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Das Buch YirmeYah

DAS BUCH JEREMIA

41. Kapitel

41,1 Aber im siebenten Monat kam Yishmael, der Sohn Netanyas, des Sohnes Elischamas, aus königlichem Stamm, einer von den Obersten des Königs, und zehn Männer mit ihm zu Gedalya, dem Sohn Ahikams, nach Mizpa, und sie aßen dort in Mizpa miteinander.

41,2 Und Yishmael, der Sohn Netanyas, erhob sich samt den zehn Männern, die bei ihm waren, und sie erschlugen Gedalya, den Sohn Ahikams, des Sohnes Schafans, mit dem Schwert, weil ihn der König von Babel über das Land gesetzt hatte.

41,3 Auch erschlug Yishmael alle Judäer, die bei Gedalya waren in Mizpa, und die Chaldäer, die dort waren, sämtliche Kriegsleute.

41,4 Am andern Tage, nachdem Gedalya erschlagen war und es noch niemand wußte,

41,5 kamen achtzig Männer von Sichem, von Silo und von Samaria und hatten die Bärte abgeschoren und ihre Kleider zerrissen und sich wund geritzt und trugen Speisopfer und Weihrauch mit, um es zum Hause HaschemS zu bringen.

41,6 Und Yishmael, der Sohn Netanyas, ging heraus von Mizpa ihnen entgegen, ging und weinte. Als er nun an sie herankam, sprach er zu ihnen: Ihr sollt zu Gedalya, dem Sohn Ahikams, kommen.

41,7 Als sie aber mitten in die Stadt kamen, ermordete sie Yishmael, der Sohn Netanyas, er und die Männer, die bei ihm waren, und warfen sie in die Zisterne.

41,8 Aber es waren zehn Männer darunter, die sprachen zu Yishmael: Töte uns nicht; wir haben Vorrat im Acker verborgen liegen an Weizen, Gerste, Öl und Honig. Da ließ er ab und tötete sie nicht mit den andern.

41,9 Die Zisterne aber, in die Yishmael die Leichname der Männer warf, die er erschlagen hatte samt dem Gedalya, ist die, welche der König Asa hatte anlegen lassen im Krieg gegen Baschan (Golan), den König von Israel. Die füllte Yishmael, der Sohn Netanyas, mit den Erschlagenen.

41,10 Und Yishmael, der Sohn Netanyas, führte das Volk, das in Mizpa übriggeblieben war, gefangen weg: die Königstöchter samt allem Volk, über das Nebusaradan, der Oberste der Leibwache, Gedalya, den Sohn Ahikams, gesetzt hatte; und er zog hin und wollte hinüber zu den Ammonitern.

41,11 Als aber Yochanan, der Sohn Kareachs, und alle Hauptleute des Heeres, die bei ihm waren, von all dem Bösen erfuhren, das Yishmael, der Sohn Netanyas, begangen hatte,

41,12 nahmen sie zu sich alle Männer und zogen hin, um mit Yishmael, dem Sohn Netanyas, zu kämpfen, und trafen ihn an dem großen Wasser bei Gibeon.

41,13 Als nun alles Volk, das bei Yishmael war, den Yochanan, den Sohn Kareachs, erblickte samt allen Hauptleuten des Heeres, die bei ihm waren, da wurde es froh.

41,14 Und das ganze Volk, das Yishmael von Mizpa weggeführt hatte, wandte sich um und ging zu Yochanan, dem Sohn Kareachs, über.

41,15 Aber Yishmael, der Sohn Netanyas, entrann mit acht Männern dem Yochanan und zog zu den Ammonitern.

41,16 Und Yochanan, der Sohn Kareachs, samt allen Hauptleuten des Heeres, die bei ihm waren, nahm zu sich das übriggebliebene Volk, das Yishmael, der Sohn Netanyas, aus Mizpa weggeführt hatte, nachdem er Gedalya, den Sohn Ahikams, erschlagen hatte, nämlich die Kriegsleute, die Frauen und Kinder und Hofleute, die er von Gibeon zurückgebracht hatte.

41,17 Und sie zogen hin und kehrten ein in der Herberge Kimhams bei Bethlehem, um von dort nach Mitzrayim zu ziehen

41,18 aus Furcht vor den Chaldäern. Denn sie fürchteten sich vor ihnen, weil Yishmael, der Sohn Netanyas, Gedalya, den Sohn Ahikams, erschlagen hatte, den der König von Babel über das Land gesetzt hatte.

42. Kapitel

42,1 Da traten herzu alle Hauptleute des Heeres, Yochanan, der Sohn Kareachs, Asaryja, der Sohn Hoschayas, samt dem ganzen Volk, klein und groß,

42,2 und sprachen zum Propheten Jeremia: Laß doch unsere Bitte vor dir gelten und bete für uns zu Haschem, für alle diese Übriggebliebenen - denn leider sind wir von vielen nur wenige übrig geblieben, wie du mit eigenen Augen siehst -,

42,3 daß Haschem, uns kundtun wolle, wohin wir ziehen und was wir tun sollen.

42,4 Und der Prophet Jeremia sprach zu ihnen: Wohlan, ich will gehorchen. Siehe, ich will zu Haschem, eurem Haschem, beten, wie ihr gesagt habt, und alles, was euch Haschem antworten wird, das will ich euch kundtun und will euch nichts vorenthalten.

42,5 Und sie sprachen zu YirmeYah: Haschem sei ein zuverlässiger und wahrhaftiger Zeuge wider uns, wenn wir nicht alles tun werden, was uns Haschem,  durch dich befehlen wird.

42,6 Es sei Gutes oder Böses, so wollen wir gehorchen der Stimme HaschemS, zu dem wir dich senden, auf daß es uns wohlgehe, wenn wir der Stimme Haschem’S, gehorchen.

42,7 Und nach zehn Tagen geschah Haschem’S Wort zu YirmeYah.

42,8 Da rief er Yochanan, den Sohn Kareachs, und alle Hauptleute des Heeres, die bei ihm waren, und alles Volk, klein und groß,

42,9 und sprach zu ihnen: So spricht Haschem, zu dem ihr mich gesandt habt, daß ich euer Gebet vor ihn bringen sollte:

42,10 Werdet ihr in diesem Lande bleiben, so will ich euch bauen und nicht einreißen; ich will euch pflanzen und nicht ausreißen; denn es hat mich gereut das Unglück, das ich euch angetan habe.

42,11 Ihr sollt euch nicht fürchten vor dem König von Babel, vor dem ihr euch fürchtet, spricht Haschem; ihr sollt euch vor ihm nicht fürchten, denn ich will bei euch sein, daß ich euch helfe und von seiner Hand errette.

42,12 Ich will euch Barmherzigkeit erweisen und mich über euch erbarmen und euch wieder auf eure Äcker bringen.

42,13 Werdet ihr aber sagen: «Wir wollen nicht in diesem Lande bleiben» und so der Stimme HaschemS, nicht gehorchen

42,14 und werdet ihr sagen: «Nein, wir wollen nach Mitzrayim ziehen, daß wir weder Krieg sehen noch den Schall der Posaune hören noch Hunger nach Brot leiden müssen; dort wollen wir bleiben» -

42,15 nun, so höret Haschem’S Wort, ihr Übriggebliebenen von Yahuda! So spricht Haschem: Werdet ihr euer Angesicht nach Mitzrayim richten, um dorthin zu ziehen und dort zu wohnen,

42,16 so soll euch das Schwert, vor dem ihr euch fürchtet, in Mitzrayim treffen, und der Hunger, vor dem ihr euch sorgt, soll stets hinter euch her sein in Mitzrayim, und ihr sollt dort sterben.

42,17 Denn sie seien, wer sie wollen: Wer sein Angesicht nach Mitzrayim richtet, um dorthin zu ziehen und dort zu wohnen, der soll sterben durch Schwert, Hunger und Pest, und es soll keiner übrigbleiben noch dem Unglück entrinnen, das ich über sie kommen lassen will.

42,18 Denn so spricht Haschem: Gleichwie mein Zorn und Grimm über die Einwohner Yahrushalayims ausgeschüttet wurde, so soll er auch über euch ausgeschüttet werden, wenn ihr nach Mitzrayim zieht; und ihr sollt zum Fluch, zum Bild des Entsetzens, zur Verwünschung und zur Schande werden und diese Stätte nicht mehr sehen.

42,19 Das ist das Wort HaschemS an euch, die ihr übriggeblieben seid von Yahuda, daß ihr nicht nach Mitzrayim zieht. Darum erkennt, daß ich euch heute gewarnt habe;

42,20 denn ihr selbst habt euer Leben in Gefahr gebracht, weil ihr mich gesandt habt zu Haschem und gesagt: Bete zu Haschem für uns, und alles, was Haschem sagen wird, tu uns kund, so wollen wir danach tun.

42,21 Das habe ich euch heute wissen lassen; aber ihr wollt der Stimme Haschem’S, nicht gehorchen noch allem, was er euch durch mich befohlen hat.

42,22 So sollt ihr denn wissen, daß ihr durch Schwert, Hunger und Pest sterben müßt an dem Ort, wohin ihr zu ziehen gedenkt, um dort zu wohnen.

43. Kapitel

43,1 Als YirmeYahu dem ganzen Volk alle Worte HaschemS ausgerichtet hatte, wie ihm Haschem alle diese Worte an sie befohlen hatte,

43,2 sprachen Asarya, der Sohn Hoschayas, und Yochanan, der Sohn Kareachs, und alle aufsässigen Männer zu Jeremia: Du lügst! Haschem, hat dich nicht zu uns gesandt und gesagt: «Ihr sollt nicht nach Mitzrayim ziehen, um dort zu wohnen»,

43,3 sondern Baruch, der Sohn Neriyas, beredet dich zu unserm Schaden, damit wir den Chaldäern übergeben werden und sie uns töten oder nach Babel wegführen.

43,4 Da gehorchten Yochanan, der Sohn Kareachs, und alle Hauptleute des Heeres samt dem ganzen Volk der Stimme HaschemS nicht, daß sie im Lande Yahuda geblieben wären,

43,5 sondern Yochanan, der Sohn Kareachs, und alle Hauptleute des Heeres nahmen zu sich alle Übriggebliebenen von Yahuda, die von allen Völkern, wohin sie geflohen, zurückgekommen waren, um im Lande Yahuda zu wohnen,

43,6 nämlich Männer, Frauen und Kinder, dazu die Königstöchter und alle übrigen, die Nebusaradan, der Oberste der Leibwache, bei Gedalya, dem Sohn Ahikams, des Sohnes Schafans, gelassen hatte, und auch den Propheten Jeremia und Baruch, den Sohn Nerijas.

43,7 Und sie zogen nach Mitzrayim, denn sie wollten der Stimme Haschem’S nicht gehorchen, und kamen nach Tachpanhes.

43,8 Aber Haschem’S Wort geschah zu Jeremia in Tachpanhes:

43,9 Nimm große Steine und vergrabe sie in dem Boden am Eingang des Hauses des Pharao in Tachpanhes, so daß die Männer aus Yahuda es sehen,

43,10 und sprich zu ihnen: So spricht Haschem: Siehe, ich will hinsenden und meinen Knecht Nebukadnezar, den König von Babel, holen lassen und will seinen Thron oben auf diese Steine setzen, die ich eingraben ließ; und er soll seinen Thronhimmel darüber ausspannen.

43,11 Er soll kommen und Mitzrayim schlagen und töten, wen es trifft, gefangen führen, wen es trifft, mit dem Schwert erschlagen, wen es trifft.

43,12 Und ich will die Tempel Mitzrayims in Brand stecken und niederbrennen und ihre Götter wegführen. Und er soll Mitzrayim lausen, wie ein Hirt sein Kleid laust, und mit Frieden von dannen ziehen.

43,13 Er soll die Steinmale von Bet-Schemesch in Mitzrayim zerbrechen und die Götzentempel in Mitzrayim mit Feuer verbrennen.

44. Kapitel

44,1 Dies ist das Wort, das zu Jeremia geschah an alle Judäer, die in Mitzrayimland wohnten, nämlich in Migdol, Tachpanhes und Memfis, und die im Lande Patros wohnten.

44,2 So spricht Haschem: Ihr habt gesehen all das Unglück, das ich habe kommen lassen über Yahrushalayim und über alle Städte in Yahuda; siehe, heutigentags sind sie wüst, und niemand wohnt darin;

44,3 und das um ihrer Bosheit willen, die sie taten, als sie mich erzürnten und hingingen und opferten und dienten andern Göttern, die weder sie noch ihr noch eure Väter kannten.

44,4 Und ich sandte immer wieder zu euch alle meine Knechte, die Propheten, und ließ euch sagen: «Tut doch nicht solche Greuel, die ich hasse.»

44,5 Aber sie gehorchten nicht und kehrten auch ihre Ohren nicht zu mir, daß sie sich von ihrer Bosheit bekehrt und andern Göttern nicht geopfert hätten.

44,6 Darum ergoß sich auch mein Zorn und Grimm und entbrannte über die Städte Yahudas und die Gassen Yahrushalayims, daß sie zur Wüste und Öde geworden sind, so wie es heute ist.

44,7 Nun, so spricht Haschem: Warum tut ihr euch selbst ein so großes Unglück an, daß bei euch ausgerottet werden aus Yahuda Mann und Frau, Kind und Säugling und nichts von euch übrigbleibt,

44,8 und erzürnet mich so durch eurer Hände Werke und opfert andern Göttern in Mitzrayim, wohin ihr gezogen seid, um dort zu wohnen, auf daß ihr ausgerottet und zum Fluch und zur Schmach werdet unter allen Völkern auf Erden?

44,9 Habt ihr vergessen die Sünden eurer Väter, die Sünden der Könige von Yahuda, die Sünden ihrer Frauen, dazu eure eigenen Sünden und die Sünden eurer Frauen, die sie getan haben im Lande Yahuda und auf den Gassen Yahrushalayims?

44,10 Sie haben sich bis auf diesen Tag nicht gedemütigt, fürchten sich auch nicht und wandeln nicht in meinem Gesetz und in den Rechtsordnungen, die ich euch und euren Vätern gegeben habe.

44,11 Darum spricht Haschem: Siehe, ich will mein Angesicht wider euch richten zum Unglück, und ganz Yahuda soll ausgerottet werden.

44,12 Und ich will wegraffen, die übriggeblieben sind von Yahuda, die ihr Angesicht nach Mitzrayim gerichtet haben, um dorthin zu ziehen und dort zu wohnen; es soll ein Ende mit ihnen allen werden in Mitzrayim. Durchs Schwert sollen sie fallen, und durch Hunger sollen sie umkommen, klein und groß; sie sollen durch Schwert und Hunger sterben und sollen zur Verwünschung, zum Entsetzen, zum Fluch und zur Schmach werden.

44,13 Ich will auch die Einwohner in Mitzrayim mit Schwert, Hunger und Pest heimsuchen, gleichwie ich an Yahrushalayim getan habe,

44,14 so daß von denen, die übriggeblieben sind von Yahuda und die hierher gekommen sind nach Mitzrayim, um hier zu wohnen, keiner entrinnen und entkommen soll. Sie sollen nicht mehr ins Land Yahuda zurückkehren, wohin sie gerne wiederkämen und wohnten, sondern es soll keiner dahin zurückkommen außer einigen Entronnenen.

44,15 Da antworteten dem Jeremia alle Männer, die sehr wohl wußten, daß ihre Frauen andern Göttern opferten, und alle Frauen, die dabeistanden, eine große Menge, samt allem Volk, das in Mitzrayim und in Patros wohnte, und sprachen:

44,16 Den Worten, die du im Namen Haschem’S uns sagst, wollen wir nicht gehorchen,

44,17 sondern wir wollen all die Worte halten, die aus unserm eigenen Munde gekommen sind, und wollen der Himmelskönigin opfern und ihr Trankopfer darbringen, wie wir und unsere Väter, unsere Könige und Oberen getan haben in den Städten Yahudas und auf den Gassen Yahrushalayims. Da hatten wir auch Brot genug, und es ging uns gut, und wir sahen kein Unglück.

44,18 Seit der Zeit aber, da wir es unterlassen haben, der Himmelskönigin zu opfern und Trankopfer darzubringen, haben wir an allem Mangel gelitten und sind durch Schwert und Hunger umgekommen.

44,19 Und wenn wir Frauen der Himmelskönigin opfern und Trankopfer darbringen, das tun wir ja nicht ohne den Willen unserer Männer, wenn wir ihr Kuchen backen, um ein Bild von ihr zu machen, und ihr Trankopfer darbringen.

44,20 Da sprach Jeremia zu dem ganzen Volk, den Männern und Frauen und allen Leuten, die ihm so geantwortet hatten:

44,21 Nein, Haschem hat gedacht an das Opfern, das ihr in den Städten Yahudas und auf den Gassen Yahrushalayims getrieben habt samt euren Vätern, Königen, Oberen und allem Volk des Landes, und er hat's zu Herzen genommen,

44,22 daß er nicht mehr leiden konnte euren bösen Wandel und die Greuel, die ihr tatet; daher ist auch euer Land zur Wüste, zum Entsetzen und zum Fluch geworden, daß niemand darin wohnt, so wie es heute ist.

44,23 Weil ihr der Himmelskönigin geopfert habt und wider Haschem sündigtet und der Stimme Haschem’S nicht gehorchtet und in seinem Gesetze, seinen Rechten und Mahnungen nicht gewandelt seid, darum ist euch solches Unglück widerfahren, so wie es heute ist.

44,24 Und Jeremia sprach zu allem Volk und zu allen Frauen: Höret Haschem’S Wort, ihr alle aus Yahuda, die in Mitzrayim sind!

44,25 So spricht Haschem: Ihr und eure Frauen habt mit eurem Munde geredet und mit euren Händen vollbracht, was ihr sagt: «Wir wollen unsere Gelübde halten, die wir der Himmelskönigin gelobt haben, daß wir ihr opfern und Trankopfer darbringen.» Wohlan, erfüllet doch eure Gelübde und haltet eure Gelübde!

44,26 So höret nun des Haschem Wort, ihr alle aus Yahuda, die ihr in Mitzrayim wohnt: Siehe, ich schwöre bei meinem großen Namen, spricht Haschem, daß mein Name nicht mehr genannt werden soll durch irgendeines Menschen Mund aus Yahuda in ganz Mitzrayim, der da sagt: «So wahr Haschem lebt!»

44,27 Siehe, ich will über sie wachen zum Unglück und nicht zur Rettung, daß, wer aus Yahuda in Mitzrayim ist, durch Schwert und Hunger umkommen soll, bis es ein Ende mit ihnen hat.

44,28 Die aber dem Schwert entrinnen, werden aus Mitzrayim ins Land Yahuda zurückkommen als ein geringes Häuflein. So werden dann alle, die übriggeblieben sind von Yahuda und die nach Mitzrayim gezogen waren, dort zu wohnen, erkennen, wessen Wort wahr geworden ist, meines oder ihres.

44,29 Und dies sei das Zeichen, spricht Haschem: Ich will euch an diesem Ort heimsuchen, damit ihr wißt, daß mein Wort wahr werden soll über euch zum Unglück.

44,30 So spricht Haschem: Siehe, ich will den Pharao Hofra, den König von Mitzrayim, übergeben in die Hände seiner Feinde und derer, die ihm nach dem Leben trachten, gleichwie ich Zedekya, den König von Yahuda, übergeben habe in die Hand Nebukadnezars, des Königs von Babel, seines Feindes, der ihm nach dem Leben trachtete.

45. Kapitel

45,1 Dies ist das Wort, das der Prophet Jeremia zu Baruch, dem Sohn Neriyas, redete, als er die Worte, wie Jeremia sie ihm sagte, auf eine Schriftrolle schrieb, im vierten Jahr Yoyakims, des Sohnes Yosias, des Königs von Yahuda:

45,2 So spricht Haschem, über dich, Baruch:

45,3 Du sprichst: Weh mir, wie hat mir Haschem Jammer zu meinem Schmerz hinzugefügt! Ich seufze mich müde und finde keine Ruhe.

45,4 Sage ihm: So spricht Haschem: Siehe, was ich gebaut habe, das reiße ich ein, und was ich gepflanzt habe, das reiße ich aus, nämlich dies mein ganzes Land.

45,5 Und du begehrst für dich große Dinge? Begehre es nicht! Denn siehe, ich will Unglück kommen lassen über alles Fleisch, spricht Haschem, aber dein Leben sollst du wie eine Beute davonbringen, an welchen Ort du auch ziehst.

46. Kapitel

46,1 Dies ist das Wort HaschemS, das zu dem Propheten YirmeYahu geschehen ist wider alle Völker.

46,2 Wider Mitzrayim. Wider das Heer des Pharao Necho, des Königs von Mitzrayim, welches lagerte am Euphratstrom bei Karkemisch und das Nebukadnezar, der König von Babel, schlug im vierten Jahr Yoyakims, des Sohnes Josias, des Königs von Yahuda:

46,3 Rüstet Rundschild und Langschild und zieht in den Streit!

46,4 Spannet Rosse an und laßt Reiter aufsitzen, setzt die Helme auf und schärft die Spieße und ziehet Panzer an!

46,5 Wie kommt's aber, daß ich sehe, daß sie verzagt sind und die Flucht ergreifen und ihre Helden erschlagen sind? Sie fliehen und wenden sich nicht mehr zurück. Schrecken um und um! Spricht Haschem.

46,6 Der Schnelle kann nicht entfliehen noch der Starke entrinnen. Im Norden am Euphratstrom sind sie gefallen und niedergestreckt.

46,7 Wer ist's, der emporstieg wie der Nil, und seine Wasser wälzten sich dahin wie Ströme?

46,8 Mitzrayim stieg empor wie der Nil, und seine Wasser wälzten sich daher wie Ströme, und es sprach: «Ich will hinaufziehen, das Land bedecken und die Städte verderben samt denen, die darin wohnen.»

46,9 Wohlan, setzt euch auf die Rosse, rennet mit den Wagen, lasset die Helden ausziehen, die von Kusch und aus Put, die den Schild führen, und die Schützen aus Lud!

46,10 Denn dies ist der Tag Haschem’S, ein Tag der Vergeltung, daß er sich an seinen Feinden räche, wenn das Schwert fressen und von ihrem Blut voll und trunken werden wird. Denn sie müssen Haschem, ein Schlachtopfer werden im Lande des Nordens am Euphratstrom.

46,11 Geh hinauf nach Gilead und hole Balsam, Jungfrau, Tochter Mitzrayim! Aber es ist umsonst, daß du viel Heilmittel gebrauchst; du wirst doch nicht gesund.

46,12 Deine Schande ist unter den Völkern erschollen, deines Heulens ist das Land voll; denn ein Held fällt über den andern und liegen beide miteinander danieder.

46,13 Dies ist das Wort Haschem’S, das er zu dem Propheten Jeremia redete, als Nebukadnezar, der König von Babel, heranzog, um Mitzrayim zu schlagen:

46,14 Verkündigt's in Mitzrayim und sagt's an in Migdol, sagt's an in Memfis und Tachpanhes und sprecht: Setze dich zur Wehr! Denn das Schwert wird fressen, was um dich her ist.

46,15 Wie geht's zu, daß deine Gewaltigen zu Boden fallen und können nicht standhalten? Haschem hat sie so gestürzt.

46,16 Er macht, daß ihrer viele fallen, daß einer mit dem andern daniederliegt. Da sprechen sie: Wohlauf, laßt uns wieder zu unserm Volk ziehen, in unser Vaterland vor dem mörderischen Schwert!

46,17 Nennet den Namen des Pharao, des Königs von Mitzrayim: «Prahlhans, der die Zeit versäumt hat».

46,18 So wahr ich lebe, spricht der König, der Haschem heißt: er wird daherziehen so hoch, wie der Berg Tabor unter den Bergen ist und wie der Karmel am Meer ist.

46,19 Mache dir Fluchtgepäck, du Einwohnerin, Tochter Mitzrayim; denn Memfis wird wüst und verbrannt werden, daß niemand darin wohnen wird.

46,20 Mitzrayim ist wie eine schöne junge Kuh; aber es kommt von Norden der Schlächter.

46,21 Auch die darin um Sold dienen, sind wie gemästete Kälber; aber sie müssen sich dennoch wenden und miteinander fliehen und werden nicht standhalten; denn der Tag ihres Unglücks wird über sie kommen, die Zeit ihrer Heimsuchung.

46,22 Man hört sie heranziehen wie eine zischende Schlange; ja, sie kommen mit Heeresmacht und bringen Äxte über sie wie die Holzhauer.

46,23 Die werden ihren Wald umhauen, spricht Haschem, denn sie sind nicht zu zählen; ihrer sind mehr als Heuschrecken, die niemand zählen kann.

46,24 Die Tochter Mitzrayim wird zuschanden; denn sie ist dem Volk aus dem Norden in die Hände gegeben.

46,25 Haschem: Siehe, ich will heimsuchen den Amon zu No und den Pharao und Mitzrayim samt seinen Göttern und Königen, ja, den Pharao mit allen, die sich auf ihn verlassen,

46,26 daß ich sie gebe in die Hände derer, die ihnen nach dem Leben trachten, und in die Hände Nebukadnezars, des Königs von Babel, und seiner Großen. Aber danach soll das Land bewohnt werden wie vor alters, spricht Haschem.

46,27 Aber du, mein Knecht Jakob, fürchte dich nicht, und du, Israel, verzage nicht! Denn siehe, ich will dir helfen aus fernen Landen und deinen Nachkommen aus dem Lande ihrer Gefangenschaft, daß Jakob zurückkommen soll und in Frieden sein und ohne Sorge, und niemand soll ihn schrecken.

46,28 Darum fürchte dich nicht, du, Jakob, mein Knecht, spricht Haschem, denn ich bin bei dir! Mit allen Völkern, unter die ich dich verstoßen habe, will ich ein Ende machen; aber mit dir will ich nicht ein Ende machen. Züchtigen will ich dich mit Maßen, doch ungestraft kann ich dich nicht lassen.

47. Kapitel

47,1 Dies ist das Wort Haschem’S, das zum Propheten YirmeYahu geschah wider die Philister, ehe der Pharao Gaza schlug.

47,2 So spricht Haschem: Siehe, es kommen Wasser heran von Norden, die zum reißenden Strom werden und das Land überfluten und was darin ist, die Städte und die darin wohnen, daß die Leute schreien und alle Einwohner im Lande heulen.

47,3 Vor dem Stampfen ihrer starken Rosse, die dahertraben, und vor dem Rasseln ihrer Wagen und dem Poltern ihrer Räder werden sich die Väter nicht umsehen nach den Kindern, so verzagt werden sie sein

47,4 über den Tag, der da kommt, um zu verderben alle Philister und auszurotten die letzten Helfer für Tyrus und Sidon. Denn Haschem wird die Philister verderben, den Rest derer, die gekommen sind von der Insel Kaftor.

47,5 Über Gaza wird Trauer kommen, und Aschkelon wird vernichtet, der Rest der Anakiter. Wie lange willst du dich wund ritzen?

47,6 O du Schwert HaschemS, wann willst du doch aufhören? Fahre in deine Scheide und ruhe und sei still!

47,7 Aber wie kann es aufhören, da doch Haschem ihm Befehl gegeben hat wider Aschkelon und es wider das Ufer des Meeres bestellt hat?

48. Kapitel

48,1 Wider Moab. So spricht Haschem: Wehe der Stadt Nebo, denn sie ist zerstört! Geschändet ist Kiryjatayjim und eingenommen, die hohe Feste ist zuschanden geworden und zerbrochen.

48,2 Der Stolz Moabs auf Heschbon ist dahin; denn man sinnt Böses gegen die Stadt: «Kommt, wir wollen sie ausrotten, daß sie ohne Volk sei.» Und du, Madmen, mußt auch vernichtet werden; das Schwert wird hinter dir her sein.

48,3 Man hört ein Geschrei in Horonayim von Verwüstung und großem Jammer.

48,4 Moab ist zerschlagen. Man hört ihre Kleinen schreien;

48,5 denn sie gehen mit Weinen die Steige von Luhit hinauf, und die Feinde hören ein Jammergeschrei den Weg von Horonajim herab:

48,6 «Fliehet und rettet euer Leben!» Aber ihr werdet sein wie ein Strauch in der Wüste.

48,7 Weil du dich auf deine Bauwerke verlässest und auf deine Schätze, sollst du auch erobert werden, und Kemosch muß gefangen wegziehen samt seinen Priestern und Fürsten.

48,8 Denn der Verwüster wird über alle Städte kommen, daß nicht eine Stadt entrinnen wird. Es sollen die Täler verwüstet und die Ebenen verheert werden; denn Haschem hat's gesagt.

48,9 Gebt Moab Flügel, denn es wird davon müssen, als flöge es, und seine Städte werden wüst liegen, daß niemand darin wohnen wird.

48,10 Verflucht sei, wer Haschem’S Werk lässig tut; verflucht sei, wer sein Schwert aufhält, daß es nicht Blut vergießt!

48,11 Moab ist von seiner Jugend an ungestört gewesen und auf seinen Hefen still gelegen und ist nie aus einem Faß ins andre gegossen und ist nie in die Gefangenschaft gezogen; darum ist sein Geschmack ihm geblieben und sein Geruch nicht verändert worden.

48,12 Darum siehe, spricht Haschem, es kommt die Zeit, daß ich ihnen Küfer schicken will, die sie ausschütten sollen und ihre Fässer ausleeren und ihre Krüge zerschmettern.

48,13 Und Moab soll über dem Kemosch zuschanden werden, gleichwie das Haus Israel über Bethel zuschanden geworden ist, worauf sie sich verließen.

48,14 Wie könnt ihr sagen: Wir sind Helden und rechte Kriegsleute?

48,15 Moab wird verwüstet, und seine Städte werden erstiegen, und seine beste Mannschaft muß hinab zur Schlachtbank, spricht der König, welcher heißt Haschem.

48,16 Denn der Untergang Moabs wird bald kommen, und sein Unglück eilt herbei.

48,17 Habt doch Mitleid mit ihnen, alle, die ihr um sie her wohnt und ihren Namen kennt, und sprecht: «Wie ist das starke Zepter und der herrliche Stab so zerbrochen!»

48,18 Herunter von der Herrlichkeit, du Tochter Dibon, und setz dich in den Staub! Denn der Verwüster Moabs wird zu dir hinaufkommen und deine Bollwerke zerstören.

48,19 Tritt an die Straße und schaue, du Einwohnerin von Aroër! Frage, die da fliehen und entrinnen, und sprich: «Was ist geschehen?»

48,20 Ach, Moab ist verwüstet und verheert! Heulet und schreiet; sagt's am Arnon, daß Moab vernichtet ist!

48,21 Die Strafe ist über das ebene Land ergangen, nämlich über Holon, Jahaz, Mefaat,

48,22 Dibon, Nebo, Bet-Diblatajim,

48,23 Kirjatajim, Bet-Gamul, Bet-Meon,

48,24 Kerijot, Bozra und über alle Städte im Lande Moab, sie seien fern oder nahe.

48,25 Das Horn Moabs ist abgeschlagen, und sein Arm ist zerbrochen, spricht Haschem.

48,26 a Macht es trunken; denn es hat sich gegen Haschem erhoben! Speien müsse Moab, auf daß es auch zum Gespött werde.

48,27 Oder ist Israel dir nicht ein Gespött gewesen, als hätte man es unter den Dieben gefunden? Sooft du von ihm sprachst, hast du es verhöhnt.

48,28 O ihr Bewohner von Moab, verlaßt die Städte und wohnt in den Felsen und tut wie die Tauben, die da nisten in den Löchern!

48,29 Man hat immer gesagt von dem stolzen Moab, daß es sehr stolz sei, hoffärtig, hochmütig, trotzig und übermütig.

48,30 Aber Haschem spricht: Ich kenne seinen Übermut wohl und sein böses Geschwätz; Böses haben sie getan.

48,31 Darum muß ich über Moab heulen und über ganz Moab schreien und über die Leute von Kir-Heres klagen.

48,32 Mehr als über Jaser muß ich über dich weinen, du Weinstock Sibma; denn deine Ranken reichten über das Meer und kamen bis nach Jaser. Der Verwüster ist über deine Ernte und Weinlese hergefallen.

48,33 Freude und Wonne sind hinweggenommen aus dem Fruchtland und dem Lande Moab. Dem Wein in den Kufen mache ich ein Ende, der Kelterer wird nicht mehr keltern, der Winzer wird nicht mehr sein Lied singen.

48,34 Das Geschrei von Heschbon wird gehört bis Elale, bis nach Yahaz, von Zoar an bis nach Horonayim, bis Eglat-Schelischiya; denn auch die Wasser Nimrims sollen versiegen.

48,35 Und ich will, spricht Haschem, in Moab damit ein Ende machen, daß sie auf den Höhen opfern und ihren Göttern Opfer darbringen.

48,36 Darum klagt mein Herz über Moab wie Flötenklage, und über die Leute in Kir-Heres klagt mein Herz wie Flötenklage; denn das Gut, das sie gesammelt, ist zugrunde gegangen.

48,37 Alle Köpfe werden kahl sein und alle Bärte abgeschoren, alle Hände wund geritzt, und jeder wird den Sack anziehen.

48,38 Auf allen Dächern und Gassen, überall in Moab wird man klagen; denn ich habe Moab zerbrochen wie ein Gefäß, das niemand haben will, spricht Haschem.

48,39 O wie ist es zerschlagen, wie heulen sie! Wie haben sie schimpflich den Rücken gewandt! Moab ist zum Spott und zum Bild des Schreckens geworden allen, die ringsum wohnen.

48,40 Denn so spricht Haschem: Siehe, er fliegt daher wie ein Adler und breitet seine Flügel aus über Moab.

48,41 Die Städte sind erobert, und die Festungen sind eingenommen, und das Herz der Helden in Moab wird an jenem Tage sein wie das Herz einer Frau in Kindsnöten.

48,42 Denn Moab muß vertilgt werden, daß es kein Volk mehr sei, weil es sich gegen Haschem erhoben hat.

48,43 Schrecken, Grube und Schlinge über dich, du Volk von Moab! spricht Haschem.

48,44 Wer dem Schrecken entflieht, der wird in die Grube fallen, und wer aus der Grube herauskommt, der wird in der Schlinge gefangen werden; denn ich will über Moab kommen lassen das Jahr seiner Heimsuchung, spricht Haschem.

48,45 Erschöpft suchen die Entronnenen Zuflucht im Schatten von Heschbon; aber es wird ein Feuer aus Heschbon und eine Flamme aus dem Hause Sihon ausgehen, welche die Schläfe Moabs verzehren wird und den Scheitel der kriegerischen Leute.

48,46 Weh dir, Moab! Verloren ist das Volk des Kemosch; denn man hat deine Söhne und Töchter genommen und gefangen weggeführt.

48,47 Aber in der letzten Zeit will ich das Geschick Moabs wenden, spricht Haschem. Das sei gesagt von der Strafe über Moab.

49. Kapitel

49,1 Wider die Ammoniter. So spricht Haschem: Hat denn Israel keine Kinder, oder hat es keinen Erben? Warum besitzt denn Milkom das Land Gad, und warum wohnt sein Volk in dessen Städten?

49,2 Darum siehe, es kommt die Zeit, spricht Haschem, daß ich will ein Kriegsgeschrei erschallen lassen über Rabba, die Stadt der Ammoniter, und es soll zu einem wüsten Schutthügel werden, und seine Tochterstädte sollen in Brand gesteckt werden. Aber Israel soll seine Besitzer besitzen, spricht Haschem.

49,3 Heule, Heschbon! denn Ai ist verwüstet. Schreit, ihr Töchter von Rabba, und zieht den Sack an; klaget und lauft hin und her mit Ritzwunden! Denn Milkom wird gefangen weggeführt samt seinen Priestern und Fürsten.

49,4 Was rühmst du dich deines Tales, deines wasserreichen Tales, du ungehorsame Tochter, die du dich auf deine Schätze verläßt und sprichst in deinem Herzen: Wer darf sich an mich machen?

49,5 Siehe, spricht Haschem, ich will Schrecken über dich kommen lassen von allen, die um dich her wohnen; ihr sollt in alle Richtungen versprengt werden, und niemand wird die Flüchtigen sammeln.

49,6 Aber danach will ich wieder wenden das Geschick Ammons

49,7 Wider Edom. So spricht Haschem: Ist denn keine Weisheit mehr in Teman? Ist denn kein Rat mehr bei den Klugen? Ist ihnen die Weisheit ausgegangen?

49,8 Flieht, wendet euch und verkriecht euch tief, ihr Bürger von Dedan! Denn ich lasse Unglück über Esau kommen, die Zeit seiner Heimsuchung.

49,9 Es sollen Winzer über dich kommen, die keine Nachlese übriglassen, und Diebe sollen des Nachts über dich kommen, die sollen nach Herzenslust verwüsten.

49,10 Denn ich habe Esau entblößt und seine Verstecke aufgedeckt, daß er sich nicht verbergen kann. Seine Söhne, seine Brüder und seine Nachbarn sind vernichtet, daß keiner von ihnen mehr da ist.

49,11 Verlaß nur deine Waisen, ich will sie am Leben erhalten, und deine Witwen sollen auf mich hoffen.

49,12 Denn so spricht Haschem: Siehe, die es nicht verdient hatten, den Kelch zu trinken, müssen trinken, und du solltest ungestraft bleiben? Du sollst nicht ungestraft bleiben, sondern du mußt auch trinken.

49,13 Denn ich habe bei mir selbst geschworen, spricht Haschem, daß Bozra zum Entsetzen, zur Schmach, zur Wüste und zum Fluch werden soll und alle seine Städte zur ewigen Wüste.

49,14 Ich hab eine Kunde vernommen vom Haschem, ein Bote ist unter die Völker gesandt: Sammelt euch und kommt her wider Edom; macht euch auf zum Kampf!

49,15 Denn siehe, ich will dich gering machen unter den Völkern und verachtet unter den Menschen.

49,16 Daß die andern dich fürchten, hat dich verführt, und dein Herz ist hochmütig, weil du in Felsenklüften wohnst und hohe Gebirge innehast. Wenn du auch dein Nest so hoch machtest wie der Adler, dennoch will ich dich von dort herunterstürzen, spricht Haschem.

49,17 Also soll Edom wüst werden, daß alle, die vorübergehen, sich entsetzen und spotten über alle seine Plagen.

49,18 Gleichwie Sodom und Gomorra samt ihren Nachbarn zerstört wurden, spricht Haschem, so soll auch dort niemand wohnen noch ein Mensch darin hausen.

49,19 Siehe, er kommt herauf wie ein Löwe aus dem Dickicht des Jordans in die Auen; denn ich will sie eilends daraus wegtreiben und den, der erwählt ist, darüber setzen. Denn wer ist mir gleich, wer will mich meistern, und wer ist der Hirte, der mir widerstehen kann?

49,20 So höret nun den Ratschluss HaschemS, den er über Edom gefaßt hat, und seine Gedanken, die er über die Einwohner von Teman hat. Was gilt's? Wird man sie nicht fortschleifen mit den geringsten ihrer Schafe, werden ihretwegen nicht ihre Auen veröden?

49,21 Vom Krachen ihres Sturzes erbebt die Erde, und ihr Geschrei wird man am Schilfmeer hören.

49,22 Siehe, er fliegt herauf wie ein Adler und breitet seine Flügel aus über Bozra. Zu der Zeit wird das Herz der Helden in Edom sein wie das Herz einer Frau in Kindsnöten.

49,23 Wider Damaskus. Hamat und Arpad sind zuschanden geworden; sie sind verzagt, denn sie hören ein böses Gerücht. Ihr Herz bebt vor Sorge; sie sind so erschrocken, daß sie nicht Ruhe finden können.

49,24 Damaskus ist verzagt und wendet sich zur Flucht; es zittert und ist in Ängsten und Schmerzen wie eine Frau in Kindsnöten.

49,25 Wie ist sie nun verlassen, die berühmte und fröhliche Stadt!

49,26 Darum wird ihre junge Mannschaft auf ihren Gassen fallen, und alle ihre Kriegsleute werden umkommen zur selben Zeit, spricht Haschem.

49,27 Und ich will an die Mauern von Damaskus Feuer legen, daß es die Paläste Ben-Hadads verzehren soll. Weissagungen gegen arabische Stämme

49,28 Wider Kedar und die Königreiche von Hazor, die Nebukadnezar, der König von Babel, schlug. So spricht Haschem: Wohlauf, ziehet herauf gegen Kedar und vernichtet, die im Osten wohnen!

49,29 Man wird ihnen ihre Zelte und Herden nehmen, ihre Zeltdecken, alle Geräte und Kamele wegführen und über sie rufen: Schrecken um und um!

49,30 Fliehet, hebt euch eilends davon, verkriecht euch tief, ihr Einwohner von Hazor!, denn Nebukadnezar, der König von Babel, hat etwas im Sinn wider euch und plant etwas gegen euch.

49,31 Wohlauf, ziehet herauf wider ein Volk, das ruhig und sicher wohnt!; sie haben weder Tür noch Riegel und wohnen allein.

49,32 Ihre Kamele sollen geraubt und die Menge ihres Viehs genommen werden, und in alle Winde will ich die zerstreuen, die das Haar rundherum abscheren, und von allen Seiten her will ich ihr Unglück über sie kommen lassen;

49,33 daß Hazor eine Wohnung der Schakale und eine ewige Wüste werden soll, so daß niemand dort wohne und kein Mensch darin hause.

49,34 Dies ist das Wort HaschemS, das geschah zu YirmeYah dem Propheten, wider Elam im Anfang der Herrschaft Zedekyas, des Königs von Yahuda:

49,35 Siehe, ich will den Bogen Elams zerbrechen, seine stärkste Waffe,

49,36 und will die vier Winde von den vier Enden des Himmels über sie kommen lassen und will sie in alle diese Winde zerstreuen, so daß es kein Volk geben soll, wohin nicht Vertriebene aus Elam kommen werden.

49,37 Und ich will Elam verzagt machen vor seinen Feinden und vor denen, die ihnen nach dem Leben trachten, und will Unglück über sie kommen lassen in meinem grimmigen Zorn, und will das Schwert hinter ihnen her schicken, bis ich sie aufreibe.

49,38 Meinen Thron will ich in Elam aufstellen und will dort den König und die Fürsten umbringen.

49,39 Aber in der letzten Zeit will ich das Geschick Elams wieder wenden, spricht Haschem.

50. Kapitel

50,1 Dies ist das Wort, das Haschem durch den Propheten YirmeYahu geredet hat wider Babel und das Land der Chaldäer:

50,2 Verkündet's unter den Völkern und laßt's erschallen, richtet das Banner auf! Laßt's erschallen und verbergt es nicht und sprecht: Babel ist genommen, Bel ist zuschanden, Merodach ist zerschmettert; ihre Götzen sind zuschanden, ihre Götterbilder sind zerschmettert!

50,3 Denn es zieht von Norden ein Volk heran gegen sie, das ihr Land zur Wüste macht, so daß niemand darin wohnen wird, sondern Menschen und Vieh daraus fliehen werden.

50,4 In jenen Tagen und zur selben Zeit, werden kommen die Leute von Israel samt den Leuten von Yahuda und weinend umherziehen und Haschem, suchen.

50,5 Sie werden fragen nach dem Wege nach Tzion und sich dorthin kehren: «Kommt, wir wollen uns Haschem zuwenden zu einem ewigen Bund, der nimmermehr vergessen werden soll!»

50,6 Denn mein Volk ist wie eine verlorne Herde. Ihre Hirten haben sie verführt und auf den Bergen in die Irre gehen lassen, daß sie über Berge und Hügel gehen mußten und ihren Ruheplatz vergaßen.

50,7 Es fraßen sie alle, die sie antrafen, und ihre Feinde sprachen: Wir tun nicht unrecht! Denn sie haben sich versündigt an Haschem, der rechten Weide, und an Haschem, der ihrer Väter Hoffnung war.

50,8 Fliehet aus Babel und zieht aus der Chaldäer Lande und macht's wie die Böcke vor der Herde!

50,9 Denn siehe, ich will Völker in großen Scharen erwecken und aus dem Lande des Nordens gegen Babel heranführen; die sollen sich gegen die Stadt rüsten und sie auch einnehmen. Ihre Pfeile sind wie die eines guten Kriegers, der nicht mit leeren Händen zurückkehrt.

50,10 Und das Chaldäerland soll ein Raub werden; alle, die es berauben, sollen satt werden, spricht Haschem.

50,11 Wenn ihr euch auch freut und rühmt, daß ihr mein Erbteil geplündert habt, und hüpft wie die Kälber im Grase und wiehert wie die starken Rosse,

50,12 so wird eure Mutter doch sehr zuschanden und, die euch geboren hat, zum Spott werden. Siehe, unter den Völkern soll sie die geringste sein, wüst, dürr und öde.

50,13 Denn vor dem Zorn HaschemS wird sie unbewohnt und ganz wüst bleiben, so daß alle, die an Babel vorüberziehen, sich entsetzen werden und spotten über alle ihre Plagen.

50,14 Stellt euch ringsum gegen Babel auf, all ihr Bogenschützen; schießt nach ihr, spart nicht an Pfeilen; denn sie hat wider Haschem gesündigt.

50,15 Erhebet das Kriegsgeschrei ringsum. Sie hat sich ergeben, ihre Pfeiler sind gefallen, ihre Mauern sind abgebrochen; denn so vergilt Haschem. Übt Vergeltung an Babel, tut ihr, wie sie getan hat.

50,16 Rottet aus von Babel den Sämann und den Schnitter in der Ernte! Vor dem mörderischen Schwert wird sich jeder zu seinem Volk wenden und in sein Land fliehen.

50,17 Israel war eine zerstreute Herde, die Löwen verscheucht haben. Zuerst fraß sie der König von Assyrien, danach nagte ihre Knochen ab Nebukadnezar, der König von Babel.

50,18 Darum spricht Haschem: Siehe, ich will heimsuchen den König von Babel und sein Land, gleichwie ich den König von Assyrien heimgesucht habe.

50,19 Israel aber will ich wieder heim zu seiner Wohnung bringen, daß sie auf dem Karmel und in Baschan weiden und sich sättigen sollen auf dem Gebirge Ephraim und Gilead.

50,20 Zur selben Zeit und in jenen Tagen wird man die Missetat Israels suchen, aber es wird keine da sein, und die Sünden Yahudas, aber es wird keine gefunden werden; denn ich will sie vergeben denen, die ich übrigbleiben lasse.

50,21 Zieh heran gegen das Land Meratayim; zieh heran gegen die Einwohner von Pekod*; vertilge sie und vollziehe den Bann an ihren Nachkommen, und tu alles, was ich dir befohlen habe! *Meratayim bedeutet «Doppeltrotz», Pekod «Heimsuchung»; gemeint ist Babel.

50,22 Es ist ein Kriegsgeschrei im Lande und großer Jammer.

50,23 Wie ist der Hammer der ganzen Welt zerbrochen und zerschlagen! Wie ist Babel zum Bild des Entsetzens geworden unter allen Völkern!

50,24 Ich habe dir Fallen gestellt, Babel, und du hast dich darin gefangen, ehe du dich's versahst; du bist getroffen und ergriffen, denn du hast Haschem herausgefordert.

50,25 Haschem hat sein Zeughaus aufgetan und die Waffen seines Zorns hervorgeholt; Haschem, hat etwas auszurichten in der Chaldäer Lande.

50,26 Kommt her gegen dies Land von allen Enden, öffnet seine Kornhäuser, werft alles auf einen Haufen und vollzieht den Bann an ihm, daß nichts übrigbleibe!

50,27 Tötet alle seine Stiere, führt sie hinab zur Schlachtbank! Weh ihnen, denn ihr Tag ist gekommen, die Zeit ihrer Heimsuchung!

50,28 Man hört ein Geschrei der Flüchtigen und derer, die entronnen sind aus dem Lande Babel, daß sie verkünden zu Tzion die Vergeltung HaschemS, die Vergeltung für seinen Tempel.

50,29 Rufet viele wider Babel, belagert es ringsum, all ihr Bogenschützen, und laßt keinen davonkommen! Vergeltet Babel, wie es verdient hat; wie es getan hat, so tut ihm wieder! Denn es hat stolz gehandelt wider Haschem.

50,30 Darum soll seine junge Mannschaft fallen auf seinen Gassen, und alle seine Kriegsleute sollen umkommen an jenem Tage, spricht Haschem.

50,31 Siehe, du Stolzer, ich will an dich, denn dein Tag ist gekommen, die Zeit deiner Heimsuchung.

50,32 Da soll der Stolze stürzen und fallen, daß ihn niemand aufrichte. Ich will an seine Städte Feuer legen; das soll alles, was ringsumher ist, verzehren.

50,33 Siehe, die Leute von Israel samt den Leuten von Yahuda müssen Gewalt und Unrecht leiden; alle, die sie gefangen weggeführt haben, halten sie fest und wollen sie nicht loslassen.

50,34 Aber ihr Erlöser ist stark, der heißt Haschem; der wird ihre Sache so hinausführen, daß er das Land erbeben und die Einwohner von Babel erzittern läßt.

50,35 Das Schwert soll kommen, spricht Haschem, über die Chaldäer und über die Einwohner von Babel und über ihre Fürsten und über ihre Weisen!

50,36 Das Schwert soll kommen über ihre Wahrsager, daß sie zu Narren werden; das Schwert soll kommen über ihre Starken, daß sie verzagen!

50,37 Das Schwert soll kommen über ihre Rosse und Wagen und über alles fremde Volk, das darin ist, daß sie zu Weibern werden! Das Schwert soll kommen über ihre Schätze, daß sie geplündert werden!

50,38 Dürre soll kommen über ihre Wasser, daß sie versiegen! Denn es ist ein Götzenland, und an ihren schrecklichen Götzen sind sie toll geworden.

50,39 Darum sollen Wüstentiere und wilde Hunde darin wohnen und die Strauße, und es soll nie mehr bewohnt werden und niemand darin hausen für und für.

50,40 Gleichwie Haschem Sodom und Gomorra samt ihren Nachbarn zerstört hat, soll niemand darin wohnen noch ein Mensch darin hausen.

50,41 Siehe, es kommt ein Volk von Norden her; viele Völker und viele Könige werden vom Ende der Erde sich aufmachen.

50,42 Die haben Bogen und Speer; sie sind grausam und unbarmherzig; ihr Geschrei ist wie das Brausen des Meeres; sie reiten auf Rossen, gerüstet als Kriegsleute gegen dich, du Tochter Babel.

50,43 Wenn der König von Babel die Kunde von ihnen hören wird, so werden ihm die Hände niedersinken; ihm wird so angst und bange werden wie einer Frau in Kindsnöten.

50,44 Siehe, er kommt herauf wie ein Löwe aus dem Dickicht des Jordans in die Auen; denn ich will sie eilends daraus wegtreiben und den, der erwählt ist, darüber setzen. Denn wer ist mir gleich, wer will mich meistern, und wer ist der Hirte, der mir widerstehen kann?

50,45 So hört nun den Ratschluß Haschem’S, den er über Babel gefaßt hat, und seine Gedanken, die er hat über die Einwohner im Lande der Chaldäer! Was gilt's? Wird man sie nicht fortschleifen mit den geringsten ihrer Schafe, werden ihretwegen nicht ihre Auen veröden?

50,46 Und die Erde wird beben von dem Ruf: Babel ist genommen!, und sein Wehgeschrei wird unter den Völkern erschallen.

51. Kapitel

51,1 So spricht Haschem: Siehe, ich will einen Verderben bringenden Wind erwecken wider Babel und wider seine Bewohner, die sich gegen mich erhoben haben.

51,2 Ich will Worfler nach Babel schicken, die sie worfeln sollen und ihr Land ausfegen, die von allen Seiten über sie kommen werden am Tage des Unglücks.

51,3 Ihre Schützen sollen nicht schießen, und ihre Geharnischten sollen sich nicht wehren können. Verschont nicht ihre junge Mannschaft, vollstreckt den Bann an ihrem ganzen Heer,

51,4 daß die Erschlagenen daliegen im Lande der Chaldäer und die Erstochenen auf ihren Gassen!

51,5 Aber Israel und Yahuda sollen nicht Witwen werden, verlassen von Haschem; denn das Land der Chaldäer hat sich sehr verschuldet am Erhabenen Israels.

51,6 Fliehet aus Babel, und rette ein jeder sein Leben, daß ihr nicht untergeht in seiner Schuld. Denn dies ist für Haschem die Zeit der Rache, um ihm seine Taten zu vergelten.

51,7 Ein goldener Kelch, der alle Welt trunken gemacht hat, war Babel in der Hand HaschemS. Alle Völker haben von seinem Wein getrunken; darum sind die Völker so toll geworden.

51,8 Wie plötzlich ist Babel gefallen und zerschmettert! Heulet über Babel, bringt Balsam für seine Wunden, ob es vielleicht gesund werden könnte.

51,9 Wir wollten Babel gesund machen; aber es wollte nicht wieder hergestell werden. So laßt es fahren und laßt uns ein jeder in sein Land ziehen! Denn seine Strafe reicht bis an den Himmel und langt hinauf bis an die Wolken.

51,10 Haschem hat unsere Gerechtigkeit ans Licht gebracht. Kommt, laßt uns in Tzion erzählen die Werke HaschemS!

51,11 Ja, schärft nun die Pfeile und ergreift die Schilde! Haschem hat den Mut der Könige von Medien erweckt; denn seine Gedanken stehen wider Babel, daß er es verderbe. Denn dies ist die Vergeltung Haschem’S, die Vergeltung für seinen Tempel.

51,12 Ja, erhebt nun das Banner gegen die Mauern von Babel, macht stark die Wachen, bestellt Wächter, legt einen Hinterhalt! Denn Haschem hat sich's vorgenommen und wird's auch tun, was er gegen die Einwohner von Babel geredet hat.

51,13 Die du an großen Wassern wohnst und große Schätze hast, dein Ende ist gekommen, dein Lebensfaden wird abgeschnitten!

51,14 Haschem hat bei sich geschworen: Wenn ich dich auch gefüllt habe mit Menschen wie mit Heuschrecken, so wird man doch über dich anstimmen den Ruf des Keltertreters.

51,15 Er hat die Erde durch seine Kraft gemacht und den Erdkreis durch seine Weisheit bereitet und den Himmel ausgebreitet durch seinen Verstand.

51,16 Wenn er donnert, so ist Wasser die Menge am Himmel. Er läßt die Wolken heraufziehen vom Ende der Erde. Er macht die Blitze, daß es regnet, und läßt den Wind kommen aus seinen Vorratskammern.

51,17 Alle Menschen aber sind Toren mit ihrer Kunst, und alle Goldschmiede stehen beschämt da mit ihren Bildern; denn ihre Götzen sind Trug und haben kein Leben.

51,18 Sie sind nichts, ein Spottgebilde; sie müssen zugrunde gehen, wenn sie heimgesucht werden.

51,19 Aber so ist der nicht, der Jakobs Reichtum ist, sondern er ist's, der alle Dinge schafft, und Israel ist sein Erbteil. Er heißt Haschem.

51,20 Du, Babel, warst mein Hammer, meine Kriegswaffe; durch dich habe ich Völker zerschmettert und Königreiche zerstört.

51,21 Durch dich habe ich Rosse und Reiter zerschmettert, Wagen und Fahrer.

51,22 Durch dich habe ich Männer und Frauen zerschmettert, Alte und Junge, Jünglinge und Jungfrauen.

51,23 Durch dich habe ich Hirten und Herden zerschmettert, Bauern und Gespanne und Fürsten und Herren.

51,24 Aber nun will ich Babel und allen Bewohnern von Chaldäa vergelten alle ihre Bosheit, die sie an Tzion begangen haben, vor euren Augen, spricht Haschem.

51,25 Siehe, ich will an dich, du Berg des Verderbens, der du Verderben gebracht hast über alle Welt. Ich will meine Hand wider dich ausstrecken und dich von den Felsen herabwälzen und will einen verbrannten Berg aus dir machen,

51,26 daß man weder Ecksteine noch Grundsteine aus dir nehmen kann, sondern eine ewige Wüste sollst du sein, spricht Haschem.

51,27 Richtet auf das Banner auf Erden, blast die Posaune unter den Völkern! Stärkt die Völker zum Kampf gegen die Stadt Babel! Ruft wider sie die Königreiche Ararat, Minni und Aschkenas! Sammelt Kriegsleute gegen sie, bringet Rosse herauf, zahlreich wie Heuschrecken!

51,28 Stärkt die Völker zum Kampf gegen sie, die Könige von Medien samt allen ihren Fürsten und Herren und das ganze Land ihrer Herrschaft,

51,29 daß das Land erbebt und erzittert; denn die Gedanken HaschemS wollen erfüllt werden wider Babel, daß er das Land Babel zur Wüste mache, in der niemand wohnt.

51,30 Die Helden zu Babel werden nicht zu Felde ziehen, sondern in der Festung bleiben. Mit ihrer Stärke ist's aus, sie sind Weiber geworden; ihre Wohnungen sind in Brand gesteckt und ihre Riegel zerbrochen.

51,31 Ein Läufer begegnet dem andern und ein Bote dem andern, um dem König von Babel anzusagen, daß seine Stadt genommen sei an allen Enden

51,32 und die Furten besetzt seien und die Bollwerke verbrannt und die Kriegsleute verzagt.

51,33 Denn so spricht Haschem. Die Tochter Babel ist wie eine Tenne, wenn man sie feststampft; es wird ihre Ernte gar bald kommen.

51,34 «Nebukadnezar, der König von Babel, hat mich gefressen und umgebracht, er hat aus mir ein leeres Gefäß gemacht. Er hat mich verschlungen wie ein Drache, er hat seinen Bauch gefüllt mit meinen Kostbarkeiten; er hat mich vertrieben.

51,35 Nun aber komme über Babel der Frevel, der an mir begangen ist und an meinem Fleische», spricht die Einwohnerin von Tzion, «und mein Blut komme über die Bewohner von Chaldäa», spricht Yahrushalayim.

51,36 Darum spricht Haschem: Siehe, ich will deine Sache führen und dich rächen. Ich will ihr Meer austrocknen und ihre Brunnen versiegen lassen.

51,37 Und Babel soll zu Steinhaufen und zur Wohnung der Schakale werden, zum Bild des Entsetzens und zum Spott, daß niemand darin wohne.

51,38 Sie sollen miteinander brüllen wie die Löwen und knurren wie die jungen Löwen.

51,39 Wenn sie vor Gier brennen, will ich ihnen ein Mahl zurichten und will sie trunken machen, daß sie matt werden und zum ewigen Schlaf einschlafen, von dem sie nimmermehr aufwachen sollen, spricht Haschem.

51,40 Ich will sie hinabführen wie Lämmer zur Schlachtbank, wie Widder und Böcke.

51,41 Wie ist Scheschach gefallen und die in aller Welt Berühmte eingenommen! Wie ist Babel zum Bild des Entsetzens geworden unter den Heiden!

51,42 Ein Meer ist über Babel gegangen, und mit der Menge seiner Wellen ist es bedeckt.

51,43 Seine Städte sind zur Wüste und zu einem dürren, öden Lande geworden, zum Lande, darin niemand wohnt und das kein Mensch durchzieht.

51,44 Ja, ich habe den Bel zu Babel heimgesucht und habe aus seinem Rachen gerissen, was er verschlungen hatte. Und die Heiden sollen nicht mehr zu ihm laufen; denn es sind auch die Mauern von Babel zerfallen.

51,45 Zieh aus von dort, mein Volk, und rette ein jeder sein Leben vor dem grimmigen Zorn HaschemS!

51,46 Euer Herz könnte sonst weich werden und verzagen vor den Gerüchten, die man im Lande hören wird. Denn es wird in diesem Jahr ein Gerücht umgehen und danach im nächsten Jahr wieder ein Gerücht, und Gewalt wird im Lande sein und ein Herrscher wider den andern.

51,47 Darum siehe, es kommt die Zeit, daß ich die Götzen zu Babel heimsuchen will und sein ganzes Land zuschanden werden soll und seine Erschlagenen darin liegen werden.

51,48 Himmel und Erde und alles, was darinnen ist, werden jauchzen über Babel, weil seine Verwüster von Norden gekommen sind, spricht Haschem.

51,49 Und Babel muß fallen für die Erschlagenen Israels, wie für Babel gefallen sind die Erschlagenen der ganzen Erde.

51,50 So ziehet nun hin, die ihr dem Schwert entronnen seid, und haltet euch nicht auf! Gedenkt HaschemS in fernem Lande und laßt euch Yahrushalayim im Herzen sein!

51,51 Wir waren zuschanden geworden, weil wir die Schmach hören mußten und Scham unser Angesicht bedeckte, weil die Fremden über das Mikdash des Hauses HaschemS kamen.

51,52 Darum siehe, die Zeit kommt, spricht Haschem, daß ich die Götzen Babels heimsuchen will, und im ganzen Lande sollen die tödlich Verwundeten stöhnen.

51,53 Und wenn Babel zum Himmel emporstiege und seine Mauern unersteigbar hoch machte, so sollen doch Verwüster von mir über sie kommen, spricht Haschem.

51,54 Man hört ein Geschrei aus Babel und einen großen Jammer aus der Chaldäer Lande;

51,55 denn Haschem verwüstet Babel und vertilgt aus ihm das große Getümmel. Wellen brausen heran wie große Wasser, es erschallt ihr lautes Tosen;

51,56 denn es ist über Babel der Verwüster gekommen. Seine Helden werden gefangen, seine Bogen werden zerbrochen; denn Haschem der Vergeltung, zahlt es ihnen heim.

51,57 Ich will seine Fürsten, Weisen, Herren und Hauptleute und seine Krieger trunken machen, daß sie zu ewigem Schlaf einschlafen sollen, von dem sie nie mehr aufwachen, spricht der König, der da heißt Haschem.

51,58 So spricht Haschem: Die Mauern des großen Babel sollen geschleift und seine hohen Tore mit Feuer verbrannt werden, daß die Arbeit der Heiden umsonst sei und dem Feuer verfalle, was die Völker mit Mühe erbaut haben.

51,59 Dies ist das Wort, das der Prophet YirmeYah befahl Seraya, dem Sohn Neriyas, des Sohnes Machseyas, als er mit Zedekya, dem König von Yahuda, nach Babel zog im vierten Jahr seiner Herrschaft. Und Seraya war der Marschall für die Reise.

51,60 Und YirmeYah schrieb all das Unglück, das über Babel kommen sollte, in ein Buch, nämlich alle diese Worte, die wider Babel geschrieben sind.

51,61 Und YirmeYah sprach zu Seraya: Wenn du nach Babel kommst, so schaue zu und lies laut alle diese Worte

51,62 und sprich: Haschem, du hast geredet gegen diese Stätte, daß du sie ausrotten willst, so daß niemand darin wohne, weder Mensch noch Vieh, sondern daß sie immerdar wüst sei.

51,63 Und wenn du das Buch ausgelesen hast, so binde einen Stein daran und wirf's in den Euphrat

51,64 und sprich: So soll Babel versinken und nicht wieder aufkommen von dem Unglück, das ich über sie bringen will, sondern soll vergehen. So weit hat YirmeYah geredet.

52. Kapitel

52,1 Zedekya war einundzwanzig Jahre alt, als er König wurde; und er regierte elf Jahre zu Yahrushalayim. Seine Mutter hieß Hamutal, eine Tochter Jeremias aus Libna.

52,2 Und er tat, was Haschem mißfiel, gleichwie Yoyakim getan hatte.

52,3 Denn so geschah es mit Yahrushalayim und Yahuda um des Zornes Haschem’S willen, bis er sie von seinem Angesicht wegstieß. Zedekya fiel ab vom König von Babel.

52,4 Im neunten Jahr seiner Herrschaft, am zehnten Tage des zehnten Monats, kam Nebukadnezar, der König von Babel, mit seinem ganzen Heer vor Yahrushalayim, und sie belagerten es und machten Bollwerke ringsumher.

52,5 Und die Stadt blieb belagert bis ins elfte Jahr des Königs Zedekya.

52,6 Aber am neunten Tage des vierten Monats nahm der Hunger überhand in der Stadt, und das Volk des Landes hatte nichts mehr zu essen.

52,7 Da brach man in die Stadt, und alle Kriegsleute wandten sich zur Flucht und zogen zur Stadt hinaus bei Nacht durch das Tor zwischen den zwei Mauern auf dem Wege, der zum Garten des Königs geht. Aber die Chaldäer lagen rings um die Stadt her. Und als sie den Weg zum Yordantal nahmen,

52,8 jagte das Heer der Chaldäer dem König nach, und sie holten Zedekya ein im Yordantal von Jericho. Da zerstreute sich sein ganzes Heer.

52,9 Und sie nahmen den König gefangen und brachten ihn hinauf zum König von Babel nach Ribla, das im Lande Hamat liegt; der sprach das Urteil über ihn.

52,10 Allda ließ der König von Babel die Söhne Zedekyas vor dessen Augen töten und tötete auch alle Oberen von Yahuda in Ribla.

52,11 Aber Zedekya ließ er die Augen ausstechen und ihn in Ketten legen. So führte ihn der König von Babel nach Babel und legte ihn ins Gefängnis, bis er starb.

52,12 Am zehnten Tage des fünften Monats, das ist das neunzehnte Jahr Nebukadnezars, des Königs von Babel, kam Nebusaradan, der Oberste der Leibwache, der stets um den König von Babel war, nach Yahrushalayim

52,13 und verbrannte das Haus des Haschem und das Haus des Königs und alle Häuser von Yahrushalayim; alle großen Häuser verbrannte er mit Feuer.

52,14 Und das ganze Heer der Chaldäer, das bei dem Obersten der Leibwache war, riß alle Mauern Yahrushalayims ringsumher nieder.

52,15 Aber das niedere Volk und was vom Volk noch übrig war in der Stadt und die zum König von Babel abgefallen waren und was übriggeblieben war von den Werkleuten, führte Nebusaradan, der Oberste der Leibwache, gefangen weg.

52,16 Vom niederen Volk auf dem Lande ließ Nebusaradan, der Oberste der Leibwache, Weingärtner und Ackerleute zurück.

52,17 Aber die kupfernen Säulen am Hause Haschem’S und die Gestelle und das kupferne Meer am Hause Haschem’S zerbrachen die Chaldäer und brachten alles Kupfer nach Babel.

52,18 Und die Töpfe, Schaufeln, Messer, Becken, Schalen und alle kupfernen Gefäße, die man im Gottesdienst zu gebrauchen pflegte, nahmen sie weg.

52,19 Dazu nahm der Oberste der Leibwache, was golden und silbern war an Bechern, Räuchergefäßen, Becken, Töpfen, Leuchtern, Löffeln und Schalen.

52,20 Die zwei Säulen, das Meer, die zwölf kupfernen Rinder darunter und die Gestelle, welche der König Salomo hatte machen lassen für das Haus Haschem’S - das Kupfer aller dieser Geräte war unermeßlich viel.

52,21 Von den zwei Säulen aber war jede achtzehn Ellen hoch; eine Schnur, zwölf Ellen lang, reichte um sie herum; jede Säule war vier Finger dick und inwendig hohl.

52,22 Auf jeder stand ein kupferner Knauf, fünf Ellen hoch, und ein Gitterwerk und Granatäpfel waren an jedem Knauf ringsumher, alles aus Kupfer; und eine Säule war wie die andere, die Granatäpfel auch.

52,23 Es waren sechsundneunzig Granatäpfel daran; im ganzen waren es hundert Granatäpfel rings um das Gitterwerk herum.

52,24 Und der Oberste der Leibwache nahm den obersten Priester Seraya und den zweitobersten Priester Zefanya und die drei Hüter der Schwelle

52,25 und aus der Stadt einen Kämmerer, der über die Kriegsleute gesetzt war, und sieben Männer, welche stets um den König sein mußten, die man in der Stadt fand, dazu den Schreiber des Feldhauptmanns, der das Volk des Landes zum Heer aufbot, und sechzig Mann vom Volk des Landes, die man in der Stadt fand;

52,26 diese nahm Nebusaradan, der Oberste der Leibwache, und brachte sie zum König von Babel nach Ribla.

52,27 Und der König von Babel schlug sie tot zu Ribla, das im Lande Hamat liegt. So wurde Yahuda aus seinem Lande weggeführt.

52,28 Dies ist das Volk, das Nebukadnezar weggeführt hat: im siebenten Jahr 3023 Judäer;

52,29 im achtzehnten Jahr aber des Nebukadnezar 832 Leute aus Yahrushalayim;

52,30 und im dreiundzwanzigsten Jahr des Nebukadnezar führte Nebusaradan, der Oberste der Leibwache, 745 Leute aus Yahuda weg. Alle zusammen sind 4600.

52,31 Aber im siebenunddreißigsten Jahr, nachdem Yoyachin, der König von Yahuda, weggeführt war, am fünfundzwanzigsten Tage des zwölften Monats ließ Evil- Merodach, der König von Babel, im Jahr, da er König wurde, Yoyachin, den König von Yahuda, aus dem Kerker holen

52,32 und redete freundlich mit ihm und setzte seinen Sitz über die Sitze der Könige, die bei ihm in Babel waren.

52,33 Und Yoyachin legte die Kleider seiner Gefangenschaft ab und aß bei dem König sein Leben lang.

52,34 Und ihm wurde stets sein Unterhalt vom König von Babel gegeben, wie es für ihn verordnet war, sein ganzes Leben lang bis an sein Ende.

 
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