemacht hatte, trieben sie Ehebruch und liefen ins Hurenhaus.

5,8 Ein jeder wiehert nach seines Nächsten Weibe wie die vollen, müßigen Hengste.

5,9 Und ich sollte das an ihnen nicht heimsuchen, spricht Haschem, und ich sollte mich nicht rächen an einem Volk wie diesem?

5,10 Stürmt ihre Weinberge hinauf und zerstört die stützenden Mauern; aber verwüstet sie nicht ganz! Reißet ihre Weinranken weg; denn sie gehören nicht Haschem!

5,11 Sie verachten mich, spricht Haschem, das Haus Israel und das Haus Yahuda.

5,12 Sie verleugnen Haschem und sprechen: «Das tut er nicht; so übel wird es uns nicht gehen; Schwert und Hunger werden wir nicht sehen.

5,13 Die Propheten sind Schwätzer und haben HaschemS Wort nicht; es ergehe ihnen selbst so!»

5,14 Darum spricht Haschem: Weil ihr solche Reden führt, siehe, so will ich meine Worte in deinem Munde zu Feuer machen und dies Volk zu Brennholz, daß es verzehrt werde.

5,15 Siehe, ich will über euch vom Hause Israel ein Volk von ferne her bringen, spricht Haschem, ein Volk von unerschöpflicher Kraft, ein uraltes Volk, ein Volk, dessen Sprache du nicht verstehst, und was sie reden, kannst du nicht vernehmen.

5,16 Seine Köcher sind wie offene Gräber; es sind lauter Helden.

5,17 Sie werden deine Ernte und dein Brot verzehren, sie werden deine Söhne und Töchter fressen, sie werden deine Schafe und Rinder verschlingen, sie werden deine Weinstöcke und Feigenbäume verzehren; deine festen Städte, auf die du dich verläßt, werden sie mit dem Schwert einnehmen.

5,18 Doch will ich, spricht Haschem, auch zu jener Zeit mit euch nicht ganz ein Ende machen.

5,19 Und wenn sie sagen: Warum tut uns Haschem, unser Haschem, dies alles?, sollst du ihnen antworten: Wie ihr mich verlaßt und fremden Göttern dient in eurem eigenen Lande, so sollt ihr auch Fremden dienen in einem Lande, das nicht euer ist.

5,20 Verkündet im Hause Yaqob und ruft aus in Yahuda und sprecht:

5,21 Hört zu, ihr tolles Volk, das keinen Verstand hat, die da Augen haben und sehen nicht, Ohren haben und hören nicht!

5,22 Wollt ihr mich nicht fürchten, spricht Haschem, und vor mir nicht erschrecken, der ich dem Meere den Sand zur Grenze setze, darin es allezeit bleiben muß, darüber es nicht gehen darf? Und wenn es auch aufwallt, so vermag es doch nichts; und wenn seine Wellen auch toben, so dürfen sie doch nicht darüber gehen.

5,23 Aber dies Volk hat ein abtrünniges, ungehorsames Herz. Sie bleiben abtrünnig und gehen ihrer Wege

5,24 und sprechen niemals in ihrem Herzen: «Laßt uns doch Haschem, unsern Haschem, fürchten, der uns Frühregen und Spätregen gibt zur rechten Zeit und uns die Ernte treulich und jährlich gewährt.»

5,25 Aber eure Verschuldungen verhindern das, und eure Sünden halten das Gute von euch fern.

5,26 Man findet unter meinem Volk Torahlose, die den Leuten nachstellen und Fallen zurichten, um sie zu fangen, wie's die Vogelfänger tun.

5,27 Ihre Häuser sind voller Tücke, wie ein Vogelbauer voller Lockvögel ist. Daher sind sie groß und reich geworden,

5,28 fett und feist. Sie gehen mit bösen Dingen um; sie halten kein Recht, der Waisen Sache fördern sie nicht, daß ihnen ihr Recht werde, und helfen den Armen nicht zum Recht.

5,29 Sollte ich das an ihnen nicht heimsuchen, spricht Haschem, und sollte ich mich nicht rächen an einem Volk wie diesem?

5,30 Es steht greulich und gräßlich im Lande.

5,31 Die Propheten weissagen Lüge, und die Priester herrschen auf eigene Faust, und mein Volk hat's gern so. Aber was werdet ihr tun, wenn's damit ein Ende hat?

6. Kapitel

6,1 Flieht, ihr Leute von Benjamin, aus Yahrushalayim und blast die Posaune in Tekoa und richtet ein Fluchtzeichen auf über Bet-Kerem! Denn es droht von Norden Unglück und großer Jammer.

6,2 Die Tochter Tsion ist wie eine liebliche Aue;

6,3 aber es werden Hirten über sie kommen mit ihren Herden; die werden Zelte aufschlagen rings um sie her und ein jeder seinen Platz abweiden.

6,4 «Rüstet euch zum Krieg gegen sie! Wohlauf, laßt uns hinaufziehen, solange es noch heller Tag ist! Wehe, es will Abend werden, und die Schatten werden lang!

6,5 Wohlan, laßt uns hinaufziehen bei Nacht und ihre Paläste zerstören!»

6,6 Denn so spricht Haschem: Fället Bäume und werft einen Wall auf gegen Yahrushalayim; denn es ist eine Stadt, die heimgesucht werden soll. Ist doch nichts als Unrecht darin!

6,7 Denn wie ein Brunnen sein Wasser quellen läßt, so quillt auch ihre Bosheit. Frevel und Gewalt hört man in ihr, und Morden und Schlagen treiben sie täglich vor mir.

6,8 Bessre dich, Yahrushalayim, ehe sich mein Herz von dir wende und ich dich zum wüsten Lande mache, darin niemand wohnt!

6,9 So spricht Haschem: Halte Nachlese am Rest Israels wie am Weinstock, strecke deine Hand immer wieder aus wie ein Winzer nach den Reben.

6,10 «Ach, mit wem soll ich noch reden, und wem soll ich Zeugnis geben? Daß doch jemand hören wollte! Aber ihr Ohr ist unbeschnitten; sie können's nicht hören. Siehe, sie halten HaschemS Wort für Spott und wollen es nicht haben.

6,11 Darum bin ich von HaschemS Zorn so voll, daß ich ihn nicht zurückhalten kann.» So schütte ihn aus über die Kinder auf der Gasse und über die Schar der jungen Männer! Denn es sollen alle, Mann und Frau, Alte und Hochbetagte, gefangen weggeführt werden.

6,12 Ihre Häuser sollen den Fremden zuteil werden samt den Äckern und Frauen; denn ich will meine Hand ausstrecken, spricht Haschem, wider die Bewohner des Landes.

6,13 Denn sie gieren alle, klein und groß, nach unrechtem Gewinn, und Propheten und Priester gehen alle mit Lüge um

6,14 und reparieren den Schaden meines Volks nur obenhin, indem sie sagen: «Friede! Friede!», und ist doch nicht Friede.

6,15 Sie werden mit Schande dastehen, weil sie solche Greuel getrieben haben; aber sie wollen sich nicht schämen und wissen nichts von Scham. Darum sollen sie fallen unter den Fallenden, und wenn ich sie heimsuchen werde, sollen sie stürzen, spricht Haschem.

6,16 So spricht Haschem: Tretet hin an die Wege und schauet und fragt nach den Wegen der Vorzeit, welches der gute Weg sei, und wandelt darin, so werdet ihr Ruhe finden für eure Seele! Aber sie sprechen: Wir wollenes nicht tun!

6,17 Auch habe ich Wächter über euch gesetzt: Achtet auf den Hall der Posaune! Aber sie sprechen: Wir wollenes nicht tun!

6,18 Darum höret, ihr Völker, und merkt auf samt euren Leuten!

6,19 Du, Erde, höre zu! Siehe, ich will Unglück über dies Volk bringen, ihren verdienten Lohn, weil sie auf meine Worte nicht achten und mein Gesetz verwerfen.

6,20 Was frage ich nach dem Weihrauch aus Saba und nach dem köstlichen Gewürz, das aus fernen Landen kommt? Eure Brandopfer sind mir nicht wohlgefällig, und eure Schlachtopfer gefallen mir nicht.

6,21 Darum spricht Haschem: Siehe, ich will diesem Volk Anstöße in den Weg stellen, daran sich Väter und Söhne zugleich stoßen und ein Nachbar mit dem andern umkommen soll.

6,22 So spricht Haschem: Siehe, es kommt ein Volk von Norden, und ein großes Volk wird sich erheben vom Ende der Erde.

6,23 Sie führen Bogen und Speer, sind grausam und ohne Erbarmen. Sie brausen daher wie ein ungestümes Meer und reiten auf Rossen, gerüstet als Kriegsleute, gegen dich, du Tochter Tsion.

6,24 Wir haben von ihnen gehört, und unsre Arme sind uns niedergesunken; es ist uns angst und weh geworden wie einer Gebärenden.

6,25 Niemand gehe hinaus auf den Acker, niemand gehe über Land; denn es ist Schrecken um und um vor dem Schwert des Feindes.

6,26 O Tochter meines Volks, zieh den Sack an und wälze dich im Staube! Trage Leid wie um den einzigen Sohn und klage bitterlich; denn der Verderber kommt über uns plötzlich.

6,27 Ich habe dich zum Prüfer gesetzt für mein Volk, daß du seinen Wandel erkennen und prüfen sollst.

6,28 Sie sind ganz und gar abtrünnig und wandeln verleumderisch; Erz und Eisen sind sie; alle bringen sie Verderben.

6,29 Der Blasebalg schnaubte, das Blei wurde flüssig vom Feuer; aber das Schmelzen war umsonst, denn die Bösen sind nicht ausgeschieden.

6,30 Darum heißen sie «Verworfenes Silber»; denn Haschem hat sie verworfen.

7. Kapitel

7,1 Dies ist das Wort, das vom Haschem geschah zu Jeremia:

7,2 Tritt ins Tor am Hause HaschemS und predige dort dies Wort und sprich: Höret HaschemS Wort, ihr alle von Yahuda, die ihr zu diesen Toren eingeht, Haschem anzubeten!

7,3 So spricht Haschem, Haschem Israels: Bessert euer Leben und euer Tun, so will ich bei euch wohnen an diesem Ort.*

7,4 Verlaßt euch nicht auf Lügenworte, wenn sie sagen: Hier ist HaschemS Tempel, hier ist HaschemS Tempel, hier ist HaschemS Tempel!

7,5 Sondern bessert euer Leben und euer Tun, daß ihr recht handelt einer gegen den andern

7,6 und keine Gewalt übt gegen Fremdlinge, Waisen und Witwen und nicht unschuldiges Blut vergießt an diesem Ort und nicht den fremden Göttern nachlauft zu eurem eigenen Schaden,

7,7 so will ich immer und ewig bei euch wohnen an diesem Ort, in dem Lande, das ich euren Vätern gegeben habe.

7,8 Aber nun verlaßt ihr euch auf Lügenworte, die zu nichts nütze sind.

7,9 Ihr seid Diebe, Mörder, Ehebrecher und Meineidige und opfert dem Baal und lauft fremden Göttern nach, die ihr nicht kennt.

7,10 Und dann kommt ihr und tretet vor mich in diesem Hause, das nach meinem Namen genannt ist, und sprecht: Wir sind geborgen, - und tut weiter solche Greuel.

7,11 Haltet ihr denn dies Haus, das nach meinem Namen genannt ist, für eine Räuberhöhle? Siehe, ich sehe es wohl, spricht Haschem.

7,12 Geht hin an meine Stätte zu Silo, wo früher mein Name gewohnt hat, und schaut, was ich dort getan habe wegen der Bosheit meines Volks Israel.

7,13 Weil ihr denn lauter solche Dinge treibt, spricht Haschem, und weil ich immer wieder zu euch redete und ihr nicht hören wolltet und ich euch rief und ihr nicht antworten wolltet,

7,14 so will ich mit dem Hause, das nach meinem Namen genannt ist, auf das ihr euch verlaßt, und mit der Stätte, die ich euch und euren Vätern gegeben habe, ebenso tun, wie ich mit Silo getan habe,

7,15 und will euch von meinem Angesicht verstoßen, wie ich verstoßen habe alle eure Brüder, das ganze Geschlecht Ephraim.

7,16 Du sollst für dies Volk nicht bitten und sollst für sie weder Klage noch Gebet vorbringen, sie auch nicht vertreten vor mir; denn ich will dich nicht hören.

7,17 Siehst du nicht, was sie tun in den Städten Yahudas und auf den Gassen Yahrushalayims?

7,18 Die Kinder lesen Holz, die Väter zünden das Feuer an, und die Frauen kneten den Teig, daß sie der Himmelskönigin Kuchen backen, und fremden Göttern spenden sie Trankopfer mir zum Verdruß.

7,19 Aber damit machen sie nicht mir Verdruß, spricht Haschem, sondern sich selbst zu ihrer eigenen Schande.

7,20 Darum spricht Haschem: Siehe, mein Zorn und mein Grimm wird ausgeschüttet über diese Stätte, über Menschen und über Vieh, über die Bäume auf dem Felde und über die Früchte des Landes; der soll so brennen, daß niemand löschen kann.

7,21 So spricht Haschem, Haschem Israels: Tut eure Brandopfer zu euren Schlachtopfern und freßt Fleisch!

7,22 Ich aber habe euren Vätern an dem Tage, als ich sie aus Mitzrayim führte, nichts gesagt noch geboten von Brandopfern und Schlachtopfern;

7,23 sondern dies habe ich ihnen geboten: Gehorcht meinem Wort, so will ich euer Haschem sein, und ihr sollt mein Volk sein; wandelt ganz auf dem Wege, den ich euch gebiete, auf daß es euch wohlgehe.

7,24 Aber sie wollten nicht hören noch ihre Ohren mir zukehren, sondern wandelten nach ihrem eignen Rat und nach ihrem verstockten und bösen Herzen und kehrten mir den Rücken zu und nicht das Angesicht.

7,25 Ja, von dem Tage an, da ich eure Väter aus Mitzrayim führte, bis auf diesen Tag habe ich immer wieder zu euch gesandt alle meine Knechte, die Propheten.

7,26 Aber sie wollen mich nicht hören noch ihre Ohren mir zukehren, sondern sind halsstarrig und treiben es ärger als ihre Väter.

7,27 Und wenn du schon ihnen dies alles sagst, so werden sie doch nicht auf dich hören; rufst du sie, so werden sie dir nicht antworten.

7,28 Darum sprich zu ihnen: Dies ist das Volk, das auf die Stimme HaschemS, seines HaschemS, nicht hören noch sich bessern will. Die Wahrheit ist dahin und ausgerottet aus ihrem Munde.

7,29 Schere deine Haare ab und wirf sie von dir und wehklage auf den Höhen; denn Haschem hat dies Geschlecht, über das er zornig ist, verworfen und verstoßen.

7,30 Denn die Leute von Yahuda tun, was mir mißfällt, spricht Haschem. Sie haben ihre Greuelbilder gesetzt in das Haus, das nach meinem Namen genannt ist, um es unrein zu machen,

7,31 und haben die Höhen des Tofet im Tal Ben-Hinnom gebaut, um ihre Söhne und Töchter zu verbrennen, was ich nie geboten habe und mir nie in den Sinn gekommen ist.

7,32 Darum siehe, es kommt die Zeit, spricht Haschem, daß man's nicht mehr nennen wird «Tofet» und «Tal Ben-Hinnom», sondern «Würgetal». Und man wird im Tofet begraben müssen, weil sonst kein Raum mehr sein wird.

7,33 Und die Leichname dieses Volks sollen den Vögeln des Himmels und den Tieren des Feldes zum Fraß werden, ohne daß sie jemand verscheuchen wird.

7,34 Und ich will in den Städten Yahudas und auf den Gassen Yahrushalayims wegnehmen den Jubel der Freude und Wonne und die Stimme des Bräutigams und der Braut; denn das Land soll wüst werden.

8. Kapitel

8,1 Zu dieser Zeit, spricht Haschem, wird man die Gebeine der Könige von Yahuda, die Gebeine seiner Fürsten, die Gebeine der Priester, die Gebeine der Propheten und die Gebeine der Bürger Yahrushalayims aus ihren Gräbern werfen

8,2 und wird sie hinstreuen der Sonne, dem Mond und dem ganzen Heer des Himmels, die sie geliebt und denen sie gedient haben, denen sie nachgelaufen sind, die sie befragt und angebetet haben. Sie sollen nicht wieder aufgelesen und begraben werden, sondern Dung auf dem Felde sein.

8,3 Und alle, die übriggeblieben sind von diesem bösen Volk, werden an allen Orten, wohin ich sie verstoße, lieber tot als lebendig sein wollen, spricht Haschem.

8,4 Sprich zu ihnen: So spricht Haschem: Wo ist jemand, wenn er fällt, der nicht gern wieder aufstünde? Wo ist jemand, wenn er irregeht, der nicht gern wieder zurechtkäme?

8,5 Warum will denn dies Volk zu Yahrushalayim irregehen für und für? Sie halten so fest an falschen Andachten, daß sie nicht umkehren wollen.

8,6 Ich sehe und höre, daß sie nicht die Wahrheit reden. Es gibt niemand, dem seine Bosheit leid wäre und der spräche: Was hab ich doch getan! Sie laufen alle ihren Lauf wie ein Hengst, der in der Schlacht dahinstürmt.

8,7 Der Storch unter dem Himmel weiß seine Zeit, Turteltaube, Kranich und Schwalbe halten die Zeit ein, in der sie wiederkommen sollen; aber mein Volk will das Recht HaschemS nicht wissen.

8,8 Wie könnt ihr sagen: «Wir sind weise und haben das Gesetz Haschem bei uns»? Ist's doch lauter Lüge, was die Schreiber daraus machen.

8,9 Die Weisen müssen zuschanden, erschreckt und gefangen werden; denn was können sie Weises lehren, wenn sie HaschemS Wort verwerfen?

8,10 Darum will ich ihre Frauen den Fremden geben und ihre Äcker denen, durch die sie verjagt werden. Denn sie gieren alle, klein und groß, nach unrechtem Gewinn; Priester und Propheten gehen mit Lüge um

8,11 und reparieren den Schaden meines Volks nur obenhin, indem sie sagen: «Friede! Friede!», und ist doch nicht Friede.

8,12 Sie werden mit Schande dastehen, weil sie solche Greuel getrieben haben; aber sie wollen sich nicht schämen und wissen nichts von Scham. Darum sollen sie fallen unter den Fallenden, und wenn ich sie heimsuchen werde, sollen sie stürzen, spricht Haschem.

8,13 Ich will unter ihnen Lese halten, spricht Haschem, so daß keine Trauben am Weinstock und keine Feigen am Feigenbaum übrigbleiben, ja, auch die Blätter abfallen sollen; und was ich ihnen gegeben habe, das soll ihnen genommen werden. Die Angst des Volkes und die Trauer des Propheten

8,14 «Wozu wollen wir noch da sitzen? Sammelt euch und laßt uns in die festen Städte ziehen, daß wir dort umkommen. Denn Haschem, unser Haschem, wird uns umkommen lassen und uns tränken mit einem giftigen Trank, weil wir so gesündigt haben wieder Haschem.

8,15 Wir hofften, es sollte Friede werden, aber es kommt nichts Gutes; wir hofften, wir sollten gesund werden, aber siehe, es ist Schrecken da.

8,16 Man hört ihre Rosse schnauben von Dan her, vom Wiehern ihrer Hengste erbebt das ganze Land. Sie fahren daher und werden das Land auffressen mit allem, was darin ist, die Stadt samt allen, die darin wohnen.»

8,17 Denn siehe, ich will Schlangen und Nattern unter euch senden, die nicht zu beschwören sind; die sollen euch stechen, spricht Haschem.

8,18 Was kann mich in meinem Jammer erquicken? Mein Herz in mir ist krank.

8,19 Siehe, die Tochter meines Volks schreit aus fernem Lande her: «Will denn Haschem nicht mehr Haschem sein in Tsion, oder soll es keinen König mehr haben?» Ja, warum haben sie mich so erzürnt durch ihre Bilder und fremde, nichtige Götzen?

8,20 «Die Ernte ist vergangen, der Sommer ist dahin, und uns ist keine Hilfe gekommen!»

8,21 Mich jammert von Herzen, daß mein Volk so ganz zerschlagen ist; ich gräme und entsetze mich.

8,22 Ist denn keine Salbe in Gilead, oder ist kein Arzt da? Warum ist denn die Tochter meines Volks nicht genesen?

8,23 *Ach daß ich Wasser genug hätte in meinem Haupte und meine Augen Tränenquellen wären, daß ich Tag und Nacht beweinen könnte die Erschlagenen meines Volks!

9. Kapitel

9,1 *Ach, daß ich eine Herberge hätte in der Wüste, so wollte ich mein Volk verlassen und von ihnen ziehen! Denn es sind lauter Ehebrecher und ein treuloser Haufe. *Abweichende Verszählung statt 9,1-25: 9,2-26.

9,2 Sie schießen mit ihren Zungen lauter Lüge und keine Wahrheit und treibens mit Gewalt im Lande und gehen von einer Bosheit zur andern, mich aber achten sie nicht, spricht Haschem.

9,3 Ein jeder hüte sich vor seinem Freunde und traue auch seinem Bruder nicht; denn ein Bruder überlistet den andern, und ein Freund verleumdet den andern.

9,4 Ein Freund täuscht den andern, sie reden kein wahres Wort; sie haben sich daran gewöhnt, daß einer den andern betrügt. Sie freveln, und es ist ihnen leid umzukehren.

9,5 Es ist allenthalben nichts als Trug unter ihnen, und vor lauter Trug wollen sie mich nicht kennen, spricht Haschem.

9,6 Darum spricht Haschem: Siehe, ich will sie schmelzen und prüfen; denn was soll ich sonst tun, wenn ich ansehe die Tochter meines Volks?

9,7 Ihre falschen Zungen sind tödliche Pfeile; mit dem Munde reden sie freundlich zu ihrem Nächsten, aber im Herzen lauern sie ihm auf.

9,8 Sollte ich das nicht heimsuchen an ihnen, spricht Haschem, und sollte ich mich nicht rächen an einem Volk wie diesem?

9,9 Ich muß über die Berge weinen und heulen und über die Weidegründe in der Steppe klagen; denn sie sind verödet, daß niemand hindurchzieht und man auch kein Vieh blöken hört. Die Vögel des Himmels und das Vieh sind geflohen und fort.

9,10 Und ich will Yahrushalayim zu Steinhaufen und zur Wohnung der Schakale machen und will die Städte Yahudas zur Wüste machen, daß niemand darin wohnen soll.

9,11 Wer ist nun weise, daß er dies verstünde, und zu wem spricht HaschemS Mund, daß er verkündete, warum das Land verdirbt und öde wird wie eine Wüste, die niemand durchwandert?

9,12 Und Haschem sprach: Weil sie mein Gesetz verlassen, das ich ihnen vorgelegt habe, und meinen Worten nicht gehorchen, auch nicht danach leben,

9,13 sondern folgen ihrem verstockten Herzen und den Baal, wie ihre Väter sie gelehrt haben,

9,14 darum spricht Haschem Israels: Siehe, ich will dies Volk mit Wermut speisen und mit Gift tränken.

9,15 Ich will sie unter Völker zerstreuen, die weder sie noch ihre Väter gekannt haben, und will das Schwert hinter ihnen her schicken, bis es aus ist mit ihnen.

9,16 So spricht Haschem: Gebt acht und bestellt Klageweiber, daß sie kommen, und schickt nach denen, die klagen können,

9,17 daß sie herbeieilen und um uns klagen, daß unsre Augen von Tränen rinnen und unsre Augenlider von Wasser fließen.

9,18 Horch, man hört ein Klagegeschrei in Tsion: Ach, wie hat man uns Gewalt angetan und wie sind wir zuschanden geworden! Wir müssen das Land räumen; denn sie haben unsre Wohnungen geschleift.

9,19 Ja, höret, ihr Frauen, HaschemS Wort, und nehmt zu Ohren die Rede seines Mundes! Lehrt eure Töchter klagen, und eine lehre die andere dies Klagelied:

9,20 «Der Tod ist zu unsern Fenstern hereingestiegen und in unsere Häuser gekommen. Er würgt die Kinder auf der Gasse und die jungen Männer auf den Plätzen.»

9,21 So spricht Haschem: Die Leichen der Menschen sollen liegen wie Dung auf dem Felde und wie Garben hinter dem Schnitter, die niemand sammelt.

9,22 So spricht Haschem: Ein Weiser rühme sich nicht seiner Weisheit, ein Starker rühme sich nicht seiner Stärke, ein Reicher rühme sich nicht seines Reichtums.

9,23 Sondern wer sich rühmen will, der rühme sich dessen, daß er klug sei und mich kenne, daß ich Haschem bin, der Barmherzigkeit, Recht und Gerechtigkeit übt auf Erden; denn solches gefällt mir.

9,24 Siehe, es kommt die Zeit daß ich heimsuchen werde alle, die an der Vorhaut beschnitten sind,

9,25 nämlich Mitzrayim, Yahuda, Edom, die Ammoniter, Moab und alle, die das Haar rundherum abscheren, die in der Wüste wohnen. Denn alle Heiden sind nur unbeschnitten, aber ganz Israel hat ein unbeschnittenes Herz.

10. Kapitel

10,1 Höret, was Haschem zu euch redet, ihr vom Hause Israel!

10,2 So spricht Haschem: Ihr sollt nicht die Andachten der Heiden annehmen und sollt euch nicht fürchten vor den Zeichen des Himmels, wie die Heiden sich fürchten.

10,3 Denn ihre Elohims (Götter) sind alle nichts. Man fällt im Walde einen Baum, und der Bildhauer macht daraus mit dem Schnitzmesser ein Werk von Menschenhänden,

10,4 und er schmückt es mit Silber und Gold und befestigt es mit Nagel und Hammer, daß es nicht umfalle.

10,5 Sie sind ja nichts als Vogelscheuchen im Gurkenfeld. Sie können nicht reden; auch muß man sie tragen, denn sie können nicht gehen. Darum sollt ihr euch nicht vor ihnen fürchten; denn sie können weder helfen noch Schaden tun.

10,6 Aber dir, Haschem, ist niemand gleich; du bist groß, und dein Name ist groß, wie du es mit der Tat beweist.

10,7 Wer sollte dich nicht fürchten, du König der Völker? Dir muß man gehorchen; denn unter allen Weisen der Völker und in allen ihren Königreichen ist niemand dir gleich.

10,8 Sie sind alle Narren und Toren; denn dem Holz zu dienen ist ein nichtiger Gottes/Elohim/Baaldienst.

10,9 Silberblech bringt man aus Tarsis, Gold aus Ufas; durch den Bildhauer und Goldschmied werden sie hergestellt; blauen und roten Purpur zieht man ihnen an, und alles ist der Künstler Werk.

10,10 Aber Haschem ist der wahrhaftige, der lebendige der ewige Melech. Vor seinem Zorn bebt die Erde, und die Völker können sein Drohen nicht ertragen.

10,11 So sagt nun zu ihnen: Die Elohim (Götter), die Himmel und Erde nicht gemacht haben, müssen vertilgt werden von der Erde und unter dem Himmel.

10,12 Er aber hat die Erde durch seine Kraft gemacht und den Erdkreis bereitet durch seine Weisheit und den Himmel ausgebreitet durch seinen Verstand.

10,13 Wenn er donnert, so ist Wasser die Menge am Himmel; Wolken läßt er heraufziehen vom Ende der Erde. Er macht die Blitze, daß es regnet, und läßt den Wind kommen aus seinen Vorratskammern.

10,14 Alle Menschen aber sind Toren mit ihrer Kunst, und alle Goldschmiede stehen beschämt da mit ihren Bildern; denn ihre Götzen sind Trug und haben kein Leben,

10,15 sie sind nichts, ein Spottgebilde; sie müssen zugrunde gehen, wenn sie heimgesucht werden.

10,16 Aber so ist der nicht, der Yaqobs Reichtum ist; sondern er ist's, der alles geschaffen hat, und Israel ist sein Erbteil. Er heißt Haschem.

10,17 Raffe dein Bündel auf von der Erde, die du sitzest in Bedrängnis!

10,18 Denn so spricht Haschem: Siehe, ich will die Bewohner des Landes diesmal wegschleudern und will sie ängstigen, damit sie sich finden lassen.

10,19 Ach, was hab ich für Jammer und Herzeleid! Ich dachte: Es ist nur eine Plage, ich muß sie erleiden.

10,20 Aber mein Zelt ist zerstört, und alle meine Seile sind zerrissen. Meine Kinder sind von mir gegangen und nicht mehr da. Niemand richtet meine Hütte wieder auf, und mein Zelt schlägt keiner mehr auf.

10,21 Denn die Hirten sind zu Toren geworden und fragen nicht nach mir. Darum kann ihnen nichts Rechtes gelingen, und ihre ganze Herde ist zerstreut.

10,22 Horch, es kommt eine Kunde daher und ein großes Getöse aus dem Lande des Nordens, daß die Städte Yahudas verwüstet und zur Wohnung der Schakale werden sollen.

10,23 Ich weiß, Haschem, daß des Menschen Tun nicht in seiner Gewalt steht, und es liegt in niemandes Macht, wie er wandle oder seinen Gang richte.

10,24 Züchtige mich, Haschem, doch mit Maßen und nicht in deinem Grimm, auf daß du mich nicht ganz zunichte machst.

10,25 Schütte aber deinen Zorn aus über die Heiden, die dich nicht kennen, und über die Geschlechter, die deinen Namen nicht anrufen. Denn sie haben Yaqob aufgefressen und verschlungen, sie haben ihn vernichtet und seine Wohnung verwüstet.

 

 
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