Der Zohar

Ist die Bibel eine Fälschung

Herzstück der modernen Christenheit ist das Neue Testament, eine Sammlung von Texten, Briefen und Sprüchesammlungen, die die Leidensgeschichte Jesu beschreiben.
Die ersten Christen waren noch dem jüdischen Denken verhaftet und lasen hauptsächlich das Alte Testament. Immer mehr tauschten sie Briefe, Sprüchesammlungen und Evangelien untereinander aus, die in den Gemeinden vorgelesen wurden. Aber nach und nach wurde der Ruf nach einem eigenen Lehrbuch, nach einem neuen Wort Gottes, immer lauter.

Marcion aus Pontus stellte im Jahr 144 nach Christus seinen Glaubens- genossen seine persönliche Version einer Bibel vor. Er ignorierte das gesamte Alte Testament und die meisten der unter den damaligen Christen kursierenden heiligen Schriften.

Übrig blieben ein sehr verkürztes und verändertes Lukasevangelium und zehn ebenfalls redigierte Paulusbriefe. Aber die Theologen waren über diese Bibelfassung wenig erfreut und schlossen Marcion verärgert aus der Kirche aus.

Ende des 2. Jahrhunderts begann man immer mehr, angeführt von Bischof Theophilus von Antiochien, von der Heiligkeit der Evangelien und der Paulusbriefe zu sprechen. Der Druck, ein Buch zu haben, um die Kirche überhaupt konstituieren zu können, wuchs weiter.

Erst Ende des 4. Jahrhunderts wurde nach mehreren Synoden in Rom und Karthago jener Kanon des Neuen Testaments bestimmt, den wir mehr oder weniger noch heute kennen.

Bischof Papias von Hierapolis (70-130) in Phrygien hielt um das Jahr 110 nicht einmal die uns heute bekannten Evangelien für heilig genug, während Kirchenvater Justin lieber das Alte Testament zur Erbauung bemühte. Kirchenvater Irenäus (130-200) und Clemens Alexandrinus (†215) stellten ebenfalls Bibelversionen zusammen, die aber unter heftigen Diskussionen immer wieder verworfen, ergänzt und verändert wurden.
Um das Jahr 170 stellte der syrische Apologet Titian aus den vier Evangelien ein einziges zusammen und nannte es Evangelienharmonie ("Diatessaron").

Noch immer war man offen für Ergänzungen aus nichtkanonischen Überlieferungen. Später schrieb auch Bischof Theophilus von Antiochien eine Evangelienharmonie, konnte sich aber damit nicht durchsetzen. Trotz dieses ewigen Hin und Hers erklärt die päpstliche Bibelkommission noch heute, jedes Wort der Bibel sei unfehlbar.

Im Jahr 367 wies der Kirchenvater Athanasius (295-373), Bischof von Alexandria, in einem Brief darauf hin, dass die 27 Bücher des Kanons nun endgültig feststünden. Er nannte sie "Quellen des Heils, auf dass sich der Dürstende an ihnen mehr als genug erlabe." Die Synode von Laodicea machte die Auswahl der Bücher schließlich offiziell und das Neue Testament war mehr oder weniger geboren.

Nirgendwo auf der Welt ist übrigens das Original eines biblischen Evangeliums erhalten. Es gibt nur Abschriften von Abschriften von Abschriften. Die beiden ältesten Kopien des Neuen Testaments stammen aus dem 4. Jahrhundert. Eine liegt im Vatikan, die andere im Britischen Museum in London. Im Letzten sind sogar noch apokryphe Texte enthalten, welche die Kirche heute als gefälscht oder unsinnig betrachtet.

Die Bibel ist gefälscht

Hieronymus, der kirchliche Bibelfälscher

"Verwilderung"
"Die Tatsache, daß der neutestamentliche Text in dieser Periode seiner Entwicklung starke Veränderungen erlitten hat, zum Teil einer förmlichen Verwilderung unterlegen ist, kann nur die Unwissenheit leugnen." Der Theologe Jülicher

"Ein Chaos" „Der Originaltext verschwindet immer mehr; man bemerkt die immer zahlreicher werdenden Widersprüche zwischen den Handschriften verschiedener Überlieferung und versucht, sie auszugleichen: Das Ergebnis ist ein Chaos." Die Theologen Hoskyns und Daveyl

"Heillos korrumpiert"
„Bis ins 18. Jahrhundert behauptete man, das Original des Markusevangeliums zu besitzen, und zwar sowohl in Venedig als auch in Prag; und beide Originale in Latein, das kein Evangelist je gebraucht hat. In Wirklichkeit existiert kein Original, blieb weder ein neutestamentliches noch überhaupt ein biblisches Buch in seinem ursprünglichen Wortlaut erhalten. Doch liegen auch die ersten Abschriften nicht vor. Es gibt nur Abschriften von Abschriften von Abschriften. Der heutige Text des Neuen Testaments ist ein Mischtext, das heißt, er wurde aus den verschiedensten Überlieferungen zusammengestückelt. ... Der Text des "Buches der Bücher", heute in mehr als 1100 Sprachen und Dialekten verbreitet, ist also heillos korrumpiert." Karl Heinz Deschner: Abermals krähte der Hahn

Wußten Sie?

- Hieronymus bekam im Jahre 383 von Papst Damasus I. den Auftrag für die Herstellung eines einheitlichen lateinischen Bibeltextes.
- Hieronymus änderte die Evangelien an etwa 3500 Stellen.
- Hieronymus schrieb auch, daß nicht zwei Texte in längeren Abschnitten übereinstimmen und daß es ebensoviele Textformen wie Abschriften gibt; er wies auch darauf hin, daß „schwerlich die Wahrheit anzutreffen ist", wo ein Text vom anderen abweiche.
- Das Neue Testament gibt es in nicht weniger als 800 Evangelien-Handschriften aus dem 2. bis 13. Jahrhundert. Die Zahl der Abweichungen und Verschiedenheiten in den ca. 1500 mehr oder weniger vollständig erhaltenen Texten ist enorm.
- Es existiert keine einzige Handschrift, die mit den anderen übereinstimmen würde. Theologen zählen 50 000 bis 100 000 Varianten.
- Man kennt 4680 griechische Handschriften des Neuen Testaments, von denen keine zwei genau denselben Text aufweisen.
- Trotzdem beharrt die katholische Kirche auf ihrer Lehrmeinung, daß das Alte wie das Neue Testament „wahres Wort Gottes" seien. Auch für die evangelische Kirche ist sie „einzig Richter, Regel und Richtschnur". ...

Hieronymus, der Bibelfälscher

Die Institutionen Kirche wollen den Gläubigen weismachen, die Bibel sei absolutes Wort Gottes. Dem ist nicht so. Die Schriften wurden gefälscht, von Anfang an. Mit Absicht oder unbewusst. Aus Unkenntnis oder aus Fahrlässigkeit. Als Hieronymus um das Jahr 370 von Papst Damasus den Auftrag bekam, alle vorhandenen Evangelientexte neu ins Lateinische zu übersetzen und zu einer großen Schrift (Bibel) zu ordnen, war er verzweifelt: Keine zwei Texte hatten eine längere Übereinstimmung. Alles wich voneinander ab.

Hieronymus schrieb an den Papst: „Auch meine Verleumder müssen bestätigen, daß ... in Abweichungen nicht die Wahrheit anzutreffen ist. Wenn nämlich auf die lateinischen Texte Verlaß sein soll, dann mögen sie bitte sagen: Welchen? Gibt es doch beinahe so viele Textformen, wie es Abschriften gibt." Hieronymus änderte die Schrift an 3500 Stellen

In ahnender Voraussicht schreibt Hieronymus an den Papst: „Wird sich auch nur einer finden ..., der mich nicht, sobald er diesen Band [Bibel] in die Hand nimmt ..., lauthals einen Fälscher und Religionsfrevler schilt, weil ich die Kühnheit besaß, einiges in den alten Büchern zuzufügen, abzuändern oder zu verbessern?"
Man muß zugeben, Hieronymus hatte keine einfache Aufgabe. Am liebsten hätte er komplett auf die griechischen Original-Texte zurückgegriffen und danach all die Fehler verbessert, die durch „unzuverlässige Übersetzer" entstanden sind. Auch die „Verschlimmbesserungen waghalsiger, aber inkompetenter Textkritiker", wie sie Hieronymus in seinem Brief an den Papst nennt, hätte er dadurch leicht ausmerzen und die „Zusätze oder Änderungen unaufmerksamer Abschreiber" ungeschehen machen können.
Doch allzuviel getraute sich Hieronymus wohl nicht, da sich die Römer bereits durch Lesungen an einen gewissen Text gewöhnt hatten. Deshalb habe er seine „Feder in Zaum" gehalten, schreibt er. Er soll die Schrift lediglich an 3500 Stellen geändert haben ... Im übrigen war auch auf die hebräischen und griechischen Urtexte wenig Verlass - zu viel wurde in den fast 300 Jahren seit ihrer Entstehung schon an ihnen verändert.

In Anbetracht dieser und der folgenden Tatsachen ist es nicht nur eine Unverfrorenheit, den Gläubigen die ganze Bibel als das „wahre Wort Gottes" (Katholischer Katechismus) zu präsentieren - sondern schlicht eine Irreführung der Gläubigen. Während für Hieronymus in den von einander abweichenden Schriften „schwerlich die Wahrheit anzutreffen ist", sehen das die Institutionen Katholisch und Evangelisch ganz anders.

Wo für Hieronymus „schwerlich die Wahrheit anzutreffen ist", gilt für den Vatikan: „Offenbarung ohne Irrtum"

Auszüge aus der dogmatischen Lehrentscheidung des 1. Vatikanischen Konzils 1869/70 über die Bibel: „Diese übernatürliche Offenbarung ist nun nach dem vom heiligen Konzil von Trient erklärten Glauben der gesamten Kirche enthalten in geschriebenen Büchern und ungeschriebenen Überlieferungen, die, von den Aposteln aus dem Munde Christi selbst empfangen oder von den Aposteln selbst auf Diktat des Heiligen Geistes gleichsam von Hand zu Hand weitergegeben, bis auf uns gekommen sind" [ DH 1501]. „Und zwar sind diese Bücher des Alten und Neuen Testamentes vollständig, mit allen ihren Teilen, wie sie im Dekret desselben Konzils aufgezählt werden und in der alten lateinischen Vulgata-Ausgabe [Übers. des Hieronymus] enthalten sind, als heilig und kanonisch anzunehmen. Die Kirche hält sie aber nicht deshalb für heilig und kanonisch, weil sie allein durch menschlichen Fleiß zusammengestellt und danach durch ihre Autorität gutgeheißen worden wären; genaugenommen auch nicht deshalb, weil sie die Offenbarung ohne Irrtum enthielten; sondern deswegen, weil sie, auf Eingebung des Heiligen Geistes geschrieben, Gott zum Urheber haben und als solche der Kirche selbst übergeben worden sind [Kan. 4]." ...

Hieronymus unterschlägt essentielle Wahrheiten

Hieronymus hatte alle damals noch vorhandenen Schriften über die Lehren Jesu zur Verfügung. Er wußte z.B. sehr wohl, daß Jesus kein Fleisch aß und lehrte, auch die Tiere zu lieben und nicht zu töten. In einem Brief an Juvenian machte Hieronymus eine bemerkenswerte Aussage zu diesem Thema. Aus diesem Text geht hervor, daß Jesus offensichtlich gebot, kein Fleisch zu essen, was viele antike Schriften außerhalb der Bibel auch klar bezeugen. Trotzdem hat Hieronymus diesen wichtigen Aspekt der Lehre Jesu bei der Zusammenstellung der Bibel unterschlagen bzw. bereits gefälschte Vorlagen übernommen. Jeden Tag müssen Millionen Tiere diese Fälschung der Lehre Jesu mit ihrem Leben bezahlen. Unzählige Milliarden Tiere wurden seither in dunklen Ställen dem Siechtum überlassen und getötet. Besonders die „christlichen" Völker sind zu Fleischfressern mutiert. Die Folgen dieser Unterschlagung für Natur, Tiere und den Menschen sind unvorstellbar ...

Brief von Hieronymus an Juvenian:

"Der Genuß des Tierfleisches war bis zur Sintflut unbekannt, aber seit der Sintflut hat man uns die Fasern und die stinkenden Säfte des Tierfleisches in den Mund gestopft ... Jesus Christus, welcher erschien, als die Zeit erfüllt war, hat das Ende wieder mit dem Anfang verknüpft, so dass es uns jetzt nicht mehr erlaubt ist, Tierfleisch zu essen."

Und an anderer Stelle heißt es im selben Brief: „Und so sage ich zu euch: Wenn ihr vollkommen sein wollt, dann ist es förderlich ..., kein Fleisch zu essen." 3)

Hauptstreitpunkt: die Tierliebe des Nazareners

Der Vegetarismus der Urchristen war offensichtlich ein großes Problem für die damals Mächtigen. Er durfte auf keinen Fall in die Bibel aufgenommen werden. Der Autor Carsten Strehlow schreibt: „Der Kirchenvater Hieronymus wurde wegen seiner deutlichen Bekundungen zu Vegetarismus und Alkoholabstinenz sogar aus Rom vertrieben." 4) Er hätte wohl um sein Leben fürchten müssen, wenn er wahrheitsgemäß die Tierliebe Jesu bei seiner Neuübersetzung ins Lateinische in die Bibel mit aufgenommen hätte. Bereits unter Kaiser Konstantin I. wurde vegetarischen und pazifistischen Christen flüssiges Blei in den Hals geschüttet, heißt es. 4)

Es gab große Parteienkämpfe, da „die meisten Kirchenväter massiv den Vegetarismus/Veganismus und die Alkoholabstinenz vertraten". Doch die römische Obrigkeit und die sich mit ihrer Hilfe formierende römische Kirche siegten. Die folgenden Zitate mögen ein Licht auf die rabenschwarze Macht werfen, die sich von nun an der Lehre Jesu bemächtigte.

Die neuen Katholiken wurden z.B. gezwungen - bevor sie in die gerade entstehende römisch-katholische Kirche zwangsaufgenommen wurden -, eine Verfluchung gegen die Nachfolger Jesu bzw. gegen Seine Lehre und somit letztlich gegen Jesus Christus selber auszusprechen. „Ich verfluche die Nazarener, die Sturen, die verneinen, daß das Opfergesetz von Moses gegeben wurde, die sich dem Essen lebender Kreaturen enthalten und die nie Opfer darbieten ..." 5)

Vegetarische Priester wurden entlassen

Im Jahre 314 gab es auf einer Kirchensynode in Ancyra (Ankara) sogar folgendes Dekret (can. 14): „Man beschloß, daß die, die in der Geistlichkeit Priester und Diakonen waren und sich des Fleisches enthielten, es kosten sollten und so, wenn sie wollten, sich selbst besiegten (d. h. ihre Abneigung gegen das Fleischessen); wenn sie aber Abscheu zeigten, nicht einmal das mit Fleisch vermischte Gemüse zu esssen, und so also der Regel nicht gehorsam wären, sie aus dem Amte zu entfernen [seien]." 5)

Der jesuanische Verzicht auf Fleisch war der Kirche schon immer ein Dorn im Auge. Papst Johannes III. (561-574) verfluchte sogar die Vegetarier. Er verkündete dieses Anathem (= Verfluchung) auf der 1. Synode von Braga (Portugal). "Wenn jemand Fleischspeisen, die Gott den Menschen zum Genuß gegeben hat, für unrein hält und ... auf sie [Fleischspeisen] verzichtet ..., sei er mit dem Bannfluch belegt." ...

Der Text wurde aus verschiedenen Quellen entnommen

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